Corona in Baden-Württemberg: Gewerkschafts-Kritik: "Kita-Personal fühlt sich alleine gelassen"

Stuttgart - Die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg sowie in ganz Deutschland ist angespannt, die Infektionszahlen steigen exponentiell.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Deshalb wurde die Notbremse gezogen und die Corona-Maßnahmen verschärft.

Am 13. April hat die Bundesregierung daher strengere Regelungen beschlossen, die Einzelheiten werden noch geklärt.

Die Corona-Verordnung des Landes zwingt Kreise mit hohen Infektionszahlen, zwischen 21 Uhr und 5 Uhr eine Ausgangsbeschränkung zu verhängen.

Coronavirus in Frankfurt: Lage in Krankenhäusern leicht verbessert
Coronavirus Coronavirus in Frankfurt: Lage in Krankenhäusern leicht verbessert

Sobald ein Stadt- oder Landkreis an 3 Tagen in Folge den Wert von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschreitet und zugleich ein diffuses Infektionsgeschehen vorliegt, muss der Kreis handeln.

An Schulen soll der Präsenzunterricht nur mit zwei Coronatests pro Woche gestattet werden. Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die 7-Tage-Inzidenz 200, soll Präsenzunterricht untersagt werden.

Mittlerweile gibt es 392.677 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 348.504 Menschen davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 8981 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 13. April)

Die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Krise findet Ihr in unserem Live-Ticker!

Update, 8. April, 6.51 Uhr: Kritik der Gewerkschaft: "Kita-Personal fühlt sich alleine gelassen"

Nach den Elternvertretern fordern auch die baden-württembergischen Erzieherinnen und Kita-Betreuer Klarheit über das weitere Vorgehen bei der Öffnung von Kindertageseinrichtungen. "Die Kolleginnen und Kollegen fühlen sich in den Einrichtungen alleine gelassen", kritisierte der Landesbezirksleiter der Gewerkschaft Verdi, Martin Gross.

Für die Schulen habe es bereits ein Spitzengespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gegeben. Dagegen fehlten für den viel riskanteren Kita-Betrieb teilweise immer noch verbindliche und sichere Konzepte, sagte er der dpa.

Die Landesregierung will am Donnerstag weitere Entscheidungen zur Strategie in den Kitas bekanntgeben. Dabei könnte es auch um eine Testpflicht oder ein Testangebot für Kinder gehen, wie es der Kreis Böblingen in Eigeninitiative derzeit organisiert und wie es Gewerkschaften fordern. Dort werden Jungen und Mädchen ähnlich wie in den Schulen zwei Mal in der Woche getestet, bevor sie die Kitas betreten. Nach Ablauf des Projekts sollen die Erfahrungen ausgewertet und entschieden werden, wie sich ein Modell auf Kreisebene weiter finanzieren lassen könnte.

Verdi-Landesbezirksleiter Gross forderte landesweite Rahmenbedingungen, damit Kommunen und Träger die pädagogische Arbeit organisieren könnten. Es sei wichtig, dass die Beschäftigten nicht jeden Morgen am Kita-Tor neue Regeln durchsetzen müssten. "Pädagogische Fachkräfte sind für die Kinder verantwortlich und keine Türsteher der sich ständig ändernden Corona-Politik des Landes", sagt Gross. Die Gewerkschaft will ihre konkreten Forderungen an die Landesregierung am Donnerstag (10 Uhr) veröffentlichen.

Zuvor hatten bereits die Eltern moniert, der Wechsel zum Fernunterricht nach den Osterferien sorge bei den Eltern mit Kindern in Kitas und Kindertagespflege für akute Verunsicherung. Sie beobachteten mit Unruhe, dass sich die Landesregierung bisher noch nicht zum Verfahren in den Kitas geäußert habe, teilte ein Sprecher der Landeselternvertretung baden-württembergischer Kindertageseinrichtungen (LEBK-BW) mit.

Die Elternvertreter sprechen sich grundsätzlich für offene Kitas aus und verweisen dabei auch auf aktuelle Daten des Landesgesundheitsamt, wonach vor allem Arbeitsstätten und der private Bereich für den Großteil der Corona-Neuinfektionen verantwortlich seien.

Das Kita-Personal fühle sich alleine gelassen.
Das Kita-Personal fühle sich alleine gelassen.  © DPA / Uwe Aspach

Update, 7. April, 17.16 Uhr: 3109 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg teilte mit, dass am Mittwoch weitere 3109 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet wurden. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 377.111. Davon sind inzwischen 337.872 genesen. Im Zusammenhang mit Covid-19 starben bisher 8831 Menschen, das waren 36 Todesfälle mehr als zum Vortag. Die 7-Tagesinzidenz lag bei 101,1.

Update, 7. April, 14.26 Uhr: Kliniken verschieben Operationen wegen Zunahme von Corona-Patienten

Wegen der wachsenden Anzahl von Corona-Intensivpatienten müssen erste Kliniken im Südwesten wieder geplante Operationen verschieben. Das berichtete der Koordinator der intensivmedizinischen Versorgung von Corona-Patienten in Baden-Württemberg, Götz Geldner. Die Zahl der Corona-Patienten sei im Vergleich zur Vorwoche um 20 Prozent gestiegen, sagte der Ärztliche Direktor der Ludwigsburger RKH-Kliniken am Mittwoch.

Landesweit sei bereits ein Drittel der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. "Wenn die Zahl der Intensivpatienten weiter steigt, haben wir in ein bis zwei Wochen ein Problem", sagte Geldner. Sobald die Belegung in Richtung der 40 Prozent gehe, müssten in größerem Maße Operationen verschoben werden.

Seit Mitte März steigt die Zahl der Corona-Patienten in Intensivbehandlung im Südwesten stark an. Lag sie am 10. März noch bei 236, wurden am Dienstag bereits 648 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt, wie aus den Daten des Divi-Intensivregisters hervorgeht. Seit wenigen Tagen übersteigt zudem die Zahl der Kliniken, die ihren Betrieb als eingeschränkt bezeichnen, die der Kliniken mit regulärem Betrieb.

Seine Prognose gingen aktuell noch von einer sinkenden Zahl der Intensivpatienten aus, sagte Geldner. Doch das liege allein an den geringen gemeldeten Fallzahlen über Ostern. Weil auch nach einem Jahr Pandemie noch Meldelücken bestünden, seien die Zahlen nicht aussagekräftig. Mit Blick auf mögliche Maßnahmen zeigte sich der Intensivmediziner resigniert. "Was soll anders sein, als in der Welle davor? Jeder weiß, was jetzt passiert."

Politiker und Bürger trügen nun gleichermaßen Verantwortung. Es fehle weiter ein Konzept, um der Pandemie Herr zu werden. Das jetzige Vorgehen nannte Geldner ziel- und planlos. "Wir versuchen, das beste daraus zu machen."

Wegen der wachsenden Anzahl von Corona-Intensivpatienten müssen erste Kliniken im Südwesten wieder geplante Operationen verschieben. (Symbolbild)
Wegen der wachsenden Anzahl von Corona-Intensivpatienten müssen erste Kliniken im Südwesten wieder geplante Operationen verschieben. (Symbolbild)  © Christian Charisius/dpa

Update, 7. April, 12.08 Uhr: Kinderärzte fordern: Schulen so lange wie möglich offen halten

In der Diskussion über strengere Corona-Regeln plädieren Kinder- und Jugendärzte dafür, Schulen und Kindergärten so lange wie möglich offen zu halten. "Schulschließungen sollten wirklich die letzte Option sein", sagte die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Ingeborg Krägeloh-Mann aus Tübingen, der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor sollten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Kontakte in der gesamten Bevölkerung zu verringern.

Die Medizinprofessorin forderte, kleinere Kinder im Gegensatz zu Erwachsenen oder Jugendlichen anders zu bewerten. Sie seien wahrscheinlich noch weniger am Infektionsgeschehen beteiligt "und mehr auf Präsenzunterricht angewiesen". Die aktuell stärker steigenden Zahlen bei den erfassten Corona-Fällen in dieser Altersgruppe gehen nach Meinung von Krägeloh-Mann auf eine Erhöhung der Testzahl zurück. Dadurch würden im Vergleich zu früher mehr Fälle aus der Dunkelziffer erfasst.

Nach Erkenntnissen von DGKJ und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie weiteren Experten tragen Kinder und Jugendliche aktuell nicht mehr zum Infektionsgeschehen bei als andere Altersgruppen. "Bildungszugang und Teilhabe sind ein sehr hohes Gut und sollten in der Abwägung der Maßnahmen gegen die Pandemieausbreitung hohe Berücksichtigung finden", schreiben die Verbände.

Generell müsse bei Schulschließungen der Nutzen mit den möglichen Schäden abgewogen werden, sagte Krägeloh-Mann. Studien hätten gezeigt, dass der Anteil an Kindern etwa mit depressiven Verstimmungen oder psychosomatischen Störungen im Lockdown zugenommen habe.

Update, 7. April, 8.35 Uhr: Lehrer: Kommunen sollten selbst über Schulöffnungen entscheiden

Nach den Osterferien sollten Kommunen, Gesundheitsämter und Schulträger nach Überzeugung des Deutschen Lehrerverbands am besten selbst entscheiden, ob sie den Fernunterricht beenden oder nicht.

Für einen Präsenzunterricht müssten aber strenge Vorgaben gelten, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung. "Wir müssen flexibel vorgehen und können nur dort, wo zusätzliche Maßnahmen des Gesundheitsschutzes möglich sind - etwa Lehrerimpfungen oder verpflichtende Schnelltests - die Schulen auch bei etwas höheren Inzidenzen offen halten. Das sollte vor Ort entschieden werden." Bei sehr hohen Inzidenzen sei dies sicher nicht möglich.

Nach den Osterferien beginnt der Unterricht in Baden-Württemberg am kommenden Montag. Viele Schulen in den Bundesländern öffnen in der Woche nach Ostern, andere eine Woche später, wenn die Corona-Zahlen es zulassen. Im Südwesten wird es für die meisten Klassenstufen zunächst keinen Präsenz- sondern nur Fernunterricht geben. Ab dem 19. April soll ein Wechselbetrieb mit Präsenz- und Fernunterricht starten, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt.

Nach Einschätzung Meidingers droht zwar bei strengen Vorgaben ein Flickenteppich von offenen und geschlossenen Schulen von Landkreis zu Landkreis. "Aber der beruht auf Vorgaben, die sich streng nach wissenschaftlichen Kriterien und vereinbarten Standards orientieren: Inzidenzzahlen, Impfquoten und der Anzahl obligatorischer Schnelltests", sagte der Verbandschef. "Das führt auch zu Ungerechtigkeiten, aber die Bildungsgerechtigkeit wird wegen Corona ohnehin auf eine harte Probe gestellt."

In Berlin wollen die Kultusminister der Länder am Donnerstag über das weitere Vorgehen an den Schulen beraten. Für Baden-Württemberg wird die noch amtierende Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU) an der Runde teilnehmen.

Eine Schülerin arbeitet am Laptop im Fernunterricht.
Eine Schülerin arbeitet am Laptop im Fernunterricht.  © Felix Kästle/dpa

Update, 6. April, 17.21 Uhr: 828 neue Fälle, 34 Tote

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilt, haben sich in Baden-Württemberg weitere 828 Menschen und damit insgesamt 374.002 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Weitere 1561 Menschen und damit insgesamt 336.009 sind von ihrer Infektion wieder genesen.

34 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Die 7-Tage-Inzidenz steigt auf 100,7 in Baden-Württemberg.

Da über die Ostertage meist weniger Tests gemacht und nicht von allen Gesundheitsämtern die Daten weitergeleitet wurden, ist bei den Zahlen nach Angaben des Robert Koch-Instituts allerdings Vorsicht angebracht. Sie geben möglicherweise nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen wieder.

43 der 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen bei der Inzidenz über dem Wert von 50. Die Stadt Freiburg (42,8) liegt als einziger Kreis darunter. Die höchste Inzidenz weist weiterhin der Kreis Schwäbisch Hall mit nun 248,5 auf.

Von 2439 betreibbaren Intensivbetten sind den Angaben zufolge derzeit rund 88 Prozent belegt. Diese werden nicht nur für Corona-Patienten genutzt, der Anteil freier Betten dient jedoch als wichtiger Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems und die freien Reserven.

Rund 1,4 Millionen Menschen haben im Südwesten laut Gesundheitsamt inzwischen eine erste Impfung gegen das Virus erhalten, rund 584 000 wurden bereits ein zweites Mal geimpft.

Weitere 828 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert.
Weitere 828 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 6. April, 9.29 Uhr: Stau bei Coronahilfen nahezu abgearbeitet

Nach teilweise monatelangen Verzögerungen haben Unternehmen in Baden-Württemberg, die wegen coronabedingter Einbrüche staatliche Hilfe beansprucht haben, die beantragten Mittel fast vollständig erhalten. Demnach bekamen die Firmen aus der November-, Dezember-, Neustart- und Überbrückungshilfe insgesamt 2,3 Milliarden Euro, wie die Stuttgarter Nachrichten unter Berufung auf das Wirtschaftsministerium berichteten.

Etwa 60 Prozent des Betrags entfallen dem Bericht zufolge auf die November- und Dezemberhilfe. Für diese beiden Hilfen flossen demnach 1,4 Milliarden Euro an 85.200 Unternehmen. Nur wenige Anträge wurden abgelehnt. Insgesamt liege die Bewilligungsquote bei weit über 90 Prozent, wurde Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (48, CDU) von der Zeitung zitiert.

Auch bei der Einführung der Überbrückungshilfe III hat das Land die Verzögerungen zu einem großen Teil wieder aufgeholt, wie das Blatt weiter berichtete. Obwohl die Software des Bundes erst seit zwei Wochen zur Verfügung steht, wurden demnach inzwischen 26.100 von 28.200 Unternehmen Hilfen gewährt. Dennoch sei bisher nur gut ein Drittel der beantragten 833 Millionen Euro ausbezahlt. Vor allem große Unternehmen mit sehr hohen Hilfsanträgen warteten noch auf ihr Geld.

Ein Stift liegt auf einem Antrag auf Gewährung der «Novemberhilfe» als außerordentliche Wirtschaftshilfe der Bundesregierung in der Corona-Krise. (gestellte Szene)
Ein Stift liegt auf einem Antrag auf Gewährung der «Novemberhilfe» als außerordentliche Wirtschaftshilfe der Bundesregierung in der Corona-Krise. (gestellte Szene)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 6. April, 6.22 Uhr: Initiative fordert besseren Schutz von Erntehelfern vor Corona

Die Initiative Faire Landarbeit hat an die Landwirte appelliert, Saisonarbeiter angemessen vor dem Coronavirus zu schützen. Die Fehler des vergangenen Jahres dürften nicht wiederholt werden, sagte Benjamin Luig, Koordinator der Initiative Faire Landarbeit, der Deutschen Presse-Agentur.

Er prangerte an, dass es den Landwirten weiterhin erlaubt sei, bis zu acht Saisonkräfte in einem Zimmer unterzubringen. "Das ist ein problematischer Doppelstandard zwischen dem Schutz der hiesigen Bevölkerung und dem Schutz der Saisonarbeiter", sagte Luig. Unter diesen Bedingungen könne es zu erneuten Corona-Ausbrüchen in landwirtschaftlichen Betrieben kommen.

Im vergangenen Jahr gab es Fälle in mehreren Betrieben in Baden-Württemberg. So zählten die Behörden etwa bei einem Spargelanbauer in Bad Krozingen 16 Infizierte. Ein Erntehelfer aus Rumänien, der auf dem Hof beschäftigt war, starb in der Woche vor Ostern 2020 nach einer Corona-Infektion.

Der Geschäftsführer des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer, Simon Schumacher, erklärte, Erntehelfer seien in Unterkünften besser geschützt als Personen, die über Schulen, Kindergärten und Arbeit wesentlich mehr Kontakt zu potenziell infizierten Personen hätten. "Daher wird die Zusammenarbeit zwischen einheimischen Personal mit den osteuropäischen ErntehelferInnen so gering wie möglich gehalten." Die Saisonarbeitskräfte würden üblicherweise vor der Einreise getestet, vor Arbeitsaufnahme und nach fünf Tagen. Sobald neue Mitarbeiter dazukämen, empfehle man erneute Testungen. Außerdem würden in den Betrieben zahlreiche Hygienemaßnahmen umgesetzt.

Jährlich helfen in den deutschen Landwirtschaftsbetrieben im Durchschnitt rund 300.000 Saisonkräfte. Im Südwesten sind es nach Angaben des Landesbauernverbands 50.000.

Die Initiative Faire Landarbeit ist ein Bündnis der Gewerkschaft IG Bau und von Beratungsorganisationen. Mitarbeiter der Organisationen besuchen Saisonarbeiter während der Arbeit auf dem Feld und bieten ihnen Beratung zu ihren Rechten an. Viele der Menschen, die vorrangig aus Osteuropa nach Deutschland kommen, wüssten zum Beispiel nicht, wie hoch der hiesige Mindestlohn sei, sagte Koordinator Luig. Auch seien viele Erntehelfer nicht krankenversichert oder könnten in Beratungsgesprächen zumindest nicht sagen, ob sie in Deutschland über die Betriebe versichert seien.

An Covid-19 zu erkranken sei dabei nicht das einzige gesundheitliche Risiko für Saisonarbeiter. Ihnen setze auch die Hitze und die Sonneneinstrahlung auf dem Feld zu. Oftmals würde ihnen von den Betrieben nicht ausreichend Trinkwasser zu Verfügung gestellt und es fehle an Pausen und Schatten, bemängelte Luig.

Erntehelfer aus Polen legen auf einem Spargelfeld frisch gestochenen Spargel in eine Kiste.
Erntehelfer aus Polen legen auf einem Spargelfeld frisch gestochenen Spargel in eine Kiste.  © Timm Schamberger/dpa

Update, 5. April, 18.15 Uhr: 730 neue Infektionen mit dem Coronavirus

Wie das Landesgesundheitsamt am Ostermontag mitteilte, wurden weitere 730 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 373.174, wovon 334.448 Menschen genesen sind. Weitere 14 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19, sodass die Anzahl der Todesfälle auf 8761 stieg. Die Inzidenz sank von 121,0 auf 116,8.

Update, 4. April, 19.30 Uhr: 1022 neue Corona-Infektionen gemeldet, Inzidenz bei 121

Das Landesgesundheitsamt hat am Ostersonntag 1022 neue Corona-Infektionen gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der Ansteckungen im Südwesten auf 372.444 seit Beginn der Pandemie (Stand: 16 Uhr). Die Zahl der Toten stieg um 4 auf 8747. Die Zahl der Genesenen wird auf 333.239 geschätzt - das sind 1631 mehr als am Vortag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche - lag am Sonntag bei 121,0. Am Vortag betrug der Wert laut Landesgesundheitsamt 121,7. Bei der Interpretation dieses Rückgangs ist aber Vorsicht angebracht: Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass an den Osterfeiertagen meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden.

Alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen bei der Inzidenz - meist deutlich - über dem Wert von 50. Die höchsten Werte verzeichnen der Landkreis Schwäbisch Hall (316,1), der Hohenlohekreis (220,1), der Stadtkreis Heilbronn (200,6) und der Landkreis Rastatt (190,1), den niedrigsten mit 60,6 weiterhin der Stadtkreis Freiburg im Breisgau.

Seit Ende Dezember wurden der Stuttgarter Behörde 37 591 Fälle mit Hinweisen auf "besorgniserregende Virusvarianten" übermittelt. Dies betrifft mit 33.833 Fällen vor allem den zuerst in Großbritannien entdeckten Typ B.1.1.7. Zuletzt wurden in Baden-Württemberg 424 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt - 223 von ihnen werden invasiv beatmet.

Von 2425 betreibbaren Intensivbetten sind den Angaben zufolge derzeit mit 2078 rund 86 Prozent belegt. Diese werden nicht nur für Corona-Patienten genutzt, der Anteil freier Betten dient jedoch als wichtiger Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems und die freien Reserven.

1.356.304 Menschen in Baden-Württemberg sind laut Gesundheitsamt inzwischen ein erstes Mal gegen das Virus geimpft worden, 568.132 haben eine zweite Schutzimpfung erhalten.

Update, 4. April, 11.56 Uhr: Minister: Stuttgarter Querdenken-Demo befördert dritte Corona-Welle

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) will alles dafür zu tun, dass sich Demonstrationen wie am Samstag in Stuttgart mit Tausenden ohne Maske und Abstand nicht wiederholen. "Das, was gestern passiert ist, ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich an die Pandemieregeln halten. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Gefährdung und dazu geeignet, die dritte Corona-Welle zu befördern", sagte Lucha am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Den Demonstranten sei es nicht um Freiheitsrechte gegangen, sondern darum die demokratische Grundordnung zu stören. In der kommenden Woche werde es Gespräche mit der Stadt geben. "Wir werden die Situation analysieren", kündigte Lucha an.

Seiner Ansicht nach gibt die derzeit gültige Corona-Verordnung des Landes ein Verbot solcher Massenversammlungen her. Deshalb halte er eine Anpassung der Corona-Verordnung für nicht nötig. Dies hatte Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Clemens Maier ins Spiel gebracht. Man werde sich mit der Landesregierung beraten, inwieweit die Corona-Verordnung nach den Erfahrungen in Sachen Versammlungen angepasst werde, sagte Maier am Samstag.

Demonstranten am Samstag in der Stuttgarter Innenstadt.
Demonstranten am Samstag in der Stuttgarter Innenstadt.  © Andreas Rosar/ Fotoagentur Stuttgart

Update, 4. April, 11.13 Uhr: Bischöfe erinnern an Schrecken der Pandemie und von Kriegen

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat in seiner Osterpredigt am Sonntag den Blick auf Kriege, Krisen und Unruhen gerichtet. Diese ließen zahlreiche Menschen weltweit in Unsicherheit und Not leben, sagte Burger im Freiburger Münster laut einem vorab verbreiteten Text. Während die Corona-Pandemie hierzulande das Leben bedrücke, verstärke sie in diesen bereits gezeichneten Regionen das vorhandene Elend noch mehr.

Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July erinnerte laut einem vorab verbreiteten Text an "viele Abschiede in diesem zurückliegenden Jahr der Corona-Pandemie, auch von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten."

