Coronavirus in Niedersachsen: Corona-Infektionsgeschehen schwächt weiter ab

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff. Die Zahlen im Norden sinken jedoch wieder. Die dritte Welle scheint gebrochen.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 77.155 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 63.780 Fälle bekannt, in Bremen 27.386 in Mecklenburg-Vorpommern 44.117 und in Niedersachsen 260.643 Covid-19-Fälle (Stand 22. Juni, 21.43 Uhr).

Am 16. Dezember 2020 wurde erneut ein bundesweiter Lockdown beschlossen, der auch im neuen Jahr immer wieder verlängert wurde.

Angesichts niedriger Infektionszahlen beschließen inzwischen aber immer mehr Bundesländer Lockerungen ihrer Corona-Verordnungen. Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen wieder Besucher empfangen.

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Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 23. Juni, 8.50 Uhr: Corona-Infektionsgeschehen schwächt in Niedersachsen weiter ab

Hannover/Bremen - Die Sieben-Tage-Inzidenz geht in Niedersachsen weiter zurück. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch wurden 4,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche registriert. Am Dienstag hatte der Wert noch bei 4,5 gelegen. Landesweit wurden 73 neue laborbestätigte Corona-Fälle registriert, die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 7 auf 5740.

Die Landkreise Stade und Holzminden sowie die kreisfreien Städte Delmenhorst und Emden lagen bei genau oder über der Inzidenz-Schwelle von 10, die maßgeblich für Lockerungen ist. Die Landkreise Goslar, Lüchow-Dannenberg, Wesermarsch und die Stadt Wilhelmshaven meldeten eine Inzidenz von 0.

Im Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 7,5 - eine erneute leichte Steigerung im Vergleich zu Dienstag (6,6). 14 neue bestätigte Corona-Fälle kamen in dem Bundesland dazu.

Update, 23. Juni, 7.40 Uhr: Nach Schnelltest-Boom schließen etliche Zentren inzwischen wieder

Menschen stehen vor einem Covid-19-Testzentrum.
Menschen stehen vor einem Covid-19-Testzentrum.  © Moritz Frankenberg/dpa

Hannover - Die Corona-Schnelltest-Zentren sind nach dem Ansturm von Millionen Niedersachsen im Mai nun mit Abflauen der Pandemie plötzlich nur noch schwach gefragt.

Im Mai wurden rund 3,1 Millionen Tests zur Abrechnung eingereicht, wie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mitteilte. Dies seien noch vorläufige Zahlen. Im März und April waren es insgesamt 2,6 Millionen Tests. Jetzt gebe es aber Signale für einen Rückgang, sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke.

Gründe seien die Lockerungen und Impfungen, die viele Tests entbehrlich machten. Zudem beabsichtigen Haffke zufolge einige Testzentren wegen der vom Bund geplanten geringeren Erstattungskosten eine Schließung.

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Insgesamt sind in Niedersachsen 3799 Test-Zentren eingerichtet worden, die über die KVN abrechnen. Ein Träger ist der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Hannover. "In Testzentren lassen sich kaum noch Leute blicken. Die Zentren werden verkleinert oder geschlossen werden", sagte ein ASB-Sprecher. Im Landkreis Vechta zum Beispiel wurden am 14. Juni zunächst acht von elf Testzentren geschlossen.

Nach Behördenangaben hatte es dort in den Zentren des Malteser Hilfsdienstes und des Deutschen Roten Kreuzes einen Rückgang der Testungen von 50 Prozent, teils sogar von 75 Prozent gegeben.

Die kostenlosen Bürgertests waren nach Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug in Verruf geraten. Als Konsequenz kündigten Bund und Länder eine strengere Überwachung an.

Bundesweit gibt es 15.000 Teststellen verschiedener Anbieter. Pro Test gibt es bis zu 18 Euro Vergütung, diese soll aber laut Bundesgesundheitsministerium gesenkt werden.

