Coronavirus im Norden: Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt

Hamburg/Kiel/Hannover/Bremen/Schwerin – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als anderthalb Jahren fest im Griff. Die Zahlen im Norden steigen zeitweise wieder an.

Das Corona-Impfzentrum in den Hamburger Messehallen wurde Ende August geschlossen.
Das Corona-Impfzentrum in den Hamburger Messehallen wurde Ende August geschlossen.  © Coronavirus in Hamburg: Krankenhäuser sollen planbare Operationen absagen

In Hamburg sind mittlerweile 118.548 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 100.103 Fälle bekannt, in Bremen 40.950 in Mecklenburg-Vorpommern 77.675 und in Niedersachsen 390.966 Covid-19-Fälle (Stand 6. Dezember, 20.28 Uhr).

Angesichts niedriger Infektionszahlen wurden in den Bundesländern inzwischen immer mehr Lockerungen der Corona-Verordnungen beschlossen.

Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen. Teilweise gilt eine 2G-Regelung.

Nach Fackel-Aufmarsch vor Köppings Haus: Wieder Corona-Protest in Grimma
Coronavirus Nach Fackel-Aufmarsch vor Köppings Haus: Wieder Corona-Protest in Grimma

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 6. Dezember, 20.47 Uhr: Erneut mehr Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen in Rostock

Auf ihren Plakaten machen die Demonstranten ihrem Unmut Luft.
Auf ihren Plakaten machen die Demonstranten ihrem Unmut Luft.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Rostock - Die Zahl der Teilnehmer an der montäglichen Demonstration in Rostock gegen Corona-Maßnahmen ist erneut deutlich gestiegen. Nach Polizeischätzungen setzten sich am Abend zunächst etwa 1600 Menschen im Rahmen eines Protestzugs durch die Innenstadt in Bewegung.

"Wir fordern die sofortige Beendigung und Aufhebung aller Corona-Maßnahmen", hieß es zuvor in einem Redebeitrag.

Kritik übte der Redner an den vermeintlich gefährlichen Corona-Impfstoffen. Auf zahlreichen Plakaten wurde vor einer Impfpflicht gewarnt, aber auch Medien wurden für ihre Berichterstattung kritisiert.

Coronavirus in Berlin: Mehr Neuinfektionen als vor einer Woche gemeldet
Coronavirus Coronavirus in Berlin: Mehr Neuinfektionen als vor einer Woche gemeldet

Schon am Montag vor einer Woche war die Demonstration mit 850 Menschen nach Polizeiangaben fast siebenmal so groß wie in der Vorwoche gewesen. Die Polizei hat nach eigenen Angaben ihr Personal entsprechend aufgestockt. Schon zu Beginn kam es zu Sperrungen für den Verkehr.

Nach Aussage einer Polizeisprecherin verlief die Demonstration zunächst ruhig. Die Organisatoren bemühten sich, den Protestzug zu entzerren, um Mindestabstände einzuhalten. Sie wiesen immer wieder auf die Maskenpflicht hin, die bei Unterschreitung des Mindestabstandes drohe.

Update, 6. Dezember, 20.28 Uhr: Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt - 12 neue Todesfälle

Auch in Schleswig-Holstein lautet bei mehr Corona-Tests die Diagnose: positiv. (Symbolbild)
Auch in Schleswig-Holstein lautet bei mehr Corona-Tests die Diagnose: positiv. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Kiel - Die Corona-Wochen-Inzidenz ist in Schleswig-Holstein am Montag erneut etwas gestiegen. Sie lag bei 146,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche. Am Sonntag hatte der Wert bei 143,7 gelegen, zuvor war die Inzidenz einige Tage lang gesunken.

Am Montag wurden 651 Neuinfektionen im Land gemeldet, wie aus den Daten der Landesmeldestelle hervorgeht (Stand: 18.42 Uhr). Am gleichen Tag vor einer Woche waren es 605 Neuansteckungen gewesen.

Im Vergleich der Bundesländer hat Schleswig-Holstein laut Robert Koch-Institut (RKI) noch immer die mit Abstand geringste Sieben-Tage-Inzidenz.

Am Montag wurden zwölf weitere Corona-Todesfälle gemeldet. Die Zahl der registrierten Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 1819 seit Beginn der Pandemie. Am Wochenende waren keine solche Todesfälle gemeldet worden.

196 Corona-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt - 12 mehr als am Sonntag. 60 (+6) lagen auf Intensivstationen; 38 (+6) dieser Schwerkranken mussten beatmet werden.

