Coronavirus im Norden: Schwesig will Impftempo erhöhen: "Das ist unser Schlüssel"

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, der Lockdown wurde vorerst bis Ende April verlängert.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 65.277 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 51.863 Fälle bekannt, in Bremen 20.970 in Mecklenburg-Vorpommern 33.670 und in Niedersachsen 207.905 Covid-19-Fälle (Stand 10. April, 18 Uhr).

Seit dem 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit zwischenzeitlichen Lockerungen bis zum 18. April 2021 verlängert wurde.

Weiterhin gilt aber eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 10. April, 18.45 Uhr: Schwesig: Müssen beim Impfen schneller werden

Manuela Schwesig (SPD) gibt ein Interview. Die Regierung erhöht den Druck auf Landkreise und kreisfreie Städte, den Astrazeneca-Impfstoff unverzüglich einzusetzen.
Manuela Schwesig (SPD) gibt ein Interview. Die Regierung erhöht den Druck auf Landkreise und kreisfreie Städte, den Astrazeneca-Impfstoff unverzüglich einzusetzen.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Wismar/Rostock – Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) das Tempo erhöhen.

"Das Impfen ist unser Schlüssel, um Schritt für Schritt aus der Pandemie zu kommen. Deshalb müssen wir beim Impfen insgesamt schneller werden" sagte sie am Samstag nach Besuchen im Impfzentrum Wismar und einem Schnelltestzentrum in Rostock.

"Das Testen ist doppelt wichtig. Wir können so bisher unentdeckte Fälle identifizieren und Infektionsketten unterbrechen", sagte sie. Zudem böten Tests die Möglichkeit, "Bereiche offenzuhalten, die sonst vielleicht schließen müssten."

Kreise und kreisfreie Städte im Nordosten seien beim Impfen unterschiedlich weit. In Nordwestmecklenburg gehe man innovative Wege, sagte Schwesig. "Nordwestmecklenburg war der erste Kreis, der im Rahmen eines Pilotprojekts das Impfen beim Hausarzt ermöglicht hat."

In den letzten beiden Wochen seien in Wismar und Grevesmühlen an besonderen Aktionstagen Impfungen für über 60-Jährige auch ohne Termin möglich gewesen. "Das wollte ich mit meinem Besuch unterstützen und mich zugleich für die Arbeit der Ärzte und der vielen Helferinnen und Helfer in den Testzentren bedanken."

Update, 10. April, 18 Uhr: Nun auch Hamburger ab 73 Jahren zum Impfen aufgerufen

Hamburg – In Hamburg sind nun auch die über 73-Jährigen zum Impfen aufgerufen. Mit Tausenden zusätzlichen Terminen werde das Impftempo weiter erhöht, teilte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Sonnabend mit.

Mehr dazu lest Ihr im Artikel "Tausende neue Impftermine in Hamburg: Alle ab 73 Jahren sind aufgerufen!"

Update, 10. April, 17.58 Uhr: 341 Corona-Neuinfektionen in MV - Inzidenz bei 124,8

Rostock – Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist am Samstag um 341 gestiegen. Das sind 224 Fälle weniger als am Freitag, aber 231 mehr als am Samstag vor einer Woche, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte.

Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion Gestorbenen erhöhte sich um 3 auf 903. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, stieg landesweit von 110,0 auf 124,8. Vor einer Woche hatte sie bei 83,4 gelegen.

Mit 181,7 war der Wert im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am höchsten, gefolgt vom Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 159,2. Am niedrigsten lag die Sieben-Tage-Inzidenz mit 57,4 im Landkreis Vorpommern-Rügen.

In den Krankenhäusern wurden laut Landesamt 294 Covid-Patienten behandelt, 4 mehr als am Vortag. Auf den Intensivstationen lagen 77 Covid-Patienten, 4 weniger als tags zuvor.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich den Angaben zufolge 33.670 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. 29 068 gelten inzwischen als genesen.

Update, 10. April 12.10 Uhr: 498 neue Corona-Fälle in Hamburg - Inzidenz steigt wieder

Hamburg - Nach neun Tagen mit rückläufiger Inzidenz ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg im Wochenvergleich wieder gestiegen.

Am Samstag kamen 498 neue Fälle hinzu, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das sind 51 Fälle mehr als am Freitag und 37 mehr als am Samstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, stieg von 131,0 auf 132,9. Vor einer Woche hatte der Wert 158,8 betragen.

