Coronavirus: NRW in vierter Corona-Welle bundesweit mit höchsten Werten

Köln – Nach monatelangem Corona-Lockdown gibt es Pläne zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. Wir geben einen Überblick auf die Corona-Entwicklung in NRW. Aktuelle News zur Corona-Pandemie findet Ihr im Coronavirus-Liveticker.

Update, 20. August, 10.43 Uhr: Städte begrüßen Abkehr von Inzidenzstufen, sehen aber ein Problem

Die Städte in Nordrhein-Westfalen halten die Abkehr von den drei Corona-Inzidenzstufen hin zur 3G-Regel für einen akzeptablen Weg. 3G heißt: geimpft, genesen oder getestet.

Die seit diesem Freitag geltende Verordnung hat nach Ansicht von Helmut Dedy (63), Geschäftsführer des Städtetages NRW, aber einen Haken für kommunale Gremiensitzungen, den die Landesregierung rasch beseitigen sollte:

"Das Land muss klarstellen: die Sitzung eines Stadtrates ist keine Veranstaltung. Deshalb sollte sie auch nicht wie eine solche behandelt werden", betonte Dedy.

Update, 20. August, 10.41 Uhr: Umsatzeinbruch von 90 Prozent - Kostümhändler lassen Filialen zu!

Geschlossen: Der von der Corona-Krise hart getroffene Kostümhändler Deiters muss weiter Kosten sparen und öffnet daher vorerst keine seiner Filialen.
Geschlossen: Der von der Corona-Krise hart getroffene Kostümhändler Deiters muss weiter Kosten sparen und öffnet daher vorerst keine seiner Filialen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Der von der Corona-Krise hart getroffene Kostümhändler Deiters lässt alle seine Filialen geschlossen, um Kosten zu sparen.

Wann die ersten Shops nach der Schließung im Dezember 2020 wieder aufmachen, sei noch unklar, sagte Deiters-Geschäftsführer Björn Lindert (64) der Deutschen Presse-Agentur in Frechen.

Geschäft macht die Firma derzeit nur mit ihrem Online-Shop. Normalerweise sind alle 31 Filialen ganzjährig offen. Auch Wettbewerber Karnevalswierts hat keinen seiner neun Standorte geöffnet.

Corona in Bayern: Gesundheitsminister Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage
Coronavirus Corona in Bayern: Gesundheitsminister Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage

Da Karneval oder Mottopartys wegen Corona ins Wasser fielen, kauften kaum Menschen Kostüme.

Im Geschäftsjahr 2020/21 (bis Ende März) brachen die Deiters-Umsätze den Angaben zufolge um etwa 90 Prozent ein, danach blieben die Erlöse auf dem niedrigen Niveau. Absolute Zahlen nennt Deiters nicht.

Update, 20. August, 10.36 Uhr: Acrylkabinen im Düsseldorfer Landtag vorerst wieder entfernt

Gut ein Jahr nach der Installation von Acrylglaskabinen im Düsseldorfer Landtag sind die Trennwände zwischen den Abgeordneten vorerst wieder Geschichte. Der Abbau der Kabinen im Plenarsaal sei abgeschlossen, sagte ein Landtagssprecher am Donnerstag. In den Ausschussräumen bleiben die Trennwände bestehen.

Die mobilen Acrylkabinen waren im vergangenen Juni wegen der Corona-Pandemie aufgestellt worden, damit alle 199 Abgeordneten wieder zusammenkommen konnten. Vorher hatte der Landtag drei Monate im Notbetrieb getagt.

Update, 20. August, 6 Uhr: Fast 30 Prozent der Corona-Infizierten in NRW-Kliniken jünger als 40

Schwere Corona-Infektionen treffen in Nordrhein-Westfalen immer häufiger auch jüngere Menschen. Das geht nach einem Bericht des "Kölner Stadt Anzeigers" (Freitag) aus einer Erhebung des Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) in Bochum hervor.

