Coronavirus in Hamburg: Trotz 740 Neuinfektionen, Inzidenz geht leicht zurück

Hamburg/Kiel/Hannover/Bremen/Schwerin – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als anderthalb Jahren fest im Griff. Die Zahlen im Norden steigen zeitweise wieder an.

Das Corona-Impfzentrum in den Hamburger Messehallen wurde Ende August geschlossen.
Das Corona-Impfzentrum in den Hamburger Messehallen wurde Ende August geschlossen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 113.047 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 95.547 Fälle bekannt, in Bremen 38.909 in Mecklenburg Vorpommern 68.662 und in Niedersachsen 366.887 Covid-19-Fälle (Stand 27. November, 20.13 Uhr).

Angesichts niedriger Infektionszahlen wurden in den Bundesländern inzwischen immer mehr Lockerungen der Corona-Verordnungen beschlossen.

Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen. Teilweise gilt eine 2G-Regelung.

Reisende kamen aus Südafrika: Zwei Omikron-Fälle in Deutschland bestätigt
Coronavirus Reisende kamen aus Südafrika: Zwei Omikron-Fälle in Deutschland bestätigt

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 27. November, 20.12 Uhr: 443 neu gemeldete Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

Kiel – In Schleswig-Holstein sind am Samstag 443 neue Corona-Fälle registriert worden, die Sieben-Tage-Inzidenz ist minimal gestiegen.

Am Samstag lag die Zahl der innerhalb einer Woche registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 150,8 - nach 150,2 am Freitag. Das geht aus den Daten der Landesmeldestelle hervor (Stand Samstagabend). Am Mittwoch war mit 954 Neuinfektionen der Höchstwert für Schleswig-Holstein an einem Tag seit Beginn der Pandemie gemeldet worden.

Im Vergleich der Bundesländer hat Schleswig-Holstein laut Robert Koch-Institut (Stand Samstagmorgen) noch immer die geringste Sieben-Tage-Inzidenz.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz - also die Zahl der Corona-Kranken, die je 100.000 Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken kamen - ist mit 4,36 gleich geblieben. Wie am Vortag wurden 173 Covid-19-Patienten im Krankenhaus behandelt. 42 von ihnen lagen auf einer Intensivstation, 21 davon mussten beatmet werden. Die Zahl der Todesfälle stieg um einen auf 1788.

In Lübeck lag die 7-Tage-Inzidenz mit 206,2 am höchsten, im Kreis Dithmarschen mit 90,1 am niedrigsten.

Update, 27. November, 15.14 Uhr: Corona-Zahlen steigen auch in Niedersachsen weiter

Hannover - Das Corona-Infektionsgeschehen verschärft sich auch in Niedersachsen weiter. Der Sieben-Tage-Wert bestätigter Neuinfektionen stieg nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Samstag im Landesdurchschnitt von 201,2 auf 209,8 pro 100.000 Einwohner. Binnen eines Tages kamen 3394 neue Ansteckungen und 20 Todesfälle hinzu.

Im Nachbarland Bremen lag die Inzidenz am Samstag bei 223,3 nach 219,4 am Vortag. Bundesweit betrug sie bereits 444,3.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz wurde am Samstag für Niedersachsen mit 6,9 Prozent angegeben - ein weiterer Anstieg gegenüber 6,7 Prozent am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Infizierte in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in den Krankenhäusern aufgenommen wurden. Auf den niedersächsischen Intensivstationen waren am Samstag 8,6 Prozent der maximal zur Verfügung stehenden Betten mit Covid-Erkrankten belegt (Vortag: 8,5 Prozent).

In Niedersachsen greifen die Corona-Warnstufen, wenn der Hospitalisierungswert sowie mindestens einer der anderen beiden Indikatoren (Neuinfizierte, Intensivbettenbelegung) bestimmte Schwellen überschreiten. Seit Mittwoch gilt landesweit die Warnstufe 1 mit einer flächendeckenden 2G-Regelung. Diese bedeutet, dass Ungeimpfte von Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen sind.