Die Zahl der in Hamburg an oder mit Corona gestorbenen Menschen gab das Robert Koch-Institut (RKI) mit 1409 an, 3 mehr als am Vortag. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich laut Gesundheitsbehörde nachgewiesenermaßen 65.277 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; 55.800 von ihnen gelten laut RKI inzwischen als genesen.

In den Hamburger Kliniken wurden laut Behörde mit Stand Freitag 297 Corona-Patienten behandelt, 7 mehr als am Vortag. Auf den Intensivstationen lagen 105 Erkrankte, 2 mehr als am Vortag.

Update, 9. April, 21.29 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt leicht auf 64,9

Kiel - Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Schleswig-Holstein am Freitag leicht von 64,5 auf 64,9 gestiegen.

Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervor. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 72,5 gelegen.

Zwei Kreise überschritten nach den jüngsten Angaben die kritische Marke von 100: Herzogtum Lauenburg (115,1) und Neumünster (101,0).

Die Zahl der für das Land gemeldeten neuen und bestätigten Corona-Neuinfektionen betrug 335 (Donnerstag: 394). Am Freitag vergangener Woche waren es 340. Die Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen stieg um drei auf 1458.

Die Zahl der in Kliniken behandelten Covid-19-Patienten blieb in Schleswig-Holstein mit 197 im Vergleich zum Vortag unverändert. Von ihnen wurden 57 intensivmedizinisch behandelt (Donnerstag: 58); 37 wurden beatmet (Donnerstag: 35).

Update, 9. April, 17.50 Uhr: Corona-"Notbremse" für Neumünster - Regeländerungen in zwei Kreisen

Kiel – Unterschiedliche Entwicklungen der Coronazahlen führen zu veränderten Vorschriften in Teilen Schleswig-Holsteins. Die Landesregierung hat in Abstimmung mit den Kreisen Pinneberg und Rendsburg-Eckernförde sowie der Stadt Neumünster am Freitag über das weitere Vorgehen entschieden. Die Regelungen ab Montag im Einzelnen:

PINNEBERG: Dort hat sich die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (zuletzt 81,6) unter dem Wert von 100 stabilisiert. Die "Notbremse" zeigte Wirkung. Nun können Kunden in dem Kreis nach Terminvereinbarung wieder in Läden einkaufen (Click & Meet). Kitas, Krippen und Horte gehen aus der Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen.

NEUMÜNSTER: Aufgrund steigender Inzidenz (zuletzt 103,5), eines diffusen Infektionsgeschehen und kaum noch möglicher Nachverfolgung von Kontakten greift die "Notbremse". Damit sind Geschäfte ab Montag geschlossen – ausgenommen der tägliche Bedarf. Wer Waren bestellt hat, darf sie abholen. (Click & Collect).

Nur noch eine Person pro Haushalt darf eine Verkaufsstelle oder einen Wochenmarkt betreten. Innenbereiche von Freizeit- und Kultureinrichtungen schließen. Außengastronomie darf nicht öffnen. Für Krippen, Kitas und Horte gilt ab Montag die Notbetreuung. Im Kreis Segeberg mit einer Inzidenz von zuletzt 98,5 gelten die genannten Regeln weiter. Dort wie in Neumünster dürfen sich die Angehörigen eines Haushalts im privaten und im öffentlichen Raum nur mit einer weiteren Person treffen.

RENDSBURG-ECKERNFÖRDE: Hier stieg die Inzidenz auf über 50 (zuletzt: 54,4). Nun dürfen auch hier Kunden nur nach Annmeldung Geschäfte betreten. Dabei ist die Kundenzahl begrenzt. Kindertagesstätten, Krippen und Horte bleiben im Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen.

KREIS HERZOGTUM LAUENBURG: Hier (Inzidenz zuletzt: 109,1) bleibt es vorerst bei den Regelungen im Einzelhandel (Click & Meet) und beim eingeschränkten Regelbetrieb in Kitas, Krippen und Horten. Nach Bewertung der Lage am Montag greifen eventuell weitere Maßnahmen.

Update, 9. April, 14.43 Uhr: Alle impfwilligen Hamburger sollen bis Mitte Juli versorgt sein

Nach einer Prognose des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland könnten alle impfwilligen Hamburger bis Mitte Juli gegen Corona geschützt sein.

Dabei wird davon ausgegangen, dass sich 80 Prozent der Erwachsenen in der Hansestadt impfen lassen wollen.