Die Hospitalisierungsinzidenz betrug am Montag 3,09 - und sank damit. Von Freitag bis Sonntag hatte sie bei 3,26 gelegen. Der Wert besagt, wie viele Corona-Kranke innerhalb einer Woche je 100.000 Menschen in Kliniken kamen.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hat nun der Kreis Herzogtum Lauenburg (193,8), danach folgen Lübeck (192,3) sowie der Kreis Pinneberg (175,0). Im Kreis Dithmarschen lag der Wert mit 96,1 weiterhin am niedrigsten.

Update, 6. Dezember, 20.18 Uhr: Ist die Omikron-Variante im Norden angekommen?

Flensburg - Gleich drei Infektionen im Norden stehen im Verdacht, durch die Coronavirus-Variante Omikron ausgelöst worden zu sein.

Mehr lest Ihr im Artikel: "Mehrere Verdachtsfälle auf Omikron-Corona-Variante in Schleswig-Holstein".

Update, 6. Dezember, 18.15 Uhr: 639 neue Corona-Infektionen - Risiko-Ampel für Land weiter auf Orange

Rostock - Den zweiten Tag in Folge ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern am Montag unter dem Wert der Vorwoche geblieben. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock meldete 639 neue Ansteckungen und damit 65 weniger als vor Wochenfrist.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg leicht auf 441 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Sie war damit nahezu identisch mit dem bundesweiten Durchschnittswert. Vor einer Woche hatte die Inzidenz im Nordosten bei 402 gelegen.

Die für Sicherheitsmaßnahmen wichtige Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen ging weiter zurück, von 8,0 am Sonntag auf nun 7,8. Die landeseigene Corona-Ampel steht auf Orange. Laut Gesundheitsministerium wurde landesweit der Schwellenwert von 9 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten.

Somit seien die verhängten zusätzlichen Schutzmaßnahmen in den gering betroffenen westlichen Landesteilen seit Montag außer Kraft, hieß es. In Wismar etwa entfällt damit die 2G-plus-Regelung für den Weihnachtsmarkt.

In drei der acht Landkreise und kreisfreien Städte gilt Warnstufe Rot: Mecklenburgische Seenplatte sowie Landkreis und Hansestadt Rostock. Im Seenplatte-Kreis und im Landkreis Rostock gelten weitergehende Beschränkungen, weil wegen der anhaltend hohen Werte eine Überlastung des Gesundheitswesens droht. Dort sind etwa Theater, Kinos und Fitnessstudios geschlossen, der Vereinssport ist eingestellt.

Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorbenen Menschen erhöhte sich im Land um 7 auf 1358, die der Corona-Intensivpatienten blieb mit 89 gleich. Insgesamt befanden sich den Lagus-Angaben zufolge unverändert 373 Covid-Patienten in den Krankenhäusern des Landes, zwei weniger als am Sonntag.

Gegen das Coronavirus vollständig geimpft sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 67,3 Prozent der Bevölkerung im Nordosten. Den Anteil der mindestens einmal Geimpften gab das Institut mit 70,2 Prozent an. 15,4 Prozent der Menschen im Bundesland haben inzwischen auch eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Update, 6. Dezember, 17.30 Uhr: Landtag debattiert weiteren Corona-Kurs

Hannover - In der vierten Corona-Welle kommt der niedersächsische Landtag am Dienstag (10 Uhr) zu einer erneuten Sondersitzung in Hannover zusammen.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will sich in einer Regierungserklärung zur Corona-Lage im Land äußern. Auf Antrag der Regierung soll das Parlament anschließend den Weg für weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ebnen, nachdem der Bundestag die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite aufgehoben hatte.

Alle vier Fraktionen unterstützen das - allerdings dringt die Opposition unter anderem auf mehr Tempo beim Impfen. Die FDP lehnt zudem die Einführung der 2G-Regel im Einzelhandel ab, auf die sich Bund und Länder verständigt hatten.

Update, 6. Dezember, 14 Uhr: Impfstation für Kinder und Erwachsene im Zoo Hannover eröffnet

Hannover - Die schützende Spritze gegen das Coronavirus können sich Impfwillige seit diesem Montag auch im Zoo Hannover geben lassen.

Die Impfstation im ehemaligen Regenwald-Panorama wird montags bis freitags täglich zwischen 16.30 Uhr und 20 Uhr geöffnet sein, wie die Region Hannover mitteilte.

Das Angebot starte zunächst ohne Terminvergabe. Angeboten werden sollen sowohl Erst- als auch Zweit- und Booster-Impfungen. Von den insgesamt zehn geplanten Impfplätzen seien in Zukunft mindestens vier ausschließlich für Kinder zwischen fünf und elf Jahren vorgesehen.

