Coronavirus im Norden: Corona-Impfungen für Günther eine Bürgerpflicht

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff. Die Zahlen im Norden steigen langsam wieder an. Experten sprechen von einer drohenden vierten Welle.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 79.474 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 64.904 Fälle bekannt, in Bremen 27.705 in Mecklenburg-Vorpommern 44.586 und in Niedersachsen 264.247 Covid-19-Fälle (Stand 4. August, 16.40 Uhr).

Im Dezember 2020 wurde erneut ein bundesweiter Lockdown beschlossen, der auch im neuen Jahr immer wieder verlängert wurde.

Angesichts niedriger Infektionszahlen wurden in den verschiedenen Bundesländern inzwischen immer mehr Lockerungen der Corona-Verordnungen beschlossen. Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen.

Corona in Baden-Württemberg: Mehr als 400 neue Infektionen
Coronavirus Corona in Baden-Württemberg: Mehr als 400 neue Infektionen

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 4. August, 20.43 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Norden überspringt die 30

Kiel - Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein klettert weiter und hat am Mittwoch den Wert von 30 überschritten. Wobei Neumünster den Behördenangaben nach sogar schon auf 70 zusteuert. Landesweit betrug die Zahl der innerhalb einer Woche erfassten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Mittwoch 30,4 (Vortag: 27,5).

Nach Angaben der Landesmeldestelle (Stand 19.33 Uhr) wurden zur Mitte der Woche 210 Infektionsfälle neu übermittelt. Am Mittwoch vor einer Woche waren es 116 gewesen.

Erneut verzeichneten die Behörden keinen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2. Die Gesamtzahl der mit oder an dem Coronavirus Gestorbenen lag bei 1639. Im Krankenhaus wurden den Angaben zufolge 30 Covid-19-Patienten behandelt (Vortag: 33). 8 von ihnen lagen auf Intensivstationen (Dienstag: 7).

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte wieder Neumünster (68,6). Danach folgten Pinneberg (44,9) und Lübeck sowie Flensburg (jeweils 44,3). Den niedrigsten Wert gab es im Kreis Schleswig-Flensburg mit 15,4.

Update, 4. August, 16.35 Uhr: 41 neue Corona-Fälle - Inzidenz steigt weiter

Rostock - Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist im Nordosten weiter gestiegen. Zuletzt infizierten sich binnen einer Woche nachweislich 12,1 Menschen je 100.000 Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Coronavirus, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) am Mittwoch mitteilte. 41 Neuinfektionen kamen demnach am Mittwoch hinzu - nur gut halb so viele wie am Dienstag, aber fast doppelt so viele wie vor einer Woche.

Die Behörde meldete zudem zwei neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion; die Gesamtzahl stieg damit im Nordosten auf 1182. Neun Menschen werden im Krankenhaus behandelt, einer weniger als am Dienstag. Auf den Intensivstationen liegt aktuell kein Corona-Patient, nachdem es am Vortag noch einer war.

Allein zehn neue Corona-Fälle wurden für die Hansestadt Rostock verzeichnt, wo die Sieben-Tage-Inzidenz auf 12,9 stieg. Mittlerweile liegt der Wert nur noch in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte (5,8) und Rostock (7,9) unter 10. Am höchsten ist der Wert im Westen des Landes in Nordwestmecklenburg (22,9) und Ludwigslust-Parchim (17,5).

Für alle Regionen meldete die Landes-Corona-Ampel am Mittwoch weiter Grün für ein kontrolliertes Geschehen. In die Bewertung fließen neben der Inzidenz auch die Krankenhauseinweisungen und die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen ein.

Nach einem sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen am Dienstag hatte der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger auch für die Folgetage höhere Neuinfektionszahlen prognostiziert. Als Gründe nannte er Reiserückkehrer und die ansteckendere Delta-Variante.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten wuchs auf 44.586, als genesen gelten 43.101 Menschen. Vollständig geimpft sind den Angaben zufolge bisher 52,8 Prozent der Bevölkerung. Die erste Impfdosis haben insgesamt 60,1 Prozent erhalten.

Update, 4. August, 16.13 Uhr: Hamburger Radsportfestival Cyclassics fällt aus

Hamburg - Das Radrennen Hamburg Cyclassics findet auch in diesem Jahr pandemiebedingt nicht statt. Grund hierfür seien "die hohe Zahl der erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der anhaltende Status der Covid-19-Pandemie in Hamburg", teilte eine Sprecherin des Veranstalters am Mittwoch mit.

Die Entscheidung sei zusammen mit der Stadt Hamburg getroffen worden.

Die rund 10.000 radsportbegeisterten Teilnehmer beim Jedermann-Rennen sollen nun eine neue Chance am 21. August 2022 erhalten.

