Hier bemühen sich Forscher, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln 

Tübingen - Dieses Projekt drängt wie kaum ein anderes - erst recht seit der vergangenen Woche. In Baden-Württemberg steigt die Zahl der am neuartigen Coronavirus erkrankten Menschen - einige von ihnen werden in der Tübinger Uniklinik behandelt. (TAG24 berichtete) 

Ein Mann schaut sich in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac einen Träger mit Bakterien an, aus denen DNA und anschließend RNA gewonnen wird. 
Ein Mann schaut sich in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac einen Träger mit Bakterien an, aus denen DNA und anschließend RNA gewonnen wird.   © DPA / Sebastian Gollnow

Nur wenige Kilometer entfernt bemüht sich das Biotech-Unternehmen CureVac, einen Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2 zu entwickeln. 

"Wir arbeiten mit Hochdruck an dieser Sache", sagt CureVac-Vorstand Florian von der Mülbe. Alle Abteilungen fokussierten sich momentan auf dieses Thema.

Forscherteams weltweit wollen einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 entwickeln. In Tübingen wählen derzeit CureVac-Mitarbeiter den geeignetsten Impfstoff-Kandidaten für eine klinische Studie mit Probanden aus. 

Denn bevor ein Impfstoff auf den Markt kommt, muss seine Sicherheit und Wirksamkeit am Menschen gezeigt werden. 

"Wir hoffen, im Frühsommer mit der klinischen Erprobung beginnen zu können", sagt von der Mülbe.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass erste Impfstoff-Tests an Menschen in drei bis vier Monaten beginnen könnten. 

Ein zertifizierter Impfstoff für weitreichenden Einsatz stehe aber wohl erst in 18 Monaten zur Verfügung.

Coronavirus: In wenigen Monaten könnte die Prüfphase für den Impfstoff beginnen

Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit.
Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit.  © DPA / Sebastian Gollnow

"Generell ist die Entwicklung von Impfstoffen ein langwieriger Prozess, bei dem allein die klinischen Prüfungen mehrere Jahre in Anspruch nehmen", sagt Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) im hessischen Langen, dessen Kernaufgabe die Überprüfung und Zulassung von Impfstoffen ist. 

Im Kampf gegen das Coronavirus berät es zudem Unternehmen bei der Impfstoff-Entwicklung.

"In Fällen wie jetzt beim Sars-CoV-2 und nachdem die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat, haben wir als Regulatoren die Möglichkeit, Impfstoff-Projekte bevorzugt zu behandeln und bei aller gebotenen Sorgfalt schnelle Entscheidungen zu treffen", sagt Cichutek. 

Schon in wenigen Monaten könnte mit klinischen Prüfungen der Phase 1 von Coronavirus-Impfstoffen in Deutschland begonnen werden - sofern die erforderlichen präklinischen Daten dies erlaubten. 

In dieser Phase geht es vor allem um die Sicherheit der Impfstoffe und um ihre Fähigkeit, das Immunsystem zu einer spezifischen Abwehrreaktion anzuregen.

Ende Januar erteilte die internationale Impfstoffkooperation CEPI den Tübingern die Zusage für eine Förderung von 8,3 Millionen US-Dollar (rund 7,5 Millionen Euro), um einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu finden, herzustellen und in Studien zu prüfen. 

CEPI ist eine öffentlich-private Allianz, das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist Gründungsmitglied. Weltweit unterstützt CEPI mehrere ähnliche Initiativen.

Titelfoto: DPA / Sebastian Gollnow

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