Danach waren von 891 Patienten, die zwischen dem 1. Juli und dem 10. August stationär in NRW-Kliniken behandelt wurden, 29,5 Prozent unter 40 Jahre alt. Auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gab es zum Teil schwere Verläufe. Der Anteil der unter 20-Jährigen lag laut LZG bei 8,2 Prozent. Knapp 31 Prozent der Patienten waren zwischen 40 und 60 Jahre alt.

Laut LZG sei der ganz überwiegende Anteil der Patienten - 87,1 Prozent - nicht oder nicht vollständig geimpft gewesen, berichtete die Zeitung. In einigen Fällen war der Impfstatus unklar.

Update, 19. August, 11.17 Uhr: Leichter Anstieg der Corona-Patienten in NRW-Krankenhäusern

In den Krankenhäusern von Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Corona-Patienten nach einer Übersicht der Landesregierung weiter leicht auf einem sehr niedrigen Niveau an. Mit dem Datenstand von Donnerstag werden 186 Menschen mit einer Corona-Infektion auf den Intensivstationen behandelt. Das sind 11 mehr als am Vortag.

Ende Dezember und Anfang Mai mussten jeweils mehr als 1100 Corona-Infizierte intensivmedizinisch im Bundesland behandelt werden. Beatmet werden müssen von den 186 Intensivpatienten 135. Das sind 13 mehr als am Vortag. Anfang Mai waren es über 860.

Alle Stationen zusammengenommen werden 696 Patienten wegen Corona in den Krankenhäusern in NRW behandelt. Das sind 13 mehr als am Vortag. Landesweit sind 607 (615) Intensivbetten mit Beatmungstechnik frei.

Update, 19. August, 8.04 Uhr: Jüngere Schüler gelten ab Freitag automatisch als getestet

Kinder, bei denen wegen ihres Alters davon ausgegangen werden kann, dass sie Schüler sind, müssen künftig keinen Schülerausweis vorlegen, um ihren Status als getestet nachzuweisen.

Das sagte eine Sprecherin aus dem Gesundheitsministerium. Das Ministerium konkretisierte damit eine Regel aus der Corona-Schutzverordnung. Eine genaue Altersgrenze, ab wann der Schülerausweis nicht mehr automatisch mit einem Testnachweis gleichgestellt sei, sei noch nicht festgelegt.

Update, 18. August, 13.05 Uhr: Gebauer zum neuen Schuljahr: Impfangebot für Schüler wird ausgebaut

Auch Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren sollen an allen Schulformen in Nordrhein-Westfalen ein Impfangebot erhalten. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (55, FDP) zu Beginn des neuen Schuljahrs 2021/22 am Mittwoch an.

Da die Ständige Impfkommission nun auch Impfungen gegen das Coronavirus für 12- bis 17-Jährige empfehle, werde man "an allen Schulformen ab der Sekundarstufe I niedrigschwellige Impfangebote für Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren einrichten." Für ältere Jahrgänge der Sekundarstufe II und das Schulpersonal können seit Mittwoch Impfungen an allen weiterführenden Schulen angeboten werden. An Berufsschulen gab es die Möglichkeit bereits zuvor.

Gebauer betonte, es gehe zunächst darum, dass die Kinder und Jugendlichen sich wieder an den Präsenzunterricht gewöhnen könnten, danach beginne die gezielte Förderung. Das Aufholen pandemiebedingter Lernrückstände unterstützen Bund und Land mit hohen Millionensummen. Damit würden etwa Bildungsgutscheine für Schüler oder zusätzliches Personal finanziert.

Obwohl 171 Schulen von der Flutkatastrophe Mitte Juli getroffen worden seien, sei auch hier der Schulstart "weitestgehend möglich".

Update, 18. August, 13.02 Uhr: Impfinteresse in NRW wieder leicht gestiegen

Das zum Ferienstart gesunkene Interesse an einer Corona-Impfung hat im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen zum Ferienende hin wieder leicht zugenommen. Innerhalb einer Woche stieg die Zahl der mindestens einmal Geimpften um gut 183.000, wie ein Vergleich der am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) mit denen vor einer Woche zeigt. Zuvor waren es im Mittwochsvergleich lediglich knapp 139.000 Menschen, nachdem die Zahl zweimal hintereinander in der Größenordnung von rund 159.000 Einwohnern gestiegen war.

