Coronavirus in Schleswig-Holstein: Günther für Termin-Shopping

Hamburg – Das Coronavirus hat das Land bald ein Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, die Gesundheitsämter melden neue Rekordwerte.

Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.
Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.  © Marcus Brandt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 52.466 Menschen Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 42.714 Fälle bekannt, in Bremen 14.318, in Mecklenburg-Vorpommern 24.863 und in Niedersachsen 160.226 Covid-19-Fälle. (Stand 3. März, 21.58 Uhr)

Seit Mittwoch, 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit Ausnahmen über Weihnachten und Silvester inzwischen bis zum 14. Februar 2021 verlängert wurde. Nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs haben geöffnet, außerdem gibt es Kontaktbeschränkungen.

Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 3. März, 21.58 Uhr: Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt wieder leicht

Kiel - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein liegt weiter unter dem Schwellenwert von 50 - ist aber wieder leicht angestiegen.

Am Mittwoch wurden 47,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage gemeldet. Am Dienstag lag der Wert bei 46,4 und am Mittwoch vergangener Woche noch bei 50,9.

Am Mittwoch wurden 292 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor einer Woche waren es 271 gewesen. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg am Mittwoch um 8 auf 1317.

In Schleswig-Holsteins Krankenhäusern wurden 251 Patienten behandelt. Intensivmedizinische Behandlung brauchten 72 Menschen, 56 mit Beatmung.

Update, 3. März, 14.27 Uhr: 234 neue Corona-Fälle in Hamburg - Inzidenz sinkt leicht

Hamburg - Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Hamburg ist am Mittwoch um 234 gestiegen. Das sind 51 Fälle mehr als am Dienstag, aber 12 weniger als am Mittwoch vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl neuer Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche, sank im Vergleich zum Vortag leicht von 81,5 auf 80,8. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 71,9.

Seit Beginn der Pandemie infizierten sich den Angaben zufolge insgesamt 52.466 Hamburgerinnen und Hamburger mit dem Virus. 47.400 gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen. Die Zahl der Menschen, die an oder mit dem Virus starben, stieg laut RKI um 9 auf 1287.

In den Hamburger Kliniken wurden nach Angaben der Behörde mit Stand Dienstag 257 Corona-Patienten behandelt - 12 weniger als am Vortag. Die Zahl der Intensivpatienten sank um 7 auf 78.

Die Zahl der mindestens einmal Geimpften bezifferte die Gesundheitsbehörde mit Stand Dienstag auf 104.938. Das seien 1953 mehr als am Vortag. Bereits zwei Mal geimpft seien 54.960 Hamburgerinnen und Hamburger - 1074 mehr als am Montag.

Update, 3. März, 11.22 Uhr: Leichter Rückgang der Corona-Infektionen in Niedersachsen

Hannover - Die Corona-Lage in Niedersachsen scheint sich etwas zu entspannen. Das Landesgesundheitsamt meldete am Mittwoch 803 Neuinfektionen, eine Woche zuvor hatte es noch 1068 neue Fälle gegeben.

Der landesweite Sieben-Tage-Wert sank im Vergleich zur Vorwoche von 66 auf 64,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Insgesamt 4376 Menschen (plus 30) sind inzwischen in Niedersachsen an oder mit dem Virus gestorben; rund 90 Prozent der nachweislich Infizierten gelten mittlerweile als genesen.

Regional betrachtet verzeichneten die Landkreise Cloppenburg (133,0) und Wesermarsch (131,0) die höchsten Sieben-Tage-Werte, gefolgt vom Kreis Vechta (119,0) und der Stadt Salzgitter (107,4).

Update, 3. März, 11.17 Uhr: Bremen erlaubt das Einkaufen nach Voranmeldung

Bremen – Als eine Lockerung der Corona-Auflagen erlaubt das Bundesland Bremen die Öffnung von Geschäften für einzelne Kunden nach Voranmeldung. Dieser Beschluss des Senats werde in den kommen Tagen in Kraft treten, sagte ein Sprecher der Landesregierung am Mittwoch. Vorher müsse das Parlament, die Bremische Bürgerschaft, zustimmen.

