Coronavirus in Baden-Württemberg: 1749 Tote und 34.708 Infizierte

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus entspannt sich zunehmend. Die Zahl der Infizierten und Todesfälle stieg in Baden-Württemberg längst nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Wochen.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zeigen also ihre Wirkung. Doch noch ist die Zeit für eine endgültige Entwarnung nicht gekommen.

Das öffentliche Leben wurde und wird nach wie vor in stückweisen Lockerungsschritten langsam wieder hochgefahren. 

In der letzten Anpassung der Corona-Verordnung (gültig zum 18. Mai) wurde die Kinderbetreuung ausgeweitet, sowie die Öffnung von Bildungseinrichtungen jeglicher Art gestattet. Auch Restaurants, Cafés und Eisdielen dürfen - unter Auflagen - wieder Kunden empfangen.

Ab dem 29. Mai ist es dann Hotels auch wieder gestattet, Touristen aufzunehmen; Freizeitparks dürfen ihre Tore öffnen. Vom 2. Juni an können alle öffentlichen und privaten Sportanlagen wieder den Betrieb aufnehmen, insbesondere auch Fitnessstudios oder Tanzschulen.

1749 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Mittlerweile gibt es 34.708 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg (Stand 28. Mai).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen. 

Update, 28. Mai, 22.10 Uhr: Corona-Lockerungen bei privaten Feiern

Die Maßgaben für private Feste werden stärker gelockert als ursprünglich geplant. Zu Hause sollen solche Feiern mit bis zu 20 Menschen erlaubt sein, wenn diese aus verschiedenen Wohnungen kommen.

Bei Familienmitgliedern solle es keine Begrenzung geben. Bei privaten Feiern in öffentlich angemieteten Räumen sollen bis zu 99 Menschen zusammenkommen dürfen.

Die Regelung soll zum 9. Juni gelten, wie das Staatsministerium nach einer Sitzung des Koalitionsausschusses am Freitag mitteilte.

Über Details der Maßgaben für private Feste hatte es zuvor in der Regierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Krach geben. 

Update, 28. Mai, 17.42 Uhr: Jetzt 1749 Tote, 34.708 Infizierte

In Baden-Württemberg sind (Stand: 16 Uhr) sechs weitere Todesfälle gemeldet worden, damit starben insgesamt 1749 Menschen am Coronavirus.

Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, erhöhte sich die Zahl der Infizierten um 66 auf nunmehr 34.708. "Davon sind ungefähr 31.721 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen", heißt es weiter. Derzeit seien geschätzt noch 1238 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,76 angegeben.

Derzeit gibt es geschätzt noch 1238 aktive Infektionen in Baden-Württemberg. (Symbolbild)
Derzeit gibt es geschätzt noch 1238 aktive Infektionen in Baden-Württemberg. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. Mai, 17.15 Uhr: GEW glaubt nicht an vollständige Grundschul-Öffnung

Die Gewerkschaft GEW glaubt nicht an die von der Landesregierung angekündigte vollständige Öffnung der Grundschulen bis Ende Juni. 

GEW-Landeschefin Doro Moritz bezweifelte am Freitag in Stuttgart, dass es dafür genug Lehrer gibt. "Wie soll die komplette Öffnung der Grundschulen mit 70 Prozent der Lehrkräfte funktionieren?" Moritz bezog sich dabei auf den Anteil der Lehrer, die in der Corona-Pandemie zur Risikogruppen zählen und darauf, dass die Grundschulen schon vor Corona zu wenig Lehrer gehabt hätten.

Moritz hielt dem Land Baden-Württemberg vor, es setze die Lehrer einem höheren Infektionsrisiko aus. "Warum soll eine Grundschullehrerin beim Einkauf im Supermarkt 1,50 Meter Abstand halten und einen Mundschutz tragen, aber im Klassenzimmer mit 28 Kindern ohne entsprechende Schutzmaßnahmen Unterricht halten?"

Moritz bemängelte auch die Informationspolitik von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). "Bei uns melden sich zahlreiche wütende Lehrkräfte und Schulleitungen, die erneut ihre Arbeitsaufträge für die nächsten Wochen aus den Medien erfahren und deren Kompetenz und Einschätzung der Situation ignoriert wird."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Eisenmann hatten am Dienstag eine vollständige Öffnung der Kitas und Grundschulen bis Ende Juni angekündigt. Sie stützten sich dabei auf Zwischenergebnisse einer Studie von Unikliniken im Südwesten zu Kindern und dem Coronavirus. Demnach spielten Kinder bis zehn Jahren als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle.