Die Pandemie, der Krieg, der Hass, der Rassismus und die Ausgrenzung, die Gehässigkeit und die Bedrohung, die Lüge und der Terror würden nicht das letzte Wort behalten, sagte July in seinem Festgottesdienst in der Peterskirche in Auenwald (Rems-Murr-Kreis).

Freiburg: Stephan Burger, Freiburger Erzbischof.
Freiburg: Stephan Burger, Freiburger Erzbischof.  © Patrick Seeger/dpa

Update, 4. April, 11.13 Uhr: Heiko Maas rügt Corona-Demo

Bundesaußenminister Heiko Maas (54, SPD) hat die Kundgebung der "Querdenken"-Bewegung mit gut 10.000 Teilnehmern in Stuttgart scharf kritisiert. Mehr Infos dazu hier.

Update, 3. April, 17.23 Uhr: Über 1100 neue Infektionen

Am Samstag wurden dem Landesgesundheitsamt 1116 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 371.422. Derweil sind 331.608 Menschen genesen.

Auch wurden 6 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8743 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 121,7.

Am Samstag wurden 1116 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Samstag wurden 1116 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 3. April, 12.56 Uhr: GEW: Neue Landesregierung muss Corona-Generation verhindern

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet von Grünen und CDU bis 2026 eine Bildungspolitik, die die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche bekämpft. Die Schuldenbremse müsse für notwendige Investitionen in Kitas, Schulen und Hochschulen weiter aufgehoben werden, sagte Monika Stein, GEW-Landesvorsitzende am Samstag in Freiburg.

"Die letzten fünf Jahre waren verlorene Jahre für die Weiterentwicklung der Bildungspolitik in Baden-Württemberg. Die Grünen haben zugelassen, dass fünf Jahre eine konservative Bildungspolitik gemacht wurde." Die neue Landesregierung dürfe nicht zulassen, dass eine Corona-Generation entstehe, sagte Stein. Die Bildungsgewerkschaft werte das schlechte Abschneiden der CDU auch als eine Abstimmung über die Bildungspolitik.

Grüne und CDU in Baden-Württemberg kamen am Samstag zu ihrem abschließenden Sondierungsgespräch zusammen, um die Weichen für eine neue grün-schwarze Koalition zu stellen.

Update, 3. April, 12.54 Uhr: Corona-Kontrollen in Rhein-Neckar-Region: 343 Verstöße

Die Polizei Mannheim hat am Karfreitag Schwerpunktkontrollen in der Rhein-Neckar-Region durchgeführt. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, waren rund 70 Beamte in Mannheim, Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis im Einsatz. Insgesamt wurden 691 Fahrzeuge und 1540 Personen kontrolliert. Dabei stellten die Beamten 343 Verstöße fest, bei denen es sich überwiegend um Verstöße gegen die Maskenpflicht und gegen die Kontaktbeschränkungen handelte.

Auf der Neckarwiese in Heidelberg befanden sich am Nachmittag rund 1000 Menschen, die meisten hielten sich an die Regeln. Einige Gruppen bestanden aus mehr als zwei Haushalten und überschritten die Höchstzahl. Die Beamten wiesen diese Gruppen auf die Regeln hin. In Mannheim blieb das Besucheraufkommen überschaubar, die Regeln wurden überwiegend eingehalten. Gegen 20 Uhr wurden einige Autoposer festgestellt und verwiesen.

In Waibstadt kontrollierten die Beamten eine Gruppe von 20 Menschen, die sich zu einer Feier an Biertischen niedergelassen hatte. Die Ansammlung wurde aufgelöst und die Teilnehmer erwarten nun Bußgelder. Polizeipräsident Andreas Stenger betonte: "Das Virus braucht zur Verbreitung den persönlichen Kontakt. Es kennt keine Feiertage."

Die Polizei kontrollierte am Karfreitag. (Symbolbild)
Die Polizei kontrollierte am Karfreitag. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 2. April, 17.28 Uhr: Fast 2600 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Freitag 2599 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 370.306. Derweil sind 329.919 Menschen genesen.

Auch wurden 9 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8737 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 131,1.

Am Freitag wurden dem Landesgesundheitsamt 2599 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Freitag wurden dem Landesgesundheitsamt 2599 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 2. April, 15.35 Uhr: Flüchtlingsunterkunft in Mühlacker unter Quarantäne

Eine Unterbringung für Flüchtlinge in Mühlacker (Enzkreis) ist am Freitag unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte das Landratsamt mit.

In der Anlage seien in den vergangenen Tagen Corona-Infektionen aufgetreten, deren Zahl sich im einstelligen Bereich bewege. Die Betroffenen seien in einer Wohnung außerhalb der Unterkunft untergebracht worden.

Die anderen Bewohner stünden als Kontaktpersonen ebenfalls unter Quarantäne. Für weitere Auskünfte war die Behörde nicht erreichbar.

Die Betroffenen sind in einer Wohnung außerhalb der Unterkunft untergebracht worden. (Symbolbild)
Die Betroffenen sind in einer Wohnung außerhalb der Unterkunft untergebracht worden. (Symbolbild)  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 2. April, 8.47 Uhr: In Mannheim öffnen nach Ostern die Kitas

Von diesem Dienstag an können 11.300 Mannheimer Kinder nach rund dreiwöchiger Schließung wieder in ihre Kitas gehen. Seit Mitte März hatten die 200 Einrichtungen coronabedingt nur noch für die Notbetreuung geöffnet. Mannheim ist eine der wenigen Kommunen im Südwesten, die diesen Schritt gegangen ist. Dort waren Infektionen in Kitas - auch durch Virus-Varianten - gehäuft aufgetreten. Im Hotspot-Landkreis Schwäbisch Hall sind die Kitas noch bis zum 11. April dicht.

Zum Wiederanlauf der Betreuung der Kleinen nach Ostern sagte eine Sprecherin der Stadt Mannheim: "Wir haben einen pandemiegerechteren Betrieb vorbereitet." Vor allem sollen die Tests ausgebaut werden. Den Eltern stehen zwei unterschiedliche davon zur Auswahl: ein Spucktest und ein Nasaltest, die sie zu Hause mit ihrem Kind vornehmen können. Die Antigen-Schnelltests können kostenfrei zwei Mal pro Woche genutzt werden. Dafür hat die Stadt je Testform 50.000 Stück geordert. Für alle Beschäftigten stehen weiterhin zwei Schnelltests pro Woche bereit. An den Kitas gilt zudem weiter eine Maskenpflicht für alle Erwachsenen, auch in der pädagogischen Arbeit. Zudem sei ein Teil der Erzieherinnen in Mannheim inzwischen geimpft.

Die Belegung der Kitas in der Notbetreuung belief sich auf 45 Prozent. Es hat sich gezeigt, dass zwischenzeitlich keine neuen großen Cluster an Kitas aufgetreten sind, wie die Stadt weiter mitteilte. Allerdings gebe es mehrere Einrichtungen mit einzelnen positiven Corona-Fällen.

In Mannheim öffnen nach Ostern die Kitas. (Symbolbild)
In Mannheim öffnen nach Ostern die Kitas. (Symbolbild)  © Uwe Anspach/dpa

Update, 1. April, 21.10 Uhr: Ausgangsbeschränkung in der Nacht in Heilbronn

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen hat die Stadt Heilbronn Ausgangsbeschränkungen für die Nächte verhängt. Sie gelte von Dienstag an zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens, teilte die Stadt in einer Allgemeinverfügung am Donnerstagabend mit.

Die Maßnahme bleibe vorerst bis zum 5. Mai in Kraft, könne aber bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 auch früher ausgehoben werden. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage liegt nach Angaben der Stadt aktuell über 150.

Ausnahmen gelten beispielsweise bei Notfällen, für berufliche Tätigkeiten oder für das Gassigehen mit dem Hund.

Update, 1. April, 18.18 Uhr: Corona-Fallzahlen steigen weiter - 7-Tage-Inzidenz bei 130,9

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen hat leicht zugelegt. Am Donnerstag (Stand 16 Uhr) erreichte sie den Wert von 130,9 Ansteckungen (Vortag: 129,8) je 100.000 Einwohner und binnen einer Woche, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Alle Stadt- und Landkreise liegen über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen.

Nach einem Rückgang der Fallzahlen seit Weihnachten bis Mitte Februar ist laut Mitteilung ein kontinuierlicher Anstieg der Neuinfektionen und der 7-Tage-Inzidenz zu beobachten.

Seit Beginn der Pandemie wurden 367.707 laborbestätigte Covid-19-Fälle aus allen 44 Stadt- und Landkreisen gemeldet, das sind 2720 mehr als am Vortag. Außerdem stieg die Zahl der Todesfälle um 24 auf 8728.

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt bislang insgesamt 33.705 Fälle mit Hinweisen auf das Vorliegen von besorgniserregenden Varianten aus allen 44 Stadt-und Landkreisen Baden-Württembergs übermittelt.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 367.707 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8728 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 367.707 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8728 starben.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 1. April, 16.21 Uhr: Wirtschaft gegen Testpflicht von Beschäftigten

Die Südwest-Wirtschaft lehnt einen gesetzlichen Zwang zum Testen ihrer Beschäftigten auf das Coronavirus ab. "Unsere Unternehmen testen schon aus Eigeninteresse ihre Belegschaften", erklärten die beiden Hauptgeschäftsführer der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW), Peer-Michael Dick und Wolfgang Wolf, am Donnerstag in Stuttgart. Dass dies bisher gut gelungen sei, bewiesen die niedrigen Infektionszahlen in den Betrieben.

Dick sagte: "Ein vom Gesetzgeber verordneter Zwang für die Unternehmen, ihren Mitarbeitern das Testen anzubieten, würde nicht für mehr Schutz sorgen, sondern einzig mehr Bürokratie und höhere Kosten erzeugen." So wären die Unternehmen gezwungen, für alle Beschäftigten Tests vorzuhalten, obwohl völlig unklar sei, wie viele Arbeitnehmer sich regelmäßig solchen freiwilligen Tests unterziehen würden, ergänzte Wolf.

Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Südwestmetall, nimmt an einer Pressekonferenz teil.
Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Südwestmetall, nimmt an einer Pressekonferenz teil.  © Marijan Murat/dpa

Update, 1. April, 10.50 Uhr: Maskenverweigerer verletzt zwei Polizisten

Weil er keine Maske tragen wollte, hat ein Mann am Mittwoch zwei Polizisten leicht verletzt. Der 50-Jährige habe sich ohne Schutzmaske in einer Postfiliale in Aalen aufgehalten, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Trotz Verweis des Filialleiters habe er sich geweigert, die Filiale zu verlassen.

Den zu Hilfe gerufenen Polizisten verhielt sich der Mann den Angaben zufolge ebenfalls unkooperativ. Er habe nach den Beamten getreten und musste demnach überwältigt werden. Beide Polizisten zogen sich leichte Verletzungen zu, hieß es. Der Mann wurde angezeigt.

Update, 1. April, 6.01 Uhr: Tourismusminister bittet um Verzicht auf Gruppenausflüge an Ostern

Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf (CDU) hat an die Bevölkerung appelliert, an Ostern auf Unternehmungen in der Gruppe zu verzichten und beliebte Ausflugsziele zu meiden. "Auch wenn wir alle pandemiemüde sind und uns die aktuellen Einschränkungen wirklich aufs Gemüt schlagen, so muss für die Ostertage leider gelten: Gruppenaktivitäten sind nicht möglich", erklärte Wolf. Das Ansteckungsrisiko hierbei sei zu groß.

"Ich verstehe sehr gut, dass es die Menschen bei entsprechendem Wetter nach draußen zieht, das geht mir ja selbst auch so", räumte er ein. Aber wenn sich an bekannten und beliebten Ausflugsorten Menschentrauben bildeten, hätte das fatale Folgen. Das gelte auch für Gruppenausfahrten mit Motorrädern.

Laut Corona-Verordnung des Landes dürfen sich drinnen wie draußen derzeit Angehörige aus höchstens zwei Haushalten treffen - jedoch maximal fünf Menschen, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt werden.

Der Tourismusminister bittet die Bevölkerung keine Ausflüge zu unternehmen.
Der Tourismusminister bittet die Bevölkerung keine Ausflüge zu unternehmen.  © DPA / Sebastian Gollnow

Update, 31. März, 17.37 Uhr: Mehr als 3300 Neu-Infektionen in Baden-Württemberg

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilte, wurden am Mittwoch weitere 3326 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 364.987. Davon sind circa 326.536 genesen. Gestorben sind bisher 8704, das waren 20 mehr Todesfälle als zum Vortag. Die 7-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Dienstag (125,7) auf 129,8 gestiegen.

Update, 31. März, 16.49 Uhr: Tourismusminister Wolf macht wenig Hoffnung auf rasche Öffnung der Gastronomie

Tourismusminister Guido Wolf (59, CDU) hat unmittelbar vor Ostern die Hoffnungen auf weitreichende Öffnungen in Gaststätten, Hotels und Touristikbetrieben gedämpft. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir zum Auftakt der wichtigen Frühjahrssaison an einem anderen Punkt stehen, als wir es jetzt tun - dass wir über konkrete Öffnungsperspektiven gesprochen hätten", sagte der CDU-Politiker der Schwäbischen Zeitung (Donnerstag). Die Verantwortlichen in der Tourismusbranche hätten es mehr als verdient.

Doch die rasant gestiegenen Infektionszahlen seien Grund zur Sorge. "So schwer es mir fällt, es wäre unseriös, jetzt unter diesen Bedingungen breite Öffnungen im Tourismusbereich in Aussicht zu stellen." Wolf betonte aber, es brauche Strategien für die kommenden Wochen: "Es ist wichtig, dass massenhafte Tests, Modellversuche und smarte Kontaktnachverfolgungen jetzt konzentriert angegangen und vorbereitet werden, damit wir die Zeit bis Pfingsten in den Blick nehmen können." Angesichts hoher Inzidenzwerte hatte das Haus von Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) weiteren Modellversuchen analog zu jenem in der Stadt Tübingen zunächst eine Absage erteilt.

Der baden-württembergische Hotel- und Gaststätten Verband Dehoga begrüßte laut Schwäbischer Zeitung regionale Initiativen, die sich mit einer verantwortungsvollen Öffnung der Gastronomie und touristischen Betriebe beschäftigen. Wichtig sei, dass die Öffnung längerfristig ist, sagte Verbandspressesprecher Daniel Ohl. "Wir wollen nicht gleich drei Wochen später wieder zumachen. Das würde den Schaden nur vergrößern. Die Lage ist sehr ernst", sagte Ohl. Seit März letzten Jahres habe die Branche von 15,5 Milliarden Euro Umsatz gut 7 Milliarden verloren.

Update, 31. März, 16.35 Uhr: Manne Lucha warnt Landkreise: Ausgangsbeschränkung wird notfalls angewiesen

Mit Blick auf die rasant steigende Zahl an registrierten Corona-Neuinfektionen hat Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) die Landräte aufgerufen, nächtliche Ausgangsbeschränkungen konsequenter zu verhängen. Er werde im Ernstfall auch vor einer Weisung nicht zurückschrecken, wenn dies nach seiner Einschätzung geboten sei, warnte der Grünen-Minister am Mittwoch in einem Rundschreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ausgangssperren müssten unverzüglich verhängt werden, wenn sich das Virus nach Überzeugung der Behörden trotz aller Einschränkungen und Auflagen stark verbreite.

Maßnahmen zum Schutz der Menschen könnten nur ausreichen, wenn sie konsequent angewandt und umfassend umgesetzt würden, schreibt Lucha. "Die rasant steigenden 7-Tage-Inzidenzwerte zeigen deutlich, dass wir mehr denn je weitere beschränkende Maßnahmen erlassen und konsequent umsetzen müssen." Aus seiner Sicht kommen Ausgangsbeschränkungen spätestens ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 150 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche "ernsthaft in Betracht". Dann sei davon auszugehen, dass alle bisher getroffenen Maßnahmen nicht ausreichten, heißt es in dem Schreiben.

Lucha hatte bereits am Montag gewarnt, die Landesregierung werde bei der Anwendung der Corona-Notbremse in Hotspot-Regionen im Zweifel hart durchgreifen. "Wenn wir den Eindruck haben sollten, dass die Notbremse vor Ort ausgesessen wird, werden wir als Land unter anderem mit klaren Weisungen einschreiten", hatte Lucha der dpa gesagt.

Zuletzt hatte es mehrere Stadt- und Landkreise gegeben, die die Notbremse nicht konsequent umsetzten. Das müssen sie aber tun, wenn der Grenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche schon mehr als 3 Tage lang überschritten haben. Auch bei einer Ausgangsbeschränkung zögern zahlreiche Städte und Landkreise. Die Entscheidungsgewalt über die Ausgangsbeschränkungen liegt bislang bei den kreiseigenen Gesundheitsämtern.

Gesundheitsminster Manne Lucha (60, Grüne) warnt Landkreise davor, Ausgangsbeschränkungen nicht durchzusetzen.
Gesundheitsminster Manne Lucha (60, Grüne) warnt Landkreise davor, Ausgangsbeschränkungen nicht durchzusetzen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 30. März, 19.43 Uhr: Landesregierung plant für April Impfgipfel mit Kommunen

Die Landesregierung plant in Kürze einen Impfgipfel mit den Kommunen, um den Verteilungsschlüssel der Impfstoffe neu abzustimmen. Das Sozialministerium teilte am Dienstag in Stuttgart mit, für April sei ein solches Treffen geplant. Ein genaues Datum war zunächst nicht bekannt. Ministerialdirektor Uwe Lahl sagte, das Land strebe bei der Verteilung des Impfstoffs "eine faire Lösung" an. Er gehe davon aus, dass die kommunale Seite mit einem abgestimmten Konzept in die Gespräche gehen werde.

Die "Heilbronner Stimme" und der "Südkurier" (Mittwoch) zitierten Sozialminister Manfred Lucha (60, Grüne), der angedeutet hatte, dass der Bevölkerungsschlüssel bei der Verteilung des Impfstoffs bald mehr Gewicht bekommen werde. "Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht, planen wir, bei der Impfstoff-Verteilung auch den Bevölkerungsschlüssel zu berücksichtigen", schrieb Lucha demnach Ende März in einer Antwort auf eine Anfrage der Konstanzer Grünen-Landtagsabgeordneten Nese Erikli.

Update, 30. März, 18.23 Uhr: Spahn: Plane keinen Familienbesuch zu Ostern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen dieses Jahr auf Osterfeierlichkeiten in der Familie verzichten zu wollen. "Der Familienbesuch fällt auch bei mir dieses Jahr aus, beziehungsweise findet digital statt", sagte der CDU-Politiker am Dienstag bei einer Online-Schalte mit Journalisten, in der es vorrangig um das Testmodell im Kreis Böblingen ging. Spahn rief die Menschen auf, über Ostern alle Kontakte "soweit es geht" herunterzufahren - "so schwer es auch fällt".

Spahn lobte ausgeklügelte Corona-Testmodelle etwa in Böblingen, Tübingen oder Rostock. Dort seien jeweils Infrastrukturen entstanden, die umfangreiche Corona-Tests möglich machten. Die Tests könnten helfen, Öffnungsschritte etwa mit Blick auf die Außengastronomie oder Theaterbesuche abzusichern. Durch Tests alleine sei die aktuelle Corona-Infektionswelle allerdings nicht zu besiegen - hier sei vor allem eine Minimierung der persönlichen Kontakte wichtig.

Böblingen hatte Anfang Februar ein flächendeckendes Schnelltestangebot im Landkreis eingeführt. Angeboten werden mindestens zwei gratis Schnelltests pro Woche pro Kopf in fünf Testzentren und zahlreichen angehängten Stellen sowie kurze Wartezeiten und ein schnelles digital übermitteltes Ergebnis. Inzwischen haben die Menschen auch in anderen Teilen Deutschlands die Möglichkeit, sich zumindest einmal pro Woche gratis auf das Coronavirus testen zu lassen.

Update, 30. März, 17.45 Uhr: Fast 2000 Neu-Infektionen, 27 Tote

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilt, steigt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus um 1976 auf insgesamt 361.661. Von ihrer Erkrankung sind insgesamt 324.764 Menschen wieder genesen.

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt die Zahl der Todesfälle um 27 auf 8684.

Die 7-Tage-Inzidenz steigt auf 125,7.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 125,7 in Baden-Württemberg.
Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 125,7 in Baden-Württemberg.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 30. März, 15.14 Uhr: Hunderttausende Impftermine seit Freitag vergeben

Seit der Wiedereröffnung der Impfterminvergabe am vergangenen Freitag sind bis Sonntag (24 Uhr) rund 245.000 Termine vergeben worden. Die Nachfrage sei weiterhin deutlich höher als das Angebot, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Dienstag.

"Wir können daher die Enttäuschung gut nachvollziehen, wenn dann noch keine Termine verfügbar sind. Personen über 80 Jahren können sich aber auch weiterhin auf eine Warteliste setzen lassen." Neu sei, dass nach einer Umstellung im Terminvergabesystem das Callcenter schon bald bei der Abarbeitung der Warteliste auch auf exklusive Termine zurückgreifen könne.

Das Gesundheitsministerium hatte die Anmeldesysteme geschlossen, nachdem der Bund die Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff für einige Tage ausgesetzt hatte. Um die Terminvergabe für Menschen über 80 auf der Warteliste mit Hochdruck voranzubringen, wurde die Schließung um einige Tage verlängert.

Die Terminvergabe klappte in der Vergangenheit jedoch nicht ohne Probleme. Zum Start der Impfkampagne in Baden-Württemberg war der Hotline ein Sprachdialogsystem vorgeschaltet, was vor allem bei älteren Menschen für Verwirrung sorgte. Daher wurden das Sprachdialogsystem und überwiegend auch Bandansagen durch persönliche, aktuelle Ansagen ersetzt. "Nach unseren Erfahrungen wird dies von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen, zumal Nachfragen im persönlichen Dialog geklärt werden können", sagte der Ministeriumssprecher.

Termine können entweder unter der zentralen Rufnummer 116 117 sowie online auf www.impfterminservice.de vereinbart werden.