Konnten Kunden schon bisher Bestellungen auf Abstand an der Ladentür abholen, dürfen sie das Geschäft nun nach telefonischer oder elektronischer Anmeldung wieder betreten und sich beraten lassen. Als Kundschaft zählt dabei eine Einzelperson oder auch ein ganzer Haushalt. Die Kontaktdaten müssen hinterlassen werden. Der Kunde wird im Geschäft von einer Verkäuferin oder einem Verkäufer begleitet.

"Hiervon werden vor allem die kleineren Geschäfte in den Stadtteilzentren profitieren", sagte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linkspartei). Die Handelskammer Bremen sprach von einem "ersten wichtigen Schritt" zu einer Öffnung. "Viele denken, lieber so etwas als gar nichts", wurde Norbert Caesar, Vorsitzender einer Interessengemeinschaft von Ladenbesitzern im Ostertor-Viertel, am Mittwoch im "Weser-Kurier" zitiert.

Ähnliche Regelungen wollten sich auch andere Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein geben, hieß es in der Senatsvorlage.

Update, 3. März, 11.14 Uhr: Hamburger Kitas gehen am 15. März in den Regelbetrieb

Hamburg – Die Hamburger Kindertagesstätten gehen am 15. März aus dem Notbetrieb. Parallel mit dem Wiederanfahren des Schulbetriebs werde nach Ende der Frühjahrsferien auch in den Kitas wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb angeboten, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde am Mittwoch.

Mehr dazu lest Ihr im Artikel "Ein Stückchen Normalität: Kitas nehmen Regelbetrieb wieder auf!"

Update, 3. März, 10.55 Uhr: Abiturtermine in Niedersachsen bleiben bestehen

Hannover - Niedersachsens Kultusministerium hat die Abiturtermine trotz der Corona-Einschränkungen bestätigt. Der bisherige Zeitplan soll auch dann gelten, wenn zum Zeitpunkt der Prüfungen einzelne oder alle Schulen im Wechsel- oder sogar im Distanzunterricht sind. Das geht aus einem Erlass des Ministeriums an die rund 450 betroffenen Schulen hervor.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (44, SPD) sagte den Schülern am Mittwoch zu, dass nur der Lernstoff abgefragt werde, der tatsächlich behandelt wurde: "Wir sichern faire Prüfungen zu, keiner muss Nachteile wegen Corona befürchten."

Voraussetzung für den Terminplan ist laut Erlass, dass die Corona-Verordnung das Abhalten der Prüfungen zulässt. Es sei aber beabsichtigt, die Verordnung so zu fassen, dass dies auch dann gegeben ist, wenn der Schulbesuch an sich untersagt ist. Schüler, die zum Prüfungstermin in Quarantäne sind, sollen den Nachschreibtermin nutzen.

Der Erlass regelt auch die Abläufe der schriftlichen und mündlichen Prüfungen. So sollen die Lehrer entlastet werden, indem die Fachprüfungsausschüsse von drei auf zwei Mitglieder reduziert werden.

Update, 3. März, 9.47 Uhr: Neue Gesundheitsministerin will Corona-Impfungen voranbringen

Bremerhaven/Hannover - Die neue niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens (52, SPD) will als erstes die Corona-Impfungen im Land voranbringen.

"Meine vordringlichste Aufgabe wird es sein, dass die Impfkampagne verstärkt fortgesetzt und eine gute Teststrategie entwickelt wird", sagte Behrens in einem Interview der Nordsee-Zeitung. "Die Menschen haben ein Anrecht darauf, dass diese Dinge zügig erledigt werden." Niedersachsen kommt bei den Erstimpfungen im Ländervergleich eher langsam voran.

Es gehe darum, den Menschen eine Perspektive zu geben, wie sie in gewohntes Leben zurückkehren können, sagte Behrens. Zwar sei es zu früh, einen normalen Osterurlaub zu versprechen.

"Zu einer Perspektive gehört für mich auch die Frage, wann zum Beispiel ein Restaurant-, ein Theater- oder ein Kinobesuch wieder möglich sein wird. Auch darum möchte ich mich kümmern."

Update, 3. März, 6.24 Uhr: Bovenschulte will mehr Schnell- und Selbsttests in Unternehmen

Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister von Bremen, setzt sich einen Mund-Nasen-Schutz auf, nachdem er bei einer Sondersitzung der Bremischen Bürgerschaft zu neuen Corona-Maßnahmen gesprochen hat.
Andreas Bovenschulte (SPD), Bürgermeister von Bremen, setzt sich einen Mund-Nasen-Schutz auf, nachdem er bei einer Sondersitzung der Bremischen Bürgerschaft zu neuen Corona-Maßnahmen gesprochen hat.  © Sina Schuldt/dpa

Bremen/Berlin – Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern nach Worten von Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) verstärkt Corona-Schnell- und Selbst-Tests zur Verfügung stellen.