Update, 4. August, 14.15 Uhr: Corona-Impfungen für Günther eine Bürgerpflicht

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holsteins, sieht es als Bürgerpflicht an, dass sich die Menschen impfen lassen.
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holsteins, sieht es als Bürgerpflicht an, dass sich die Menschen impfen lassen.  © Marcus Brandt/dpa

Albersdorf - Für alle, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen können, ist es aus Sicht von Ministerpräsident Daniel Günther derzeit "absolute Bürgerpflicht", dies auch zu tun. Dies gelte auch im Respekt für die jüngere Generation, die in der Pandemie eine Menge auszuhalten gehabt habe und sich zum Teil noch nicht impfen lassen konnte, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Albersdorf (Kreis Dithmarschen).

Günther bekräftigte seine Auffassung, die Corona-Tests in absehbarer Zeit kostenpflichtig für jene zu machen, die sich impfen lassen könnten, aber es nicht tun. Als dies noch nicht für alle möglich war, habe es eine Begründung dafür gegeben, die Impfungen vom Steuerzahler bezahlen zu lassen.

Aber jetzt sei es am Ende eine freiwillige Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen. Nun gebe es keine Begründung mehr dafür, warum eine geimpfte Krankenschwester mit ihrem Steuergeld zahlen muss, "damit sich jemand testen lassen kann, der einfach keinen Bock auf Impfen hat", sagte Günther. "Von daher finde ich das folgerichtig, dass jetzt auch, ich sage mal, möglichst kurzfristig, auch in Kostenpflicht umzustellen."

Coronavirus in NRW: Sieben-Tage-Inzidenz im Land steigt weiter
Coronavirus Coronavirus in NRW: Sieben-Tage-Inzidenz im Land steigt weiter

Günther hatte vor wenigen Tagen den Bund aufgefordert, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen. Als Datum schlug er den 20. September vor, da sich bis dahin jeder vollständig impfen lassen könnte. Die Grünen als Koalitionspartner widersprachen dem.

Das Bundesgesundheitsministerium schlug mittlerweile vor, die kostenlosen Corona-Schnelltests für alle Bürger Mitte Oktober einzustellen.

Update, 4. August, 12.39 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg steigt auf 38,5 - 161 neue Corona-Fälle

Hamburg – In Hamburg ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronainfektionen weiter gestiegen. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Mittwoch mit 38,5 an. Am Vortag hatte der Wert bei 35,8 gelegen, vor einer Woche noch bei 33,1. Am Mittwoch kamen 161 neu bestätigte Infektionen hinzu - 48 mehr als am Vortag und 52 mehr als am Mittwoch vor einer Woche.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus gestorbenen Menschen erhöhte sich laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 1621. Das heißt, es gab einen weiteren Todesfall.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Hamburg nach Angaben der Behörde 79.474 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt. Nach Schätzungen des RKI gelten 76.500 Menschen als genesen.

Laut Gesundheitsbehörde wurden mit Stand Dienstag in den Hamburger Krankenhäusern 41 Covid-19-Patienten behandelt, davon 14 auf Intensivstationen. Das sind jeweils drei weniger als zuletzt am Freitag gemeldet.

Nach RKI-Angaben wurde bis einschließlich Dienstag mit über 925.000 Menschen gut die Hälfte der Hamburger (50,1 Prozent) vollständig geimpft. Eine Erstimpfung haben mehr als 1.182.000 Hamburger oder 64 Prozent bekommen.

Unter den 16 Bundesländern liegt Hamburg damit bei den Erstimpfungen auf dem 6. und bei den vollständigen Impfungen auf dem drittletzten Platz.

Update, 4. August, 7.53 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz landesweit fast unverändert bei 17,1

Hannover - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen ist im Vergleich zum Vortag fast unverändert geblieben. Landesweit lag der Wert am Mittwoch bei 17,1. An den beiden Tagen zuvor hatte er bei 17,2 gelegen. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Menschen pro 100.000 Einwohner an, die sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervorgeht, kamen 301 neue bestätigte Corona-Infektionen hinzu. Es wurden zwei weitere Todesfälle registriert. In Bremen lag die Inzidenz bei 25,2 (Vortag 25,5). 39 Neuinfektionen wurden im kleinsten Bundesland registriert. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht.

In der kreisfreien Stadt Salzgitter lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag niedersachsenweit mit 54,7 am höchsten. Weil in Salzgitter drei Tage hintereinander die Schwelle von 50 überschritten wurde, greifen strengere Kontaktbeschränkungen.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters vom Mittwoch wurden in Niedersachsen 22 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt und 9 von ihnen invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 349, davon haben 147 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten.

Update, 4. August, 7.30 Uhr: GEW verlangt Corona-Plan für die Schulen

Auch mehr als anderthalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie scheinen die Schulen schlecht vorbereitet zu sein. (Symbolbild)
Auch mehr als anderthalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie scheinen die Schulen schlecht vorbereitet zu sein. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Kiel - Für den Fall einer verschlechterten Corona-Lage fordert die Lehrergewerkschaft GEW vom Bildungsministerium in Kiel einen Plan. Bisher sei unklar, wie sich Schulen verhalten sollen, falls eine Situation mit hohen Infektionszahlen eintreten sollte, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer der Deutschen Presse-Agentur.