Update, 30. März, 15.09 Uhr: Impfungen gehen auch über Ostern weiter

Auch über die Osterfeiertage wird in Baden-Württemberg weitgehend weiter geimpft. "Viele Impfzentren impfen auch an Sonn- und Feiertagen", erklärte ein Sprecher des Sozialministeriums am Dienstag in Stuttgart. Die Zahl der an Ostern möglichen Impfungen richte sich allerdings nach dem verfügbaren Impfstoff. Die Impfzentren liefen wegen Impfstoffmangels noch immer nicht unter Volllast.

Es sei denkbar, dass einzelne Zentren die verfügbaren Termine auf die anderen Wochentage verteilten und an einzelnen Tagen – am Wochenende oder zum Beispiel an Ostern – das Zentrum schlössen. "Genaue Zahlen vorherzusagen, ist schwierig, weil dies auch immer von der Organisation in den Impfzentren vor Ort abhängt", sagte der Behördensprecher.

Für April soll laut dem Sozialministerium soweit möglich auf Rückstellungen von Impfungen verzichtet werden. So sollen mehr Menschen eine erste Impfung erhalten. Dies habe das Bundesgesundheitsministerium empfohlen, sagte der Behördensprecher. "Das Ziel dieser Empfehlung unterstützen wir sehr und prüfen gerade, wie es angesichts der bisherigen Erfahrungen mit Lieferengpässen und kurzfristigen Lieferverschiebungen für die einzelnen Impfstoffe umgesetzt werden kann."

Auch über die Feiertage wird geimpft.
Auch über die Feiertage wird geimpft.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 29. März, 19.25 Uhr: Können die Schüler nach Ostern ins Klassenzimmer?

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) hat sich bei einem Spitzengespräch mit Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrern noch nicht festgelegt, ob alle Kinder und Jugendlichen nach den Osterferien abwechselnd wieder zurück in die Schule können.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, habe der Grünen-Politiker bei der Videokonferenz am Montag erklärt, man habe wegen der Ferien bis zum 11. April noch Zeit, man könne deshalb auf Sicht fahren.

Zuletzt hatte Kretschmann am vergangenen Mittwoch im Landtag angekündigt, dass nach den Osterferien alle Schülerinnen und Schüler wieder in die Schulen zurückkehren - allerdings nur abwechselnd und getestet. Wegen der schnellen Verbreitung der Corona-Mutante, die auch durch Kinder und Jugendliche weitergetragen wird, wurden diese Pläne aber wieder gebremst.

Dem Vernehmen nach waren sich alle Vertreter der Schüler, Eltern und Lehrkräften einig, dass es Wechselunterricht nur geben kann, wenn die Zahl der Neuinfektionen zwischen 50 und 100 auf 100.000 Einwohner in einer Woche liegt. Liegt die Inzidenz drüber, müssten die Schulen geschlossen und Fernunterricht angeboten werden. Dies entspreche den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Die Regierung habe dagegen den Standpunkt vertreten, dass in Hotspots erst mit einer Inzidenz von über 200 die Schulen geschlossen werden müssten. Der Verband der Realschullehrer forderte das Land nach dem Treffen auf, transparente Grenzwerte herauszugeben. "Diese Richtwerte stehen immer noch aus."

Geht's nach Ostern zurück ins Klassenzimmer? (Symbolbild)
Geht's nach Ostern zurück ins Klassenzimmer? (Symbolbild)  © Caroline Seidel/dpa

Update, 29. März, 19.07 Uhr: Neue Coronazahlen erst am Dienstag

Wie das Landesgesundheitsamt am Montagabend mitteilt, werden die neuen Zahlen zum Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg am morgigen Dienstag nachgereicht.

Grund ist demnach ein Fehler in einem Datenbankserver.

Update, 29. März, 14.36 Uhr: Mehr als 4000 Corona-Verstöße am sonnigen Wochenende

Milde Temperaturen und Sonnenschein haben am vergangenen Wochenende die Menschen in Baden-Württemberg wieder mehr ins Freie gelockt - die Polizei verzeichnete allerdings landesweit zwischen Freitag und Sonntag über 4000 Verstöße gegen die Corona-Verordnung.

Davon bezogen sich 1409 Verstöße auf die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, wie Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Montag berichtete. Knapp 1100 Verstöße gab es nach seinen Worten gegen die Bestimmungen zu Ansammlungen und privaten oder sonstigen Veranstaltungen. Eine Vielzahl der Verstöße seien auch im Zusammenhang mit Demonstrationen festgestellt worden.

Die Polizei wird dem Innenministerium zufolge ihre Kontrollen weiterhin "konsequent durchführen" - auch am kommenden Osterwochenende. Insbesondere in den baden-württembergischen Naherholungsgebieten rechnen Kommunen und Polizei bei gutem Wetter wieder mit einem erhöhten Besucheraufkommen. Im Bedarfsfall seien Streckensperrungen möglich.

Die Polizei beklagt in Baden-Württemberg mehr als 4000 Verstöße gegen die Corona-Regeln.
Die Polizei beklagt in Baden-Württemberg mehr als 4000 Verstöße gegen die Corona-Regeln.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 29. März, 8 Uhr: Epidemiologin erwartet mehr schwere Corona-Fälle bei Jüngeren

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, erwartet bei wachsenden Corona-Zahlen mehr schwere Krankheitsverläufe bei jüngeren Menschen. "Das Problem ist, dass bei einem weiteren Ansteigen der Fallzahlen auch der Anteil der Virusvariante B.1.1.7 weiter ansteigen wird", sagte Grill der Deutschen Presse-Agentur. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante sei sowohl deutlich ansteckender als auch gefährlicher, "da sie wohl mit schwereren Krankheitsverläufen einhergeht".

Bei Hochaltrigen gehe die Zahl neuer Todesfälle zurück, erläuterte die Präsidentin der Gesellschaft mit Sitz in Ulm, die auch Professorin für Epidemiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist. "Das deutet darauf hin, dass es zunehmend gelingt, die besonders vulnerablen Gruppen durch Impfung zu schützen." Aber auch bei den 60- bis 69-Jährigen sei das Sterberisiko der Infizierten noch bei etwa vier Prozent. Das bedeute, dass eine stark steigende Fallzahl auch zu mehr Erkrankten und schwer Erkrankten führen werde, so Grill. "Nur eben dann in den jüngeren Altersgruppen."

Mehr schwere Corona-Fälle bei Jüngeren erwartet. (Symbolbild)
Mehr schwere Corona-Fälle bei Jüngeren erwartet. (Symbolbild)  © Tom Weller/dpa

Update, 28. März, 17.20 Uhr: Mehr als 1300 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Sonntag 1341 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 358.512. Derweil sind 322.369 Menschen genesen.

Auch wurden 11 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8643 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 127,4.

Am Sonntag wurden dem Landesgesundheitsamt über 1300 Neu-Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Sonntag wurden dem Landesgesundheitsamt über 1300 Neu-Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 28. März, 17.05 Uhr: Stuttgart zieht Corona-Notbremse

Die Stadt Stuttgart hat aufgrund der steigenden Infektionszahlen die Corona-Notbremse gezogen.

Zuvor lag der Inzidenzwert an drei Tagen in Folge über 100. Welche Einrichtungen ab Mittwoch nun schließen müssen, lest Ihr hier.

Update, 28. März, 15.19 Uhr: Elternbeirat fordert Impfangebote für Schüler ab 16 Jahren

Der Landeselternbeirat hat ein Corona-Impfangebot für Schüler ab 16 Jahren gefordert. So könne verhindert werden, dass die Jugendlichen kurz vor dem Schulabschluss durch eine Corona-Erkrankung aus der Bahn geworfen werden, sagte der Chef des Verbandes, Michael Mittelstaedt, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Unter anderem geht das Gremium mit dieser Forderung in die Diskussion mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) an diesem Montag. "Die Hoffnungen der Eltern auf dieses Gespräch sind gewaltig." Ihre Wünsche ließen sich auf die Formel "Präsenz und Sicherheit" bringen.

An dem Treffen zum Thema Schulöffnungen nehmen auch der Landesschülerbeirat sowie mehrere Lehrerverbände wie die GEW und der Philologenverband teil. Für die Landesregierung sind auch Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU) und Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) eingeladen.

Der Landeselternbeirat hat ein Corona-Impfangebot für Schüler ab 16 Jahren gefordert.
Der Landeselternbeirat hat ein Corona-Impfangebot für Schüler ab 16 Jahren gefordert.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 28. März, 12.31 Uhr: Land lockert Regeln für private Treffen auch in Hotspot-Regionen

Die Landesregierung lockert die Regeln für private Zusammenkünfte in Gebieten mit hohen Infektionszahlen.

Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen sind von diesem Montag an auch in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche erlaubt. "Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt", heißt es in der Mitteilung des Staatsministeriums vom Sonntag zur neuen Corona-Verordnung.

Eigentlich sieht die sogenannte Notbremse vor, dass sich in Hotspot-Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 nur ein Haushalt mit einer zusätzlichen Person treffen darf. Zuletzt hatte es geheißen, die Lockerung sei eine Sonderregelung für die Osterfeiertage.

Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen sind von diesem Montag an auch in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche in Baden-Württemberg erlaubt. (Symbolbild)
Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen sind von diesem Montag an auch in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche in Baden-Württemberg erlaubt. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 28. März, 7.11 Uhr: Mehr als 2100 neue Infektionen, 10 Tote

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist in Baden-Württemberg nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Samstag (Stand 16 Uhr) nur sehr leicht gestiegen. Allerdings werden am Wochenende in der Regel weniger Ergebnisse übermittelt. Den Daten der Stuttgarter Behörde zufolge registrierten die Gesundheitsämter im Südwesten im Laufe der vergangenen 7 Tage 121,5 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am Freitag hatte der Wert bei 121,1 gelegen.

31 der 44 Stadt- und Landkreise überschreiten mittlerweile die Schwelle von 100. Am höchsten ist der Wert im Landkreis Schwäbisch Hall mit 475,2, am niedrigsten in Pforzheim mit 69,1.

Die Zahl der bestätigten Fälle seit Beginn der Pandemie stieg um 2149 auf 357.171. 8632 Menschen starben an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit. Das waren zehn mehr als Stand Freitag. Als genesen gelten geschätzt 321.034 Infizierte (plus 1350).

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 26.630 Fälle mit Hinweisen auf "besorgniserregende Varianten" übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B1.351) entdeckt worden waren. Ihr Anteil liegt im Südwesten den Angaben zufolge inzwischen bei mehr als 80 Prozent.

1.138.147 Menschen in Baden-Württemberg sind ein erstes Mal gegen das Virus geimpft worden. Das waren 27.275 mehr als nach Daten vom Vortag. Eine zweite Schutzimpfung, die bei manchen Impfstoffen nötig ist, haben 494.052 Geimpfte erhalten (plus 11.381). Hier steigen die Zahlen, seit wieder der Impfstoff von AstraZeneca verimpft wird.

12,7 Prozent der 2409 betreibbaren Intensivbetten sind der Mitteilung zufolge im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern auch für andere gravierende Erkrankungen.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 357.171 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8362 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 357.171 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8362 starben.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 27. März, 13.41 Uhr: Kretschmann lädt für Montag zu Gespräch über Schulöffnungen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann will (72, Grüne) an diesem Montag mit Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrern besprechen, ob die Schulen nach den Osterferien trotz steigender Corona-Zahlen schrittweise weiter geöffnet werden können. An der Video-Konferenz am Montagnachmittag (16 Uhr) nehmen unter anderem der Landesschüler- und der Landeselternbeirat sowie mehrere Lehrerverbände wie die GEW und der Philologenverband teil. Für die Landesregierung sind auch Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU) und Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne) eingeladen.

In dem Einladungsschreiben, das der dpa vorliegt, schreibt Kretschmann, angesichts stark steigender Infektionszahlen müsse überlegt werden, "wie wir trotzdem Unterricht ermöglichen können und dabei zwischen Gesundheitsschutz und den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen einen gangbaren Weg finden". Und weiter: "Für den Zeitraum nach Ostern sind damit tragfähige Konzepte für den Schulbetrieb gefragt, um möglichst allen Klassenstufen die Chance auf Wechselunterricht zu geben." Dabei würden auch Testungen an Schulen eine zentrale Rolle spielen.

Kretschmann hatte am Mittwoch im Landtag erklärt, dass nach den Osterferien alle Kinder und Jugendlichen schrittweise und mit regelmäßigen Corona-Tests im Wechsel wieder in die Schulen zurückkehren sollen. Es solle einen Stufenplan geben, wonach Stadt- und Landkreise je nach Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche über die Art des Unterrichts entscheiden können.

In Baden-Württemberg sind die meisten Kinder und Jugendlichen seit Mitte Dezember nicht mehr in der Schule gewesen. Die Grundschulen hatten Mitte Februar wieder mit Wechselunterricht begonnen, auch die Abschlussklassen sind seitdem teilweise wieder an den Schulen. Seit 15. März sind die Grundschulen wieder im Regelbetrieb. Die 5. und 6. Klassen sind ebenfalls zurückgekehrt, können aber auch im Wechsel unterrichtet werden.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).  © Marijan Murat/dpa

Update, 27. März, 11.38 Uhr: Polizei soll mehr Geld für Corona-Schutz bekommen

Um baden-württembergische Polizisten besser vor dem Coronavirus zu schützen, will Innenminister Thomas Strobl (61, CDU) laut einem Zeitungsbericht fast sieben Millionen Euro investieren.

Das Geld solle vor allem in Schutzausstattung wie Masken und Handschuhe, Schnelltests, Desinfektionsmittel, Trennwände für Büros oder IT-Technik für mobiles Arbeiten fließen, berichtete die Südwest Presse in Ulm am Samstag unter Berufung auf eine Vorlage für die Kabinettssitzung am Dienstag.

Unter anderem sollen etwa 2000 Notebooks, Router, Videokonferenztechnik und -software für Beamte im Homeoffice beschafft werden. Der grüne Koalitionspartner trage die Pläne mit, berichtete die Zeitung. Das Geld soll demnach aus einer Rücklage des Landes für Haushaltsrisiken genommen werden.

Polizeibeamte kontrollieren während einer Schwerpunktkontrolle zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen auf einem Wochenmarkt einen Marktbesucher.
Polizeibeamte kontrollieren während einer Schwerpunktkontrolle zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen auf einem Wochenmarkt einen Marktbesucher.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 27. März, 8.15 Uhr: Landesbischof rechnet mit weniger Präsenzgottesdiensten an Ostern

Wegen des Corona-Risikos wird es nach Einschätzung des württembergischen Landesbischofs Frank Otfried July (66) zum Osterfest weniger Präsenzgottesdienste geben als an Weihnachten. "Uns ist sehr deutlich, dass sich die Lage gegenüber Weihnachten durch Virusmutanten verschärft hat", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Deshalb gehe ich davon aus, dass es weniger Präsenzgottesdienste und mehr digitale Formate geben wird als in der Weihnachtszeit."

Bereits an Weihnachten seien die Gemeinden verantwortlich mit der Entscheidung über Präsenzgottesdienste umgegangen. Viele hätten bereits damals digitale Formate angeboten, auch wenn die Regelungen Präsenzgottesdienste zugelassen hätten.

Besonders am höchsten Fest der Christen, an Ostern, sei der Besuch eines Gottesdienstes vielen ein Bedürfnis. "Gottesdienste sind Kraftorte, sie sind geistliche Lebensmittel, sorgen für die Seele und geben Mut", sagte July. "Viele Menschen brauchen gerade in diesen sehr bedrückenden Zeiten auch die Möglichkeit, einen Gottesdienst zu besuchen und sich leiblich zu begegnen und wahrzunehmen."

Bund und Länder hatten ursprünglich beschlossen, die Kirchen zu bitten, Gottesdienste nur online anzubieten. Dies hatte zu Protesten geführt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) war daraufhin auf die Kirchen zugegangen.

Frank Otfried July (66), Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, hält eine Ausgabe der "BasisBibel" in der Hand.
Frank Otfried July (66), Landesbischof der Evangelischen Kirche in Württemberg, hält eine Ausgabe der "BasisBibel" in der Hand.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 26. März, 19.25 Uhr: Luca-App soll landesweit zum Einsatz kommen

Zur Kontaktverfolgung bei Corona-Infektionen will Baden-Württemberg nun landesweit auf die Luca-App setzen. Man habe, wie andere Bundesländer auch, Lizenzen für den flächendeckenden Einsatz beschafft, teilte das Sozialministerium am Freitagabend mit.

Sofern das Kabinett zustimme, werde man diesen wichtigen Schritt zur Bekämpfung der Pandemie gehen. "Die App soll landesweit dabei helfen, Kontakte im Fall einer Corona-Infektion nachvollziehen zu können", betonte Sozialminister Manne Lucha (60, Grüne).

Die bisher betriebene "Zettelwirtschaft" etwa in Restaurants soll damit ersetzt werden. Die konkrete Umsetzung solle am Montag mit den Kommunen besprochen werden, sagte Lucha.

Update, 26. März, 18.22 Uhr: Mehr als 2500 neue Infektionen, 16 Tote

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Freitag 2597 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 355.022. Derweil sind 319.684 Menschen genesen.

Auch wurden 16 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8622 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 121,2.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 355.022 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8622 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 355.022 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8622 starben.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 26. März, 14.39 Uhr: Landesseniorenrat fordert mehr Tempo bei Impfung von Hochbetagten

Der Landesseniorenrat hat die aus seiner Sicht viel zu langsame Impfung der über 80-Jährigen gerügt. "Das ist ein Skandal", sagte der neue Chef des Verbandes, Eckart Hammer, mit Blick auf eine Impfquote für diese Altersgruppe von 59,1 Prozent.

In anderen Bundesländern gehe dies schneller, so etwa im Saarland mit einem Anteil von 73,3 Prozent. Vor allem allein lebende Senioren verzweifelten an der Terminvergabe sowohl online als auch über die Hotline. Auch lange Wege zu den Impfzentren seien problematisch.

An das Gesundheitsministerium appellierte der 67-Jährige, herauszufinden, was andere Länder besser machten. Bei den betroffenen älteren Leuten breiteten sich Angst und Empörung gepaart mit Resignation aus. Der Landesseniorenrat werde sich um einen raschen Termin bei Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) bemühen.

Update, 26. März, 12.51 Uhr: Ministerium: Jeder Impfstoff wird umgehend eingesetzt

Von den über zwei Million nach Baden-Württemberg gelieferten Impfdosen sind 500.000 noch nicht verabreicht worden. "Die liegen aber nicht nur so rum, sondern sind verplant und mit Terminen verknüpft", erläuterte ein Sprecher des Sozialministeriums am Freitag in Stuttgart.

Zudem gingen die Zahlen der Geimpften in den Kliniken häufig mit Verzögerung in die Statistik ein. Es gelte noch immer: "Die Nachfrage ist höher als das Angebot." Deshalb werde jeglicher Impfstoff, den das Land bekommt, unverzüglich eingesetzt. Zuvor hatte der SWR unter Berufung auf das Robert Koch-Institut (RKI) darüber berichtet.

Derzeit werden laut Ministerium täglich 35.000 Menschen geimpft. "Wenn wir genügend Impfstoff hätten, könnten wir bis zu 80.000 Impfungen pro Tag in Baden-Württemberg durchführen", sagte der Sprecher.

Das Land Baden-Württemberg könnte täglich etwa 80.000 Menschen impfen.
Das Land Baden-Württemberg könnte täglich etwa 80.000 Menschen impfen.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 26. März, 12.24 Uhr: Bodensee-Schifffahrt verschiebt wegen Pandemie Saisonstart

Der Saisonstart der Schifffahrt auf dem Bodensee wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. So sollen die Schiffe auf deutscher Seite bis zum 19. April in ihren Häfen bleiben, wie ein Sprecher der deutschen Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) am Freitag mitteilte. Auf schweizerischer und österreichischer Seite solle es zunächst nur Rundfahrten innerhalb der Landesgrenzen, aber keinen Linienbetrieb geben.

Angesichts des anhaltenden Lockdowns in Deutschland mit geschlossenen Attraktionen, Hotellerie- und Beherbergungsbetrieben ergebe eine Aufnahme des Schiffsbetriebes keinen Sinn, teilte der Sprecher mit. Dies wäre auch das falsche Signal, da die Menschen dazu aufgefordert seien, möglichst zu Hause zu bleiben und Kontakte zu reduzieren.

Die Schiffe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wollten ursprünglich zum 2. April ihre Fahrten aufnehmen. Nun werde der 19. April als neuer Starttermin anvisiert, hieß es.

Update, 26. März, 10.51 Uhr: Kreise überrascht von Merkels Appell an Landräte

Nach dem Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an die Kommunen zu mehr Selbstinitiative bei den Corona-Konzepten geht der baden-württembergische Landkreis mit der Regierungschefin streng ins Gericht. "Es ist bedauerlich, dass die Bundeskanzlerin den Eindruck erweckt hat, als ob testbasierte Öffnungen etwa des Einzelhandels oder der Außengastronomie in der Entscheidungskompetenz der Landrätinnen und Landräte liegen würden", sagte der Präsident des Dachverbands, der Tübinger Landrat Joachim Walter (CDU) am Freitag.

"Denn dies entspricht nicht der Rechtslage." In Baden-Württemberg habe das Land bislang einen einzigen Modellversuch genehmigt. Andere Überlegungen von Landkreisen, auf Kreisebene alternative Wege zu beschreiten, seien zurückgewiesen worden.

Merkel hatte am Donnerstag gesagt, es sei "keinem Oberbürgermeister und keinem Landrat verwehrt, das zu tun, was in Tübingen und Rostock getan wird". In Tübingen läuft das derzeit einzige baden-württembergische Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. Menschen können sich kostenlos testen lassen, mit der Bescheinigung des Ergebnisses kann man dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen.

Die Strategie zur Pandemiebewältigung müsse auch weiterhin von Bund und Land definiert werden, sagte Walter. "Denn Krise braucht Führung." Den Kommunen sollten keine Vorhaltungen gemacht und Versäumnisse vorgeworfen werden.

Jochaim Walter, der Landrat des Landkreies Tübingen, und Präsident des Landkreistages Baden-Württemberg.
Jochaim Walter, der Landrat des Landkreies Tübingen, und Präsident des Landkreistages Baden-Württemberg.  © picture alliance / dpa

Update, 25. März, 18.54 Uhr: Über 2700 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Donnerstag 2721 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 352.425. Derweil sind 318.334 Menschen genesen.

Auch wurden 15 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8606 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 115,3.

