Coronavirus im Norden: Neue Regelungen für den Einzelhandel ab Montag

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, der Lockdown wurde vorerst bis Ende April verlängert.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 69.564 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 55.691 Fälle bekannt, in Bremen 22.386 in Mecklenburg-Vorpommern 37.880 und in Niedersachsen 222.845 Covid-19-Fälle (Stand 22. April, 17.27 Uhr).

Seit dem 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit zwischenzeitlichen Lockerungen auf unbestimmte Zeit verlängert wurde.

Weiterhin gilt aber eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 22. April, 18.08 Uhr: Schleswig-Holstein regelt Öffnung für Einzelhandel ab Montag neu

Das Land Schleswig-Holstein regelt die Öffnung des Einzelhandels ab Montag neu. (Symbolfoto)
Das Land Schleswig-Holstein regelt die Öffnung des Einzelhandels ab Montag neu. (Symbolfoto)  © Ulrich Perrey/dpa

Kiel - Die Landesregierung in Schleswig-Holstein stellt die Weichen für den Einzelhandel ab Montag neu. Dessen Öffnung sei nun auch bei Inzidenzen oberhalb von 100 möglich, teilte das Wirtschaftsministerium in Kiel am Donnerstag mit.

Erst bei einer über drei Tage konstanten Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 150 müsse der Einzelhandel in den betroffenen Kreisen geschlossen werden. Geschäfte des sogenannten täglichen Bedarfs bleiben unter Auflagen weiterhin offen.

Ab einem Inzidenzwert von 100 greift laut Ministerium das Bundesgesetz. Dann gelte auch in Schleswig-Holstein für Inzidenzen zwischen 100 und 150 das Prinzip "Click, Meet & Test".

Das bedeutet: Während unterhalb einer Inzidenz von 100 eine einfache Aufnahme der Kontaktdaten im Geschäft genügt, ist über 100 neben Anmeldung und Aufnahme der Kontaktdaten auch ein bescheinigter negativer Corona-Test erforderlich. Er darf nicht älter als 24 Stunden sein.

Schleswig-Holstein hatte am Donnerstag mit 70,9 die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland. "Angesichts unserer nach wie vor vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen im Land dürfte sich damit in unserem Einzelhandel in der Praxis so gut wie nichts ändern", sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP).

Update, 22. April, 17.27 Uhr: 492 Neuinfektionen in MV gemeldet

Rostock - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern bleibt auf hohem Niveau. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte, wurden am Donnerstag 492 neue Infektionen gemeldet. Das waren 159 mehr als am Donnerstag vor einer Woche.

Sechs weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion, womit die Zahl der Todesfälle im Land auf 956 stieg.

Die Inzidenz nahm im Vergleich zum Vortag um 3,4 auf nunmehr 141,2 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zu. Vor einer Woche lag dieser Wert den Angaben zufolge landesweit bei 149,0.

Mit 191,8 ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Vorpommern-Greifswald derzeit am höchsten, die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Ludwigslust-Parchim weisen mit 187,9 beziehungsweise 187,5 nur geringfügig niedrigere Werte auf. Nur die Hansestadt Rostock liegt mit 80,8 unter dem Wert von 100.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten liegt bei 37.880. Als genesen gelten rund 32.171 Menschen. Die Zahl der in Kliniken behandelten Corona-Patienten beträgt derzeit 391 - das sind 21 mehr als am Vortag. 88 Corona-Patienten befanden sich auf Intensivstationen, neun mehr als am Dienstag.

Nach Lagus-Angaben wurden im Nordosten bislang 453.696 Corona-Schutzimpfungen verabreicht. 350.179 Menschen erhielten eine erste Impfdosis, 103.517 auch die notwendige zweite.

Update, 22. April, 16.10 Uhr: Alle Bewohner der Obdachlosenunterkünfte werden getestet

Hamburg - Nachdem in einer Hamburger Unterkunft für Obdachlose seit Anfang April 42 Corona-Infektionen festgestellt worden waren, sollen nun die Bewohner aller Standorte des Winternotprogramms auf das Coronavirus getestet werden.

"Ziel der Reihentests ist es, auch solche Infektionen zu identifizieren, die sonst verborgen geblieben wären", sagte Behördensprecher Martin Helfrich am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

Die PCR-Tests mit Laborauswertung sollen bis zum Wochenende abgeschlossen werden. Die Ergebnisse der Reihentestung werden für nächste Woche erwartet. Über das Winternotprogramm könne man rund 1000 Obdachlose erreichen.

Die Auswertung der Tests habe den Vorteil, dass die Obdachlosen je nach Ergebnis klar voneinander abgetrennt untergebracht werden können. Also entweder an Quarantäne-Standorten, in Unterkünften für Kontaktpersonen oder nach negativem Test beispielsweise in den frisch desinfizierten und derzeit leerstehenden Standorten des Winternotprogramms.

Helfrich zufolge könnte dann zudem bei den negativ getesteten Obdachlosen "zügig mit den Impfungen begonnen werden", sobald der Impfstoff von Johnson & Johnson da sei. Der hat den Vorteil, dass bereits nach einer Injektion vollständiger Impfschutz besteht.

Update, 22. April, 14.09 Uhr: Corona-Lockerungen für Altenheime verzögern sich

Hamburg - Die angekündigten Lockerungen der Corona-Regeln in Hamburger Seniorenpflegeheimen verzögern sich bis Samstag. Die neue Verordnung werde erst am Freitag veröffentlicht und trete am Folgetag in Kraft, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

Dies geschehe, um eine zeitliche Synchronisierung mit der Bundesregelung sicherzustellen, erklärte Behördensprecher Martin Helfrich am Donnerstag.

Die Behörde hatte zuletzt am Dienstag angekündigt, dass vollständig geimpften Bewohnern von Seniorenpflegeheimen ab Freitag erlaubt werde, sich untereinander wieder ohne Maske und Mindestabstand zu treffen. Sie bräuchten sich dann auch nicht mehr routinemäßig testen zu lassen.

Das geimpfte Pflegepersonal muss nur noch einen Schnelltest pro Woche machen. Besucher müssen sich indes weiterhin testen lassen, dürfen aber wie vor der Pandemie täglich kommen.

Hintergrund ist die geringe Zahl der Corona-Infektionen nach den Impfungen in den Heimen. In ganz Hamburg seien nur noch sechs Bewohner von fünf Einrichtungen betroffen, hatte die Gesundheitsbehörde weiter mitgeteilt. Zudem seien 25 Mitarbeiter infiziert. Anfang Februar war das Virus noch bei 378 Bewohnern in 38 Pflegeheimen nachgewiesen worden.

Update, 22. April, 12.36 Uhr: 416 neue Corona-Fälle in Hamburg - Inzidenz sinkt auf 128,1

Hamburg - In Hamburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Wochenvergleich den achten Tag in Folge gesunken.

Zwar kamen am Donnerstag 416 neu nachgewiesene Fälle hinzu, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das sind 16 mehr als am Mittwoch, aber 42 weniger als am Donnerstag vor einer Woche.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, ging von 130,3 auf 128,1 zurück. Vor einer Woche hatte der Wert 147,4 betragen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Inzidenz auf anderer Berechnungsgrundlage für Hamburg mit 108,5 an. Das ist der im Ländervergleich zweitniedrigste Wert nach Schleswig-Holstein (70,9).

Die Zahl der an oder im Zusammenhang mit Corona in Hamburg gestorbenen Menschen erhöhte sich laut RKI um 4 auf 1442. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde nachgewiesenermaßen 69.564 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; 60.100 von ihnen gelten laut RKI inzwischen als genesen.

In den Hamburger Krankenhäusern wurden laut Gesundheitsbehörde mit Stand Mittwoch 304 Covid-19-Patienten behandelt, 4 weniger als am Vortag. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sank um 3 auf 117. Am Vortag hatte sie mit 120 einen neuen Höchststand erreicht.

Nach Angaben des RKI wurden bis einschließlich Mittwoch in Hamburg 511.373 Impfdosen verabreicht. Demnach erhielten 403.319 Menschen eine Erst- und 108.054 eine Zweitimpfung.

Update, 22. April, 9.50 Uhr: Niedersachsen schwenkt bei Schulen auf Kurs des Bundes ein

Hannover - Niedersachsen will sich bei Schulschließungen nun doch an die Bundes-Notbremse halten.

Weiterfürende Schulen sollen wie vom Bund beschlossen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 schließen und nicht ab einem Wert von 100, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (44) der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Zuvor hatte Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) noch Distanzunterricht ab einer Inzidenz von 100 angekündigt "Auch wenn ich von alleine nicht auf die 165 gekommen wäre, aber wenn wir dann Veränderungen vornehmen, ist es auch sinnvoll, sich an einer bundeseinheitlichen Grenze zu orientieren", sagte Tonne.

Ein genaues Datum nannte er nicht. "Wenn es dann doch später wird, ist die Enttäuschung groß. Wir warten jedenfalls keinen Tag länger als nötig, sondern handeln so schnell wie möglich, wenn die Testungen und auch die Meldeketten einwandfrei funktionieren", sagte der Ressortchef.

Zunächst müssten die Tests für Schüler und Lehrpersonal verlässlich funktionieren. Das sei in Niedersachsen noch nicht hundertprozentig der Fall. Es gebe immerhin 3000 Schulen zu beliefern, da ruckele es noch an der einen oder anderen Stelle.

Update, 22. April, 9.49 Uhr: Bremen erwägt Lockerung der Impfreihenfolge für Astrazeneca

Bremen - Die Bremer Gesundheitsbehörde überlegt, die Impfreihenfolge für AstraZeneca aufzuheben. Grund sei die Zurückhaltung vieler Impfberechtigter beim Vakzin von AstraZeneca, sagte Sprecher Lukas Fuhrmann dem Weser-Kurier.

Es sei deshalb vorstellbar, allen unter 60-Jährigen ein offenes Angebot zu machen - sprich eine Impfung mit Astrazeneca ohne Einladung oder Termin. Das erwäge man allerdings erst, wenn es mehr Impfstoff von Astrazeneca gebe als Impfberechtigte über 60 Jahre.

"Astrazeneca ist nicht verboten für unter 60-Jährige", sagte Fuhrmann. Die Ständige Impfkommission empfehle lediglich eine sorgfältige ärztliche Aufklärung. Noch herrsche Knappheit bei den Impfstoffen.

Deshalb beinhalte der Anspruch auf Impfung nicht das Recht, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen.

Update, 22. April, 9.43 Uhr: Günther: Notbremse bringt Probleme für Länder mit strengeren Regeln

Kiel/Berlin - Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (47) sieht durch die bundesweite Corona-Notbremse Probleme für sein Bundesland, das bisher strengere Vorgaben hatte.

"Die Notbremse (...) führt bei uns dazu, dass wir uns jetzt Gedanken darüber machen, schärfere Regelungen anzupassen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Deutschlandfunk. "Beispielsweise, dass in Schulen jetzt bis 165 geöffnet werden soll, haben wir bei uns bisher deutlich strenger geregelt, - über 100 - auch im Einzelhandel haben wir andere Regelungen (...), die bisher strenger waren."

Über die am Mittwoch vom Bundestag verabschiedete Novellierung des Infektionsschutzgesetzes wird am Donnerstag im Bundesrat entschieden. "Wir stellen uns nicht in den Weg, aber werden im Bundesrat deutlich machen, dass wir uns in einigen Bereichen andere Regelungen gewünscht hätten", so Günther.

Schleswig-Holstein hatte am Donnerstag mit 70,9 die niedrigste 7-Tage-Inzidenz in Deutschland.

Update, 22. April, 6.11 Uhr: Hamburgs Initiative für steuerfreie Corona-Prämie erfolgreich

Hamburg/Berlin - Hamburg hat sich erfolgreich im Bund für eine Verlängerung der steuerfreien Corona-Prämie für Arbeitnehmer in Höhe von bis zu 1500 Euro eingesetzt.

Nach dem Bundesrat habe auch der Finanzausschuss des Bundestags der Initiative zugestimmt, sagte die Hamburger Bundestagsabgeordnete Dorothee Martin (43, SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

Sie äußerte die Hoffnung, dass nun noch viele weitere Arbeitgeber die Corona-Bonuszahlung als Zeichen der Wertschätzung nutzen.

Update, 21. April, 20.36 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein sinkt auf 70,8

Kiel - Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Schleswig-Holstein weiter leicht gesunken: Am Mittwoch lag sie bei 70,8 - nach 71,8 am Dienstag, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervorgeht.

Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, in dem die Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche unter 100 liegt. Am Mittwoch vor einer Woche hatte der Wert im Land bei 77,5 gelegen.

Bei der Inzidenz überschritt nun wieder nur das Herzogtum Lauenburg mit 109,1 die kritische Marke von 100. Die niedrigsten Zahlen gab es weiterhin in den Kreisen Schleswig-Flensburg (37,8) und Nordfriesland (38,6).

Für das Land wurden 343 bestätigte Corona-Neuinfektionen seit dem Vortag gemeldet. In Schleswig-Holstein gibt es den Angaben zufolge bisher 1489 Corona-Tote - also drei mehr als am Montag. 187 Menschen werden in Kliniken wegen Covid-19 behandelt - 57 von ihnen intensivmedizinisch.

Titelfoto: Ulrich Perrey/dpa

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