An den Schulen gebe es Sorge, zu spät informiert zu werden. "Es herrscht die Befürchtung, wieder erst am Freitag zu erfahren, wie es am Montag weitergehen soll", sagte Schauer.

Die Schulen bräuchten aber rechtzeitig ein Szenario für einen solchen Fall. Generell seien sie nicht gut genug vorbereitet ins neue Schuljahr gegangen, sagte der Gewerkschafter. Das gelte für technische Ausstattung und das Personal. So mangele es an Lehrkräften, Sozialarbeitern und Schulassistenten. An manchen Schulen reiche es "hinten und vorne nicht".

Dabei sei die Lage unterschiedlich, sagte Schauer. Es gebe Klassen, die in kurzer Zeit coronabedingte Rückstände aufholen könnten. An anderen Schulen mit problematischem Umfeld sei das schwieriger.

Update, 4. August, 7 Uhr: MP Weil kündigt "tägliche Testung" zum Schulstart an

Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) spricht sich für die Impfung von Kindern und Jugendlichen aus.
Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) spricht sich für die Impfung von Kindern und Jugendlichen aus.  © Moritz Frankenberg/dpa

Hannover - In Niedersachsen müssen sich Schülerinnen und Schüler nach den Sommerferien zum Schulstart auf tägliche Corona-Tests einstellen.

"Wir werden mindestens am Anfang des Schuljahres eine tägliche Testung vorsehen", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Man wisse, dass sich gerade in der jüngeren Generation das Virus verbreite. Gleichzeitig sei die Impfquote in dieser Altersgruppe noch vergleichsweise gering.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Dienstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 12- bis 17-Jährigen bei 24,8. Bei Menschen über 60 Jahren betrug sie 2,3.

Auch bei der Impfquote gibt es große Unterschiede: Während die Altergruppe über 60 Jahre zu mehr als 81 Prozent vollständig geimpft ist, bekamen von den Jüngeren zwischen 12 und 17 Jahren bislang nur 28 Prozent eine erste Spritze.

Weil sagte, er sei nach wie vor der Auffassung, dass es gut sei, wenn sich Kinder und Jugendliche in diesem Alter impfen ließen. In Niedersachsen habe man deshalb schon früh die Möglichkeit für eine Kinder- und Jugendimpfung geschaffen.

Letztlich bleibe das aber Entscheidung der Eltern und Ärzte. "Ich hoffe, dass sehr schnell auch ein Impfstoff zugelassen wird für die unter 12-jährigen", sagte er.

Update, 3. August, 20.50 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein auf 27,5 gestiegen

Kiel - Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist auch am Dienstag gestiegen. Die Zahl der innerhalb einer Woche erfassten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner betrug 27,5. Am Montag lag der Wert bei 24,5. Am Dienstag vergangener Woche hatte die Inzidenz bei 18,1 gelegen.

Nach Angaben der Landesmeldestelle vom Dienstag wurden landesweit 209 Fälle neu übermittelt. Genau eine Woche zuvor waren es 112.

Es wurde kein neuer Todesfall registriert. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 Gestorbenen liegt weiterhin bei 1639. Im Krankenhaus wurden den Angaben zufolge 33 Covid-19-Patienten behandelt, am Montag waren es 29. 7 von ihnen lagen auf Intensivstationen (Montag: 8), wie tags zuvor wurden auch am Dienstag 6 Menschen beatmet.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatten Neumünster (58,6), Pinneberg (43,0) und Kiel (38,1). Den niedrigsten Wert gab es im Kreis Schleswig-Flensburg mit 12,9.

Update, 3. August, 18.40 Uhr: Dritte Impfung für Ältere in Niedersachsen ab Oktober möglich

Hannover - Niedersachsen wird wie bereits angekündigt im Oktober mit den Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Das bestätigte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag in Hannover.

Zunächst soll die dritte Impfung älteren Menschen angeboten werden, da bei ihnen die "Immunantwort reduziert" sei, hieß es. Mobile Impfteams würden in allen Landkreisen in die Alten- und Pflegeheime geschickt. Andere ältere Menschen sollten in Arztpraxen geimpft werden.

Mit der Schließung der Impfzentren liege die "Hauptlast" zur Durchführung der Corona-Auffrischungsimpfung bei den Arztpraxen, sagte Behrens.

Die Auffrischungsimpfung geschehe im Rahmen der arzneimittelrechtlichen Zulassung der mRNA-Impfstoffe. Eine vorige Untersuchung der Immunantwort sei nicht notwendig, so die Ministerin. Impfstoff sei mittlerweile ausreichend vorhanden.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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