Coronavirus im Norden: Lehrergewerkschaft fordert Plan für 4. Welle

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff. Die Zahlen im Norden steigen langsam wieder an. Experten sprechen von einer drohenden vierten Welle.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 79.313 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 64.904 Fälle bekannt, in Bremen 27.705 in Mecklenburg-Vorpommern 44.545 und in Niedersachsen 264.247 Covid-19-Fälle (Stand 3. August, 20.50 Uhr).

Im Dezember 2020 wurde erneut ein bundesweiter Lockdown beschlossen, der auch im neuen Jahr immer wieder verlängert wurde.

Angesichts niedriger Infektionszahlen wurden in den verschiedenen Bundesländern inzwischen immer mehr Lockerungen der Corona-Verordnungen beschlossen. Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen.

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Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 4. August, 7.53 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz landesweit fast unverändert bei 17,1

Hannover - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen ist im Vergleich zum Vortag fast unverändert geblieben. Landesweit lag der Wert am Mittwoch bei 17,1. An den beiden Tagen zuvor hatte er bei 17,2 gelegen. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Menschen pro 100.000 Einwohner an, die sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervorgeht, kamen 301 neue bestätigte Corona-Infektionen hinzu. Es wurden zwei weitere Todesfälle registriert. In Bremen lag die Inzidenz bei 25,2 (Vortag 25,5). 39 Neuinfektionen wurden im kleinsten Bundesland registriert. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht.

In der kreisfreien Stadt Salzgitter lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag niedersachsenweit mit 54,7 am höchsten. Weil in Salzgitter drei Tage hintereinander die Schwelle von 50 überschritten wurde, greifen strengere Kontaktbeschränkungen.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters vom Mittwoch wurden in Niedersachsen 22 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt und 9 von ihnen invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 349, davon haben 147 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten.

Update, 4. August, 7.30 Uhr: GEW verlangt Corona-Plan für die Schulen

Auch mehr als anderthalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie scheinen die Schulen schlecht vorbereitet zu sein. (Symbolbild)
Auch mehr als anderthalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie scheinen die Schulen schlecht vorbereitet zu sein. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Kiel - Für den Fall einer verschlechterten Corona-Lage fordert die Lehrergewerkschaft GEW vom Bildungsministerium in Kiel einen Plan. Bisher sei unklar, wie sich Schulen verhalten sollen, falls eine Situation mit hohen Infektionszahlen eintreten sollte, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer der Deutschen Presse-Agentur.

An den Schulen gebe es Sorge, zu spät informiert zu werden. "Es herrscht die Befürchtung, wieder erst am Freitag zu erfahren, wie es am Montag weitergehen soll", sagte Schauer.

Die Schulen bräuchten aber rechtzeitig ein Szenario für einen solchen Fall. Generell seien sie nicht gut genug vorbereitet ins neue Schuljahr gegangen, sagte der Gewerkschafter. Das gelte für technische Ausstattung und das Personal. So mangele es an Lehrkräften, Sozialarbeitern und Schulassistenten. An manchen Schulen reiche es "hinten und vorne nicht".

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Dabei sei die Lage unterschiedlich, sagte Schauer. Es gebe Klassen, die in kurzer Zeit coronabedingte Rückstände aufholen könnten. An anderen Schulen mit problematischem Umfeld sei das schwieriger.

Update, 4. August, 7 Uhr: MP Weil kündigt "tägliche Testung" zum Schulstart an

Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) spricht sich für die Impfung von Kindern und Jugendlichen aus.
Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) spricht sich für die Impfung von Kindern und Jugendlichen aus.  © Moritz Frankenberg/dpa

Hannover - In Niedersachsen müssen sich Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien zum Schulstart auf tägliche Corona-Tests einstellen.

"Wir werden mindestens am Anfang des Schuljahres eine tägliche Testung vorsehen", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Man wisse, dass sich gerade in der jüngeren Generation das Virus verbreite. Gleichzeitig sei die Impfquote in dieser Altersgruppe noch vergleichsweise gering.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 12- bis 17-Jährigen bei 24,8. Bei Menschen über 60 Jahren betrug sie 2,3.

Auch bei der Impfquote gibt es große Unterschiede: Während die Altergruppe über 60 Jahre zu mehr als 81 Prozent vollständig geimpft ist, bekamen von den Jüngeren zwischen 12 und 17 Jahren bislang nur 28 Prozent eine erste Spritze.

Weil sagte, er sei nach wie vor der Auffassung, dass es gut sei, wenn sich Kinder und Jugendliche in diesem Alter impfen ließen. In Niedersachsen habe man deshalb schon früh die Möglichkeit für eine Kinder- und Jugendimpfung geschaffen.