Am Donnerstag wurden mehr als 2700 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Donnerstag wurden mehr als 2700 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 25. März, 17.30 Uhr: Mehr Covid-Patienten in Kliniken des Kreises Schwäbisch-Hall

Die steigenden Infektionszahlen im Kreis Schwäbisch Hall machen sich zunehmend in den beiden Kliniken der Region bemerkbar.

Wie es in einer Mitteilung des Landratsamtes vom Donnerstag heißt, werde seit Wochen eine stete Zunahme von Covid-19-Patienten registriert. Aus diesem Grund sei beispielsweise eine dritte Corona-Station im Diakoneo Diak Klinikum in Schwäbisch Hall eröffnet worden. Zuletzt befanden sich demnach fünf Personen auf der Intensivstation des Diakoneo Diak Klinikums in Schwäbisch Hall. 23 Personen lagen auf Station.

Neben diesem Krankenhaus werden im Kreis Schwäbisch Hall Covid-19-Patienten auch im Crailsheimer Klinikum aufgenommen. Nach Angaben der Kreisverwaltung zeigt sich auch dort ein kontinuierlicher Anstieg der Zahlen.

Die Intensivstation sei aktuell fast vollständig mit Covid-19-Patienten belegt. So lagen dort zuletzt acht Personen. 34 Personen mit einer Corona-Erkrankung würden auf Station behandelt (Stand Mittwoch).

"Während es sich in der ersten Welle vermehrt um Patienten über 80 handelte, stellen wir derzeit vermehrt jüngere Patienten im Klinikum fest", wird Werner Schmidt, Geschäftsführer des Klinikums Crailsheim, in der Mitteilung des Landkreises zitiert. Aufgrund steigender Zahlen von Covid-Patienten hätten beide Kliniken schon geplante Eingriffe bei anderen Patienten absagen oder verschieben müssen.

Landrat Gerhard Bauer (parteilos) appellierte an die Bevölkerung, die geltenden Hygieneregeln einzuhalten und Kontakte möglichst zu vermeiden. Im Kreis Schwäbisch Hall lag die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche - am Mittwoch bei 378,12.

Update, 25. März, 16.30 Uhr: Anmeldesystem für Impftermine öffnet wieder

Von Freitag an sollen in Baden-Württemberg wieder Termine für Impfungen gegen das Coronavirus vergeben werden.

Dies teilte das Sozialministerium am Donnerstag in Stuttgart mit. Termine können entweder unter der zentralen Rufnummer 116 117 sowie online auf www.impfterminservice.de vereinbart werden.

Das Gesundheitsministerium hatte die Anmeldesysteme geschlossen, nachdem der Bund die Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff für einige Tage ausgesetzt hatte. Um die Terminvergabe für Menschen über 80 auf der Warteliste mit Hochdruck voran zu bringen, wurde die Schließung um einige Tage verlängert.

Die Terminvergabe klappte in der Vergangenheit nicht ohne Probleme. Das Chaos sorgte für Unmut. Das Ministerium dämpfte Erwartungen, schnell einen Termin bekommen zu können. Es bat um Geduld. Mit den derzeitigen Liefermengen werden laut Mitteilung täglich rund 35.000 Menschen in Baden-Württemberg geimpft.

Für die nächsten Wochen seien diese Termine schon zu einem großen Teil vergeben, viele davon an Menschen über 80 Jahren von der Warteliste. «Es werden nur Termine eingestellt, die durch angekündigte Lieferungen von Impfstoff gesichert sind.» Doch bisher seien die Lieferankündigungen von Herstellern und Bund für den April noch unkonkret. «Auch dadurch ist das Angebot gerade knapp. Sobald die Lieferankündigungen für den April konkreter werden, können auch mehr Termine eingestellt werden.»

Von Freitag an sollen in Baden-Württemberg wieder Impf-Termine vergeben werden. (Symbolbild)
Von Freitag an sollen in Baden-Württemberg wieder Impf-Termine vergeben werden. (Symbolbild)  © Ted S. Warren/AP/dpa

Update, 25. März, 13.22 Uhr: Arbeitsvolumen im Südwesten im Corona-Jahr 2020 gesunken

Im Corona-Jahr 2020 ist in Baden-Württemberg weniger gearbeitet worden. Das Arbeitsvolumen, also die Zahl der von allen Erwerbstätigen zusammen geleisteten Arbeitsstunden, ging im Vergleich zu 2019 um sechs Prozent auf 8,31 Milliarden zurück, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag mitteilte. Bundesweit lag der Rückgang bei 4,7 Prozent. Auch die Zahl der Erwerbstätigen sank: um 1,2 Prozent auf 6,31 Millionen im Jahresdurchschnitt.

Dass das Arbeitsvolumen deutlich stärker zurückging als die Zahl der Erwerbstätigen, dürfte laut Statistik auf die umfassende Nutzung von Kurzarbeit zurückgehen. Im Schnitt leistete jeder Erwerbstätige in Baden-Württemberg 1317 Arbeitsstunden - 67 Stunden oder knapp fünf Prozent weniger als 2019. Die Spanne zwischen den Branchen war allerdings groß.

Update, 25. März, 12.15 Uhr: Umsatz beim Uhrenhersteller Junghans 2020 deutlich gesunken

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr auch bei der Uhrenfabrik Junghans aus dem Schwarzwald ihre Spuren hinterlassen. Der Umsatz ging deutlich um mehr als elf Prozent auf gut 19 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Grund waren deutliche Rückgänge im Auslandsgeschäft - insbesondere, weil die Touristen fehlten, die Junghans sonst Umsatz in den Top-Lagen der Innenstädte, in Flughafen-Shops und auf Kreuzfahrtschiffen bringen.

Trotzdem habe man das Jahr mit schwarzen Zahlen abschließen können, hieß es. Details nennt das Unternehmen mit Sitz in Schramberg generell nicht. Junghans feiert in diesem Jahr sein 160-jähriges Bestehen.

Update, 25. März, 11.43 Uhr: Saisonstart auf Insel Mainau wegen zu hoher Fallzahlen abgesagt

Der Saisonstart auf der Blumeninsel Mainau ist wegen zu hoher Corona-Fallzahlen im Kreis Konstanz abgesagt worden. Da der Landkreis drei Tage in Folge den Wert von 100 bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz überschritten habe, könne die Insel Mainau nicht wie geplant ab Freitag erste Gäste empfangen, sagte eine Sprecherin der Blumeninsel am Donnerstag. "Wir sind startklar und würden uns über Gäste freuen", sagte sie weiter. So sei etwa die Orchideenschau bereits fertiggestellt und könnte besichtigt werden.

Da die Corona-Fallzahlen in der Region am Bodensee zuletzt stark gestiegen waren, hat der Kreis Konstanz die sogenannte Notbremse gezogen. Seit diesem Donnerstag gelten dort wieder strengere Regeln. Damit die Regelung zurückgenommen wird, muss die Inzidenz fünf Tage in Folge unter dem Wert von 100 liegen, wie der Landkreis mitteilte.

Die Bodenseeinsel Mainau liegt im Überlinger See bei Konstanz und ist somit von den Maßnahmen für den gesamten Landkreis betroffen.

Update, 25. März, 11.20 Uhr: Philologen fordern wegen Corona-Lerndefiziten vier Wochenstunden mehr

Der Philologenverband fordert zur Aufarbeitung der Corona-bedingten Lernlücken vier zusätzliche Wochenstunden in allen weiterführenden Schulen über drei Jahre hinweg. "Die geplanten Lernbrücken in den Ferien reichen nicht, um die Defizite auszugleichen", sagte Ralf Scholl, Chef des baden-württembergischen Verbands der Gymnasiallehrer, am Donnerstag der dpa in Stuttgart. Für Schülerinnen und Schüler in Haupt- und Realschulen würde das wohl einen Nachmittag in der Woche mehr bedeuten.

Für die Gymnasien wäre der "eleganteste Weg", vom kommenden Schuljahr von G8 wieder auf G9 umzustellen, sagte Scholl. So würde man ein "Corona-Aufholjahr" gewinnen. "In G8 sind zusätzliche Stunden zum Ausgleich der Lerndefizite zeitlich nicht unterzubringen." Er verwies auf eine Online-Petition vom "Bündnis G9 jetzt", die innerhalb von zwei Wochen über 12.500 Menschen unterstützt hätten. Für eine solche Umstellung wären nach Scholls Berechnung etwa 100 zusätzliche Deputate für Lehrerinnen und Lehrer notwendig.

Der Verbandschef forderte die Grünen um Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie die anderen Parteien auf, diese Forderung bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen zu berücksichtigen. "Die Politik muss diesen berechtigten Wunsch vieler Schüler, Eltern und Lehrkräfte am Gymnasium endlich ernst nehmen und umsetzen." Schon vor Corona seien die Schwächen des achtjährigen Gymnasiums offensichtlich gewesen. "Stichworte sind hier die enorme Belastung vieler Schüler sowie die teilweise mangelhafte Studienreife von Abiturienten."

Die große Mehrheit der über 370 Gymnasien im Land führen ihre Schülerinnen und Schüler in acht Jahren zum Abitur. Es gibt aber 43 Modellschulen im Land, die auch das G9 anbieten.

Update, 25. März, 11.07 Uhr: Corona drückt Asylverfahren am Verwaltungsgericht Karlsruhe

Die Zahl der neu eingegangenen Asylverfahren am Verwaltungsgericht Karlsruhe ist 2020 um etwa die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Corona-Pandemie habe diese Entwicklung beeinflusst, teilte das Gericht am Donnerstag mit. 2856 Neueingänge seien nur noch etwa ein Fünftel des Rekordwerts von 2017 (14 262 Eingänge) gewesen, aber immer noch mehr als doppelt so viele wie vor dem Flüchtlingszustrom Ende 2015.

Bei den allgemeinen Verfahren sei ein leichter Anstieg der Eingangszahlen zu verzeichnen (plus 6 Prozent). Themen hier waren den Angaben nach unter anderem die Vergabe von Studienplätzen (NC) sowie Polizei- und Ordnungsrecht.

Die Dauer der Asylverfahren sei im Schnitt um fast 30 Prozent auf mehr als 22 Monate gestiegen, während sie bei anderen Themen um rund 4 Prozent auf 12,5 Monate sank. Das spiegele die "exorbitanten Eingänge im Asylbereich im Jahr 2017", erklärte das Verwaltungsgericht. Die Richter hätten den Fokus ihrer Arbeit auch im Jahr 2020 auf den Abbau der vor allem 2017 eingegangenen Asylklageverfahren gelegt. Darunter sei ein erheblicher Anteil von zeitaufwendig zu bearbeitenden schwierigen Asylherkunftsländern.

"Die Hauptherkunftsländer waren im Geschäftsjahr 2020 wie im Vorjahr Nigeria, Irak, Gambia, Syrien, Türkei, Afghanistan und zudem Kamerun", hieß es weiter. Die westlichen Balkanstaaten gehörten zwar einzeln nicht zu den Hauptherkunftsländern, ihnen seien in Summe jedoch 169 neu eingegangene Asylklageverfahren zuzuordnen.

Update, 25. März, 10.36 Uhr: Kretschmann: Kontaktregeln über Ostern werden noch geklärt

Nach dem Rückzieher bei der Osterruhe ist noch unklar, welche Kontaktbeschränkungen in Baden-Württemberg über die Feiertage gelten. "Das wird noch geklärt", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) am Donnerstag in Stuttgart. In dem Beschluss von Bund und Länder vom frühen Dienstagmorgen hatte es geheißen, dass sich während des Oster-Lockdowns zwei Haushalte mit maximal fünf Personen treffen dürfen. Kinder bis 14 Jahre sollten nicht mitgezählt werden.

Nachdem die Osterruhe aber am Mittwoch gekippt wurde, ist nicht klar, ob über die Feiertage nun die Kontaktregeln der Notbremse gelten. Das würde bedeuten, dass sich in Kreisen mit über 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen darf. Auch hier werden Kinder bis 14 Jahren nicht mitgezählt.

Dem Vernehmen nach soll diese Frage bis diesen Freitag geklärt sein. In Bayern sollen auch über Ostern die strengen Kontaktregeln gelten. Wie in Baden-Württemberg sind aber Gottesdienste erlaubt, wenn die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.

Die Kontaktregeln über Ostern werden noch geklärt.
Die Kontaktregeln über Ostern werden noch geklärt.  © Marijan Murat/dpa

Update, 24. März, 18.44 Uhr: Oster-Gottesdienste möglich - Kretschmann sagt Kirchen-Gespräch ab

Nach dem Rückzieher der Politik in Sachen Oster-Lockdown sind Gottesdienste über die Feiertage nun doch wieder möglich. Oliver Hoesch, Sprecher der evangelischen Landeskirche in Württemberg, sagte der Heilbronner Stimme (Donnerstag): "Präsenzgottesdienste können unter den bisherigen Maßgaben stattfinden" - also unter Beachtung eines strengen Hygienekonzeptes, das auch die jeweils aktuellen Inzidenzen berücksichtigt. Diese Konzepte hätten sich bewährt.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe sein für diesen Donnerstag geplantes Gespräch mit den evangelischen Landesbischof Frank Otfried July (Württemberg) und dem katholischen Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) abgesagt, bestätigte ein Regierungssprecher der dpa.

Bund und Länder hatten ursprünglich beschlossen, das gesellschaftliche Leben von Gründonnerstag bis Ostermontag weitestgehend lahmzulegen. Man wollte unter anderem die Kirchen bitten, Gottesdienste nur online anzubieten. Auf Initiative von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde der Plan aber wieder einkassiert.

Hoesch sagte der Heilbronner Stimme, dass viele Gemeinden für Karfreitag und Ostern sowieso digitale Gottesdienste geplant hätten und anbieten würden, so wie dies auch an Weihnachten der Fall war.

Update, 24. März, 18.04 Uhr: Knapp 3000 Neuinfektionen, 7-Tage-Inzidenz über 100

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilt steigt die Zahl um 2939 auf insgesamt 349.704 Infektionen in Baden-Württemberg. Insgesamt sind 317.039 Menschen wieder genesen.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um 23 auf insgesamt 8591 Menschen.

Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg steigt auf 108,6.

Mittlerweile hat die Hälfte der 44 Stadt- und Landkreise die Marke 100 überschritten. Vier Kreise liegen sogar über 200. Der Kreis Schwäbisch Hall hat mit einer Inzidenz von 375,1 mit Abstand die höchsten Fallzahlen. Darauf folgen der Hohenlohekreis mit 224,6, Sigmaringen mit 208,6 und der Main-Tauber-Kreis mit 200,2. Kein einziger Kreis liegt mehr unter 50.

Wenn die Inzidenz von 100 an drei Tagen hintereinander überschritten wird, greift in den Kreisen die sogenannte Notbremse und Öffnungen etwa von Geschäften müssen wieder rückgängig gemacht werden. Auch die Landeshauptstadt Stuttgart überschritt zum ersten Mal seit Wochen wieder die 100er-Grenze.

Baden-Württemberg fällt auch im Ländervergleich immer weiter zurück. Lag der Südwesten im Februar lange auf Rang 1 mit den wenigsten Neuinfektionen, ist das Land nach Zahlen des Robert Koch-Instituts nun auf Platz 8 zurückgefallen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte am Mittwoch im Landtag, der wesentliche Grund für den Anstieg der Neuinfektionen sei die britische Mutante. Sie sei nicht nur ansteckender als das ursprüngliche Virus, sie führe auch öfter zu schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen. "Und sie breitet sich gerade so schnell aus, dass sich die Infektionszahlen bei uns alle zehn Tage verdoppeln." Darauf müsse die Politik reagieren, sonst würden die Intensivstationen schon im April überlaufen.

Knapp 3000 Menschen haben sich in Baden-Württemberg infiziert.
Knapp 3000 Menschen haben sich in Baden-Württemberg infiziert.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 24. März, 18.04 Uhr: Verwaltungsgerichtshof moniert Quarantänedauer

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat die Corona-Verordnung des Landes mit Blick auf die Dauer der Quarantäne für Einreisen beanstandet. Soweit sie eine über einen Zeitraum von zehn Tagen nach Einreise hinausgehende Verpflichtung zur Quarantäne bestimmt, wurde sie außer Vollzug gesetzt, wie das Gericht am Mittwoch in Mannheim mitteilte. Die Vorschrift sehe für die Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet eine 14-tägige Quarantänepflicht vor.

Mehr Infos dazu hier.

Update, 24. März, 17.34 Uhr: Gericht kassiert bestimmte Corona-Beschränkungen für Einzelhandel

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof hat bestimmte Corona-Beschränkungen für weite Teile des Einzelhandels kassiert, der Politik aber einige Tage Zeit für Korrekturen gegeben. Konkret geht es um einen Passus in der Corona-Verordnung des Landes, der Regelungen für den «normalen» Einzelhandel abseits von Grundversorgern wie Supermärkten, Apotheken oder Tankstellen aufstellt, wie das Gericht am Mittwoch in Mannheim mitteilte.

Mehr Infos dazu hier.

Update, 24. März, 17.03 Uhr: Ausgangsbeschränkungen noch eine Ausnahme

Nachdem im Kreis Schwäbisch Hall bereits seit dem vergangenen Wochenende eine Ausgangsbeschränkung gilt, zieht mit Mannheim nun eine baden-württembergische Großstadt nach. Aufgrund der deutlich gestiegenen Corona-Zahlen gilt dort eine Ausgangssperre von Freitag an.

Anders als in Schwäbisch Hall, wo die Menschen auch tagsüber ihre Wohnung nur aus triftigen Gründen verlassen dürfen, gilt das in Mannheim zunächst nur nachts zwischen 21 Uhr und fünf Uhr morgens. Diese Beschränkung werden per Allgemeinverordnung erlassen.

Wie ein Sprecher des baden-württembergischen Sozialministeriums am Mittwoch sagte, sind der Landkreis Schwäbisch Hall und die Stadt Mannheim aktuell die einzigen Kommunen im Südwesten, die mit Ausgangsbeschränkungen auf die steigenden Infektionszahlen reagieren.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen gelten im Südwesten seit Mitte Februar nicht mehr landesweit, sondern nur noch, wenn Kommunen mit hohen Sieben-Tages-Inzidenzen dies verfügen. Das hatte der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim festgelegt. Demnach sind Ausgangsbeschränkungen in Kommunen möglich, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche - an drei Tagen in Folge über 100 liegt.

Das ist in Mannheim seit mehr als zwei Wochen der Fall. Am Dienstag lag die Inzidenz dort bei 155,8. Die nächtliche Ausgangssperre ist bis einschließlich Sonntag, 11. April, befristet. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde für Mittwochabend erwartet.

In Schwäbisch Hall ist die entsprechende Allgemeinverfügung zunächst befristet bis zum 29. März. Sobald die Sieben-Tages-Inzidenz des Landkreises an drei aufeinander folgenden Tagen einen Wert von 200 unterschreitet, soll sie aufgehoben werden. Dieser Wert lag am Dienstag bei 355,2.

Die Straßen waren aufgrund der Ausgangsbeschränkungen Anfang des Jahres wie leergefegt.
Die Straßen waren aufgrund der Ausgangsbeschränkungen Anfang des Jahres wie leergefegt.  © Marijan Murat/dpa

Update, 24. März, 15.15 Uhr: Ostalbkreis startet Corona-Selbsttests bei Kitakindern

Im Ostalbkreis sollen künftig auch Kita- und Kindergartenkinder Corona-Schnelltests machen. Der Landkreis startet dazu ein Pilotprojekt in Einrichtungen in Schwäbisch Gmünd mit Schnelltests für die Selbsttestung in der Nasenmuschel, wie eine Sprecherin am Mittwoch mitteilte. In einem Teil der Einrichtungen sollen Eltern ihre Kinder morgens in der Kita testen, in den anderen Fällen soll der Test bereits zuhause vor dem Gang zur Kita gemacht werden.

Mit dem Versuch der regelmäßigen Tests auf freiwilliger Basis möchte der Landkreis demnach erfahren, wie gut diese bei Kindern gelingen und wie sie von Eltern und Kindern angenommen werden. Zudem sollen so möglichst viele symptomfreie Infektionen erkannt werden, bevor es zu Übertragungen in den Einrichtungen kommt.

Anlass für das Pilotprojekt ist ein Anstieg der Fallzahlen bei Kindern bis zu vier Jahren und in der Gruppe der Fünf- bis Neunjährigen, so die Sprecherin des Landratsamtes. Landrat Joachim Bläse (CDU) sehe deshalb den "dringenden Bedarf, eine Teststrategie für die Kitas zu entwickeln". Bläse betonte, die Tests seien freiwillig.

Eine förmliche Anordnung von weitergehenden Maßnahmen - nicht nur für Kitas, sondern auch für andere Lebensbereiche - könne man je nach Entwicklung der Infektionslage aber leider nicht völlig ausschließen.

Update, 24. März, 12.30 Uhr: Pläne für Osterruhe sind vom Tisch

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) hat bestätigt, dass die sogenannte "Osterruhe" wieder gekippt wird.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und die Regierungschefs der Länder hätten in ihrer kurzfristig angesetzten Schalte auf Initiative von Merkel entschieden, ihren Beschluss vom frühen Dienstagmorgen "zurückzuziehen und nicht umzusetzen", sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch im Stuttgarter Landtag. "Ich will der Kanzlerin noch mal meinen großen Respekt für diese Initiative zollen."

Es habe sich als nicht machbar herausgestellt, Gründonnerstag und Karsamstag mit Hilfe des Infektionsschutzgesetzes als Ruhetage zu definieren. Zudem sei klar geworden, dass es bei vielen Betrieben stark die Lieferkette beeinträchtigt hätte.

Das Sprichwort "der Teufel steckt im Detail" habe sich bewahrheitet, sagte Kretschmann. Der Plan für die "Osterruhe" sei in der Bund-Länder-Schalte erst mitten in der Nacht aufgekommen und sei nicht genügend vorbereitet gewesen. "Ich möchte mich bei der Bevölkerung für dieses Hin und Her entschuldigen."

Kretschmann entschuldigte sich bei der Bevölkerung "für dieses Hin und Her".
Kretschmann entschuldigte sich bei der Bevölkerung "für dieses Hin und Her".  © Marijan Murat/dpa-Pool/dpa

Update, 24. März, 11.19 Uhr: Nach Ostern soll Schülern Wechselunterricht ermöglicht werden

Nach den Osterferien sollen alle Kinder und Jugendlichen schrittweise und mit regelmäßigen Corona-Tests wieder in die Schulen zurückkehren können.