Update, 22. Juni, 21.43 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein bei 4,4

Kiel - In der Corona-Pandemie ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein am Dienstag noch einmal leicht auf 4,4 gesunken. Da lag sie schon einmal am Sonntag, tags darauf war sie dann wieder geringfügig auf 4,7 gestiegen.

Es wurden 11 Corona-Neuinfektionen gemeldet, am Dienstag vor einer Woche waren es noch 23. Am vierten Tag in Folge wurde kein neuer Corona-Todesfall bekannt, wie aus Daten der Landesmeldestelle in Kiel von Dienstag (Stand: 21.6., 18.38 Uhr) hervorgeht. Im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion wurden bislang seit Beginn der Pandemie 1619 Todesfälle registriert.

30 Menschen wurden mit Covid-19 in einem Krankenhaus behandelt, und damit 4 weniger als am Vortag. Auf Intensivstationen lagen 19 Corona-Patienten, 3 weniger als am Montag; 16 von ihnen wurden beatmet, womit der Rückgang hier 5 beträgt.

Die Regionen mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz im Land bleiben die Kreise Pinneberg (13,9) und Herzogtum Lauenburg (7,6). In Dithmarschen und Steinburg liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei 0,8.

Update, 22. Juni, 20.19 Uhr: Fällt das Tanzverbot?

Hamburg - Der Senat kommt vermutlich bald jungen Leuten entgegen.

Es werde darüber nachgedacht, das Tanzverbot zu lockern, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD).

Mehr dazu lest Ihr im Artikel "Tanzverbot in Hamburg: Tschentscher spricht von möglichen Lockerungen".

Rund 7000 Jugendliche und junge Erwachsene feierten am Wochenende im Stadtpark, bis die Polizei kam.
Rund 7000 Jugendliche und junge Erwachsene feierten am Wochenende im Stadtpark, bis die Polizei kam.  © Jonas Walzberg/dpa

Update, 22. Juni, 17.47 Uhr: 14 Corona-Neuinfektionen in MV gemeldet - Inzidenz weiter bei 2,1

Rostock - Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist am Dienstag wieder gestiegen, bleibt aber weiterhin auf niedrigen Niveau. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte, wurden 14 positive Testbefunde gemeldet. Das waren zehn mehr als am Vortag und zwei mehr als am Dienstag der Vorwoche.

Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infektionen im Land erhöhte sich somit auf 44.117. Es gab einen weiteren Todesfall. Somit starben im Nordosten seit Ausbruch der Pandemie vor mehr als einem Jahr 1149 Menschen nachweislich im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion.

Die Inzidenz blieb mit 2,1 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche im Vergleich zum Vortag gleich. Das ist weiterhin der niedrigste Wert aller Bundesländer, der Bundesdurchschnitt liegt bei 8,0. Der Landkreis Vorpommern-Rügen wies mit 0,4 im Nordosten die geringste Sieben-Tage-Inzidenz auf, in Nordwestmecklenburg war sie mit 4,4 am höchsten.

Als genesen gelten in Mecklenburg-Vorpommern nach Lagus-Angaben rund 42.800 Menschen. Derzeit werden 21 Corona-Patienten in Kliniken behandelt, 11 davon auf Intensivstationen.

Etwa 842.000 Menschen und damit etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wenigsten eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Rund 544.000 von ihnen bekamen demnach auch schon die Zweitimpfung, mit der sich nach Angaben von Medizinern die Schutzwirkung deutlich erhöht.

Update, 22. Juni, 16.31 Uhr: MV lockert weiter: Testpflicht entfällt in einigen Bereichen

Schwerin - Die Testpflicht in der Corona-Pandemie wird in Mecklenburg-Vorpommern von Freitag an in einigen Bereichen aufgehoben.

So ist dann etwa der Besuch der Innengastronomie, von Fitnessstudios oder Friseuren ohne negativen Test möglich, wie die Landesregierung am Dienstag in Schwerin mitteilte.

Zudem sollen Clubs und Diskotheken mit einer Testpflicht wieder öffnen dürfen.

Update, 22. Juni, 15.31 Uhr: Fischmarkt darf öffnen

Hamburg - Ab Juli darf der Fischmarkt endlich wieder öffnen. Allerdings gelten ein paar Corona-Regeln.

Mehr dazu lest Ihr im Artikel "Endlich! Hamburger Fischmarkt darf unter Auflagen wieder öffnen".

Update, 22. Juni, 14.06 Uhr: 51 Fälle mit der Delta-Variante in SH nachgewiesen

Kiel - In Schleswig-Holstein ist bis einschließlich Freitag insgesamt bei 51 Fällen die aggressive Delta-Variante des Corona-Virus nachgewiesen worden.

Dies teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit Verweis auf vorliegende Informationen der Landesmeldestelle mit. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Wie bereits bei anderen zirkulierenden Viren der Fall, sei es nie auszuschließen, dass sich die dominante Variante des Virus verändert, teilte das Ministerium weiter mit. Es könne demnach durchaus sein, dass sich die Delta-Variante weiter verbreitet.

Um die Ausbreitung einzudämmen, brauche es weiterhin einen vorsichtigen Umgang mit Kontakten, die Nutzung von Masken wo dies vorgeschrieben ist und die Beachtung von Hygienemaßnahmen und Mindestabständen.

Den Angaben zufolge wird zudem die fortschreitende Impfkampagne zunehmend dazu beitragen, die Verbreitung des Virus einzudämmen und immer mehr Menschen vor einer Erkrankung zu schützen.

Update, 22. Juni, 13.26 Uhr: Modellversuch abgelehnt: Hamburger Halbmarathon fällt aus

Hamburg - Der für Sonntag vorgesehene Halbmarathon in Hamburg findet nicht statt. Wie der Veranstalter am Dienstag mitteilte, sei der Antrag auf einen Modellversuch für die 27. Auflage des traditionsreichen Laufes von der Hamburger Sozialbehörde abgelehnt worden.

Vorgesehen war, den Halbmarathon auf 2000 Teilnehmende zu beschränken und die Strecke aus der Innenstadt auf die Elbinsel Kaltehofe zu verlegen. Dies habe die Behörde nicht zu einer "Freigabe überzeugen" können, hieß es in einer Mitteilung.

Steven Richter, Geschäftsführer des Veranstalters BMS Die Laufgesellschaft, war enttäuscht und sagte: "Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass unser Konzept ein verantwortungsbewusster Schritt zur Normalität gewesen wäre."

Update, 22. Juni, 13.13 Uhr: 52.000 neue Impftermine in Hamburg zu vergeben - nach Prioritäten

Hamburg - Das Hamburger Impfzentrum vergibt seit Dienstag mehr als 52.000 neue Termine für eine Corona-Schutzimpfung. Wer unter die Priorisierung fällt, also älter als 60 Jahre ist, bestimmte Vorerkrankungen hat oder bestimmten Berufsgruppen angehört, kann sich unter www.impfterminservice.de oder telefonisch unter der Nummer 116 117 einen Termin buchen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte.

In den vergangenen Wochen seien kaum Erstimpfungen gemacht worden, weil bei gleichbleibender Lieferung von Impfstoff sehr viele Menschen mit Zweitimpfungen an der Reihe gewesen sein, hieß es.

Bis einschließlich Montag wurden in Hamburg 896.349 Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Das entspricht den Angaben zufolge 48,5 Prozent der Einwohner. Ihre Zweitimpfung haben bereits 561.530 Bürger oder 30,4 Prozent der Bevölkerung bekommen. Das sind 14.768 Impfungen mehr als am Vortag.

Im Vergleich der Bundesländer liegt Hamburg beim Impftempo weiterhin im unteren Bereich.

Titelfoto: Moritz Frankenberg/dpa

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