Hoffnung auf den Corona-Impfstoff: So bereitet sich Baden-Württemberg vor

Stuttgart - Auch wenn der ersehnte Impfstoff gegen das Coronavirus noch nicht vorliegt, laufen die Vorbereitungen für seine Verteilung in Baden-Württemberg auf Hochtouren.

Anfang 2021 könnte ein Impfstoff vorliegen. (Symbolbild)
Anfang 2021 könnte ein Impfstoff vorliegen. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

"Wir bereiten jetzt unter Hochdruck die Infrastruktur für das Impfen im Land auf, um an dem Tag startklar zu sein, an dem ein Impfstoff genehmigt wird", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Der Bund werde den baden-württembergischen Anteil am Corona-Impfstoff an ein zentrales Lager im Südwesten liefern, von dort werde er flächendeckend an einzelne Impfzentren gegeben, die dann später in einem zweiten Schritt auf alle Stadt- und Landkreise ausgeweitet werden sollen. 

Geplant seien ein oder mehrere Zentren pro Regierungsbezirk.

"Mittel- und langfristig soll die Impfung in den Arztpraxen stattfinden", sagte Lucha. Der Stuttgarter Zeitung sagte er zudem, es solle in den Zentren sogenannte Impfstraßen geben - ähnlich wie in den Corona-Teststationen - mit einem Warte-, Empfangs- und Behandlungsbereich. 

Zusätzlich sind laut Lucha mobile Teams geplant, die zum Beispiel Menschen in Altenheimen impfen.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff vorliegen könnte. Am Montag gab es gute Nachrichten: Das Mainzer Unternehmen Biontech und der Pharmakonzern Pfizer erklärten, ihr Impfstoff biete nach Studiendaten einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. 

Voraussichtlich ab kommender Woche soll die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden.

Diese Gruppen sollen zuerst geimpft werden

Unter anderem Polizisten sollen unter denjenigen sein, die als erste geimpft werden. (Symbolbild)
Unter anderem Polizisten sollen unter denjenigen sein, die als erste geimpft werden. (Symbolbild)  © Silas Stein/dpa

Bundesweit soll es einheitliche Richtlinien zur Impfstrategie geben. Der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission stellten dazu am Montag ein gemeinsames Papier vor.

Demzufolge sollen nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen bevorzugt geimpft werden.

Ebenso sollen Menschen in Schlüsselstellungen in der Gesellschaft und für die öffentliche Ordnung die anfangs wohl knappen Dosen zuerst bekommen, also etwa Mitarbeiter von Gesundheitsämtern und Sicherheitsbehörden, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher.

Lucha kündigte an, es werde abhängig von der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffes auch in Baden-Württemberg eine Priorisierung geben.

"Klar ist, dass nicht alle sofort berücksichtigt werden können", sagte der Minister. "Vorrang haben sehr alte Menschen, chronisch Kranke und auch medizinisches Personal." Es werde zudem keine Impfpflicht geben, betonte Lucha. Wann genau die ersten Dosen zur Verfügung stehen, sei aber noch unklar.

Ein Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz sieht vor, dass der Bund die Impfstoffe beschafft und finanziert und die Länder Impfzentren einrichten. Die Impfstoffe sollen die Bundeswehr oder die Hersteller anliefern.

Die Dosen sollen dem Bevölkerungsanteil entsprechend an die Länder verteilt werden. Wie viele genau auf Baden-Württemberg fallen, ist noch unklar.

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0