Voraussetzung dafür sei, dass neben Lehrkräften auch Schülerinnen und Schüler zweimal die Woche getestet würden, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Mittwoch im Landtag in Stuttgart.

Die Testmöglichkeiten seien nach den Ferien weitgehend aufgebaut. "Jedenfalls haben wir das Ziel, dass wir perspektivisch allen Klassenstufen eine Chance auf Wechselunterricht einräumen – unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen."

Der grüne Regierungschef kündigte an, sich kommende Woche mit Vertretern von Eltern, Lehrern und Schulleitern zusammensetzen zu wollen. "Wenn wir möglichst viel Präsenz ermöglichen wollen, brauchen wir eine hohe Teilnahmequote an den Tests", betonte Kretschmann. Er schloss eine "Testpflicht" nicht aus. "Das loten wir rechtlich aus."

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz erklärte, es müsse einen Stufenplan geben, "um es trotzdem allen Kindern zu ermöglichen, nach Ostern zumindest für einige Tage in der Woche Unterricht in Präsenz zu erhalten".

Man wolle sich dabei an der Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche in den Stadt- und Landkreisen orientieren. Davon hänge ab, ob Schüler im Hybridunterricht, im Wechselunterricht oder auf herkömmliche Weise unterrichtet werden.

In Hotspots mit einer Inzidenz von über 200 sollen die Schulen allerdings geschlossen werden, sagte Schwarz. Kinder und Jugendliche sollten dann ausschließlich digitalen Unterricht bekommen.

Update, 24. März, 8.45 Uhr: Medizinstatistiker spricht bei Malle-Urlauben von "Pandemie-Bingo"

Der Freiburger Medizinstatistiker Gerd Antes kritisiert scharf den Umgang der Regierenden mit Corona.

Dass Urlaub im Schwarzwald verboten und in Malle erlaubt sei, sei die Abschaffung der Logik. "Mir kommt das vor wie Pandemie-Bingo und Malle hat den Hauptgewinn gezogen", sagte er in einem Interview mit dem Südkurier (Mittwoch).

Er rügte zugleich desaströse Datenmängel. Das Chaos um Corona-Regeln werde in Deutschland immer größer, kommentierte Antes die jüngsten Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz.

So sei die Inzidenz der gröbste Indikator, den man für eine Beschreibung nutzen könne. Mittelwerte würden Unterschiede vertuschen. "Bei Altersgruppen und Mortalitäten muss ich auf die Details dieser Gruppen blicken", so Antes. Dies werde aber nicht gemacht.

Auch vom Stuttgarter Flughafen aus starten Maschinen nach Malle. (Archiv)
Auch vom Stuttgarter Flughafen aus starten Maschinen nach Malle. (Archiv)  © Marijan Murat/dpa

Update, 23. März, 18.39 Uhr: Fast 2000 neue Infektionen, 18 Todesfälle

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Dienstag 1985 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 346.765. Derweil sind 315.721 Menschen genesen.

Auch wurden 18 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8568 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 101,9.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 346.765 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8568 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 346.765 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8568 starben.  © Marius Becker/dpa

Update, 23. März, 16.56 Uhr: Knapp zwei Millionen Impfdosen im April für den Südwesten geplant

Baden-Württemberg soll bis Ende April knapp zwei Millionen Dosen Impfstoff erhalten. Das teilte das Sozialministerium am Dienstag mit, und berief sich auf vorläufige Lieferzahlen des Bundesgesundheitsministeriums.

Demnach sollen von Ende dieser beziehungsweise Anfang nächster Woche bis Anfang Mai 1.234.350 Dosen des Herstellers Biontech/Pfizer, 303.600 Dosen des Herstellers Moderna und 391.200 Dosen des Herstellers AstraZeneca geliefert werden. Es könne aber jederzeit zu kurzfristigen Änderungen der prognostizierten Liefermengen kommen, teilte das Ministerium mit.

Mehr als eine Million Menschen im Südwesten haben inzwischen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten.

Update, 23. März, 13.11 Uhr: Anmeldesystem für Impftermine soll am Freitag wieder öffnen

Bis Ende März soll in Baden-Württemberg die derzeitige Warteliste für Impfungen gegen das Corona-Virus abgearbeitet und neue Impftermine für Berechtigte dann wieder möglich sein. "Von kommenden Freitag an können sowohl online über die Plattform www.impfterminservice.de als auch über die Hotline 116117 Termine vereinbart werden", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) laut Mitteilung am Dienstag in Stuttgart.

Von rund 120.000 Menschen der beiden höchsten Prioritätsgruppen, die auf der Warteliste standen, konnte dem Ministerium zufolge bisher rund 90.000 Menschen ein Impfangebot unterbreitet werden. Die übrigen würden in den kommenden Tagen und spätestens bis Ende März kontaktiert werden.

Zur Gruppe 1 zählen laut Impfverordnung der Bundesregierung unter anderem Über-80-Jährige, Menschen in Pflegeheimen und Personal auf Intensivstationen; zur Gruppe 2 etwa 70- bis 80-Jährige und Personal in Kitas und Grundschulen. "Uns war es wichtig, dass wir jetzt vor allem bei den Über-80-Jährigen schnell weiter vorankommen. Hier ist die Quote der Durchimpfung schon sehr hoch", betonte Lucha.

Das Gesundheitsministerium hatte die Anmeldesysteme geschlossen, nachdem in der vergangenen Woche der Bund die Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff für einige Tage ausgesetzt hatte. Um die Terminvergabe für Menschen über 80 auf der Warteliste mit Hochdruck voran zu bringen, wurde die Schließung um einige Tage verlängert.

Am Freitag soll das Anmeldesystem für Impftermine wieder öffnen.
Am Freitag soll das Anmeldesystem für Impftermine wieder öffnen.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 22. März, 18.02 Uhr: Fast 700 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Montag 682 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 344.780. Derweil sind 314.606 Menschen genesen.

Auch wurden 21 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8550 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 103,0.

Am Montag wurden dem Landesgesundheitsamt rund 700 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Montag wurden dem Landesgesundheitsamt rund 700 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 22. März, 16.01 Uhr: Nur wenige Betriebe testen ihre Mitarbeiter schon selbst

Der Einsatz von Corona-Schnelltests ist in baden-württembergischen Unternehmen bisher eher die Ausnahme. Bei einer am Montag in Stuttgart veröffentlichten Umfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) unter 935 Betrieben kam heraus, dass nur 19 Prozent der befragten Unternehmen Schnelltests anwenden. Immerhin 27 Prozent wollen demnach in Kürze mit solchen Tests starten.

Bei den Großbetrieben mit mehr als 1000 Beschäftigten sind die Anteile etwas größer: In dieser Gruppe bieten 46 Prozent der befragten Betriebe Schnelltests an, ein Drittel hat entsprechende Pläne. Die Umfrage ist allerdings für den Südwesten nicht repräsentativ, in Baden-Württemberg gibt es insgesamt mehr als 280-000 Unternehmen mit Beschäftigten.

Beim Softwarehersteller SAP werden am Stammsitz in Walldorf nach Angaben eines Sprechers schon seit Monaten denjenigen Mitarbeitern Schnelltests angeboten, die etwa bei Präsenz-Meetings auf Kollegen treffen. Der Sportwagenbauer Porsche plant, seinen Beschäftigten bald ebenfalls Schnelltests anzubieten - wann genau und in welchem Umfang ist nach Angaben eines Sprechers aber noch offen.

Der Autobauer Daimler setzt bisher in erster Linie auf Selbsttests: Mitarbeiter, die nicht im Homeoffice arbeiten können, bekommen laut Konzern einmal pro Woche einen Selbsttest, um sich zu Hause zu testen.

Der Einsatz von Corona-Schnelltests ist in baden-württembergischen Unternehmen bisher eher die Ausnahme. (Symbolbild)
Der Einsatz von Corona-Schnelltests ist in baden-württembergischen Unternehmen bisher eher die Ausnahme. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 22. März, 12.54 Uhr: Kochfreude und höhere Preise - Umsatz bei Obst- und Gemüse gestiegen

Wegen der Kochfreude in der Corona-Pandemie und höherer Preise sind die baden-württembergischen Obst- und Gemüsebauern nach eigenen Angaben mit einem blauen Auge durch das vergangene Krisenjahr gekommen.

"Die Menschen haben in der Pandemie verstärkt zuhause gekocht und dabei häufig auf frische, gesunde und regional erzeugte Lebensmittel gesetzt", sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, Roman Glaser, am Montag in Karlsruhe. Zwar seien die vermarkteten Mengen bei Obst und Gemüse im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer ausgefallen. Der Gesamtumsatz hingegen nahm spürbar zu, wie der Verband mitteilte.

Auch für das laufende Jahr gehen die Erzeuger von vergleichsweise guten Zahlen aus. "Die tiefen Temperaturen im Winter und die durchgängigen Frostperioden haben den Böden gut getan", sagte Glaser. "So etwas wünscht man sich in der Landwirtschaft."

Im vergangenen Jahr wurden vor allem wegen Rückgängen bei den Äpfeln, Zwetschgen und Erdbeeren 13 Prozent weniger Obst aus Baden-Württemberg vermarktet. Insgesamt verkauften die Erzeuger der Genossenschaften 211.000 Tonnen. Auch beim Gemüse gingen die Zahlen zurück: um 12 Prozent auf 83.000 Tonnen.

Dagegen wuchs der Umsatz der genossenschaftlichen Erzeugergroßmärkte und ihrer Vertriebsgesellschaften auf insgesamt 511 Millionen Euro, das ist ein Plus von 19 Millionen Euro oder vier Prozent. "Der Marktmechanismus hat funktioniert: geringere Ware, steigende Preise", sagte Glaser. Während die Obsterzeuger 206 Millionen Euro (Vorjahr: 177 Millionen Euro) umsetzen konnten, waren es bei den Gemüsebetrieben im vergangenen Jahr 251 Millionen Euro (Vorjahr: 253 Millionen Euro).

Obst steht am Großmarkt vor einem Lastwagen. Der Umsatz mit Obst und Gemüse ist wegen der Kochfreude in der Corona-Pandemie gestiegen.
Obst steht am Großmarkt vor einem Lastwagen. Der Umsatz mit Obst und Gemüse ist wegen der Kochfreude in der Corona-Pandemie gestiegen.  © Paul Zinken/dpa-zb-Zentralbild/dpa

Update, 22. März, 7.24 Uhr: Schulschließung in Hotspots im Gespräch

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen müssen sich auch die Menschen in Baden-Württemberg auf härtere Auflagen gefasst machen. So soll der Lockdown über die Osterferien bis zum 18. April verlängert werden. Das sieht ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt für die Bund-Länder-Runde an diesem Montag vor. Zudem soll die schon Anfang März beschlossene Notbremse bei hohen Infektionszahlen "konsequent umgesetzt werden". Das heißt zum Beispiel, dass es bei einer Inzidenz über 100 keine weiteren Öffnungen geben darf oder Lockerungen zurückgenommen werden müssen.

Baden-Württemberg fällt im Ländervergleich zurück

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte bereits am Freitag angekündigt, es sei mit Verschärfungen zu rechnen. So könne es womöglich nicht dabei bleiben, dass Stadt- und Landkreise selbstständig über Öffnungen je nach Inzidenzen entscheiden können. Zudem müssten die Einwohner von Hotspot-Regionen mit harten Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen rechnen. Angesichts vieler Ansteckungen in Kitas und Schulen könne es zudem sein, "dass wir da auch was ändern müssen". Auch im Ländervergleich fällt Baden-Württemberg weiter zurück. Mittlerweile haben sechs Bundesländer niedrigere Inzidenzen als der Südwesten.

Im Gespräch: Ausgangssperren und Schulschließungen in Hotspots

Der Entwurf aus dem Kanzleramt enthält eine Passage, die wegen des exponentiellen Wachstums weitere Verschärfungen ("zusätzliche Maßnahmen") für Landkreise mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche vorsieht. Der komplette Passus steht aber in eckigen Klammern, was bedeutet, dass darüber verhandelt werden muss, weil er besonders strittig ist. Unter anderem ist die Rede von einer nächtlichen Ausgangsbeschränkung bis 05.00 Uhr, "sofern dem nicht gewichtige Gründe entgegenstehen". Die Anfangsuhrzeit ist hier offen gelassen.

Zudem wird ins Gespräch gebracht, Schulen und Kitas zu schließen beziehungsweise gar nicht zu öffnen, sofern Erzieherinnen, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler oder betreute Kinder nicht zweimal pro Woche getestet werden könnten. Ab einer Inzidenz von 200 könnte es demnach eine Schließung von Schulen und Kitas geben. Davon wären derzeit im Südwesten Schwäbisch Hall und Rastatt betroffen. Allerdings liegen auch der Hohenlohekreis (191,7), der Main-Tauber-Kreis (178,2) und der Kreis Sigmaringen (176,5) nicht mehr weit von dem Schwellenwert entfernt.

Grünen-Fraktionschef für Schulschließung ab Inzidenz 200

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz hält eine Schließung der Schulen ab einem Wert von 200 für richtig. "In Hochinzidenzgebieten – beispielsweise in Regionen mit mehr als 200 Neuinfektionen - sollte zum Schutz der Gesundheit der Kinder und Lehrer ausschließlich digitaler Unterricht angeboten werden", sagte Schwarz der dpa.

Für nach Ostern müsse man aber für Schülerinnen und Schüler eine Perspektive entwickeln. «Für uns steht die Gesundheit der Schüler und Lehrer im Vordergrund. Daher benötigen wir einen inzidenzbasierten Stufenplan für den Unterricht an unseren Schulen», erklärte der Grünen-Politiker. "In diesem sollte – abhängig vom Infektionsgeschehen in der jeweiligen Region – festgelegt werden, wann Schüler im Hybridunterricht, im Wechselunterricht zwischen Präsenz und Homeschooling oder in herkömmlicher Weise unterrichtet werden."

Auf Reisen über Ostern verzichten

Angesichts der bevorstehenden Ostertage heißt es in dem Entwurf aus dem Kanzleramt: "Bund und Länder appellieren weiterhin eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten". Und weiter: "Das Auftreten von verschiedenen Covid-19-Varianten und deren weltweite Verbreitung haben gezeigt, dass der grenzüberschreitende Reiseverkehr auch weiterhin auf das absolut erforderliche Mindestmaß begrenzt werden muss." Dieser Passus könnte sich auf die derzeit besonders umstrittenen Reisen von Deutschen nach Mallorca beziehen.

Dem Entwurf zufolge ist indes noch völlig offen, ob es künftig für alle Reisenden aus dem Ausland unabhängig der dortigen Inzidenzen eine Quarantäne- und eine Testpflicht geben soll. Dieser Punkt steht ebenfalls in eckigen Klammern und zudem unter einem "Prüfvorbehalt".

Update, 22. März, 6.10 Uhr: 7-Tage-Inzidenz über 100

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg hat den Wert von 100 überschritten. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Sonntag (Stand: 16 Uhr) bei 103,1, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Damit ist nun landesweit der Wert überschritten, ab dem in den Landkreisen die sogenannte Notbremse greift. Am Vortag hatte der Wert noch bei 99,8 gelegen.

Im Vergleich zum Samstag verzeichnete die Behörde 904 neue Corona-Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit Beginn der Pandemie auf 344.098. Es gab vier neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus - und damit sind es nun 8529 Corona-Tote.

43 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten haben einen Inzidenz-Wert über 50. Nur der Kreis Rottweil (48,6) liegt leicht darunter. In 21 Kreisen liegt die Inzidenz über 100. Die Kreise Rastatt (207,0) und Schwäbisch Hall (306,0) bilden weiterhin die Spitze mit dem landesweit stärksten Infektionsgeschehen.

Rund 984.000 Menschen haben inzwischen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten (Stand: Samstag, 23.55 Uhr). Das sind rund 23.000 mehr als am Vortrag. Über den potenziell vollen Impfschutz mit beiden Impfungen verfügen demnach nun mehr als 440.000 Menschen, rund 9400 kamen im Vergleich zum Vortag dazu.

Die Zahl der bestätigten Fälle steigt weiter an.
Die Zahl der bestätigten Fälle steigt weiter an.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 21. März, 12.05 Uhr: Gemeindetag fordert einheitliche Öffnung des Einzelhandels

Der Gemeindetag Baden-Württemberg hat trotz der derzeit steigenden Corona-Zahlen eine landesweit einheitliche Öffnung des Einzelhandels gefordert. Die Mitgliedsstädte und -gemeinden befürchteten, dass sich Stadtmitten und Ortskerne nach der Bewältigung der Pandemie nicht mehr von den Folgen der aktuellen Einschränkungen erholen werden, teilte eine Sprecherin des Kommunalverbands am Sonntag mit.

Die Existenz von zahlreichen Einzelhandelsgeschäften sowie Gastronomie-, Veranstaltungs- und Tourismusbetrieben sei akut gefährdet. Gemeindetagspräsident Steffen Jäger habe sich deshalb mit einem eindringlichen Schreiben an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) gewandt. Ein landesweit einheitlicher Betrieb des Einzelhandels solle auf Grundlage strenger Hygienekonzepte erwogen werden, so Jäger. Zumindest aber das sogenannte "Click & Meet" solle möglich bleiben.

Der Kommunalverband warnte zudem, aus den Rathäusern im Land gebe es die Rückmeldung, dass die Akzeptanz für die Beschränkungen in den letzten Wochen und Monaten deutlich abnehme und sich daraus ein wachsendes Ausweichverhalten entwickele.

Der Gemeindetag sieht in der Ausweitung der Testinfrastruktur die Möglichkeit, "ein gewisses Maß an gesellschaftlichem Leben zu ermöglichen". Wenn sich die positiven Erfahrungen in Tübingen weiter bestätigten, müsse dieser Ansatz unbedingt kurzfristig im gesamten Land ermöglicht werden, forderte Präsident Jäger mit Blick auf das Modellprojekt in Tübingen mit stadtweiten Schnelltests bei gleichzeitiger Öffnung von Handel, Außengastronomie und Kultur.

Am Montag beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Ministerpräsident Kretschmann hatte zuvor bereits wieder möglicherweise härtere Auflagen angekündigt. "Damit muss man rechnen, dass Dinge zurückgenommen und verschärft werden", sagte der Regierungschef am Freitag.

Steffen Jäger, Präsident des baden-württembergischen Gemeindetags, steht im Foyer der Geschäftsstelle des Gemeindetags.
Steffen Jäger, Präsident des baden-württembergischen Gemeindetags, steht im Foyer der Geschäftsstelle des Gemeindetags.  © Marijan Murat/dpa

Update, 20. März, 18.14 Uhr: Baden-Württemberg nur noch knapp unter Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 100

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten kratzt inzwischen an der Marke von 100. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Samstag (Stand: 16 Uhr) bei 99,8 und damit nur knapp unter dem Wert von 100, ab dem für Kreise eine sogenannte Notbremse gilt, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Im Vergleich zum Vortag verzeichnete die Behörde 2272 neue Corona-Infektionsfälle. Damit stieg der Wert seit Beginn der Pandemie auf 343.194. Dazu kamen 8 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus auf nun 8525.

Nur noch der Kreis Rottweil (37,2) weist eine Inzidenz von weniger als 50 auf. Alle 43 anderen Stadt- oder Landkreise liegen mittlerweile darüber. 17 Kreise verzeichnen eine Inzidenz von mehr als 100. Die Kreise Rastatt (207,4) und Schwäbisch Hall (280,5) bilden die Spitze mit dem landesweit höchsten Infektionsgeschehen.

Rund 961.000 Menschen haben inzwischen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten (Stand: Freitag, 23.55 Uhr). Das sind rund 22.000 mehr als am Vortrag. Über den potenziell vollen Impfschutz mit beiden Impfungen verfügen demnach bereits mehr als 431.000 Menschen, rund 11.000 kamen im Vergleich zum Vortag dazu.

Update, 20. März, 7.39 Uhr: Quarantäneregeln belasten Spargel- und Erdbeeranbauer

Schon im vergangenen Jahr haben die Spargelanbauer wegen coronabedingter Personalengpässe deutlich weniger von dem Stangengemüse geerntet. Strenge Quarantäneregeln könnten die Lage in diesem Jahr noch verschärfen und die osteuropäischen Erntehelfer ganz verschrecken, warnt der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE). "Die strengen Regelungen für Menschen aus Virusvariantengebieten müssen abgemildert werden", sagt Verbands-Geschäftsführer, Simon Schumacher, in Bruchsal.

Bislang müssen Arbeiter aus Regionen mit einer vorherrschenden Virusvariante - wie Tschechien und die Slowakei - auch bei Vorlage eines negativen Testergebnisses erst 14-Tage in ihrem Zimmer auf dem Hof in Quarantäne gehen - aus Sicht von Schumacher unzumutbar. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass Polen und Rumänien - die Hauptherkunftsländer der Erntehelfer - zu solchen Virusvarianten-Gebieten erklärt würden. Folge: Die Arbeiter werden wahrscheinlich gar nicht erst einreisen. Schumacher: "Das hängt wie ein Damoklesschwert über uns."

Der Rückgang der bundesweiten Spargelernte um 19 Prozent im vergangenem Jahr ist laut Statistischem Bundesamt wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass wegen der Pandemie in einigen Regionen ausländische Erntehelfer fehlten.

Arbeiter aus Rumänien ernten auf einem beheizten Feld Spargel.
Arbeiter aus Rumänien ernten auf einem beheizten Feld Spargel.  © Silas Stein/dpa

Update, 19. März, 18.05 Uhr: Über 1900 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Freitag 1932 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 340.922. Derweil sind 311.738 Menschen genesen.

Auch wurden 8 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8517 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 92,2.

Am Freitag wurden dem Landesgesundheitsamt 1932 neue Infektionen mitgeteilt. (Symbolbild)
Am Freitag wurden dem Landesgesundheitsamt 1932 neue Infektionen mitgeteilt. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 19. März, 17.15 Uhr: Das gilt jetzt für die Jugendarbeit im Land

Die Jugendarbeit im Südwesten ist wieder zugelassen.