Bei einer weiteren Verschlechterung könnte bald mit der Warnstufe 2 regional die 2G-plus-Regelung verhängt werden. Sie sieht für Geimpfte und Genesene zusätzlich eine Testpflicht vor.

Update, 27. November, 13.45 Uhr: Hamburgs Corona-Inzidenz geht leicht auf 246,9 zurück

Hamburg - Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Fälle in Hamburg ist am Sonnabend leicht gesunken. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl der erfassten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 246,9 an. Am Freitag hatte der Wert 252,1 betragen, vor einer Woche 198,5.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde meldete 740 Neuinfektionen. Das sind 90 weniger als am Freitag und 99 weniger als vor einer Woche. Damit haben sich seit Februar 2020 in der Hansestadt mindestens 113.047 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 99.000 davon gelten nach Schätzung des RKI als genesen.

Die Zahl der Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus in Hamburg gestorben sind, blieb bei 1885. In den Hamburger Kliniken wurden mit Stand vom Freitag 196 Covid-19-Patienten behandelt - 16 weniger als am Donnerstag. Auf Intensivstationen lagen 50 Corona-Kranke - 2 weniger als am Tag zuvor.

Die Hospitalisierungsrate gab das RKI für Hamburg am Freitag mit 2,27 an. Am Donnerstag hatte der Wert 2,48 betragen, am Mittwoch 2,92. Bundesweit wurden laut RKI binnen sieben Tagen 5,97 Corona-Patienten je 100.000 Einwohner in eine Klinik aufgenommen. Am Vortag hatte der Wert 5,79 betragen.

Die Hospitalisierungsinzidenz spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 können die Bundesländer jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängen.

Update, 27. November, 13.25 Uhr: Keine Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Schleswig-Holstein geplant

Kiel - Trotz der sich weiter zuspitzenden Corona-Lage in Deutschland ist in Schleswig-Holstein aktuell keine Verschärfung der Maßnahmen geplant. Strengere Regeln seien erst am Montag in Kraft getreten, sagte Regierungssprecher Peter Höver am Samstag.

Es gebe auch keine Überlegungen, größere Veranstaltungen weiter einzuschränken. Am Freitag hatte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) gefordert, dass die Deutsche Fußball Liga den Spielbetrieb unterbricht. Höver verwies auf die 2G-Regeln zum Besuch im Stadion.

Holstein Kiel nutze das Zweitligaspiel am Samstag gegen Werder Bremen außerdem zu einer Booster-Impfaktion für Zuschauer.

Update, 27. November, 12.47 Uhr: SH-Fußballverband: Saison fortsetzen, Spielabsagen ermöglichen

Kiel - Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) will auf Grundlage der neuen Landesverordnung den Spielbetrieb für Amateurmannschaften fortführen. Das sei jedoch kein Muss, sondern gelte für Mannschaften, "die weiterhin spielen möchten", hieß es. Zugleich betonte der Verband in einer Erklärung, "unkomplizierte Spielabsagen zu ermöglichen, sofern Corona-(Verdachts-)Fälle oder Bedenken vorliegen".

Insbesondere der Trainingsbetrieb für Kinder- und Jugendliche solle aufrechterhalten bleiben. Diese sollten sich "in der aktuell schwierigen Lage zum Wohle der körperlichen und geistigen Gesundheit unter fachmännischer Anleitung auch unabhängig vom Spielbetrieb weiter an der frischen Luft bewegen können", heißt es in der Mitteilung.

Update, 27. November, 12.13 Uhr: Veranstaltungswirtschaft: "Verheerende Folgen"

Hamburg - Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft sieht verheerende Folgen der aktuellen Corona-Entwicklung. Fachleute hätten die zu erwartende Steigerung der Corona-Inzidenzen bereits Mitte des Jahres vorausgesagt.

"Die Tatsache, dass diese Warnungen die bisherige Regierung nicht zu den gebotenen Maßnahmen veranlasst hat, hat nun leider auch für die Veranstaltungswirtschaft verheerende Folgen", teilte Verbandspräsident Prof. Jens Michow am Samstag mit.

