Coronavirus in NRW: Sieben-Tage-Inzidenz im Land geht weiter nach oben

Köln – Nach monatelangem Corona-Lockdown gibt es Pläne zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. Wir geben einen Überblick auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag einen Wert von 17,1 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Symbolbild)
Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Montag einen Wert von 17,1 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Bei den Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen weist der Trend weiter leicht nach oben.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag 21,6 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Am Donnerstag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 20,4. Am Freitag der Vorwoche hatte der Wert bei 16,2 gelegen.

Dem RKI wurden nach Angaben vom Freitag aus NRW binnen 24 Stunden 811 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet, vier Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

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An der Spitze der Neuinfektionsraten liegt Düsseldorf mit einer Inzidenz von 40,7. Am Vortag lag der Wert in der Landeshauptstadt bei 41,6.

Für Solingen, zuletzt noch mit einem Wert über 50, meldet das RKI am Freitag eine Inzidenz von 38,9.

Von den 53 Kreisen und kreisfreien Städte hat nur noch Olpe (8,2) eine Inzidenz unter 10.

Seit Montag greifen in NRW wegen der gestiegenen Inzidenz-Werte im Land wieder schärfere Infektionsschutzmaßnahmen.

Alle aktuellen Infos im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Alle Ticker-Meldungen bis zum 28. Februar 2021 findest Du hier.

Update, 29. Juli, 13.50 Uhr: Land NRW setzt Regionalstufe 3 in Corona-Verordnung vorerst aus

Durch eine Änderung in der Corona-Schutzverordnung hat Nordrhein-Westfalen die höchste regionale Inzidenzstufe 3 für rund drei Wochen ausgesetzt.

Aufgrund der geringen Zahl schwerer Krankheitsverläufe und Krankenhauseinweisungen erfolge vorläufig bis zum 19. August 2021 keine Zuordnung der Kommunen zur Inzidenzstufe 3, die in der bisherigen Fassung bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 50,1 greift.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat die geänderte Verordnung, die ab diesem Freitag gilt, im Internet veröffentlicht. In der Stufe 3 würden weitere Einschränkungen unter anderem auch für die Gastronomie greifen. Es dürfte dann nur noch die Außengastronomie geöffnet werden. Die WAZ und die Stadt Solingen berichteten darüber.

Update, 28. Juli, 15.33 Uhr: Corona-Einsatz der Bundeswehr in NRW neigt sich dem Ende

Der Corona-Einsatz der Bundeswehr neigt sich nach fast eineinhalb Jahren in Nordrhein-Westfalen und insgesamt 13 000 beteiligten Unterstützungskräften dem Ende zu.

Aktuell seien noch 118 Unterstützungskräfte in 9 kreisfreien Städten und Kreise im Einsatz, teilte das Landeskommando NRW am Mittwoch in Düsseldorf mit. Ab dem 1. August werden es den Angaben zufolge noch 56 Unterstützungskräfte in vier Impfzentren sein, die bis Ende September bestehen sollen.

Über den Zeitraum seit dem März 2020 hätten insgesamt rund 13 000 Einsatzkräfte der Bundeswehr die Kommunen und Kreise in NRW bei den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie unterstützt. Schwerpunkt war dabei die Kontaktnachverfolgung.

In der Spitze seien es im Februar fast 2000 Bundeswehrkräfte gewesen, die sich in NRW gleichzeitig auf Anträgen der Kommunen und Kreise im Einsatz gegen Corona befanden.

Update, 28. Juli, 12.48 Uhr: Corona-Quarantäne nur für tatsächlich Infizierte

Joachim Stamp (51, FDP) ist Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.
Joachim Stamp (51, FDP) ist Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Nordrhein-Westfalens stellvertretender Ministerpräsident Joachim Stamp (51, FDP) hat vom Robert Koch-Institut (RKI) eine Änderung der Corona-Quarantäne-Vorgaben verlangt.

"Es sollten nur noch jene in Quarantäne geschickt werden, die tatsächlich infiziert sind", sagte der NRW-Minister für Kinder und Familie der Wochenzeitung Die Zeit.