Wie das Sozialministerium am Freitagnachmittag mitteilt, begründete Sozialminister Manne Lucha (60, Grüne) dies so: "Kinder und Jugendliche brauchen Entfaltungs- und Entwicklungsräume. Die Jugendarbeit bietet als gleichberechtigter und eigenständiger Teil des Bildungswesens hierfür den notwendigen und sicheren Rahmen."

Auch in der Jugendarbeit nehme man einen Strategiewechsel hin zu einer auf den Sieben-Tages-Inzidenzen in einem Stadt- und Landkreis basierenden Öffnung mit Augenmaß vor, so der Minister weiter.

In Stadt- und Landkreisen, in denen an fünf Tagen in Folge eine Sieben-Tages-Inzidenz von unter 100 durch das zuständige Gesundheitsamt festgestellt wird, sind nach Ministeriumsangaben seit dem 15. März Angebote der Jugendarbeit mit einer Beteiligtenzahl von 18 Personen im Außenbereich und 12 Personen im Innenbereich wieder erlaubt.

Stelle das zuständige Gesundheitsamt an fünf Tagen in Folge eine Sieben-Tages-Inzidenz von unter 50 fest, so erhöhe sich die zugelassene Beteiligtenzahl auf 30 Personen im Außenbereich und 18 Personen im Innenbereich.

Liege die Inzidenz an drei Tagen in Folge bei oder über 100, so seien Angebote der Jugendarbeit nur präsenzlos beispielsweise als Online-Angebot zugelassen. Angebote, bei denen die Teilnehmer und Betreuer nicht im eigenen Haushalt übernachten, seien grundsätzlich nicht gestattet.

Sozialminister Manne Lucha (60, Grüne).
Sozialminister Manne Lucha (60, Grüne).  © Felix Kästle/dpa.

Update, 19. März, 12.15 Uhr: Endgültig: Kein Frühlingsfest in Stuttgart wegen Corona

Das traditionsreiche Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart wird wegen der Corona-Pandemie endgültig ausfallen. Das hat der verantwortliche Wirtschaftsausschuss nach Angaben der Stadt am Freitag beschlossen. Das Fest sollte eigentlich vom 17. April bis 9. Mai gefeiert werden.

"Angesichts der drastischen Einschnitte, durch die es über die vergangenen Wochen und Monaten hinweg mühsam gelang die hohen Infektionszahlen innerhalb der Bevölkerung zu senken, ist die Veranstaltung eines solchen Großereignisses aktuell undenkbar", heißt es in einer entsprechenden Drucksache.

"Die Durchführung des Frühlingsfestes in 2021 ist daher nicht zu verantworten und muss für dieses Jahr ausgesetzt werden." Bis in die Sommermonate hinein seien in allen deutschen Großstädten Großveranstaltungen dieser Art abgesagt.

In den vergangenen Jahren hatten die Veranstalter des Frühlingsfestes nach eigenen Angaben zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Besucher gezählt.

Besucher genießen 2019 zur blauen Stunde das 81. Stuttgarter Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen. Diesen Frühling wird es wieder ausfallen.
Besucher genießen 2019 zur blauen Stunde das 81. Stuttgarter Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen. Diesen Frühling wird es wieder ausfallen.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 19. März, 12 Uhr: Crailsheims Basketballer können trotz Corona-Beschränkungen spielen

Die bevorstehende tagsüber geltende Ausgangsbeschränkung im Corona-Hotspot Schwäbisch Hall hat bislang keine Auswirkungen auf die Bundesliga-Basketballer der Hakro Merlins Crailsheim. Das für Sonntag (18 Uhr) geplante Spiel gegen den FC Bayern München soll wie geplant stattfinden, wie ein Clubsprecher am Freitag auf Nachfrage sagte. Zudem will die Mannschaft am Samstagmorgen sowie Sonntagfrüh noch trainieren.

Crailsheim ist die zweitgrößte Stadt des Landkreises Schwäbisch Hall, wo ab Samstag aufgrund der hohen Sieben-Tage-Inzidenz tagsüber eine Ausgangsbeschränkung gilt.

Das Verlassen der Wohnung ist dann nur noch aus triftigem Grund - wie zum Einkaufen, dem Weg zur Arbeit oder Bewegung an der frischen Luft - erlaubt. Allein in Crailsheim betrug die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche am Freitagmorgen (Stand: 8.50 Uhr) 491,5.

Update, 19. März, 9 Uhr: Baden-Airpark: Passagierzahlen wohl auf Jahre unter Vor-Corona-Niveau

Der Chef des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden, Uwe Kotzan, rechnet auf Jahre mit einer Durststrecke für den Baden-Airpark und erst mittelfristig mit einer Normalisierung der Passagierzahlen. Fluggastzahlen wie vor der Corona-Pandemie erwarte er "frühestens Mitte der 2020er Jahre", sagte Kotzan den Badischen Neuesten Nachrichten (Freitag). Ähnlich hatte sich zuletzt bereits die Co-Chefin des Stuttgarter Flughafens, Arina Freitag, für den größten Südwest-Airport in der Landeshauptstadt geäußert.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Fluggäste am Baden-Airpark um etwa 70 Prozent im Vergleich zum Rekord-Vorjahr auf rund 401 000 zurückgegangen. Auch in diesem Jahr werde man bei weitem nicht an alte Zeiten anknüpfen können, sagte Kotzan nun. Bei einem "optimalen Betriebsablauf" gehe man 2021 von nicht mehr als 600 000 Passagieren aus. Dabei würden sich "einige Segmente wie zum Beispiel der Urlauber-Charter" vermutlich schneller erholen als beispielsweise Business-Class-Flüge.

Der Reisemarkt war im vergangenen Jahr angesichts der Folgen der Corona-Pandemie quasi zusammengebrochen, auch bei den Südwest-Flughäfen brachen Passagierzahlen, Flugbewegungen und Umsätze ein.

Update, 19. März, 6.39 Uhr: Lehrergewerkschaft fordert: nur geimpfte Lehrer sollen unterrichten

Lehrer sollten nach Überzeugung des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) nur unterrichten, wenn sie ausreichend vor dem Coronavirus geschützt sind. "Ohne Impfungen keine Schulöffnung", sagte der baden-württembergische VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand der dpa. "Nur wer geimpft ist, sollte in der aktuellen Pandemie-Situation unterrichten."

In Baden-Württemberg können sich Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte impfen lassen - egal, an welcher Schule sie unterrichten und ob sie bereits wieder in Präsenz an der Schule sind. Sie erhalten allerdings den Impfstoff von Astrazeneca, der in den vergangenen Tagen vorsorglich nicht gespritzt wurde.

Brand forderte weiter, das Land müsse einen Rahmen vorgeben und in diesem auch die Verantwortung übernehmen. "Da sich die Inzidenzen im Land sehr unterschiedlich entwickeln, benötigen die Schulen aber auch die Möglichkeit, innerhalb des Rahmens eigene Regeln treffen zu können", schränkte er ein. Werde dies eng mit dem Schulamt abgestimmt, könnten Schulen auch keine Alleingänge machen, sondern mit Blick auf die benachbarten Schulen eingebunden werden.

Nach wochenlangem Corona-Lockdown waren am vergangenen Montag rund 200.000 Fünft- und Sechstklässler wieder in den Unterricht zurückgekehrt. Zudem waren die Grundschulen mit ihren etwa 380.000 Schülern nach drei Wochen Wechselunterricht ebenfalls am Montag wieder zum Regelbetrieb übergegangen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Philologenverband hatten den aus ihrer Sicht leichtsinnigen Start zum Präsenzunterricht mit einem Stirnrunzeln begleitet.

VBE-Landeschef Brand will am Freitag (11 Uhr) in Stuttgart gesammelte Rückmeldungen der Schulen nach der ersten Öffnungswoche präsentieren und die Folgen der Landtagswahl für die Bildungspolitik aus Sicht des VBE skizzieren. Außerdem will er nach eigenen Angaben Details zur "Impfpflicht" für Lehrer nennen.

Update, 19. März, 6.07 Uhr: Landkreistag fordert landesweit einheitliche Corona-Regeln

Der Landkreistag Baden-Württemberg hat landesweit einheitliche Corona-Regeln gefordert - auch wenn die Inzidenzwerte weiterhin regional unterschiedlich bleiben sollten. "Wir brauchen zur effektiven Pandemiebewältigung schon aus Akzeptanzgründen landeseinheitliche Regelungen", teilte der Präsident des Landkreistags, Joachim Walter mit. Die Landkreise bewerteten das Konzept regionalisierter Öffnungen und Schließungen kritisch.

Das Infektionsgeschehen ist aus Sicht des Landkreistages insbesondere mit Blick auf die Virusvarianten im Wesentlichen gleich verteilt - auch wenn es aktuell Land- und Stadtkreise mit niedrigerer oder besonders hoher Inzidenz gebe, so Walter. Landesweit einheitliche Regeln seien deshalb "sinnvoll und zielführend". Sie würden zudem die Akzeptanz der Corona-Maßnahmen in der Bevölkerung erhöhen, was umso wichtiger sei, da die Menschen zunehmend ungeduldiger würden.

Dennoch sollten weiterhin unter "unter Wahrung strikter Hygienestandards" in bestimmten Bereichen Öffnungen möglich sein. Vor allem dem Einzelhandel habe das Robert Koch-Institut ein niedriges Infektionsrisiko attestiert, sagte Landkreistags-Präsident Walter.

Bund und Länder hätten sich Anfang März darauf geeinigt, dass in den Stadt- und Landkreisen abhängig von den Corona-Infektionszahlen pro 100.000 Einwohner in einer Woche Lockerungen möglich sein sollen. Nur für Kreise mit einer sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 sollen die Lockerungen im Handel und in der Freizeit wegfallen. Dadurch ergeben sich regional unterschiedliche Corona-Regeln, was auch bei der Bevölkerung mitunter auf Widerstand stößt.

Ein Schild weist auf die Maskenpflicht hin.
Ein Schild weist auf die Maskenpflicht hin.  © DPA / Marijan Murat

Update, 18. März, 22.06 Uhr: Impfungen mit AstraZeneca werden wieder aufgenommen

Baden-Württemberg nimmt die Impfungen mit Astrazeneca an diesem Freitag wieder auf. Wie das Stuttgarter Sozialministerium am Donnerstagabend mitteilte, folge das Land damit der neuen Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA über die Zulassung des Impfstoffs.

Die Landesregierung habe die Impfzentren darüber informiert. Die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern hatte am Donnerstagabend einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Baden-Württemberg nimmt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca wieder auf.
Baden-Württemberg nimmt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca wieder auf.  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 18. März, 19.09 Uhr: Fast 2000 neue Infektionen, 32 Todesfälle

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg teilte mit, dass am Donnerstag weitere 1999 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet wurden. Damit stieg die Anzahl der seit Pandemie Infizierten auf 338.990. Davon sind inzwischen circa 310.723 Menschen genesen. Todesfälle gab es bereits 8509, das waren 32 mehr als zum Vortag.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 338.990 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8509 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 338.990 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8509 starben.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 18. März, 17.49 Uhr: Baden-Württemberg setzt weiteren Öffnungsschritt zunächst aus

Baden-Württemberg setzt weitere Lockerungen für Freizeit und Handel zunächst aus. Der für frühestens ab dem 22. März geplante Öffnungsschritt werde zurückgestellt, teilte eine Sprecherin des Staatsministeriums am Donnerstag mit.

"Die aktuelle Lage ist derart dynamisch, dass wir unsere Maßnahmen an diesem Infektionsgeschehen ausrichten müssen", teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) dazu mit.

Der Öffnungsschritt, auf den sich Bund und Länder bei ihrer Konferenz Anfang März geeinigt hatten, hätte weitere Lockerungen für Kreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 oder zwischen 50 und 100 vorgesehen. Die für diesen Öffnungsschritt notwendigen stabilen beziehungsweise rückläufigen Inzidenzen seien derzeit aber nicht in Sicht, hieß es.

"Die Tendenz zeigt leider in die falsche Richtung. Auf dieser Grundlage sind weitere Öffnungen derzeit unrealistisch und nicht sinnvoll", so Kretschmann. Die derzeit geltenden Corona-Regeln sollen deshalb ab Montag angepasst werden. Eine neue Verordnung sei in Arbeit.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 18. März, 16.21 Uhr: Gaststätten können Erlaubnis einfach verlängern

Gaststätten, die infolge der Corona-Krise seit Monaten geschlossen sind, können ihre Lizenz ohne viel Aufwand verlängern lassen. Die pandemiebedingte Schließung sei als wichtiger Grund für eine Fristverlängerung anzusehen, teilte das baden-württembergische Wirtschaftsministerium in Stuttgart am Donnerstag mit Verweis auf einen entsprechenden Erlass mit.

"Ein drohender Verlust der Gaststättenerlaubnis aufgrund längerer Betriebsschließung während der Pandemie kann so schnell und unbürokratisch verhindert werden."

Normalerweise erlischt die Zulassung, wenn der Betrieb nicht innerhalb eines Jahres nach Erteilung der Erlaubnis begonnen oder seit einem Jahr nicht mehr ausgeübt worden ist.

Update, 18. März, 14.40 Uhr: Autozulieferer ZF mit hohen Verlusten in Corona-Krise

Der Autozulieferer ZF hat im Corona-Jahr 2020 einen Nettoverlust von 741 Millionen Euro geschrieben. Der Umsatz fiel um elf Prozent auf 32,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen an Donnerstag bei der Vorstellung seines Jahresberichts mitteilte. Im Vorjahr hatte der Gewinn nach Steuern noch bei 400 Millionen Euro gelegen.

Gründe für die Verluste sind demnach neben den Auswirkungen der Pandemie die Umbrüche in der Automobilbranche und weiter hohe Kosten für Investitionen. Allein in der ersten Jahreshälfte 2020 sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent. Aufgrund der Verluste will das Unternehmen, das nicht an der Börse notiert ist, auf die Zahlung einer Dividende verzichten. ZF ist mehrheitlich in Besitz der Zeppelin-Stiftung der Stadt Friedrichshafen.

Trotz der Krise investierte ZF im Bereich Forschung und Entwicklung mit 2,5 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau. Der Anteil dieser Investitionen stieg sogar von 7,3 auf 7,7 Prozent. "Wir haben an allem gespart, nur nicht an der Zukunft", sagte der Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider.

Aufgrund der Zuwächse im Bereich E-Mobilität und der guten Auftragslage blickt das Unternehmen "zuversichtlich in die Zukunft", wie Scheider sagte. Der Umsatz soll in diesem Jahr auf 37 Milliarden bis 39 Milliarden Euro steigen. Der Vorstand geht davon aus, im zweiten Halbjahr 2021 wieder profitabel zu arbeiten. Die Pandemie bleibe aber ein großer Unsicherheitsfaktor, sagte Scheider. Insbesondere Lieferengpässe seien eine Herausforderung.

Der Bereich E-Mobilität wird für ZF immer wichtiger. Bis Ende 2020 gewann das Unternehmen nach eigenen Angaben Aufträge für elektrische Antriebskomponenten im Umfang von 14 Milliarden Euro für die kommenden Jahre. Weitere Aufträge seien in den ersten Monaten 2021 hinzugekommen.

Der Konzern hatte angekündigt, bis 2022 mehr als 12 Milliarden Euro in die E-Mobilität und das autonome Fahren investieren zu wollen. Im Gegenzug sollen etliche Jobs in anderen Bereichen abgebaut werden - weltweit in den kommenden Jahren bis zu 15 000, hatte der Konzern Mitte des vergangenen Jahres bekanntgegeben.

Stammsitz von ZF ist Friedrichshafen (im Bild eine Monteurin im dortigen Werk).
Stammsitz von ZF ist Friedrichshafen (im Bild eine Monteurin im dortigen Werk).  © Felix Kästle/dpa

Update, 18. März, 11.49 Uhr: Experte: Planbare Eingriffe werden wegen Corona wieder abgesagt

Eine dritte Corona-Welle läuft nach Ansicht eines Experten auf die Krankenhäuser im Südwesten zu. "Ab nächster Woche werden wir wieder planbare Eingriffe absagen müssen, damit wir genug Kapazitäten für die Corona-Fälle haben", sagte Götz Geldner, Koordinator der intensivmedizinischen Versorgung von Corona-Patienten in Baden-Württemberg. Derzeit befinde man sich auf dem Level des Peaks der ersten Welle, wobei die Fälle gleichmäßiger im Land verteilt seien als im Frühjahr vergangenen Jahres.

Die Intensivbetten seien schon zu 10 bis 15 Prozent mit Covid-Patienten belegt, sagte der Ärztliche Direktor der Ludwigsburger RKH-Kliniken. "Wir starten nicht bei Null." Anfang der Woche seien in zwei von sechs Versorgungsgebieten Covid-Patienten in andere Krankenhäuser verlegt worden. Derzeit sei die britische Variante auf dem Vormarsch.

"Das einzige, was uns rausholt, sind die Impfungen", sagte Geldner. Der Intensivmediziner plädierte dafür, den wegen Unsicherheit über mögliche Folgeschäden ausgesetzten Impfstoff von Astrazeneca auf freiwilliger Basis zu verabreichen.

Nach Daten des Registers der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind 261 Covid-Patienten in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung; davon werden 140 invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2109 Intensivbetten von betreibbaren 2440 Betten (86,4 Prozent) belegt.

Laut einem Experten werden OPs wieder verschoben werden.
Laut einem Experten werden OPs wieder verschoben werden.  © Oliver Berg/dpa

Update, 18. März, 11.46 Uhr: Massiver Anstieg der Corona-Inzidenz in Schrozberg auf über 1000

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Kindergarten in Schrozberg (Landkreis Schwäbisch Hall) ist die kleine Gemeinde zu einem der bundesweit am stärksten belasteten Hotspots geworden. Die Sieben-Tage-Inzidenz schoss innerhalb weniger Tage auf einen vergleichbar astronomischen Wert von 1065,5 Fälle (Stand Mittwoch) pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 62 Neuinfektionen in der 5800 Einwohner-Kommune registriert, wie der Landkreis mitteilte.

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Update, 18. März, 11.45 Uhr: Inzidenzen über 50: Ortenau-Landrat verärgert über Ladenschließungen

Der Einzelhandel im Ortenaukreis muss am Samstag wegen gestiegener Corona-Inzidenzwerte wieder schließen - auf Weisung des Landesgesundheitsministeriums und gegen den Widerstand vor Ort. "Ich persönlich finde das nicht richtig", sagte der Landrat des Ortenaukreises, Frank Scherer, am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz. "Es gäbe andere Maßnahmen, die sinnvoller wären." Immerhin habe man mit der Öffnung zwischenzeitlich für einen "verdienten Lichtblick" gesorgt.

Im Ortenaukreis liegt der Inzidenzwert seit dem 11. März über 50. Trotzdem wurde der Einzelhandel bis zuletzt offengehalten - der Kreis argumentierte damit, dass das Infektionsgeschehen nicht diffus sei, und stützte sich dabei auf einen entsprechenden Passus der Coronaverordnung des Landes. Das Gesundheitsministerium in Stuttgart folgte dieser Argumentation laut Scherer aber nicht und verfügte, dass die Geschäfte nun doch schließen müssen. Erlaubt bleibe aber Shoppen mit Termin.

Das Gesundheitsamt könne die Kontakte nachverfolgen und habe einen guten Überblick über das Geschehen, betonte der Landrat. "Der Inzidenzwert kann nur ein Indikator sein. Man muss mehrere Faktoren betrachten." So sei das Gesundheitssystem nicht überlastet, die Bewohner von Pflegeheimen des Kreises seien alle geimpft. Er plädiere dafür, "das man auch mal wieder zum Normalzustand zurückkehrt, was Freiheitsrechte angeht".

Rückendeckung bekam Scherer von der Leiterin des Gesundheitsamts des Kreises, Evelyn Bressau. Man habe wegen der Öffnung von Kitas und Schulen mit steigenden Inzidenzen gerechnet und müsse das jetzt auch aushalten, sagte sie. Die Lage sei eine ganz andere als etwa im vergangenen Jahr: Das Durchschnittsalter der Infizierten sei viel niedriger, das Risiko schwerer Verläufe geringer, man habe höhere Testkapazitäten und verfüge über genügend FFP2-Masken.

Update, 17. März, 18.06 Uhr: Mehr als 2100 neue Infektionen, 22 Todesfälle

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg teilte mit, dass am Mittwoch weitere 2128 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet wurden. Damit stieg die Anzahl der seit Pandemie Infizierten auf 336.991. Davon sind inzwischen circa 309.661 Menschen genesen. Todesfälle gab es bereits 8477, das waren 22 mehr als zum Vortag.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 336.991 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8477 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 336.991 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8477 starben.  © Oliver Berg/dpa

Update, 17. März, 14.31 Uhr: Umsatz des Maschinenbauers Hermle bricht stark ein

Der Maschinenbauer Hermle hat im Geschäftsjahr 2020 einen starken Umsatzrückgang zu verzeichnen. Der Umsatz des Unternehmens mit Sitz Gosheim (Kreis Tuttlingen) fiel auf 296 Millionen Euro nach 463 Millionen Euro im Vorjahr, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) halbierte sich von 114,2 Millionen Euro im Jahr 2019 auf nun 54 Millionen Euro. Angaben zum Nettogewinn machte Hermle zunächst nicht.

Gründe für den starken Umsatzrückgang sind nach Angaben des Unternehmens die Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Strukturwandel in der Automobilindustrie. Der Hersteller von Fräsmaschinen hatte bereits große Umsatzeinbußen infolge der Pandemie erwartet. Die börsennotierte Hermle-Gruppe beschäftigt laut Firmenangaben rund 1300 Mitarbeiter.

Update, 17. März, 13.09 Uhr: Landkreis Schwäbisch Hall fordert zusätzliche Corona-Impfdosen

Der Landkreis Schwäbisch Hall als Region mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten hat für sich zusätzliche Corona-Impfdosen gefordert. Angesichts des starken Infektionsgeschehens und der anhaltend hohen Inzidenz im Landkreis sei dringend eine Hotspot-Strategie erforderlich, heißt es in einem Schreiben an Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) vom Dienstag.

Unterzeichnet wurde es von Landrat Gerhard Bauer und den Oberbürgermeistern der beiden größten Städte des Kreises, Schwäbisch Hall und Crailsheim. Eine Rückmeldung des Gesundheitsministeriums habe es bislang nicht gegeben, teilte eine Sprecherin des Landkreises am Mittwoch mit.

Die Kommunalvertreter weisen in ihrem Schreiben darauf hin, dass "allein die Schließungen und Maßnahmen" das Infektionsgeschehen erkennbar nicht eingedämmt hätten. Zudem seien die Lieferungen der Impfdosen für die Impfzentren im Kreis "drastisch gekürzt" und die Termine für Impfungen mit Astrazeneca abgesagt worden. Zugleich erhalte die Europäische Union zusätzlichen Impfstoff für Hotspots.

Dieser solle deshalb auf Bitte der Kommunalvertreter auch im Kreis Schwäbisch Hall landen, heißt es in dem Schreiben. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag im Landkreis Schwäbisch Hall zuletzt bei deutlich über 200 und wies damit den höchsten Wert in Baden-Württemberg auf.

Zuvor hatte die EU angekündigt, dass sie in den nächsten Wochen über ein Sonderkontingent vier Millionen zusätzliche Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer bekommen soll. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte deutlich gemacht, das Zusatzpaket sei ausgehandelt worden, um gezielt in Corona-Hotspots stärker impfen zu können. Deutschland kann demnach mit rund 740.000 Impfdosen aus dem Kontingent rechnen.

Update, 17. März, 12.48 Uhr: Weniger Verkehrswarnmeldungen im Corona-Jahr 2020

Die Zahl der Warnmeldungen wegen Gefahren im Straßenverkehr ist im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie gesunken. Das geht aus der Jahresbilanz des Verkehrswarndienstes hervor, die das Innenministerium am Mittwoch vorstellte. Demnach gab es 2020 im Südwesten knapp 46.800 Verkehrswarnmeldungen und damit fast 4400 weniger als im Vorjahr.

"Corona hat alles verändert: viel mehr Homeoffice, Kontaktbeschränkungen, eingeschränkte Möglichkeiten in der Freizeitgestaltung – all das hat auch die Mobilität verändert", teilte Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit.

Vor allem auf den Autobahnen hat demnach das geringere Verkehrsaufkommen während der Pandemie Wirkung gezeigt. Für diese Straßen wurden 2020 im Südwesten fast 30.300 Warnmeldungen veröffentlicht. Im Vorjahr lag diese Zahl indes bei 34.600. Die Bundesstraßen im Land kamen 2020 in den Warnmeldungen fast 11.500 Mal vor. 2019 lag diese Zahl bei beinahe 11.800.

Der längste Stau mit 30 Kilometern Länge wurde dem Ministerium zufolge im vergangenen Oktober auf der A6 Nürnberg – Mannheim in Höhe Bad Rappenau (Landkreis Heilbronn) nach einem Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten registriert.

"Wenn der Verkehr stockt oder sich gar ein Stau entwickelt: Bilden Sie immer eine Rettungsgasse. Sie erleichtern den Rettungskräften die Arbeit und helfen, Menschenleben zu retten", sagte Strobl. Bei Rettungseinsätzen zählten häufig Sekunden.

Update, 17. März, 11.46 Uhr: Handwerk hält Umsatz trotz Corona insgesamt stabil

Das Handwerk in Baden-Württemberg hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr trotz Corona-Pandemie insgesamt auf Vorjahresniveau halten können. Allerdings klafft die Entwicklung je nach Branche weit auseinander, wie der Handwerkstag am Mittwoch mitteilte.

In Summe erzielten die Betriebe 2020 einen Umsatz von rund 107 Milliarden Euro. Das waren den Angaben zufolge nur 0,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch die Beschäftigung ging nur leicht um 1,4 Prozent auf rund 810.000 zurück.

Kräftig zugelegt hat laut Handwerkstag vor allem das Baugewerbe, während Industrie-Zulieferer teils herbe Einbußen zu verkraften hatten. Auch das Konditor- und das Brauer-Handwerk litten den Angaben zufolge unter den Corona-Beschränkungen, zudem Friseurinnen und Friseure und Betriebe aus dem Gesundheitshandwerk.

Für 2021 rechnet der Handwerkstag mit einem kleinen Umsatzplus bei konstanter Beschäftigung.

Handwerk kann Umsatz trotz Krise stabil halten. (Symbolbild)
Handwerk kann Umsatz trotz Krise stabil halten. (Symbolbild)  © belchonock /123 RF

Update, 17. März, 10.54 Uhr: Auch Brauereigasthöfe bekommen nun Coronahilfen

Nach Kritik der Branche bekommen nun auch Brauereigasthöfe Coronahilfen. Darauf hat sich die Bundesregierung in Abstimmung mit dem Freistaat Bayern verständigt, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Für Unternehmen mit angeschlossener Gaststätte werde der Zugang zu den November- und Dezemberhilfen verbessert und vereinfacht.

Künftig sei der Gaststättenanteil unabhängig von den Umsätzen des restlichen Unternehmens antragsberechtigt, hieß es. Dies betreffe etwa Brauereigaststätten, Vinotheken von Weingütern und Straußwirtschaften.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nannte die Verständigung ein wichtiges Signal, da viele Brauereigaststätten oder Vinotheken weiter stark unter den aktuellen Corona-Beschränkungen litten. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerium lobte die Ankündigung bei Twitter als "Gute Nachrichten!".

Über die Nachbesserungen war lange verhandelt worden. In einem Offenen Brief deutscher Brauereien von Ende Februar wurde eine eklatante Ungleichbehandlung gegenüber Bäckereien und Konditoreien mit angeschlossenem Café, aber auch Metzgereien mit angeschlossenem Imbiss beklagt. Insgesamt werde die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Brauereien immer dramatischer.

Update, 17. März, 6.54 Uhr: Kartenverkauf für Osterfestspiele 2022 in Baden-Baden startet

Nach der coronabedingten Verschiebung der Baden-Badener Osterfestspiele in diesem Jahr startet an diesem Donnerstag der Vorverkauf für die Ausgabe 2022 - mit mehr als einem Jahr Vorlauf. Auf dem Programm vom 9. bis 18. April 2022 stehen die Opern "Pique Dame" als Neuinszenierung von Moshe Leiser und Patrice Caurier sowie die konzertant aufgeführte Oper "Jolanthe" von Peter Tschaikowsky. Die Berliner Philharmoniker um Chefdirigent Kirill Petrenko sollen Werke des Komponisten Igor Strawinsky erklingen lassen, darunter "Le sacre du printemps", "Petruschka" und "Der Feuervogel". Mit Asmik Grigorian, Anna Netrebko und Sonya Yoncheva sollen drei gefragte Sopranistinnen mit von der Partie sein.

Vergangene Woche hatte das Festspielhaus bekanntgegeben, dass die eigentlich für Ende März/Anfang April geplanten Osterfestspiele dieses Jahr vom 6. bis 9. Mai mit verkürztem Programm nachgeholt werden sollen. "Wir haben dieses Jahr daher alles in Bewegung gesetzt - fast Berge versetzt - um 2021 eine Oper in Baden-Baden spielen zu können", erklärte Petrenko dazu.

"Dafür dehnen wir sogar den Kalender und verschieben Ostern in den Mai." Nichtsdestotrotz stehen alle Pläne hierzu unter Vorbehalt der dann gültigen Corona-Regeln. Der Vorverkauf für die Konzerte soll am 9. April beginnen. Über die Osterfeiertage vom 1. bis 5. April setzt das Festspielhaus sein kostenloses Live-Streaming-Festival "Hausfestspiel" im Internet fort.

Außenaufnahme des Festspielhaus Baden-Baden. Nach der coronabedingten Verschiebung der Baden-Badener Osterfestspiele in diesem Jahr startet an diesem Donnerstag der Vorverkauf für die Ausgabe 2022 - mit mehr als einem Jahr Vorlauf.
Außenaufnahme des Festspielhaus Baden-Baden. Nach der coronabedingten Verschiebung der Baden-Badener Osterfestspiele in diesem Jahr startet an diesem Donnerstag der Vorverkauf für die Ausgabe 2022 - mit mehr als einem Jahr Vorlauf.  © Uli Deck/dpa

Update, 16. März, 19.13 Uhr: Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen fällt wohl wieder aus

Das traditionsreiche Frühlingsfest auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart fällt wohl auch in diesem Jahr coronabedingt aus. Die Stadtverwaltung empfahl eine Absage des Festes im geplanten Zeitraum vom 17. April bis 9. Mai. Dies geht aus einer Vorlage der Verwaltung an den Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen hervor, die am Dienstag verbreitet wurde. Das Gremium befasst sich demnach in seiner nächsten Sitzung am 19. März erneut mit dem Thema.

"Wir wollen uns jedoch Mitte April nochmals mit Schaustellern, Marktkaufleuten und Gastronomen beraten, ob das Frühlingsfest zu einem späteren Zeitpunkt zwischen Mitte Mai und Mitte Juni im Einklang mit der dann geltenden Corona-Verordnung und unter Hygieneauflagen in einer Light-Variante mit Außengastronomie stattfinden könnte", sagte Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU).

Update, 16. März, 18.23 Uhr: Fast 2000 Neu-Infektionen

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg teilte mit, dass am Dienstag weitere 1963 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet wurden. Damit stieg die Anzahl der seit Pandemie Infizierten auf 334.863. Davon sind inzwischen circa 308.629 Menschen genesen. Todesfälle gab es bereits 8455, das waren 19 mehr als zum Vortag.

Update, 16. März, 16.38 Uhr: In Mannheim bekommen Menschen Ersatz für AstraZeneca

Die Stadt Mannheim teilte mit, dass alle Impftermine am Mittwoch stattfinden. Die Menschen, die mit AstraZeneca geimpft werden sollten, werden mit Biontec/Pfizer- und Moderna-Impfstoff versorgt. "Damit reagiert das Impfzentrum auf die vorsorgliche Aussetzung der Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland", hieß es in der Mitteilung.

Update, 16. März, 12.25 Uhr: Pressenhersteller Schuler während Corona-Krise erneut mit Verlusten

Der Pressenhersteller Schuler hat infolge der Corona-Krise erneut Verluste gemacht. Der Auftragseingang sei im vergangenen Jahr um 20 Prozent zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Göppingen mit. Grund sei unter anderem, dass das Geschäft wegen der Pandemie monatelang weitgehend zum Stillstand gekommen sei. Die Automobilbranche, für die Schuler ein wichtiger Zulieferer ist, sei von der Krise besonders betroffen gewesen.

Geholfen habe dem Unternehmen der Wandel in der Automobilbranche hin zur Elektromobilität, sagte der Vorstandsvorsitzende Domenico Iacovelli. Das Unternehmen stellt etwa auch Gehäuseteile für Elektromotoren her. Durch die Gewinne im Bereich Elektromobilität und Einsparungen durch bereits erfolgte Stellenstreichungen wolle Schuler 2021 wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Abbau weiterer Arbeitsplätze sei nicht geplant.

Um Verluste während der Krise zu verringern, setzt das Unternehmen demnach weiterhin auf Kurzarbeit. Zwischen 10 und 15 Prozent der Belegschaft arbeiteten nicht in vollem Umfang, so Iacovelli. Bis 2021 solle es keine Kurzarbeit mehr geben.

Das weltweit agierende Maschinenbau-Unternehmen will Iacovelli zufolge künftig noch stärker auf das Geschäft im Bereich Elektromobilität setzen und mittelfristig auch im Bereich der Wasserstofftechnik tätig werden. Bislang ist Schuler vor allem für seine Spitzentechnologien in der Umformtechnik zur Produktion von Karosserien und Zulieferteilen bekannt.

Seit der Übernahme durch die österreichische Andritz-Gruppe gibt Schuler keine Geschäftszahlen mehr bekannt. Im Jahr 2019 war das Konzernergebnis von plus 13,5 Millionen auf minus 121,9 Millionen Euro gesunken.

Ein Mitarbeiter der Schuler AG reinigt eine Antriebsspindel für eine Schmiedepresse.
Ein Mitarbeiter der Schuler AG reinigt eine Antriebsspindel für eine Schmiedepresse.  © Marijan Murat/dpa

Update, 16. März, 11.35 Uhr: Land will vorerst keine Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer

Die baden-württembergische Landesregierung will Mallorca-Rückkehrer nicht zum Corona-Test an Flughäfen verpflichten. Solche Pläne gebe es derzeit nicht, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums am Dienstag mit.

Das Land Niedersachsen erwägt, die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Mallorca wieder einzuführen, wie am Montag bekannt wurde. Niedersachsen hofft dabei auf eine bundeseinheitliche Regelung.

Am Freitag hatte die Bunderegierung entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen. Damit ist seit Sonntag Urlaub dort wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich.

August 2020: Reiserückkehrer, vorwiegend aus Spanien, stehen mit Mundschutz vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart.
August 2020: Reiserückkehrer, vorwiegend aus Spanien, stehen mit Mundschutz vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 15. März, 18.10 Uhr: 437 neue Infektionen, 17 Todesfälle

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilt, hat sich die Zahl der Coronainfektionen um 437 auf insgesamt 332.900 Fälle erhöht.

657 und damit insgesamt 307.836 Menschen sind von ihrer Erkrankung genesen. 17 Menschen und damit insgesamt 8436 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Das dürfte kaum ein Grund zur Hoffnung sein: Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist in Baden-Württemberg nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Montag (Stand 16 Uhr) zwar sehr leicht gesunken. Allerdings wird am Wochenende auch in der Regel weniger getestet beziehungsweise es werden weniger Ergebnisse übermittelt. Den Daten zufolge registrierten die Behörden im Südwesten im Laufe der vergangenen Woche 74,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am Sonntag hatte der Wert bei 75,9 gelegen.

Ein Viertel der 44 Stadt- und Landkreise überschreitet die Schwelle von 100. Am höchsten ist der Wert im Landkreis Schwäbisch Hall mit 208,9, am niedrigsten im Landkreis Rottweil mit 30,0. In nur noch acht Stadt- und Landkreisen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag unter 50, das war einer weniger als am Sonntag.

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 12.100 Fälle mit Hinweisen auf das Vorliegen von "besorgniserregenden Varianten" übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B1.351) entdeckt worden waren.

860.870 Menschen in Baden-Württemberg sind inzwischen ein erstes Mal gegen das Virus geimpft worden. Das waren 21.551 mehr als nach Daten vom Sonntag. Eine zweite Schutzimpfung, die bei manchen Impfstoffen nötig ist, haben schon 385.918 Geimpfte erhalten (plus 6079).

17,2 Prozent der 2456 betreibbaren Intensivbetten sind der Mitteilung zufolge im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern auch für andere gravierende Erkrankungen.

Die 7-Tage-Inzidenz ist leicht gesunken.
Die 7-Tage-Inzidenz ist leicht gesunken.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 15. März, 15.15 Uhr: Kunsthalle Mannheim muss schließen

Kaum offen und wegen Corona schon schon wieder zu: Die Kunsthalle Mannheim schließt von Dienstag an nach knapp einer Woche mit Publikum bereits wieder ihre Tore.

Grund sei, dass die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 überschritten worden sei. Damit ist der Museumsbetrieb laut Landesverordnung untersagt, teilte das Haus am Montag weiter mit.

Die Kunsthalle Mannheim hatte zu den ersten Museen gezählt, die nach langer coronabedingter Schließung im Südwesten wieder öffneten. Die Öffnung in den jeweiligen Städten ist von den Inzidenzahlen abhängig.

"Ich hoffe inständig, dass wir unsere Türen bald wieder analog öffnen können", sagte Museumschef Johan Holten. Bis dahin werde die Sonderausstellung "Anselm Kiefer" erneut nurmehr digital zu sehen sein.

Update, 15. März, 14.54 Uhr: Hunderttausende Schüler seit Montag wieder im Präsenzunterricht

Nach wochenlangem Corona-Lockdown sind rund 200.000 Fünft- und Sechstklässler am Montag wieder in den Unterricht zurückgekehrt. Zudem gingen die Grundschulen mit ihren etwa 380.000 Schülern nach drei Wochen Wechselunterricht ebenfalls am Montag wieder zum Regelbetrieb über. Nach Auskunft des Kultusministeriums ist dieser Schritt bei der vorsichtigen Rückkehr in den Präsenzunterricht im Land weitestgehend reibungslos und ohne nennenswerte Probleme gestartet. Im Gegensatz zu den Fünf- und Sechstklässlern müssen die Grundschüler keine Masken tragen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Philologenverband begleiten den Start zum Präsenzunterricht mit einem Stirnrunzeln.

Wegen vieler Corona-Fälle hatten Schulen im Landkreis Schwäbisch Hall die Öffnung allerdings verschieben müssen. Die fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen lernen weiter daheim, die Grundschulen bleiben im Wechselunterricht mit geteilten Klassen. Im Landkreis Schwäbisch Hall bewegt sich die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner über einem Wert von 200. Die hohen Infektionszahlen sind unter anderem auf Ausbrüche in Unternehmen, Kitas, Gemeinschaftsunterkünften sowie auf familiäre Zusammenkünfte zurückzuführen. Zudem wird immer häufiger die britische Virusvariante festgestellt (über 70 Prozent).

Der Philologenverband hält die Schulöffnungen in voller Klassenstärke für leichtsinnig. "Die Inzidenz in Baden-Württemberg ist allein von Mittwoch bis Sonntag von 62,7 auf 75,9 gestiegen. Und dieser Anstieg beschleunigt sich weiter", sagte Verbandschef Ralf Scholl. Der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand sagte, es bringe nichts, sich die Pandemie schönzureden. "Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen, dass wir uns am Beginn der dritten Welle befinden."

Dort, wo es regional angezeigt sei, müsse das Land die Möglichkeit zulassen, die Ausdehnung der Pandemie durch geeignete Maßnahmen zu verhindern. Die Schulen sollten vor Ort in Absprache mit dem Staatlichen Schulamt und Gesundheitsamt selbst über die Art und Weise des Unterrichts entscheiden können.

In der grün-schwarzen Koalition hatte es vor der Landtagswahl am 14. März einen Streit über die Abstandsregeln bei der Rückkehr der 5. und 6. Klassen gegeben. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte sich zuletzt vehement gegen einen Wechsel aus Präsenz- und Fernunterricht ausgesprochen.

Schülerinnen und Schüler einer fünften Klasse der Johanniter Realschule Heitersheim sitzen während dem Unterricht in ihrem Klassenzimmer.
Schülerinnen und Schüler einer fünften Klasse der Johanniter Realschule Heitersheim sitzen während dem Unterricht in ihrem Klassenzimmer.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 15. März, 13.47 Uhr: Industrie- und Handelskammern fordern "Post-Corona-Programm"

Die künftige Landesregierung im Südwesten muss nach Ansicht der Industrie- und Handelskammern möglichst schnell klare Perspektiven für die Wirtschaft schaffen. "Wir brauchen ein Post-Corona-Programm, das ganze Ökosysteme wieder aufbaut", sagte der Präsident des Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), Wolfgang Grenke, am Montag.

Er verwies auf die Zukunft der Innenstädte oder auch den von der Pandemie schwer gebeutelten Tourismus. Zugleich müssten die Herausforderungen aus der Vor-Corona-Zeit angegangen werden: etwa die Digitalisierung, die Mobilität oder die Energieversorgung.

Die Bauwirtschaft forderte die Parteien auf, taktische Erwägungen zurückzustellen und sich rasch über die wichtigsten Zukunftsfragen zu einigen. Um den wirtschaftlichen Aufschwung zu sichern, brauche es zielgerichtete Investitionen, sagte der Präsident der Landesvereinigung Bauwirtschaft, Bernhard Sänger.

Rückenwind von der künftigen Landesregierung erhofft sich auch der Genossenschaftsverband. Die Corona-Krise zeige, wie wichtig Genossenschaften für die Stabilität der Wirtschaft und eine sichere Versorgung seien, sagte Verbandspräsident Roman Glaser.

Wolfgang Grenke, Präsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK), spricht beim Neujahrsempfang des Verbandes.
Wolfgang Grenke, Präsident der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK), spricht beim Neujahrsempfang des Verbandes.  © Uli Deck/dpa

Update, 15. März, 7.39 Uhr: Mehr Lockerungen in Freiburg dank niedriger Inzidenz

Geschäfte und Märkte dürfen seit Montag in Freiburg unter Hygieneauflagen nach dem langen Corona-Lockdown wieder komplett öffnen. Grund dafür ist eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50, wie die Stadt mitteilte. Es gilt allerdings Maskenpflicht, außerdem ist die Kundenzahl begrenzt.

Auch Museen, Galerien, Gedenkstätten sowie zoologische und botanische Gärten können wieder ohne vorherige Buchung besucht werden. Allerdings müssen alle Besucher ihre Kontaktdaten angeben. Bereits seit Sonntag ist sogenannter kontaktarmer Sport mit maximal zehn Leuten im Freien und auf Außensportanlagen wieder erlaubt.

Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) appellierte an die Menschen, umsichtig zu bleiben und sich weiterhin an die Regeln zu halten. Nur so könnten die Lockerungen auch bestehen bleiben. Am Sonntag hatte die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in Freiburg bei 43,3 gelegen. Landesweit lag sie bei knapp 76.

Ein Fahrradkurier fährt vor dem Freiburger Rathaus im Stühlinger entlang.
Ein Fahrradkurier fährt vor dem Freiburger Rathaus im Stühlinger entlang.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 14. März, 17.50 Uhr: Fast 660 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Sonntag 659 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 332.463. Derweil sind 307.179 Menschen genesen.

Auch wurden 5 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8419 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 75,9.

Über 600 neue Infektionen wurden am Sonntag gemeldet. (Symbolbild)
Über 600 neue Infektionen wurden am Sonntag gemeldet. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 13. März, 22.22 Uhr: 1575 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg

Wie das baden-württembergische Landesgesundheitsamt mitteilte, wurden am Samstag weitere 1575 Corona-Infektionen gemeldet. Damit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 331.804. Davon sind inzwischen 306.348 Menschen genesen. Außerdem sind bisher im Zusammenhang mit Covid-19 8414 Menschen gestorben, das waren sieben mehr als zum Vortag.

Update, 13. März, 7 Uhr: Mit KI schwere Corona-Erkrankungen erkennen

Warum manche Menschen nach einer Corona-Infektion schwer erkranken und andere sie noch nicht einmal bemerken, wollen Experten nun in einer Studie herausfinden.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Tübingen wollen mit Medizinern des Universitätsklinikums Tübingen Angaben von Patienten nutzen, um durch statistische Methoden Muster in diesen Daten zu erkennen.