Letztlich bleibe das aber Entscheidung der Eltern und Ärzte. "Ich hoffe, dass sehr schnell auch ein Impfstoff zugelassen wird für die unter 12-jährigen", sagte er.

Update, 3. August, 20.50 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein auf 27,5 gestiegen

Kiel - Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist auch am Dienstag gestiegen. Die Zahl der innerhalb einer Woche erfassten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner betrug 27,5. Am Montag lag der Wert bei 24,5. Am Dienstag vergangener Woche hatte die Inzidenz bei 18,1 gelegen.

Nach Angaben der Landesmeldestelle vom Dienstag wurden landesweit 209 Fälle neu übermittelt. Genau eine Woche zuvor waren es 112.

Es wurde kein neuer Todesfall registriert. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 Gestorbenen liegt weiterhin bei 1639. Im Krankenhaus wurden den Angaben zufolge 33 Covid-19-Patienten behandelt, am Montag waren es 29. 7 von ihnen lagen auf Intensivstationen (Montag: 8), wie tags zuvor wurden auch am Dienstag 6 Menschen beatmet.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatten Neumünster (58,6), Pinneberg (43,0) und Kiel (38,1). Den niedrigsten Wert gab es im Kreis Schleswig-Flensburg mit 12,9.

Update, 3. August, 18.40 Uhr: Dritte Impfung für Ältere in Niedersachsen ab Oktober möglich

Hannover - Niedersachsen wird wie bereits angekündigt im Oktober mit den Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Das bestätigte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag in Hannover.

Zunächst soll die dritte Impfung älteren Menschen angeboten werden, da bei ihnen die "Immunantwort reduziert" sei, hieß es. Mobile Impfteams würden in allen Landkreisen in die Alten- und Pflegeheime geschickt. Andere ältere Menschen sollten in Arztpraxen geimpft werden.

Mit der Schließung der Impfzentren liege die "Hauptlast" zur Durchführung der Corona-Auffrischungsimpfung bei den Arztpraxen, sagte Behrens.

Die Auffrischungsimpfung geschehe im Rahmen der arzneimittelrechtlichen Zulassung der mRNA-Impfstoffe. Eine vorige Untersuchung der Immunantwort sei nicht notwendig, so die Ministerin. Impfstoff sei mittlerweile ausreichend vorhanden.

Update, 3. August, 17.41 Uhr: Sprunghafter Anstieg der Corona-Neuinfektionen - 80 neue Fälle

Eine Frau hält in einem Covid-19 Testcenter die Probe von einem Rachenabstrich in den Händen. Die Zahl der Neuinfektion ist in Mecklenburg-Vorpommern sprunghaft angestiegen. (Symbolfoto)
Eine Frau hält in einem Covid-19 Testcenter die Probe von einem Rachenabstrich in den Händen. Die Zahl der Neuinfektion ist in Mecklenburg-Vorpommern sprunghaft angestiegen. (Symbolfoto)  © Matthias Balk/dpa

Rostock - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist am Dienstag in Mecklenburg-Vorpommern sprunghaft angestiegen. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) berichtete, wurden 80 neue Fälle registriert. Am Montag waren es noch 8, am Dienstag vergangener Woche 40 Neuinfektionen gewesen.

Dementsprechend stieg landesweit die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen um 2,2 am Montag auf nunmehr 10,6.

Ein solcher Anstieg war nach Ansicht des Rostocker Tropenmediziners Emil Reisinger zu erwarten. "Der Urlaub ist zu Ende, die Menschen kommen zurück, die Neuinfektionen nehmen zu", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Er ging davon aus, dass auch in den kommenden Tagen höhere Neuinfektionszahlen registriert werden. Da es sich bei den Viren mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Delta-Variante handele, sei auch mit weiteren Ansteckungen im Umfeld der aktuell Infizierten zu rechnen. Momentan sehe er jedoch auch keine zusätzliche Belastung durch Einweisungen in Kliniken oder Intensivstationen.

Mit den Landkreisen Nordwestmecklenburg (21,6), Ludwigslust-Parchim (15,6) und Vorpommern-Greifswald (11,9) sind nun drei Kreise ebenso wie die Stadt Schwerin (11,5) in den gelben Bereich mit einer Inzidenz von höher als 10 gerutscht. Am Montag waren noch alle Regionen im grünen Bereich gewesen.

Das Landesamt meldete keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl blieb damit im Nordosten bei 1180. Zehn Menschen werden im Krankenhaus behandelt, drei mehr als am Montag. Auf den Intensivstationen liegt aktuell ein Corona-Patient.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten wuchs auf 44.545, als genesen gelten 43.089 Menschen. Vollständig geimpft sind den Angaben zufolge bisher 52,3 Prozent der Bevölkerung. Die erste Impfung haben insgesamt 59,9 Prozent. 1606 Menschen ließen sich am Dienstag impfen.