"Ich werde mich deshalb dafür einsetzen, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten zweimal die Woche einen solchen Test anbieten müssen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Das würde meiner Überzeugung nach einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung des Infektionsgeschehens leisten."

Die Schnell- und Selbst-Tests müssten in die Fläche gebracht werden, um Infektionsketten möglichst frühzeitig zu durchbrechen. "Nicht nur in Schulen und Kitas, sondern auch in privaten Unternehmen."

Bund und Länder stimmen sich am Mittwoch (14 Uhr) über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise ab. Vor den erneuten Beratungen sind nicht zuletzt aus der Wirtschaft die Stimmen derjenigen lauter geworden, die für einen umfassenden Einsatz von Schnelltests und für Lockerungen der Corona-Maßnahmen plädieren.

Bovenschulte warb zugleich um Geduld. "Wir müssen weiter vorsichtig bleiben, weil die Zahlen stagnieren, teilweise sogar steigen." Allerdings erwarteten die Menschen ein Öffnungssignal. "Das beides zusammenzubringen ist eine ganz schwierige Aufgabe."

Bovenschulte will am Mittwochabend die Ergebnisse der Bund-Länder-Gespräche in einer Pressekonferenz erläutern.

Update, 3. März, 6.18 Uhr: Günther dringt auf Öffnung der Läden

Daniel Günther (47, CDU) spricht auf einer Pressekonferenz in Kiel. Der Regierungschef dringt auf Öffnungen im Einzelhandel und auf eine Lockerung der Kontaktregeln in der Corona-Pandemie.
Daniel Günther (47, CDU) spricht auf einer Pressekonferenz in Kiel. Der Regierungschef dringt auf Öffnungen im Einzelhandel und auf eine Lockerung der Kontaktregeln in der Corona-Pandemie.  © Christian Charisius/dpa

Kiel – Die Regierungschefs von Bund und Ländern wollen am Mittwoch (14 Uhr) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.

Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) dringt auf Öffnungen bei einer landesweiten Inzidenz von unter 50. Bei den Beratungen habe bundesweites Vorgehen nicht um jeden Preis "oberste Priorität", hatte Günther im Vorfeld des Treffens angekündigt.

Es zeichnet sich bereits vor dem Treffen ab, dass nach dem 7. März wieder Treffen von bis zu fünf Personen möglich sein sollen. Zudem ist im Gespräch, Buchhandlungen und Fahrschulen bundesweit wieder zu öffnen. Weitere Lockerungen sind im Bereich körpernaher Dienstleistungen in der Diskussion.

Die Landesregierung in Kiel will darüber hinaus Lockerungen im Bereich des Einzelhandels. Laut Günther ist eine generelle Öffnung für Termin-Shopping nach dem Modell "Click and Meet" die Minimallösung. Bislang ist es abgesehen von Supermärkten und einigen anderen Geschäften nur möglich, telefonisch oder online bestellte Ware abzuholen.

Noch gedulden muss sich voraussichtlich hingegen die Tourismusbranche. Er könne sich nicht vorstellen, "dass wir in Schleswig-Holstein Beherbergungen früher als Ende März erlauben", sagte Günther. Über den Start des Tourismus müsse bei der übernächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 24. März entschieden werden.

Update, 2. März, 22.09 Uhr: Inzidenz in Schleswig-Holstein fällt deutlich unter 50

Kiel - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist deutlich unter den Schwellenwert von 50 gefallen.

Am Dienstag wurden 46,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage gemeldet. Am Montag hatte der Wert bei 49,7 gelegen - und am Dienstag vor einer Woche bei 50,0.

Es wurden am Dienstag 187 neue Corona-Infektionen gemeldet - eine Woche zuvor waren es 262 bestätigte Neuinfektionen gewesen. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg am Dienstag um 4 auf 1309.

284 Patienten wurden in schleswig-holsteinischen Krankenhäusern behandelt. Intensivmedizinische Behandlung brauchten 75 Menschen, 59 mit Beatmung.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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