Aktuell warte man noch auf die Zulassung durch die Ständige Impfkommission (Stiko), teilte eine Sprecherin am Montag mit.

Im früheren Regenwald-Panorama am Erlebnis-Zoo Hannover wird gegen das Coronavirus geimpft.
Im früheren Regenwald-Panorama am Erlebnis-Zoo Hannover wird gegen das Coronavirus geimpft.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 6. Dezember, 13.53 Uhr: Corona-Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter

Hannover - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen ist abermals gestiegen. Die Landesregierung gab die Inzidenz am Montag mit 204,6 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Tags zuvor lag der Wert bei 203,5.

Auch die Auslastung der Intensivbetten nahm zu: Mit 10,5 Prozent (Vortag: 9,9 Prozent) überschritt ein weiterer Indikator die Schwelle für die Warnstufe 2, die bereits in weiten Teilen des Landes gilt. Die Hospitalisierungsrate sank hingegen leicht von 6,2 auf 5,9. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in eine Klinik kamen.

Die regional höchste Neuinfektions-Inzidenz wies mit 386,4 der Landkreis Cloppenburg aus, den niedrigsten Wert verzeichnete mit 94,0 der Landkreis Holzminden.

Update, 6. Dezember, 12.41 Uhr: Hamburgs Corona-Inzidenz steigt auf 245,5 - 420 neue Fälle

Hamburg - Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Hamburg ist erneut gestiegen. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche am Montag mit 245,5 an. Am Sonntag hatte der Wert 237,5 betragen, vor einer Woche 233,7.

Die Gesundheitsbehörde meldete am Montag für Hamburg 420 neue Fälle. Das sind zwar 151 Fälle weniger als am Sonntag, aber auch 151 Fälle mehr als vor einer Woche.

Seit Februar 2020 haben sich in der Hansestadt damit mindestens 118.548 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 102.800 davon gelten nach RKI-Schätzungen als genesen. Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus in Hamburg gestorben sind, gab das Institut unverändert mit 1903 an.

Auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser wurden am Montagvormittag laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 70 Covid-19-Patienten behandelt, von denen 52 invasiv beatmet werden mussten - einer weniger beziehungsweise 4 mehr als am Vortag.

Die Hospitalisierungsrate stieg laut RKI in Hamburg auf 3,08. Am Freitag hatte sie bei 1,67 gelegen. Bundesweit betrug der Wert am Montag 5,32.

77,3 Prozent aller Hamburgerinnen und Hamburger sind nach Angaben des RKI Stand Sonntag mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft - als vollständig geimpft gelten 75,0 Prozent. 265.158 Hamburgerinnen und Hamburger haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten, was einer Quote von 14,3 Prozent entspricht.

Update, 6. Dezember, 11.33 Uhr: Präsenz-Lehrveranstaltungen an Universität Hamburg nur für Geimpfte

Hamburg - An Lehrveranstaltungen der Universität Hamburg dürfen seit Montag nur noch Geimpfte und von Genesene teilnehmen.

Damit folge die Hochschule der Corona-Eindämmungsverordnung der Stadt Hamburg, teilte eine Sprecherin der Universität mit. Der Zugang zu den Gebäuden beziehungsweise den Lehrveranstaltungen in Präsenz werde kontrolliert.

Ungeimpften soll bei Bedarf ein Ersatzangebot gemacht werden. Den Dozenten sei nach wie vor selbst überlassen, ob sie ihre Veranstaltungen in Präsenz, digital oder hybrid umsetzen wollen, hieß es.

Lehrveranstaltungen mit praktischen Anteilen, wie etwa Labortätigkeiten, können den Angaben zufolge vorerst weiter unter 3G-Vorgaben stattfinden - also geimpft, genesen oder frisch negativ getestet.

Update, 6. Dezember, 7.33 Uhr: Neue Corona-Regeln machen Hamburger Clubszene schwer zu schaffen

Hamburg - Die seit dem Wochenende geltenden schärferen Corona-Regeln machen Hamburgs Musikclub-Betreibern schwer zu schaffen.

"Insbesondere bei 2G-plus-Veranstaltungen ist ein fortwährender Einbruch bei den Gästezahlen zu verzeichnen", sagte der Geschäftsführer des Clubkombinats, Thore Debor, der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr dazu lest ihr im Artikel "Neue Corona-Regeln machen Clubszene schwer zu schaffen".

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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