Nach seiner Ansicht sollten künftig bei einzelnen Infektionsfällen nicht mehr ganze Klassen und Gruppen, Kitas oder Schulen in Quarantäne geschickt werden. "Sonst wäre an regulären Unterricht im Herbst nicht zu denken", sagte der FDP-Politiker.

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Er sprach sich laut Die Zeit auch dafür aus, die Inzidenz als Richtwert aufzugeben. Stattdessen sollte auf die Hospitalisierung und die Lage der Intensivmedizin geblickt werden. Das folge insbesondere aus dem Fortschritt der Impfkampagne.

Update, 27. Juli, 20.08 Uhr: Wiederbelebung der Gastronomie hilft Metro auf die Beine

Beim Handelskonzern Metro laufen die Geschäfte wieder besser. Grund dafür sei die Rücknahme von Corona-Auflagen für die Gastronomie, teilte das Unternehmen am Dienstagabend in Düsseldorf mit. Im dritten Geschäftsquartal (bis 30. Juni) sei der flächenbereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15 Prozent gewachsen.

Bei der Kundengruppe Hotels, Restaurants und Catering ging es mit dem Umsatz nach Metro-Angaben sogar währungsbereinigt um 57 Prozent nach oben. In diesem Segment hätten die Erlöse im Monat Juni erstmals das Niveau von vor der Corona-Pandemie übertroffen.

Wegen dieser positiven Entwicklung erhöhte Metro seine Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2020/21. Der Konzern erwartet nun einen Rückgang des Gesamtumsatzes um 0,5 bis 3,5 Prozent, zuvor war er von 3,0 bis 6,0 Prozent weniger ausgegangen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll zwischen plus 50 Millionen Euro und minus 75 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr liegen. Bislang lag die Erwartung bei minus 50 Millionen bis minus 175 Millionen Euro.

Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal will Metro wie angekündigt am Mittwochabend veröffentlichen.

Update, 26. Juli, 19 Uhr: 1200 Disco-Gäste in Herford sollen zum Corona-Test

Nach einem Corona-Fall in einer Disco in Herford hat der Kreis an alle 1200 Besucher einer Party appelliert, sich auf das Virus testen zu lassen.

Es gehe um die Veranstaltung in der Diskothek "X" am vergangenen Freitag, an der auch eine mittlerweile an Covid-19 erkrankte Person von 23.30 Uhr bis in den nächsten Morgen teilgenommen habe. Um ein Ausbreiten des Infektionsgeschehens zu vermeiden, sollten alle Gäste sich möglichst schnell testen lassen, betonte der Kreis am Montag. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Nicht alle 1200 Besucherinnen und Besucher sollten unter Quarantäne gestellt werden, sondern nur die engen Kontaktpersonen der Erkrankten. Die Party sei zulässig gewesen, stellte der Kreis klar.

Im Land und in Herford galt den Angaben zufolge am Tag der Veranstaltung Inzidenzstufe 0 und alle Voraussetzungen für eine Genehmigung einer derart großen Party hatten vorgelegen.

Update, 26. Juli, 17.32 Uhr: SPD will mobile Impfteams an Schulen

Mobile Impfteams sollen in Schulen in NRW zum Einsatz kommen. Das fordert die SPD.
Mobile Impfteams sollen in Schulen in NRW zum Einsatz kommen. Das fordert die SPD.  © Jonas Güttler/dpa

Der nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Thomas Kutschaty hat die Landesregierung aufgefordert, mobile Impfteams für die Schulen zu organisieren. Spätestens nach den Sommerferien Mitte August müssten sie bereitstehen, damit auch Kinder ab 12 Jahren zügig geimpft werden könnten, sagte er am Montag in Düsseldorf.

"Das ist die einzige Chance auf einen sicheren Schulbetrieb." 25 Kinder in einer Klasse oder 50 Kinder in einem Schulbus seien in der Pandemie unverantwortlich.

Das NRW-Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass sich nun auch 12- bis 15-Jährige in den Impfzentren den Piks zum Schutz gegen das Coronavirus verabreichen lassen könnten.

Voraussetzung: Im Zentrum müssen Kinderärzte die Jugendlichen beziehungsweise ihre Sorgeberechtigten gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beraten.