Nach wie vor dominieren die Zweitimpfungen die Impfaktion in Nordrhein-Westfalen. Die Zahl der vollständig Geimpften stieg im bevölkerungsreichsten Bundesland binnen einer Woche um knapp 500.000. Zuvor betrug der Zuwachs gut 531.000 im Mittwochsvergleich, nachdem das Plus zweimal hintereinander rund 435.000 binnen einer Woche betragen hatte. Die Zuwächse bei den mindestens einmal Geimpften und bei den vollständig Geimpften lagen zuletzt noch weitaus deutlicher auseinander. Die Auffrischungsimpfungen werden in der Impfstatistik des RKI noch nicht ausgewiesen. Sie sollen nach Auskunft der Pressestelle ab 1. September auch rückwirkend beziffert werden.

Vollständig geimpft sind in NRW nach den jüngsten RKI-Daten 60,3 Prozent der Einwohner. Mindestens einmal geimpft sind 67,1 Prozent der Bevölkerung. NRW liegt damit laut RKI-Zahlen deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 57,8 beziehungsweise 63,5 Prozent. In der Altersklasse 12 bis 18 Jahre sind in NRW 17,5 Prozent vollständig geimpft. Die erste Spritze haben bisher 29,0 Prozent in dieser jüngsten Altersgruppe des RKI. Auch diese Zahlen sind höher als der jeweilige Bundesdurchschnitt von 16,0 beziehungsweise 25,1 Prozent.

Bei gut 585.000 Menschen steht die zweite Impfung noch aus. Das ergibt sich aus den jüngsten Zahlen von Mittwoch. Dabei ist berücksichtigt, dass gut 629.000 Menschen den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten haben, bei dem laut den RKI-Angaben nur eine Impfdosis für eine vollständige Immunisierung erforderlich ist. Für Kinder ab 12 Jahre sind mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna in der EU zwei mRNA-Impfstoffe für diese Gruppe zugelassen. Für Kinder unter 12 Jahren ist bislang kein Impfstoff verfügbar.

Update, 18. August, 8.27 Uhr: Neues Schuljahr beginnt: Das ändert sich!

Für rund 2,5 Millionen Schüler in Nordrhein-Westfalen beginnt am Mittwoch wieder der Unterricht. Trotz steigender Corona-Neuinfektionen wird es landesweit Präsenzunterricht geben.

Auch für die 166.000 Erstklässler gelten vom Tag der Einschulung an mehrere Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus. Schulpersonal, Eltern- und Schülerschaft hoffen auf eine möglichst große Normalität im Schuljahr 2021/22.

Update, 18. August, 8.24 Uhr: PCR-Test für Sex-Dienstleistung: Bordell-Verband fühlt sich benachteiligt!

Bei einer Inzidenz von über 35 ist für den Bordell-Besuch in Zukunft ein maximal 48 Stunden alter, negativer PCR-Test nachzuweisen.
Bei einer Inzidenz von über 35 ist für den Bordell-Besuch in Zukunft ein maximal 48 Stunden alter, negativer PCR-Test nachzuweisen.  © Christian Charisius/dpa

Die Sexarbeit-Branche lehnt die neuen Corona-Test-Regeln zum Bordell-Besuch als zu restriktiv und ungerecht ab.

Laut aktueller Corona-Schutzverordnung in Nordrhein-Westfalen müssen Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, bei sexuellen Dienstleistungen in Kommunen und Kreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz über 35 künftig einen maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorgelegen.

"Jeder spontane Bordellbesuch ist damit ausgeschlossen und das Amüsement verteuert sich deutlich", sagte Stephanie Klee (59), Vorstand des Bundesverbandes Sexuelle Dienstleistungen, der rund 100 Mitglieder, überwiegend Bordellbetreiber, vertritt.

Coronavirus in NRW: Inzidenz macht erneut Sprung nach oben
Coronavirus Coronavirus in NRW: Inzidenz macht erneut Sprung nach oben

Zwar sei es grundsätzlich gut, dass anders als zuletzt damit auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 35 Bordelle nicht ganz geschlossen würden.