Jetzt würden wieder zahlreiche Veranstaltungen mit der Folge abgesagt, dass den Veranstaltern erhebliche Verluste und zusätzliche Kosten entstehen. "Ohnehin haben schon viele Menschen aus Infektionsgründen Angst, Konzerte zu besuchen. Kaum jemand hat Lust, zwei- oder dreistündige Konzerte mit einer Maske zu erleben oder aufgrund von Abstandsregeln getrennt von seiner Familie zu sitzen."

Das alles wirke sich schon seit Monaten erheblich auf den Kartenverkauf aus. "Soweit nun auch noch für die 2G die Vorlage negativer Testergebnisse gefordert wird, macht die Mehrzahl der Besucher das nun gar nicht mehr mit."

Die Veranstaltungswirtschaft ist nach Michows Einschätzung der von der Pandemie am härtesten betroffene Wirtschaftszweig. "Wir befinden uns letztlich seit März vergangenen Jahres in einem durchgängigen Lockdown."

Mangelnde Planungssicherheit und Perspektivlosigkeit seien verheerend nicht nur für die Unternehmer, sondern auch für deren Mitarbeiter und die vielen Veranstaltungsdienstleister. Das führe "zunehmend zu größerer Verzweiflung".

Update, 27. November, 7.06 Uhr: Gastwirte im Norden: 75 Prozent der Weihnachtsfeiern abgesagt

Kiel/Ahrensburg - Wegen der verschärften Corona-Lage sind nach Schätzung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) rund 75 Prozent der Weihnachtsfeiern im Norden schon abgesagt.

Zuerst hätten Firmen ihre Weihnachtsfeiern gestrichen, dann auch immer mehr Privatleute, sagte Schleswig-Holsteins Dehoga-Präsident Axel Strehl in Ahrensburg der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist natürlich fatal."

Für Landgasthöfe etwa seien November und Dezember die Hauptsaison. Einige Gastwirte könnten eventuell ein paar Prozent wettmachen mit einem Abholservice. "Aber was jetzt verloren geht, bekommen sie nie ausgeglichen."

Die Branche sei in dieser Corona-Zeit stark gebeutelt, sagte Strehl weiter. Glücklicherweise halte sich die Zahl der Betriebe, die aufgeben mussten, noch in Grenzen. "Ganz entscheidend wird, wie sich die nächsten Wochen entwickeln."

Nach Angaben des Dehoga-Landesverbandes in Kiel beschäftigt das schleswig-holsteinische Hotel- und Gaststättengewerbe in rund 5200 Betrieben mehr als 80.000 Menschen.

Update, 26. November, 21.55 Uhr: 711 neu gemeldete Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

Kiel – In Schleswig-Holstein wurden am Freitag 711 neue Corona-Fälle registriert, die Sieben-Tage-Inzidenz ist aber minimal zurückgegangen.

Am Freitag lag die Zahl der innerhalb einer Woche registrierten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei 150,2 - nach 152,8 am Donnerstag. Das geht aus den Daten der Landesmeldestelle hervor (Stand Freitagabend). Am Mittwoch war mit 954 Neuinfektionen der Höchstwert für Schleswig-Holstein an einem Tag seit Beginn der Pandemie gemeldet worden.

Im Vergleich der Bundesländer hat Schleswig-Holstein laut Robert Koch-Institut (Stand Freitagmorgen) noch immer die geringste Sieben-Tage-Inzidenz.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz - also die Zahl der Corona-Kranken, die je 100.000 Menschen binnen sieben Tagen in Kliniken kamen - ist leicht zurückgegangen auf 4,36. 173 Covid-19-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt, vier weniger als am Vortag. 42 von ihnen lagen auf einer Intensivstation, 21 davon mussten beatmet werden. Die Zahl der Todesfälle stieg um vier auf 1787.

Mit Herzogtum Lauenburg (216,9) lag die 7-Tage-Inzidenz nur noch in einem Kreis über 200. Den niedrigsten Wert weist weiter Rendsburg-Eckernförde aus - dort stieg die Inzidenz leicht auf 87,0.