Das neue Angebot sei nicht an eine Vorerkrankung der Kinder geknüpft, erklärte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zwar empfehle die Stiko Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren derzeit ausschließlich bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei einem regelmäßigen Kontakt zu Personen mit erhöhtem Risiko schwerer Krankheitsverläufe, die selbst nicht geimpft werden können.

Allerdings könnten laut Stiko durchaus "weitere Kinder und Jugendliche nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz eine Impfung erhalten".

Update, 26. Juli, 9.45 Uhr: Aktueller Inzidenz-Wert für Köln

Auch in Köln steigt der Inzidenz-Wert weiter an. Am Montag liegt er nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 31,3.

Aktuell gibt es 54.307 bestätigte Coronavirus-Fälle. Mit Stand vom 21. Juli haben inzwischen 691.916 Kölnerinnen und Kölner eine Erstimpfung erhalten.

Auffällig ist, dass vor allem die jüngeren Einwohner der Stadt für einen Anstieg der Zahlen sorgen. Wie das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen am Montag mitteilte, gibt es bei den 20- bis 39-Jährigen genau 20.103 Fälle. Bei den 40 bis 59 Jahre alten Kölnerinnen und Kölnern sind es insgesamt 16.262 Fälle. Bei den 60- bis 79-Jährigen hingegen gibt es "nur" 6.400 Fälle.

Update, 23. Juli, 14.13 Uhr: Urteil: Keine nachträgliche Gewährung von Urlaub nach Quarantäne

Wer wegen einer Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne musste, hat laut Gerichtsurteil keinen Anspruch auf eine Nachgewährung von Urlaubstagen. Das entschied das Arbeitsgericht Bonn, wie es am Freitag mitteilte.

Geklagt hatte eine Arbeitnehmerin, der Urlaub vom 30. November bis 12. Dezember 2020 genehmigt worden war, die aber auf Behörden-Anordnung vom 27. November bis 7. Dezember wegen ihrer Infektion in Quarantäne musste.

Eine Krankschreibung lag für diese Tage nicht vor. Die Frau verlangte von ihrem Arbeitgeber eine nachträgliche Gewährung von fünf Urlaubstagen - und scheiterte damit vor Gericht.

Update, 23. Juli, 12.45 Uhr: Corona-Jahr 2020 - Mehr Tote als in Vorjahren, eine Altersgruppe sticht heraus!

Insgesamt starben 2020 in NRW 214.313 Menschen. Der Zuwachs geht vor allem auf einen Anstieg der Gestorbenen-Zahlen in der Altersgruppe ab 80 zurück. (Symbolbild)
Insgesamt starben 2020 in NRW 214.313 Menschen. Der Zuwachs geht vor allem auf einen Anstieg der Gestorbenen-Zahlen in der Altersgruppe ab 80 zurück. (Symbolbild)  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Im Pandemie-Jahr 2020 sind in Nordrhein-Westfalen mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der drei Jahre zuvor.

Insgesamt starben 2020 in NRW 214.313 Personen, wie das Statistikamt IT.NRW am Freitag berichtete. Der Zuwachs lag bei 3,3 Prozent - in den Jahren 2017 bis 2019 waren es im Durchschnitt 207.487 Sterbefälle.

Die Zunahme gehe vor allem auf einen Anstieg der Gestorbenen-Zahlen in der Altersgruppe ab 80 Jahre zurück. Im Jahresverlauf sei es zu Schwankungen gekommen.

Der höchste prozentuale Anstieg entfiel laut Statistik auf den Dezember - mit 21,7 Prozent mehr Todesfällen als im Durchschnitt der Dezembermonate 2017 bis 2019.

Es sei unwahrscheinlich, dass das Ansteigen nicht coronabedingt sei, sagte ein Sprecher des Landesamtes.

Update, 23. Juli, 11.41 Uhr: Schnelltest adé? Gesundheitsminister prüft Impfaktionen in Berufsschulen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (64, CDU) prüft nun auch Impfaktionen in Berufsschulen. "Minister Laumann findet die Idee, Impfungen an Berufsschulen anzubieten, die von Über-16-jährigen besucht werden, durchaus sinnvoll", sagte ein Ministeriumssprecher der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitag).

Gesundheits- und Schulministerium befänden sich bereits in Gesprächen. Für Gymnasien und Gesamtschulen seien solche Aktionen nicht geplant.