Mehr dazu lest ihr im Artikel "Bis zu diesem Tag könnten alle Hamburger geimpft sein".

Update, 9. April, 12.40 Uhr: 447 neue Corona-Fälle in Hamburg - Inzidenz sinkt auf 131

Hamburg - Die Zahl der in Hamburg nachgewiesenen Corona-Infektionen ist am Freitag um 447 gestiegen.

Das sind 59 Fälle weniger als am Donnerstag und 36 weniger als am Freitag vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank von 132,8 auf 131. Vor einer Woche hatte der Wert 160,1 betragen.

Es war bereits der neunte Tag mit rückläufiger Sieben-Tage-Inzidenz in Hamburg. Das Robert Koch-Institut (RKI) nannte am Freitag auf anderer Berechnungsgrundlage einen Inzidenzwert von 109,4. Allerdings verwies das Institut auch darauf, dass über die Osterfeiertage weniger Tests durchgeführt worden seien, was zu einer geringeren Zahl an nachgewiesenen Neuinfektionen geführt haben dürfte.

Die Zahl der in Hamburg an oder mit Corona gestorbenen Menschen gab das RKI mit 1406 an, 2 mehr als am Vortag. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich laut Gesundheitsbehörde nachgewiesenermaßen 64.779 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; 55.500 von ihnen gelten laut RKI inzwischen als genesen.

In den Hamburger Kliniken wurden laut Behörde mit Stand Donnerstag 290 Corona-Patienten behandelt, 14 weniger als am Vortag. Auf den Intensivstationen lagen 103 Erkrankte, einer mehr als am Vortag. Die Zahl der aus Hamburgkommenden Intensivpatienten verringerte sich um einen auf 85.

Update, 9. April, 12.23 Uhr: Bereits 5000 Corona-Tote in Niedersachsen

Hannover - Die Zahl der an oder mit Corona gestorbenen Menschen in Niedersachsen ist auf 5000 gestiegen. Das geht aus dem täglichen Lagebericht des Landesgesundheitsamts vom Freitag hervor.

Etwa 87 Prozent der Todesopfer waren demnach 70 Jahre oder älter. Die jüngsten Verstorbenen gab es in der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen (fünf Fälle). Ihren Höchststand hatten die täglichen Todeszahlen Anfang Januar erreicht, seither sind sie stark rückläufig.

Insgesamt wurden seit Ausbruch der Pandemie in Niedersachsen 207.905 Corona-Infektionen nachgewiesen. Fast 90 Prozent der Betroffenen gelten Schätzungen zufolge mittlerweile als genesen.

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz gab das Gesundheitsamt mit 89,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an. Das ist deutlich weniger als vor einer Woche (115,1). Allerdings waren die gemeldeten Fallzahlen an den Tagen nach Ostern geringer als vor den Feiertagen, was das Gesundheitsamt auf weniger Arztbesuche und Tests zurückgeführt hatte.

Den regional höchsten Corona-Wert verzeichnete weiter die Stadt Salzgitter (202,3), gefolgt von der Stadt Wolfsburg (188,1) und dem Landkreis Cloppenburg (174,0). Insgesamt lagen 14 Regionen über einem Inzidenzwert von 100.

Dort gelten schärfere Corona-Regeln als im Rest Niedersachsens - beispielsweise bei den privaten Kontakten.

Update, 9. April, 6.30 Uhr: Regierung berät über Impfstrategie

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern will wieder mehr Tempo in die Corona-Schutzimpfungen bringen.

Bei einem Impfgipfel, den Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kurzfristig für Freitag anberaumt hat, will die Landesregierung deshalb über mögliche Änderungen an der bisherigen Impfstrategie beraten. Dazu sind Vertreter der Kommunen und der Ärzteverbände im Land eingeladen.

Nach gutem Start bei den Schutzimpfungen zu Jahresbeginn ist Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich inzwischen auf einen der letzten Plätze abgerutscht.

Zu den Gründen für diese Differenz konnte das Gesundheitsministerium bislang keine plausiblen Gründe nennen. Auch mit der drastischen Reduzierung der Sicherheitsreserven für die erforderlichen Zweitimpfungen hatte das Land keinen Boden gut machen können.

Während im Nordosten bislang 12,5 Prozent der Bevölkerung wenigstens einmal geimpft wurden, beträgt der Anteil im Nachbarland Schleswig-Holstein 15,8, der Bundesdurchschnitt 13,8 Prozent.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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