Update, 26. November, 18.21 Uhr: Hamburg nimmt vier Corona-Patienten aus Bayern auf

Hamburgs Kliniken haben noch freie Betten. (Archivbild)
Hamburgs Kliniken haben noch freie Betten. (Archivbild)  © Axel Heimken/dpa/Pool/dpa

Hamburg - Angesichts überlasteter Intensivstationen in Bayern nimmt Hamburg vier Corona-Patienten aus dem süddeutschen Bundesland auf. Die Kranken sollten am späten Freitagabend und am Sonnabend eintreffen, wie ein Sprecher der Gesundheitsbehörde mitteilte. Sie sollen auf drei Hamburger Krankenhäuser verteilt werden.

Grundlage für den Einsatz ist das sogenannte Kleeblatt-System für eine bundesweite Verteilung von Patienten aus einzelnen Regionen, in denen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Eine Verlegung von Patienten mit anderen Erkrankungen ist nach einem Kriterienkatalog der Intensivmedizinervereinigung Divi nur in Ausnahmefällen vorgesehen. Das Konzept war im Frühjahr 2020 unter dem Eindruck der ersten Corona-Welle ins Leben gerufen worden.

Insgesamt sollen 50 bayerische Patienten in andere Bundesländer verlegt werden, rund 30 davon bis Sonntag. Aus Thüringen werden Patienten nach Niedersachsen gebracht.

Leopoldina-Vorgaben laut Markus Söder ein "Warn- und Weckruf an Berlin"
Coronavirus Leopoldina-Vorgaben laut Markus Söder ein "Warn- und Weckruf an Berlin"

Mecklenburg-Vorpommern nimmt in den kommenden Tagen vier Intensivpatienten aus überlasteten Kliniken in Sachsen auf.

Update, 26. November, 17.43 Uhr: 1195 Corona-Neuinfektionen in MV - Sieben-Tage-Inzidenz bei 382,6

Rostock – Die Zahl der gemeldeten Ansteckungen mit dem Coronavirus im Nordosten ist am Freitag erneut deutlich gestiegen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) meldete 1195 Neuinfektionen binnen eines Tages.

Die Sieben-Tage-Inzidenz nahm um 9,4 Punkte auf 382,6 zu. Am Freitag vor einer Woche hatte das Lagus 1004 Neuinfektionen und eine Sieben-Tage-Inzidenz von 264,0 gemeldet. Es gab den Angaben zufolge fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion - die Gesamtzahl stieg damit auf 1324.

Die Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen wuchs um 2 auf 77; vor einer Woche waren es 66. Insgesamt befanden sich den Angaben zufolge am Freitag 352 Covid-Patienten in den Krankenhäusern, 20 mehr als am Donnerstag.

Die für Corona-Maßnahmen wichtige Hospitalisierungsinzidenz sank am Freitag um 0,4 auf 8,4. Sie liegt damit weiter deutlich über der Schwelle von 6,0, ab der landesweit etwa 2G-plus-Regeln in bestimmten Bereichen gelten - also Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit aktuellem Corona-Test. Ausgenommen sind etwa Schwangere, Jugendliche oder Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Für diese Gruppen genügt ein Testnachweis.

Die Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wie viele Menschen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner mit Corona in ein Krankenhaus eingewiesen wurden - vorbehaltlich Meldeverzögerungen. Liegt der Wert für mehrere Tage in Folge über 9,0, würde die höchste Warnstufe greifen - unter anderem mit Einschränkungen für nicht immunisierte Menschen beim Einkaufen oder bei privaten Treffen.

Diese Warnstufe Rot gilt bereits in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Rostock. Die restlichen Regionen waren am Freitag orange - bis auf den Landkreis Nordwestmecklenburg (gelb), für den dennoch die landesweiten Regeln der orangen Stufe gelten.

Gegen das Coronavirus vollständig geimpft sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 66,7 Prozent der Bevölkerung im Nordosten. Der Anteil der mindestens einmal Geimpften wird mit 69,0 angegeben. 9,1 Prozent der Bevölkerung im Bundesland haben demnach bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa/Pool/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: