Coronavirus: Immer mehr Corona-Hotspots in Deutschland

Deutschland - Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Spätestens seit März 2020 ist in Deutschland alles anders. Mund- und Nasenschutz sowie 1,5 Meter Abstand begleiten uns im Alltag. TAG24 berichtet im Ticker über Neuigkeiten rund um das Coronavirus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel trägt einen Nasen-Mund-Schutz.
Bundeskanzlerin Angela Merkel trägt einen Nasen-Mund-Schutz.  © Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

Die Corona-Pandemie sorgt in Deutschland und dem Rest der Welt für Ausnahmesituationen. Mitte Oktober 2020 wurden hierzulande bereits mehr als 335.000 Covid-19-Infektionen registriert und mehr als 9650 Menschen sind durch das Virus ums Leben gekommen. 

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Update, 11. Oktober, 22.44 Uhr: Söder: "Vorsichtigste Regeln" zum Maßstab für alle nehmen

Bayern Ministerpräsident Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch die "vorsichtigsten Regeln" zum Maßstab für alle zu machen. "Wir sollten jetzt nicht die Regeln, die am leichtesten sind, für alle anwenden, sondern die vorsichtigsten", sagte der CSU-Chef am Sonntagabend in den ARD-Tagesthemen. Deutschland erlebe einen sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen. "Deswegen brauchen wir auch für die kommenden Wochen noch deutlichere Regelungen, zum Beispiel mit mehr Masken." Diese seien der entscheidende Schlüssel, um Alltagsnormalität so lang und so gut wie möglich zu erhalten.

Am Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Ministerpräsidenten der Länder über weitere Maßnahmen in der Corona-Pandemie beraten.

Update, 11. Oktober, 22.12 Uhr: Laschet für einheitliche Bußgelder bei Corona-Verstößen

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, setzt sich nach einer Pressekonferenz zur aktuelle Entwicklungen an den Corona-Teststationen für Reiserückkehrer seine Gesichtsmaske auf.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, setzt sich nach einer Pressekonferenz zur aktuelle Entwicklungen an den Corona-Teststationen für Reiserückkehrer seine Gesichtsmaske auf.  © Peter Kneffel/dpa

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat Unterstützung für den Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder für bundesweit ähnliche Bußgelder bei Corona-Verstößen signalisiert. "Dass wir die Bußgelder ähnlich handhaben, dass wir auch das Bestrafen vom Verletzen der Quarantäneregeln ähnlich handhaben, ich glaube, das ist ein guter Gedanke. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir da zu gemeinsamen Beschlüssen kommen", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF-heute journal. Am Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten erneut über Maßnahmen in der Corona-Pandemie beraten. "Lokal weiter handeln mit den örtlichen Gesundheitsämtern, aber vergleichbare Regeln in ganz Deutschland haben - das ist das Ziel, dem wir uns auch am Mittwoch mit der Bundeskanzlerin widmen wollen", sagte Laschet.

Bayerns Ministerpräsident Söder hatte sich am Wochenende für bundesweit schärfere Strafen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht starkgemacht. In mehreren Interviews forderte der CSU-Chef bundesweit einheitliche Bußgelder von 250 Euro. In Bayern gilt dies bereits.

Update, 11. Oktober, 22.00 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern: Landesregierung erlaubt Privatbesuche aus Risikogebieten

Die Landesregierung hat nun doch die Einreise von Privatpersonen aus Risikogebieten zu Familienbesuchen ohne vorherigen negativen Coronatest und anschließende Quarantäne gestattet. Nach deutlichen Unverständnis-Erklärungen über die seit Freitag geltende neue Corona-Verordnung hat Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) mit sofortiger Wirkung die Bestimmung verändert. Danach dürfen Personen, die in Risikogebieten leben, zu privaten Besuchen bei ihrer Kernfamilie mit Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern einreisen, sich im Land aufhalten oder wieder zurückkehren.

"Ein solcher Familienbesuch ist auch zusammen mit dem Ehegatten, eingetragenen Lebenspartner oder Lebensgefährten möglich", heißt es in der am Sonntagabend veröffentlichten sogenannten Allgemeinverfügung. Es müssten aber die angemessenen Schutz- und Hygienekonzepte eingehalten werden.

Die Regelung gelte auch für Anlässe, bei denen die Anwesenheit der Personen aus rechtlichen Gründen oder zur Erfüllung einer moralischen Verpflichtung zwingend erforderlich ist. Eine Sprecherin interpretierte diesen Passus beispielsweise mit einer Trauerfeier. Einreisen dürften auch Personen, die beabsichtigen, im Nordosten eine Ehe zu schließen.

Gesundheitsminister Harry Glawe hat die Bestimmung zur Corona-Verordnung verändert.
Gesundheitsminister Harry Glawe hat die Bestimmung zur Corona-Verordnung verändert.  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. Oktober, 21.25 Uhr: Mittelstandsbeauftragter will Sonderhilfe für Veranstalter

Die Veranstaltungsbranche braucht aus Sicht des Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), in der Corona-Krise besondere Unterstützung. "Diese Branche ist wahrscheinlich so stark betroffen wie keine andere Branche und sie ist auch eine Branche, die wird bis zum Schluss betroffen sein", sagte Bareiß in einer Diskussionsrunde der Initiative Alarmstufe Rot am Sonntagabend in Berlin. "Deshalb braucht diese Branche auch eine gewisse Sonderhilfe." Diese müsse die Besonderheiten von Veranstaltungsunternehmen berücksichtigen, sagte Bareiß, der Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium ist.

Mit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr ist das Geschäft mit Konzerten, Kongressen, Messen und Volksfesten eingebrochen. In der Initiative Alarmstufe Rot haben sich Betroffene zusammengetan. An diesem Montag ist ein Gespräch mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) geplant.

Update, 11. Oktober, 20.55 Uhr: Twitter versieht Trumps Immunitätsbehauptung mit Warnhinweis

Twitter hat eine Botschaft von US-Präsident Donald Trump zu seiner angeblichen Immunität gegen das Coronavirus mit einer Warnung vor Falschinformationen versehen. Der Tweet habe gegen Regeln zur "Verbreitung irreführender und womöglich gesundheitsschädlicher Informationen" beim Thema Covid-19 verstoßen, hieß es am Sonntag. Der Tweet war deswegen erst nach einem Klick auf einen Warnhinweis zugänglich und konnte nicht ohne einen eigenen Kommentar der Nutzer weiterverbreitet werden.

Trump hatte zuvor bei Twitter geschrieben, die Ärzte des Weißen Hauses hätten ihm nach seiner Covid-19-Erkrankung nun attestiert, "komplett" gesund zu sein. In Bezug auf das Coronavirus schrieb er: "Das bedeutet, ich kann es nicht bekommen (immun) und kann es nicht weitergeben." Trump will bereits ab Montag wieder große Wahlkampfauftritte absolvieren. Er bewirbt sich bei der Wahl am 3. November um eine zweite Amtszeit. Trumps Leibarzt hatte am Samstag erklärt, der Präsident sei nicht mehr ansteckend.

Der 74-jährige Trump war nach eigenen Angaben am 1. Oktober positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trump erkrankte an Covid-19 und wurde daher ab dem 2. Oktober drei Tage lang in einem Krankenhaus behandelt.

Twitter hat eine Botschaft von US-Präsident Donald Trump zu seiner angeblichen Immunität gegen das Coronavirus mit einer Warnung vor Falschinformationen versehen.
Twitter hat eine Botschaft von US-Präsident Donald Trump zu seiner angeblichen Immunität gegen das Coronavirus mit einer Warnung vor Falschinformationen versehen.  © Alex Brandon/AP/dpa

Update, 11. Oktober, 20.25 Uhr: Rund 300 Asylbewerber in Kassel unter Corona-Quarantäne

Die Bewohner einer Erstaufnahmeeinrichtung in Kassel-Niederzwehren sind wegen mehrerer Infektionen mit dem Coronavirus vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden. Zunächst war in der vergangenen Woche ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Einrichtung positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Regierungspräsidium Gießen am Sonntag mitteilte. Später wurden zwei Frauen, ein Mann und ein Kind, die in der Unterkunft leben, ebenfalls positiv getestet. Die Betroffenen und ihrer Kontaktpersonen seien sofort isoliert worden. Am Freitag wurde die Einrichtung demnach auf Veranlassung des zuständigen Gesundheitsamtes unter Quarantäne gestellt.

Am kommenden Dienstag (13. Oktober) sollen nun alle 301 Bewohner der Einrichtung getestet werden, hieß es. Wegen der Quarantäne dürften die Asylbewerber das Gelände bis auf Weiteres nicht verlassen. Sie würden vor Ort medizinisch und sozial betreut.

Update, 11. Oktober, 20.15 Uhr: Slowakei verschärft Corona-Regeln - Maskenpflicht im Freien

Die Slowakei verschärft ihre Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Im Freien muss ab Donnerstag eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wie der Krisenstab in Bratislava bekanntgab. Man ziehe die Notbremse, sagte Regierungschef Igor Matovic nach Angaben der Agentur TASR am Sonntag. Restaurants dürfen ab Donnerstag nur noch Speisen zum Mitnehmen verkaufen, Fitnessstudios, Schwimmbäder und Saunen werden ganz geschlossen. Lebensmittelgeschäfte und Drogerien müssen einen Teil ihrer Öffnungszeiten für Senioren reservieren. Alle Großveranstaltungen werden untersagt. Die Wettkämpfe der Profi-Sportligen dürfen nur ohne Publikum ausgetragen werden. Diskutiert wird noch über ein Versammlungsverbot für mehr als sechs Personen.

Update, 11. Oktober, 20.00 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Müller kritisiert Beherbergungsverbote

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat angekündigt, dass die von vielen Bundesländern beschlossenen Beherbergungsverbote bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch noch einmal beraten werden. "Jetzt sehen wir bundesweit, wie die Zahlen mindestens insgesamt in allen Großstädten nach oben gehen. Beherbergungsverbote zum Beispiel zwischen Berlin und Brandenburg machen doch gar keinen Sinn", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". "Wir haben Hunderttausende Pendler jeden Tag. Die begegnen sich im Einzelhandel, im Nahverkehr, auf der Arbeit. Und dann darf ein Berliner aber zwei Tage nicht im Spreewald übernachten. Das macht alles keinen Sinn."

Die meisten Bundesländer hatten am Mittwoch beschlossen, dass Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen bei Reisen innerhalb von Deutschland nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. An dieser Regelung gibt es jedoch vermehrt Kritik.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will über die Beherbergungsverbote neu beraten.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will über die Beherbergungsverbote neu beraten.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. Oktober, 19.40 Uhr: Corona-Infektionen im Saarland weiter angestiegen

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten ist im Saarland am Sonntag im Vergleich zum Vortag um 36 Fälle angestiegen. Insgesamt ist das Virus nun bei 3770 Menschen im Land nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium in Saarbrücken mitteilte (Stand: 18.00 Uhr).

3235 Menschen gelten demnach als genesen. Die Zahl der bestätigten Todesfälle liegt weiter bei 177. Sieben Menschen werden stationär behandelt - zwei davon intensivmedizinisch.

Update, 11. Oktober, 19.22 Uhr: Anstieg der Corona-Neuinfektionen: Bundeswehr soll in Stuttgart helfen

Weil die Zahl der neuen Corona-Infektionen im Kreis Esslingen und auch in Stuttgart weiter gestiegen ist, verschärft die Politik die Einschränkungen und spricht von einer dramatischen Lage. In der Landeshauptstadt treten von diesem Mittwoch an um Mitternacht strengere Regeln in Kraft. "Wir müssen jetzt entschieden handeln, um die Zahl der Neuinfektionen sofort wieder runter zu bekommen", sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) am Sonntag.

Kuhn kündigte an, die ganze Stadtverwaltung zu mobilisieren, um das Gesundheitsamt zu unterstützen. Auch die Hilfe der Bundeswehr wurde erbeten, um Kontaktpersonen im Zuge der Corona-Pandemie besser verfolgen zu können. "Die Zahlen steigen auf besorgniserregende Weise an, und zwar so stark, dass das Gesundheitsamt die für die Kontrolle der Pandemie so wichtige Kontaktpersonennachverfolgung nicht mehr gewährleisten kann", sagte der Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts Stefan Ehehalt.

Um die Zahl der Neuinfektionen in den Griff zu bekommen, setzt die Stadt eine ganze Reihe neuer Maßnahmen durch. So sollen bei privaten Feiern nur noch zehn Teilnehmer erlaubt sein, in öffentlichen und angemieteten Räumen seien dann noch 25 erlaubt, teilte ein Sprecher der Stadt am Sonntag mit. Illegale Party sollen durch mehr Kontrollen verhindert werden. In der Innenstadt wird zudem eine Maskenpflicht gelten.

Update, 11. Oktober, 19.00 Uhr: Kanzleramtsminister Braun verteidigt Beherbergungsverbote

Kanzleramtsminister Helge Braun hat das von vielen Bundesländern beschlossene Beherbergungsverbot zur Eindämmung des Coronavirus verteidigt. "Mecklenburg-Vorpommern hat als Ganzes eine Inzidenz von etwas um die 5, und Berlin über 60. Wenn es zu solchen Unterschieden im Infektionsgeschehen kommt, ist glaube ich ganz klar, dass jeder sich schützen will, und dann ist so was am Ende unvermeidlich", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin.

Die meisten Bundesländer hatten am Mittwoch beschlossen, dass Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen bei Reisen innerhalb von Deutschland nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. An dieser Regelung gibt es jedoch vermehrt Kritik.

Kanzleramtsminister Helge Braun verteidigt das von vielen Bundesländern beschlossene Beherbergungsverbot zur Eindämmung des Coronavirus.
Kanzleramtsminister Helge Braun verteidigt das von vielen Bundesländern beschlossene Beherbergungsverbot zur Eindämmung des Coronavirus.  © Britta Pedersen/dpa-Pool/dpa

Update, 11. Oktober, 18.40 Uhr: Hohe Infektionszahlen: Im Landkreis Regen droht Distanzunterricht

Schüler im Landkreis Regen müssen ab Dienstag wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen möglicherweise wieder von zu Hause aus lernen. Könnten Schulen den geforderten Abstand von 1,5 Metern zwischen den Kindern nicht einhalten, müssten sie die Klassen teilen, heißt es in der Allgemeinverfügung, die das Landratsamt am Sonntag auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. Die Folge sei ein Wechsel aus Distanz- und Präsenzunterricht.

Bereits ab Montag gelten im ganzen Landkreis weitere Einschränkungen etwa bei privaten Treffen. Außerdem dürfen der Behörde zufolge Gaststätten zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr keine Speisen oder Getränke zum Verzehr vor Ort abgeben.

Update, 11. Oktober, 18.30 Uhr: Baden-Württemberg meldet fast 500 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg ist am Sonntag im Vergleich zum Vortag um 477 gestiegen. Insgesamt gebe es im Land nun 54.330 bestätigte Fälle, teilte das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg am Sonntag mit. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Verstorbenen liegt weiter bei 1901. Die Zahl der Genesenen gab das Landesgesundheitsamt mit 46.295 an.

Update, 11. Oktober, 18.13 Uhr: Über 3000 neue Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen 3483 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Sonntag lag die Zahl noch bei 2279. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich gestiegen. Am Freitagmorgen meldete das RKI 4516 Neuinfektionen, am Samstagmorgen sogar 4721. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Sonntag bei 1,40 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel 1,4 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Update, 11. Oktober, 17.16 Uhr: Berlin meldet mehr als 500 Corona-Neuinfektionen am Wochenende

Am Wochenende sind in Berlin insgesamt 520 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Laut dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Sonntag kamen innerhalb von 24 Stunden 247 Fälle hinzu, am Samstag waren es 273. Damit liegt der pro Tag gemeldete Wert zwar etwas niedriger als Ende vergangener Woche (jeweils mehr als 400 am Donnerstag und Freitag). Am Wochenende werden jedoch häufig niedrigere Zahlen als an Wochentagen registriert.

Pro 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen 61,3 Corona-Fälle erfasst. Berlin mit rund 3,8 Millionen Einwohnern liegt damit immer deutlicher über der kritischen Schwelle von 50. Bei einer Überschreitung dieses Wertes erklären mehrere andere Bundesländer Kreise oder Städte zum Risikogebiet. Seit Beginn der Pandemie wurden in Berlin 18.075 Fälle erfasst, davon gelten 14.407 als genesen.

Update, 11. Oktober, 17.02 Uhr: "Beschützender Glanz": Trump will "immun" gegen das Coronavirus sein

US-Präsident Donald Trump ist infolge seiner Covid-19-Erkrankung nach eigenen Angaben nun "immun" gegen das Coronavirus. Die Immunität sei für ihn wie ein "beschützender Glanz", sagte Trump am Sonntag in einem telefonischen Interview mit dem Sender Fox News. Er fühle sich "fantastisch", sagte Trump.

Der 74-Jährige war nach eigenen Angaben am 1. Oktober positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trump erkrankte an Covid-19 und wurde daher ab 2. Oktober drei Tage in einem Krankenhaus behandelt. Experten gehen davon aus, dass Menschen nach einer überstandenen Corona-Infektion immun sind. Für wie lange, ist aber bislang unklar.

Trumps Leibarzt zufolge ist der US-Präsident inzwischen nicht mehr ansteckend. Der jüngste Coronavirus-Test habe nach "gegenwärtig anerkannten Standards" gezeigt, dass Trump "kein Übertragungsrisiko für andere mehr darstellt", erklärte Mediziner Sean Conley am Samstagabend in einem vom Weißen Haus verbreiteten Schreiben.

Mehr Informationen zu Trumps überstandener Corona-Situation findet Ihr >>> hier +++

Update, 11. Oktober, 16.45 Uhr: Mainz überschreitet kritische Schwelle bei Corona-Infektionen

In Rheinland-Pfalz hat nun auch Mainz den kritischen Wert von 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Der Wert lag am Sonntag bei 57, wie das Sozialministerium in Rheinland-Pfalz mitteilte.

Weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens wurden zunächst nicht angekündigt. Es werde jedoch eine lokale Task Force geben, die zeitnah zusammentrete. Die Stadt hatte in den vergangenen Tagen bereits Maßnahmen wie ein nächtliches Alkoholverbot beschlossen.

Update, 11. Oktober, 16.05 Uhr: Tausende Corona-Verstöße in Israel

In Israel hat die Polizei am Wochenende Tausende Verstöße gegen die Corona-Abstandsregeln mit Bußgeld geahndet. Wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte, hatten sich mehrere tausend ultra-orthodoxe Juden am späten Samstagabend in Jerusalem zum Feiertag Simhat Torah versammelt. Dabei seien Abstandsregeln und die Maskenpflicht missachtet worden. Zudem wurden in einer Synagoge vier Patienten mit Corona-Symptomen entdeckt.

In der nördlichen Hafenstadt Haifa eröffneten die israelischen Streitkräfte am Sonntag zwei Corona-Stationen in einem zivilen Krankenhaus. Es ist das erste Mal, das israelische Soldaten Zivilisten medizinische Hilfe leisten. Damit könnte der Druck auf medizinische Einrichtungen im Norden Israels verringert werden, wo es viele arabische Dörfer mit hohen Infektionsraten gibt.

Update, 11. Oktober, 15.49 Uhr: Nordrhein-Westfalen vereinheitlicht Regeln für Corona-Hotspots

Nordrhein-Westfalen will die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots vereinheitlichen. Sobald ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt in NRW die Grenze von 50 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschreite, sollen sich dort nur noch bis zu fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Das kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag nach einer Sondersitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts in Düsseldorf an.

Außerdem sollen in diesem Fall Öffnungszeiten von Kneipen und Restaurants eingeschränkt werden. Für öffentliche Veranstaltungen sollen strengere Obergrenzen für die Teilnehmerzahl gelten. Für Feiern in privaten Räumen soll die Teilnehmerzahl dann auf 25 begrenzt werden.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots vereinheitlichen.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Corona-Hotspots vereinheitlichen.  © Roberto Pfeil/dpa

Update, 11. Oktober, 15.45 Uhr: Polizei schließt mehrere Lokale in Hannover wegen Verstoßes gegen Corona-Auflagen

Die Polizei hat am Wochenende in Hannover wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen mehrere Bars und Diskotheken vorläufig geschlossen. Bei Kontrollen hätten manche Lokale kein Hygienekonzept vorzeigen können, teilte die Polizei am Sonntag mit. Außerdem sei immer wieder der Mindestabstand nicht eingehalten und keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen worden.

In der Nacht zum Samstag seien sieben Betriebe vorläufig geschlossen worden, in der Nacht zum Sonntag ein weiterer, teilte die Polizei weiter mit. In einer Gaststätte stießen die Beamten auf eine Hochzeitsfeier mit 30 Gästen. Alle wurden auf die Corona-Verordnung hingewiesen.

Update, 11. Oktober, 15.18 Uhr: Immer mehr Corona-Hotspots - Bayerns Ministerpräsident Söder für einheitliches Bußgeld

In großen Städten steigen die Corona-Fallzahlen rasant an. Die Kommunen reagieren umgehend mit schärferen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Aus Bayern kommt der Ruf nach einheitlichen Bußgeldern. Auch die Maskenpflicht wird vielerorts verschärft.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder machte sich für bundesweit schärfere Strafen bei Verstößen dagegen stark. In mehreren Interviews forderte der CSU-Chef am Wochenende bundesweit einheitliche Bußgelder von 250 Euro. In Bayern gilt dieser Regelsatz bereits.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht sich für ein bundesweit einheitliches Bußgeld bei Corona-Verstößen stark.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht sich für ein bundesweit einheitliches Bußgeld bei Corona-Verstößen stark.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Update, 11. Oktober, 14.28 Uhr: Rasant steigende Infektionszahlen - Höchste Warnstufe in Offenbach

Angesichts weiter steigender Zahlen von Corona-Infektionen hat die Stadt Offenbach die höchste Warnstufe des Landes Hessen erreicht. Wie das Sozialministerium in Wiesbaden am Sonntag mitteilte, wurden dort innerhalb von sieben Tagen 80,4 nachgewiesene Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet (Stand: 0.00 Uhr). Die Stadt Offenbach gab den Inzidenz-Wert mit 80,6 an (Stand: 14.00 Uhr).

Die Differenz resultiert nach Angaben einer Ministeriumssprecherin aus einer unterschiedlichen Datengrundlage hinsichtlich der Einwohnerzahl. Das gestaffelte Eskalationskonzept der Landesregierung sieht vor, dass ab einer Inzidenz von 75 der Planungsstab Covid-19 des Sozialministeriums die Steuerung der medizinischen Lage übernimmt.

In Frankfurt lag die Inzidenz bei 63,6, im Landkreis Groß-Gerau bei 51,1 und im Landkreis Offenbach bei 41,9. Landesweit wurden im Vergleich zum Vortag 325 neue Fälle und ein weiterer Todesfall gemeldet. Damit starben seit dem Beginn der Pandemie in Hessen 560 Menschen an den Folgen des Virus.

Update, 11. Oktober, 14.14 Uhr: Baden-Württemberg gibt über 200 Millionen für Schutzausrüstung aus

Plastikhandschuhe, Overalls und Masken - für den Corona-Schutz von Ärzten, Pflegern und anderen Beschäftigen im Gesundheitssektor hat das Land bereits 201 Millionen Euro ausgegeben. Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 20 Millionen Euro stehen noch aus, wie aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine SPD-Anfrage hervorgeht.

Die Ausrüstung wurde vom Land beschafft, als die üblichen unmittelbaren Lieferwege zu Beginn der Pandemie zusammengebrochen waren. Die Kommunen übernahmen die Verteilung der Ausrüstung vor Ort. Ein Großteil ist zuletzt mit der abschließenden Lieferung Ende Juli 2020 kostenfrei verteilt worden. Ein kleinerer Teil ist in die Notfallreserve des Landes übergegangen.

Aktuell hat das Land für Landeseinrichtungen wie Polizei und Justiz 2,6 Millionen der besonders effizienten FFP2-Masken und 25,3 Millionen OP-Masken ausgeschrieben.

Update, 11. Oktober, 14.12 Uhr: Partys trotz Corona in Bayern - Polizei löst mehrere Feiern auf

In München, Schliersee und Neusäß löste die Polizei drei Feiern auf. In München hatte ein Anrufer der Polizei von einer illegalen Party auf dem Schlachthof-Gelände mit rund 150 Gästen berichtet. Als die Beamte am frühen Sonntagmorgen anrückten, entdeckten sie etwa 30 Leute, die in einem leerstehenden Gebäude feierten - ohne Abstand und Mundschutz. Die Feiernden seien angezeigt worden wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, heißt es im Polizeibericht. Auch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch werde geprüft.

In Schliersee beendete die Polizei in der Nacht zum Sonntag den Geburtstag eines 30-Jährigen. Der Mann habe mit rund 50 Gästen in einer Lagerhalle gefeiert, ohne das erforderliche Hygienekonzept. So habe es keine Gästeliste oder Desinfektionsspender gegeben, teilte die Polizei mit. Die Sitzgarnituren seien ohne den erforderlichen Abstand aufgestellt gewesen und die Gäste hätten auch nicht wie vorgeschrieben Mund-Nase-Bedeckungen getragen. Die Gäste seien sehr kooperativ gewesen. Für den Gastgeber hat die Party Folgen - er wird laut Polizei nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt.

Am Freitag wurde die Polizei im schwäbischen Neusäß zum wiederholten Mal in eine Bar gerufen. Nachbarn hätten sich über überlaute Musik und Gegröle von Gästen beschwert, teilte das Polizeipräsidium mit. Außerdem trugen laut Polizei im Schankraum nur wenige Leute einen Mund-Nasenschutz. Als sie aufgefordert wurden, eine Maske aufzusetzen, hätten sich einige geweigert. Mehrere Gäste und die Wirtin müssen nach Auskunft der Polizei mit einer Anzeige rechnen. Die Musikbox sei sichergestellt worden.

Update, 11. Oktober, 14.08 Uhr: "Querdenker" stören Corona-Testung an Stockacher Grundschule

Mehrere Anhänger der Initiative "Querdenken" haben eine Corona-Testung an einer Stockacher Grundschule gestört. Die fünf Demonstranten sprachen Schulkinder an und schüchterten sie durch ihr Auftreten ein, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. 

Als die Beamten sie aufforderten, Abstand von der mobilen Teststation zu halten, wechselten sie ohne Gegenrede die Straßenseite. Danach sei es am Samstag zu keinen weiteren Vorfällen gekommen.

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Update, 11. Oktober, 13.40 Uhr: Beherbergungsverbot: Berliner Familie von Polizei ermahnt

Ein anonymer Hinweisgeber hat der Polizei gemeldet, dass sich eine vierköpfige Familie aus Berlin über das Wochenende in einem Ferienhaus in Neuruppin eingemietet habe. Beamte seien am Freitagabend diesem Hinweis auf einen Verstoß gegen das Beherbergungsverbot nachgegangen, berichtete die Polizeidirektion Nord am Sonntag. Einen negativen Corona-Test habe die Familie nicht nachweisen können.

Das Ferienhaus stehe aber in einem ländlich gelegenen Ortsteil der Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ohne direkte Nachbarhäuser, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Außerdem hätten die beiden kleinen Kinder bereits geschlafen. Daher sei die Familie von den Beamten über die geltenden Abstands- und Hygieneregeln belehrt worden, habe aber in dem Ferienhaus bleiben dürfen. Die Polizei habe das zuständige Gesundheitsamt informiert, das nun über mögliche Konsequenzen entscheiden müsse.

Update, 11. Oktober, 13.25 Uhr: Ministerpräsidentin Dreyer mahnt zur Einhaltung der Corona-Regeln

Angesichts steigender Infektionszahlen auch in Rheinland-Pfalz mahnt Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zur Einhaltung der Hygieneregeln wegen der Corona-Pandemie. "Die Lage ist ernst. Ernster, als diejenigen glauben, die sich nicht an die Schutzmaßnahmen halten", sagte sie am Sonntag in Mainz.

Nur wenn man die Kontakte reduziere und die Regeln befolgen, könne man das Virus "aushungern". Auch wenn sie die Sehnsucht nach Normalität und Ausgelassenheit verstehe, so sei jetzt die Zeit für größte Konsequenz bei Regelbrüchen.

Am Samstag hatte sich die Zahl der Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz weiter erhöht. Nach Landesangaben waren 1572 Menschen infiziert, 178 mehr als am Tag zuvor. Besonders viele Infektionen gab es außer in Mainz auch in Neuwied. Die Gesundheitsämter führten den starken Anstieg auf große Familienfeiern zurück, wie Hochzeiten oder Partys, sagte Dreyer. Im Landkreis Kaiserslautern hingegen beruhe der Anstieg auf einer Nachmeldung von zahlreichen Infektionsfällen aus der US-Militärgemeinde.

Malu Dreyer (SPD) ist die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz.
Malu Dreyer (SPD) ist die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz.  © Arne Dedert/dpa

Update, 11. Oktober, 13.19 Uhr: Bußen nach Corona-Verstößen in Israel - Festnahmen nach Demo

In Israel hat die Polizei am Wochenende Tausende Verstöße gegen die Corona-Abstandsregeln mit Bußgeld geahndet. Wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte, hatten sich mehrere tausend ultra-orthodoxe Juden am späten Samstagabend in Jerusalem zum Feiertag Simhat Torah versammelt. Dabei seien Abstandsregeln und die Maskenpflicht missachtet worden. Zudem wurden in einer Synagoge vier Patienten mit Corona-Symptomen entdeckt. Zwei weitere Erkrankte wurden an Straßensperren gestoppt.

Israel ist von der Corona-Pandemie schwer betroffen. Unter den gut neun Millionen Einwohnern gab es bereits mehr als 290.000 Infektionen. 1941 Menschen sind nach Angaben der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität bis Sonntag an oder mit Covid-19 gestorben.

Bei einer Demonstration gegen die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Tel Aviv wurden am Samstagabend vier Menschen festgenommen. Ihnen werden Angriffe auf Polizeibeamte und Sachbeschädigung zur Last gelegt. Zu den Protesten aufgerufen hatte unter anderem die Bewegung "Schwarze Flaggen".

Gegen Netanjahu wird schon seit vielen Wochen immer wieder samstags demonstriert. Gegen den 70-Jährigen läuft derzeit ein Prozess wegen Korruption. Er streitet alle Vorwürfe ab. An den Protesten nehmen inzwischen auch Kritiker des Corona-Krisenmanagements der Regierung teil.

In Israel wird zurzeit viel demonstriert, vor allem gegen den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, aber auch gegen das Corona-Krisenmanagement der Regierung.
In Israel wird zurzeit viel demonstriert, vor allem gegen den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, aber auch gegen das Corona-Krisenmanagement der Regierung.  © Sebastian Scheiner/AP/dpa

Update, 11. Oktober, 13.13 Uhr: Keine größeren Polizei-Einsätze wegen Corona-Verstößen in Köln

In der ersten Nacht mit verschärften Corona-Einschränkungen für Feiernde in Köln hat die Polizei nicht wegen größerer Verstöße ausrücken müssen. Anders als an vergangenen Wochenenden habe das Ordnungsamt keine Amtshilfe bei Platzräumungen angefordert, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. 

Nach Angaben eines dpa-Fotografen war auf den Partymeilen in der Kölner Innenstadt am Samstag spürbar weniger Betrieb als an den vergangenen, allerdings auch wärmeren Wochenendnächten.

Am Samstag hatte die Stadt Köln mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet und gilt damit neben nun neun weiteren Städten und Kreisen in NRW als Risikogebiet.

Update, 11. Oktober, 13.10 Uhr: Stuttgart mobilisiert Verwaltung und erbittet Hilfe der Bundeswehr

Die Stadt Stuttgart mobilisiert zur Verfolgung von Kontaktpersonen im Zuge der Corona-Pandemie die ganze Stadtverwaltung. Zudem erbittet sie die Hilfe der Bundeswehr, wie Stefan Ehehalt, Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, am Sonntag mitteilte.

"Die Zahlen steigen auf besorgniserregende Weise an, und zwar so stark, dass das Gesundheitsamt die für die Kontrolle der Pandemie so wichtige Kontaktpersonennachverfolgung nicht mehr gewährleisten kann", so Ehehalt. Zuvor war in der Landeshauptstadt die Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten worden ist, der Wert war am Samstagabend auf 50,5 gestiegen.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sagte nach einer Telefonkonferenz zur Lagebesprechung: "Wir müssen jetzt entschieden handeln, um die Zahl der Neuinfektionen sofort wieder runter zu bekommen. Nur so können wir Schulen, Kitas, Wirtschaft und Handel offen halten. Nur so kann es gelingen, dass wieder alle Fälle durch das Gesundheitsamt nachvollzogen werden können."

Im Stuttgarter Rathaus gibt es neuerdings besonders viel zu tun, nachdem in der Landeshauptstadt die Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wurde.
Im Stuttgarter Rathaus gibt es neuerdings besonders viel zu tun, nachdem in der Landeshauptstadt die Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wurde.  © Tom Weller/dpa

Update, 11. Oktober, 13.08 Uhr: Corona-Ansteckungen in Brandenburg steigen stark - Hotspots Cottbus und Oder-Spree

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus ist in Brandenburg am Wochenende stark gestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Sonntag (Stand: 11.00 Uhr) 36 neue Covid-19-Ansteckungen innerhalb eines Tages, nach 97 neuen Fällen am Vortag. 

Die meisten Neuinfektionen meldete am Sonntag die Stadt Cottbus mit neun Fällen. Dort überstieg die Zahl der Ansteckungen mit 37,1 pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen die kritische Marke von 35, ab der verschärfte Corona-Regeln gelten.

Am Sonntag hatte bereits der Landkreis Oder-Spree die neuen Restriktionen mit einer Ausweitung der Maskenpflicht auf Bürogebäude und in Gaststätten sowie einer Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern in Kraft gesetzt. In dem Landkreis lag die so genannte 7-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 38,0 und am Samstag bei 39,1.

Update, 11. Oktober, 12.54 Uhr: 52 Corona-Neuinfektionen in Hamburg - Sieben-Tage-Wert weiter über 35

Nach Tests auf das Coronavirus haben sich in Hamburg 52 neue Fälle ergeben. Wie die Gesundheitsbehörde am Sonntag mitteilte, lag der Sieben-Tage-Wert je 100.000 Einwohner bei 38,1. 

Damit ist die sogenante Inzidenz zwar den zweiten Tag in Folge gefallen, liegt aber weiterhin über dem als kritisch geltenden Wert von 35. Am Samstag waren 98 neue Fälle gemeldet worden, der Sieben-Tage-Wert pro 100.000 Einwohner hatte 38,8 betragen.

Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Hamburg 8963 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2. Rund 7100 gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts als geheilt. Das sind 100 mehr als am Vortag.

Bislang starben nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf 241 Menschen an Covid-19. Die Zahl blieb auch am Sonntag unverändert. Das RKI zählte für Hamburg unverändert 277 Tote.

Update, 11. Oktober, 12.42 Uhr: Söder dringt auf Steuerreform und Kaufanreize für Verbrenner

CSU-Chef Markus Söder hat seine Forderung nach Steuersenkungen bekräftigt - und will dabei aufs Tempo drücken: "Wir brauchen die Impulse einer Steuerreform unbedingt noch vor der Bundestagswahl", sagte der bayerische Ministerpräsident dem "Handelsblatt".

"Wir brauchen eine Corona-Steuerreform als Frischzellenkur für die Wirtschaft." Insbesondere erneuerte er die Forderung nach einer Senkung der Unternehmenssteuersätze auf ein Niveau von 25 Prozent und nach niedrigeren Energiesteuern. Eine Verlängerung der befristeten Mehrwertsteuersenkung forciert er nicht: "Wir haben einen Zeitplan beschlossen, und der gilt", sagte er.

Zudem erneuerte Söder seine Forderung nach Kaufanreizen, wie etwa einem Umtauschgutschein, auch für moderne Diesel und Benziner. "Wir müssen die Automobilbranche auf ihrem Weg in neue Technologien unterstützen. Dies könnte in Form von Transformations-Gutscheinen passieren: Wer jetzt einen modernen Verbrenner kauft und damit CO2 reduziert, bekommt einen Gutschein für die Anschaffung eines neuen Elektrofahrzeuges in drei bis fünf Jahren", erläuterte Söder.

Markus Söder will auch während der Corona-Pandemie die Wirtschaft nicht vergessen.
Markus Söder will auch während der Corona-Pandemie die Wirtschaft nicht vergessen.  © Sven Hoppe/dpa Pool/dpa

Update, 11. Oktober, 12.36 Uhr: Irans Atomchef mit Coronavirus infiziert

Der iranische Atomchef Ali-Akbar Salehi hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim bestätigte die iranische Atomorganisation (AEOI) am Sonntag, dass ein Corona-Test bei Salehi in der vergangenen Woche positiv ausgefallen war.

Der Atomchef und Vizepräsident sei seitdem in häuslicher Quarantäne, aber es gehe ihm gut, hieß es in der AEOI-Erklärung. Salehi ist bereits der zweite Stellvertreter von Präsident Hassan Ruhani, der sich mit dem Virus infiziert hat. Am Samstagabend hatte auch Mohammed Bagher Nobacht seinen positiven Corona-Test bekanntgegeben.  

Update, 11. Oktober, 12.28 Uhr: Corona-Pandemie: Haseloff gegen "Alarmismus"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat in der Diskussion um Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor "Alarmismus" gewarnt. 

"Wir sollten jetzt nicht Sanktionen in den Vordergrund stellen, sondern die eigentlichen Ursachen der Hotspots bekämpfen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hatte eine Erhöhung des Bußgeldes bei Verstößen gegen die Maskenpflicht auf bundesweit einheitlich 250 Euro gefordert. Sachsen-Anhalt entscheide rational und lageabhängig und lasse sich nicht von Alarmismus leiten, sagte Haseloff. Das Bundesland habe die zweitniedrigsten Infektionszahlen in Deutschland.

Reiner Haseloff (CDU) ist der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.
Reiner Haseloff (CDU) ist der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.  © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. Oktober, 12.21 Uhr: Frau nimmt Maske ab und niest Mann ins Gesicht - Angst vor Corona

An der Ladenkasse hat eine Kundin in Baden-Württemberg ihre Maske abgenommen und einem Mann aus nächster Nähe ins Gesicht geniest. Auslöser für die Tat in Oberteuringen nördlich von Friedrichshafen soll der fehlende Abstand des etwa 60-jährigen Mannes gewesen sein, der nur wenige Zentimeter hinter der Frau in der Kassenschlange stand, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag sagte. 

Nach dem Vorfall am Samstag habe die laut Polizei etwa 30 Jahre alte Frau ihre Maske wieder aufgesetzt. Eine Zeugin hatte die Polizei auf den Vorfall aufmerksam gemacht. Anhand von Bildern einer Videokamera sucht die Polizei nun nach den beiden Beteiligten. Sollte sich herausstellen, dass die Frau etwa mit dem Coronavirus infiziert war, müsse sie mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen, so der Sprecher der Polizei.

Update, 11. Oktober, 12.06 Uhr: Sechs Gebiete in Niedersachsen überschreiten kritischen Corona-Wert

Die Zahl der Regionen in Niedersachsen, die den kritischen Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschreiten, ist am Sonntag auf sechs gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lagen rechnerisch die Kreise Grafschaft Bentheim (70,0), Emsland (52,6), Cloppenburg (103,7), Vechta (50,4), Wesermarsch (51,9) und die kreisfreie Stadt Delmenhorst (90,3) darüber. 

Einen Tag zuvor waren es fünf Gebiete gewesen, die die sogenannte 7-Tages-Inzidenz überschritten hatten. Am Sonntag wurde in Vechta der Wert wieder gerissen, nachdem er einen Tag zuvor leicht darunter gesunken war.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in ganz Niedersachsen stieg im Vergleich zum Vortag um 265 auf insgesamt 22.921 (Stand: 9.00 Uhr) Fälle. Der 7-Tages-Inzidenzwert lag den Angaben zufolge landesweit bei 20,4.

Die Stadt Bremen hatte am Samstag deutlich über dem Schwellenwert von 50 gelegen bei 78,2. Die Zahl der bestätigten Falle stieg in der Hansestadt um 108 auf 2765. Der Senat hatte am Freitag als Gegenmaßnahme unter anderem eine Sperrstunde und ein Alkoholverkaufsverbot zwischen 23 und 6 Uhr angeordnet.

Update, 11. Oktober, 12.03 Uhr: Erneut Verstöße gegen Sperrstunde und Corona-Verordnung in Berlin

In der zweiten Nacht mit der neuen Sperrstunde in Berlin musste die Polizei erneut Lokale schließen und größere Gruppen auflösen. "Wir kontrollieren die Corona-Verstöße derzeit im Rahmen unseres normalen Dienstes. Schwerpunkteinsätze gibt es an diesem ersten Wochenende noch nicht", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Genaue Zahlen zu den Verstößen und den eingesetzten Beamten lagen demnach zunächst nicht vor.

Mehrere größere Menschenansammlungen wurden aufgelöst, teilte die Polizei per Twitter mit. So seien 50 Menschen bei einem Spätverkauf am Kottbusser Tor entdeckt worden und 20 vor einer Bar in Friedrichshain. Im Freien dürfen sich nach der neuen Infektionsschutzverordnung von 23 Uhr bis 6 Uhr nur noch fünf Personen versammeln.

Ebenfalls in Friedrichshain wurde die Polizei aus einer großen Gruppe heraus mit Eiern beworfen. "Die Kollegen wurden aber nicht getroffen", sagte die Sprecherin. Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagte am Samstag in der RBB-Abendschau, es brauche erfahrungsgemäß etwas Zeit, bis die Regelung ankomme. "Ich glaube, dass sich das in den nächsten Tagen rumspricht." Es werde sicherlich Schwerpunkteinsätze geben.

In Berlin herrscht seit diesem Wochenende eine Sperrstunde.
In Berlin herrscht seit diesem Wochenende eine Sperrstunde.  © Paul Zinken/dpa

Update, 11. Oktober, 11.56 Uhr: Offenbach erreicht höchste Corona-Warnstufe

Angesichts weiter steigender Corona-Infektionen hat die Stadt Offenbach die höchste landesweite Warnstufe erreicht. Wie eine Sprecherin des Sozialministeriums am Sonntag in Wiesbaden sagte, wurden innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner mehr als 80 nachgewiesene Corona-Infektionen gemeldet.

Die genauen Zahl lag zunächst nicht vor. Das gestaffelte Eskalationskonzept der Landesregierung sieht vor, dass ab einem Inzidenz-Wert von 75 der Planungsstab Covid-19 des Sozialministeriums die Steuerung der medizinischen Lage übernimmt. Die Stadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Update, 11. Oktober, 11.48 Uhr: Vor EM-Quali-Spiel: Alle weiteren Corona-Tests bei der U21 negativ

Vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel in Fürth gegen Bosnien-Herzegowina sind bei der deutschen U21-Nationalmannschaft keine weiteren Teammitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle Tests vom Samstag seien negativ ausgefallen, teilte der Deutsche Fußball-Bund am Sonntag mit.

Am Donnerstag hatte der DFB einen einzelnen positiven Test auf das Virus bei einem Spieler der Nachwuchs-Auswahl von Nationalcoach Stefan Kuntz gemeldet. Der Spieler sowie seine direkten Kontaktpersonen wurden vom Rest des Teams isoliert, die U21 reiste mit einem Kader von nur 17 Profis zum EM-Qualifikationsspiel nach Moldau, das sie am Freitag 5:0 (3:0) gewann. 

Die DFB-Elf kämpft noch um ihr Ticket für die EM im kommenden Jahr und braucht dafür am Dienstag (18.15 Uhr/ProSieben Maxx) einen Sieg gegen den direkten Konkurrenten Bosnien-Herzegowina.

Bei der deutschen U21-Nationalmannschaft gibt es keine neuen Corona-Fälle.
Bei der deutschen U21-Nationalmannschaft gibt es keine neuen Corona-Fälle.  © STR/dpa

Update, 11. Oktober, 11.31 Uhr: Wegen Corona-Test: Tschechien in Nations League ohne Kapitän Dockal

Beim Nations-League-Spiel gegen Israel am Sonntagabend muss Tschechien auf Kapitän Borek Dockal verzichten. Das teilte der tschechische Fußballverband am Sonntag mit. 

Der Mittelfeldspieler gehöre zu jenen Mannschaftsmitgliedern, deren Corona-Test vor der Anreise entweder positiv oder ohne eindeutiges Ergebnis ausgefallen sei. Fehlen werden unter anderem auch Sparta-Stürmer Adam Hlozek und Antonin Barak, der bei Hellas Verona unter Vertrag steht.

Bis zum Anpfiff sollten sich dennoch 18 gesunde Spieler und Ersatzspieler in Haifa einfinden. "Ich hoffe, dass es, so blöd wie es angefangen hat, am Ende gut ausgeht", sagte Tschechiens Nationaltrainer Jaroslav Silhavy. Der Gegner sei freilich "taktisch sehr ausgereift". In Israel gelten strenge Corona-Regeln und seit drei Wochen ein zweiter landesweiter Lockdown.

Update, 11. Oktober, 11.23 Uhr: Experte sieht Großbritannien am "Scheideweg" von Corona-Pandemie

Großbritannien steht nach Ansicht von Wissenschaftlern an einem "Scheideweg" in der Corona-Krise. Dem Land stünden schwere Zeiten bevor, erklärte der Epidemiologe Jonathan Van-Tam am Sonntag. "Leider wird in den kommenden Wochen, genau wie die Nacht auf den Tag folgt, die Zahl der Todesfälle zunehmen."

Er forderte die Briten auf, ihre sozialen Kontakte einzuschränken. Van-Tam gehört zu den Beratern der Regierung von Premierminister Boris Johnson. Großbritannien mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnern ist von der Pandemie besonders betroffen. Der Statistikbehörde zufolge gibt es etwa 58.000 Todesfälle, bei denen Covid-19 auf dem Totenschein erwähnt wurde.

Van-Tam schätzt das mögliche Ausmaß der zweiten Welle dramatischer ein als das Ausmaß der ersten, da nun der Winter bevorsteht. "Die Jahreszeiten sind gegen uns", sagte der Experte. Am Samstag hatten die Behörden mehr als 15.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet - etwa 1300 mehr als am Vortag. Es wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet, da es nicht genug Tests im Land gibt.

Das Risiko neuer Corona-Infektionen steigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wenn es kühler wird und sich mehr Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten. Britische Experten fürchten außerdem, dass der chronisch unterfinanzierte und marode Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) durch zusätzliche Grippefälle im Winter kollabieren könnte. Experten riefen daher zu Impfungen auf, doch zeichnet sich auch hier ein Mangel ab.

Epidemiologe Jonathan Van-Tam gehört zu den Beratern des britischen Premierministers Boris Johnson.
Epidemiologe Jonathan Van-Tam gehört zu den Beratern des britischen Premierministers Boris Johnson.  © Pippa Fowles/No10 Downing Street/dpa

Update, 11. Oktober, 11.09 Uhr: Kreis St. Wendel überschreitet kritische Marke bei Covid-Infektionen

Der saarländische Landkreis St. Wendel hat bei den Neuinfektionen mit Covid-19 die kritische Schwelle von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Nachdem am Samstag zehn neue Fälle bestätigt worden seien, liege die so genannte Inzidenz bei 50,46, erklärte der Kreis auf seiner Internetseite. "Das bedeutet, dass der Landkreis nun als Risikogebiet eingestuft wird." Dies gelte so lange, bis der Wert von 50 fünf Tage lang mit fallender Tendenz unterschritten werde. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk über das Thema berichtet.

"Die Einstufung als Risikogebiet hat für Personen, die aus beruflichen, medizinischen oder familiären Gründen in den Landkreis St. Wendel kommen, keine Auswirkungen", erklärte die Kreisverwaltung. Einwohner des Landkreises, die in den kommenden Tagen in Urlaub fahren, können sich bis zum 15. Oktober am Saarbrücker Testzentrum kostenlos testen lassen. Für Menschen, die im Landkreis St. Wendel Urlaub machen, gelten den Angaben nach keine besonderen Regelungen.

Allerdings gelten ab Sonntag neue Vorgaben für private Veranstaltungen: Bei geschlossenen öffentlichen Räumen ist die maximale Personenzahl auf 25 beschränkt, in geschlossenen privaten Räumen auf zehn. Öffentliche Veranstaltungen, etwa Sportveranstaltungen, sind davon weiter nicht betroffen, hieß es. Die neuen Regeln gelten vorerst bis zum 17. Oktober.

Update, 11. Oktober, 11.04 Uhr: Linksfraktion kritisiert Beherbergungsverbot für Berliner

Die Linksfraktion im Brandenburger Landtag hat das von der Landesregierung erlassene Beherbergungsverbot für Berliner als "puren Aktionismus" kritisiert. "Etwa 300.000 Brandenburger pendeln täglich nach Berlin, rund 90.000 Berliner pendeln täglich nach Brandenburg", sagte der tourismuspolitische Sprecher der Fraktion, Andreas Büttner, am Sonntag. 

Gerade zu Beginn der Herbstferien ein Beherbergungsverbot auszusprechen, sei politisch das falsche Signal und werde kein Verständnis bei den Menschen wecken, meinte er. Zudem sei es ein "vollständig sinnloser Schlag gegen die Tourismuslandschaft in Brandenburg", kritisierte Büttner. Wichtig sei es, die Menschen für die Hygieneregeln zu sensibilisieren. "Es ist nicht entscheidend, ob oder wohin man reist, sondern wie man reist", betonte der Linkspolitiker.

Bereits seit Freitag gilt in Brandenburg ein Beherbergungsverbot für Touristen aus Berlin und anderen Corona-Hotspots in Deutschland, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen über 50 gestiegen war. Nicht betroffen sind Berufspendler, Tagesausflügler und Besucher. Auch wer einen negativen ärztlich attestierten Corona-Test hat, der höchstens 48 Stunden vor Anreise gemacht wurde, oder zwingend notwendig verreist, etwa beruflich, darf übernachten - aber nur ohne Covid-19-Symptome.

Update, 11. Oktober, 10.56 Uhr: Über sieben Millionen Corona-Infektionen in Indien

Indien hat mehr als sieben Millionen Corona-Infektionen registriert. Allein innerhalb von 24 Stunden seien rund 74.000 nachgewiesene Neuinfektionen hinzugekommen, berichtete das indische Gesundheitsministerium am Sonntag. Das Land mit über 1,3 Milliarden Einwohnern hat damit nach den USA die zweitmeisten bekannten Infektionen.

Die offiziellen Neuinfektionen nehmen in absoluten Zahlen seit längerem schneller zu als in jedem anderen Land der Welt. Gleichzeitig macht sich unter der Bevölkerung eine Maskenmüdigkeit breit. Auch Abstandsregeln werden weniger befolgt. Der Chef der Ärztevereinigung des Bundesstaates Maharashtra sagte: "Die Leute glauben, dass sie sicher sind, weil sie bis jetzt noch nicht infiziert worden sind."

Indien verzeichnet laut Johns-Hopkins-Universität die drittgrößte Zahl von Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind - nach Daten des indischen Gesundheitsministeriums rund 108.000. Auf die Bevölkerung gerechnet sind dies zwar weniger Corona-Tote als in anderen Ländern. Allerdings ist die Testrate in Indien noch deutlich niedriger als in vielen anderen Staaten.

Zuletzt stiegen die täglichen offiziellen Fallzahlen zwar etwas weniger stark als mehrfach im September mit mehr als 90.000 Fällen pro Tag. Allerdings warnen etliche Ärzte davor, dies als Indiz zu nehmen, dass Indien das Schlimmste überstanden habe - besonders, da in den kommenden Wochen mögliche Superspreader-Anlässe stattfinden. So stehen Wahlen im Bundesstaat Bihar mit mehr als 70 Millionen Wahlberechtigten an und zudem mehrere mehrtägige und wichtige hinduistische Feste, bei denen sich oft größere Menschenansammlungen bilden. Gleichzeitig berichteten örtliche Medien in einigen Teilen des Landes von einem Mangel an medizinischem Sauerstoff in Krankenhäusern.

Doch trotz der steigenden Corona-Zahlen lockert die Regierung zunehmend Maßnahmen. Sie betont, es gebe eine niedrige Todesrate und eine relativ hohe Genesungsrate. Dies könnte nach Expertenangaben unter anderem an der relativ jungen Bevölkerung liegen. Außerdem werden in Indien ohnehin generell viele Tote nie erfasst. Doch die Regierung will die Wirtschaft wieder beleben, die wegen eines ehemals strikten Lockdowns stark gelitten hatte.

Indien ist nun das Land mit den zweitmeisten Infizierten und drittmeisten Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.
Indien ist nun das Land mit den zweitmeisten Infizierten und drittmeisten Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.  © Bikas Das/AP/dpa

Update, 11. Oktober, 10.50 Uhr: Weiter hohe Infektionszahlen in Bayerns Corona-Brennpunkten

Die Infektionswerte in den Corona-Brennpunkten in Bayern sind weiter gestiegen. Die Städte Memmingen und Rosenheim sowie die Landkreise Fürstenfeldbruck und Regen lagen laut Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin auch am Sonntag (Stand: 00.00 Uhr) über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. 

In Rosenheim meldete das Institut 70,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Im Landkreis Fürstenfeldbruck lag dieser Wert bei 64,3, in der kreisfreien Stadt Memmingen bei 56,7, im Landkreis Regen bei 60,7. München lag mit 48,6 nur noch knapp unterhalb dem Grenzwert von 50.

Update, 11. Oktober, 10.42 Uhr: Junge Union verschiebt Deutschlandtag mit Neuwahlen auf 29. November

Die Junge Union (JU) will Ende November bei einem digitalen "Deutschlandtag" ihren kompletten Bundesvorstand neu wählen. Die JU werde am 29. November die erste politische Organisation sein, die rein digital Vorstandswahlen durchführe, teilte der Unions-Nachwuchs am Samstag nach einer Videokonferenz des Bundesvorstands mit. 

Vorstand und Kandidaten sollen dazu in München zusammenkommen, wenn es die Pandemie zulasse. Der für den 17. Oktober in Präsenz geplante Deutschlandtag konnte wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. JU-Chef Tilman Kuban tritt erneut zur Wahl an.

Update, 11. Oktober, 10.40 Uhr: CDU weist Ramelows Umverteilungsforderung zurück

Die Thüringer CDU hat mit strikter Ablehnung auf die Forderung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) reagiert, wieder stärker über das Thema Umverteilung zu sprechen. "Ministerpräsident Ramelow sollte Corona nicht dafür nutzen, den Bürger mit neuen Geldforderungen und Belastungen zu konfrontieren", erklärte der Thüringer CDU-Generalsekretär Christian Herrgott. 

Ramelow hatte am Samstag bei einem Landesparteitag der sächsischen Linken in einer Rede betont, das Thema Umverteilung müsse wieder auf die Tagesordnung. Zudem forderte er unter anderem mit Blick auf die Corona-Krise mehr Gerechtigkeit.

In Thüringen ist die Linke im Parlament die stärkste Kraft, die CDU liegt auf Platz drei. Ramelow regiert derzeit in einem Minderheitsbündnis aus Linke, SPD und Grünen. Die drei Partner haben im Thüringer Landtag keine Mehrheit und sind deshalb auf vier Stimmen von der CDU angewiesen, die sich als "konstruktive Opposition" versteht.

Ein Stabilitätsmechanismus zwischen Rot-Rot-Grün und der CDU stellt sicher, dass bei wichtigen Themen Mehrheiten zustande kommen. Allerdings ist die Vereinbarung an Bedingungen geknüpft und soll nur so lange Bestand haben, bis ein neuer Haushalt für das Jahr 2021 verabschiedet ist.

Bodo Ramelow (Die Linke) ist der Ministerpräsident von Thüringen.
Bodo Ramelow (Die Linke) ist der Ministerpräsident von Thüringen.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. Oktober, 10.37 Uhr: Corona stört Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Brandenburg

Angesichts der Corona-Beschränkungen ist offen, wie die derzeit laufenden Tarifverhandlungen für rund 2,5 Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zu Ende gebracht werden. Im Internet informierten das Bundesinnenministerium und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am Wochenende nach wie vor über den Plan einer Fortsetzung der Tarifverhandlungen am 22. und 23. Oktober in Potsdam. 

In den vergangenen Jahren waren bei den dritten Verhandlungsrunden, wie nun wieder eine ansteht, allerdings jeweils über Tage mehrere Hundert Personen von Gewerkschaften und Arbeitgebern beteiligt - mit großen Zusammenkünften und mehreren Übernachtungen in einem Hotel in Potsdam.

Derzeit können Berliner und andere Gäste aus Corona-Hotspots nicht in Brandenburg übernachten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur laufen bei den Organisatoren Überlegungen, die Anwesenheit in Potsdam für den Infektionsschutz deutlich zu reduzieren, eventuell auf Übernachtungen zu verzichten und Beteiligte teils online zuzuschalten. Das Bundesinnenministerium äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Update, 11. Oktober, 10.29 Uhr: Söder will bundesweites Bußgeld von 250 Euro für Maskenverweigerer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht sich für bundesweit schärfere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln stark. In mehreren Interviews forderte der CSU-Chef für Verstöße gegen die Maskenpflicht bundeseinheitliche Bußgelder von 250 Euro. In Bayern gilt dieser Regelsatz bereits.

"Es wird langsam gefährlich", sagte Söder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Maske sei das wirksamste Mittel. Der "Bild am Sonntag" sagte Söder: "Wir haben fünf vor zwölf. Man darf sich die Lage nicht länger schönreden." Nötig seien rasche Maßnahmen für alle: "Frühere Sperrstunden und keine größeren Partys und Feiern für eine gewisse Zeit."

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte der bayerische Regierungschef: "Das ständige Kleinreden der Herausforderung hat leider Wirkung. Die Geduld und die Mitmachbereitschaft der Bevölkerung sind dadurch gesunken." Corona sei genauso gefährlich wie im Frühjahr. "Und wenn wir jetzt nicht rasch umsteuern, kann dieselbe Entwicklung wie in Frankreich oder Spanien mit explodierenden Zahlen und nicht mehr beherrschbaren Fällen eintreten", warnte der CSU-Chef.

Markus Söder (CSU) ist der Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (CSU) ist der Ministerpräsident von Bayern.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 11. Oktober, 10.16 Uhr: Corona-Zahlen zu hoch: DFB-Team am Dienstag wohl vor maximal 300 Zuschauern

Eine Erlaubnis für mehr als 300 Zuschauer beim Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) in Köln ist zumindest rechnerisch ausgeschlossen. Nachdem die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen in Köln am Sonntag weiter auf 59,7 stieg, könnte sie am Montag selbst bei keinem weiteren Fall nicht mehr unter die erforderliche Kennzahl von 35 sinken.

Die Stadt hatte am Samstag darauf verwiesen, dass die endgültige Entscheidung erst am Montag getroffen werde. Damit statt 300 doch 9200 Besucher zugelassen werden, müsste die 7-Tage-Inzidenz aber unter jene 35 sinken. Bei zwei Bundesliga-Spielen des 1. FC Köln sowie dem Länderspiel letzte Woche gegen die Türkei (3:3) hatte die Stadt mit Verweis auf das Überschreiten der Zahl jeweils die Zulassung für 9200 Zuschauer verweigert.

In Köln gelten seit Samstag unter anderem ein nächtliches Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw trifft im Rahmen der Nations League auf die Schweiz.

Update, 11. Oktober, 9.44 Uhr: Polizei löst Rave-Party mit 200 Menschen am Münchner Schlachthof auf

Die Polizei hat eine illegale Rave-Party auf dem Gelände des Münchner Schlachthofs aufgelöst. Die Beamten seien auf 200 Feiernde gestoßen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag vor Ort. Die Party sei in den Morgenstunden "voll im Gange" gewesen.

Nahe der Bahngleise lagen am Sonntagmorgen noch Bierflaschen und Spraydosen auf dem Boden. Anwohner hatten sich bei der Behörde gemeldet. Von 20 Anwesenden wurden die Identitäten festgestellt. Sie erwartet eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen die Infektionsschutzverordnung. Wie und von wem die Raveparty organisiert war, konnten die Ermittler bislang nicht sagen.

Die Polizei hat am frühen Sonntag eine illegale Rave-Party am Münchner Schlachthof aufgelöst.
Die Polizei hat am frühen Sonntag eine illegale Rave-Party am Münchner Schlachthof aufgelöst.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 11. Oktober, 9.31 Uhr: Gericht entscheidet nächste Woche über Schlachthof-Schließung von Tönnies-Tochter

Im Streit über die Schließung eines Schlachthofes im emsländischen Sögel wird sich das Verwaltungsgericht erst in der kommenden Woche äußern. Dem zuständigen Gericht in Osnabrück sei am Freitag ein Eilantrag der Tönnies-Tochter Weidemark zugegangen, teilte eine Sprecherin mit. Der Landkreis Emsland hat nun Gelegenheit, sich bis zum Dienstag zu dem Fall zu äußern. "Vorher ist nicht mit einer Entscheidung der Kammer zu rechnen", hieß es.

Zwischen den Unternehmensvertretern und dem Landkreis erfolgen derzeit intensive Gespräche, hieß es in einer am Freitagabend veröffentlichten Mitteilung des Landkreises. "Es sind gute und konstruktive Gespräche, in denen wir gemeinsam eine Lösung suchen", erklärte Landrat Marc-André Burgdorf. Das Unternehmen habe ein Konzept für eine Wiederaufnahme des Betriebes vorgelegt, dieses müsse jetzt aus infektiologischer Sicht bewertet werden, hieß es.

Der Landkreis hatte wegen einer hohen Zahl von positiven Corona-Tests unter den Schlachthofmitarbeitern die Schließung des Schlachthofes mit rund 1800 Beschäftigten zum Wochenende verfügt. Erst in rund drei Wochen soll der Betrieb wieder aufgenommen werden können. Tönnies hatte auf inzwischen wieder gesunkene Infektionszahlen und weitere Präventionsmaßnahmen verwiesen und die Schließung als unverhältnismäßig bezeichnet.

Update, 11. Oktober, 9.08 Uhr: Eishockey-Profi Noebels: "Corona wird uns bis ins Grab begleiten"

Eishockey-Nationalspieler Marcel Noebels macht die Ungewissheit in der Corona-Krise zu schaffen. "Es ist eine der schlimmsten Situationen, in die ein Mensch geraten kann. Wenn du nicht weißt, wie es weitergeht, ist das brutal", sagte der 28 Jahre alte Profi der Eisbären Berlin in einem Interview dem "Tagesspiegel" (Sonntag).

Dass die Deutsche Eishockey Liga den für November geplanten Saisonstart jüngst verschoben hat, sei "natürlich bitter, aber auch erwartbar" gewesen, meinte Noebels. Direkte Kritik an den Verantwortlichen der DEL wollte er nicht formulieren. Noebel sagte: "Es gibt Leute bei der DEL, die sagen, dass sie alles dafür tun, damit es weitergeht. Ob sie es getan haben? Die Frage lasse ich mal offen." Nationalmannschaftskollege und -Kapitän Moritz Müller hatte das Vorgehen der DEL deutlich moniert.

Noebels ist sich der Gesamtlage durch das Coronavirus sehr bewusst. "Den Alltag aus Vor-Corona-Zeiten, den wird es nie mehr geben", meinte er. Sich deswegen einzuschließen, sei aber auch keine Lösung. "Wir werden mit der Situation leben müssen, und das auch sehr lange", sagte Noebels, der seit 2014 bei den Eisbären spielt und 2018 bei den Olympischen Spielen mit der Nationalmannschaft die Silbermedaille gewonnen hatte. Für seine Generation sei klar: "Corona wird uns bis ins Grab begleiten."

Der deutsche Eishockey-Nationalspieler Marcel Noebels ist sich sicher: "Den Alltag aus Vor-Corona-Zeiten, den wird es nie mehr geben."
Der deutsche Eishockey-Nationalspieler Marcel Noebels ist sich sicher: "Den Alltag aus Vor-Corona-Zeiten, den wird es nie mehr geben."  © Andreas Gora/dpa

Update, 11. Oktober, 8.53 Uhr: 26 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der Corona-Infizierten um 26 Fälle erhöht. Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich bislang 5235 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung am Samstagabend im Internet mitteilte. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts gelten rund 4600 von ihnen als genesen. Am Freitag waren 54 Neuinfektionen gezählt worden.

Im Kreis Nordfriesland wurden keine neuen Fälle bekannt. Dort hatte sich das Gesundheitsamt in Husum am Samstag besorgt über einen Vorfall auf Sylt geäußert. Ein Mann hatte in der Nacht zum 4. Oktober ein belebtes Lokal in Westerland besucht, ohne von seiner Infektion zu wissen.

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, liegt nach wie vor bei 162. In Krankenhäusern werden den Angaben zufolge unverändert 13 Covid-19-Patienten behandelt.

Update, 11. Oktober, 8.38 Uhr: Insgesamt neun Städte und Kreise in NRW über Corona-Warnwert

In Nordrhein-Westfalen haben am Sonntag insgesamt neun Kreise und kreisfreie Städte über der wichtigen Corona-Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelegen. Ab diesem Wert gilt eine Region als Corona-Risikogebiet. Landesweit steckten sich 34,1 Menschen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen mit dem Virus an, wie das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit mitteilte - das waren 1,7 mehr als am Vortag. NRW hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer.

Neben der Stadt Essen überschritten auch der Kreis Unna und die Stadt Solingen die wichtige 50er-Grenze. Remscheid hingegen fiel mit einem Wert von 44,0 wieder aus der Liste der Corona-Risikogebiete raus.

Spitzenreiter in NRW war am Sonntag die Stadt Herne mit 86,3 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen - das war bundesweit der dritthöchste Wert aller 412 Kreise und kreisfreien Städte. Auch Hagen (71,0), Wuppertal (60,5) und Köln (59,7) lagen weit oberhalb der wichtigen 50er-Grenze. In der Stadt Hamm, die mehrere Wochen lang auch bundesweit die höchsten Neuansteckungs-Werte aller Kreise und kreisfreien Städte hatte, gingen die Werte weiter spürbar zurück auf nun 58,9. Dahinter folgten Essen (57,3), der Kreis Recklinghausen (56,8), der Kreis Unna (54,2) und die Stadt Solingen (51,5).

Von den insgesamt 53 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW haben zehn weitere die sogenannte Vorwarnstufe von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Darunter sind Großstädte wie die Landeshauptstadt Düsseldorf (45,3), Duisburg (44,9) und Dortmund (36,2).

Auch in Essen wurde die Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten.
Auch in Essen wurde die Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 11. Oktober, 8.21 Uhr: Essen überschreitet Corona-Warnstufe

Die Stadt Essen hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die knapp 600.000 Einwohner große Ruhrgebietsstadt am Sonntag mit 57,3 an. In Essen gelten nun unter anderem strenge Grenzen für Partys.

Mit Essen gilt auch die viertgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens als Corona-Risikogebiet. Am Samstag hatte mit Köln bereits die größte Stadt des Landes den wichtigen Wert von 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten.

Bereits am Freitag hatte die Stadtverwaltung in Essen einen Katalog mit Einschränkungen vorgelegt, die in Kraft treten sollten, sobald der kritische Corona-Grenzwert überschritten wird. So wird die Zahl der Gäste bei Feiern auf 25 statt wie bisher 50 begrenzt. Außerdem müssen Feste ab elf Teilnehmern bei den Behörden angemeldet werden. 

In öffentlichen Gebäuden gilt eine Maskenpflicht. Auf eine Sperrstunde sollte zunächst aber verzichtet werden, hatte Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) nach den Beratungen mehrerer Großstadtbürgermeister mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag gesagt.

Update, 11. Oktober, 7.47 Uhr: Rummenigge befürchtet "großen Schaden" durch Zuschauerverbot

Karl-Heinz Rummenigge sieht bei länger anhaltenden Geisterspielen in der Corona-Krise enorme Gefahren für den Fußball. "Wenn wir nicht bald wieder Fans in den Stadien haben, dann befürchte ich, wird der Fußball großen Schaden erleiden", sagte der Vorstandschef des FC Bayern München der "Bild am Sonntag".

Einerseits drohe der Verlust der Fußball-Kultur, zudem äußerte der 65-Jährige finanzielle Sorgen. "In der Summe sprechen wir tatsächlich über rund 100 Millionen Euro Mindereinnahmen. In ganz Europa verliert jeder Club zwischen 50 und in der Spitze 200 Millionen Euro in einer Saison, die er ohne Zuschauer spielen muss. Wie lange das ein Fußball-Club aushält, das kann man sich an fünf Fingern abzählen."

Es gebe "ein top Konzept" für die Fan-Rückkehr, das auch mit der Stadt München abgestimmt sei, sagte Rummenigge. "Aber wir sind absolut von politischen Entscheidungen abhängig, wie das ganze Land. Und wenn die politischen Entscheidungen so getroffen werden, dann ist man schon ein Stück ohnmächtig." Es gebe eine gute Zusammenarbeit, sagte Rummenigge über Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Allerdings habe er das Gefühl, "dass der rote Faden zwischen Fußball und Politik etwas verloren gegangen ist."

Bei einem Abbruch der Saison würde Rummenigge einen Kollaps der Liga befürchten. "Das würden mehrere Bundesligisten nicht überleben. Mehrere", sagte er. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesliga in der jetzigen Form dann noch in der Zukunft weiterbestehen könnte. Schon bei den jetzigen Voraussetzungen gibt es Gerüchte, dass einige Clubs insolvenzgefährdet sind."

Laut Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge verlieren europäische Fußballclub ohne Zuschauereinnahmen zwischen 50 und 200 Millionen Euro pro Saison.
Laut Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge verlieren europäische Fußballclub ohne Zuschauereinnahmen zwischen 50 und 200 Millionen Euro pro Saison.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/Pool/dpa

Update, 11. Oktober, 6.20 Uhr: 3483 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen 3483 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich gestiegen, von Donnerstag auf Freitag lag die Zahl bei 4516. Das Robert Koch-Institut meldete am Samstagmorgen 4721 neue Fälle. 

An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 322.864 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 11.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9615. Das waren 11 mehr als am Vortag. Laut den Statistiken der Johns Hopkins Universität in Baltimore fallen die Zahlen sogar noch etwas höher aus. Demnach gab es hierzulande bereits 323.463 Corona-Infizierte und 9620 Tote in Folge einer Covid-Erkrankung.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,42 (Vortag: 1,34). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,4 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Freitag bei 1,43 (Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 11. Oktober, 5.38 Uhr: Werner für Homeoffice-Gesetz mit Nachbesserungen

Thüringens Arbeitsministerin Heike Werner (Linke) unterstützt einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice. Der Vorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sei gut. Er sollte aber in einem breiten Diskussionsprozess noch an einer Reihe von Stellen verbessert werden, sagte Werner auf Anfrage in Erfurt. "Die Thüringer Landesregierung steht dem offen gegenüber."

Heil hat einen gesetzlichen Anspruch auf mobiles Arbeiten vorgeschlagen. Beschäftigte sollen bei einer Fünf-Tage-Woche danach 24 Tage im Jahr mobil oder im Homeoffice arbeiten dürfen. Der Entwurf ist zwischen den Koalitionspartnern SPD und Union umstritten, deshalb wurde er vom Bundeskanzleramt zunächst gestoppt. Das Vorhaben sei damit aber nicht vom Tisch, heißt es in der Bundesregierung.

Werner sagte, sie finde es richtig, die Erfahrungen aus der Corona-Krise zu nutzen. "Das gilt selbstverständlich auch für das Homeoffice." Es habe wegen der Zeitersparnis durch Wegfall des Arbeitsweges Vorteile für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Außerdem könne es Eltern flexibler bei der Kinderbetreuung machen.

Viele Studien zeigten allerdings, dass im Homeoffice häufig mehr und länger gearbeitet werde als im Büro, ohne dass die Arbeitszeit korrekt erfasst wird. "Deshalb muss das Recht auf Homeoffice einhergehen mit Absicherungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", sagte Werner.

Grundlegend sei die Freiwilligkeit der Arbeit zu Hause. Zudem sollte die Arbeitszeit digital erfasst werden - die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit dürften nicht verwischen. Nach Ansicht der Ministerin sind zudem versicherungsrechtliche Fragen zu klären. "Schließlich kann man auch zu Hause einen Arbeitsunfall haben."

Update, 11. Oktober, 5.16 Uhr: Ironman Kienle: Profiwettkampfsport wird "nicht mehr so wichtig sein"

Der ehemalige Ironman-Weltmeister Sebastian Kienle sieht den Sport in Zeiten der Corona-Pandemie gespalten. "Der Profiwettkampfsport wird allgemein nicht mehr so wichtig sein, davon gehe ich aus", sagte der 36-Jährige aus Mühlacker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" in einem Interview. Gleichzeitig sehe man aber auch, "dass die Menschen sich während Corona so viel bewegen wie schon lange nicht mehr. Die einzige Waffe, die wir haben, solange es keine wirksamen Medikamente und keinen Impfschutz gegen Corona gibt, ist unsere eigene Gesundheit", meinte Kienle.

Der Sport und der Triathlon seien aber keine Verlierer der Pandemie. "Viele Menschen haben während des Lockdowns auch am eigenen Leib erfahren, wie schön es ist, draußen zu sein, sich frei bewegen zu können, Sport zu treiben", meinte der Ironman von 2014. Die Menschen hätten sich in der Corona-Zeit so viel bewegt wie schon lange nicht mehr.

Es sei schwierig, ohne Emotionen bei Wettkämpfen zurechtzukommen, betonte Kienle. "Ich bin nicht allein von diesem Sport abhängig, sondern habe auch andere Leute, nicht nur meine Frau, in diese Abhängigkeit mit hineingezogen." Nur durch Fokussierung könne man in der Konkurrenzsituation ganz oben eine Chance haben. "Als Profi auf diesem Niveau ist das kein Job, den man bis abends um halb sechs macht und dann Feierabend hat", sagte der Triathlet.

In diesem Jahr gab es fast keine Rennen, die Ironman-WM wurde wegen Corona zunächst auf Februar kommenden Jahres verschoben und später komplett abgesagt. Sie hätte ursprünglich in der Nacht auf Sonntag auf Hawaii steigen sollen.

Sebastian Kienle radelt bei der Ironman-Weltmeisterschaft 2018 in Hawaii. Dieses Jahr wurde die WM wegen Corona abgesagt. (Archivbild)
Sebastian Kienle radelt bei der Ironman-Weltmeisterschaft 2018 in Hawaii. Dieses Jahr wurde die WM wegen Corona abgesagt. (Archivbild)  © Marco Garcia/AP/dpa

Update, 11. Oktober, 5.04 Uhr: Thüringen: Deutlich mehr Corona-Tests seit Ende August

In Thüringen sind mit dem Ende der Sommerferien Ende August deutlich mehr Tests pro Woche durchgeführt worden als in den Monaten davor. Den vorläufigen Höhepunkt markierte die letzte Septemberwoche mit 30.406 Tests, wie aus Daten des Thüringer Gesundheitsministeriums hervorgeht.

Zuletzt schien die Zahl der Corona-Tests in der Woche vom 5. bis 11. Oktober wieder etwas zurück zu gehen. "Die in Thüringen zur Verfügung stehenden Testkapazitäten sind derzeit zwischen 50 und 60 Prozent ausgelastet", erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage. Zudem gehe man davon aus, dass schon bald zusätzlich Antigen-Schnelltests eingesetzt werden könnten.

Update, 11. Oktober, 5 Uhr: Bayerns Hausärzte erwarten schwächere Grippe-Welle

Die Hausärzte in Bayern bereiten sich in der beginnenden Saison auf eine schwächere Grippewelle vor als in früheren Jahren. Man könne davon ausgehen, dass die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie auch gegen andere Infektionskrankheiten wirksam seien, sagte der Vorsitzende des bayerischen Hausärzteverbandes, Markus Beier, der Deutschen Presse-Agentur.

Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hatte Ende September mit der Zählung von Grippe-Infizierten begonnen. Bislang wurden lediglich zwei Fälle registriert (Stand: 25.09.2020, neuere Zahlen liefert das LGL derzeit nicht). In der vergangenen Saison 2019/2020 waren von Oktober bis April bayernweit mehr als 54.000 Fälle (nach neuer Definition) gezählt worden.

Erste Erfahrungen von der Wintersaison auf der Südhalbkugel hätten gezeigt, dass der Corona-Schutz auch die Grippe zurückdrängt, sagte Beier. "In Australien ist die Grippewelle in diesem Jahr weitgehend ausgeblieben", sagte der Mediziner. Hinzu komme eine vermutlich höhere Bereitschaft zur Grippe-Impfung als in früheren Jahren.

"Wir sehen bisher durchaus ein erhöhtes Impfaufkommen", sagte Beier. Ein flächendeckendes Knappwerden von Grippeimpfstoff in Bayern erwartet Beier dennoch derzeit nicht. Der Impfstoff werde teilweise in Wellen ausgeliefert - wer zunächst nur eine erste Charge abbekommen habe, könne bei hoher Nachfrage kurzfristig in Schwierigkeiten kommen.

Update, 11. Oktober, 4.45 Uhr: Senatorin Pop zur Berliner Sperrstunde: Schnelle Hilfen für Wirte mit Einbußen

Wirte mit Umsatzeinbußen durch die neue Sperrstunde sollen laut Berlins Wirtschaftssenatorin schnell Unterstützung bekommen. "Bereits Anfang nächster Woche soll das konkrete Programm im Senat beschlossen werden", erklärte die Grünen-Politikerin Ramona Pop auf Anfrage. 

Der Senat habe verabredet, "für die Betriebe der Schankwirtschaft, die nachweislich finanzielle Umsatzeinbußen durch die neuen Schließungszeiten erleiden, Unterstützung zu leisten".

Eckpunkte seien bereits erarbeitet. "Aktuell, auch jetzt am Wochenende, laufen die Abstimmungen mit den beteiligten Verwaltungen auf Hochtouren", teilte Pop mit. Das Programm soll an bereits bestehende anknüpfen und es soll vermutlich einen Mietzuschuss geben. Details zu den Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Hilfen wurden zunächst nicht bekannt.

Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) ist die Wirtschaftssenatorin von Berlin.
Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) ist die Wirtschaftssenatorin von Berlin.  © Christoph Soeder/dpa

Update, 11. Oktober, 4.31 Uhr: In Brandenburg treten schärfere Corona-Regeln in Kraft

Angesichts steigender Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus treten an diesem Sonntag in Brandenburg wieder schärfere Regeln zur Eindämmung der Pandemie in Kraft. Allerdings gelten diese in Landkreisen und kreisfreien Städten nur, wenn dort 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen festgestellt wurden. 

Als erste Kommune setzte der Landkreis Oder-Spree die neuen Regeln in Kraft, nachdem dort am Samstag ein Wert von 39,1 festgestellt worden war. Nun gilt dort eine Maskenpflicht auch in Bürogebäuden, Gaststätten und Aufzügen. Nur noch 50 Menschen dürfen an Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen teilnehmen. Bei feiern zuhause in der Wohnung oder im Garten liegt die Obergrenze bei 25 Teilnehmern.

Auch die kreisfreie Stadt Cottbus näherte sich am Samstag mit dem Wert 30,1 der kritischen Marke. In ganz Brandenburg war innerhalb eines Tages mit 97 Neuinfektionen wieder eine Steigerung festgestellt worden. Tags zuvor waren es landesweit 90 Neuinfektionen und am Donnerstag 55. Für das ganze Land stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen um 2,1 auf 15,3.

Bereits seit Freitag gilt in Brandenburg ein Beherbergungsverbot für Touristen aus Berlin und anderen Corona-Hotspots in Deutschland, weil dort die Zahl der Neuinfektionen pro 100.00 Einwohnern binnen sieben Tagen über 50 gestiegen war. Tabu sind Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen in Brandenburg auch für Gäste aus Frankfurt am Main, Offenbach, Bremen, Hamm, Herne, Remscheid, Rosenheim sowie den Landkreisen Cloppenburg , Vechta und Wesermarsch in Niedersachsen und dem Kreis Esslingen in Baden-Württemberg.

Update, 11. Oktober, 3.52 Uhr: Trumps Arzt: Präsident nach Covid-Erkrankung nicht mehr ansteckend

Nach seiner Covid-19-Erkrankung ist US-Präsident Donald Trump seinem Leibarzt zufolge nicht mehr ansteckend. Das habe der jüngste Coronavirus-Test vom Samstagmorgen ergeben, teilte Sean Conley am Samstagabend (Ortszeit) in einem vom Weißen Haus verbreiteten Schreiben mit. 

Der Präsident könne nun, rund zehn Tage nach dem Auftreten erster Symptome, gemäß den Kriterien der Gesundheitsbehörde CDC seine freiwillige Quarantäne beenden, erklärte er. Die Tests im Verlauf seiner Erkrankung hätten zudem eine abnehmende Viruskonzentration gezeigt, hieß es weiter.

Er werde Trump, der wieder voll zu seinen Geschäften zurückkehre, weiter beobachten, erklärte Conley. Trump habe seit "weit mehr als 24 Stunden" kein Fieber mehr und alle Symptome hätten sich "verbessert", schrieb der Arzt. Conley machte aber keine Angaben dazu, welche Symptome bei Trump noch in welchem Maß feststellbar waren.

Der 74-jährige Trump hatte sich mit dem Coronavirus infiziert und erkrankte daraufhin an Covid-19. Er wurde deswegen drei Tage im Krankenhaus behandelt und war am Montag ins Weiße Haus zurückgekehrt. Trump hatte am Freitag erstmals einen längeren TV-Auftritt absolviert, am Samstag trat er im Weißen Haus erstmals wieder kurz öffentlich auf. Für Montag, Dienstag und Mittwoch plant Trump bereits wieder große Wahlkampfauftritte.

Sean Conley ist der Leibarzt des US-Präsidenten Donald Trump.
Sean Conley ist der Leibarzt des US-Präsidenten Donald Trump.  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 11. Oktober, 3.30 Uhr: Baden-Württemberg: Bordelle und Laufhäuser können wieder öffnen

Viele Bordelle und Laufhäuser in Baden-Württemberg können nach dem coronabedingten Verbot von Prostitution nun wohl wieder öffnen. Die Landesregierung hat dafür die Coronaverordnung geändert. Sie sollte noch am Sonntag verkündet werden. 

Die wichtigsten Punkte daraus: Nur 1:1-Prostitution ist erlaubt. Das heißt kein Gruppensex, sondern eine Prostituierte und ein Freier dürfen in einem Raum Sex haben. Ferner ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht und der Kunde muss seine Kontaktdaten hinterlassen. Die Coronaverordnung ist laut dem Sozialministerium aber nur bindend für Kommunen, die nicht per Allgemeinverfügung ein komplettes Prostitutionsverbot ausgesprochen hätten.

Daria Oniér, Stuttgarter Sprecherin des Bundesverbands sexuelle Dienstleistungen (BSD), ist froh. "Ganz große Klasse, dass wir wieder öffnen dürfen. Aber mal schauen wie die Umsetzung in Stuttgart wird.". Sieben Monate nicht arbeiten zu dürfen, sei ein Desaster gewesen. 

"Die meisten Sexarbeiterinnen wie ich arbeiten als selbstständige Unternehmerinnen. Dafür gab es drei Monate Soforthilfe. Aber ich bin auch gemeldet und habe eine Steuernummer", sagt die 42-Jährige, die seit acht Jahren unter anderem Tantra-Massagen und Sexualassistenz für Menschen mit Behinderungen anbietet. "Wer aber nicht gemeldet war, ist in die Illegalität abgerutscht. Preise wurden gedrückt, Hygienemaßnahmen gab es da auch nicht."

Update, 11. Oktober, 3.09 Uhr: Über 150.000 Corona-Tote in Brasilien

Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist auf über 150.000 gestiegen. 150.198 Patienten seien im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus kletterte unterdessen auf über fünf Millionen. Weltweit liegt das größte Land Lateinamerikas bei den Todesopfern damit an zweiter Stelle nach den USA und bei den Infektionen an dritter Stelle hinter den USA und Indien.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist flächenmäßig 24 Mal so groß wie Deutschland. Allerdings gingen die Zahlen der Neuinfektionen und der Todesfälle zuletzt zurück.

Der rechte Staatspräsident Jair Bolsonaro, der wie weitere Mitglieder seiner Familie selbst infiziert wurde, hatte die Krankheit Covid-19 immer wieder als "leichte Grippe" bezeichnet und sich gegen Einschränkungen im öffentlichen Leben ausgesprochen.

Jair Bolsonaro, der Präsident von Brasilien, verglich das Coronavirus häufig mit einer "leichte Grippe".
Jair Bolsonaro, der Präsident von Brasilien, verglich das Coronavirus häufig mit einer "leichte Grippe".  © Eraldo Peres/AP/dpa

Update, 11. Oktober, 1.48 Uhr: Corona-Regeln: Hamburgs Polizei kontrolliert erneut Lokale und Bars

Die Hamburger Polizei hat am Samstagabend erneut zahlreiche Lokale und Bars auf die Einhaltung der Corona-Regeln überprüft. Ein Schwerpunkt der Aktion war das Vergnügungsviertel rund um die Reeperbahn. 

Hintergrund der Kontrollen sind besonders viele Infektionen in der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen. Die von Menschen dieser Altersgruppe gern besuchten Bars und Clubs gelten als mögliche Ansteckungsherde. Bereits am Freitagabend waren mehr als 250 Beamte bei einer ähnlichen Großkontrolle im Einsatz gewesen. 

Polizei, Zoll und Bezirksämter überprüften 355 Betriebe. 314 Betriebe seien ohne Beanstandungen gewesen, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. In den übrigen 41 Bars und Kneipen hätten die Beamten 109 Mängel festgestellt. Gästelisten seien nicht ordentlich geführt und Mindestabstände nicht eingehalten worden. Einige Kioske hätten trotz Verbots Alkohol verkauft.

Update, 11. Oktober, 1.12 Uhr: Löw freut sich über Spiel vor Publikum: Aber "nicht ungefährlich"

Joachim Löw hat das erste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft vor einem größeren Publikum nach fast einem Jahr auch hinsichtlich der Atmosphäre im Stadion als positiv bewertet. "Zuerst war es ein bisschen ungewohnt. Auf der anderen Seite freut es uns", sagte Löw nach dem 2:1-Erfolg am Samstagabend in der Nations League gegen die Ukraine.

Trotz hoher Corona-Zahlen waren in Kiew 17.573 Zuschauer im Nationalstadion. Die von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) erlaubte Kapazität von 30 Prozent wurde allerdings nicht ausgeschöpft. Die EM-Arena von 2012 hat rund 70.000 Plätze.

Löw äußerte in der ARD auch Bedenken: "Ich weiß, dass es nicht so ungefährlich ist. Aber hier waren die Zuschauer weit auseinander. Und im Umfeld des Stadions wurden entsprechende Maßnahmen getroffen. Von daher habe ich mich nicht besonders in Gefahr gefühlt."

Im nächsten Nations-League-Heimspiel am Dienstag in Köln gegen die Schweiz wird die DFB-Auswahl vermutlich wieder vor nur 300 Zuschauern spielen dürfen. Die Stadt Köln will nach Überschreiten der Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen an diesem Montag über die Zulassung von Fans entscheiden, wie ein Sprecher am Samstag auf Anfrage sagte.

Update, 11. Oktober, 0.01 Uhr: Kretschmer: "Berlin-Bashing" in Corona-Krise überzogen

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Hauptstadt Berlin vor scharfer Kritik wegen ihres Vorgehens in der Corona-Krise in Schutz genommen. "Ich finde dieses Berlin-Bashing überzogen. Wer jetzt in der Corona-Krise auf andere zeigt, sollte sich klarmachen, dass schnell vier Finger zurück zeigen könnten", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag".