Eisenmann hatte bestätigt, dass die vollständige Öffnung der Grundschulen nur ohne Abstandsgebote geht. Gleichwohl soll verhindert werden, dass die Klassen sich untereinander vermischen.

Eine Stuttgarter Grundschule.
Eine Stuttgarter Grundschule.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 28. Mai, 16.16 Uhr: Mediziner unterbrechen Studie mit Medikament gegen Covid-19

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin unterbricht seine Studie mit dem Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen. 

Wie Institutsdirektor Peter Kremsner am Freitag mitteilte, soll bis zu zwei Wochen ausgesetzt werden, weil es Berichte über schwere Nebenwirkungen des Malaria-Mittels gegeben hat. In dieser Zeit solle ein unabhängiges Sicherheitsgremium die ersten Ergebnisse zur Patientensicherheit anschauen. 

Danach solle eine Entscheidung fallen, ob die Studie fortgesetzt werde. Zuerst hatte der SWR darüber berichtet.

Die Studie begann Ende März. Kremsner geht davon aus, dass die Sorgen um Nebenwirkungen übertrieben sind. Das Medikament sei seit Jahrzehnten bekannt und gut verträglich. Voraussetzung sei allerdings, dass es bei vielen Vorerkrankungen nicht eingesetzt werden dürfe. Ferner nicht mit vielen anderen Medikamenten.

Die Tübinger Tropenmediziner wollten früheren Angaben zufolge mit Chloroquin eine moderat an Covid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Im Augenblick gebe es nur sehr wenige Corona-Patienten in Tübingen, mit denen er seine Studie hätte fortsetzen können, sagte der Wissenschaftler dem SWR.

Update, 28. Mai, 13.10 Uhr: Stadt stellt Corona-Hotline ein

Am Freitag teilte die Stadt Stuttgart mit, dass die Corona-Hotline eingestellt wird. 

Dr. Fabian Mayer, Erster Bürgermeister, sagte: "Ich danke unseren ‚Hotlinern‘ für ihr großes Engagement. Über Wochen hinweg haben sie sich freundlich und verbindlich den Fragen und Anliegen der Anrufer angenommen und sich in den Dienst der Bürgerinnen und Bürger gestellt – auch an Wochenenden und Feiertagen." 

Update, 28. Mai, 12.47 Uhr: Neue Grafik mit aktuellen Zahlen

Die Grafik zeigt die aktuellen Fallzahlen.
Die Grafik zeigt die aktuellen Fallzahlen.  © TAG24

Update, 28. Mai, 12.37 Uhr: Bischof Fürst nennt Corona-Demonstranten unsolidarisch und egoistisch

Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, hat die Teilnehmer an Demonstrationen gegen Freiheitsbeschränkungen in der Corona-Krise kritisiert. Die Demonstranten stellten ihr Bedürfnis nach Freiheit über den Schutz der besonders schwachen und verletzlichen Menschen, teilte Fürst in seiner Pfingstbotschaft am Freitag mit. "Das ist nicht nur unsolidarisch, sondern geradezu egoistisch und im höchsten Maße verletzend." Die Protestierer verstießen gegen das oberste Grundrecht der unantastbaren Menschenwürde, das zuallererst dem Schutz des Lebens diene.

Vielerorts sei aber auch ein neuer Geist spürbar, ist der Bischof überzeugt. Ein pfingstlicher Geist, der durch Gottes und der Menschen Handeln heilsam wirke. Auch das Virus und die Pandemie, "die uns an den Rand des Ertragbaren führen", hätten nicht das letzte Wort. "Sie werden irgendwann vorübergehen", sagte Fürst. Nach Corona werde sich die Welt verändert haben. "Wir werden mit den Folgen noch lange ringen. Doch schon jetzt, heute, scheinen Hoffnungszeichen auf."

Fürst feiert am Sonntag ein Pontifikalhochamt in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart.

Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst.
Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst.  © dpa, Felix Kästle

Update, 28. Mai, 10.57 Uhr: SWR sagt "New Pop Festival" in Baden-Baden ab

Das für September geplante 26. "SWR3 New Pop Festival" in Baden-Baden fällt aus. Der SWR sagte die Veranstaltung am Freitag wegen der Corona-Pandemie ab. Das "SWR3 New Pop Festival" lebe davon, dass die ganze Stadt voller Musik und Menschen sei, dass jeder, der nicht das Glück habe, eine Karte zu ergattern, alle Konzerte und die besondere Stimmung des New Pops in der Stadt erleben könne, teilte Festivalchef Gregor Friedel mit. "Das kann das New Pop so gut wie kein anderes Festival und ein "SWR3 New Pop Festival" ohne diese Atmosphäre ist für uns nicht denkbar."