Update, 3. August, 16.16 Uhr: Senat wirbt mit Impfaktion für Musikfans

Hamburg - Mit besonderen Aktionen will der Hamburger Senat die Corona-Impfquote nach oben treiben. Für kommenden Freitagabend versprach Senatssprecher Marcel Schweitzer Besuchern des Impfzentrums in den Messehallen ab 17 Uhr ein besonderes Musik-Erlebnis.

"Wenn man Musik mag, sollte man vorbeigehen", sagte er am Dienstag, allerdings ohne weitere Details zu nennen. Für die "Lange Nacht des Impfens" sei die sonst übliche Öffnungszeit "von acht bis acht" bis 23 Uhr verlängert worden.

Noch bis zum 10. August kann man sich im Impfzentrum ohne Termin gegen Corona impfen lassen. Ende des Monats soll die Einrichtung in den Messehallen geschlossen werden. Schweitzer verwies auf die zahlreichen anderen Impfmöglichkeiten in Krankenhäusern, durch mobile Teams beispielsweise in Bürgerhäusern, bei Haus- oder Betriebsärzten: "Ärmel hoch, Hamburg - wir brauchen noch eine deutlich höhere Impfquote", sagte er.

In vier Krankenhäusern der Stadt könnten auch Kinder geimpft werden, unabhängig von Vorerkrankungen. So würden im AK Harburg und im AK Nord Kinder ab 12 sowie im Bethesda Krankenhaus Bergedorf und dem Agaplesion Diakonie Klinikum Jugendliche ab 15 Jahren geimpft. Voraussetzung sei ein ausführliches Aufklärungsgespräch und die Anwesenheit und Zustimmung eines Sorgeberechtigten.

Update, 3. August, 14.53 Uhr: Gericht kippt Schließung von Discos bei Inzidenz über 10

Lüneburg - Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat die coronabedingte Schließung von Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 10 außer Vollzug gesetzt. Der Beschluss ist unanfechtbar, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

Die Antragstellerin, die eine Shisha-Bar in Delmenhorst betreibt, hatte in einem Normenkontrolleilantrag argumentiert, die Schließung sei unverhältnismäßig. Nach den vom Robert Koch-Institut (RKI) aufbereiteten Daten spiele das Infektionsumfeld Gaststätte oder Shisha-Bar nur eine untergeordnete Rolle.

Darüber hinaus seien die Inzidenzwerte willkürlich gewählt und nicht mehr hinreichend aussagekräftig, da sie die notwendigen Parameter nur unzureichend berücksichtigten.

Der Senat entsprach dem Antrag: Es handele sich bei der Schließung der Einrichtungen nicht um eine notwendige Schutzmaßnahme im Sinne des Infektionsschutzgesetzes. Weitere Äntrage von Diskotheken- und Shisha-Bar-Betreibern sind damit gegenstandslos geworden.

Update, 3. August, 13 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg bei 35,8 - 113 neue Corona-Fälle

Hamburg - In Hamburg ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronainfektionen wieder gestiegen.

Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Dienstag mit 35,8 an. Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 34,4 gelegen, vor einer Woche noch bei 30,6. Am Dienstag kamen 113 neu bestätigte Infektionen hinzu - 76 mehr als am Vortag und 26 mehr als am Dienstag vor einer Woche.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus gestorbenen Menschen erhöhte sich laut dem Robert Koch-Institut (RKI) um 5 auf 1620.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Hamburg nach Angaben der Behörde 79.313 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt. Nach Schätzungen des RKI gelten 76.400 Menschen als genesen.

Update, 3. August, 8.22 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz landesweit bei 17,2

Hannover - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen ist im Vergleich zum Vortag unverändert bei 17,2 geblieben.

Landesweit kamen 121 neue bestätigte Corona-Infektionen hinzu, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Dienstag hervorgeht. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Menschen pro 100.000 Einwohner an, die sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Weitere Todesfälle wurden nicht registriert. In Bremen stieg die Inzidenz von 24,8 auf 25,5. 16 Neuinfektionen wurden im kleinsten Bundesland registriert. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht.

In der kreisfreien Stadt Salzgitter blieb die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag bundesweit mit 60,4 am höchsten. Der Wert lag im Vergleich zum Montag zwar wieder niedriger (68,1). Allerdings ist es der dritte Tag, an dem die Marke von 50 überschritten wurde. Damit drohen Salzgitter wieder strengere Kontaktbeschränkungen. Die Stadt wollte am Dienstag über Konsequenzen informieren.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters vom Dienstag wurden in Niedersachsen 23 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt und 8 von ihnen invasiv beatmet.

Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 366, davon haben 134 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten. Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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