Zwar bezeichnete es Kretschmer als "schon befremdlich, wenn etwa der Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain die Hilfe der Bundeswehr bei der Nachverfolgung von Infektionsketten ablehnt." Der Ministerpräsident fügte hinzu: "Aber wir sollten die Zeit jetzt nicht mit gegenseitigen Schuldzuweisungen verbringen."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte gesagt, einige Großstädte wie Berlin stünden kurz davor, die Kontrolle in der Corona-Krise zu verlieren. Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, sagte der dpa, gerade in Großstädten wie Berlin lasse die Disziplin erkennbar nach, und die Stadtpolitik mache erhebliche Fehler. "Der Berliner Senat scheint hier vollkommen neben der Spur zu sein."

Kretschmer verteidigte grundsätzlich Verschärfungen von Corona-Regeln. "Wir brauchen jetzt gewisse Instrumente, um der Lage Herr zu werden. Wir wollen unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben weitgehend erhalten. Aber wir müssen uns auch gegenseitig schützen", sagte er der "Welt am Sonntag".

"Es würde in dieser Lage keinen Sinn machen, wenn jetzt alle wild durcheinander durchs Land fahren", mahnte der CDU-Politiker. Sorgen bereite ihm, "wie leichtfertig sich vor allem junge Erwachsene in der Pandemie verhalten." An die junge Generation müsse man appellieren: "Haltet Abstand, tragt Masken, wascht Euch die Hände! Junge Leute feiern gern. Aber jetzt sind nicht volle Partys gefragt, sondern Vorsichtsmaßnahmen - und Kontrolle."

Michael Kretschmer (CDU) ist der Ministerpräsident von Sachsen.
Michael Kretschmer (CDU) ist der Ministerpräsident von Sachsen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Oktober, 23.14 Uhr: Fast 27.000 neue Corona-Fälle in Frankreich - Rekord

In Frankreich haben sich binnen 24 Stunden 26.896 Menschen mit dem Coronavirus infiziert - das sind so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Infektionen machte damit am Samstag im Vergleich zum Vortag noch mal einen deutlichen Sprung nach oben. 

Am Freitag wurden 20.339 Neuinfektionen gemeldet. Auch das war ein Rekordwert. Die Zahl der Todesfälle stieg am Samstag um 54 auf 32.684. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Die Corona-Lage ist damit weiter sehr angespannt. In mehreren Städten, darunter Paris, Lyon, Lille und Marseille, gilt bereits die höchste Corona-Warnstufe. In den betroffenen Städten mussten Bars und gastronomische Einrichtungen, die keine Speisen verkaufen, für vorerst zwei Wochen schließen.

Update, 10. Oktober, 21.25 Uhr: Demonstration gegen italienische Corona-Politik in Rom

Trotz steigender Corona-Infektionszahlen haben in Rom haben am Samstag mehrere Tausend Menschen gegen die Gesundheitspolitik der Regierung protestiert. Aufgerufen zu dem "Marsch der Befreiung" hatten Gruppen, die sich unter anderem gegen eine angebliche "Gesundheitsdiktatur" in der Pandemie wenden. 

Beteiligt waren auch EU- und Impfgegner. Die Zeitung "La Repubblica" schrieb, es hätten sich weniger als 2000 Teilnehmer auf der Piazza San Giovanni versammelt. Die Veranstalter sprachen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa von rund 7000 Menschen. Es kam zu Rangeleien zwischen Polizei und Demonstranten, wie auf Videos zu sehen war. Ein Teil der Protestierenden trug trotz allgemeiner Maskenpflicht im Freien keinen Mund-Nasen-Schutz.

Die Behörden zählten am Samstag 5724 neue Corona-Ansteckungen binnen 24 Stunden in Italien. Außerdem wurden 29 neue Covid-19-Tote registriert. Seit einigen Tagen klettern die Zahlen in dem 60-Millionen-Einwohner-Land stärker als in den Wochen davor.

Update, 10. Oktober, 21.12 Uhr: Viele Corona-Infektionen in Stuttgart - Stadt überschreitet Warnstufe

Stuttgart hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das teilte die Landeshauptstadt am Samstagabend mit. 

Die Stadt bereite derzeit Einschnitte wie die Einführung einer Sperrstunde, Alkoholkonsum-Beschränkungen und die Maskenpflicht innerhalb des City-Rings vor. Weiter will die Stadt den Unterrichtsbeginn an Schulen "entflechten" und Arbeitnehmer zum Homeoffice ermuntern.

In der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg, in der rund 600.000 Menschen leben, wurden am Samstag nach Angaben des Landkreises 82 neue Infektionen gemeldet. Damit weise die Stadt eine Inzidenz von 50,5 auf, wie das Landesgesundheitsamt nach den Angaben berechnet hat. Damit gelte die sogenannte Eingriffsstufe.

Nun hat auch Stuttgart in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten.
Nun hat auch Stuttgart in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten.  © Marijan Murat/dpa

Update, 10. Oktober, 20.27 Uhr: Trotz Corona: Gegner Netanjahus gehen in Israel erneut auf die Straßen

An vielen Orten in Israel haben erneut Gegner von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu protestiert. In der Küstenmetropole Tel Aviv trafen sich am Samstagabend Demonstranten unter anderem am zentralen Habima-Platz. Von dort aus startete ein Marsch durch die Stadt. Medien berichteten von Tausenden Menschen im ganzen Land, die entlang großer Straßen, an Kreuzungen oder auf Brücken demonstrierten.

Zu den Protesten aufgerufen hatte unter anderem die Bewegung "Schwarze Flaggen". Nach ihren Angaben waren Proteste an mehr als 1200 Orten in Israel geplant. Es war demnach der 16. Samstag in Serie, an dem im Land gegen den Regierungschef demonstriert wurde. An anderen Wochentagen gibt es inzwischen ähnliche Proteste.

Wer demonstrieren will, darf dies während des derzeit geltenden Corona-Lockdowns nur innerhalb eines Umkreises von 1000 Metern von seinem Zuhause und in Gruppen von maximal 20 Menschen machen. Die Maßnahme ist sehr umstritten. Netanjahu sieht sie als Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus, aus Sicht von Kritikern soll sie die Proteste gegen Netanjahu behindern.

Auslöser der Demonstrationen gegen Netanjahu waren Korruptionsvorwürfe. Gegen den 70-Jährigen läuft derzeit ein Prozess, er streitet alle Vorwürfe ab. An den Protesten nehmen inzwischen aber auch Kritiker des Corona-Krisenmanagements der Regierung teil.

Polizisten stoßen in Tel Aviv mit Demonstranten zusammen, die trotz eines landesweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie gegen den Premierminister Netanjahu protestieren.
Polizisten stoßen in Tel Aviv mit Demonstranten zusammen, die trotz eines landesweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie gegen den Premierminister Netanjahu protestieren.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Update, 10. Oktober, 19.21 Uhr: Türkei erlaubt teilweise wieder Fans in Fußballstadien

Eine begrenzte Anzahl an Zuschauern darf wieder zu Fußballspielen in türkische Stadien gehen. Das teilte der nationale Fußballverband am Samstag mit. Die Fans dürfen sich demnach aber nur in bestimmten Bereichen der Tribünen aufhalten, die wiederum bis zu 50 Prozent ausgelastet sein können.

Der Dachverband hatte noch im September erklärt, dass in der ersten Hälfte der Saison 2020/21 wegen der zunehmenden Anzahl an Corona-Infektionen ohne Zuschauer gespielt werde.

Die Türkei hatte im März den Spielbetrieb ihrer Fußball-Ligen wegen der Pandemie ausgesetzt. Im Juni starteten sie wieder - aber zunächst ohne Fans in den Stadien. In der Türkei gab es bislang mehr als 334.000 Infektionen und 8778 Todesfälle.

Update, 10. Oktober, 19.16 Uhr: Zunächst uneindeutiger Corona-Test bei Mercedes-Team negativ

Der zunächst uneindeutige Corona-Test bei einem Mitarbeiter des Formel-1-Teams Mercedes am Rande des Grand Prix der Eifel hat sich als negativ erwiesen. Dies bestätigte Teamchef Toto Wolff am Samstag nach der Qualifikation auf dem Nürburgring. 

"Wir hatten zwei positive Fälle, das ist das Ergebnis", sagte Wolff. Mercedes hatte zuvor zwei positive Corona-Fälle in der Eifel bekannt gemacht. Daraufhin musste das Weltmeister-Team einen Teil seiner Crew an der Rennstrecke austauschen. Die Fahrer Lewis Hamilton und Valtteri Bottas waren nicht betroffen.

Update, 10. Oktober, 18.24 Uhr: Rom will neuen Corona-Lockdown mit verschärften Verboten vermeiden

Italiens Regierung bereitet nach Medienberichten eine erneute Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen vor, um den steilen Anstieg der Ansteckungszahlen zu bremsen. Rom plane ein striktes Verbot von Gruppen im Freien vor Bars und Restaurants, hieß es am Samstag in verschiedenen italienischen Zeitungen.

Außerdem solle die Teilnehmerzahl für private Feiern stark begrenzt werden. Damit wolle Rom einen zweiten großen Lockdown vermeiden. Die Regierung von Premier Giuseppe Conte hatte im März für viele Wochen Wirtschaft und Leben in dem 60-Millionen-Einwohner-Land stark eingeschränkt.

Die Zeitung "Corriere della Sera" schrieb, bisherige Regeln gegen abendliche Menschengruppen vor Lokalen seien in größeren Städten zunehmend missachtet worden. Jetzt erwäge die Regierung, das Stehen draußen vor Bars und Restaurants ganz zu verbieten. Dort würden Gäste dann nur noch an Tischen mit viel Abstand sitzen dürfen. 

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hatte in Italien am Freitag die Schwelle von 5000 Fällen übersprungen und damit wieder die Höhe vom März erreicht. 

Gäste stehen mit Mundschutzen vor einem Restaurant an. Italiens Regierung bereitet nach Medienberichten eine erneute Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen vor, um den steilen Anstieg der Ansteckungszahlen zu bremsen.
Gäste stehen mit Mundschutzen vor einem Restaurant an. Italiens Regierung bereitet nach Medienberichten eine erneute Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen vor, um den steilen Anstieg der Ansteckungszahlen zu bremsen.  © Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 10. Oktober, 18.03 Uhr: Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Litauen

Einen Tag vor der Parlamentswahl in Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem baltischen EU-Land einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde in Vilnius wurden am Samstag 205 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 5963 bestätigte Infektionen und 103 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Dabei hatten die täglichen Infektionszahlen zuletzt deutlich zugenommen. Der Ostseestaat wählt am Sonntag ein neues Parlament.

Update, 10. Oktober, 17.42 Uhr: Konjunkturpaket: US-Demokraten lehnen neuen Regierungsvorschlag ab

Der Streit um ein weiteres billionenschweres Konjunkturpaket in den USA geht in die nächste Runde: Die Demokraten im Repräsentantenhaus haben einen Kompromissvorschlag der Regierung abgelehnt. Das Angebot biete keinen schlüssigen Plan, die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bringen. 

Es ziele offenbar darauf ab, Präsident Donald Trump vor der Wahl möglichst viel Geld zu verschaffen, über das er nach Gutdünken verfügen könne, kritisierte die Vorsitzende der Parlamentskammer, Nancy Pelosi, am Samstag.

Der Vorschlag der Regierung soll US-Medienberichten zufolge ein Volumen von 1,8 Billionen US-Dollar (1,5 Billionen Euro) haben. Die Demokraten hatten zuletzt ein Paket in Höhe von mehr als 2 Billionen Dollar vorgelegt. Trumps Republikaner wollen Arbeitgebern zudem weitgehend Immunität für mögliche Corona-Klagen einräumen, was die Demokraten vehement ablehnen. 

Die Republikaner lehnen derweil größere Hilfen für Bundesstaaten und Kommunen ab, die wegen der Pandemie große Einnahmeeinbußen verkraften müssen.

Update, 10. Oktober, 17.01 Uhr: 4721 neue Corona-Fälle in Deutschland - schärfere Einschränkungen

Die Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen stetig weiter, in immer mehr Großstädten wird die Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überstiegen. Die Bürger müssen sich daher auf weitere Einschränkungen gefasst machen - etwa auf eine nächtliche Sperrstunde wie sie seit Samstag in Berlin gilt. 

Wirtschaftsverbände laufen Sturm gegen das uneinheitliche Vorgehen der Bundesländer bei der Bekämpfung der Pandemie. Bei vielen europäischen Nachbarn entwickelt sich das Infektionsgeschehen derweil noch viel dramatischer als in Deutschland. Auch dort werden die Sicherheitsmaßnahmen hochgefahren.

Zum dritten Mal in Folge gab es in Deutschland mehr als 4000 Neuinfektionen binnen einen Tages. Das Robert Koch-Institut meldete am Samstagmorgen 4721 neue Fälle. Köln überschritt als weitere deutsche Großstadt den wichtigen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das NRW-Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die Millionenstadt am Samstag mit 54,8 an.

Die Kölner Stadtverwaltung hatte bereits von diesem Samstag an zahlreiche Einschränkungen für das öffentliche Leben angeordnet. Zum Beispiel darf auf Straßen und Plätzen ab 22 Uhr kein Alkohol mehr getrunken werden. An den Wochenenden gilt an Party-Hotspots ein Verkaufsverbot für Alkohol. In Fußgängerzonen gilt Maskenpflicht.

Berlin versucht, mit strengeren Corona-Regeln der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken. Seit Samstag müssen hier Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte von 23 bis 6 Uhr geschlossen sein. Bei privaten Zusammenkünften in geschlossenen Räumen dürfen nur noch höchstens zehn Menschen zusammenkommen. Im Freien dürfen sich von 23 bis 6 Uhr nur noch fünf Personen versammeln. 

Kurz nach der Sperrstunde stehen zusammengeklappte Stühle vor einer Bar in Berlin-Neukölln. Wegen der Corona-Pandemie gelten eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen.
Kurz nach der Sperrstunde stehen zusammengeklappte Stühle vor einer Bar in Berlin-Neukölln. Wegen der Corona-Pandemie gelten eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen.  © Annette Riedl/dpa

Update, 10. Oktober, 16.53 Uhr: Gegner von Corona-Maßnahmen ziehen schweigend durch Berlin

Zahlreiche Gegner der Corona-Politik in Deutschland sind schweigend durch Berlin gezogen. Es seien mehrere Tausend Teilnehmer vor Ort, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. 

Angemeldet war die Demonstration, die am Mittag am Adenauerplatz startete, unter dem Titel "Schweigemarsch gegen Rassismus und für unsere Menschenrechte". Vom Anmelder angekündigt waren laut Polizei 20.000 Teilnehmer. Ziel sollte am Nachmittag der Große Stern sein.

Die Teilnehmer des Marsches hielten Abstand zueinander und trugen größtenteils Mund-Nasen-Schutz, als sie den Kurfürstendamm entlangliefen. Es gab zunächst keine politischen Bekundungen. Später schrieben Polizisten Anzeigen wegen Verstößen einer kleineren Gruppe gegen die Hygieneregeln, wie die Polizei twitterte. Teilnehmer waren im Online-Aufruf zur Demo dazu angehalten worden, Schilder, Banner, Fahnen und Kleidung mit Parolen und Symbolen zu Hause zu lassen. Im ersten Block wolle man "möglichst ausschließlich Frauen laufen lassen", hieß es.

Update, 10. Oktober, 16.51 Uhr: Corona-Ausbruch in niedersächsischem Altenheim

In einem niedersächsischen Alten- und Pflegeheim ist es nach Angaben des Landkreises Osnabrück zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Eine 85 Jahre alte Frau sei im Krankenhaus gestorben. Weitere 27 Bewohner und 13 Mitarbeiter im Vitalis-Wohnpark in Bad Essen seien positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Kreis am Samstag mit.

Eine besondere Herausforderung für den Gesundheitsdienst sei es, die hohe Zahl von rund 200 Besuchern, die im Wohnpark waren und deshalb als Kontaktpersonen in Frage kämen, über die Testmöglichkeit in einer Schule zu informieren. Der Landkreis Osnabrück lag am Samstag mit 28,8 insgesamt noch deutlich unter dem kritischen Schwellenwert von 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Update, 10. Oktober, 16.40 Uhr: Rom startet neuen Anlauf zur Notrettung der Alitalia

Die Regierung in Rom legt mit der Gründung einer neuen Firma einen Grundstein zum staatlich gesteuerten Umbau der seit 2017 insolventen italienischen Fluggesellschaft Alitalia. Zuvor hatte sich die Finanzlage des Unternehmens durch den Geschäftsrückgang in der Corona-Krise nach Medienberichten weiter zugespitzt.

Vier Minister und Ministerinnen der Mitte-Links-Regierung unterschrieben ein Dekret zur Gründung eines neuen nationalen Luftverkehrsunternehmens. Das teilte das Finanzministerium von Roberto Gualtieri am späten Freitagabend mit.

Zeitungen und die Nachrichtenagentur Ansa nannten am Samstag "Italia Trasporto Aereo" - abgekürzt wäre das ITA - als Namen der Neugründung in dem Dekret. Italiens Verkehrsministerin Paola De Micheli hatte auf Facebook von "ITAliana" gesprochen: "Es wird ITAliana sein, weil sie Italien in die Welt tragen soll." Die Ministerin schrieb von einem "Industriebetrieb im Dienste des Landes", der den Tourismus beleben solle.

Die Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" und andere Medien berichteten unter Berufung auf das Dekret, dass das Unternehmen zunächst nur ein geringes Kapital haben solle. Die Firma müsse noch beim italienischen Rechnungshof registriert werden.

Die alte Alitalia gilt mit mehr als 10.000 Arbeitsplätzen als nationales Symbol. Der Staat hat die notleidende Gesellschaft mehrfach mit hohen Millionenbeträgen unterstützt. Für den Neustart sagte er vor Monaten im Zuge der Corona-Hilfen drei Milliarden Euro zu. Alitalia hatte nach Berichten gerade eine Verlängerung der Kurzarbeit für knapp 7000 Mitarbeiter bis 2021 beantragt.

Update, 10. Oktober, 16.37 Uhr: Fußball-Nationalteam fliegt noch nachts zurück aus der Ukraine

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird direkt nach dem Nations-League-Spiel am Samstagabend in Kiew gegen die Ukraine die Heimreise aus dem Corona-Risikogebiet antreten. Der Abflug sei für 2 Uhr Ortszeit am Sonntag geplant, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wenige Stunden vor dem Anpfiff der Partie mit.

Um 4 Uhr deutscher Zeit soll der Charterflieger mit dem DFB-Tross in Köln landen. "Es gibt somit keine weitere Übernachtung in der Ukraine", schrieb der Verband. Ursprünglich sollte der Rückflug am späten Sonntagvormittag erfolgen. In Köln bestreitet die DFB-Auswahl am Dienstagabend eine weitere Partie in der Nations League gegen die Schweiz.

Update, 10. Oktober, 16.35 Uhr: Lettland lockert Corona-Einreisebeschränkungen

Lettland hat die coronabedingten Einreisebeschränkungen gelockert. Die Quarantänepflicht gilt von Samstag an nur noch für Einreisende aus Ländern, deren Infektionsrate pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen über der Rate Lettlands liegt. Bislang lag die Grenze bei 25. 

Nach der von der Gesundheitsbehörde in Riga am Freitagabend veröffentlichten Liste liegen nur vier Staaten unter dem lettischen Wert von 40,4: Finnland, Norwegen, Zypern und der Vatikan.

Wer aus anderen Ländern in das baltische EU-Land einreist, muss sich weiterhin für zehn Tage in Quarantäne begeben. Für Deutschland wurde in der wöchentlich aktualisierten Liste ein Wert von 41,5 angegeben. Auch besteht eine Registrierungspflicht bei der Ankunft.

Ein Schild mit einem Stoppzeichen und der Aufschrift "Iebrauksana tikai Covid-19 Analizu nodosanai" (Einfahrt nur zur Abgabe von Covid-19 Analyse) hängt an einer Schrankenanlagen an der Einfahrt zur Teststation an der Pauls-Stradins-Universitätsklinik in Riga.
Ein Schild mit einem Stoppzeichen und der Aufschrift "Iebrauksana tikai Covid-19 Analizu nodosanai" (Einfahrt nur zur Abgabe von Covid-19 Analyse) hängt an einer Schrankenanlagen an der Einfahrt zur Teststation an der Pauls-Stradins-Universitätsklinik in Riga.  © Alexander Welscher/dpa

Update, 10. Oktober, 16.21 Uhr: Tschechische Fußballspieler vor Nations-League-Spiel positiv getestet

Vor dem Nations-League-Spiel gegen Israel am Sonntag sind drei tschechische Nationalspieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie seien umgehend vom restlichen Team isoliert worden, teilte der tschechische Fußballverband am Samstag mit. Bei 16 weiteren Spielern fiel das Ergebnis unsicher aus, sodass sie im Laufe des Tages noch einmal getestet werden sollten.

Bisher konnten damit erst neun Spieler wie geplant aus Zypern, wo das Team am Mittwoch ein Vorbereitungsspiel absolviert hatte, nach Israel abreisen. Man unternehme alle denkbaren Schritte, damit die Begegnung zum ursprünglich geplanten Termin stattfinden könne, sagte ein Teamsprecher. Nationaltrainer Jaroslav Silhavy will am Sonntag bekanntgeben, wen er nachnominiert. In Israel gelten strenge Corona-Regeln und seit drei Wochen ein zweiter landesweiter Lockdown.

Auch Jaroslav Mihalik vom slowakischen Nationalteam ist positiv auf das Virus getestet worden, wie der slowakische Fußballverband am Samstag mitteilte. Mihalik wird demnach am Sonntag nicht gegen Schottland spielen. Der Verteidiger sowie ein Mitarbeiter des Teams befinden sich in Isolation.

Update, 10. Oktober, 15.23 Uhr: Offenbach kurz vor neuer Warnstufe - fast 500 neue Fälle in Hessen

Mit mehr als 70 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner an sieben aufeinanderfolgenden Tagen steuert Offenbach auf die höchste Warnstufe der Eskalationsskala des Landes zu. Das Sozialministerium gab am Samstag (Stand 0.00 Uhr) den Wert der sogenannten Inzidenz mit 70,4 an. 

Einen hohen Wert verzeichnet weiterhin Frankfurt mit 65,2. In beiden Städten gelten jetzt verschärfte Maßnahmen und Regeln. Mit 21 586 bestätigten Coronafällen in Hessen stieg die Zahl innerhalb eines Tages um 494 Fälle. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus stieg um zwei auf 559.

Das Eskalationskonzept der Landesregierung sieht beim Überschreiten verschiedener Inzidenzwerte gestaffelte Warnstufen vor. Ab einer Inzidenz von 20 ist dies etwa erhöhte Aufmerksamkeit. Über einem Wert von 35 sind weitere Beschränkungen möglich. Ab einem Wert von 50 greift laut Sozialministerium ein "konsequentes Beschränkungskonzept". Ab einem Wert von 75 übernimmt der Planungsstab des Sozialministeriums in Wiesbaden die Steuerung der medizinischen Lage.

Update, 10. Oktober, 15.10 Uhr: Reise nur mit Negativ-Test: Viel los bei Teststationen in Hot-Spots

Menschen mit Reiseplänen aus nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebieten haben an diesem Samstag für Andrang bei Testzentren gesorgt. Anlaufstellen am Kölner Hauptbahnhof und am Flughafen Köln/Bonn seien gut ausgelastet, sagte ein Stadtsprecher am Samstagmittag. Besonders der Hauptbahnhof war demnach am Samstag wegen der zentrale Lage in der Innenstadt für Abstriche besonders gefragt.

"Im Moment merken wir, dass die Leute vermehrt ankommen, insbesondere sind das Personen, die in den Urlaub fahren wollen", berichtete der Sprecher in Köln. Es müssten Wartezeiten von bis zu zwei Stunden in Kauf genommen werden. Es gebe aber noch Kapazitäten, die Lage vor Ort sei nicht chaotisch. Bis zu 300 Tests könnten am Hauptbahnhof täglich gemacht werden, dazu gebe es noch rund 100 Test-Reserven. Entspannter sei die Lage am Testzentrum am Flughafen.

Wie sechs weitere Städte und Kreise in NRW gilt Köln mit 54,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen seit diesem Samstag als Corona-Risikogebiet. 

In Solingen, ebenfalls über der kritischen Schwelle von 50 bei der 7-Tages-Inzidenz, sind die Testkapazitäten ausgeweitet worden. In der Lungenklinik Bethanien werden nun auch am Wochenende Abstriche gemacht. "Ich gehe von einer hohen Auslastung aus", sagte eine Stadtsprecherin am Samstag. Das "Solinger Tageblatt" hatte zuvor von langen Warteschlangen berichtet.

Andere Risikoregionen verwiesen Bürger, die in den Urlaub wollten, auf die Hausarztpraxen, so etwa Hagen oder der Kreis Recklinghausen. Ein Sprecher der Stadt Wuppertal empfahl, zum Testzentrum an den Düsseldorfer Flughafen zu fahren.

Köln gilt neuerdings auch als Corona-Risikogebiet. Entsprechend groß ist der Andrang vor am Testzentrum am Kölner Hauptbahnhof.
Köln gilt neuerdings auch als Corona-Risikogebiet. Entsprechend groß ist der Andrang vor am Testzentrum am Kölner Hauptbahnhof.  © Roberto Pfeil/dpa

Update, 10. Oktober, 14.58 Uhr: Sperrstunde in Berlin - Mehrere Betriebe von Polizei geschlossen

In der ersten Nacht mit der neuen Sperrstunde in Berlin haben Polizisten die Schließung mehrerer Betriebe veranlasst. Das sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Eine Bilanz mit Zahlen sollte demnach aber erst in der kommenden Woche vorliegen. 

Wie die Sprecherin erläuterte, rücken die Beamten nicht zu gesonderten Einsätzen aus, sondern kontrollierten die Sperrstunde im Rahmen ihrer üblichen Dienste. Im Fall von Verstößen würden Gewerbetreibende und Gäste angesprochen und Betriebe geschlossen. Für die nächste Zeit wolle die Polizei prüfen, ob sich lokale Schwerpunkte bilden, an denen dann gegebenenfalls verstärkt kontrolliert wird.

Mehrere Medien berichteten am Samstag von Verstößen gegen die neue Regelung. Manche Imbisse, Kneipen und Spätis seien trotz Sperrstunde offen geblieben, laut "Berliner Morgenpost" etwa auf der beliebten Ausgehmeile Simon-Dach-Straße in Friedrichshain. Wie der "Berliner Kurier" (Online) schrieb, soll es teils zu Diskussionen zwischen Betreibern und Polizisten gekommen sein. Beide Zeitungen berichten, dass in einem Restaurant am Kreuzberger Oranienplatz mehr als 80 Teilnehmer einer Feier nicht auf Anweisungen der Polizei reagiert haben sollen.

Die neue Infektionsschutzverordnung ist in der Nacht zum Samstag in Kraft getreten. Neben einer Sperrstunde zwischen 23.00 und 6.00 Uhr dürfen bei privaten Zusammenkünften in geschlossenen Räumen nur noch höchstens 10 statt bisher 25 Teilnehmer zusammenkommen. Neue Einschränkungen gelten auch für den Aufenthalt im Freien. Dort dürfen sich von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr nur noch fünf Personen versammeln. Grund für die verschärften Regeln ist der deutliche Anstieg der Corona-Fallzahlen in Berlin.

In der ersten Nacht mit der neuen Sperrstunde in Berlin haben sich noch lange nicht alle an die Regelung gehalten.
In der ersten Nacht mit der neuen Sperrstunde in Berlin haben sich noch lange nicht alle an die Regelung gehalten.  © Annette Riedl/dpa

Update, 10. Oktober, 14.42 Uhr: Mehr als 100 Menschen feiern Party in Trier trotz Corona-Beschränkung

Mehr als 100 junge Menschen haben in der Nacht zu Samstag trotz der Corona-Beschränkungen eine Party gefeiert. Die Veranstaltung habe "unter Missachtung jeglicher Vorsichtsmaßnahmen" in einem Partyraum im Stadtteil Feyen stattgefunden, teilte die Polizei mit. Anwohner hatten die Beamten um 3 Uhr nachts alarmiert.

Einige Partygäste seien beim Eintreffen der Beamten in einen nahegelegenen Wald geflüchtet. Die Polizei habe die Personalien von mehr als 70 Jugendlichen und jungen Erwachsenen festgestellt. Die Feiernden kamen laut Polizei unter anderem aus dem Raum Trier, Konz, Bitburg und Luxemburg. Die Polizei beendete die Feier und stellte die Musikbox sicher. 

"Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Veranstaltung möglicherweise einen kommerziellen Charakter hatte", teilte die Polizei am Samstag mit. Ein Verantwortlicher habe sich jedoch nicht zu erkennen gegeben, es werde weiter ermittelt.

Update, 10. Oktober, 14.19 Uhr: Söder zu Coronazahlen: Sind auf dem Weg zu exponentiellem Wachstum

CSU-Chef Markus Söder (CSU) hat die Menschen in Deutschland in der Corona-Pandemie dazu aufgerufen, umsichtig zu bleiben, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. "Leider sind wir auf dem Weg zu exponentiellem Wachstum, gerade in den Großstädten ist die Herausforderung sehr, sehr groß", sagte der bayerische Ministerpräsident am Samstag bei der Landesversammlung der Frauen-Union. Als Gründe nannte er unter anderem leichtsinniges Verhalten und eine nachlassende Disziplin beim Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln.

Mehrere Kommunen in Deutschland melden derzeit hohe Coronazahlen, darunter Großstädte wie Berlin, Frankfurt am Main oder Bremen. Als kritisch gilt ein Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Bewohnern innerhalb einer Woche. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen 4721 neue Corona-Infektionen gemeldet.

Bei der Beurteilung der Lage auf die Zahl der Krankenhausbetten abzustellen, die wegen Corona belegt sind, hält Söder für den falschen Weg. "Sind die Krankenhäuser voll, ist es zu spät", sagte er. Die jetzigen Infektionszahlen bildeten ohnehin die Lage von vor zwei Wochen ab. Inzwischen seien die Zahlen wahrscheinlich schon sehr viel höher. Zudem liefen die Kliniken in Spanien oder Frankreich gerade wieder voll.

"Es ist genau das Gleiche, wie vor einem halben Jahr. Bei uns ist die Entwicklung ähnlich, halt nur zeitversetzt", meinte Söder. Diesen zeitlichen Vorsprung dürfe man nicht verspielen, man müsse jetzt klug und umsichtig bleiben, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. "Wenn wir aber nichts tun und aufpassen, läuft es unweigerlich in diese Richtung." Söders Forderung deshalb: "Mehr Maske, weniger Alkohol, kleinere Versammlungen, kleinere Partys."

Markus Söder (CSU) ist der Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (CSU) ist der Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Update, 10. Oktober, 14.07 Uhr: US-Regierung verhinderte angeblich Maskenpflicht in Verkehrsmitteln

Die US-Regierung hat einem Bericht der "New York Times" zufolge eine Anordnung zur Maskenpflicht in allen öffentlichen und kommerziellen Verkehrsmitteln verhindert. Die von der Gesundheitsbehörde CDC vorbereitete Regelung sollte in Bussen, Zügen, U-Bahnen und Flugzeugen sowohl für Passagiere als auch Bedienstete gelten, wie die Zeitung erläuterte.

US-Präsident Donald Trumps Regierung habe den Vorschlag der Behörde aber abgelehnt, wie die "New York Times" am Freitagabend (Ortszeit) unter Berufung auf zwei Beamte berichtete. Die Anordnung einer Maskenpflicht sei Sache der Bundesstaaten und Kommunen, die die Corona-Lage vor Ort am besten einschätzen könnten, wurde ein Vertreter des Weißen Hauses zur Begründung zitiert. Die Vorschrift sollte demnach auch für alle Bahnhöfe und Flughäfen gelten.

Die praktische Relevanz der Blockade des Weißen Hauses dürfte sich aber in Grenzen halten, denn in den meisten Verkehrsmitteln und öffentlichen Gebäuden gibt es eine Maskenpflicht - auch wenn es dazu keine einheitliche Regelung für alle 50 Bundesstaaten gibt.

Daten der Universität Johns Hopkins zufolge haben sich in dem 330- Millionen-Einwohner-Land bislang rund 7,7 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 214.000 Menschen starben nach einer Infektion.

US-Präsident Donald Trump ist selbst am Coronavirus erkrankt, will die Gefahr aber nicht allzu ernst nehmen.
US-Präsident Donald Trump ist selbst am Coronavirus erkrankt, will die Gefahr aber nicht allzu ernst nehmen.  © Alex Brandon/AP/dpa

Update, 10. Oktober, 14 Uhr: Gesundheitsämter suchen Personal - Ärztekammer für Quereinstieg

Die Gesundheitsämter brauchen mehr Mediziner - ein Beitrag dazu kann aus Sicht der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ein Quereinstieg in den öffentlichen Gesundheitsdienst sein. Die Kammerversammlung verständigte sich am Samstag in Magdeburg darauf, den Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung des Landes zu beauftragen, entsprechende Kriterien aufzustellen, wie ein Sprecher sagte.

So gehe es darum, die Weiterbildung zum Facharzt für öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu vereinfachen. Mit dem Quereinstieg sollten Mediziner erreicht werden, die sich in ihrem Berufsleben neu orientieren wollten. Das könnten Ärztinnen und Ärzte sein, die aus gesundheitlichen oder familiären Gründen aus dem Klinikdienst ausscheiden oder die Praxis ‎aufgeben möchten‎, wie die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Simone Heinemann-Meerz‎, erklärte.

Laut einem Pakt von Bund und Ländern für den öffentlichen Gesundheitsdienst sollten bis Ende 2021 mindestens 1500 unbefristete ärztliche Vollzeitstellen geschaffen werden. Laut der Ärztekammer wird es absehbar schwierig sein, diese Stellen zu besetzen. Wichtig sei eine verbesserte und wettbewerbsfähige Vergütung. Die Tarifverträge des Landes reichten nicht. "Die für das Bundesgebiet in Aussicht gestellten vier Milliarden Euro müssen im Land ankommen", forderte die Ärztekammerpräsidentin Heinemann-Meerz‎.

Update, 10. Oktober, 13.58 Uhr: Erstmals mehr als 5000 Corona-Neuinfektionen in Polen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen erstmals die 5000er-Marke überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 5300 neue Fälle hinzu, die meisten davon in der Woiwodschaft Masowien, die auch die Hauptstadt Warschau umfasst. Das teilte das polnische Gesundheitsministerium am Samstag mit. Im gleichen Zeitraum starben 53 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 2972 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner - etwa halb so viele wie Deutschland. Polen ist das einzige Nachbarland der Bundesrepublik, das bisher vom Auswärtigen Amt in Berlin noch nicht ganz oder teilweise als Risikogebiet eingestuft wurde.

Seit Samstag gilt im gesamten Land wieder eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit - sogar im Freien. Zudem dürfen an Feiern maximal 75 Menschen teilnehmen. In sogenannten roten Zonen sind die Auflagen strenger, unter anderem müssen Bars und Restaurants um 22.00 Uhr schließen.

In Polen gab es zuletzt innerhalb von 24 Stunden mehr als 5000 neue Corona-Infektionen und 53 Tote in Folge einer Covid-Erkrankung.
In Polen gab es zuletzt innerhalb von 24 Stunden mehr als 5000 neue Corona-Infektionen und 53 Tote in Folge einer Covid-Erkrankung.  © Czarek Sokolowski/AP/dpa

Update, 10. Oktober, 13.55 Uhr: 98 Neuinfektionen: Hamburg verschärft Maskenpflicht

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verschärft Hamburg ab Montag die Maskenpflicht. In öffentlichen Gebäuden und in Gastronomiebetrieben müsse grundsätzlich ein Mund-Nase-Schutz getragen werden, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Samstag. Auf öffentlichen Plätzen mit starkem Menschenandrang und auf Demonstrationen werde ebenfalls eine Maskenpflicht gelten.

Senatssprecher Marcel Schweitzer kündigte an, im Internet werde eine Karte mit den jeweils betroffenen Straßen und Plätzen zu sehen sein. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärte, der Senat wolle schärfere Maßnahmen wie Sperrstunden nach Möglichkeit vermeiden. Die Gastronomie sei aber ein Bereich, in dem sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus ansteckten. 

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen ist in Hamburg nach Angaben der Gesundheitsbehörde vom Samstag leicht gesunken, und zwar von 39,5 auf 38,8. Dieser sogenannte Inzidenzwert liegt damit dennoch den dritten Tag in Folge über 35.

In Hamburger Krankenhäusern wurden nach Angaben vom Freitag 60 Covid-19-Patienten behandelt. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen lag bei zwölf. Diese Daten werden am Wochenende nicht aktualisiert.

Update, 10. Oktober, 13.52 Uhr: Gegner von Corona-Maßnahmen ziehen schweigend durch Berlin

Zahlreiche Gegner der Corona-Politik in Deutschland sind schweigend durch Berlin gezogen. Es seien mehrere Tausend Teilnehmer vor Ort, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Angemeldet war die Demonstration, die am Mittag am Adenauerplatz startete, unter dem Titel "Schweigemarsch gegen Rassismus und für unsere Menschenrechte". Vom Anmelder angekündigt waren laut Polizei 20.000 Teilnehmer. Ziel sollte am Nachmittag der Große Stern sein.

Die Teilnehmer des Marsches hielten Abstand zueinander und trugen größtenteils Mund-Nasen-Schutz, als sie den Kurfürstendamm entlangliefen. Es gab zunächst keine politischen Bekundungen. Teilnehmer waren im Online-Aufruf zur Demo dazu angehalten worden, Schilder, Banner, Fahnen und Kleidung mit Parolen und Symbolen zu Hause zu lassen. Im ersten Block wolle man "möglichst ausschließlich Frauen laufen lassen", hieß es.

"Wir sind ein bunter Mix verschiedener Menschen, welche fernab von allen politischen Ausrichtungen, Ethnien oder Einkommensverhältnissen, mit der Politisierung des Coronavirus und der daraus erfolgten Einschränkung unserer Menschenrechte nicht einverstanden sind", hieß es im Aufruf. Dieser wurde zum Beispiel auch im Telegram-Kanal des Vegan-Kochs Attila Hildmann geteilt, der sich selbst "ultrarechts" und einen Verschwörungsprediger nennt.

Die Teilnehmerinnen an der Spitze des Zuges hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Wir müssen reden!". Nach Angaben auf der Website des Marsches wird Gesprächsbedarf zum Beispiel in Hinblick darauf gesehen, "dass die Pandemie von nationaler Tragweite beendet wird - ohne Impfstoff!". Es reiche mit "permanenten Angstkampagnen".

Teilnehmer der Demonstration "Wir müssen reden" laufen in einem Schweigemarsch durch die Berliner Innenstadt, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren.
Teilnehmer der Demonstration "Wir müssen reden" laufen in einem Schweigemarsch durch die Berliner Innenstadt, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 10. Oktober, 13.47 Uhr: Rom will neuen Corona-Lockdown mit verschärften Verboten vermeiden

Italiens Regierung bereitet nach Medienberichten eine erneute Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen vor, um den steilen Anstieg der Ansteckungszahlen zu bremsen. Rom plane ein striktes Verbot von Gruppen im Freien vor Bars und Restaurants, hieß es am Samstag in verschiedenen italienischen Zeitungen. Außerdem solle die Teilnehmerzahl für private Feiern stark begrenzt werden. 

Damit wolle Rom einen zweiten großen Lockdown vermeiden. Die Regierung von Premier Giuseppe Conte hatte im März für viele Wochen Wirtschaft und Leben in dem 60-Millionen-Einwohner-Land stark eingeschränkt.

Die Zeitung "Corriere della Sera" schrieb, bisherige Regeln gegen abendliche Menschengruppen vor Lokalen seien in größeren Städten zunehmend missachtet worden. Jetzt erwäge die Regierung, das Stehen draußen vor Bars und Restaurants ganz zu verbieten. Dort würden Gäste dann nur noch an Tischen mit viel Abstand sitzen dürfen. Noch verhandelt das Kabinett intern über die Details möglicher Schutzmaßnahmen. Ein neues Dekret dürfte aber bis zum 15. Oktober fertig sein, berichtete die Zeitung.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hatte in Italien am Freitag die Schwelle von 5000 Fällen übersprungen und damit wieder die Höhe vom März erreicht. Besonders besorgt waren die Behörden in der lombardischen Hauptstadt Mailand, wo die Zahlen sprunghaft stiegen. Politiker dort appellierten an junge Leute, sich an die Schutzregeln zu halten.

Die Behörden zählten insgesamt 5372 neue Ansteckungen binnen 24 Stunden in Italien. Außerdem wurden 28 neue Covid-Tote registriert. Seit einigen Tagen klettern die Zahlen in dem Land, das zu Beginn der Pandemie Europas Corona-Hotspot war, stärker als in den Wochen davor. Insgesamt zählte Italien fast 344.000 Infektionen und mehr als 36.100 Covid-Tote. Seit kurzem gilt in ganz Italien auch im Freien eine Maskenpflicht.

In Italien wurden vor Kurzem zum ersten mal seit März wieder mehr als 5000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet.
In Italien wurden vor Kurzem zum ersten mal seit März wieder mehr als 5000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet.  © -/XinHua/dpa

Update, 10. Oktober, 13.42 Uhr: Ukraine-Coach nominiert vor Deutschland-Spiel Torhüter nach

Nach zahlreichen Corona-Fällen in der ukrainischen Fußball-Nationalmannschaft hat Trainer Andrej Schewtschenko vor dem Duell mit Deutschland einen Torhüter der U21-Auswahl nachnominiert. Der für Worskla Poltawa spielende Dmitri Risnyk reise zur Mannschaft nach, teilte der Verband am Samstag in Kiew mit. Zuvor hatten Trainer Schewtschenko vor allem Sorgen im Tor geplagt.

Drei Keeper, darunter Stammtorwart Andrej Pjatow, können wegen Infektionen mit dem Coronavirus in dem Nations-League-Duell am Samstag (20.45 Uhr/ARD) nicht eingesetzt werden. Am vergangenen Mittwoch beim 1:7-Debakel im Testspiel gegen Frankreich hatte Schewtschenko den 45-jährigen Torwarttrainer Alexander Schowkowski auf die Ersatzbank gesetzt. Auch auf anderen Positionen fielen Stammspieler durch Verletzungen oder nach positiven Corona-Tests aus.

Update, 10. Oktober, 13.29 Uhr: Ministerpräsident Ramelow: Umverteilung muss auf die Tagesordnung

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hat in der Corona-Krise Gerechtigkeit gefordert. Der Verteilungsprozess - dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden - dürfe nicht als gottgegebenes Gesetz hingenommen werden, sagte er am Samstag auf einem Parteitag der sächsischen Linken in Plauen. 

Das Thema Umverteilung müsse wieder auf die Tagesordnung. Gewerkschaften würden keine unbotmäßigen Forderungen stellen. Wenn man das Wort Umverteilung in den Mund nehme, werde man schnell als Kommunist bezeichnet. Man könne das aber auch christlich nennen.

"Corona zeigt nur auf, was vor der Krise schon falsch gelaufen ist", sagte Ramelow. Wenn sich Gesundheitsvorsorge an Börsenkursen und Börsenerträgen orientiere, sei das falsch. Die Ideologie "Privat vor Staat" sei ein Irrweg. Manche Themen seien leider nie gesamtdeutsch diskutiert worden. Als Beispiel nannte er die aus DDR-Zeiten stammenden Polikliniken und das System der Gemeindeschwestern auf dem Lande, die sich auch um soziale Belange gekümmert hätten. Das wären auch "gute Antworten" für ganz Deutschland gewesen.

Ramelow zufolge müssen die Linken die Gerechtigkeitsfrage immer wieder stellen. «Bildung und Betreuung muss in ganz Deutschland beitragsfrei sein», stellte er eine Forderung besonders heraus. Zur Gerechtigkeit gehöre auch, Ungerechtigkeit zu thematisieren. Während man von Hartz IV-Empfängern verlange, dass sie alles auf den Tisch legen, würden Reiche immer nur so viele Daten und Informationen über sich preisgeben, wie sie wollen. Die mit Hartz IV einhergehenden Restriktionen seien eine menschliche Tragödie.

Bodo Ramelow (Die Linke) ist der Ministerpräsident von Thüringen.
Bodo Ramelow (Die Linke) ist der Ministerpräsident von Thüringen.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Oktober, 13.15 Uhr: Elke Büdenbender fehlen in Corona-Zeiten Umarmungen

Elke Büdenbender fehlen in der Corona-Pandemie Umarmungen. In einem Interview mit der "Berliner Zeitung" sagte die Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64): "Das machen wir konsequent nicht mehr, auch nicht mit guten, engsten Freunden, weil es zu gefährlich ist. Aber es ist schade."

Die 58-Jährige lebt mit einer gespendeten Niere ihres Mannes und gehört daher zur Corona-Risikogruppe. Sie empfindet die Einschränkungen jedoch als nicht so groß. "Ich trage jetzt natürlich eine Maske, das ist hinzugekommen." Seit der Transplantation habe sie immer Desinfektionsmittel und Tücher dabei.

Dass in Berlin eine Sperrstunde beschlossen wurde, kann die 58-Jährige nachvollziehen. Sie könne zwar verstehen, wenn junge Menschen raus wollten. "Aber wir leben in einer Pandemie, das ist ein absoluter Ausnahmezustand. (...) Die Jüngeren müssen sich darüber klar sein, dass sie Verantwortung für das Leben anderer Menschen tragen", sagte Büdenbender der "Berliner Zeitung".

Elke Büdenbender ist die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Elke Büdenbender ist die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Oktober, 12.52 Uhr: Dobrindt fürchtet «faktischen Lockdown» - Kritik an Berlin

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sieht angesichts der deutlich steigenden Corona-Infektionszahlen die Gefahr eines Lockdowns. "Die aktuellen Corona-Zahlen zeigen: Die Befürchtungen sind real, dass wir im Dezember zu täglichen Infektionszahlen von über 19.000 kommen können, wenn wir politisch nicht entschlossen handeln", sagte Dobrindt am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir müssen eine solche Entwicklung dringend vermeiden, um nicht in eine Art faktischen Lockdown zu kommen, weil sich zu viele Menschen in Deutschland gleichzeitig in Quarantäne aufhalten müssen." Gerade in Großstädten wie Berlin lasse die Disziplin erkennbar nach, und die Stadtpolitik mache erhebliche Fehler, kritisierte der CSU-Politiker. 

Dobrindt nannte die Zulassung großer Feiern und Festivals sowie fehlende Kontrollen bei der Einhaltung von Hygiene-Regeln. "Das alles trägt leider erheblich zur Verbreitung des Virus bei. Lokale Ausbrüche müssen aber gerade lokal und konsequent bekämpft werden. Bayern hat mit Garmisch und München gezeigt, wie das gelingen kann. Der Berliner Senat scheint hier vollkommen neben der Spur zu sein." 

Alexander Dobrindt ist CSU-Landesgruppenvorsitzender im Bundestag.
Alexander Dobrindt ist CSU-Landesgruppenvorsitzender im Bundestag.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 10. Oktober, 12.33 Uhr: Corona-Ansteckungen steigen stark an - Kritischer Wert in Oder-Spree

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus steigt in Brandenburg weiter stark an. Innerhalb eines Tages seien 97 bestätigte neue Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag (Stand 11.00 Uhr) in Potsdam mit. Tags zuvor waren es landesweit 90 Neuinfektionen und am Donnerstag 55. Die weitaus meisten neuen Infektionen zählte wie am Vortag der Landkreis Oder-Spree im Südosten von Berlin mit 22.

Mit rechnerisch 39,1 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen hat der Landkreis zudem den kritischen Schwellenwert von 35 überschritten. Damit müssen dort von Sonntag an schärfere Corona-Regeln in Kraft treten. Eine Bestätigung vom Gesundheitsministerium gab es dafür zunächst nicht. Für ganz Brandenburg stieg der Wert um 2,1 auf 15,3.

Das Landeskabinett hatte am Dienstag beschlossen, dass bei Überschreiten der kritischen Marke von 35 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen in Landkreisen und kreisfreien Städten eine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden gilt, wenn man nicht am festen Platz ist und der Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. Außerdem dürfen nur noch 50 Menschen an Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen teilnehmen. Zuhause in Wohnung oder Garten liegt die Obergrenze bei 25 Teilnehmern. In Gaststätten gilt dort ab Sonntag die Maskenpflicht für Beschäftigte mit Gästekontakt sowie für Gäste, die nicht am Tisch sitzen - auch bei geschlossenen Gesellschaften.

Die Zahl der Menschen, die aktuell an Covid-19 erkrankt sind, stieg um 94 auf 591. Seit März wurden insgesamt 4812 Corona-Infektionen in Brandenburg gezählt. Bisher starben 174 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, als genesen gelten geschätzt 4047 Menschen.

In Grünheide im Brandenburger Landkreis Oder-Spree entsteht die künftige Tesla Giga-Factory von Elon Musk. Nun hat die Gegend aber erstmal den kritischen Schwellenwert an Corona-Neuinfektionen überschritten.
In Grünheide im Brandenburger Landkreis Oder-Spree entsteht die künftige Tesla Giga-Factory von Elon Musk. Nun hat die Gegend aber erstmal den kritischen Schwellenwert an Corona-Neuinfektionen überschritten.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Oktober, 12.24 Uhr: Ausbreitung von Corona in Schleizer Wohnheim eingedämmt

Eine Woche nach einem Corona-Ausbruch in einer Schleizer Wohnstätte für Menschen mit Behinderung ist das Infektionsgeschehen nach Ansicht des Saale-Orla-Kreises im Griff. "Die in der Wohnstätte ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung scheinen zu wirken", erklärte Amtsarzt Torsten Bossert am Samstag. 

Am Mittwoch seien ein zweites Mal Abstriche für Corona-Tests von allen Heimbewohnern und Mitarbeitern genommen worden. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass sich das Virus nicht weiter ausbreiten konnte. Demnach sei nur bei einer Heimbewohnerin eine Neuinfektion festgestellt worden.

Der Corona-Ausbruch war am ersten Oktoberwochenende bekannt geworden. Mehr als 20 Menschen hatten sich infiziert - darunter auch Mitarbeiter des Heims. Die gesamte Einrichtung wurde in Quarantäne gestellt. Davon betroffen waren mindestens 80 Menschen.

Update, 10. Oktober, 12.17 Uhr: Riexinger: Mehr soziale Gerechtigkeit im Kampf gegen Corona-Folgen

Der scheidende Linken-Parteichef Bernd Riexinger hat beim Parteitag des Landesverbandes Bayern seiner Partei im Kampf gegen die Corona-Krise mehr Augenmerk für die soziale Gerechtigkeit gefordert. 

"Klatschen wie die Verrückten" bringe niemanden eine wirkliche Verbesserung, sagte Riexinger am Samstag in Erlangen. Pflegepersonal in Krankenhäusern und andere Berufsgruppen müssten mit deutlich mehr Einkommen belohnt werden, damit müsse der Einstieg in eine Verbesserung für unterbezahlte Berufe generell geschaffen werden.

Riexinger kritisierte die Politik der Bundesregierung bei der Rettung von Unternehmen in der Krise. "Dass man an die Lufthansa neun Milliarden Euro gibt, aber keine Bedingungen stellt an Arbeitsbedingungen und Klimaschutz – das muss in eine andere Richtung gehen", sagte der Linken-Parteichef.

Unternehmen, die staatliches Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten in Anspruch nehmen, dann aber Personalabbau und Standortverlagerung in Billiglohnländer vorantreiben, müssten zur Kasse gebeten werden. Er warnte vor einer zweiten ökonomischen Corona-Welle, die vor allem die Beschäftigten treffe - über Entlassungen, Insolvenzen und Standortschließungen.

Bernd Riexinger ist Bundesvorsitzender der Partei Die Linke.
Bernd Riexinger ist Bundesvorsitzender der Partei Die Linke.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Oktober, 12.13 Uhr: Hamburger Corona-Inzidenzwert steigt auf 38,8 - 98 Neuinfektionen

Der sogenannte Corona-Inzidenzwert in Hamburg ist am Samstag nach Angaben der Gesundheitsbehörde auf 38,8 gestiegen. Die Anzahl neuer Ansteckungen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner liegt damit nun den dritten Tag in Folge über 35. Der Senat hatte für den Fall ab Montag eine verschärfte Maskenpflicht in Restaurants, Läden und auf gut besuchten öffentlichen Plätzen beschlossen.

Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie bestätigten Infektionen erhöhte sich auf 8911, wie die Gesundheitsbehörde am Samstag weiter mitteilte. Am Freitag waren 145 Corona-Ansteckungen hinzugekommen. Etwa 7000 Infizierte können nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen werden, so viele wie am Vortag.

In Hamburger Krankenhäusern wurden nach Angaben vom Freitag 60 Covid-19-Patienten behandelt. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen lag bei zwölf. Diese Daten werden am Wochenende nicht aktualisiert.

Bislang starben nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf 241 Menschen an Covid-19. Die Zahl blieb auch am Samstag unverändert. Das RKI zählte für Hamburg 277 Tote, einer mehr als am Vortag.

Update, 10. Oktober, 12.02 Uhr: Hunderte Berliner Polizisten in Quarantäne laut GdP

In Berlin sind nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zur Zeit 28 Polizisten mit dem Coronavirus infiziert und an die 300 in Quarantäne. Die Zahlen stammen aus einem Begleitgremium der Berliner Sicherheitskräfte, an dem die GdP teilnehme, wie Gewerkschaftssprecher Benjamin Jendro am Samstag mitteilte. 

Demnach seien 87 Mitarbeiter in angeordneter Quarantäne und 184 Polizisten in vorsorglicher Isolation. Die Berliner Polizei konnte am Samstag die Zahlen zunächst nicht bestätigen.

Die Arbeitssituation der Beamten habe sich seit Beginn der Pandemie verbessert. "Es gibt jetzt flexiblere Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zum Ausweichen ins Homeoffice - dort wo es machbar ist", sagte Jendro der Deutschen Presse-Agentur. 

Schutzmasken für Mund und Nase sowie Desinfektionsmittel seien in ausreichender Menge vorhanden. "Den direkten Bürgerkontakt wird man natürlich nicht verhindern können". Bei größeren Einsätzen müssten Hundertschaften vollzählig bereit stehen, trotz Corona.

28 Berliner Polizisten sind zurzeit mit dem Coronavirus infiziert.
28 Berliner Polizisten sind zurzeit mit dem Coronavirus infiziert.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 10. Oktober, 11.56 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen steigt

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nimmt auch in Niedersachsen weiter zu. Wie das Gesundheitsministerium in Hannover am Samstag mitteilte, kletterte die Zahl der laborbestätigten Covid-19-Fälle um 303 auf insgesamt 22.656 (Stand: 10.10.2020 9.00 Uhr). 

Der sogenannte 7-Tages-Inzidenzwert, der die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angibt, lag den Angaben zufolge landesweit bei 20,4. 

Allerdings gab es von den insgesamt 37 Landkreisen inklusive der Region Hannover mehrere Landkreise, die den kritischen Schwellenwert von 50 teils deutlich überschritten. Dazu zählten am Samstag die Kreise Cloppenburg mit einem Wert von 90,8, Grafschaft Bentheim (53,2) und Wesermarsch (62,1) sowie die kreisfreie Stadt Delmenhorst (67,0).

Auch die Stadt Bremen lag weiter über dem Schwellenwert von 50. Dort hatte der Senat am Freitag als Gegenmaßnahme unter anderem eine Sperrstunde und ein Alkoholverkaufsverbot zwischen 23.00 und 6.00 angeordnet. Am Freitagabend hatte die Behörden in Bremen den Inzidenzwert für die Hansestadt mit 66,4 angegeben.

Update, 10. Oktober, 11.37 Uhr: U21 mit Personalsorgen - Kuntz erwägt weitere Nachnominierungen

Die Personalsorgen der deutschen U21-Nationalmannschaft nach einem Corona-Fall innerhalb der Mannschaft haben sich noch einmal vergrößert. "Der eine oder andere Spieler sieht so aus, als wäre er angeschlagen oder eventuell krank", sagte Nationaltrainer Stefan Kuntz im TV-Sender ProSieben Maxx nach dem 5:0-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Moldau. Kapitän Dennis Geiger musste am Freitag nach gut 50 Minuten angeschlagen ausgewechselt werden.

Nach dem positiven Corona-Test bei einem U21-Spieler waren der betroffene Fußball-Profi und seine direkten Kontakte nicht mit nach Moldau gereist, Kuntz musste daher mit einem Kader von 17 Profis auskommen. "Jetzt müssen wir in Ruhe darüber nachdenken, ob wir noch nachnominieren können und wer dann überhaupt noch infrage kommt", sagte der 57-Jährige mit Blick auf die Partie gegen Bosnien-Herzegowina am Dienstag (18.15 Uhr/ProSieben Maxx) in Fürth.

"Bosnien wird ein etwas stärker Gegner sein", prophezeite Kuntz. Für die U21 geht es in der EM-Qualifikation nach zwei Niederlagen gegen Tabellenführer Belgien vor allem darum, den zweiten Platz zu sichern. Dafür wäre ein Sieg am Dienstag gegen den direkten Konkurrenten enorm wichtig. Die neun Gruppensieger sowie die fünf besten Zweiten qualifizieren sich für die EM-Endrunde 2021.

Am kommenden Dienstag spielt die deutsche U21-Nationalmannschaft gegen Bosnien-Herzegowina .
Am kommenden Dienstag spielt die deutsche U21-Nationalmannschaft gegen Bosnien-Herzegowina .  © STR/dpa

Update, 10. Oktober, 11.26 Uhr: Linke-Chefin sieht ihre Partei in Sachsen wieder gestärkt

Die sächsischen Linken sehen sich ein Jahr nach ihrer Schlappe bei der Landtagswahl auf dem Weg zurück zu alter Stärke. "Ich glaube, es zeigt sich ein rötlicher Silberstreif am Horizont", sagte Parteichefin Susanne Schaper am Samstag auf einem Linken-Parteitag in Plauen. 

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar sehe die Partei erstmals seit langer Zeit mit 19 Prozent wieder auf Platz 2 der Wählergunst in Ostdeutschland. Bei der Landtagswahl 2019 in Sachsen waren die Linken von 18,9 Prozent (2014) auf 10,4 Prozent abgestürzt.

Schaper verwies auf gute Resultate der Linken bei Bürgermeisterwahlen im Freistaat: "Wir sind nur dort stark, wo wir auf kommunaler Ebene präsent und für die Menschen in ihren alltäglichen Problemen ansprechbar sind. Das ist das Rezept, um an alten Erfolgen anzuknüpfen." Dafür müsse die Partei "noch mehr in die Fläche kommen". Es gebe zu viele Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen, ohne dass ein linker Kandidat zur Wahl stehe. "Wir sind die Linke und wir sind wieder im Kommen. Gehen wir es an", sagte Schaper.

Parteivorsitzender Stefan Hartmann forderte einen Lastenausgleich zur Bewältigung der Corona-Krisenfolgen. Dieser Ausgleich müsse zuallererst und vor allem die Riesenvermögen heranziehen, "damit es nicht schon wieder die kleinen Leute sind, die am Ende in die Röhre gucken". Die Linken kämpften nicht für Prozente oder Mandate, sondern für die Interessen der vielfältigen Mehrheit der Menschen im Land - für die, "die nicht auf dem Geldsack sitzen und mit den Beinen baumeln".

Susanne Schaper ist die Parteichefin der sächsischen Linken.
Susanne Schaper ist die Parteichefin der sächsischen Linken.  © Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Oktober, 11.15 Uhr: Iran führt Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Regeln ein

Der Iran hat nach langem Hin und Her nun doch Bußgelder bei Verstößen gegen die Corona-Regeln eingeführt. Die Geldstrafen gelten vorerst nur für die Hauptstadt Teheran, könnten aber auch auf das ganze Land ausgeweitet werden, sagte Präsident Hassan Ruhani am Samstag. Außerdem dürfen die Iraner außerhalb ihrer Wohnungen die Schutzmasken nicht mehr abnehmen. Ab Samstag ist auch die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Taxis ohne Maske strikt verboten.

Bei Nichteinhaltung von Maskenpflicht und Mindestabstand müssen die Bewohner der Hauptstadt jedes Mal zwischen 500.000 und 2 Millionen Rial zahlen, Geschäfte sogar zwischen 3 und 10 Millionen Rial, sagte der Präsident im Staatsfernsehen. Umgerechnet wären das zwar nur zwischen 1,70 und 6 beziehungsweise 9 und 30 Euro, aber für iranische Verhältnisse sind die Beträge in der derzeit akuten Wirtschaftskrise relativ hoch.

Die Einführung der Bußgelder erfolgte nach dem erneuten sprunghaften Anstieg der Corona-Fallzahlen im Iran. Alle 20 bis 25 Sekunden wird eine Neuinfektion registriert, alle fünf bis sieben Minuten ein Todesfall. Die führte auch zu Engpässen bei der medizinischen Versorgung der Patienten, besonders in der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern. Seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar liegt die Zahl der Infizierten bei fast einer halben Million, die der Corona-Toten bei mehr als 28.000, so das Gesundheitsministerium.

Wer sich im Iran nicht an die Corona-Regeln hält muss umgerechnet bis zu sechs Euro Strafe bezahlen.
Wer sich im Iran nicht an die Corona-Regeln hält muss umgerechnet bis zu sechs Euro Strafe bezahlen.  © Ahmad Halabisaz/XinHua/dpa

Update, 10. Oktober, 11.12 Uhr: NRW will kostenfreie Corona-Tests für Urlauber aus Hotspots im Land

Das Land Nordrhein-Westfalen will in den Herbstferien kostenlose Testmöglichkeiten für Deutschland-Reisende aus nordrhein-westfälischen Risikogebieten ermöglichen. Das Gesundheitsministerium habe am Freitag einen entsprechenden Erlass an die Kommunen versendet, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag mit.

Wer aus einer Region komme, in der der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche erreicht oder überschritten sei und für eine innerdeutsche Reise einen negativen Test brauche, solle sich kostenfrei testen lassen können. Die Laborkosten werden aus dem Gesundheitsfonds des Bundes übernommen, das Land trägt die Abstrichkosten der Ärzte, hieß es weiter. Die "Westfalenpost" hatte zuvor berichtet.

Mehrere Bundesländer haben für Reisende aus den Hotspots Beschränkungen beschlossen. So dürfen in den meisten Ländern Urlauber aus Gebieten mit Neuinfektionszahlen über der kritischen Grenze von 50 pro 100.000 pro Woche nur dann beherbergt werden, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Nordrhein-Westfalen startet an diesem Wochenende in die zweiwöchigen Herbstferien.

Als Risikogebiet eingestuft waren am Samstagmorgen in Nordrhein-Westfalen sieben Städte und Kreise - darunter die Millionenstadt Köln. Ein Sprecher der Stadt ging am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur davon aus, dass die bereits bestehenden Testzentren einen zusätzlichen Andrang auffangen könnten. Insbesondere am Flughafen und am Bahnhof seien die Kapazitäten zuletzt nicht ausgeschöpft worden.

Update, 10. Oktober, 11.08 Uhr: Rundflug im Dreamliner - Qantas fliegt Passagiere über Australien

Fliegen in Corona-Zeiten: Angesichts der vielfachen Reisebeschränkungen wegen der Pandemie ist die australische Fluggesellschaft Qantas am Samstag mit 150 Passagieren zu einem Rundflug über das eigene Land gestartet. Die Boeing 787-9 Dreamliner hob am Vormittag vom internationalen Flughafen in Sydney ab, wo sie sieben Stunden später auch wieder landen sollte.

Die Flugroute führte zunächst nordwärts die Küsten der Bundesstaaten New South Wales und Queensland entlang und dann zu dem berühmten Inselberg Uluru (früher bekannt als Ayers Rock) im Zentrum des fünften Kontinents. Durch die großen Fenster des Dreamliners sollten die Passagiere Sehenswürdigkeiten wie den Uluru, das Great Barrier Reef und den Hafen von Sydney von oben bestaunen können.

Die zweistrahlige Boeing 787 ist eigentlich ein Langstreckenjet. Kapitän Alex Passerini sagte vor dem Start, dass die Crews zwar schon oft über die Sehenswürdigkeiten hinweg geflogen seien, allerdings in der üblichen Flughöhe von 35.000 Fuß (10 700 Metern). Während des Rundflugs sollte es an einigen Punkten bis auf 4000 Fuß (knapp 1220 Meter) runtergehen. "Wir werden das Flugzeug so ausrichten, dass Passagiere auf beiden Seiten eine großartige Aussicht haben, besonders auf den Uluru, nachdem wir eine spezielle Überfluggenehmigung bekommen haben", sagte Passerini.

Wegen der Corona-Pandemie sind in Down Under seit Monaten nicht nur die Grenzen für Besucher aus dem Ausland geschlossen, auch Reisen zwischen den einzelnen Bundesstaaten sind größtenteils verboten. Nach Angaben der Verbraucherorganisation ACCC ist die Zahl der Flugpassagiere im April um 95 Prozent gegenüber dem Vorjahrsmonat gefallen. Die Tickets für den Rundflug waren im Nu ausverkauft. In der Economy-Klasse kosteten sie ab 780 australische Dollar (480 Euro), ein Sitz in der Business-Klasse war ab knapp 3800 australische Dollar (2300 Euro) zu haben.

Update, 10. Oktober, 10.52 Uhr: Corona-Anhörungen in Sachsen: SPD will langfristige Krisenvorsorge

Die sächsische SPD hat sich angesichts der Erfahrungen aus der Corona-Krise für eine langfristige Krisenvorsorge ausgesprochen. "Wir werden auch in den kommenden Monaten, vielleicht sogar Jahren, immer wieder kurzfristige Maßnahmen ergreifen müssen", sagte die Landtagsabgeordnete Simone Lang am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. "Gerade im Bereich des Sozialen hat sich in der Hochphase der Pandemie gezeigt, wie wichtig funktionierende Strukturen und der Zusammenhalt in unserem Land sind."

Systemrelevanz dürfe kein Schlagwort der Krise bleiben, betonte Lang, die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion ist. Mit dem Haushalt 2021/22 müsse sichergestellt werden, dass Bewährtes erhalten und Lücken geschlossen werden: "Das ist der Freistaat nicht nur den vielen Menschen schuldig, die sich beruflich oder ehrenamtlich um andere kümmern."

Am Montag beginnen im Landtag eine Reihe öffentlicher Anhörungen zur Bewältigung der Corona-Krise. Dabei geht es um das Krisenmanagement, die verfügten Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie und die vom Land organisierten Hilfen. Den Anfang macht der Ausschuss für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als Sachverständige sind Vertreter der Landesärztekammer, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, des Kinderschutzbundes Sachsen und einer Pflegeeinrichtung eingeladen.

"Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren wirksam, haben aber auch erhebliche Belastungen für alle mit sich gebracht. Deshalb ist es wichtig, die gemeinsamen Erfahrungen öffentlich auszuwerten und eine gründliche Bilanz zu ziehen", sagte Lang. Gleichzeitig habe die Krise Maßnahmen und Anpassungen möglich gebracht, die vorher kaum denkbar waren: "Hier lohnt es sich genauer hinzusehen und zu überlegen, welche Veränderungen auch nach der Pandemie beibehalten werden sollten."

Update, 10. Oktober, 10.33 Uhr: Schon wieder Rekord: Mehr als 8500 neue Corona-Fälle in Tschechien

In Tschechien steigen die Corona-Infektionszahlen heftig weiter an. Am Freitag wurden den Behörden 8618 neue Fälle gemeldet, wie am Samstag bekannt wurde. Das waren knapp 3300 mehr als am Vortag. Es ist der vierte Tagesrekord in Folge. Seit Beginn der Pandemie gab es 905 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. In Tschechien, das knapp 10,7 Millionen Einwohner hat, müssen von Montag an Theater, Kinos, Museen, Galerien und Sportstätten für zunächst zwei Wochen schließen.

Ministerpräsident Andrej Babis hatte am Freitag einen Lockdown, also ein Herunterfahren der wirtschaftlichen Aktivität und des gesellschaftlichen Lebens, nicht mehr ausgeschlossen. Dem widersprach Präsident Milos Zeman. "Einen zweiten Absturz der Wirtschaft kann sich dieses Land nicht leisten", sagte der 76-Jährige der Zeitung "MF Dnes" (Samstag). Zugleich forderte er "drakonische, geradezu militärische Maßnahmen" im Bereich der Freizeitaktivitäten.

Scharfe Kritik an der Krisenkommunikation der Regierung kam von Ex-Präsident Vaclav Klaus. Den Bürgern Angst einzujagen und ihnen mit weiteren Verschärfungen zu drohen, sei unseriös, teilte die neoliberale Denkfabrik des 79-Jährigen in Prag mit. Ein rationales Vorgehen sei oftmals nicht zu erkennen. Mit seinen Äußerungen über einen möglichen Lockdown richte der Ministerpräsident enorme wirtschaftliche Schäden an, selbst wenn es nicht dazu kommen sollte.

Tschechien stellt bereits am vierten Tag in Folge einen neuen Rekord an Corona-Neuinfektionen auf.
Tschechien stellt bereits am vierten Tag in Folge einen neuen Rekord an Corona-Neuinfektionen auf.  © Petr David Josek/AP/dpa

Update, 10. Oktober, 10.25 Uhr: Bremer Polizei ahndet Verstöße gegen Corona-Regeln in Shisha-Bars

Die Polizei in Bremen hat gemeinsam mit Beamten von Zoll und Ordnungsamt bei Kontrollen von Shisha-Bars mehrere Verstöße gegen geltende Corona-Regeln festgestellt. 

Einige Betreiber hätten nur unvollständige Anwesenheitslisten und keine schlüssigen Hygienekonzepte vorweisen können, teilte die Polizei am Samstag mit. Es ergingen zudem Anzeigen wegen steuerrechtlicher Verstöße, weil mehrere Kilogramm Tabak nicht deklariert worden seien.

Update, 10. Oktober, 10.11 Uhr: Soziologin: Kneipen sind wichtige Orte in Städten

Nach Meinung der Soziologin Talja Blokland unterschätzt die Politik mitunter, wie wichtig Kneipen für die Gesellschaft sind. Die Sperrstunde in Berlin sieht sie kritisch. "Es kommt rüber, als wären Bars und Cafés zum Feiern da und nichts Notwendiges", sagte die Professorin am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung an der Humboldt-Universität Berlin.

Wenn man sich frage, wie man lerne, wie man von einer Jobmöglichkeit erfahre oder politisch etwas höre, was anders als zu Hause sei, dann passiere das dort, wo man neue Menschen treffe. "Für das soziale Gefüge der Stadt sind das wichtige Orte."

Ihrer Einschätzung nach kann sich die Sperrstunde auch auf das Sicherheitsgefühl in der Stadt auswirken. "Wir brauchen volle U-Bahnhöfe, um abends das Gefühl zu haben, sicher nach Hause zu kommen", sagte Blokland der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn die Stadt um 23.00 Uhr zumacht, ist das nicht mehr da. Man kann sagen: 'Das ist es uns wert.' Aber man muss es bedenken."

Einem Teil der Menschen mache die Sperrstunde nicht viel aus, weil der ohnehin nicht nachts unterwegs sei, sagte Blokland. Aber es treffe zum Beispiel Menschen, die nachts ihr Geld verdienen müssten: Restaurantbetreiber, Taxifahrer, Tellerwäscher.

Es werde argumentiert, dass Partys der Grund für die steigenden Infektionszahlen seien. "Das braucht in der Öffentlichkeit klare Belege", forderte Blokland von der Politik. Mit einer aktuell noch laufenden Umfrage will ihre Universität erforschen, was die Menschen während der Pandemie vermissen und wie sich Einschränkungen auf das Vertrauen in Behörden und Politik auswirken.

Soziologin Talja Blokland sieht auch Probleme in der Sperrstunde in Berlin.
Soziologin Talja Blokland sieht auch Probleme in der Sperrstunde in Berlin.  © Christoph Soeder/dpa

Update, 10. Oktober, 10.02 Uhr: 54 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein - 13 Erkrankte in Kliniken

Bei Corona-Tests in Schleswig-Holstein sind 54 neue Infektionen nachgewiesen worden. Die Zahl der Fälle seit Beginn der Pandemie im Norden erhöhte sich damit bis Freitagabend auf 5209, wie aus den von der Landesregierung im Internet veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts gelten rund 4600 von ihnen als genesen. Am Donnerstag waren 79 Neuinfektionen gezählt worden.

Allein 25 der 54 neuen Fälle vom Freitag wurden im Kreis Segeberg festgestellt. Darunter seien 14 Saisonarbeiter eines landwirtschaftlichen Betriebs bei Bad Bramstedt, teilte die Kreisverwaltung mit. Die anderen Fälle beträfen zwei Reiserückkehrer aus Polen und Kontaktpersonen von bereits infizierten Menschen. In den übrigen Kreisen blieben die Neuinfektionen am Freitag im einstelligen Bereich oder ganz aus.

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, liegt nach wie vor bei 162. In Krankenhäusern wurden am Freitag 13 Covid-19-Patienten behandelt, zwei weniger als am

Update, 10. Oktober, 9.58 Uhr: Landkreis Fürstenfeldbruck und Stadt Memmingen über Corona-Warnwert

Nach der Stadt Rosenheim haben nun zwei weitere Regionen in Bayern einen wichtigen Corona-Warnwert überschritten. In der Stadt Memmingen gab es innerhalb einer Woche 54,4 Infektionen pro 100.000 Einwohnern, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin am Samstag (Stand: 00.00 Uhr) mitteilte. Im Landkreis Fürstenfeldbruck lag der Wert bei 51,1 und damit knapp über dem kritischen Wert von 50.

Rosenheim hatte diese Schwelle bereits am Freitag überschritten. Am Samstag gab es dort laut RKI innerhalb von sieben Tagen 67,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In der Stadt gelten deshalb seit Samstag strengere Corona-Bestimmungen. So dürfen sich im öffentlichen Raum wie auf Privatgrund nur noch höchstens fünf Personen als Gruppe aufhalten. 

An Feiern in privaten Räumen dürfen maximal 25 Menschen teilnehmen, das gilt auch für öffentliche Veranstaltungen. Verstöße können eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro nach sich ziehen.

Update, 10. Oktober, 9.45 Uhr: Radprofi Yates bei Giro mit Coronavirus infiziert

Der britische Radprofi Simon Yates hat nach einem positiven Corona-Test den 103. Giro d'Italia vor der achten Etappe aufgeben müssen. Dies teilte der Rennstall des 28-Jährigen, Mitchelton-Scott, am Samstag mit. 

"Alle anderen Fahrer und Teammitglieder hatten negative Testergebnisse und dürfen das Rennen fortsetzen. Aber als Vorsichtsmaßnahme werden wir die Situation ganz genau beobachten und weitere Test in den kommenden Tagen durchführen", sagte Teamarzt Matteo Beltemacchi.

Yates hatte nach der siebten Etappe am Freitag leichte Symptome gezeigt. Sowohl ein Schnelltest als später auch ein PCR-Test hatten die Infektion mit dem Coronavirus bestätigt. Der Kletterspezialist lag in der Gesamtwertung auf Rang 21 mit 3:52 Minuten Rückstand auf den führenden Portugiesen Jorge Almeida.

Der Giro wird an diesem Samstag mit der achten Etappe über 200 Kilometer von Giovinazzo nach Vieste fortgesetzt. Auf das Fahrerfeld kommt dann ein hügeliger Tagesabschnitt entlang der italienischen Ostküste zu.

Der Brite Simon Yates vom Team Mitchelton wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Der Brite Simon Yates vom Team Mitchelton wurde positiv auf das Coronavirus getestet.  © Yorick Jansens/BELGA/dpa

Update, 10. Oktober, 9.38 Uhr: Friseure bitten Kunden stärker zur Kasse - Umsatzeinbruch befürchtet

Vor allem angesichts verschärfter Hygieneauflagen sind Friseurbesuche in der Corona-Pandemie auch in Baden-Württemberg vielerorts spürbar teurer geworden. Man beobachte im Südwesten einen generellen Anstieg der Preise fürs Haareschneiden, sagte der Landesgeschäftsführer des Fachverbands Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg, Matthias Moser, der Deutschen Presse-Agentur. 

So würden Kostensteigerungen etwa bezüglich gestiegener Hygienestandards oft an die Kundschaft weitergeben. "Die Kundschaft selbst akzeptiert en gros moderate Erhöhungen", sagte Moser. Obendrein gäben einige Friseure die bis Jahresende geltende Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent nicht an ihre Kunden weiter. 

Die Gründe dafür lägen auf der Hand. Es gehe für viele kleinere und wirtschaftlich in Not geratene Betriebe momentan in erster Linie um den Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Für das Gesamtjahr reche man in der Südwest-Friseurbranche mit einem Umsatzeinbruch von 20 Prozent im Vorjahresvergleich.

Im Frühjahr mussten Friseursalons wegen der Pandemie wochenlang geschlossen bleiben. Seit die Betriebe im Mai wieder öffnen durften, müssen sie wesentlich striktere Hygienestandards einhalten - einerseits staatliche und andererseits solche, die von der Berufsgenossenschaft BGW empfohlen werden. So müssen beispielsweise penibel Abstände eingehalten und Mund-Nasen-Masken getragen werden, in den Salons sollen die Oberflächen regelmäßig desinfiziert werden. Zudem empfiehlt die Berufsgenossenschaft den Friseuren, keine reinen Trockenhaarschnitte mehr anzubieten. Ein Großteil der Betriebe halte sich an diese strengeren BGW-Vorgaben, sagte Moser.

Wer inmitten der Corona-Pandemie zum Friseur geht, muss für einen Haarschnitt meist mehr zahlen als vorher.
Wer inmitten der Corona-Pandemie zum Friseur geht, muss für einen Haarschnitt meist mehr zahlen als vorher.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 10. Oktober, 9.30 Uhr: Kretschmann: Menschen sollen in Herbstferien nicht wegfahren

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat den Bürgern nahe gelegt, angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen auf den Urlaub im Herbst zu verzichten. 

"Vielleicht sollten die Bürger in den Herbstferien nicht groß in der Gegend herumreisen. Weder im Inland, noch im Ausland – und schon gar nicht in Risikogebiete", sagte der Grünen-Politiker im Interview mit der "Heilbronner Stimme", dem "Mannheimer Morgen" und dem "Südkurier" (Samstag). Weil die Infektionszahlen in Berlin so hoch seien, sei er am Freitag auch nicht zur Bundesratssitzung gereist.

Kretschmann betonte zugleich, er fürchte keine Ansteckung, und schütze sich bestmöglich, in dem er sich an die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken) halte und unnötige Risikokontakte weitestgehend vermeide. Der Regierungschef erwartet, dass Weihnachtsmärkte eher nicht stattfinden könnten. "Wenn die Infektionszahlen weiter so ansteigen, dann wird es sehr schwierig, Weihnachtsmärkte zu veranstalten. Da sollten wir uns mal nichts vormachen."

Jetzt komme es darauf an, dass es in den Kernbereichen der Gesellschaft, also in der Bildung, Wirtschaft und Gesundheit, nicht zu scharfen Einschnitten komme. "Bei verzichtbaren Events sollten wir eher Opfer bringen, um den Kernbereich aufrechterhalten zu können. Wir müssen mit Blick auf Restriktionen in den Freizeitbereichen härter und in den Kernbereichen softer sein", sagte er.

Der Grünen-Politiker appellierte an die Menschen, die Corona-Regeln einzuhalten. "Aber die Akzeptanz von Regeln ist erst dann stärker, wenn die Menschen schlimme Bilder sehen. Die Bilder aus Bergamo hatten eine abschreckende Wirkung."

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 10. Oktober, 8.55 Uhr: Geld für Digitalisierung der Gesundheitsämter soll bald fließen

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen können fast ein halbes Jahr nach dem Beschluss laut einem Bericht des "Mitteldeutschen Rundfunks" bald mit Geld vom Bund für die Digitalisierung der Gesundheitsämter rechnen. Das ergaben Nachfragen von "mdr aktuell" bei den Sozialministerien der drei Länder. 

Im Mai hatte die Bundesregierung beschlossen, 50 Millionen Euro für die technische Modernisierung aller deutscher Gesundheitsämter und deren Anschluss an das elektronische Melde- und Informationssystem Demis bereitzustellen.

Davor müssen die Länder eine Vereinbarung mit dem Bund unterzeichnen. Sachsen und Sachen-Anhalt haben das laut der Nachfrage von "mdr aktuell" getan. Sachsen-Anhalt soll laut dem Bericht 1,4 Millionen Euro und Sachsen rund 2,5 Millionen Euro bekommen. In Thüringen werde die Vereinbarung bis Ende des Monats unterschrieben, so "mdr aktuell".

Der Bundestagsabgeordnete Thorsten Herbst (FDP) kritisierte in dem Bericht des Senders, es sei ein "Unding", dass die Übermittlung der Corona-Infektionszahlen immer noch wie Ende des letzten Jahrhunderts funktioniere. Die Zahlen würden noch gefaxt.

Update, 10. Oktober, 8.18 Uhr: Rummenigge fordert bundesweit einheitliche Lösung für Fan-Zulassung

Nach dem Zuschauerverbot in Münchner Stadien bis Ende des Monats hat sich Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge für eine bundesweit einheitliche Regelung ausgesprochen. "In dieser Woche hatten wir eigentlich von der Stadt München den Hinweis, dass sie davon ausgehen, dass die nächsten Spiele mit Zuschauern stattfinden dürfen. Das ist durch den gestiegenen Inzidenzwert heute wieder revidiert worden. Das ist nun mal so", wurde der Vorstandsvorsitzende des deutschen Fußball-Rekordmeisters von der "Bild" zitiert.

Die Stadt München hatte am Freitag mitgeteilt, dass wegen der gestiegenen Corona-Zahlen Fußball-Spiele in der bayerischen Landeshauptstadt mindestens bis zum 25. Oktober ohne Fans stattfinden. Beim FC Bayern betrifft dies das Pokalspiel gegen den 1. FC Düren (15.), das Champions-League-Duell mit Atlético Madrid (21.) und die Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt (24.). Das nächste Heimspiel danach ist das gegen Werder Bremen am 21. November. In der Bundesliga zählt der FC Bayern zu den wenigen Teams, die bislang auf Zuschauer im eigenen Stadion verzichten mussten.

"Was wir brauchen, ist eine bundesweite einheitliche Lösung nach gewissen Parametern, die für alle gelten", forderte Rummenigge und erläuterte: "Es gibt jetzt ja eine Testphase. Kurioserweise läuft die am 25. Oktober aus. Aber Bayern München hat dann nicht teilgenommen. Wir haben bis dahin kein Spiel vor Zuschauern gehabt."

Von dem Verbot betroffen waren auch die Drittliga-Partien des TSV 1860 München und Türkgücü München am (heutigen) Samstag. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut von 32,5 am Dienstag wieder auf 42,4 gestiegen ist, sprachen sich die Behörden gegen die Zulassung von Fans aus. Dieser Wert gibt die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen an.

Karl-Heinz Rummenigge ist der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München.
Karl-Heinz Rummenigge ist der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 10. Oktober, 7.57 Uhr: Insgesamt sieben Städte und Kreise in NRW über Corona-Warnwert

In Nordrhein-Westfalen haben am Samstag insgesamt sieben Kreise und kreisfreie Städte über der wichtigen Corona-Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gelegen. Ab diesem Wert gilt eine Region als Corona-Risikogebiet. 

Landesweit steckten sich 32,4 Menschen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen mit dem Coronavirus an, wie das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit mitteilte. NRW hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer.

Spitzenreiter war am Samstag die Stadt Herne mit 66,5 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Hamm, die mehrere Wochen lang auch bundesweit an der Spitze aller Kreise und kreisfreien Städte gestanden hatte, kam noch auf einen Wert von 64,5. Dahinter folgten Wuppertal (55,2), Hagen (55,1), Köln (54,8), Recklinghausen (52,3) und Remscheid (51,2).

Das Überschreiten der 50er-Marke hat Auswirkungen etwa für Urlauber, die jetzt in den Herbstferien in mehreren deutschen Ferienregionen einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Zudem sind die Regionen ab diesem Wert verpflichtet, weitergehende Einschränkungen für das öffentliche Leben zu erlassen.

Von den insgesamt 53 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW haben zehn weitere die sogenannte Vorwarnstufe von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Darunter sind Großstädte wie Essen (47,4), die Landeshauptstadt Düsseldorf (44,5) und Duisburg (43,7).

Update, 10. Oktober, 7.38 Uhr: Mehr als 4700 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen 4721 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich gestiegen, von Donnerstag auf Freitag lag das Plus bei 4516.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 319.381 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 10.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9604. Das waren 15 mehr als am Vortag. Etwa 273.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Laut den Statistiken der Johns Hopkins Universität in Baltimore liegen die Zahlen sogar noch etwas höher. Demnach gab es hierzulande bereits 320.495 Corona-Infektionen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,34 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Freitag bei 1,37 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

In Deutschland haben sich schon knapp 320.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.
In Deutschland haben sich schon knapp 320.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 10. Oktober, 7.33 Uhr: Viele Corona-Ansteckungen - Köln überschreitet Warnstufe

Die Stadt Köln hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. 

Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die Millionenstadt am Samstag mit 54,8 an. In Köln gelten nun unter anderem ein nächtliches Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen.

Mehr Infos findet Ihr im TAG24-Corona-Ticker für Köln.

Update, 10. Oktober, 6.48 Uhr: Apothekerkammer: Engpass beim Grippe-Impfstoff im Norden

Tausende Schleswig-Holsteiner können sich nach Angaben der Apothekerkammer wegen Mangels an Impfstoff derzeit nicht gegen Grippe impfen lassen. Täglich beklagten sich deshalb Patienten, sagte Geschäftsführer Frank Jaschkowski der Deutschen Presse-Agentur. 

Das Gros der 630 Apotheken im Land habe keinen Impfstoff mehr. Der Unmut sei insgesamt groß, sagte Jaschkowski. Im November werde eine zweite Tranche erwartet. Er gehe davon aus, dass diese nicht reichen werde.

Aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung (KVSH) kann von einem Impfstoff-Mangel dagegen nicht die Rede sein. Die nächste Charge werde jetzt an die Großhändler geliefert und von dort an die Praxen weitergeleitet, sagte Sprecher Nikolaus Schmidt. Insgesamt seien 20 Prozent mehr Impfstoff geordert worden als im vergangenen Jahr.

Update, 10. Oktober, 6.33 Uhr: Kaum Bußgeldbescheide für Maskenverweigerer in Hamburg

Vier Wochen nach Einführung der 80 Euro Geldbuße für Verstöße gegen die Maskenpflicht in Hamburg sind bislang kaum Maskenverweigerer zur Kasse gebeten worden. Insgesamt seien bis vergangenen Montag (5. Oktober) in zwölf Fällen lediglich sieben Bußgeldbescheide ergangen, teilte die Bußgeldstelle auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Ob die geringe Zahl der Bußgelder auf eine hohe Akzeptanz der Maskenpflicht hindeute, sei noch nicht zu sagen. "Eine Aussage zur Tragedisziplin kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht gemacht werden", sagte eine Sprecherin. Die mit sechs Fällen am meisten geahndeten Verstößen wurden demnach von Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel begangen, die in Bussen und Bahnen oder in Bahnhöfen und an Haltestellen keine Mund-Nase-Bedeckung getragen hatten. Fünf Fälle habe es in Läden gegeben, ein Mal sei ein Verstoß in einem Einkaufszentrum mit 80 Euro geahndet worden.

Wer in Hamburg im öffentlichen Raum ohne Mund-Nase-Bedeckung erwischt wird, dem droht seit dem 10. September ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro. "Natürlich schauen die Kollegen, ob vielleicht erst einmal ein Gespräch hilft, bevor gleich eine Anzeige geschrieben wird", sagte ein Polizeisprecher. Das würden die Beamten im Einzelfall entscheiden. "Aber tätig wird die Polizei auf jeden Fall, wenn Verstöße festgestellt werden."

Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht in einer U-Bahn.
Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache kontrollieren die Einhaltung der Maskenpflicht in einer U-Bahn.  © Bodo Marks/dpa

Update, 10. Oktober, 6.26 Uhr: Hochschulen in Schleswig-Holstein starten in Hybrid-Semester

In den nächsten Wochen beginnen für die mehr als 64.000 Studierenden in Schleswig-Holstein die Vorlesungen des Wintersemesters 2020/2021. Doch die meisten Studenten werden ihre Hochschule nur selten von innen sehen. 

Wegen der Corona-Pandemie planen die Hochschulen ein Hybrid-Semester mit einer Mischung aus Präsenz- und Digitalveranstaltungen. Veranstaltungen vor Ort werde es vor allem für die Erstsemester geben, um ihnen einen Eindruck vom Campusleben und den Prozessen im Studium zu vermitteln, sagte Frank Mindt, Pressesprecher der Technischen Hochschule Lübeck. Auch die übrigen Unis und Fachhochschulen in Schleswig-Holstein planen Präsenzveranstaltungen in erster Linie für Erstsemester.

Update, 10. Oktober, 6.22 Uhr: SPD will Recht auf Homeoffice weiterhin durchsetzen

Die SPD pocht auf einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice. Die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Katja Mast, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Für die SPD-Bundestagsfraktion ist das Recht auf mobiles Arbeiten noch längst nicht vom Tisch. Wer politisch mutig vorangeht, muss mit Widerständen rechnen, das sind wir gewohnt. Deshalb werden wir auch nicht nachlassen."

Mast sagte weiter: "Die letzten Monate zeigen doch, wie sehr mobiles Arbeiten entlasten kann. Die Corona-Pandemie führt uns deutlich vor Augen, was alles geht. In den kommenden Wochen werden sicherlich wieder mehr Menschen von zu Hause arbeiten." Ein Recht auf mobiles Arbeiten sei kein Allheilmittel, schaffe aber Schutz und Sicherheit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

In der Union gibt es erheblichen Widerstand gegen die Pläne. Ein Entwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) war vom Bundeskanzleramt zunächst gestoppt worden. Der Entwurf sieht einen gesetzlichen Anspruch auf mobiles Arbeiten vor. Beschäftigte sollen bei einer Fünf-Tage-Woche demnach 24 Tage im Jahr mobil oder im Homeoffice arbeiten dürfen. Voraussetzung soll sein, dass sich die Tätigkeit dafür eignet und keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen.

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, sagte der Funke-Mediengruppe (Samstag), Heil könne bei seinem Vorschlag "im Großen und Ganzen" auf Scheeles Unterstützung setzen. "24 Tage Homeoffice im Jahr - das ist ein Rahmen, der sicher keinen überfordert", so Scheele. "Die Tücke liegt im Detail - etwa in der Frage, ob man seinen Anspruch auf einen festen Büroplatz verliert, wenn man regelmäßig von zu Hause aus arbeitet."

Im Bundestag wird zurzeit darüber verhandelt, ob es bald ein Recht auf Homeoffice geben wird.
Im Bundestag wird zurzeit darüber verhandelt, ob es bald ein Recht auf Homeoffice geben wird.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 10. Oktober, 6.09 Uhr: Corona-Krise behindert Einreise von ausländischen Wissenschaftlern

Die Corona-Krise beeinträchtigt nicht nur die Ausbildung neuer Akademiker, sondern hat auch Auswirkungen auf die Forschung in Thüringen. 

Die Hochschulen im Land hätten zwar versucht, ihre Forschungsaktivitäten aufrecht zu erhalten, sagte ein Sprecher des Thüringer Wissenschaftsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. "Allerdings sind auch bei den ausländischen Wissenschaftlern und Forschern zum Teil Probleme bei der Wiedereinreise aufgetreten."

Es sei nicht auszuschließen, dass im nun startenden Wintersemester einzelne Wissenschaftler vorerst nicht wieder nach Deutschland einreisen und hierzulande forschen könnten. 

Ähnlich äußerten sich auch die Sprecher mehrere Universitäten im Land. Von der Technischen Universität Ilmenau hieß es zudem, die Forschung werde auch dadurch behindert, dass zum Beispiel Labore nicht wie vor der Pandemie üblich nutzbar seien. Auch dass etwa Konferenzen und Workshops derzeit in der Regel nur virtuell stattfinden können, behindere die Forschung.

Update, 10. Oktober, 6.03 Uhr: Spielbanken in MV verzeichnen weniger Gäste nach Corona-Zwangspause

Nach der Corona-Zwangspause verzeichnen Spielbanken in Mecklenburg-Vorpommern weniger Besucher. Vor der zwischenzeitlichen Schließung besuchten etwa 15 Prozent mehr Gäste am Tag die Casinos, wie die Spielbanken MV auf Anfrage mitteilten. Derzeit kommen den Angaben zufolge rund 250 Gäste täglich in die landesweit vier Standorte in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Stralsund.

Der Standort in Rostock sei erst vor wenigen Monaten eröffnet worden, sei daher nicht von der Corona-Zwangspause betroffen gewesen. Die anderen drei Spielbanken haben demnach seit dem 15. Juni wieder geöffnet, die Öffnungszeiten haben sich dort nicht verändert. Die Zahl der Automaten sei insgesamt um rund zehn Prozent reduziert worden, damit der Abstand eingehalten werden könne.

Die drei von den Einschränkungen betroffenen Standorte haben den Angaben zufolge durch die Corona-Zwangspause rund zwei Millionen Euro Umsatzeinbußen verzeichnet. Dennoch sieht Geschäftsführer Thomas Fritz die Spielbanken auf einem guten Weg. Während der Schließungen seien die monatlichen Kosten etwa stark zurückgegangen. An den vier Standorten arbeiten laut Fritz 61 Frauen und Männer.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier Spielbanken und zwar je eine in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und in Stralsund.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier Spielbanken und zwar je eine in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und in Stralsund.  © Marijan Murat/dpa

Update, 10. Oktober, 5.45 Uhr: Baden-Württemberg gibt über 200 Millionen für Schutzausrüstung aus

Plastikhandschuhe, Overalls und Masken - für den Corona-Schutz von Ärzten, Pflegern und anderen Beschäftigen im Gesundheitssektor hat das Land bereits 201 Millionen Euro ausgegeben. Zahlungsverpflichtungen in Höhe von 20 Millionen Euro stehen noch aus, wie aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine SPD-Anfrage hervorgeht.

Die Ausrüstung wurde vom Land beschafft, als die üblichen unmittelbaren Lieferwege zu Beginn der Pandemie zusammengebrochen waren. Die Kommunen übernahmen die Verteilung der Ausrüstung vor Ort. Ein Großteil ist zuletzt mit der abschließenden Lieferung Ende Juli 2020 kostenfrei verteilt worden. Ein kleinerer Teil ist in die Notfallreserve des Landes übergegangen.

Die Qualität der Ware hat sich erkennbar verbessert und die Preise haben sich wieder nach unten bewegt. Die Lieferwege sind nach weiteren Angaben des Ressorts von Manne Lucha (Grüne) offen. Vor diesem Hintergrund hat sich das Land aus der Notfallbeschaffung zurückgezogen.

Aktuell hat das Land für Landeseinrichtungen wie Polizei und Justiz 2,6 Millionen der besonders effizienten FFP2-Masken und 25,3 Millionen OP-Masken ausgeschrieben.

Update, 10. Oktober, 5.31 Uhr: Nachfrage nach Fertighäusern steigt trotz Corona

Die Nachfrage nach Fertighäusern steigt in Deutschland in der Corona-Pandemie weiter. "Corona hat den Wunsch nach dem Eigenheim deutlich verstärkt", sagte am Freitag der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Hans Volker Noller. Die Wertschätzung für ein eigenes Haus mit Garten sei in diesem Jahr noch einmal deutlich gestiegen. "Davon profitiert jetzt auch die Fertigbauindustrie."

Der Gesamtumsatz der Branche dürfte in diesem Jahr nach einer Prognose des BDF voraussichtlich um rund 5 Prozent auf mehr als 3,2 Milliarden Euro steigen. Von Januar bis Juli 2020 wurden laut BDF bundesweit knapp 61.000 Ein- und Zweifamilienhäuser genehmigt, davon mehr als 13.000 in Fertigbauweise. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Baugenehmigungszahl damit insgesamt um 2,6 Prozent an. Der Fertigbau legte sogar um 9,6 Prozent zu. "Wir rechnen für 2020 mit einem Marktanteil von rund 22 Prozent. Das bisherige Allzeithoch von 20,8 Prozent aus dem Vorjahr werden wir deutlich steigern können", sagte Noller.

Auch die Zukunftsaussichten beurteilten die meisten Fertigbauhersteller positiv. Bei einer BDF-Umfrage bewerteten 86 Prozent der Befragten die gegenwärtige Geschäftslage als gut. 14 Prozent stuften sie als befriedigend ein. In den nächsten sechs Monaten erwarten 78 Prozent eine gleichbleibende Geschäftslage, 4 Prozent eine schlechtere und 18 Prozent eine noch bessere Konjunktur.

Von Januar bis Juli 2020 wurden laut BDF bundesweit mehr als 13.000 Ein- und Zweifamilienhäuser in Fertigbauweise genehmigt.
Von Januar bis Juli 2020 wurden laut BDF bundesweit mehr als 13.000 Ein- und Zweifamilienhäuser in Fertigbauweise genehmigt.  © Daniel Maurer/dpa

Update, 10. Oktober, 5.17 Uhr: Sachsen-Anhalts Hochschulen starten optimistisch in neues Corona-Semester

Die ersten Hochschulen in Sachsen-Anhalt sind in das neue Semester gestartet. Wegen der Corona-Pandemie sind in vielen Einrichtungen weiterhin Vorlesungen und Seminare am Bildschirm geplant, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. 

Doch es soll auch wieder verstärkt Präsenzveranstaltungen in den Hörsälen und Seminarräumen geben - allerdings mit klaren Regeln und neuen Hilfsmitteln. In bestimmten Bereichen gebe es eine Maskenpflicht, neue digitale Systeme sollen die Kommunikation sowie das Registrieren von Anwesenden erleichtern. Viele Einrichtungen setzen zudem verstärkt auf das Lernen in Kleingruppen.

Update, 10. Oktober, 5.11 Uhr: Drosten: Bald wieder mehr bundeseinheitliche Corona-Regeln nötig

Der Virologe Christian Drosten hält in den kommenden Monaten wieder mehr bundeseinheitliche Regelungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie für notwendig. "Es ist gut, wenn es klare Regeln gibt. Das ist ganz eindeutig", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Sie durchzusetzen sei angesichts einer regional unterschiedlichen Häufigkeit der Krankheit derzeit verständlicherweise noch schwierig, räumte der Experte ein. 

Er betonte aber: "Das Virus wird sich immer gleichmäßiger verteilen. Wir werden mehr und mehr in eine Situation kommen, wo man besser pauschal reguliert".

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga beklagte die unterschiedlichen Regeln bei der Beherbergung von Gästen aus deutschen Risikogebieten. "Es ist völlig unbefriedigend, dass wir keine bundeseinheitlichen Regelwerke haben", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der "Passauer Neuen Presse" (Online/Samstag). 

Gäste wie Hoteliers hätten unzählige Fragen und wüssten nicht, was jetzt im Detail gelte. "Daher muss dringend mehr Einheitlichkeit her", forderte Hartges. So müsse zum Beispiel generell klar sein, dass Geschäftsreisende von den Beherbergungsverboten ausgenommen werden.

Christian Drosten ist der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin.
Christian Drosten ist der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 10. Oktober, 5.06 Uhr: Verfassungsgerichtspräsident: Rechtsstaat funktioniert in Corona-Zeit

In der Corona-Krise hat sich nach Ansicht von Verfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth das Funktionieren des Rechtsstaat in Deutschland gezeigt. Wer Maßnahmen ablehne, könne dagegen demonstrieren, sagte Harbarth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag).

"Demonstrationen wurden vielfach gerade von Gerichten ermöglicht. Jeder kann seine abweichende Meinung äußern. Wer seine Grundrechte verletzt sieht, kann vor Gericht ziehen", betonte Harbarth.

Neben der Versammlungsfreiheit gelte aber auch das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, machte der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes deutlich. Wenn verschiedene Grundrechte kollidierten, müssten sie miteinander in Einklang gebracht werden. Dabei könne jeder die Gerichte anrufen und staatliche Entscheidungen überprüfen lassen.

"Der Rechtsstaat ist gerade in dieser Zeit bemerkenswert funktionstüchtig und arbeitet in einer beachtlichen Geschwindigkeit. Unzählige gerichtliche Eilentscheidungen sind ergangen, oft auch am Wochenende."

Stephan Harbarth wurde im Juni 2020 zum neuen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts ernannt.
Stephan Harbarth wurde im Juni 2020 zum neuen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts ernannt.  © Bernd von Jutrczenka/dpa Pool/dpa

Update, 10. Oktober, 5 Uhr: Experten: Corona-Schnelltests sollten gezielt eingesetzt werden

Corona-Schnelltests sollten nach Ansicht von Experten zunächst gezielt für den Schutz von Risikogruppen eingesetzt werden - und nicht etwa, um Veranstaltungen zu ermöglichen. "Wir müssen hier mit dem Werkzeug, was wir zur Verfügung haben, prioritär vorgehen", sagte Gérard Krause, leitender Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Das bedeute, Schnelltests, wie die derzeit erprobten Antigen-Tests, an den Orten anzuwenden, wo eine Infektion schneller tödliche Folgen haben könnte.

Das sieht auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek so. Mit Blick auf Kulturveranstaltungen sagte sie: "Solange wir begrenzte Kapazitäten haben, müssen wir priorisieren." Zunächst gelte es sicherzustellen, dass die Schulen offen bleiben und die Pflegeheime sicher sind. Beide Experten sprachen sich dafür aus, dass auch bei Schnelltests weiterhin medizinisches Personal die Abstriche nehmen müsse - und sich nicht etwa jeder zuhause selbst testen sollte.

Die Antigen-Tests könnten dazu beitragen, die Labore zu entlasten, betonte Krause. "Dann haben wir vielleicht nicht mehr die Situation, dass wir drei, vier Tage auf das Ergebnis warten müssen." Sie beanspruchten nicht die für die PCR-Tests wichtigen Laborkapazitäten, die Standard-Test für die Diagnose sind. Man könne mit den Antigen-Tests Personen testen, bei denen es nicht um eine direkte Diagnose gehe, sondern eher um die Reduktion eines Ansteckungsrisikos - etwa Besucher eines Altenheims.

Bei Antigen-Tests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, dafür aber oft als schneller und günstiger. Erste Antigen-Tests für die Anwendung durch medizinisches Fachpersonal sind in Deutschland bereits auf dem Markt.

Corona-Schenlltests gelten zwar als weniger zuverlässig, sind dafür aber schneller und billiger.
Corona-Schenlltests gelten zwar als weniger zuverlässig, sind dafür aber schneller und billiger.  © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. Oktober, 4.58 Uhr: Sachsens Hochschulen wegen Corona teilweise virtuell

Das Wintersemester beginnt für viele Studierende in Sachsen wie das vergangene Sommersemester zu Ende ging: Wegen der Corona-Pandemie werden sie viele Vorlesungen und Übungen am Computer von zu Hause oder dem Wohnheim aus verfolgen. 

"Etwa 85 Prozent der Lehrveranstaltungen werden virtuell stattfinden", sagte der Sprecher der Technischen Universität Dresden, Konrad Kästner. Jedoch sollen vor allem Studienanfängern möglichst viele Präsenzveranstaltungen angeboten werden, um ihnen den Studienbeginn zu erleichtern und "Teambildung" zu ermöglichen, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei den Universitäten und Hochschulen.

Update, 10. Oktober, 4 Uhr: Hessen investiert 10,8 Millionen Euro für mehr Busse und Maskenkontrollen

Um den öffentlichen Nahverkehr in der Corona-Pandemie gerade zu den Stoßzeiten mit vielen Schülern zu entlasten, stellt das hessische Verkehrsministerium zusätzliches Geld bereit. "Zum einen können damit zusätzliche Busse im Linienverkehr eingesetzt werden", sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in Wiesbaden. "Zum anderen ist das Geld für weiteres Personal zur Kontrolle der Maskenpflicht vorgesehen." Die Summe belaufe sich insgesamt auf 10,8 Millionen Euro.

Das Land ermögliche mit den zusätzlichen Finanzmitteln, dass regional und lokal auf die zum Teil beengte Situation im öffentlichen Nahverkehr reagiert werden kann. Werden zusätzliche Busse eingesetzt, verstärken diese nach Angaben des Ministers den öffentlichen Personennahverkehr und können demnach nicht nur von Schülern, sondern von allen Bürgern vor Ort genutzt werden.

"Mehr Busse auf einer Strecke heißt auch, dass es nicht mehr so eng ist für die Fahrgäste, die auf dieser Strecke unterwegs sind. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Schulträger die Möglichkeit nutzen, Schulanfangszeiten zu entzerren", betonte Al-Wazir. "Wenn nah beieinanderliegende Schulen die Zeiten ihres Schulanfangs so organisieren, dass sie mit einem Abstand von nur 15 oder 30 Minuten beginnen, ist in manchen Städten eine deutliche Entlastung bestimmter Bus- oder Bahnlinien möglich."

Das zusätzliche Geld steht nach Angaben des Grünen-Politikers mit dem Ende der Herbstferien zur Verfügung und kann von den Verkehrsverbünden sowie den lokalen Nahverkehrsorganisationen bis zu den Osterferien im nächsten Jahr eingesetzt werden. 

"Unser Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler, die den öffentlichen Nahverkehr für den Weg in die Schule nutzen, vor Ansteckung zu schützen", erklärte Al-Wazir das Ziel der Maßnahme. Nicht nur mehr Busse, auch eine stärkere Kontrolle der Maskenpflicht könne helfen, möglicherweise verloren gegangenes Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr wiederherzustellen.

Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) ist Hessens Wirtschaftsminister.
Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) ist Hessens Wirtschaftsminister.  © Arne Dedert/dpa

Update, 10. Oktober, 2.04 Uhr: In Berlin gilt jetzt die Sperrstunde

Im Kampf gegen das Coronavirus verschärft Berlin die Regeln. In der Hauptstadt gelten seit Samstag wieder strengere Vorgaben für private Feiern. Außerdem gibt es nun eine Sperrstunde. Restaurants, Kneipen und die meisten Geschäfte müssen von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr geschlossen sein.

Nach Angaben der Berliner Landesregierung treten die Regeln bereits in der Nacht zum Samstag in Kraft. Um Mitternacht machten beispielsweise etliche Bars im Stadtteil Neukölln dicht - einige Leute standen noch rauchend davor, dann lösten sich die Gruppen auf.

Hintergrund der verschärften Regeln ist der deutliche Anstieg der Corona-Infektionen in Berlin. Draußen dürfen sich nachts vorerst nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten versammeln. Tankstellen dürfen nachts zwar offen bleiben, aber nur noch Kraftstoff und Ersatzteile kaufen.

Die Berliner Gastronomie hat die Sperrstunde bereits heftig kritisiert. Mehrere Gastronomen gehen mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht dagegen vor. Mit einer Entscheidung ist nach Angaben des Gerichts wohl in der kommenden Woche zu rechnen.

Wegen der Corona-Pandemie gibt es in Berlin ab sofort eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen.
Wegen der Corona-Pandemie gibt es in Berlin ab sofort eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen.  © Annette Riedl/dpa

Update, 10. Oktober, 1.17 Uhr: Kassenärzte und DIHK rügen Länder für Corona-Regel-Wust

Aus Ärzteschaft und Wirtschaft gibt es harsche Kritik am uneinheitlichen Vorgehen der Bundesländer in der Corona-Krise. Der Chef des Kassenärzte-Verbandes, Andreas Gassen, warf den Ländern auch überzogene Maßnahmen vor. 

"Diese Regelungswut ist oft eher kontraproduktiv", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) mit Blick auf Beherbergungsverbote und Sperrstunden. "Die Reisebeschränkungen sind zur Pandemiebekämpfung überflüssig und auch nicht umzusetzen", sagte Gassen. Das Beherbergungsverbot müsse schnellstmöglich zurückgenommen werden. 

Gassen bezeichnete innerdeutsche Reisen als "Pseudo-Gefahr". Masseninfektionen gebe es durch traditionelle Großhochzeiten, in Fleisch verarbeitenden Betrieben und durch unkontrolliertes Feiern. Auch Sperrstunden und Alkoholverbote wie in Berlin seien "mehr als fragwürdig". "Durch den Wust an nicht nachvollziehbaren Regelungen verlieren wir aber eventuell die Akzeptanz für die Maßnahmen, die wirklich etwas bringen", warnte Gassen.

Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kritisiert "unkoordinierte Regelungen" bei Beherbergungsverboten. Dies sorge aktuell für große Verunsicherung bei den Unternehmen, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Schließlich hätten gerade die Betriebe in der Tourismuswirtschaft sichere Hygienekonzepte ausgearbeitet, digitale Lösungen entwickelt und sich unter erschwerten Bedingungen weiter engagiert. In der "Bild"-Zeitung (Samstag) warnte Schweitzer: "Gerade auch im Gastgewerbe können weitere Ausfälle die Existenz von Unternehmen gefährden."

Kassenärzte-Verbandschef Gassen nahm ferner Anstoß an Warnungen des Robert Koch-Instituts, die Pandemie könnte außer Kontrolle geraten. "Wir müssen aufhören, auf die Zahl der Neuinfektionen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, das führt zu falschem Alarmismus", sagte Gassen. "Selbst 10.000 Infektionen täglich wären kein Drama, wenn nur einer von 1000 schwer erkrankt, wie wir es im Moment beobachten."

Update, 10. Oktober, 0.26 Uhr: Kanzler Kurz: Wintertourismus in Österreich sicher

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sieht trotz der Corona-Pandemie der Wintersaison für Urlauber in seiner Heimat optimistisch entgegen. 

"Der Wintertourismus in Österreich wird so organisiert sein, dass er sicher stattfindet", sagte der konservative Politiker der "Bild"-Zeitung (online: Freitag). Dennoch seien die Reisewarnungen aus Deutschland "eine Herausforderung". Gäste aus Deutschland seien willkommen, sagte Kurz.

Trotz der schlechten Erfahrungen vieler Urlauber mit zahlreichen Corona-Ansteckungen im Skiort Ischgl, der im März als «Corona-Drehkreuz» auffiel, sieht Kurz die Ansteckungsgefahr eher an anderer Stelle. "Das ist im privaten Bereich, auf Partys, bei Hochzeiten, bei Familienfeiern", sagte Österreichs Kanzler. "Draußen auf den Pisten oder im Freien ist es weniger." In Ischgl hatten sich die Menschen vor allem beim Apres-Ski infiziert.

Sebastian Kurz (ÖVP) ist der Bundeskanzler von Österreich.
Sebastian Kurz (ÖVP) ist der Bundeskanzler von Österreich.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Update, 9. Oktober, 23.51 Uhr: Corona-Wirrwar beendet: Schweizer Shaqiri darf am Samstag spielen

Der zuletzt wegen eines positiven Corona-Tests ausgefallene Xherdan Shaqiri ist für das Nations-League-Spiel der schweizer Fußball-Nationalmannschaft am Samstag in Spanien spielberechtigt. Die spanische Gesundheitsbehörde gab am späten Freitagabend grünes Licht, berichtete die Schweizer Agentur sda. Dem Bericht zufolge war der positive Test durch die Antikörper einer früheren Infektion ausgelöst worden. Zuletzt hatte es Verwirrung gegeben, welche Institution dem Profi vom englischen Meister FC Liverpool die Freigabe erteilen muss.

Der frühere Bundesliga-Spieler des FC Bayern München hatte beim 1:2 im Testspiel gegen den WM-Zweiten Kroatien noch gefehlt. Nach Spanien war Shaqiri jedoch bereits mitgereist, nachdem ihm die Schweizer Ärzte attestierten, nicht mehr ansteckend zu sein. In Madrid kann er nun an seinem 29. Geburtstag das 83. Länderspiel bestreiten.

Am kommenden Dienstag spielen die Schweizer in Köln gegen die deutsche Mannschaft. In der Gruppe 4 der Liga A sind die Schweizer mit einem Punkt Letzter. Tabellenführer ist Spanien (4 Punkte) vor der Ukraine (3) und Deutschland (2).

Shaqiri war am Montag positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nachträgliche Untersuchungen erbrachten laut sda allerdings den Beweis, dass bei dem Mittelfeldspieler vorhandene Antikörper einer früheren Infektion den positiven Test verursacht hatten. Dagegen ist Abwehrspieler Manuel Akanji vom Bundesligisten Borussia Dortmund wegen eines positiven Corona-Tests nicht mehr bei der Nationalmannschaft und befindet sich in Isolation.

Xherdan Shaqiri vom FC Liverpool darf nach seiner Corona-Erkrankung wieder für die Schweizer Nationalmannschaft auflaufen.
Xherdan Shaqiri vom FC Liverpool darf nach seiner Corona-Erkrankung wieder für die Schweizer Nationalmannschaft auflaufen.  © Peter Byrne/PA Wire/dpa

Update, 9. Oktober, 23.30 Uhr: Queen ehrt fast 1500 Briten - von der Medaille bis zum Ritterschlag

Rapper, Corona-Helfer, Naturforscher: Insgesamt 1495 Briten hat Königin Elizabeth II. in diesem Jahr anlässlich ihres 94. Geburtstages geehrt. Darunter waren nach Palast-Angaben vom späten Freitagabend auch viele Frauen und Männer, die anderen selbstlos in der Corona-Krise geholfen haben - etwa Ärzte und Krankenpfleger.

Traditionell zeichnet die Queen anlässlich ihres Geburtstages eine ganze Reihe von Briten mit verschiedenen Ehrungen aus, jedoch mit Verspätung. Denn die Queen hat am 21. April Geburtstag. Da das Wetter dann aber in der Regel schlecht ist, findet die offizielle Feier stets im Juni statt. Dieses Mal fiel aber wegen der Pandemie die Geburtstagsparade aus. Und die Auszeichnungen wurden später vergeben - fast ein halbes Jahr nach dem Geburtstag der Monarchin.

Ehrungen der Queen bekamen unter anderem der Naturforscher David Attenborough, die Schauspielerin Maureen Lipman und der Musiker Jeff Lynne (Electric Light Orchestra). Die Rapperin Lady Leshurr erhielt die British-Empire-Medaille für einen Song, mit dem sie die Menschen an das Händewaschen während der Corona-Krise erinnert hat. Sie könne nicht glauben, dass "die Königin von England die Königin des (Musikstils) Grime" wahrgenommen habe, so Leshurr. Der Maler Frank Bowling zeigte sich "extrem stolz", im Alter von 86 Jahren zum Ritter geschlagen zu werden. Er arbeitet noch fast täglich im Atelier.

Update, 9. Oktober, 21.46 Uhr: Lettlands Regierung beschließt neue Corona-Beschränkungen

In Lettland müssen sich die Menschen wegen steigender Infektionszahlen auf neue Corona-Beschränkungen einstellen. Im Kampf gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 setzte die Regierung in Riga am Freitagabend die Teilnehmergrenze für Veranstaltungen im Freien von 3000 auf 1000 herab, in Räumen von 1000 auf 500. Dabei gelten Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Die Beschränkungen sollen bis zum Jahresende gültig bleiben.

Lettlands Regierung sagte zudem den für das Wochenende geplanten Riga Marathon ab. Für Städte und Regionen mit lokalen Corona-Ausbrüchen wurden spezielle Schutzmaßnahmen erlassen.

In Lettland hatten die täglichen Corona-Infektionszahlen zum zweiten Mal in Serie einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde in Riga wurden am Freitag 137 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern meldete bislang insgesamt 2507 bestätigte Infektionen und 40 Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-2.

Egils Levits (65), Präsident von Lettland, kämpft mit neuen hohen Corona-Zahlen.
Egils Levits (65), Präsident von Lettland, kämpft mit neuen hohen Corona-Zahlen.  © Alexander Welscher/dpa

Update, 9. Oktober, 20.55 Uhr: Mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in Frankreich

Frankreich hat mit 20.339 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Rekord erzielt. Wie die Behörden am Freitagabend mitteilten, wurde damit der bisherige höchste Wert von 18.746 neuen Fällen vom vergangenen Mittwoch überschritten. Es wurden 62 neue Todesfälle gezählt.

Die Corona-Lage in Frankreich ist sehr angespannt. Gesundheitsminister Olivier Véran warnte zuletzt, dass sich die Lage im Land weiter verschlechtere. Für vier neue Städte - Lyon, Lille, Grenoble und Saint-Étienne - wurde die höchste Corona-Warnstufe ausgerufen. Sie gilt außerdem in Paris, Marseille und dem französischen Überseegebiet Guadeloupe.

Mit der Einstufung gehen zahlreiche Einschränkungen einher - so etwa die Schließung von Bars und gastronomischen Einrichtungen, die keine Speisen verkaufen, für vorerst zwei Wochen. 

Der Staatspräsident von Frankreich, Emmanuel Macron (42), hat derzeit mit hohen Corona-Zahlen zu kämpfen.
Der Staatspräsident von Frankreich, Emmanuel Macron (42), hat derzeit mit hohen Corona-Zahlen zu kämpfen.  © Lewis Joly/AP POOL/dpa

Die Regierung betont immer wieder, dass sie neue landesweite Ausgangsbeschränkungen, wie es sie im Frühjahr gab, vermeiden möchte. Stattdessen setzt sie auf regionale Maßnahmen.

Sorge herrscht außerdem über die Situation in den Pariser Krankenhäusern. Dort nimmt der Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen zu. Ein entsprechender Notfallplan wurde aktiviert. Bisher starben in der Covid-19-Pandemie mehr als 32.600 Menschen in Frankreich.

In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est und die Insel Korsika gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Update, 9. Oktober, 19.52 Uhr: Erstmals mehr als 100.000 Neuinfektionen an einem Tag in Europa

In Europa ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals über die Marke von 100.000 Fällen geklettert. Die am Freitag aktualisierte WHO-Grafik weist ein Plus gegenüber dem Vortag von

109.749 Fällen aus. Am Donnerstag wurden knapp 99.000 neue Fälle gemeldet. In Europa wird seit August kontinuierlich eine immer stärkere Verbreitung des Virus verzeichnet.

In Nord- und Südamerika wurden am Freitag gegenüber dem Vortag rund 127.000 Fälle mehr registriert. Früheren Angaben der WHO zufolge könnte sich inzwischen jeder zehnte Mensch auf der Welt bereits mit dem neuartigen Virus angesteckt haben.

Maria van Kerkhove, Technische Leiterin des WHO-Programms für gesundheitliche Notfälle.
Maria van Kerkhove, Technische Leiterin des WHO-Programms für gesundheitliche Notfälle.  © Fabrice Coffrini/KEYSTONE/dpa

Update, 9. Oktober, 19.40 Uhr: Keine neuen Corona-Fälle im ukrainischem Team vor Deutschland-Spiel

Im ukrainischen Fußball-Nationalteam gibt es kurz vor der Nations-League-Partie gegen Deutschland am Samstag keine neuen Corona-Infektionen. "Es ist gut zu wissen, dass keiner der Spieler ausfällt", sagte Teamchef Andrej Schewtschenko am Freitag in Kiew. 

Er könne zwar die Aufstellung planen, habe aber kein Kernteam zur Verfügung. Vor dem Freundschaftsspiel am Mittwoch gegen Frankreich waren über ein Dutzend Spieler wegen Coronavirus-Infektionen oder Verletzungen ausgefallen. Die Ukraine erlitt in Paris mit 1:7 die höchste Niederlage ihrer Fußballgeschichte.

Die Mannschaft geht von einem harten Match gegen die DFB-Elf aus. "Die deutsche Mannschaft ist eine Maschine. Es ist ein Team von hohem Niveau, das physisch sehr stark ist", sagte Schewtschenko. Die Deutschen würden keine Zweikämpfe scheuen und schnellen Fußball lieben.

Anpfiff im Kiewer Olympiastadion ist am Samstag um 21.45 Uhr Ortszeit (20.45 Uhr/ARD). Rund 20.000 Zuschauer sollen unter strengen Sicherheitsregeln in die Arena gelassen werden. Schewtschenko betonte, dass dies eine wichtige Unterstützung für sein Team sei. "Wir haben die Leute wirklich vermisst, denn wir spielen für sie."

Vor 20.000 Zuschauern spielt die deutsche Mannschaft am Samstag in der Ukraine.
Vor 20.000 Zuschauern spielt die deutsche Mannschaft am Samstag in der Ukraine.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Update, 9. Oktober, 19.24 Uhr: Mehr als 4500 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 4516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich angestiegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 314.660 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9589. Das waren 11 mehr als am Vortag. Rund 271.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. 

Eine Woche zuvor (1.10.) hatte der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen, in der Woche davor (24.9.) bei 296 (166 beatmet). Rund 8500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Auch die Rate der positiven Tests stieg zuletzt nach RKI-Daten stark an und lag in der 40. Kalenderwoche (28.9.- 2.10.) bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent. Die Anzahl der Tests sank dagegen leicht auf rund 1,096 Millionen in der 40. Woche. Zuvor waren es rund 1,168 Millionen gewesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,34 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,37 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 9. Oktober, 19.23 Uhr: Ibrahimovic beendet Corona-Quarantäne

Für den schwedischen Fußballprofi Zlatan Ibrahimovic ist die gut zweiwöchige Corona-Quarantäne beendet. "Du bist geheilt! Die Gesundheitsbehörden wurden informiert. Die Quarantäne ist beendet. Du darfst raus", schrieb der 39 Jahre alte Schwede vom AC Mailand am Freitag auf Instagram.

Die Infektion seines Star-Angreifers mit dem Virus hatte der Serie-A-Verein am 24. September mitgeteilt. Nunmehr sei der extrovertierte Profi aber zweimal hintereinander negativ getestet worden, teilte Milan mit und bestätigte damit das Ende der Isolation.

Update, 9. Oktober, 19.17 Uhr: Konferenz der Ministerpräsidenten als Videoschalte

Die für Ende Oktober in Berlin geplante Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) soll voraussichtlich per Videokonferenz abgehalten werden. Ursprünglich war das Rote Rathaus als Ort für das Treffen der Länderchefs vorgesehen. 

Grund für die geänderten Planungen seien die steigenden Corona-Fallzahlen, teilte die Berliner Senatskanzlei am Freitag mit. Am 1. Oktober hat Berlin turnusmäßig für ein Jahr den Vorsitz in der MPK übernommen.

Regierungschef Michael Müller (55, SPD) erklärte, er bedauere die Planänderung zutiefst. "Gleichzeitig finde ich es aber wichtig, dass wir als Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten in besonderem Maße Verantwortung zeigen und deutliche Signale der Vorsicht und gegenseitigen Rücksichtnahme angesichts der steigenden Infektionszahlen senden." 

Sollte sich die Corona-Lage schneller als erwartet bessern, könne kurzfristig noch zu einem Treffen in Berlin geladen werden, hieß es. Angesetzt ist die MPK für den 28. bis 30. Oktober.

Berlins Regierungschef Michael Müller (55, SPD).
Berlins Regierungschef Michael Müller (55, SPD).  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 9. Oktober, 19.12 Uhr: Estland lockert Corona-Einreisebeschränkungen

Estland lockert die coronabedingten Beschränkungen bei der Einreise. Die Quarantänepflicht soll von Montag an nur noch für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen gelten. 

Dies teilte das Außenministerium des baltischen EU-Landes am Freitag in Tallinn mit. Damit können auch Reisende aus Deutschland wieder nach Estland reisen, ohne sich für 14 Tage in Quarantäne begeben zu müssen. Für die Bundesrepublik wurde ein Wert von 38,6 angegeben.

Update, 9. Oktober, 19.09 Uhr: Tschechische Fußball-Legende Panenka in stabilem Zustand

Der tschechischen Fußball-Legende Antonin Panenka geht es etwas besser. Sein Zustand habe sich stabilisiert, berichtete der Verein Bohemians Prag 1905 am Freitag unter Berufung auf seine Ehefrau. Der 71-Jährige ist Ehrenpräsident des Clubs. Er war wegen einer Coronavirus-Infektion ins Krankenhaus gekommen.

Mit dem Panenka-Heber im Belgrader EM-Finale 1976 gegen Deutschland hatte sich der Mittelfeldspieler in den Fußball-Geschichtsbüchern verewigt. Er lupfte den Ball beim entscheidenden Elfmeter nervenstark in die Mitte des Tores und narrte damit Deutschlands Torhüter Sepp Maier - die Tschechoslowakei wurde Europameister.

Ihr Mann habe ihr gesagt, dass er kämpfen werde, sagte Panenkas Frau Vlasta. Er habe einen starken Husten und bekomme zusätzlichen Sauerstoff. Aus dem Kreiskrankenhaus in Benesov bei Prag sollte er in die Hauptstadt verlegt werden. Die vielen Genesungswünsche aus aller Welt seien eine Überraschung gewesen. "Ich habe nicht geahnt, dass man ihn so sehr über unsere Grenzen hinaus liebt", ließ sie mitteilen.

Nach seiner erfolgreichen Zeit bei Bohemians Prag wechselte Panenka 1981 zu Rapid Wien; mit dem Verein wurde er zweimal österreichischer Meister und dreimal Cup-Sieger. Wegen seiner Übersicht nannte man ihn den Mann mit den Radaraugen. Er beendete seine aktive Karriere nach Stationen bei anderen Vereinen der Alpenrepublik im Alter von 45 Jahren.

Antonin Panenka bei der Auslosung für die UEFA Euro 2012 (Archivbild).
Antonin Panenka bei der Auslosung für die UEFA Euro 2012 (Archivbild).  © Sergey Dolzhenko/EPA/dpa

Update, 9. Oktober, 19 Uhr: Nach Corona-Absagen: Nur noch ein Team bei Judo-Meisterschaft

Nach zwei weiteren Absagen wegen der Corona-Pandemie ist für das Finale der Judo-Bundesliga der Frauen nur noch ein teilnehmendes Team übrig geblieben. HTG Bad Homburg und JC71 Düsseldorf sagten ihre Teilnahme am Freitag aufgrund der aktuellen Entwicklungen ab, wie der Deutsche Judobund mitteilte. 

Damit ist der BC Karlsruhe der letzte verbliebene Teilnehmer für die Titelkämpfe, die für diesen Sonntag in Senftenberg in Brandenburg geplant sind.

Es werde nun über das weitere Vorgehen beraten, teilte der DJB mit. Vorstandssprecher Reinhard Nimz sagte, dass "der DJB und der Ausrichter in Senftenberg alles, was möglich war, unternommen haben, um die Veranstaltung so sicher wie nur irgendwie möglich zu planen." An den Titelkämpfen der Männer nehmen am Samstag sechs Teams teil.

Ursprünglich hätte in den Bundesligen ab März 2020 an mehreren Tagen im Ligaformat gekämpft werden sollen - wegen der Corona-Pandemie war das aber nicht möglich. Deshalb sollten die Mannschaftsmeister im Turnierformat ermittelt werden, wegen der Corona-Pandemie hatten jedoch schon zahlreiche Teams im Vorfeld ihren Rückzug angekündigt.

Update, 9. Oktober, 18.30 Uhr: DOSB-Appell: Vereine in der Krise mehr stärken - Bund gefordert

Mit einem Hilferuf auch an die Politik hat der Deutsche Olympische Sportbund vor den wirtschaftlichen Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie gewarnt und zur Unterstützung der Sportvereine aufgefordert. 

"Der Sport in Deutschland mit seinen 90.000 Vereinen erlebt in der anhaltenden, globalen Corona-Pandemie die größte gesellschaftspolitische und ökonomische Herausforderung seit 1945", heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Appell.

Die Pandemie habe "viele Selbstverständlichkeiten in unserer Gesellschaft und damit auch im Sport in Deutschland ins Wanken gebracht und stellt abhängig von der Dauer der Krise in vielen Bereichen sogar die Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports in Frage". 

Grundlage des Aufrufs sind die Beschlüsse der 16 Landessportbünde, die sich in ihrer digitalen Herbsttagung am 25. September gemeinsam mit Präsidium und Vorstand des DOSB intensiv mit den Auswirkungen der Pandemie beschäftigt hatten.

Alfons Hörmann(60), Präsident, Deutscher Olympischer Sportbund.
Alfons Hörmann(60), Präsident, Deutscher Olympischer Sportbund.  © Christoph Soeder/dpa

Die angespannte wirtschaftliche Situation tausender Vereine werde nach Überzeugung des DOSB "durch die bislang beschlossenen 'Coronahilfen Profisport' des Bundes noch nicht ausreichend berücksichtigt.

Hier braucht es eine passgenaue Abstimmung zwischen Bundeshilfen und Hilfen auf Länderebene", heißt es in der Erklärung. Zudem sei eine "deutlich unbürokratischere Umsetzung als bislang vorgesehen" notwendig.

Wirtschaftlich besonders hart treffe die Pandemie "zum einen Vereine mit eigenen Sportanlagen, bezahltem Personal und umfangreichen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, da diese ihre Fixkosten nur bedingt reduzieren können. Das gilt auch für Vereine im semiprofessionellen und professionellen Wettkampfsport", warnte der DOSB.

Mit Ausnahme der 1. und 2. Fußball-Bundesliga seien diese wirtschaftlich in hohem Maße von Ticketverkäufen abhängig.

Update, 9. Oktober, 18.15 Uhr: Corona-Fallzahl steigt in Berlin stark - Warnwert weiter überschritten

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Berlin ist erneut kräftig gestiegen, der wichtige Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage wird weiter überschritten. 

Innerhalb eines Tages wurden 443 neue Fälle erfasst, wie aus dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Freitag hervorgeht. Am Donnerstag hatte es mit 498 Neuinfektionen den stärksten Zuwachs binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie gegeben.

Der etwa für Reisen in andere Bundesländer wichtige Wert der Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl bleibt in der Hauptstadt über der kritischen Schwelle von 50: 56,4 Fälle pro

100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen registriert. Das ist noch einmal ein Anstieg im Vergleich zum Donnerstag (52,8).

Seit Beginn der Pandemie sind in Berlin 234 Menschen im Zusammenhang mit dem neuartigen Erreger gestorben, mehr als 14.000 gelten als genesen. Die Gesamt-Fallzahl liegt jetzt bei 17.555.

Seit vergangenem Samstag gelten in Berlin zwar bereits neue Regelungen zur Eindämmung des Virus, wie eine Maskenpflicht in Büros. Von diesem Samstag an kommt unter anderem eine Sperrstunde hinzu.

Berlin: Michael Müller (links, 55, SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, und Christian Drosten (48), Direktor Institut für Virologie, Charité Berlin, kommen am 9. Oktober mit Mund-Nasen-Schutz zur einer Pressekonferenz über die steigende Zahl der COVID-19-Patienten in den deutschen Großstädten.
Berlin: Michael Müller (links, 55, SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, und Christian Drosten (48), Direktor Institut für Virologie, Charité Berlin, kommen am 9. Oktober mit Mund-Nasen-Schutz zur einer Pressekonferenz über die steigende Zahl der COVID-19-Patienten in den deutschen Großstädten.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 9. Oktober, 17.37 Uhr: Broadway-Theater bis Ende Mai 2021 dicht

Die Theater am Broadway in New York bleiben in der Corona-Krise nun deutlich länger geschlossen als bislang geplant. Alle Aufführungen bis einschließlich 30. Mai 2021 seien abgesagt, teilte die die Broadway League, die Dachorganisation der Theater, am Freitag mit. 

Die Theater sind aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus seit Mitte März geschlossen. Zunächst hatten die Betreiber gehofft, im September wieder öffnen zu können. Dann war der Start für den Jahresanfang 2021 angedacht.

Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Millionenmetropole New York, die im Frühjahr eines der weltweiten Zentren der Pandemie war, seit Monaten hart. Museen dürfen inzwischen unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Zahlreiche andere Kultureinrichtungen haben aber bereits angekündigt, in diesem Jahr nicht mehr aufzumachen. Die renommierte Metropolitan Opera hat ihre Wiederöffnung sogar bereits auf Ende September 2021 verschoben.

New York: Fußgänger gehen mit Mund-Nasen-Bedeckungen am Broadway . Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als sieben Millionen Covid-19-Infektionen verzeichnet worden.
New York: Fußgänger gehen mit Mund-Nasen-Bedeckungen am Broadway . Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als sieben Millionen Covid-19-Infektionen verzeichnet worden.  © Michael Nagle/XinHua/dpa

Update, 9. Oktober, 17.35 Uhr: EU-Staaten einigen sich auf Ampel-Karte gegen Reise-Wirrwarr

Mit einer gemeinsamen Ampel-Karte wollen die EU-Staaten das coronabedingte Reise-Wirrwarr in Europa mildern. Je nach Infektionsgeschehen sollen Regionen entweder grün, orange oder rot markiert werden. Für "grüne" Gebiete mit wenigen Corona-Fällen sollen die Staaten keine Reiseeinschränkungen erlassen. Darauf verständigten sich die Botschafter der EU-Staaten am Freitag mit ausreichender Mehrheit.

"Der endgültigen Annahme durch die Europaminister am Dienstag steht nun nichts mehr entgegen", sagte ein Sprecher der deutschen Ratspräsidentschaft am Freitag nach einem Treffen der EU-Botschafter. Weil Deutschland derzeit den Vorsitz der EU-Staaten innehat, leitet es die Verhandlungen. Die Empfehlungen sind allerdings nicht bindend.

Gemeinsame Regeln für Reisende aus orange oder rot markierten Regionen sieht das Konzept nicht vor. Ebenso wenig einigten sich die EU-Staaten auf europaweite Standards für Quarantäne- und Test-Regeln.

Die Ampel-Karte soll von der europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellt und wöchentlich aktualisiert werden. Neben den EU-Staaten soll sie unter anderem auch Island und Norwegen umfassen. 

Die Einigung der Botschafter soll kommenden Dienstag noch beim Rat für Allgemeine Angelegenheiten von den Ministern bestätigt werden. Bislang entscheidet jedes Land mit eigenen Kriterien, welche anderen EU-Länder oder -Regionen es als Risikogebiet einstuft. Das führt zu großen Unterschieden.

Update, 9. Oktober, 17.34 Uhr: "Ballermann"-Lokale dürfen bald wieder Gäste empfangen

Mallorca kündigt Corona-Lockerungen an: Die auf der spanischen Urlaubsinsel vor knapp drei Monaten wegen illegaler Partys zwangsgeschlossenen Lokale am sogenannten "Ballermann", der Vergnügungsmeile an der Playa de Palma, dürfen bald wieder Gäste empfangen.

Das am 15. Juli verhängte Öffnungsverbot werde am kommenden Donnerstag aufgehoben, teilte die Regierung der Balearen am Freitag in der Inselhauptstadt Palma mit. Diskotheken und größere Partytempel müssten aber im Rahmen der Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie weiterhin geschlossen bleiben, hieß es.

Am Ballermann ist nichts mehr so wie es einst war...
Am Ballermann ist nichts mehr so wie es einst war...  © Clara Margais/dpa

Update, 9. Oktober, 17.17 Uhr: Deutschland soll Hilfe für Anti-Corona-Kampf aus Brüssel bekommen

Deutschland und andere Staaten sollen zur Bewältigung der Corona-Krise Millionenhilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds bekommen. Insgesamt sollen 132,7 Millionen Euro für Deutschland, Irland, Griechenland, Spanien, Kroatien, Ungarn und Portugal freigegeben werden, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte. 

Es handele sich um Vorauszahlungen an Länder, die die Hilfe beantragt hatten. Das Europäische Parlament und der Rat müssen dem Vorschlag der Kommission noch zustimmen.

Insgesamt plant die EU-Kommission ein Hilfspaket in Höhe von rund 823 Millionen Euro aus dem EU-Solidaritätsfonds. Neben den Corona-Hilfen soll Geld in den Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Kroatien im März (683,7 Millionen Euro) und nach den Überschwemmungen im Karpatenvorland in Polen im Juni (7 Millionen Euro) fließen.

Mit dem EU-Solidaritätsfonds leisten sich die EU-Staaten im Katastrophenfall untereinander Hilfe. Er wurde 2002 nach Überschwemmungen in Mitteleuropa eingerichtet. 

Seitdem wurden rund 5,5 Milliarden Euro in mehr als 90 Katastrophenfällen wie Überschwemmungen, Waldbränden, Stürmen oder Erdbeben in Anspruch genommen. Seit einer Änderung im April kann auch bei schweren Gesundheitsnotständen Geld fließen.

Update, 9. Oktober, 17.09 Uhr: CSD-Fahrrad-Demo in Köln trotz verschärfter Corona-Regeln

Trotz verschärfter Corona-Regeln dürfen an diesem Wochenende Tausende Menschen an der Ersatzveranstaltung zum Kölner Christopher Street Day (CSD) teilnehmen. Die Macher planen für Sonntag eine CSD-Fahrrad-Sternfahrt mit anschließender Kundgebung, bei der die rund 4000 Teilnehmer gegen Diskriminierung und Hass protestieren wollen. 

Am Freitag- und Samstagabend soll es jeweils eine "Cologne-Pride-Show" mit 1000 Gästen in der Lanxess-Arena geben. Dazu gebe es ein strenges Hygienekonzept, sagte ein Sprecher des Cologne Pride.

Update, 9. Oktober, 16.58 Uhr: Dresden verbietet Großveranstaltungen

Wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen sind in Dresden Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern ab sofort verboten. Die Regelung gelte mindestens bis zum 16. Oktober, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. In den vergangenen sieben Tagen hatte es in der Stadt mehr als 22 bestätigte Fälle auf 100.000 Einwohner gegeben. 

Erst wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz auf weniger als 20 fällt, sind größere Veranstaltungen wieder erlaubt. Verboten sind demnach aktuell Sportveranstaltungen, aber auch Messen, Jahrmärkte, Konferenzen und Konzerte mit mehr als 1000 Besuchern.

"Wir alle haben mit steigenden Corona-Infektionen im Herbst gerechnet. Nun sind sie da und wir ‎alle haben es in der Hand", erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP). Er rief dazu auf, Abstand zu halten, auf unnötige Kontakte zu verzichten und überall dort einen Mundschutz zu tragen, wo man sich nicht anders schützen könne.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP).
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP).  © Holm Helis

Update, 9. Oktober, 16.49 Uhr: Ilkay Gündogan, der Profi von Manchester City, warnt davor, das Coronavirus zu unterschätzen

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan (29) hat nach überstandener Covid-19-Erkrankung eindringlich vor dem Coronavirus gewarnt. "Zwischenzeitlich hatte es mich schon stark getroffen", sagte Gündogan. 

"Erst nach etlichen Tagen ging es mir nach und nach besser. Um ehrlich zu sein, kann ich mich nicht erinnern, wann es mich bei einem Infekt zuletzt mal so getroffen hatte." Inzwischen gehe es ihm wieder "soweit gut".

Der Profi von Manchester City warnte davor, dass Coronavirus zu unterschätzen. "Mit diesem Virus ist einfach nicht zu scherzen", stellte der 29-Jährige klar. Man müsse es aufgrund der aktuellen Zahlen wieder viel ernster nehmen. 

In sozialen Medien hätten einige Nutzer kommentiert, er würde "zu Hause chillen und dann wieder trainieren", so Gündogan. "Alles, was ich zu diesen Leuten nur sagen kann, ist: Nein! Unglücklicherweise war das kein Vergnügen."

Wo er sich mit dem Coronavirus angesteckt habe, könne er sich nicht erklären, berichtete er. "Ich halte mich an alle Regeln, aber komplett ausschließen kann man es leider nie, egal wie vorsichtig man ist", so Gündogan. "Andere haben möglicherweise gar keine Symptome, sind aber trotzdem positiv und infizieren somit weitere Mitmenschen."

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan (29).
Der deutsche Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan (29).  © Christoph Schmidt/dpa

Als Leistungssportler gehöre er nicht zur Risikogruppe, betonte der Mittelfeldspieler, als Person der Öffentlichkeit wolle er aber warnen. Der Nationalspieler forderte dazu auf, sich an die derzeit geltenden Regeln zu halten.

"Abstände einhalten und vor allem eine Maske tragen", mahnte Gündogan, der bei den anstehenden DFB-Länderspielen in der Nations League nicht dabei ist. Er solle sich bei seinem Club Man City weiter auskurieren, hatte der DFB mitgeteilt.

"Es gibt Millionen von Menschen, die gefährdet sind. Jeder Mensch muss daher seiner Verantwortung gerecht werden, auch wenn man selbst vielleicht nicht stärker gefährdet ist."

Update, 9. Oktober, 16.17 Uhr: Berlins Bürgermeister für mehr Hilfe vom Bund bei Kontaktverfolgung

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) hat sich für mehr personelle Unterstützung vom Bund bei der Kontaktverfolgung in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Sie sollte seiner Ansicht nach längerfristig angelegt sein. 

"Mir war es wichtig zu betonen, dass wir auch von der Bundesebene vor allem für die Kontaktverfolgung der Infektionsketten noch mehr personelle Unterstützung erhalten", erklärte Müller am Freitag nach der Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Bürgermeistern der größten deutschen Städte.

Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. Das gilt laut der Vereinbarung von Merkel mit den Bürgermeistern, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) am Freitag.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) am Freitag.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 9. Oktober, 16.08 Uhr: Münchens OB für bundesweit einheitliche Corona-Regeln in Großstädten

Mit einem einheitlichen Maßnahmenkatalog soll in deutschen Großstädten die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. 

Wie Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (62, SPD) am Freitag nach einer Videoschalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und zehn weiteren Stadtoberhäuptern sagte, handele es sich dabei im Grunde um Maßnahmen, die in München bereits umgesetzt worden seien - wie zum Beispiel eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, in der Gastronomie und bei Sportveranstaltungen.

Bundesweit sei ein Anstieg der Infektionszahlen zu erkennen, deswegen hätten sich die Gesprächsteilnehmer darauf verständigt, die Kontaktmöglichkeiten gegebenenfalls zu beschränken, sagte Reiter. 

Das sei beim Überschreiten der kritischen Werte von 35 oder 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen der Fall. In München lag dieser Wert am Freitag laut Landesamt für Gesundheit (LGL) bei 42,4. Ab einem Wert von über 35 werde es für die Behörden schwierig, die Infektionsketten nachzuverfolgen, sagte Reiter.

In zwei Wochen soll es den Angaben nach eine erneute Videokonferenz mit Kanzlerin Merkel und den Oberbürgermeistern der größten deutschen Städte geben.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (62, SPD).
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (62, SPD).  © Matthias Balk/dpa

Update, 9. Oktober, 16.03 Uhr: Kanzleramtschef: Hoffnung auf schrittweise Normalisierung des Alltags

Kanzleramtschef Helge Braun (47, CDU) sieht mit Blick auf das kommende Jahr und die Zulassung möglicher Corona-Impfstoffe die Chance auf eine Rückkehr zur Normalität. 

"Die Signale aus der Forschung an einem Impfstoff sind sehr optimistisch", sagt Braun dem Magazin Spiegel. "Es besteht also Hoffnung, dass wir im nächsten Jahr schrittweise den Alltag normalisieren können." Es gebe "eine echte Chance", daher müsse man über den Winter die Infektionszahlen niedrig halten.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass ein Impfstoff für breite Teile der Bevölkerung Mitte des kommenden Jahres zur Verfügung stehen könnte. Entsprechend hatte sich Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) mehrfach geäußert. Das Forschungsministerium fördert die Impfstoffentwicklung mit 750 Millionen Euro.

"Wir sehen momentan, dass es eine ganze Anzahl von Impfstoffen gibt, die jetzt schon am Menschen getestet werden und tatsächlich eine Immunität vermitteln", sagt Braun. Weil es so viele seien und auch die ersten Firmen in die Zulassungen gingen, sei er "sehr, sehr optimistisch, dass wir im nächsten Jahr einen Impfstoff haben werden."

Kanzleramtschef Helge Braun (47, CDU) im September.
Kanzleramtschef Helge Braun (47, CDU) im September.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 9. Oktober, 16 Uhr: Hamburgs Bürgermeister: Zweiten Lockdown verhindern

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (54, SPD) hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen dazu aufgerufen, einen erneuten Lockdown zu verhindern. 

Es dürfe nicht das passieren, was europäische Nachbarländer derzeit erlebten, in denen es drastischere Einschnitte gebe, die einem Lockdown oder einem Teil-Lockdown nahe kämen, sagte Tschentscher am Freitag in Berlin nach einer Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit Vertretern mehrerer deutscher Großstädte.

Der SPD-Politiker begrüßte den Beschluss zu weiteren Beschränkungen. In der Videoschalte besprachen die Teilnehmer, dass weitere "gezielte Beschränkungsschritte unvermeidlich" seien, wenn der Anstieg der Infektionszahlen trotz weiterer vereinbarter Maßnahmen nicht binnen zehn Tagen zum Stillstand kämen.

Tschentscher befürwortete außerdem die Beschränkung für ausländische Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Diese Quarantäne-Regelung mit einem Test nach fünf Tagen gebe Sicherheit, dass keine Reiserückkehr-Infektionen aufträten, erklärte er.

Angesichts stark gestiegener Corona-Zahlen beriet Merkel mit den Verantwortlichen der elf größten deutschen Städte über die Lage in einer Videokonferenz.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (54, SPD).
Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (54, SPD).  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 9. Oktober, 15.57 Uhr: Köln verschärft Corona-Regeln: Kontaktreduzierung und Maskenpflicht

Angesichts steigender Infektionszahlen verschärft Köln von Samstag an die Corona-Einschränkungen für die Bevölkerung. Künftig sollen sich höchstens fünf Personen aus verschiedenen Haushalten in der Öffentlichkeit treffen dürfen - bisher waren es zehn, wie Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63, parteilos) am Freitag sagte. 

Im öffentlichen Raum soll zudem abends ab 22.00 Uhr der Konsum von Alkohol verboten sein, an den Wochenenden darf an Hotspots kein Alkohol mehr verkauft werden. Eine Sperrstunde werde zunächst aber nicht eingeführt, sagte Reker. In Fußgängerzonen gebe es nun eine Maskenpflicht.

Zudem wird die Personenzahl bei Feiern beschränkt: Bei privaten Feiern in angemieteten Räumen sind künftig höchstens 25 Personen erlaubt. "Von Feiern in der eigenen Wohnung raten wir dringend ab", sagte Reker. Mehr als zehn Personen sollten dort nicht zusammen kommen.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63, parteilos).
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (63, parteilos).  © Marius Becker/dpa

Update, 9. Oktober, 15.55 Uhr: Große Städte sollen bei Corona-Anstieg zusätzlich gegensteuern

Im Kampf gegen das Coronavirus sollen in den größten deutschen Städten zusätzliche Eindämmungsmaßnahmen greifen. Kommt der Anstieg der Infektionszahlen damit nicht spätestens binnen zehn Tagen zum Stillstand, seien auch weitere gezielte Beschränkungsschritte unvermeidlich, um öffentliche Kontakte weitergehend zu reduzieren, heißt es in einem Ergebnispapier nach Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit Vertretern der elf größten Städte am Freitag.

Merkel nannte als Beispiele Größenbeschränkungen für bestimmte Gruppen oder den Ausschluss von Zuschauern bei Fußballspielen. Es sei zu sehen, "dass die Zahl der Kontakte unmittelbar mit der Zahl der Infizierten zusammenhängt, wenn man eine bestimmte Schwelle von Infektionen erreicht hat". Dann müsse man überlegen, in welchen Bereichen die Verringerung von Kontakten am leichtesten falle.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) am Freitag.
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) am Freitag.  © Axel Schmidt/Reuters Pool/dpa

Update, 9. Oktober, 15.52 Uhr: Weitere Corona-Fälle bei Italiens Fußballern - U21-Spiel verschoben

Das EM-Qualifikationsspiel der U21-Teams von Italien und Island in Reykjavik ist nach mehreren Corona-Fällen bei den Gästen verlegt worden. Die isländischen Behörden entschieden am Freitag, die italienische Fußball-Nationalmannschaft in Quarantäne zu schicken, wie Italiens Verband mitteilte. 

Zuvor waren zwei weitere Spieler und ein Team-Betreuer der Junioren-Auswahl positiv getestet worden. Der isländische Fußball-Verband KSI erklärte, die für Freitag geplante Partie sei auf "unbestimmte Zeit verschoben" worden.

Schon am Mittwoch meldeten die Italiener, dass zwei der für die Qualifikationspartie nominierten U21-Spieler im Trainingszentrum positive Testergebnisse hatten. Sie reisten nicht mit nach Island und befanden sich seitdem in Quarantäne. Einer von ihnen ist nach Angaben des Vereins Inter Mailands Abwehrspieler Alessandro Bastoni.

Auch bei den Mailändern wurden seit Mittwoch drei weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet, wie der Verein am Freitag mitteilte. Bei den Fußballern handelt es sich um die Mittelfeldspieler Roberto Gagliardini und Radja Nainggolan sowie den Ersatztorwart Ionut Radu.

Der Ball rollt erstmal nicht mehr (Symbolbild).
Der Ball rollt erstmal nicht mehr (Symbolbild).  © Bernd Thissen/dpa

Update, 9. Oktober, 15.49 Uhr: Brandenburger Corona-Ausschuss soll 2021 inhaltlich starten

Der Corona-Untersuchungsausschuss im Brandenburger Landtag will im Januar inhaltlich mit der Arbeit loslegen. Dann werde es bei der Beweiserhebung voraussichtlich zunächst um das Thema Kriminalität gehen, kündigte der Landtag in Potsdam an. Das Gremium tagte am Freitag erstmals - hinter verschlossenen Türen. 

Im Januar soll dann unter anderem der Betrug mit Corona-Soforthilfen untersucht werden. Der Ausschussvorsitzende Daniel Keller (SPD) sagte am Freitag: "Wir befinden uns noch mitten in der Krise." Der Ausschuss werde darauf achten müssen, dass die Landesregierung nicht bei der Bewältigung der Krise behindert werde.

Die AfD-Fraktion hatte den Ausschuss im September durchgesetzt. Sie will hinterfragen, ob die Eingriffe in die Freiheit verhältnismäßig waren und geholfen haben, die Verbreitung des Virus einzuschränken. 

Die übrigen Fraktionen stehen dem Ausschuss ablehnend gegenüber. Im nordrhein-westfälischen Landtag hatte die dortige AfD-Fraktion vergeblich die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zu Corona-Schutzmaßnahmen gefordert.

Update, 9. Oktober, 15.48 Uhr: Söder und Kurz: Wir wollen keine Grenzschließungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (34, ÖVP) haben sich klar gegen neue Grenzschließungen im Kampf gegen das Coronavirus ausgesprochen. 

"Wir in Deutschland wollen keinen zweiten Lockdown, wir wollen auch keine Schließung der Grenzen", sagte Söder am Freitagnachmittag vor einem Treffen mit Kurz im Zollamt Bad Reichenhall direkt an der Grenze. 

"Eine Schließung der Grenzen wäre eine Ultima Ratio, die jetzt keiner will." Kurz betonte ebenfalls, es sei "ein ganz wesentlicher Aspekt, dass die Grenzen offen bleiben". Kurz warnte sehr deutlich vor schweren Folgen für die eng verwobene Wirtschaft.

In beiden Ländern waren zuletzt wieder hohe Corona-Zahlen registriert worden. In Österreich wurden sogar die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überschritten - wobei die Regierung darauf hinwies, dass heute deutlich mehr getestet werde als damals. 

Deutschland hat die Bundesländer Wien, Vorarlberg (mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal) sowie Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) schon vor einiger Zeit zu Risikogebieten erklärt.

Markus Söder (links, 53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Sebastian Kurz (34, ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, bei der Pressekonferenz.
Markus Söder (links, 53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Sebastian Kurz (34, ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, bei der Pressekonferenz.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Update, 9. Oktober, 15.42 Uhr: Städtetagspräsident: Zweiten Lockdown unbedingt verhindern

Mit einem Acht-Punkte-Plan wollen die elf größten Städte in Deutschland den stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen begegnen. Es gehe darum, einen zweiten Lockdown zu verhindern, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung (62, SPD) am Freitag in Leipzig nach einer Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den elf größten deutschen Städten. 

"Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass Kinder nicht mehr die Kitas und die Schulen besuchen können. Wir wollen alles dafür tun, dass wirtschaftliche Entwicklungen nicht gebremst werden."

So sollen auf Bitten der jeweiligen Stadt die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut künftig Experten in Corona-Hotspots schicken, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden. 

Spätestens wenn der Wert auf 50 Infektionen steigt, sollen die Städte umfangreichere Beschränkungen einführen. Dazu gehört etwa die Erweiterungen der Mundschutz-Pflicht auf den öffentlichen Raum, wenn dort der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann.

Genannt werden auch Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen für

Gastronomiebetriebe sowie weitergehende Beschränkungen der Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen und private Feiern. "Alkohol ist einer der zentralen Punkte, wo dann auch Enthemmung einsetzt und in der Tat Menschen dann nicht mehr vorsichtig sind und nicht mehr Abstand halten", erläuterte Jung, der zugleich Oberbürgermeister von Leipzig ist.

Städtetagspräsident Burkhard Jung (62, SPD).
Städtetagspräsident Burkhard Jung (62, SPD).  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. Oktober, 15.26 Uhr: Merkel dringt auf zusätzliche Corona-Eindämmung in Großstädten

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) dringt angesichts stark steigender Corona-Infektionen auf zusätzliche Maßnahmen in den großen Städten, um die Corona-Lage insgesamt im Griff zu halten. 

An der Entwicklung in den Ballungsräumen zeige sich, "ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet", sagte Merkel am Freitag in Berlin nach einer Videokonferenz mit Spitzenvertretern der elf größten Städte.

Diese Tage und Wochen seien entscheidend dafür, wie Deutschland im Winter dastehe. Ziel müsse sein, die Zahlen in einem Bereich zu halten, in dem möglichst jede einzelne Infektion nachverfolgt und jeder Kontakt erreicht und gewarnt werden könne. 

Merkel warb um Verständnis für Beschränkungen wie Sperrstunden und Alkoholverbote, die die Gastronomie hart treffen. Oberstes Ziel sei aber, das öffentliche Leben wenn irgend möglich nicht nochmals so weitgehend herunterzufahren, wie dies im Frühjahr notwendig gewesen sei.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) Ende September.
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) Ende September.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 9. Oktober, 15.23 Uhr: Söder: Nächste Woche wieder Corona-Beratungen der Länder mit Merkel

Angesichts der wieder drastisch gestiegenen Corona-Zahlen soll es kommende Woche voraussichtlich wieder Beratungen aller Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) geben. Das kündigte Bayerns Regierungschef Markus Söder (53, CSU) am Freitag vor einem Treffen mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (34) an der bayerisch-österreichischen Grenze bei Bad Reichenhall an. 

Die Lage sei leider außerordentlich ernst. "Wir sind kurz vor einer exponentiellen Entwicklung", warnte der CSU-Vorsitzende. Man müsse deshalb über die "Eindämmungsstrategie" sprechen. Nach dpa-Informationen sollen die Beratungen am Mittwochnachmittag sein.

"Wir müssen uns jetzt sehr ernsthaft damit auseinandersetzen, wie es weitergeht in Deutschland", sagte Söder. Es gehe darum, wie man den weiteren Anstieg der Zahlen verhindern könne. "Ich mache mir da persönlich sehr große Sorgen." Söder betonte: "Wir müssen jetzt einfach aufpassen, dass wir vernünftiges wirtschaftliches, soziales Leben erhalten können." Man wolle keinen zweiten Lockdown.

Markus Söder (links, 53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Sebastian Kurz (34, ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, begrüßen sich vor einem Arbeitstreffen im Zollamt.
Markus Söder (links, 53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Sebastian Kurz (34, ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, begrüßen sich vor einem Arbeitstreffen im Zollamt.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

Update, 9. Oktober, 15.19 Uhr: Merkel appelliert in Corona-Krise an junge Leute

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen einen Appell vor allem an junge Leute gerichtet, sich an Regeln zu halten. Merkel sagte am Freitag in Berlin nach Beratungen mit Oberhäuptern von Großstädten, junge Menschen fänden Einschränkungen von Feiern oder eine Sperrstunde vielleicht übertrieben. 

Sie fragte dann aber, ob es nicht wert sei, ein wenig Geduld zu haben und an die Familie und Großeltern zu denken. Sie erwähnte auch die Chance etwa auf Ausbildungsplätze. Oberste Priorität sei es, die Wirtschaft am Laufen zu halten und dass Kinder und Jugendliche auf Kitas und Schulen gehen könnten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) geht mit gutem Vorbild voran.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) geht mit gutem Vorbild voran.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 9. Oktober, 15.04 Uhr: Schweiz erklärt erstmals diese deutschen Städte zu Risikogebieten

Wer aus Berlin oder Hamburg in die Schweiz reisen will, muss dort bald für zehn Tage in die Quarantäne. Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen setzte das Schweizer Bundesamt für Gesundheit in Bern das Land Berlin und das Land Hamburg am Freitag auf die Liste der Risikogebiete. Die Bestimmungen treten am Montag in Kraft. In der Schweiz entbindet auch ein negativer Corona-Test nicht von der Quarantäne-Pflicht.

Ähnliche Bestimmungen gelten bereits für einige Regionen in Frankreich, Österreich und Italien sowie für Dutzende Länder weltweit. Neu dazu kamen am Freitag unter anderem Kanada, Russland und Tunesien. Ausgenommen sind generell Grenzgebiete, weil dort viele Menschen leben, die in der Schweiz arbeiten.

In der Schweiz selbst steigen die gemeldeten Infektionszahlen sprunghaft. Am Freitag waren es knapp 1500 innerhalb von 24 Stunden. Die 1000er Marke wurde erstmals seit April in dieser Tage gebrochen- Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von zwei Wochen lag zuletzt bei etwa 66.

Hamburg hat zu viele Corona-Infizierte.
Hamburg hat zu viele Corona-Infizierte.  © Ulrich Perrey/dpa

Update, 9. Oktober, 15.01 Uhr: Bundeswehr und RKI sollen Experten in Corona-Hotspots schicken

Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. Das gilt laut einer am Freitag getroffenen Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Bürgermeistern von Großstädten, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert wurden.

Spätestens wenn der Wert auf 50 Infektionen steigt, sollen die Städte umfangreichere Beschränkungen einführen. Dazu gehört

etwa die Erweiterungen der Mundschutz-Pflicht auf den öffentlichen Raum, wenn dort der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Genannt werden auch Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen für

Gastronomiebetriebe sowie weitergehende Beschränkungen der Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen und private Feiern.

Die Metropolen sollen ihre Ordnungsämter so entlasten, dass sie die Beschränkungen kontrollieren können. Bund und Länder sollen kurzfristig darüber beraten, wie auch Bundespolizei und Länderpolizeien helfen können. Kommt der Anstieg der Infektionszahlen nicht spätestens nach zehn Tagen zum Stillstand, seien weitere Beschränkungsschritte unvermeidlich.

Merkel hatte sich angesichts stark gestiegener Corona-Infektionszahlen mit den Verantwortlichen der elf größten deutschen Städte getroffen. An der Videokonferenz nahmen die Oberbürgermeister und Bürgermeister von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart teil.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

Update, 9. Oktober, 14.49 Uhr: BASF schreibt wegen Corona Milliarden ab

Der Chemiekonzern BASF schreibt infolge der Belastungen auch wegen der Corona-Krise einen Milliardenbetrag ab. Wegen eines Nachfragerückgangs aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie und des Wettbewerbsdrucks bei Basischemikalien ergab sich ein Wertminderungsbedarf von 2,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitagnachmittag mitteilte. 

Daher werde sich im dritten Quartal voraussichtlich ein Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 2,6 Milliarden Euro ergeben. Den negativen Effekt herausgerechnet dürfte aber ein operativer Gewinn von 581 Millionen Euro erzielt worden sein, und damit mehr als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten.

Schlechte Zahlen bei BASF. Wohin soll der Weg nun gehen?
Schlechte Zahlen bei BASF. Wohin soll der Weg nun gehen?  © Uwe Anspach/dpa

Update, 9. Oktober, 14.37 Uhr: Spanische Regierung verhängt laut Medien Notstand über Madrid

Spaniens Zentralregierung hat nach Medienberichten den Notstand über Madrid verhängt, um angesichts von hohen Corona-Zahlen die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können. Dies berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die linke Regierung. Der Notstand soll den Angaben zufolge für zwei Wochen gelten. Eine Verlängerung müsste gemäß Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden.

Vor Ausrufung des Notstands hatte die Justiz die vom Gesundheitsministerium angeordnete Absperrung Madrids und neun weiterer Kommunen in der Umgebung wieder aufgehoben. Dies geschah auf Antrag der konservativen Regionalregierung. Nun kann die Zentralregierung die Bewegungsfreiheit der Bürger doch wieder einschränken. Eine offizielle Bestätigung stand zunächst noch aus.

In den zehn Städten, die nun wieder abgeriegelt sind, dürfen die Menschen ihre Wohngemeinde erneut nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Betroffen sind knapp 4,8 der insgesamt 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma". Auswärtige dürfen diese Städte nur in Ausnahmefällen betreten.

Mit 850.000 Infektionen ist Spanien das von der Pandemie am schwersten getroffene Land Westeuropas. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 115. In der Region Madrid betrug dieser Wert sogar bei 230. Nur die Region Navarra hat in Spanien eine höhere sogenannte 14-Tage-Inzidenz.

Madrid: Menschen stehen Schlange vor dem Sitz eines katholischen Ordens inmitten der Corona-Pandemie, weil dort Freiwillige Lebensmittel verteilen.
Madrid: Menschen stehen Schlange vor dem Sitz eines katholischen Ordens inmitten der Corona-Pandemie, weil dort Freiwillige Lebensmittel verteilen.  © Bernat Armangue/AP/dpa

Update, 9. Oktober, 14.31 Uhr: Gesamtmetall: Bekommen die Corona-Krise allmählich in den Griff

Trotz der wieder steigenden Infektionszahlen und eines Produktionsdämpfers im September ist die Metall- und Elektrobranche in der Corona-Krise zuversichtlich. "Es macht auf uns den Eindruck, dass wir (...) das Corona-Thema schon in den Griff kriegen", sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander am Freitag.

"Jetzt stellt sich mehr die Frage des Strukturwandels, was passiert da an Einschlägen für die Wirtschaft?" Voraussetzung für diese Entwicklung sei, dass es in Folge der Pandemie nicht erneut zu Verschärfungen und Einschränkungen für die Wirtschaft komme. Dass diese erneut runtergefahren werde, halte er aber für unwahrscheinlich, sagte Zander.

Vor allem die Automobilindustrie, die zu Beginn der Krise eingebrochen war, hat zuletzt deutlich zugelegt und konnte mit fast 370.000 produzierten Fahrzeugen im September nahezu an das Vorkrisenniveau anknüpfen. Das geht aus Daten hervor, die Gesamtmetall als Arbeitgeber-Dachverband der Metall- und Elektroindustrie am Freitag vorlegte.

Mit Blick auf die gesamte Branche sei zudem der Auftragseingang "ein wirklicher Hoffnungswert und positiv", sagte Zander. Die Branchen seien aber unterschiedlich betroffen. So sei die Lage vor allem im sonstigen Fahrzeugbau, unter den auch der Schiffs- und Flugzeugbau fällt, weiter angespannt.

Update, 9. Oktober, 14.27 Uhr: Umfrage - Bevölkerung für Quarantänepflicht bei innerdeutschen Reisen

Laut einer Umfrage spricht sich die überwiegende Mehrheit der Deutschen für eine Quarantänepflicht bei innerdeutschen Reisen aus. 64 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Menschen im Inland ähnlich wie bei entsprechenden Auslandsreisen quarantänepflichtig werden sollten, wie aus dem aktuellen ZDF-Politbarometer von Freitag hervorgeht. Rund ein Drittel sprechen sich dagegen aus.

Immer mehr Menschen sind zudem für weitergehende Maßnahmen. Im Vergleich zu September ist der entsprechende Bevölkerungsanteil um fünf Prozentpunkte auf 23 Prozent gestiegen. 64 Prozent der Befragten halten die geltenden Maßnahmen für richtig (minus 5 Prozentpunkte). 12 Prozent aller Befragten finden die Schutzmaßnahmen übertrieben (plus ein Prozentpunkt). Knapp die Hälfte der Befragten glaubt allerdings, dass ihre Gesundheit durch das Virus nicht gefährdet sei.

Update, 9. Oktober, 14.10 Uhr: Bayern weitet Corona-Risikogebiete massiv aus - auch Frankfurt dabei

Bayern weitet die Liste der innerdeutschen Corona-Risikogebiete deutlich aus: Ab Samstag (00.00 Uhr) gilt die Einstufung für die gesamte Stadt Berlin, sowie aus Hessen für die Städte Frankfurt am Main und Offenbach sowie aus Nordrhein-Westfalen für die Städte Herne, Hamm und Remscheid.

Das teilte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit. Auch die Stadtgemeinde Bremen sowie die Landkreise Esslingen in Baden-Württemberg und die beiden niedersächsischen Landkreise Cloppenburg und Wesermarsch wurden zu Risikogebieten erklärt.

Damit dürfen Menschen, die dort wohnen oder sich dort aufgehalten haben, nicht mehr in Bayern in Hotels, Pension, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen beherbergt werden. Bei Verstößen drohen 5000 Euro Geldbuße. Die Risikoliste soll zunächst bis zum Ablauf des 13. Oktober gelten. Bisher hatte Bayern nur vier Berliner Bezirke (Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg), Bremen und die Städte Hamm sowie Remscheid wegen der dortigen Corona-Zahlen zu Risikogebieten erklärt.

Update, 9. Oktober, 14.04 Uhr: Zweiter Corona-Fall bei Mercedes - Sechs Ersatzleute an Nürburgring

Nach einem weiteren Corona-Fall tauscht Formel-1-Team Mercedes einen Teil seiner Crew für den Grand Prix der Eifel aus. Wie der Weltmeister-Rennstall am Freitag mitteilte, sind sechs Ersatzleute aus dem Vereinigten Königreich angereist und übernehmen die vakanten Posten. Mercedes hatte am Donnerstag einen ersten positiven Test bei einem Teammitglied öffentlich gemacht. Es handelte sich nicht um die Fahrer Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.

Daraufhin wurde die gesamte Mannschaft noch am Donnerstag erneut auf das Virus getestet. Dabei gab es einen weiteren positiven Nachweis und einen nicht eindeutigen, der nochmals geprüft wird. Alle anderen Mitarbeiter der Silberpfeile wurden negativ getestet.

Den Corona-Richtlinien der Formel 1 zufolge können weitere vier Teammitglieder nicht länger am Grand-Prix-Wochenende teilnehmen. Mercedes will auch weiter in enger Abstimmung mit dem Automobil-Weltverband Fia zusammenarbeiten. Der Rennstall werde keine Details zu den betroffenen Mitarbeitern veröffentlichen.

Update, 9. Oktober, 13.45 Uhr: Corona-Notstand: Slowakei ruft Armee zu Hilfe

Weil die Corona-Infektionszahlen trotz des seit 1. Oktober geltenden Notstands rasant steigen, hat die slowakische Regierung den Einsatz der Armee beschlossen. Die Kapazitäten der Gesundheitsbehörden seien am Rand ihrer Möglichkeiten angekommen, erklärte Gesundheitsminister Marek Krajci am Freitag in Bratislava. Die Soldaten sollten bei Corona-Tests und dem Nachverfolgen von Kontakten Infizierter assistieren sowie das Krankenhauspersonal bei Routinetätigkeiten unterstützen.

Dafür habe die Regierung die Bereitstellung von 1500 täglich einsetzbaren Soldaten beschlossen, sagte Verteidigungsminister Jaroslav Nad. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic schloss nicht aus, dass ganze Regionen vorübergehend unter Quarantäne gestellt werden: "Diese Frage ist auf dem Tisch."

Die Slowakei gehörte im Frühjahr zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Seit Mitte September melden die Gesundheitsbehörden jedoch fast täglich neue Rekorde, obwohl das Land weniger testet als die meisten anderen EU-Länder. Am Freitag wurden zum zweiten Mal mehr als 1000 Neuinfektionen pro Tag bestätigt. Die Zahl von 57 Corona-bedingten Todesfällen seit Ausbruch der Pandemie im März ist zwar gemessen an der Einwohnerzahl von 5,4 Millionen niedrig. Allerdings zählt die Slowakei nur Tote, bei denen keine andere Todesursache nachgewiesen werden kann.

Die häufigsten Infektionsherde waren zuletzt Hochzeiten und andere Familienfeiern. Regierungschef Matovic prangerte deshalb die "Disziplinlosigkeit" eines Teils der Bevölkerung an. Gesundheitsexperten warfen indes der Regierung Missmanagement vor.

Slowakei, Nitra: Das Andrej-Bagar-Theater belegt seine Sitze mit Pappfiguren, die Mund-Nasen-Schutz tragen. Damit reagiert der Veranstalter auf Corona-bedingte Restriktionen.
Slowakei, Nitra: Das Andrej-Bagar-Theater belegt seine Sitze mit Pappfiguren, die Mund-Nasen-Schutz tragen. Damit reagiert der Veranstalter auf Corona-bedingte Restriktionen.  © Henrich Miöovië/TASR/dpa

Update, 9. Oktober, 13.07 Uhr: Positiver Corona-Test - Spiele der Tischtennis-Bundesliga verlegt

Wegen eines positiven Corona-Tests in der Trainingsgruppe hat der Tischtennis-Bundesligist TTF Ochsenhausen seine beiden Heimspiele an diesem Wochenende kurzfristig absagen müssen. Die Partien gegen den TSV Bad Königshofen (Freitag) und den Post SV Mühlhausen (Sonntag) wurden auf einen noch unbestimmten Termin verlegt, teilte der deutsche Meister von 2019 mit.

Der Corona-Fall betrifft nach Angaben des Vereins kein Mitglied des Bundesliga-Teams selbst, sondern einen Spieler, der im Training mit den TTF-Profis in Berührung kam. Das Kreisgesundheitsamt verhängte daraufhin eine 14-tägige häusliche Quarantäne für die Testperson und seine Erstkontakte. Aus diesem Grund müssen auch noch die beiden nächsten Ochsenhäuser Auswärtsspiele beim TTC Neu-Ulm (Bundesliga) sowie beim TTC Fortuna Passau (DTTB-Pokal) verlegt werden.

Update, 9. Oktober, 13 Uhr: Russland mit mehr Corona-Neuinfektionen als im Frühjahr

Die Zahl der neu gemeldeten Corona-Fälle in Russland hat die Rekordwerte aus dem Frühjahr überstiegen. Am Freitag wurden nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden mehr als 12.120 Infektionen registriert. Allein in der Hauptstadt Moskau wurden rund 3700 neue Fälle gezählt.

Im weltweiten Vergleich liegt Russland der US-Universität Johns Hopkins zufolge mit knapp 1,3 Millionen Infektionen auf Platz vier. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Insgesamt gibt es 22.260 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus - ein vergleichsweise niedriger Wert.

Die Behörden in der Hauptstadt reagierten auf die steigenden Zahlen mit verschärften Regeln. Unternehmen müssen jeden dritten Mitarbeiter ins Homeoffice schicken, was auch streng kontrolliert wird. Zudem wurden die Herbstferien für Schüler um eine Woche verlängert und Senioren sollen sich selbst isolieren. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in Supermärkten überprüft.

In Moskau galten im Frühjahr mehr als zwei Monate lang strenge Ausgangssperren. Daraufhin pendelten sich im Sommer die täglichen Neuinfektionen auf etwa 5000 Fälle ein. Seit September steigen die Zählen wieder deutlich an. Die Behörden versicherten, dass bislang kein zweiter Lockdown geplant sei.

Moskau: Menschen gehen bei Regen über den Roten Platz.
Moskau: Menschen gehen bei Regen über den Roten Platz.  © Evgeny Sinitsyn/XinHua/dpa

Update, 9. Oktober, 12 Uhr: Drosten - Jeder Einzelne wichtig im Kampf gegen Corona

Der Berliner Virologe Christian Drosten hat an die Bevölkerung appelliert im Kampf gegen das Coronavirus mitzuhelfen. Das Effizienteste gegen eine Corona-Ausbreitung sei eine Kombination aus Masken-Tragen und gezielten Maßnahmen gegen Cluster, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin am Freitag.

Cluster sind etwa eine Gruppe von Menschen bei einer Feier. Die jetzigen Maßnahmen seien schon dafür geeignet. Auch die Gesundheitsämter schauten recht genau darauf, aber die Bevölkerung müsse auch mitmachen. Mit einem Cluster-Kontakttagebuch etwa könne man sehen, wo man sich vor sieben bis zehn Tagen infiziert habe. "Das ist eine sehr wertvolle Information an das Gesundheitsamt."

"Das Virus hat sich nicht verändert", betonte Drosten. Die Infektionssterblichkeit - wie viele der Angesteckten sterben - sei fast eine Konstante und hänge vom Alter der Betroffenen ab. Sie liege in Deutschland bei einem Prozent oder etwas mehr - falls das Virus durch die Bevölkerung durchlaufe. Es sei weniger, wenn man die Älteren schützen könne. Aber das lasse sich nicht so leicht bewerkstelligen.

Entscheidend sei auch das Wissen der Bevölkerung. Es gebe derzeit "viele Irrlichter" in der öffentlichen Information. "Die Informiertheit der Bevölkerung ist aber das Entscheidende in dieser Situation", sagte Drosten. "Die Kooperation, das Verständnis jedes Einzelnen oder jeder Einzelnen, dieses Treffen von richtigen Entscheidungen im Alltag, weil man es verstanden hat, das ist das, was uns retten wird vor einer schwierigen Situation."

Drosten plädierte für eine höhere Qualität bei der Information der Bevölkerung: Forscher sollten sich auf ihre Expertise beschränken und Journalisten sollten Wissenschaftler fragen, wie sie zu ihren Behauptungen kämen.

Christian Drosten, Direktor Institut für Virologie, Charité Berlin.
Christian Drosten, Direktor Institut für Virologie, Charité Berlin.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 9. Oktober, 11.36 Uhr: Trotz Corona - Henkel fasst wieder Tritt

Nach den deutlichen Umsatzeinbrüchen zu Beginn der Corona-Krise hat der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel (Persil, Schwarzkopf, Loctite) im dritten Quartal wieder Tritt gefasst. Zwischen Juli und September habe der Waschmittel-, Kosmetik- und Klebstoffhersteller ein "starkes organisches Wachstum" von 3,9 Prozent erzielt, berichte Konzernchef Carsten Knobel am Freitag unter Berufung auf vorläufige Zahlen in Düsseldorf. Der Umsatz lag damit bei rund 5 Milliarden Euro.

Die neuen Zahlen sind ein Lichtblick für den Konzern. Denn anfangs hatte die Corona-Krise in wichtigen Geschäftsfeldern zu deutlichen Umsatzeinbrüchen geführt. Die größte Henkel-Sparte, das Klebstoffgeschäft, litt unter den Produktionsrückgängen in der Autoindustrie, die Kosmetiksparte unter der zeitweisen Schließung der Friseursalons. Insgesamt sanken die Erlöse im zweiten Quartal um fast 10 Prozent.

Inzwischen hat sich das Bild aber deutlich aufgehellt. Henkel habe im dritten Quartal trotz der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen infolge der Pandemie in allen Unternehmensbereichen wieder ein organisches Umsatzwachstum erzielt, betonte Knobel.

Die Klebstoffsparte, auf die knapp die Hälfte des Konzernumsatzes entfällt, steigerte die Erlöse um 1,3 Prozent. Das Kosmetikgeschäft legte um 4,3 Prozent zu. Ein kräftiges Wachstum im Einzelhandelsgeschäft machte dabei anhaltende Einbußen im Friseurgeschäft mehr als wett. Am stärksten wuchs aber in der Krise mit 7,7 Prozent das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln.

Update, 9. Oktober, 11.13 Uhr: IOM - Millionen heimkehrwillige Migranten stecken wegen Corona fest

Mehr als 2,7 Millionen heimreisewillige Migranten stecken nach einer Studie der UN-Organisation für Migration (IOM) wegen der Corona-Reisebeschränkungen in aller Welt fest. Darunter sind hunderttausende Seeleute, von denen manche seit Monaten nicht von Bord ihrer Schiffe gelassen werden.

Besonders viele säßen im Nahen Osten und Nordafrika sowie in der Asien-Pazifik-Region fest. In Griechenland könnten 102.000 Migranten, die den Wunsch nach Rückkehr in ihre Heimat geäußert haben, nicht abreisen. In Italien seien es 85.000, sagte IOM-Sprecher Paul Dillon am Freitag in Genf.

In der Statistik sind Menschen, die schon vor der Corona-Krise in ihre Heimat zurück wollten, nicht berücksichtigt. Die Zahlen beziehen sich auf einen Stichtag im Juli 2020. Wahrscheinlich liege die tatsächliche Zahl noch deutlich höher, so die UN-Organisation. Die IOM unterstützt normalerweise heimkehrwillige Migranten und organisiert Rückkehrmöglichkeiten.

Update, 9. Oktober, 10.42 Uhr: Städte- und Gemeindebund: Partyszene über Corona-Gefahr aufklären

Der Städte- und Gemeindebund hat angesichts steigender Infektionszahlen in mehreren deutschen Großstädten mehr Aufklärungsarbeit in den sozialen Medien gefordert. "Die Gruppen, die wir erreichen wollen, das sind die Partyszenen, die schauen nicht ZDF und die schauen nicht ARD", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Den jungen Menschen müsste vor allem über den Weg der sozialen Medien klargemacht werden, dass sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere gefährdeten.

Aus Sicht Landsbergs sind es gerade die jungen Feiernden, die besonders zu den derzeit vielen Infektionen beitragen, wie er auch im RBB-Inforadio sagte. "Wir haben ja eins festgestellt: Es sind nicht die Schulen, es sind auch nicht Konzertveranstaltungen, es kommt immer aus diesen privaten oder halbprivaten Feiern, wo diese Infektionsherde entstehen. Das ist hochgefährlich."

Update, 9. Oktober, 10.14 Uhr: Schauspielerin Alyssa Milano: Noch nach Monaten Corona-Symptome

Schauspielerin Alyssa Milano kämpft nach eigenen Angaben auch Monate nach ihrer Corona-Erkrankung mit Symptomen. So habe sie bis heute starken Haarausfall. "Es ist schwer, vor allem, wenn man Schauspielerin ist und so viel von der eigenen Identität mit Dingen zu tun hat wie langem, seidigem Haar und reiner Haut", sagte die 47 Jahre alte Schauspielerin in der amerikanischen Talkshow "Dr. Oz", wie das US-Promiportal "Justjared" berichtete.

"Dazu kommt noch, dass ich Gehirnnebel habe. Was wiederum als Schauspielerin, also als jemand, die Dialoge auswendig lernen und in der Lage sein muss, sich zu bewegen, zu reagieren und auf Zack zu sein, beängstigend ist." Mit Gehirnnebel wird umgangssprachlich ein Zustand der Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Vergesslichkeit bezeichnet.

Milano hatte sich in April mit der Krankheit angesteckt und über ihren gesundheitlichen Zustand immer wieder in den sozialen Medien berichtet, um auf Risiken durch das Coronavirus aufmerksam zu machen.

Die Schauspielerin Alyssa Milano spricht 2018 während einer Wahlkampfveranstaltung für die demokratische Kandidatin bei der Kongresswahl.
Die Schauspielerin Alyssa Milano spricht 2018 während einer Wahlkampfveranstaltung für die demokratische Kandidatin bei der Kongresswahl.  © Chris Carlson/AP/dpa

Update, 9. Oktober, 9.20 Uhr: Keine Corona-Flaute am Bau

Im deutschen Bauhauptgewerbe ist weiterhin keine Flaute in Folge der Corona-Pandemie zu beobachten. Im Juli verfehlte der Umsatz zwar den Vorjahreswert um 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. Das sei aber durch einen Arbeitstag weniger und den sehr hohen Basiswert aus dem Juli 2019 erklärbar.

Wesentliche Effekte der Pandemie seien nicht zu erkennen, teilte das Amt mit. Die Branche hat sich zudem im laufenden Jahr bereits ein Polster angelegt: In den ersten sieben Monaten des Jahres seien die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent und die Zahl der Beschäftigten um 1,5 Prozent gestiegen.

Update, 9. Oktober, 9.08 Uhr: Rückläufiger Trend bei Corona-Neuinfektionen in Israel deutet sich an

Drei Wochen nach Verhängung eines landesweiten Lockdowns deutet sich in Israel ein rückläufiger Trend bei den Corona-Neuinfektionen an. Wie das Gesundheitsministerium am Freitagmorgen mitteilte, wurden am Vortag 3692 neue Fälle verzeichnet. Vor rund eineinhalb Wochen war mit mehr als 9000 Infektionen ein Rekordwert registriert worden. Zu Wochenbeginn waren mehr als 5700 neue Fälle ausgewiesen worden.

Die Quote der positiven Tests betrug nach den Daten vom Freitag acht Prozent. Im Laufe des Lockdowns hatte sie teils deutlich über elf Prozent gelegen. Israel hat etwa neun Millionen Einwohner.

Die Pandemie verlief in Israel zunächst glimpflich, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach Lockerungen und einer massiven Zunahme der Fallzahlen im Laufe des Sommers gilt seit dem 18. September ein Lockdown mit strengen Regeln. Die Maßnahmen wurden zwischenzeitlich verschärft und gelten vorerst bis Mitte kommender Woche. Eine Verlängerung des Lockdowns steht im Raum.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Entwicklung zuletzt vorsichtig optimistisch beurteilt. Er wollte sie aber noch weitere Tage beobachten. Die Opposition hatte ihm wegen der Verhängung eines zweiten Lockdowns Versagen vorgeworfen.

Dem Land machen die Folgen der Corona-Krise wirtschaftlich und sozial schwer zu schaffen. Seit Beginn des jüngsten Lockdowns meldeten sich nach Zahlen der nationalen Arbeitsagentur rund 230.000 Menschen als arbeitssuchend. Insgesamt waren zuletzt etwas mehr als 950.000 Menschen in Israel als arbeitssuchend registriert. Gegner des Ministerpräsidenten hatten am Donnerstagabend erneut im ganzen Land demonstriert.

Tel Aviv: Polizisten stoßen mit Demonstranten zusammen, die trotz eines landesweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie gegen den Premierminister Netanjahu protestieren.
Tel Aviv: Polizisten stoßen mit Demonstranten zusammen, die trotz eines landesweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie gegen den Premierminister Netanjahu protestieren.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Update, 9. Oktober, 8.53 Uhr: AfD-Chef Chrupalla: Derzeitige Corona-Maßnahmen "absolut ausreichend"

Die AfD stellt sich trotz steigender Corona-Infektionszahlen gegen weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

"Das ist absolut ausreichend, was derzeit ist", sagte der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Natürlich steigen jetzt die Zahlen, das ist im Herbst erwartbar gewesen." Man rate ein Stück weit zur Gelassenheit. "Wir haben die Maßnahmen, die bislang beschlossen und eingeführt wurden, (...) das sollte man jetzt auch nicht ausweiten in neue Verbote."

Update, 9. Oktober, 8.44 Uhr: Köln und Essen knapp unter wichtiger Grenze für Corona-Infektionen

Mit Köln und Essen liegen zwei nordrhein-westfälische Großstädte in der Corona-Pandemie nur noch ganz knapp unter der wichtigen Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für Köln am Freitag mit 49,8 an (plus 4,4 im Vergleich zum Vortag), für Essen mit 48,4 (plus 5,0). Zudem gab es einen massiven Anstieg in Herne: Die Ruhrgebietsstadt kam auf einen Wert von 56,2 (plus 22,4 im Vergleich zum Vortag) und gilt damit jetzt als Corona-Risikogebiet.

Weil sich vor allem Großstädte und Ballungszentren zu Hotspots in der Pandemie entwickeln, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Freitag (12.30 Uhr) die Rathauschefs der elf größten deutschen Städte zu einer Videokonferenz eingeladen - auch Essen und Köln gehören dazu. Nordrhein-Westfalen hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer.

Update, 9. Oktober, 8.25 Uhr: Olympiasieger Kjeld Nuis in Inzell infiziert - Nun Quarantäne

Nach zwei Teammitgliedern der deutschen Eisschnelllauf-Nationalmannschaft hat sich in Inzell auch der niederländische Doppel-Olympiasieger Kjeld Nuis mit dem Coronavirus infiziert. Nuis hat sich daher gemeinsam mit seinem Team Reggeborgh in Quarantäne begeben. Der 30-Jährige bestätigte die Infektion auf seinem Instagram-Account.

Nach einem Bericht des Internet-Anbieters "schaatsen.nl" befolgt das Privatteam die Anweisungen der deutschen Gesundheitsämter. Vor der Abreise ins Trainingslager nach Inzell war das gesamte Team am vergangenen Freitag noch negativ auf das Virus getestet worden.

Als Konsequenz der positiven Corona-Fälle kehren die anderen beiden Profiteams Jumbo-Visma um Olympiasieger Sven Kramer und Team IKO um Olympiasiegerin Jorien ter Mors trotz negativer Tests vorzeitig aus Inzell in die Niederlande zurück. Ursprünglich wollten die Profis am Samstag in Inzell an einem Test-Wettkampf teilnehmen. Die Max-Aicher-Arena wurde jedoch aus Vorsorge bis Samstag geschlossen.

Update, 9. Oktober, 7.08 Uhr: Mehr als 4500 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 4516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich angestiegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 314.660 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9589. Das waren 11 mehr als am Vortag. Rund 271.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (1.10.) hatte der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen, in der Woche davor (24.9.) bei 296 (166 beatmet). Rund 8500 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Update, 9. Oktober, 5.10 Uhr: China schließt sich globaler Covax-Impfstoff-Initiative an

China hat sich der globalen Covax-Initiative angeschlossen, mit der die Entwicklung und gerechte Verbreitung bezahlbarer Impfstoffe gegen das Coronavirus gefördert werden soll. Es sei ein wichtiges Vorhaben Chinas, um Covid-19-Impfstoffe zu einem "weltweiten öffentlichen Gut" zu machen, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, am Freitag in Peking.

Die Beteiligung des führenden Impfstoff-Entwicklers China ist ein wichtiger Schritt für die Covax-Initiative (Covid-19 Vaccines Global Access). Mehr als 150 Länder beteiligen sich nach UN-Angaben schon an dem weltweiten Vorhaben - allerdings nicht die USA. Federführend sind die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Impfstoff-Allianzen Gavi (Global Alliance for Vaccines and Immunizations) und Cepi (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations).

Ziel der Initiative ist es, Impfstoffe zu entwickeln und diese auch Ländern zur Verfügung zu stellen, die am stärksten von Armut betroffen sind - und das zu einem bezahlbaren Preis. Die chinesische Außenamtssprecherin sagte, China wolle sich darauf konzentrieren, "dass Entwicklungsländer gleichberechtigten Zugang zu geeigneten, sicheren und wirksamen Impfstoffen haben".

Update, 9. Oktober, 4 Uhr: Städtetag: Bremsung von Corona-Welle entscheidet sich in Großstädten

Städtetagspräsident Burkhard Jung hat die steigenden Corona-Infektionszahlen als Alarmzeichen bezeichnet. "Ob es gelingt, die zweite Corona-Welle zu bremsen, wird sich in den nächsten Wochen in den großen Städten entscheiden", sagte der Leipziger Oberbürgermeister. "Denn dort leben viele Menschen auf dichtem Raum." Ganz wichtig sei eine gute Kommunikation.

Der SPD-Politiker nimmt am Freitag an einer Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Verantwortlichen der elf größten deutschen Städte teil.

"Die Städte tun alles, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten", sagte Jung. Viele Städte handelten bereits nach einem Stufenkonzept. "Sobald in einer Stadt die bundeseinheitlichen Stufen von 35 oder 50 Corona-Erkrankungen je 100.000 Einwohner überschritten werden, greifen strenge Auflagen. Das können eine ausgeweitete Maskenpflicht sein, Obergrenzen bei Veranstaltungen oder eingeschränkte Besuchsregeln in Krankenhäusern oder Pflegeheimen."

Zugleich differenzierten die Städte. "Welche Maßnahme konkret ergriffen wird, hängt vom lokalen Infektionsgeschehen ab. Habe ich viele Neuinfektionen in der Partyszene, sind Sperrstunden und Alkoholverbote in der Nacht sinnvoll. Gibt es an einer Schule Infektionen, müssen dort Gruppen oder Klassen in Quarantäne. Wo die Infektionszahlen steigen, kontrollieren die kommunalen Ordnungsämter auch verstärkt, dass die Corona-Regeln eingehalten werden."

Dortmund: Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Präsident des Städtetages, spricht während einer Pressekonferenz.
Dortmund: Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Präsident des Städtetages, spricht während einer Pressekonferenz.  © Caroline Seidel/dpa

Update, 9. Oktober, 2.40 Uhr: Trump-Seite will jetzt Debatte mit Biden auf einer Bühne

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump fordert, dass die zweite TV-Debatte mit Herausforderer Joe Biden wie ursprünglich mit Anwesenheit beider Kandidaten am nächsten Donnerstag über die Bühne geht. Wahlkampfmanager Bill Stepien verwies darauf, dass Trumps Leibarzt bereits zum Wochenende von einer sicheren Rückkehr des an Covid-19 erkrankten Präsidenten in die Öffentlichkeit ausgehe. Damit gebe es keinen Grund mehr dafür, die Debatte online abzuhalten oder zu verschieben, argumentierte er am Donnerstag.

Die Kommission, die die Debatten veranstaltet, hatte zuvor angekündigt, dass angesichts der Erkrankung des Präsidenten die Debatte übers Internet statt mit Anwesenheit von Trump und Biden in Miami laufen solle. Trump sagte daraufhin seine Teilnahme ab. Der TV-Sender ABC setzte daraufhin eine Fragestunde Bidens mit Wählern für den Tag an.

Update, 9. Oktober, 2 Uhr: Arzt: Trump darf zum Wochenende in die Öffentlichkeit zurück

US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben seines Leibarztes die verschriebene Covid-19-Behandlung abgeschlossen und darf zum Wochenende wieder in die Öffentlichkeit zurück.

Der kommende Samstag werde der zehnte Tag nach Trumps positivem Coronavirus-Test am Donnerstag vergangener Woche sein, schrieb der Arzt Sean Conley in einem Update zum Gesundheitszustand des Präsidenten. "Ich erwarte die sichere Rückkehr des Präsidenten zu öffentlichen Terminen zu diesem Zeitpunkt." Zur Begründung verwies Conley etwas vage auf "die Kurve bei fortschrittlicher Diagnostik".

Trump hatte zuvor bereits gesagt, dass er wieder Wahlkampfveranstaltungen machen will. Zehn Tage gelten generell als die Zeit, nach der Corona-Patienten nicht mehr ansteckend sind. Allerdings weisen Experten darauf hin, dass der Zeitraum in Einzelfällen unterschiedlich sein kann. "Ich denke nicht, dass ich ansteckend bin", sagte Trump am Donnerstagmorgen in einem TV-Interview.

Update, 9. Oktober, 1 Uhr: EU-Kommissarin Jourova gegen Grenzschließungen im Anti-Corona-Kampf

Die EU-Kommissarin Vera Jourova hat sich klar gegen erneute Grenzschließungen innerhalb Europas im Kampf gegen das Coronavirus ausgesprochen.

"Einige Beschränkungen sind natürlich notwendig, aber eins ist klar: Das Coronavirus ist in ganz Europa präsent, und wir werden es nicht durch Grenzschließungen in den Griff bekommen, sondern nur, indem wir zusammenarbeiten", sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission der "Welt" (Freitag). Viele Europäer verließen sich jeden Tag auf einen freizügigen Verkehr, etwa Studenten oder berufstätige Grenzpendler.

Im Frühjahr hatten zahlreiche EU-Länder mit teils strengen Beschränkungen im Grenzverkehr versucht, das Coronavirus einzudämmen. Vor allem der Warenverkehr, Saisonarbeiter, Pendler und auch Urlauber waren davon betroffen.

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen erklärte Jourova, dass nun einheitliche Regeln zwischen den EU-Staaten wichtig seien. Sie verwies darauf, dass die EU-Kommission bereits Anfang September eine Art Corona-Ampel für Europa empfohlen habe.

Update, 8. Oktober, 22.32 Uhr: Michigans Gouverneurin: Trump hat in der Corona-Krise Wut angefacht

Michigans demokratische Gouverneurin Gretchen Whitmer hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, in der Corona-Krise Wut angefacht zu haben. 

"Dies sollte ein Moment nationaler Einheit sein. Stattdessen hat unser Staatsoberhaupt die vergangenen sieben Monate damit verbracht, die Wissenschaft zu verleugnen, seine eigenen Gesundheitsexperten zu ignorieren, Misstrauen zu schüren, Wut anzufachen und denjenigen Trost zu spenden, die Angst und Hass und Spaltung verbreiten", sagte Whitmer am Donnerstag, kurz nachdem US-Behörden Festnahmen im Zusammenhang mit einer geplanten Entführung der Gouverneurin (mehr dazu lest Ihr >>> hier) verkündet hatten.

Whitmer erinnerte daran, dass sich Trump vergangene Woche beim TV-Duell gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden weigerte, Rechtsextreme und Hass-Gruppen eindeutig zu verurteilen. "Wenn unsere Anführer sprechen, haben ihre Worte Bedeutung, sie haben Gewicht", sagte sie.

Gretchen Whitmer (49), demokratische Gouverneurin von Michigan.
Gretchen Whitmer (49), demokratische Gouverneurin von Michigan.  © Uncredited/Democratic National Convention/AP/dpa

Update, 8. Oktober, 19.55 Uhr: Infektionszahl klettert auch in Portugal rapide

Das Coronavirus macht auch dem bisher relativ gut durch die Krise gekommenen Portugal immer mehr zu schaffen. Mit 1278 Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldete die Gesundheitsbehörde DGS am Donnerstag in Lissabon die zweithöchste Ansteckungszahl seit Ausbruch der Pandemie. 

Mehr neue Fälle wurden nur ein einziges Mal vor knapp sechs Monaten erfasst: Am 10. April hatte es 1516 Neuinfektionen gegeben. Seitdem war aber in Portugal nie wieder die Marke von 1000 erreicht worden. Wegen der rapide steigenden Zahlen kündigte die sozialistische Regierung von Ministerpräsident António Costa "neue Maßnahmen" an. Die Gesamtzahl der Fälle kletterte den amtlichen Angaben zufolge auf mehr als 82.000. 

Update, 8. Oktober, 19.54 Uhr: Fastnachtsstart in Mainz unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Beim Start der Fastnacht in Mainz am 11.11. samt der Verlesung des närrischen Grundgesetzes wird die Öffentlichkeit wegen der Corona-Pandemie ausgeschlossen sein. 

Die Proklamation des närrischen Grundgesetzes werde zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus nicht auf dem Mainzer Schillerplatz in der Innenstadt gefeiert, teilte der Sender SWR am Donnerstag mit. Sie finde stattdessen in einem kleineren Kreis im Osteiner Hof statt. Der Sender werde das im Fernsehen übertragen, damit die Mainzer Narren trotzdem teilhaben können.

Update, 8. Oktober, 19.27 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft auf über 4000

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist binnen eines Tages sprunghaft auf mehr als 4000 gestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neu erfasste Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen mitteilte. 

Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt in der ersten Aprilwoche erreicht worden.

Der Anstieg gehe sehr wahrscheinlich nicht auf Nachmeldungen oder dergleichen zurück, sondern spiegele das Infektionsgeschehen wider, sagte Marieke Degen, stellvertretende RKI-Pressesprecherin, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Experten des RKI prüften die Daten derzeit noch im Detail.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 310.144 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9578. Rund 269.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 310.144 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9578. Rund 269.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.  © Robert Michael/dpa

Update, 8. Oktober, 19.25 Uhr: Positiver Corona-Test beim Gegner: BVB sagt Testspiel ab

Borussia Dortmund hat ein für den kommenden Samstag geplantes Testspiel gegen den RSC Anderlecht abgesagt. 

Die Belgier hatten den Fußball-Bundesligisten kurz zuvor über einen positiven Corona-Test innerhalb des Teams informiert. Wie der Revierclub am Donnerstag mitteilte, verzichtet er deshalb "ersatzlos" auf diese Partie, in der "die wenigen während der Länderspielpause in Dortmund verbliebenen BVB-Profis hätten zum Einsatz kommen sollen".

Update, 8. Oktober, 18.58 Uhr: Zalando erwartet mehr Gewinn - Corona-Krise treibt Geschäft an

Die Corona-Krise heizt das Geschäft von Zalando an. So rechnet der Online-Modehändler nach einem starken dritten Quartal für das laufende Jahr mit einem deutlich steileren Wachstum bei Umsatz und Gewinn, wie der MDax-Konzern mitteilte. Die Aktie legte nachbörslich in einer ersten Reaktion deutlich zu.

Die "durch die Corona-Pandemie beschleunigte Verlagerung der Kundennachfrage hin zu digitalen Angeboten" habe das Geschäft im dritten Quartal angetrieben. Außerdem habe Zalando von Einmaleffekten profitiert, die von einem gesteigerten Optimismus herrührten: Das Unternehmen hatte Sonderabschreibungen auf den Warenbestand aufgelöst. Diese hatte Zalando im März getätigt, als unklar war, wie stark die Nachfrage in Corona-Zeiten sein würde.

Im dritten Quartal hat Zalando laut vorläufiger Zahlen den Umsatz um 20 bis 23 Prozent auf 1,83 bis 1,87 Milliarden Euro gesteigert. Der Betriebsgewinn lag bei 100 bis 130 Millionen Euro, ein Vielfaches des Vorjahreswertes von 6,3 Millionen Euro. Das so genannte Bruttowarenvolumen - also der Wert aller Verkäufe über die Website - stieg um 28 bis 31 Prozent auf 2,43 bis 2,48 Milliarden Euro.

Update, 8. Oktober, 18.52 Uhr: "Maximale Alarmstufe" wegen Corona in weiteren französischen Städten

Frankreichs Regierung hat wegen der besorgniserregenden Corona-Lage für weitere Städte die "maximale Alarmstufe" ausgerufen. Diese gelte ab Samstag in Lille, Grenoble, Lyon und Saint-Etienne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend an. 

Die "maximale Alarmstufe" gilt bisher in der Hauptstadt Paris, in der südfranzösischen Metropole Marseille und im Überseegebiet Guadeloupe. Sie ist die letzte Stufe vor dem Gesundheitsnotstand. Als Konsequenz aus der Einstufung müssen in der Regel Bars und Cafés schließen, es gibt weitere Einschränkungen etwa bei Turnhallen oder Schwimmbädern. In Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen.

"Die Gesundheitssituation in Frankreich verschlechtert sich weiter", warnte Véran. Wer Freunde oder Familie empfangen wolle, müsse Abstand halten und die Maske tragen. Véran betonte gleichzeitig, dass es auch gute Nachrichten gebe: Die Situation in Nizza habe sich deutlich verbessert. Auch in Bordeaux, Rennes und Marseille sei eine positive Entwicklung zu beobachten.

Die "maximale Alarmstufe" gilt nun unter anderem auch in Lyon.
Die "maximale Alarmstufe" gilt nun unter anderem auch in Lyon.  © Laurent Cipriani/AP/dpa

Update, 8. Oktober, 18.46 Uhr: Weitere Pub-Schließungen in Großbritannien geplant

Nach den Schotten werden nun möglicherweise auch viele Engländer wegen der Corona-Pandemie auf ihr Pint im Pub verzichten müssen. 

In den am schlimmsten betroffenen Regionen im nördlichen England könnte von nächster Woche an kein Bier mehr aus den Zapfhähnen fließen, berichteten britische Medien am Donnerstag. Demnach sollen Pubs, Restaurants und Hotels dort geschlossen werden.

Einige Leute genießen ihr Bier im "Forester Pub" in London. Ab der nächsten Woche könnte das wohl vorerst nicht mehr möglich sein.
Einige Leute genießen ihr Bier im "Forester Pub" in London. Ab der nächsten Woche könnte das wohl vorerst nicht mehr möglich sein.  © Frank Augstein/AP/dpa

Update, 8. Oktober, 18.44 Uhr: Siegburg schließt seine Schulen

Die Stadt Siegburg bei Bonn hat wegen hoher Corona-Infektionszahlen alle Schüler vorzeitig in die Ferien geschickt. Die Schulen blieben an diesem Freitag geschlossen, schrieb die Verwaltung am Donnerstag auf ihrer Homepage. Für die Schülerinnen und Schüler beginnen die Herbstferien damit einen Tag früher. 

Auch für die Kita-Betreuung gelten Einschränkungen. Zudem empfahl die Verwaltung den Bürgern, im gesamten Stadtgebiet auch draußen eine Maske zu tragen.

Update, 8. Oktober, 18.42 Uhr: Auch Delmenhorst Corona-Risikogebiet

Die Stadt Delmenhorst hat nach dem Überschreiten des kritischen Corona-Grenzwertes für Neuinfektionen für Freitag die Schließung aller Schulen angeordnet. 

Auch Delmenhorster Schülerinnen und Schüler, die eine Schule außerhalb des Stadtgebietes besuchten, dürften am Freitag nicht am Unterricht teilnehmen, hieß am Donnerstag in einer Mitteilung der Stadt. Am Montag beginnen in Niedersachsen die Herbstferien. Die Stadt hatte am Donnerstag die Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten.

Update, 8. Oktober, 18.11 Uhr: Berlins Regierungschef: Weitere Beschränkungen nicht ausgeschlossen

Angesichts des starken Anstiegs der Corona- Infektionen in Berlin schließt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) weitere Beschränkungen nicht aus. 

"Diese Entwicklung bereitet mir große Sorge", erklärte Müller am Donnerstag, nachdem die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 52,8 stieg - und damit über den wichtigen Schwellenwert 50.

Müller appellierte an die Menschen in Berlin, vorerst keine wilden Partys mehr zu feiern, sich an Abstandsregeln zu halten und soziale Kontakte soweit wie möglich einzuschränken. Ihm sei klar, dass die neuen Einschränkungen durch die ab Samstag geltende nächtliche Sperrstunde auch für die Gastronomie eine große Belastung sein. 

Nachtschwärmer und Kneipengänger müssen sich in Berlin am Freitag auf die neue Sperrstunde einstellen. Restaurants, Bars, Kneipen und die meisten Geschäfte müssen künftig zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen sein. Tankstellen dürfen in dem Zeitraum zwar geöffnet bleiben, aber keinen Alkohol nachts verkaufen. Die neue Regelung gilt ab Samstag, 0.00 Uhr. Das bedeutet, dass Gastwirte am Freitag um Mitternacht schließen müssen - bis Samstagmorgen 6 Uhr. Ab Samstagabend gilt die Sperrstunde ab 23 Uhr. 

Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (55, SPD).
Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (55, SPD).  © Paul Zinken/dpa

Update, 8. Oktober, 18.08 Uhr: Schnell steigende Corona-Zahlen in Italien - Mehr Tests bei Einreisen

Italien verschärft wegen steigender Corona-Zahlen die Einreisebestimmungen unter anderen für Menschen aus Großbritannien, Belgien und den Niederlanden. In dem Mittelmeerland selbst gab es am Donnerstag den zweiten Tag in Folge einen steilen Anstieg der Neuinfektionen auf nun fast 4500 Fälle an einem Tag.

In Italien müssen neben Briten unter anderen auch Reisende aus Tschechien, aus ganz Frankreich und Spanien bei der Ankunft einen negativen Corona-Test vorlegen, wie aus der am Donnerstag in Rom veröffentlichen Anordnung des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Der Test darf nicht älter sein als 72 Stunden. Alternativ kann die medizinische Kontrolle bei der Einreise durchgeführt werden.

Solche Bestimmungen galten schon länger für Reisende aus Griechenland, Malta und Kroatien, die jetzt aber nicht mehr auf dieser Liste stehen, wie das Außenministerium in Rom erläuterte. Reisende aus Deutschland können bisher weiter ohne besondere Tests oder Quarantäne nach Italien fahren.

In dem Mittelmeerland selbst stiegen die Infektionszahlen am Donnerstag noch einmal deutlich an. Die Behörden zählten in dem 60-Millionen-Einwohner-Land 4458 neue Ansteckungen in 24 Stunden. Es gab 22 neue Corona-Tote. 

Update, 8. Oktober, 18.06 Uhr: Sprunghafter Anstieg: NRW-Kreis Unna mit Infektionswert über 50

Mit dem Kreis Unna ist ein weiteres Gebiet in Nordrhein-Westfalen über die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen geklettert - ein sprunghafter Anstieg. 

Der Kreis registrierte am Donnerstag 65 neue Coronavirus-Fälle, die meisten in Lünen und Unna, und liegt damit nach eigenen Berechnungen über dem Wert, ab dem weitere Einschränkungen zur Eindämmung des Virus erfolgen müssen. Die Entwicklung sei sehr schnell gewesen, sagte ein Sprecher. Erst am Dienstag hatte man den Warnwert von 35 bei der so genannten 7-Tages-Inzidenz überschritten und erste Maßnahmen verhängt. 

Update, 8. Oktober, 17.59 Uhr: Merkel will zweiten Lockdown vermeiden

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will in Anbetracht der ansteigenden Infektionszahlen einen zweiten Lockdown vermeiden. 

"Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt", sagte Merkel am Donnerstag bei einer Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lockdown sei für die Bevölkerung ein folgenschwerer Einschnitt gewesen. Im ersten Halbjahr sei die deutsche Wirtschaft in eine "historisch schwere Rezession" gefallen. Trotz eines derzeit verbesserten Geschäftsklimas könne es noch keine Entwarnung geben.

Die Regierung habe versucht, zur Unterstützung der Betriebe passende Angebote zu machen, um glimpflich durch die Krise zu kommen. Viele Maßnahmen hätten sich als hilfreich erwiesen. Merkel sprach von einer außerordentlich hohen Neuverschuldung. Diese sei in dieser außergewöhnlichen Situation aber gerechtfertigt. Ab 2022 solle der Bund die grundgesetzliche Schuldenbremse wieder einhalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

Update, 8. Oktober, 17.51 Uhr: Flugzeughersteller: Ansteckungsgefahr an Bord geringer als am Boden

An Bord von Flugzeugen ist die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus nach Angaben von Flugzeugherstellern geringer als etwa in Konferenzräumen. Zu diesem Schluss kommen die Hersteller Airbus, Boeing und Embraer, wie sie am Donnerstag berichteten. 

Das liege unter anderem an dem schnellen Luftaustausch und dem Luftstrom, der die Luft von oben nach unten drücke. Sie stellten die Ergebnisse in einer Online-Konferenz des Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA) in Genf vor. Nach Angaben des Verbands haben sich die verheerenden Passagiereinbrüche nicht wie zunächst gedacht erholt.

Bruno Fargeon von Airbus sagte, nach seinen Simulationen erreichen einen Sitznachbarn im Flugzeug höchstens fünf von 10.000 Tröpfchen, die beim Husten entstehen. Dies unter der Voraussetzung, dass die Passagiere Masken tragen, wie es bei allen Fluggesellschaften heute üblich ist. In einem Büroraum würden Kollegen, die 1,8 Meter Abstand halten, doppelt so viele Tröpfchen abbekommen, sagte er.

Nach Angaben des IATA-Medizinspezialisten David Powell wurden in diesem Jahr womöglich knapp 3000 mit dem Coronavirus infizierte Passagiere befördert. Es seien nur 44 Fälle von Ansteckungen an Bord bekannt. Das sei einer von 27,3 Millionen Reisenden. Selbst wenn nur jeder zehnte Fall bekannt geworden wäre, läge die Zahl der Ansteckungen bei einem Fall pro 2,7 Millionen Passagieren.

Trotz Corona bedenkenlos mit dem Flieger abheben? Laut den Herstellere Airbus, Boeing und Embraer ist das kein Problem.
Trotz Corona bedenkenlos mit dem Flieger abheben? Laut den Herstellere Airbus, Boeing und Embraer ist das kein Problem.  © Caroline Seidel/dpa

Update, 8. Oktober, 17.44 Uhr: Handwerk: Zweiter Lockdown muss unbedingt verhindert werden

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen warnt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) davor, dass ein zweiter Lockdown für viele Betriebe das Aus bedeuten würde. 

"Es ist uns wichtig, dass es nicht zu einem zweiten Lockdown kommt", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer während einer Vollversammlung seines Verbandes am Donnerstag in Berlin. Das Handwerk werde das Jahr voraussichtlich besser abschließen als die restliche deutsche Wirtschaft, sagte Wollseifer. Man werde es dennoch mit einem "deutlichen Minus im Gesamthandwerk" beenden.

Update, 8. Oktober, 17.32 Uhr: Corona-Gleichung: AHA + A + L + 3G = Niedrige Ansteckungszahl

In der Corona-Pandemie geht es täglich um Zahlen. Passend dazu nannte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Donnerstag seine Formel für möglichst wenige Ansteckungen: Das einfachste seien die "AHA-Regeln" - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Bei mehreren Menschen in geschlossenen Räumen müsse man zudem lüften. Deshalb heiße es jetzt "AHA+L-Regel".

"Und bei kühlerem Wetter", so Wielers Appell an die Bürger, "versuchen Sie, die drei Gs zu vermeiden: Die geschlossenen Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche in lebhafter Atmosphäre", was eigentlich vier Gs sind. Jedenfalls könnte so nach Wielers Ansicht die Gleichung aufgehen: "Wenn wir uns alle an diese Regeln halten, können wir Infektionen verhindern - nicht alle, aber einen großen Teil."

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) addierte am Donnerstag noch ein weiteres A hinzu: A für Corona-Warnapp. Das mache Sinn, sagte der Minister. Somit ergibt sich folgende Corona-Ansteckungs-Vermeidungs-Formel: AHA + A + L + 3G = möglichst niedrige Infektionszahl.

Lothar Wieler (59), Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI).
Lothar Wieler (59), Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI).  © Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

Update, 8. Oktober, 17.30 Uhr: Steigende Corona-Zahlen - Frankfurt überschreitet Warnstufe

In Frankfurt ist die für den Verlauf der Corona-Pandemie wichtige Kennziffer von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten worden. Das teilte Hessens größte Stadt am Donnerstag mit. 

Die aktuelle Inzidenz liege bei 59,1, heißt es in einer Allgemeinverfügung, die die Stadt erließ. Damit sei die Eskalationsstufe rot des Landes Hessen eingetreten. Deshalb sei eine Verringerung der Kontaktdichte erforderlich.

In Frankfurt ist von Freitag an eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr geplant - ursprünglich sollte sie von 22 Uhr an gelten. Das hat der Corona-Verwaltungsstab der Stadt am Donnerstag beschlossen, wie eine Sprecherin des Gesundheitsdezernats mitteilte. Damit reagiere Frankfurt auf entsprechende Beschlüsse der Städte Offenbach und Berlin.

Update, 8. Oktober, 17.26 Uhr: Kreuzfahrtriese Carnival erleidet Umsatzeinbruch um 99,5 Prozent

Die Corona-Pandemie hat das Geschäft des US-Kreuzfahrtriesen Carnival im Sommer praktisch zum Erliegen gebracht. Im dritten Quartal brachen die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um 99,5 Prozent von 6,5 Milliarden auf 31 Millionen Dollar ein, wie das Unternehmen am Donnerstag in Miami mitteilte. 

Unterm Strich verbuchte der Mutterkonzern der deutschen Aida Cruises einen Verlust von 2,9 Milliarden Dollar (2,5 Mrd Euro). Vor einem Jahr stand noch ein Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar zu Buche.

Für etwas Hoffnung sorgt immerhin, dass sich die Buchungen für die zweite Jahreshälfte 2021 laut Carnival gut entwickeln. Doch vorerst wird die Leidenszeit anhalten: Im vierten Quartal rechnet der Konzern damit, pro Monat im Schnitt 530 Millionen Dollar zu verlieren. Liquiditätsengpässe gibt es indes nicht, Ende August verfügte Carnival über Barmittel von 8,2 Milliarden Dollar. Der Branchenriese war in der Corona-Krise durch Virus-Ausbrüche auf einigen Schiffen schon recht früh in die Schlagzeilen und in die Kritik geraten.

Update, 8. Oktober, 17.19 Uhr: Spanische Justiz kippt Abriegelung der Hauptstadt Madrid

In Spanien ist die umstrittene Zwangsabriegelung des Corona-Hotspots Madrid durch die Zentralregierung von der Justiz gekippt worden. Die Anordnung beschränke in unrechtmäßiger Form Grundrechte und -freiheiten, entschied das Oberlandesgericht der Region Madrid am Donnerstag. 

Die zweiwöchige Absperrung von Spaniens Hauptstadt und neun weiteren Gemeinden im Großraum Madrid war am Freitagabend vergangener Woche in Kraft getreten. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hatte sich der Anordnung des Gesundheitsministeriums gebeugt, aber Widerspruch eingelegt.

Ayuso bat die Madrilenen, die Region am bevorstehenden langen Wochenende - am Montag ist Feiertag - trotz der Entscheidung noch nicht zu verlassen. Der Zentralregierung schlug sie ein Treffen vor, um gemeinsam über "faire Maßnahmen" zur Eindämmung der Pandemie zu beraten. 

Von den Absperrungen sind knapp 4,8 der 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma" betroffen. Sie durften ihre jeweilige Wohngemeinde nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder den Arzt aufzusuchen. Besucher von außerhalb durften diese Städte ebenfalls nur in Ausnahmefällen betreten.

Polizisten stehen an einem Kontrollpunkt in Madrid. Die Justiz hat die umstrittene Zwangsabriegelung des Corona-Hotspots Madrid durch die spanische Zentralregierung gekippt.
Polizisten stehen an einem Kontrollpunkt in Madrid. Die Justiz hat die umstrittene Zwangsabriegelung des Corona-Hotspots Madrid durch die spanische Zentralregierung gekippt.  © Diego Radames/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Update, 8. Oktober, 17.13 Uhr: Erneut beantragen Hunderttausende Arbeitslosenhilfe

Wegen der anhaltenden Corona-Krise in den USA haben erneut mehr als 800.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 3. Oktober lag die Zahl der Erstanträge wie auch in der Vorwoche bei rund 840.000, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte.

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Unmittelbar vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl meist bei rund 200.000 pro Woche gelegen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt allerdings seit Monaten wieder. Im September war sie auf 7,9 Prozent zurückgegangen.

Die Arbeitslosenquote erfasst aber nicht alle Menschen, die derzeit keinen Job haben und gerne arbeiten würden. Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) geht daher davon aus, dass die wirkliche Arbeitslosenquote derzeit wohl eher bei zehn oder elf Prozent liegt.

Menschen stehen Schlange vor einer Lebensmittelausgabe für Bedürftige im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Seit Mitte März haben in den USA bereits Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren.
Menschen stehen Schlange vor einer Lebensmittelausgabe für Bedürftige im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Seit Mitte März haben in den USA bereits Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren.  © Michael Nagle/XinHua/dpa

Update, 8. Oktober, 17.06 Uhr: Tschechien verbietet Kultur- und Sportveranstaltungen

Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen hat Tschechien verschärfte Maßnahmen beschlossen. Von Montag an würden Freizeitaktivitäten "sehr drastisch eingeschränkt und praktisch eingefroren", sagte Gesundheitsminister Roman Prymula am Donnerstag in Prag. 

Theater, Kinos und Zoologische Gärten müssen für zunächst 14 Tage schließen. Auch Profi- und Amateursportveranstaltungen werden untersagt. Ausnahmen gelten unter anderem für internationale Begegnungen mit einer Sondergenehmigung.

Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnesszentren werden geschlossen. Die Sperrstunde für Gaststätten wird auf 20 Uhr vorgezogen. An einem Tisch dürfen maximal vier Gäste sitzen. Die Herbstferien an den Schulen werden um eine Woche verlängert, der Fernunterricht landesweit ausgeweitet. Der neue Maßnahmenkatalog sollte ursprünglich erst am Freitag bekanntgegeben werden.

Update, 8. Oktober, 16.41 Uhr: Viele neue Corona-Fälle: Berlin überschreitet wichtigen Warnwert

Eine der zentralen Kennzahlen zur Beurteilung der Corona-Lage ist in Berlin über den als problematisch definierten Wert von 50 gestiegen. 

Pro 100.000 Einwohner sind in den vergangenen sieben Tagen in der Hauptstadt 52,8 Neuinfektionen gemeldet worden, wie aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstag hervorgeht. In Hinblick auf mögliche Maßnahmen des Senats ist in Berlin allerdings ein eigenes Frühwarnsystem entscheidend.

Update, 8. Oktober, 16.15 Uhr: Lukaschenko macht Proteste für Corona-Infektionen verantwortlich

Im Machtkampf in Belarus (Weißrussland) hat Präsident Alexander Lukaschenko die Massenproteste mitverantwortlich für den Anstieg bei Corona-Infektionen gemacht. 

"Was gerade auf den Straßen von Minsk an den Wochenenden passiert, dabei ist klar, welche Folgen das haben wird", sagte der 66-Jährige am Donnerstag in der Hauptstadt bei einem Treffen zur Gesundheitslage in der früheren Sowjetrepublik. "Der Krankenstand in Minsk ist viel höher als in anderen Regionen."

In der Hauptstadt mit ihren etwa zwei Millionen Einwohnern gehen seit der Präsidentenwahl Anfang August besonders viele Menschen gegen Lukaschenko auf die Straße. Der schon mehr als ein Vierteljahrhundert regierende Machthaber reklamiert einen Sieg mit 80,1 Prozent der Stimmen für sich. Die Opposition hält dagegen Swetlana Tichanowskaja für die wahre Siegerin. Bei den Protesten gab es bereits Tausende Festnahmen.

Lukaschenko hatte das Coronavirus lange kleingeredet und es als Psychose abgetan. Er selbst gab kurz vor der Wahl an, eine Erkrankung ohne Symptome überstanden zu haben. 

Alexander Lukaschenko (66), Präsident von Belarus, macht die anhaltenden Proteste gegen ihn für steigende Coronazahlen verantwortlich.
Alexander Lukaschenko (66), Präsident von Belarus, macht die anhaltenden Proteste gegen ihn für steigende Coronazahlen verantwortlich.  © Andrei Stasevich/BelTA/AP/dpa

Update, 8. Oktober, 16.11 Uhr: Krankenhausgesellschaft sieht keine Engpässe wegen Corona

Die Kliniken in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in der Corona-Krise gut auf steigende Patientenzahlen vorbereitet. Die Kapazitäten für schwer Erkrankte lägen weit über dem Niveau anderer europäischer Länder, teilte die Gesellschaft am Donnerstag mit. 

Die Krankenhäuser verfügen demnach über mehr als 30.000 für Covid-19-Patienten geeignete Intensivbetten. Kurzfristig könnten außerdem weitere 12.000 aktiviert werden. Die Krankenhäuser seien auch für stark steigende Zahlen sehr gut aufgestellt - vorausgesetzt, dass sich alle bemühen, stark steigende Neuinfektionszahlen zu bremsen. 

Update, 8. Oktober, 15.52 Uhr: Sommergeschäft kann deutsche Hotels nicht retten

Die Corona-Krise hat das deutsche Hotelgewerbe mit voller Wucht getroffen. Auch das Sommergeschäft mit vielen inländischen Touristen kann die Lücken nicht schließen, die fehlende Geschäftsreisen in die Gewinn- und Verlustrechnungen der Betreiber gerissen haben. 

Unter anderem fehlen große Messen und kleine Konferenzen, so dass erste Häuser wie der "Hessische Hof" in Frankfurt bereits ihre Schließung angekündigt haben.

Selbst im Hauptreisemonat August hat die deutsche Tourismusindustrie die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. In den Unterkünften mit mindestens zehn Betten wurden in dem Monat 49,6 Millionen Übernachtungen registriert und damit 14,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete. Vor allem ausländische Gäste sind ausgeblieben: Ihre Übernachtungszahl sank im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 4,7 Millionen.

Das deutsche Hotelgewerbe leidet unter der Coronakrise.
Das deutsche Hotelgewerbe leidet unter der Coronakrise.  © Uli Deck/dpa

Update, 8. Oktober, 15.41 Uhr: DFB bestätigt Corona-Fall bei der U21-Nationalmannschaft

Einen Tag vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Moldau ist ein Spieler der deutschen U21-Nationalmannschaft positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Spieler und alle Kontaktpersonen wurden vom Rest des Teams isoliert, wie der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstag mitteilte. 

Welche Auswirkungen der Fall auf das für Freitag geplante Spiel der U21 in Moldau hat, blieb zunächst offen. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über den Corona-Fall bei der Nachwuchs-Auswahl berichtet. Alle weiteren Spieler und Betreuer wurden nach DFB-Angaben am Mittwoch negativ getestet. 

Update, 8. Oktober, 15.40 Uhr: Corona-Fall bei Formel-1-Team Mercedes

Vor dem Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring vermeldet Weltmeister-Team Mercedes einen Corona-Fall. Der Rennstall bestätigte am Donnerstag den positiven Nachweis auf das Virus bei einem Teammitglied. Die Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas seien nicht betroffen. 

Mercedes arbeitet nach eigenen Angaben in dem Fall eng mit dem Automobil-Weltverband Fia zusammen, man befolge die Protokolle in solch einem Fall.

Um die Saison vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie überhaupt fortsetzen zu können, hat sich die Motorsport-Königsklasse ein strenges Hygienekonzept verordnet. Dies sieht neben einer Maskenpflicht auch die strikte Unterteilung der Mitwirkenden in Gruppen vor, die untereinander keinen Kontakt haben dürfen. Die Formel 1 gibt zudem die Ergebnisse der regelmäßigen Corona-Tests bei allen Beteiligten bekannt.

Update, 8. Oktober, 15.30 Uhr: Polen führt Maskenpflicht in der Öffentlichkeit wieder ein

Im Kampf gegen die stark steigende Zahl von Corona-Infektionen führt Polen am Samstag wieder eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ein. Dies kündigte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Donnerstag in Warschau an. 

Dann werde das gesamte Land als sogenannte gelbe Zone eingestuft. Bislang gibt es in Polen 51 lokale gelbe und rote Zonen mit erhöhtem oder stark erhöhtem Infektionsgeschehen. Mit der Ausweitung gelten weitere Restriktionen - etwa die Begrenzung von Feiern auf maximal 75 Teilnehmer. 

Zuvor hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums verzeichneten die Behörden 4280 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Im gleichen Zeitraum starben 76 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie nie zuvor.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 111.599 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2867 starben in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Das Land wird vom Robert Koch-Institut in Berlin bislang nicht als Risikogebiet eingestuft.

In Polen gilt am Samstag wieder Maskenpflicht in der Öffentlichkeit.
In Polen gilt am Samstag wieder Maskenpflicht in der Öffentlichkeit.  © Stefan Sauer/dpa

Update, 8. Oktober, 15.27 Uhr: Nach Corona-Fall beim Gegner: Partie der deutschen U19 abgesagt

Das Test-Länderspiel der deutschen U19-Fußballer gegen Frankreich ist wegen eines Corona-Falls beim Gegner abgesagt worden. Die für Donnerstag in Düsseldorf geplante Partie könne nicht stattfinden, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag mit. 

Diese Entscheidung sei in Abstimmung mit den Behörden getroffen worden, nachdem es im französischen Team einen positiven Test auf das Coronavirus gegeben habe. Bei der deutschen Auswahl von Trainer Christian Wörns waren nach DFB-Angaben dagegen alle Tests negativ.

Beide Mannschaften hatten demnach keinen Kontakt zueinander, da sowohl unterschiedliche Teamhotels als auch Trainingsanlagen genutzt wurden. Ob das für Montag in Velbert vorgesehene zweite Testspiel gegen Frankreich wie geplant stattfinden kann, blieb zunächst offen.

Update, 8. Oktober, 15.20 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Lettland erreichen erneut Rekordwert

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut einen Rekordwert erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden am Donnerstag 109 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde in Riga mitteilte. 

Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 95 Neuinfektionen - er wurde Ende September erfasst.

Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 2370 bestätigte Infektionen und 40 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Damit gehört der Baltenstaat zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Wie in vielen anderen EU-Staaten nahmen die Infektionszahlen zuletzt aber zu.

Ein Schild mit einem Stoppzeichen und der Aufschrift "Iebrauksana tikai Covid-19 Analizu nodosanai" (Einfahrt nur zur Abgabe von Covid-19 Analyse) hängt an einer Schrankenanlagen an der Einfahrt zur Teststation an der Pauls-Stradins-Universitätsklinik in Riga. Menschen mit Covid-19 Verdacht werden hier getestet.
Ein Schild mit einem Stoppzeichen und der Aufschrift "Iebrauksana tikai Covid-19 Analizu nodosanai" (Einfahrt nur zur Abgabe von Covid-19 Analyse) hängt an einer Schrankenanlagen an der Einfahrt zur Teststation an der Pauls-Stradins-Universitätsklinik in Riga. Menschen mit Covid-19 Verdacht werden hier getestet.  © Alexander Welscher/dpa

Update, 8. Oktober, 15.15 Uhr: Corona im Kreis Esslingen: Künftig Maskenpflicht im öffentlichen Raum

Im Kampf gegen die stark steigende Zahl von Corona-Infektionen gilt künftig im baden-württembergischen Kreis Esslingen eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Schutzbedeckungen seien überall dort vorgeschrieben, wo Menschen keinen ausreichenden Abstand halten könnten, sagte Landrat Heinz Eininger am Donnerstag. Dazu gehörten Fußgängerzonen und Wochenmärkte.

Der Kreis hatte am Vortag als erste Region in Baden-Württemberg die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Er gilt nun offiziell als einer von aktuell rund zehn innerdeutschen "Hotspots".

Update, 8. Oktober, 15.12 Uhr: EU-Abgeordnete fordern besseren Schutz für Pflegebedürftige

EU-Kommissionsvizepräsidentin Dubravka Suica hat angesichts der Corona-Pandemie Unterstützung für einen stärkeren Schutz von Pflegebedürftigen zugesagt. "Wir müssen den Schutz der Schutzbedürftigsten verbessern. Allzu viele Menschenleben sind verloren gegangen", sagte Suica am Donnerstag bei einer Debatte im Europaparlament in Brüssel. 

Suica sicherte dafür Hilfestellung der EU zu. Zudem werde an Leitfäden für Infektionsprävention etwa in Pflegeeinrichtungen, aber auch in Migrantenzentren gearbeitet.

Update, 8. Oktober, 15.07 Uhr: Schlachthofschließungen vergrößern Not der Bauern

Angesichts coronabedingt weiter abnehmender Schlachtkapazitäten in Deutschland fordern Landwirte Hilfe von Politik und Verwaltung. Vor allem in Niedersachsen, einer der Hochburgen der Schweinehaltung in Deutschland, befänden sich die Betriebe in einer existenzgefährdenden Notlage, teilten das Landvolk Niedersachsen und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) gemeinsam mit. 

Notwendig sei ein Maßnahmenbündel, das von der zeitweiligen Aussetzung von Schlachtobergrenzen, Verlängerung der Arbeitszeit bis zu vorübergehenden Ausnahmeregeln bei den Platzvorgaben für Tiere reiche.

Schweinehalter beklagen, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit den Tieren - wegen der Corona-Hygieneauflagen sind die Kapazitäten vor allem im Zerlegebereich erschöpft.
Schweinehalter beklagen, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit den Tieren - wegen der Corona-Hygieneauflagen sind die Kapazitäten vor allem im Zerlegebereich erschöpft.  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Update, 8. Oktober, 14.59 Uhr: EU sichert sich Corona-Impfstoff und weitere Dosen Remdesivir

Im Kampf gegen Corona hat sich die EU-Kommission Bezugsrechte für einen weiteren künftigen Impfstoff und für zusätzliche Dosen des Anti-Viren-Medikaments Remdesivir gesichert. 

Mit der belgischen Tochter des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson schloss die EU-Behörde Verträge über die mögliche Lieferung von Impfstoff für 200 Millionen Menschen. Vorgesehen ist zudem eine Option für weitere 200 Millionen Personen. Zudem steht nun der angekündigte Vertrag mit dem US-Hersteller Gilead über bis zu eine halbe Million weitere Dosen Remdesivir für die EU-Staaten und weitere europäische Länder.

Bei Impfstoffen, die derzeit noch entwickelt werden, hat die Kommission ähnliche Verträge mit AstraZeneca und Sanofi-GSK geschlossen, die ebenfalls aussichtsreiche Kandidaten testen. Ein Kommissionssprecher wollte keine Prognose abgeben, wann die Mittel auf den Markt kommen. 

Die Abnahmeverträge mit Vorkasse sollen die Entwicklung und Massenproduktion beschleunigen. Sie sehen Kaufoptionen für die EU-Staaten vor, sobald die Impfstoffe zugelassen sind. Mit den Firmen Curevac, Biontech-Pfizer und Moderna habe man außerdem erfolgreiche Sondierungsgespräche abgeschlossen.

Im Fall von Remdesivir gehören neben der Brüsseler Behörde und den EU-Staaten auch Großbritannien, Norwegen und Island sowie weitere Staaten zu den Vertragsparteien. 

Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir.
Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir.  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Update, 8. Oktober, 14.57 Uhr: Trump will bald wieder Wahlkampf machen

US-Präsident Donald Trump will nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus bald wieder große Wahlkampfveranstaltungen abhalten. Dies kündigte Trump am Donnerstag in einem telefonischen Interview mit dem Fernsehsender Fox Business an. 

Am liebsten wolle er noch am Donnerstagabend eine Veranstaltung machen. Er sei überzeugt, dass er nicht mehr ansteckend sei. Er fühle sich "perfekt", sagte Trump.

Trumps Leibarzt Sean Conley hatte am Mittwoch erklärt, Trump habe seit mehr als 24 Stunden keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung mehr. Seine Werte seien im Bereich des normalen Spektrums "stabil". Der 74-Jährige war am Montagabend nach einem dreitägigen Klinikaufenthalt ins Weiße Haus zurückgekehrt.

Update, 8. Oktober, 14.46 Uhr: Umfrage: Breite Mehrheit in Deutschland für Berliner Sperrstunde

Zwei Drittel der Menschen in Deutschland befürworten die für Berlin beschlossene Einführung einer Sperrstunde ab 23 Uhr. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 21 Prozent an, eher dafür zu sein und 45 Prozent voll und ganz. Jeweils elf Prozent lehnten sie eher oder voll und ganz ab.

Dabei gibt es allerdings erhebliche Unterschiede je nach Alter der Befragten: So sind 52 Prozent der über 55-Jährigen voll und ganz für die Sperrstunde, aber nur 23 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 39 Prozent der 25- bis 34-Jährigen. Insgesamt sind es mehr Frauen (47 Prozent) als Männer (43 Prozent), die die Entscheidung voll und ganz richtig finden.

Der Berliner Senat hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie am Dienstag eine Sperrstunde beschlossen, die ab Samstag gilt. Ab dann müssen Restaurants, Kneipen und Bars von 23 Uhr bis 6 Uhr schließen. 

Update, 8. Oktober, 14.16 Uhr: Corona-Fall bei der U21 - Partie in Moldau in Gefahr

Kurz vor dem geplanten EM-Qualifikationsspiel in Moldau soll ein Spieler der deutschen U21-Nationalmannschaft einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge positiv auf das Coronavirus getestet worden sein. Die Fußballspieler befinden sich demnach im Teamhotel in Herzogenaurach auf ihren Zimmern, wie das Blatt am Donnerstag meldete. 

Die für Freitag (18.15 Uhr) in Moldau geplante Partie könnte daher gefährdet sein. Ursprünglich hätte die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz am Donnerstag nach Chisinau reisen sollen. Eine Stellungnahme des Deutschen Fußball-Bundes lag zunächst nicht vor.

Der positiv getestete Spieler hatte nach Informationen der Bild Kontakt zur Mannschaft und einigen Mitgliedern des Funktionsteams. Um wen es sich handelt, blieb zunächst offen. Der Verband steht mit den Gesundheitsbehörden im Austausch. Nach dem Spiel in Moldau soll die DFB-Auswahl am Dienstag in Fürth gegen Bosnien-Herzegowina spielen.

Deutschlands U21-Nationalcoach Stefan Kuntz steht an der Seitenlinie.
Deutschlands U21-Nationalcoach Stefan Kuntz steht an der Seitenlinie.  © Arne Dedert/dpa

Update, 8. Oktober, 14.09 Uhr: Trump will an virtuellem TV-Duell nicht teilnehmen

US-Präsident Donald Trump will wegen einer Änderung des Formats nicht am zweiten TV-Duell mit seinem Herausforderer Joe Biden in der kommenden Woche teilnehmen. 

Der Wechsel zu einem virtuellen Format sei "inakzeptabel", sagte Trump am Donnerstag in einem Interview des Fernsehsenders Fox Business.

Update, 8. Oktober, 14.03 Uhr: Weitere Pub-Schließungen in Großbritannien geplant

Nach den Schotten droht nun auch vielen Engländern wegen der Corona-Pandemie der Verzicht auf das Pint im Pub. In den am schlimmsten betroffenen Regionen im Norden Englands könnte von nächster Woche kein Bier mehr aus den Zapfhähnen fließen, berichteten britische Medien übereinstimmend am Donnerstag. Demnach sollen Pubs, Restaurants und Hotels dort geschlossen werden. In Großbritannien verhängt jeder Landesteil seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie.

Schottland hat die Regeln bereits verschärft. Dort dürfen Pubs und Restaurants wegen steigender Infektionszahlen von Samstag an für etwa zwei Wochen keinen Alkohol mehr ausschenken. Die Betreiber können aber Essen und nichtalkoholische Getränke bis 18.00 Uhr anbieten. In den fünf am schlimmsten betroffenen Regionen muss die Gastronomie allerdings vollständig schließen.

Die endgültige Entscheidung über Dauer und Ausmaß der Schließungen in Teilen Englands ist den Medienberichten zufolge noch nicht getroffen. Außerdem sollten künftig Risikogebiete nach einheitlichen Kriterien bewertet und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, hieß es. Eine Regierungssprecherin wollte die Berichte nicht kommentieren.

Update, 8. Oktober, 14 Uhr: Nächstes TV-Duell von Trump und Biden wegen Corona nur virtuell

Das zweite TV-Duell von US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden in der kommenden Woche soll aus Gründen des Gesundheitsschutzes nur virtuell stattfinden. Die beiden Kandidaten sollen an unterschiedlichen Orten auftreten und online zusammengeschaltet werden, wie die zuständige Kommission CPD am Donnerstag erklärte. Moderator und Gäste hingegen sollen wie geplant in Miami im Bundesstaat Florida zusammenkommen.

Das TV-Duell am Donnerstagabend (Ortszeit) kommender Woche war zuletzt zunehmend umstritten, weil Trump sich noch von einer Covid-19-Erkrankung erholt und bei dem Termin noch ansteckend sein könnte. Der Republikaner hatte das zurückgewiesen und erklärt, er freue sich auf das Duell. Der Demokrat Biden hingegen hatte erklärt, dass Duell solle nicht stattfinden, falls Trump noch erkrankt beziehungsweise infektiös sei. Das dritte und letzte TV-Duell vor der Wahl am 3. November ist für den 22. Oktober geplant.

Präsident Donald Trump salutiert auf dem Balkon des Blue Room bei seiner Rückkehr in das Weiße Haus am Montag, nachdem er das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, Md. verlassen hat.
Präsident Donald Trump salutiert auf dem Balkon des Blue Room bei seiner Rückkehr in das Weiße Haus am Montag, nachdem er das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, Md. verlassen hat.  © Alex Brandon/AP/dpa

Update, 8. Oktober, 13.52 Uhr: Merkel will mit Oberhäuptern der großen Städte über Corona beraten

Angesichts stark gestiegener Corona-Zahlen will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Verantwortlichen der elf größten deutschen Städte über die Lage beraten. Merkel werde an diesem Freitag an einer Videokonferenz mit Oberbürgermeistern und Bürgermeistern von elf Städten in Deutschland teilnehmen, die derzeit hohe 7-Tage-Inzidenzen von Corona-Neuinfektionen meldeten, teilte ein Regierungssprecher am Donnerstag in Berlin mit. Die Kanzlerin werde sich über die Corona-Lage und die vor Ort eingeleiteten Maßnahmen informieren.

Nach Spiegel-Informationen nehmen die Oberhäupter von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart teil. Auch der Sprecher des Hamburger Senats bestätigte die geplante Schaltkonferenz.

Update, 8. Oktober, 13.44 Uhr: Verband befürchtet Verschärfung von Jugendarmut durch Corona

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit befürchtet eine Verschärfung von Jugendarmut durch die Corona-Krise. Mangelnde digitale Teilhabe hänge arme Jugendliche in der schulischen Bildung weiter ab, womit eine gute Berufsausbildung in noch weitere Ferne rücke, teilte die Arbeitsgemeinschaft am Donnerstag anlässlich der Veröffentlichung ihres "Monitors Jugendarmut in Deutschland 2020" mit. "Während einige Familien mit Haus, Garten und Homeoffice gut durch diese Zeit kamen, verloren andere ihr Einkommen, und Homeschooling war in kleinen Wohnungen ohne WLAN keine Option", heißt es darin.

In dem Bericht wurden vorliegende Daten etwa des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet. Rund ein Viertel aller Armutsgefährdeten in Deutschland sei jünger als 25 Jahre. Betroffen seien demnach rund 3,2 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. "Jugendarmut beschneidet die Entwicklungs- und Teilhabechancen junger Menschen erheblich und oft dauerhaft. Betroffene starten unter deutlich schlechteren Bedingungen in ihre Selbstständigkeit als finanziell besser abgesicherte junge Menschen", heißt es in einer Mitteilung zum Bericht. Corona verschärfe diese Ungleichheit. Die Arbeitsgemeinschaft verwies zudem auf einen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen in der Corona-Krise.

Ein Mädchen wartet in der Ferienanlage in der Perspektivfabrik am Beetzsee an ihrem Platz am Esstisch mit einem Becher Wasser und ihrem Besteck, bis sie sich das Essen an der Ausgabe holen kann.
Ein Mädchen wartet in der Ferienanlage in der Perspektivfabrik am Beetzsee an ihrem Platz am Esstisch mit einem Becher Wasser und ihrem Besteck, bis sie sich das Essen an der Ausgabe holen kann.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 8. Oktober, 13.36 Uhr: Pariser Kliniken bereiten sich auf Zustrom von Corona-Patienten vor

Die Pariser Gesundheitsbehörden rechnen mit einem Zustrom von Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern. Die Gesundheitseinrichtungen seien aufgefordert worden, alle Ressourcen zu mobilisieren und sich auf die kommenden Tage vorzubereiten, schrieb der Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde, Aurélien Rousseau, am Donnerstag auf Twitter. Ein Notfallplan wurde aktiviert. Damit können Kliniken zum Beispiel nicht dringende Operationen verschieben.

Im Kampf gegen Corona sind in der französischen Hauptstadt seit Dienstag alle Bars und Cafés geschlossen. Für Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Außerdem wurde die "maximale Alarmstufe" ausgerufen. Mehr als 270 Menschen pro 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen in Paris mit dem Virus infiziert. Besonders Jüngere sind betroffen. Mehr als ein Drittel der Intensivbetten ist mit Covid-19-Patienten belegt.

Update, 8. Oktober, 13.02 Uhr: Slowakei meldet erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen pro Tag

 Die Corona-Infektionszahlen der Slowakei steigen drastisch an. Während das Land im Frühjahr kaum von der Pandemie betroffen war, melden die Gesundheitsbehörden seit Mitte September fast täglich Rekorde. Am Donnerstag wurden mit 1037 Neuinfektionen erstmals die 1000er-Marke übertroffen. Die Zahl der coronabedingten Todesfälle stieg um zwei auf 57. Die Slowakei zählt in ihrer Corona-Statistik nur Tote, bei denen keine andere unmittelbare Todesursache nachgewiesen werden kann.

Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic machte auf Facebook erneut die "Disziplinlosigkeit" eines Teils der Bevölkerung für den Anstieg verantwortlich. Gesundheitsexperten werfen hingegen der Regierung Missmanagement vor. Am Mittwoch sorgten der nationale Krankenhäuser-Verband gemeinsam mit Vereinigungen von Ärzten und medizinischem Personal sowie Patientenorganisationen mit einem gemeinsamen Appell für Aufsehen. Das Gesundheitsministerium kommuniziere nicht mit ihnen, gebe chaotische und widersprüchliche Weisungen aus und halte die eigenen Pandemiepläne nicht ein.

Eishockeyspieler protestieren vor dem Regierungsamt gegen Corona-Maßnahmen der slowakischen Regierung.
Eishockeyspieler protestieren vor dem Regierungsamt gegen Corona-Maßnahmen der slowakischen Regierung.  © Pavel Neubauer/TASR/dpa

Update, 8. Oktober, 12.48 Uhr: Spanische Justiz kippt Corona-Abriegelung der Hauptstadt Madrid

In Spanien ist die umstrittene Zwangsabriegelung des Corona-Hotspots Madrid durch die Zentralregierung von der Justiz gekippt worden. Die Anordnung des Gesundheitsministeriums beschränke in unrechtmäßiger Form Grundrechte und -freiheiten, entschied das Oberlandesgericht der Region Madrid am Donnerstag. Die zweiwöchige Absperrung der spanischen Hauptstadt und von neun weiteren Gemeinden im Großraum Madrid war am Freitagabend vergangener Woche in Kraft getreten.

Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hatte sich der Anordnung gebeugt, aber Widerspruch eingelegt. Sie könnte die Absperrungen nun aufheben. Die Zentralregierung kann aber noch Einspruch gegen das Urteil einlegen. Gesundheitsminister Salvador Illa sagte in einer ersten Reaktion nur: "Wir werden die gerichtlichen Schritte beschließen, die die Gesundheit der Bürger am besten schützen."

Von den Absperrungen sind knapp 4,8 der 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma" betroffen. Diese dürfen ihre jeweilige Wohngemeinde nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder den Arzt aufzusuchen. Besucher von außerhalb dürfen diese Städte nur in Ausnahmefällen betreten.

Update, 8. Oktober, 12.37 Uhr: Amtsarzt: Corona-Testergebnis in 48 Stunden oft unrealistisch

Nach Einschätzung des Amtsarztes im Berliner Bezirk Reinickendorf, Patrick Larscheid, dauert es oft mehr als 48 Stunden, bis das Ergebnis eines Corona-Tests vorliegt. "Die Untersuchung kann länger dauern, als es manchem recht ist. Diese 48-Stunden-Regelung, die an manchen Orten gilt, die dürfte schwierig einzuhalten sein", sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Sie schaffen es einfach nicht, so schnell einen negativen Test zu kriegen, weil sie das Ergebnis erst nach Ablauf von 48 Stunden bekommen. Und dann sind Sie noch nicht einmal verreist", bemerkte Larscheid. "Das passt natürlich schlecht zusammen."

Berliner, die in den Herbstferien zum Beispiel an die Nordsee in Schleswig-Holstein möchten, könnten damit Probleme bekommen. Dort ist bei Ankunft in einem Hotel oder einer Ferienwohnung vorgeschrieben, einen maximal 48 Stunden alten negativen Coronatest vorzulegen.

"Man muss es einfach probieren", sagte Larscheid. Die Zeitspanne, bis das Testergebnis vorliege, sei in Berlin sehr unterschiedlich. "Wir arbeiten mit einem (Labor) des Robert Koch-Instituts zusammen. Wenn wir Glück haben, ist das Ergebnis am nächsten Tag da. Aber es dauert manchmal ein, zwei Tage länger. Klar ist, dass es auch Labore in Berlin gibt, die drei bis vier Tage brauchen."

Patrick Larscheid, Amtsarzt im Berliner Bezirk Reinickendorf. Wird ein neuer Fall des neuartigen Coronavirus bekannt, machen sich Mediziner auf die Suche nach so genannten Kontaktpersonen.
Patrick Larscheid, Amtsarzt im Berliner Bezirk Reinickendorf. Wird ein neuer Fall des neuartigen Coronavirus bekannt, machen sich Mediziner auf die Suche nach so genannten Kontaktpersonen.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 8. Oktober, 12 Uhr: Fotoschau über Italiens härteste Corona-Phase in Rom

Ein einsamer Papst, leere Straßen und Krankenhaushelfer in Schutzanzügen: In Rom ist seit Donnerstag eine Fotoausstellung zum Thema Corona-Lockdown in Italien zu sehen. Organisiert wurde die Schau "Lockdown Italia" in den Kapitolinischen Museen vom Verband der Auslandspresse in Italien. Gezeigt werden bis 1. November rund 70 Aufnahmen von etwa 30 internationalen Fotografen und Fotojournalisten.

Anlässlich der Eröffnung am Mittwoch sagte Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi, viele der Reporter seien zugleich Mitbürger gewesen, die die schweren Krisenmonate des Corona-Lockdowns an der Seite der Italiener selbst durchmachten.

Italien war ab Februar von der Viruskrankheit heftig getroffen worden. Zwischen März bis zu schrittweisen Lockerungen im Mai galten strikte Ausgangsbeschränkungen.

Update, 8. Oktober, 11.47 Uhr: Imperial Brands setzt mehr um als erwartet - Corona drückt Gewinn

Der britische Tabakkonzern Imperial Brands hat im vergangenen Geschäftsjahr wegen höherer Kosten für die Bewältigung der Corona-Krise etwas weniger verdient. Geholfen hat die Pandemie dagegen beim Umsatz. So hätten die Raucher vor allem in Europa und den Vereinigten Staaten mehr konsumiert als erwartet.

Der Konzernerlös habe im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 (Ende September) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres gelegen, teilte der Hersteller von Marken wie Blu, Kool oder West am Donnerstag in Bristol mit. Das sei mehr als bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im Mai erwartet wurde. Der um Währungseffekte bereinigte Gewinn je Aktie sei im Geschäftsjahr 2019/2020 (30. September) voraussichtlich um sechs Prozent gefallen.

Update, 8. Oktober, 11.43 Uhr: Österreich hat mehr neue Corona-Fälle an einem Tag als je zuvor

Die Zahl neu gemeldeter Corona-Fälle in Österreich hat erstmals die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überstiegen. Behörden zählten am Donnerstag 1209 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 613 davon allein in Wien. Acht neue Todesfälle wurden seit dem Vortag gemeldet. Im Krankenhaus liegen 506 Covid-19-Patienten, 107 davon auf der Intensivstation.

Die Zahlen seien mit dem Frühjahr nicht vergleichbar, weil mehr getestet werde, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Er nannte die Situation dennoch schwierig. Etwa 10.000 Menschen galten am Donnerstag österreichweit als aktiv erkrankt, mehr als doppelt so viele wie vor einem Monat.

Sebastian Kurz (ÖVP,r), Bundeskanzler von Österreich, und Werner Kogler (Die Grünen), Vizekanzler von Österreich, nehmen an einer Pressekonferenz teil.
Sebastian Kurz (ÖVP,r), Bundeskanzler von Österreich, und Werner Kogler (Die Grünen), Vizekanzler von Österreich, nehmen an einer Pressekonferenz teil.  © Roland Schlager/APA/dpa

Update, 8. Oktober, 11.34 Uhr: Wissenschaftler: Kürzerer Aufenthalt in Raum vermindert Corona-Risiko

Die Menschen können das in Räumen besonders hohe Corona-Risiko nach Expertenangaben durch Lüften und einen kürzeren Aufenthalt im Raum deutlich verringern. "Wir können das Risiko halbieren, wenn wir doppelt so viel Luft hereinbringen", sagte Martin Kriegel, Experte für die Verbreitung von Aerosolen, am Donnerstag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. Auch eine geringere Aufenthaltsdauer vermindere das Infektionsrisiko. "Wenn wir die halbieren, halbieren wir das Risiko auch."

Komplette Entwarnung gebe es dadurch aber nicht. Die Anzahl möglicherweise virenbeladener Teilchen sinke durch das Lüften. "Je mehr saubere Luft wir hinzufügen, desto geringer wird diese Anzahl." Aber es gelte auch: "Diese Anzahl wird nie null." Einen Luftwechsel, nach dem ein Raum sicher sei, gebe es nicht. Spahn teilte mit, dass ein vom Bundeskabinett beschlossenes 500-Millionen-Euro-Programm zur Förderung von Um- und Einbauten von Raumluftanlagen und -filtern derzeit in der Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums vorangetrieben werde.

Update, 8. Oktober, 11.26 Uhr: Forschungsministerin prognostiziert Impfung ab Mitte 2021

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek bleibt bei ihrer Einschätzung, dass Corona-Impfstoffe für viele Menschen bis Mitte 2021 zur Verfügung stehen könnten. "Die Forschung ist im Moment gigantisch schnell", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Aktuell gehe das Forschungsministerium davon aus, dass Mitte nächsten Jahres breite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten. Offen sind nach Angaben Karliczeks noch einige Fragen, etwa wie lange der Impfschutz anhalten werde oder wie häufig man geimpft werden müsse, um einen wirklichen Schutz zu bekommen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in Deutschland rief Karliczek dazu auf, die Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln einzuhalten. "Es ist gerade nicht die Zeit, auf Masken oder Abstand zu verzichten. (...) Tun Sie sich und uns den Gefallen, halten sie sich an die Regeln, auch wenn es vielleicht manchmal anstrengend ist und schwerfällt."

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, spricht bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts.
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, spricht bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 8. Oktober, 11.18 Uhr: Infektiologin warnt vor neuen Engpässen in deutschen Krankenhäusern

An Deutschlands Krankenhäusern steigt angesichts der immer zahlreicheren Coronainfektionen aus Expertenansicht die Gefahr von Engpässen. "Wir bereiten uns darauf vor, auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind", sagte die Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, Susanne Herold, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin. Derzeit würden 470 Covid-19-Patienten in Deutschland auf Intensivstationen behandelt. Die Ärzte erwarteten einen deutlichen Anstieg dieser Zahl.

Für die Kliniken gelte: Räume für neue Patienten müssten geschaffen werden. Vielleicht müssten elektive Operationen, also Eingriffe, die nicht so dringend sind, auch wieder abgesagt werden, sagte Herold. Spahn wies aber darauf hin, dass die Kapazitäten für Intensivbehandlungen regional besser gesteuert werden könnten als am Anfang der Pandemie. Elektive Eingriffe generell zu verschieben, werde nicht nötig sein. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, bezifferte die Zahl der freien Intensivbetten in Deutschland auf 8500. Es gebe eine Notfallreserve von insgesamt 12.000 solcher Betten.

Update, 8. Oktober, 11.12 Uhr: Söder berät am Freitag mit Österreichs Kanzler Kurz über Corona-Krise

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich am Freitagnachmittag im Zollamt Bad Reichenhall mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) treffen. Im Mittelpunkt des Arbeitstreffens unweit des Grenzübergangs Walserberg steht die aktuelle Entwicklung bei den Corona-Infektionen, wie am Donnerstag in München mitgeteilt wurde. 

In beiden Ländern wurden in den vergangenen Tagen wieder deutliche Zuwächse bei den Neuansteckungen verzeichnet. Deutschland hat deswegen die Bundesländer Wien, Vorarlberg (mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal) und Tirol mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz zu Risikogebieten erklärt.

Update, 8. Oktober, 11.11 Uhr: Trump-Medikamente auch für Corona-Patienten in Deutschland

Auch in Deutschland werden Patienten bei einer Corona-Infektion mit zwei der Medikamente behandelt, die bei US-Präsident Donald Trump eingesetzt wurden. Das sagte die Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, Susanne Herold, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin.

Dabei handele es sich um Remdesivir, das ein für die Verbreitung der Viren nötiges Enzym der Erreger hemmt. Eingesetzt werde zudem ein ebenfalls bei Trump verwendetes Cortisonpräparat, was vorkommende ausgeprägte Entzündungen abmildern könne. Beide Mittel hätten sich in Deutschland zum Therapiestandard entwickelt.

Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir liegt während einer Pressekonferenz am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf dem Tisch.
Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir liegt während einer Pressekonferenz am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf dem Tisch.  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Update, 8. Oktober, 11.08 Uhr: Spahn: "Es liegt an uns allen, ob wir das schaffen"

Angesichts des deutlichen Anstiegs bei der Zahl neuer Corona-Infektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Menschen gemahnt, sich nicht für unverletzlich zu halten. Mehr Informationen findet Ihr >>> hier.

Der CDU-Politiker blickt auf die Anzahl neuer Corona-Infektionen mit Besorgnis.
Der CDU-Politiker blickt auf die Anzahl neuer Corona-Infektionen mit Besorgnis.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 8. Oktober, 10.37 Uhr: Immer mehr Engländer ziehen in Corona-Krise aufs Land

In der Corona-Krise ziehen Maklern zufolge immer mehr Engländer aufs Land oder an die Küste. Ein wesentlicher Grund dafür sei der Wunsch nach sozialer Distanz während der Pandemie, zitierte der britische Sender BBC am Donnerstag Tim Bannister vom großen Maklerunternehmen Rightmove. Aus einer kurzfristigen Entwicklung nach dem Lockdown im Frühjahr, den Großstädten den Rücken zu kehren, sei ein Trend geworden. In mehreren Dörfern und Kleinstädten, etwa in der Grafschaft Dorset im Südwesten, verdoppelte sich demnach die Nachfrage.

Die Immobilienpreise sind einer Studie zufolge in Großbritannien im September um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Es handele sich um das stärkste Wachstum seit Juni 2016 im Land, wie aus dem jüngsten Haus-Preis-Index hervorgeht. Der durchschnittliche Preis beträgt nun knapp 250.000 Pfund (etwa 275.000 Euro).

Update, 8. Oktober, 10.28 Uhr: Gericht: Sexkino-Besuch ohne Mindestabstand möglich

Der Betreiber eines Sexkinos im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen darf Menschen, die aus zwei Haushalten stammen, auch ohne Mindestabstand in seine Kinosäle lassen. Das Sexkino sei keine Prostitutionsstätte, da dort keine sexuellen Dienstleistungen angeboten werden würden, teilte das Verwaltungsgericht Neustadt am Donnerstag mit (AZ 5 L 783/20.NW). Der Begründung des Gerichts zufolge ist ein Sexkino als Kino anzusehen, wenn dort "überwiegend oder ausschließlich Filme" gezeigt werden.

Zwar sei auch in Kinos grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, teilte das Gericht mit. Dies gelte aber der aktuellen rheinland-pfälzischen Corona-Verordnung zufolge "ausdrücklich nicht", wenn bis zu zehn Personen oder beliebig viele Angehörige aus zwei Hausständen zusammentreffen.

Update, 8. Oktober, 9.55 Uhr: RKI-Chef "beunruhigt" über Corona-Lage

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat sich angesichts der Entwicklung der Corona-Zahlen in Deutschland besorgt geäußert. "Die aktuelle Situation beunruhigt mich sehr", sagte er am Donnerstag in Berlin. "Wir wissen nicht, wie sich die Lage in Deutschland in den nächsten Wochen entwickeln wird. Es ist möglich, dass wir mehr als 10.000 neue Fälle pro Tag sehen. Es ist möglich, dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet."

Er hoffe, dass die Infektionen auf einem Level gehalten werden, mit dem man umgehen könne, sagte Wieler. "Unser Ziel ist, so wenig wie möglich Infektionen zuzulassen." Nur dann werde das Gesundheitssystem nicht überlastet, und nur dann verhindere man viele schwere Verläufe und Todesfälle.

Lothar Wieler, Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), nimmt an einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland teil.
Lothar Wieler, Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), nimmt an einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland teil.  © Tobias Schwarz/AFP POOL/dpa

Update, 8. Oktober, 9.35 Uhr: Sporthilfe will Corona-Einbußen für Top-Athleten ermitteln

Das Ausmaß der finanziellen Ausfälle für die deutschen Spitzensportler durch die Corona-Krise soll in einer Studie im Auftrag der Stiftung Deutsche Sporthilfe ermittelt werden. "Wir wollen wissen, wie groß sind in Euro ausgedrückt die Einbußen der Athleten. Wir wollen das greifbar machen", sagte Sporthilfe-Chef Thomas Berlemann in Berlin. In dem Projekt solle die Sporthochschule Köln "konkrete Zahlen pro Athlet" feststellen.

Von der Sporthilfe werden rund 4000 Top-Athleten unterstützt. Die Förderung sei auch nach der Verlegung der Olympischen Spiele ins kommende Jahr weiter gesichert, betonte Berlemann. Allerdings sind viele Athleten neben der Sporthilfe auch auf private Sponsoren angewiesen. Hier habe es teils deutliche Kürzungen bei der Verlängerung auslaufender Verträge gegeben, sagte die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Dagmar Freitag.

Update, 8. Oktober, 9.33 Uhr: Erstmals mehr als 5000 neue Corona-Fälle in Tschechien

Tschechien hat den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Am Mittwoch kamen 5335 weitere Fälle hinzu, wie am Donnerstag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging.

 Erst am Vortag war erstmals die 4000er-Marke überschritten worden. Seit Beginn der Pandemie starben in Tschechien 829 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Wochenbeginn gilt der nationale Notstand.

Update, 8. Oktober, 9.10 Uhr: Einige Großstädte drohen laut Söder Kontrolle zu verlieren

Einige Großstädte wie Berlin stehen nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kurz davor, die Kontrolle über die Corona-Infektionszahlen zu verlieren. Deswegen solle man "auf keinen Fall" Vorsicht, die zur Bewältigung der Pandemie entscheidend sei, aufgeben. "Um uns herum in Europa explodieren die Zahlen", betonte Söder am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Dort wachse das Problem auch in die Krankenhäuser hinein. Am Donnerstagmorgen meldete das Robert Koch-Institut mehr als 4000 festgestellte Neuinfektionen.

"Mehr Maske, weniger Alkohol und natürlich auch kleinere Partys", seien die richtigen Maßnahmen bei erhöhten Infektionszahlen. Zudem verteidigte Söder ein am Mittwoch beschlossenes Beherbergungsverbot für Menschen aus innerdeutschen Risikogebieten. Dabei gehe es vor allem um die Sicherheit der Menschen und Sicherheit für die Tourismusbranche. Zudem betonte er: "Wer mit einem negativen Test anreist, kann einen Urlaub genießen".

Update, 8. Oktober, 8.46 Uhr: Kreuzfahrtverband beschließt generelle Covid-19-Testpflicht

Die Kreuzfahrtindustrie hat eine Covid-19-Testpflicht für alle Gäste und Crewmitglieder an Bord der Schiffe beschlossen. Mehr Informationen findet Ihr >>> hier.

Update, 8. Oktober, 8.33 Uhr: Easyjet erwartet herben Verlust - Dividende soll ausfallen

Der Geschäftsausfall infolge der Corona-Krise hat den britischen Billigflieger Easyjet im abgelaufenen Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen gerissen. Für die zwölf Monate bis Ende September stehe vor Steuern voraussichtlich ein um Sonderposten bereinigter Verlust von 815 bis 845 Millionen britischen Pfund (895 bis 928 Mio Euro), teilte das Unternehmen am Donnerstag in Luton bei London mit. Hinzu kämen weitere Belastungen etwa durch Abschreibungen, das eingeleitete Sanierungsprogramm und den Wertverlust bei Geschäften zur Treibstoffpreissicherung.

Zu einer Prognose für das neue Geschäftsjahr, das Anfang Oktober begonnen hat, sieht sich Easyjet-Chef Johan Lundgren angesichts der unsicheren Geschäftsaussichten und der schwachen Ticketnachfrage infolge der Pandemie nicht in der Lage. Im laufenden Quartal bis Ende Dezember dürfte das Unternehmen nur rund ein Viertel seines üblichen Flugprogramms anbieten, hieß es.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft easyJet landet auf dem Flughafen Tegel.
Ein Flugzeug der Fluggesellschaft easyJet landet auf dem Flughafen Tegel.  © Soeren Stache/dpa

Update, 8. Oktober, 8.26 Uhr: Weniger Übernachtungen - Corona-Delle selbst im August

Auch im Hauptreisemonat August hat die deutsche Tourismusindustrie die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. In den Unterkünften mit mindestens zehn Betten wurden in dem Monat 49,6 Millionen Übernachtungen registriert und damit 14,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete. Vor allem die ausländischen Besucherinnen und Besucher sind ausgeblieben: Ihre Übernachtungszahl sank im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 4,7 Millionen.

Auch wenn gefühlt fast jeder Urlaub in Deutschland gemacht hat: Die Zahl der Übernachtungen von Inländern ging um 4,7 Prozent auf 44,9 Millionen zurück. Hier konnten fehlende Geschäftsreisen nicht ausgeglichen werden. In den ersten acht Monaten liegen die Hotels und andere Betriebe nun mit 212,2 Millionen Übernachtungen 37,4 Prozent hinter dem Vorjahreszeitraum zurück.

Update, 8. Oktober, 8.26 Uhr: Export kommt nur langsam aus dem Corona-Tal

Deutschlands Exportwirtschaft arbeitet sich in kleinen Schritten aus dem Corona-Tief. Im August stieg die Ausfuhr von Waren um 2,4 Prozent im Vergleich zum Juli, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag das Volumen der Exporte mit 91,2 Milliarden Euro allerdings um 10,2 Prozent im Minus. 

Die Einfuhren verringerten sich binnen eines Jahres um 7,9 Prozent auf 78,5 Milliarden Euro. Zeitweise Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten zu Beginn der Corona-Pandemie hatten das Geschäft mit Made in Germany in den vergangenen Monaten ausgebremst.

Die allmähliche Erholung der Wirtschaft in vielen Ländern kommt den Exporteuren nun zugute. Allerdings liegen die Ausfuhren immer noch um 9,9 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020 - dem Monat vor Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen.

Update, 8. Oktober, 6.01 Uhr: Mehr als fünf Millionen Corona-Infizierte in Brasilien

Mehr als fünf Millionen Menschen haben sich in Brasilien seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Mittwoch (Ortszeit) hervor. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien damit die meisten Corona-Infektionen (5.000.694). Insgesamt 148.228 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist flächenmäßig 24 Mal so groß wie Deutschland.

Update, 8. Oktober, 6 Uhr: Neue Corona-Einschränkungen in Frankreich erwartet

Angesichts eines neuen Höchststandes bei den Corona-Neuinfektionen wird in Frankreich mit weiteren Schritten der Regierung gerechnet. "Wir müssen uns auf den Weg zu zusätzlichen Einschränkungen machen", sagte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend den Fernsehsendern TF1 und France2 in dem südfranzösischen Ort Saint-Martin-Vésubie.

Frankreich erzielte mit 18 746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Tages-Höchststand. Wie die Behörden am Mittwochabend mitteilten, wurde damit der bisherige höchste Wert von 16 972 neuen Fällen vom vergangenen Wochenende deutlich überschritten. Die Corona-Lage ist sehr angespannt. Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est und die Insel Korsika gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Eine Terrasse eines geschlossenen Cafes ist menschenleer. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen werden in der Stadt alle Bars geschlossen und festliche Zusammenkünfte verboten.
Eine Terrasse eines geschlossenen Cafes ist menschenleer. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen werden in der Stadt alle Bars geschlossen und festliche Zusammenkünfte verboten.  © Lewis Joly/AP/dpa

Update, 8. Oktober, 5.34 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft auf über 4000

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen. 

Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet wurde.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

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