Großveranstaltungen sind in Baden-Württemberg zunächst bis Ende August verboten. Der SWR rechne aber nicht mit einer grundlegenden Veränderung der Situation bis zum ursprünglichen geplanten Termin vom 17. bis 19. September. Die Planungen für das Festival im Jahr 2021 laufen bereits. "Wir freuen uns darauf, alle im kommenden Jahr in Baden-Baden zu diesem einzigartigen Festival begrüßen zu können", teilte SWR3 Programmchef Thomas Jung mit.

Update, 28. Mai, 10 Uhr: Kundgebung am Sonntag beeinträchtigt Verkehr

Die Stadt Stuttgart teilte mit, dass für eine Kundgebung am kommenden Sonntag in der Innenstadt mehrere Straßen gesperrt werden müssen. Dies wird den Verkehr insbesondere im Bereich der B27 und des City-Rings beeinträchtigen.

Die Kundgebung ist Teil einer Reihe, die bislang auf dem Cannstatter Wasen stattfand. Die Stadt hat wie zuletzt auch aus Gründen des Infektionsschutzes die Teilnehmerzahl auf 5.000 begrenzt. Die Teilnehmer werden sich am späten Nachmittag in der Theodor-Heuss-Straße, der Friedrichstraße und auf dem Börsenplatz versammeln.

Nach Angaben der Verwaltung wird zwischen 7 und 20.30 Uhr die Theodor-Heuss- Straße und die Friedrichstraße im Abschnitt zwischen Rotebühlplatz und Arnulf-Klett- Platz in beiden Richtungen für den Auto- oder den Busverkehr nicht befahrbar sein. Die Stadt bittet die Verkehrsteilnehmer, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Diese Straßensperrungen sind nötig, weil die Kundgebung aufgrund der Abstandsregelungen nach der Corona-Verordnung der Landesregierung Baden- Württemberg mehr Platz in Anspruch nimmt.

Update, 28. Mai, 6.24 Uhr: Innenminister Strobl appelliert an Vernunft zu Pfingsten

Angesichts des bevorstehenden langen Pfingstwochenendes hat Innenminister Thomas Strobl (60, CDU) an die Bevölkerung appelliert, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. "Vernunft muss auch weiterhin das Handeln der Menschen bestimmen", sagte der CDU-Politiker in Stuttgart. Die unsichtbare Gefahr sei noch unter uns, das Virus sei nicht gebannt.

Die Einhaltung der Corona-Verordnung überwacht die Polizei seit dem 19. März. Bislang wurde mehr als 343.900 Menschen und über 70.300 Fahrzeuge (Stand: 27. Mai) kontrolliert. In 27.593 Fällen kam es zu Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten. 

Das Gros der Verstöße liegt nach Angaben der Statistik bei Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkung samt Mindestabstand mit über 21.000 Fällen. In 452 Fällen kam es zu Verstößen bei der Maskenpflicht. Und in 726 Fällen wurden Einrichtungen geschlossen und 288 Betretungsverbote erteilt.

Strobl wies darauf hin, dass die Zahl der Verstöße kontinuierlich zurückgehe. Konkrete Einzelfälle wurden in der Statistik nicht genannt. In den Polizeiberichten der letzten Wochen waren aber immer wieder Beispiele enthalten, wie Verstöße während Anti-Corona-Demos oder illegale "Corona-Partys". 

Für all diese Verstöße gibt es einen Bußgeldkatalog. So kostet der Aufenthalt im öffentlichen Raum mit mehr als der zugelassenen Personenzahl je Beteiligtem zwischen 100 Euro bis 1000 Euro. Der Verstoß gegen die Maskenpflicht im Nahverkehr wird mit 15 Euro bis 30 Euro geahndet und der illegale Betrieb einer Diskothek kann bis zu 5000 Euro kosten.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).  © Uwe Anspach/dpa

Update, 28. Mai, 19.28 Uhr: 34.642 Infizierte, 1743 Todesfälle

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, wurden weitere 67 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet, sodass mindestens 34.642 Menschen seit Beginn der Pandemie infiziert wurden. Davon sind allerdings 31.595 genesen und somit aktuell zirka 1304 Menschen in Baden-Württemberg infiziert. Allerdings starben weitere acht Personen, sodass die Anzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 auf insgesamt 1743 anstieg. 

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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