Maschinelles Lernen ermöglicht, Zusammenhänge in großen, komplexen Datenmengen zu erkennen, was Menschen aufgrund der großen Zahl an Daten unmöglich ist. Diese Fähigkeit soll nach Auskunft der Experten für die Vorhersage des Krankheitsverlaufes genutzt werden.

Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme ist weltweit führend auf diesem Forschungsgebiet. Die Studie wird durch die Gesundheitsämter der Landkreise Reutlingen, Tübingen und des Zollernalbkreises unterstützt.

Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen. (Archiv)
Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen. (Archiv)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 12. März, 18.23 Uhr: Mehr als 1500 neue Infektionen, 29 Todesfälle

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Freitag 1519 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 330.229. Derweil sind 305.446 Menschen genesen.

Auch wurden 29 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8407 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 69,1. Am Vortag lag sie bei 66,1.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 330.229 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8407 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 330.229 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8407 starben.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 12. März, 17.29 Uhr: Corona-Schnelltests künftig auch bei privaten Testanbietern

Corona-Schnelltests für alle sollen in Baden-Württemberg bereits bald auch bei privaten Testanbietern möglich sein. Bislang gibt es solche Angebote nur bei einigen Apotheken, Arztpraxen und kommunalen Testzentren. Nach einer Verordnung des Landesgesundheitsministeriums müssen sich Privatanbieter beim örtlichen Gesundheitsamt zertifizieren lassen, die Schnelltests können sie über die Kassenärztliche Vereinigung abrechnen. Auch sogenannte Drive-Ins für den Test "im Vorbeifahren" seien möglich, hieß es am Freitag.

"Damit können nun ohne weitere umfassende Antragsformalitäten Anbieter für Schnelltests unkompliziert tätig werden", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne) in Stuttgart. Anbieter sind aber an Qualitätsstandards gebunden. Sie dürfen unter anderem nur geschultes Personal einsetzen, das Angebot sollte auf Dauer angelegt sein, und es müssen alle Hygieneregeln eingehalten werden.

Mit Verzögerung hatten Hunderte von Apotheken am Dienstag mit den kostenlosen Corona-Schnelltests für jedermann begonnen. Bei 500 auf dem Portal der Landesapothekerkammer erfassten Apotheken können sich Menschen in Baden-Württemberg nun auf das Virus testen lassen.

Bislang waren die Apotheken schon in die Tests von Schul- und Kitapersonal, engen Kontaktpersonen Infizierter und Personal nicht-medizinischer Heilberufe eingebunden. Im jüngsten Bund-Länder-Beschluss zur Corona-Krise wurde festgelegt, dass der Bund die Kosten für einen Schnelltest pro Bürger und Woche übernimmt.

Ein Corona-Schnelltest an einer Teststation für Schüler und Personal zeigt das Testergebnis "negativ".
Ein Corona-Schnelltest an einer Teststation für Schüler und Personal zeigt das Testergebnis "negativ".  © Daniel Karmann/dpa

Update, 12. März, 17.11 Uhr: Gaildorf setzt nach Crailsheim weitere Öffnungen der Schulen aus

Wegen vieler Corona-Fälle verschieben nun zwei Schulen im Landkreis Schwäbisch Hall die Öffnung der Schulen. Angedacht war eine Rückkehr in den Präsenzunterricht der Grundschulen sowie der fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen. Doch daraus wird jetzt nichts.

Crailsheim hatte dies bereits am Donnerstag verkündet, am Freitag zog Gaildorf nach. Es gilt damit: Die fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen lernen weiter daheim, die Grundschulen bleiben im Wechselunterricht. Der Landkreis Schwäbisch Hall gehört mit einer Inzidenz von 193,1 zu den Hotspot-Regionen in Deutschland.

Der Bürgermeister von Gaildorf, Frank Zimmermann, sagte am Freitag: "Sobald die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Schwäbisch Hall wieder deutlich sinkt, können selbstverständlich weitere Öffnungsschritte an den Gaildorfer Schulen angedacht werden."

Crailsheims Oberbürgermeister Christoph Grimmer erklärte am Freitag: "Mit Blick auf die hohen Inzidenzwerte halte ich es für angebracht, den Betrieb des Wechsel- und Fernunterrichts weiter aufrechtzuerhalten und nicht in den Präsenzbetrieb zurückzukehren."

Ein Mund- und Nasenschutz liegt im Unterricht auf einem Weltatlas.
Ein Mund- und Nasenschutz liegt im Unterricht auf einem Weltatlas.  © Matthias Balk/dpa

Update, 12. März, 15.52 Uhr: Rolls-Royce Power Systems trotz Corona-Pandemie in Gewinnzone

Die Corona-Pandemie hat den Antriebssysteme- und Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems hart getroffen, das Unternehmen bleibt aber in der Gewinnzone. Negativ habe sich unter anderem der Zusammenbruch des Tourismus auf das Ergebnis bei der kommerziellen Schifffahrt ausgewirkt, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag in Friedrichshafen. Das Unternehmen erwartet einen besseren Auftragseingang im ersten Halbjahr 2021 und eine Rückkehr zu früheren Ergebnissen im kommenden Jahr.

Rolls-Royce Power Systems schloss sein Geschäftsjahr 2020 mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 178 Millionen britischen Pfund (200 Mio. Euro) ab, nach 367 Millionen Pfund im Vorjahr. Bereinigt wurde dabei den Angaben zufolge um nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Geschäftsfelder. Der Umsatz schrumpfte von 17 Prozent auf rund 2,7 (2019: 3,18) Milliarden Pfund. Angaben zum unbereinigten Ergebnis wurden nicht gemacht.

"Die Covid-19-Krise hat uns hart getroffen, und trotzdem sind wir profitabel, wenn auch nicht in gleichem Maß wie in den Jahren zuvor", sagte Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems.

Unter der Marke MTU vertreibt das Unternehmen schnelllaufende Motoren und Antriebssysteme für Schiffe, für schwere Land- und Schienenfahrzeuge, für militärische Fahrzeuge und zur Energieerzeugung.

Eine Stele mit der Aufschrift Rolls-Royce samt Logo steht vor dem Eingang des Werks 1 in Friedrichshafen.
Eine Stele mit der Aufschrift Rolls-Royce samt Logo steht vor dem Eingang des Werks 1 in Friedrichshafen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 12. März, 9 Uhr: Barmer Landeschef kritisiert schleppende Digitalisierung

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Landesgeschäftsführer der Krankenkasse Barmer, Winfried Plötze, die schleppende Digitalisierung im Gesundheitswesen kritisiert.

In Deutschland sei die elektronische Patientenakte viel zu spät eingeführt worden, sagte er den Badischen Neuesten Nachrichten (Freitag). "Hätten wir diese schon vor fünf Jahren umgesetzt, dann hätten wir jetzt vielleicht auch einen elektronischen Impfpass."

Stattdessen arbeite man im Gesundheitswesen noch viel mit Papierakten und versende Faxe, bemängelte Plötze. Außerdem tue die Politik zu wenig, um Krankheiten wie Adipositas oder Diabetes vorzubeugen - und damit auch schweren Verläufen von Covid-19.

In anderen Feldern stellte er dem deutschen Pandemie-Management aber ein gutes Zeugnis aus. So verfügten die Kliniken hierzulande über mehr Intensivbetten als in anderen EU-Ländern. Ein "Pluspunkt" sei zudem der ambulante Sektor: "Die meisten Menschen mit Symptomen haben einen Haus- oder Facharzt aufgesucht und sind nicht in eine Klinik gegangen, in der sie das Virus hätten verbreiten können."

Ein Pieks gegen das Coronavirus: Barmer-Chef Plötze kritisiert das Fehlen eines digitalen Impfpasses. (Symbolbild)
Ein Pieks gegen das Coronavirus: Barmer-Chef Plötze kritisiert das Fehlen eines digitalen Impfpasses. (Symbolbild)  © Ted S. Warren/AP/dpa

Update, 11. März, 18.32 Uhr: Mehr als 1500 neue Infektionen, 33 Todesfälle

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Donnerstag 1543 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 328.710. Derweil sind 304.674 Menschen genesen.

Auch wurden 33 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8378 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 66,1. Am Vortag lag sie bei 62,7.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 328.710 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8378 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 328.710 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8378 starben.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. März, 10.15 Uhr: Auch das Karlsruher "Fest" wegen Corona abgesagt

Auch das Open-Air-Spektakel "Das Fest" in Karlsruhe ist wegen Corona für dieses Jahr abgesagt worden. "Die Entwicklungen machen es aus unserer Sicht unrealistisch, "Das Fest" zu präsentieren, wie wir es aus der Vergangenheit kennen und lieben", so ein Sprecher. Tickets können zurückgegeben werden. "Das Fest" ist eines der größten Musikfestivals in Süddeutschland. Jährlich zählt es an drei Tagen bis zu 250.000 Besucher.

Zuvor hatte das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live mitgeteilt, dass sieben große Open-Air-Festivals wegen der Corona-Pandemie ausfallen, darunter das «Southside»-Festivals in Neuhausen ob Eck (Landkreis Tuttlingen).

Update, 11. März, 9.41 Uhr: Hugo Boss will zu Wachstum zurückkehren

Der Modekonzern Hugo Boss will 2021 die Corona-Delle hinter sich lassen. So geht das Unternehmen von einem deutlichen Umsatzanstieg im laufenden Jahr aus, wie Hugo Boss am Donnerstag in Metzingen mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) sowie das Konzernergebnis sollen deutlich zulegen. Allerdings geht der Konzern davon aus, dass die Corona-Pandemie das erste Quartal noch deutlich beeinträchtigen dürfte. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich das Geschäft jedoch spürbar erholen.

Hugo Boss war im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie 2020 in die roten Zahlen gerutscht. Der Modekonzern verbuchte unter dem Strich einen Verlust von 219 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 205 Millionen ein Jahr zuvor. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel ein Verlust von 236 Millionen Euro an nach einem Plus von 344 Millionen 2019.

Der Umsatz sank um ein Drittel auf 1,95 Milliarden Euro. Im vierten Quartal blieb das Geschäft wegen der anhaltenden Beeinträchtigungen durch die Pandemie weiter spürbar hinter dem Vorjahr zurück. Beim Ebit erzielte Hugo Boss dabei dank Einsparungen mit 13 Millionen Euro einen positiven Wert. Die Umsätze sanken um knapp 30 Prozent.

Das Modeunternehmen Hugo Boss will zu Wachstum zurückkehren.
Das Modeunternehmen Hugo Boss will zu Wachstum zurückkehren.  © DPA / Sebastian Gollnow

Update, 11. März, 6.10 Uhr: Autohäuser wollen rasch wieder ganz öffnen

Die Autohäuser in Baden-Württemberg fordern weitere Öffnungsschritte, um die Geschäfte wieder stärker anstoßen zu können. Bislang können Kunden nur nach Terminvereinbarung in den Verkaufsraum kommen, wie der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg in Stuttgart mitteilte. Präsident Michael Ziegler will am Donnerstag (11 Uhr) die Jahresbilanz für 2020 vorstellen. Der Verband verweist darauf, dass die Verkaufsräume in der Regel groß seien und es nur ein geringes Kundenaufkommen gebe.

In dem Verband sind rund 4100 Betriebe mit 52.000 Beschäftigten organisiert. Sie machten 2019 einen Umsatz von rund 26,1 Milliarden Euro. Die wochenlangen Schließungen der Autohäuser haben das Kraftfahrzeuggewerbe in Baden-Württemberg im Corona-Jahr 2020 vor allem beim Verkauf neuer Autos hart getroffen. Die Pkw-Neuzulassungen seien um 18 Prozent eingebrochen. Auch das Servicegeschäft habe aufgrund eines Rückgangs der Werkstattdurchgänge gelitten.

Derzeit können Kunden Autos nur nach Besichtigungstermin ansehen.
Derzeit können Kunden Autos nur nach Besichtigungstermin ansehen.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. März, 20.18 Uhr: Varianten verdrängen ursprüngliches Virus

Die Corona-Varianten verdrängen das ursprüngliche Virus in Baden-Württemberg zunehmend. In der vergangenen Kalenderwoche lag ihr Anteil mit 59 Prozent unter den untersuchten positiven Tests kurz vor der 60-Prozent-Marke.

Wie das Landesgesundheitsamt am Mittwoch in Stuttgart weiter mitteilte, entspricht das einer Steigerung von elf Punkten im Vergleich zur Vorwoche. Diese Werte stammen vom ALM, dem Verband der akkreditierten Labore in der Medizin.

Seit Dezember 2020 wurden dem Landesgesundheitsamt 8810 Virusvarianten mit besonderer Bedeutung gemeldet. Seit dem Jahreswechsel wurden bei dem Amt 667 Ausbrüche mit 2908 Varianten registriert.

Die Zahl der übermittelten Fälle von Corona-Varianten waren in den mittleren Altersgruppen am höchsten, bei alten und jungen Menschen relativ niedrig.

Update, 10. März, 17.55 Uhr: Fast 1500 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Mittwoch 1483 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 327.167. Derweil sind 303.704 Menschen genesen.

Auch wurden 31 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8345 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 62,7. Am Vortag lag sie bei 60,7.

Am Mittwoch wurden fast 1500 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Mittwoch wurden fast 1500 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10. März, 14.02 Uhr: Fünft- und Sechstklässler sollen zweimal die Woche getestet werden

Bei der Rückkehr der fünften und sechsten Klassen in die Schulen sollen die Kinder wie schon die Lehrkräfte zweimal die Woche kostenlos getestet werden. Darauf hat sich die grün-schwarze Regierung verständigt, wie die dpa am Mittwoch in Stuttgart aus Regierungskreisen erfuhr.

Von diesem Montag an bis zu den Osterferien sollen sich die Eltern darum kümmern, dass ihre Kinder sich bei Apotheken, Hausärzten oder kommunalen Anlaufstellen auch an Schulen auf das Coronavirus testen lassen. Erst nach den Ferien soll es flächendeckend an den Schulen Testzentren geben. Die Osterferien beginnen am 1. April, am 12. April müssen die Kinder und Jugendlichen wieder zur Schule.

Das Land geht mit dieser Teststrategie über den Bund-Länder-Beschluss von vor einer Woche hinaus. Dort hatte es geheißen, die Länder sollten sicherstellen, "dass das Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler pro Präsenzwoche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest erhalten". Der Städtetag hatte am Montag erklärt, drei Viertel der Kommunen unterstützten das Land seit der Wiedereröffnung der Kitas und Schulen durch mobile Testteams direkt in der Einrichtung. Hier sei Baden-Württemberg weiter als andere Bundesländer.

In der Frage, ob die Kinder der fünften und sechsten Klassen bei der geplanten vollständigen Rückkehr in die Schulgebäude den coronabedingten Abstand von eineinhalb Meter einhalten müssen, gibt es dem Vernehmen nach noch Gesprächsbedarf. Am Dienstag hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) darauf bestanden, dass dieser Abstand beachtet werden müsse. Ansonsten müsse überlegt werden, ob es einen Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht geben könne.

Das Kultusministerium lehnt Wechselunterricht jedoch ab und pocht weiter darauf, dass es "kein förmliches Abstandsgebot" geben könne, weil nicht alle Schulen das gewährleisten könnten.

Update, 10. März, 13.08 Uhr: Studie: Corona-Auswirkungen auf Arbeitsmarkt vergleichsweise gering

Die ersten Monate der Corona-Krise haben den Arbeitsmarkt im Südwesten im vergangenen Jahr laut einer Studie weit weniger hart getroffen als in den meisten anderen Bundesländern. Je nach Region und der jeweiligen Wirtschaftsstruktur fielen die Auswirkungen aber sehr unterschiedlich aus, wie eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit ergeben hat, die am Mittwoch vorgestellt wurde.

Als Folge der ersten Corona-Welle sind demnach von April bis Juli 2020 in ganz Baden-Württemberg rund 37.000 Menschen zusätzlich arbeitslos geworden. Gemessen an der Zahl der sogenannten Erwerbspersonen war der Corona-Effekt damit aber eher gering.

Auf jeweils 1000 Erwerbspersonen kamen im Schnitt 5,7 zusätzliche Arbeitslose. Niedriger war der Wert laut Studie nur im Saarland (4,9) und in Rheinland-Pfalz (5,6). In Berlin etwa war er mit 12,4 mehr als doppelt so hoch. Der bundesweite Schnitt lag bei 6,8. Betrachte man all die Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringe, zeige sich der Arbeitsmarkt "erstaunlich stabil", sagte der Chef der Regionaldirektion, Christian Rauch.

Auch innerhalb Baden-Württembergs war die Spannweite aber groß: von 2,6 im Landkreis Schwäbisch-Hall bis zu 13,7 in Baden-Baden. IAB-Studienautorin Silke Hamann führt das auf die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur zurück. In Baden-Baden etwa sei der Anteil von Beschäftigten im Gastgewerbe landesweit am höchsten, sagte sie.

Generell sei der Effekt in Städten, wo es viel Gastgewerbe und Kultur und ein großes Dienstleistungsangebot gebe, größer als auf dem Land. Zudem seien ausländische Beschäftigte viel stärker betroffen als deutsche, weil sie überproportional in den Branchen und Berufen mit den größten Einschränkungen tätig seien.

Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.
Christian Rauch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.  © Tom Weller/dpa

Update, 10. März, 10.34 Uhr: Sofortprogramm und Liquiditätshilfe für Schulen in freier Trägerschaft

Das baden-württembergische Kultusministerium teilte am Mittwoch mit, dass Schulen in freier Trägerschaft wie schon im Vorjahr auch 2021 einen Ausgleich für entgangene Betreuungsgebühren erhalten.

Das Kabinett beschloss am Dienstag zum einen, dass das Land aus der Rücklage für Haushaltsrisiken zwei Millionen Euro zur Verfügung stellen wird. Außerdem werden die monatlichen Abschlagszahlungen über einen Zeitraum von zwei Monaten um jeweils drei Millionen Euro erhöht.

"Auch die Schulen in freier Trägerschaft haben während des zweiten Lockdowns auf Elternbeiträge verzichtet. Genauso, wie wir die Kommunen bei den Elternbeiträgen entlasten, ist es selbstverständlich, dass wir auch die Schulen in freier Trägerschaft schnell und unbürokratisch unterstützen, denn auch sie mussten in der Zeit der Schul- und Kitaschließung auf Einnahmen aus Betreuungsverträgen verzichten", wird Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU) zitiert.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU).
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 9. März, 18.57 Uhr: Mehr als 1300 neue Corona-Fälle im Südwesten gemeldet

Nach dem Mini-Rückgang am Montag ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg am Dienstag wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes (Stand: 16 Uhr) kamen innerhalb von 24 Stunden 1339 neu gemeldete Corona-Fälle hinzu. Damit stieg die Gesamtzahl seit Ausbruch der Pandemie auf 325.684. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg von 60,3 auf 60,7.

Zudem wurden im Zusammenhang mit Covid-19 weitere 23 Todesfälle gemeldet. Insgesamt sind es nun 8314. Dem stehen schätzungsweise 302.814 Genesene gegenüber, was einer Zunahme um 742 entspricht.

Fünf Kommunen weisen eine Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 35 auf: der Landkreis Böblingen (34,9), der Schwarzwald-Baar-Kreis (30,1), der Landkreis Tübingen (28,0) sowie die Stadtkreise Heilbronn (34,0) und Pforzheim (34,9). Einen dreistelligen Wert hat weiterhin der Landkreis Schwäbisch Hall (175,3).

Die Gesamtzahl stieg seit Ausbruch der Pandemie auf 325.684.
Die Gesamtzahl stieg seit Ausbruch der Pandemie auf 325.684.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 9. März, 9.29 Uhr: GEW fordert Wechsel- statt Präsenzunterricht in 5. und 6. Klassen

Die Lehrergewerkschaft GEW hält den vom Kultusministerium geplanten Präsenzunterricht für die Klassen 5 und 6 ab kommenden Montag unter den jetzigen Bedingungen für nicht zu verantworten.

GEW-Landeschefin Monika Stein erklärte am Dienstag, sie erwarte, dass die grün-schwarze Regierung bei ihrer heutigen Sitzung die Pläne von Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU) korrigiere. "Wir sind gespannt, ob es sich die Grünen gefallen lassen, dass Eisenmann die öffentlichen Zusagen von Kretschmann nicht einhält."

Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) habe versprochen, dass Öffnungen nur stattfinden, wenn eine klare Teststrategie vorhanden und gute Sicherheitsmaßnahmen garantiert seien. Dies sei aber nicht der Fall. "Wir brauchen zuerst weiter den Wechselunterricht", forderte Stein.

Die Gewerkschaftschefin monierte, Eisenmann habe keine landesweiten Regeln vorgegeben und nicht für kommunale Teststrategien gesorgt. Stattdessen schiebe sie die Umsetzung erneut den Schulleitungen zu.

"Wenn Kretschmann dies zulässt, werden in sechs Tagen in den Schulen ganze Klassen stundenlang ohne Schutz in vollen Klassenzimmern sitzen und dadurch derzeit unkalkulierbaren Gefahren ausgesetzt. Ganze Grundschulen zu öffnen und die Klassen 5 und 6 ohne Abstand im Klassenzimmer, das funktioniert nicht", sagte Stein.

Wenn Eisenmann in den letzten Wahlkampftagen die wieder steigenden Infektionszahlen und die Gefahr durch Virusmutationen ignoriere, müsse wenigstens Kretschmann für möglichst sichere Lernbedingungen sorgen.

Monika Stein ist die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg.
Monika Stein ist die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 9. März, 7.47 Uhr: Fuchs Petrolub bleibt wegen Corona-Pandemie vorsichtig

Der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub bleibt aufgrund der Corona-Pandemie für das laufende Jahr vorsichtig. Fuchs Petrolub gehe zwar von einer Erholung der Weltwirtschaft in allen Regionen aus, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag in Mannheim mit. Es werde jedoch voraussichtlich noch nicht in allen Industrien und Kundengruppen des Unternehmens das Vorkrisenniveau erreicht. Zudem belasteten infolge der Corona-Pandemie entstandene Unterbrechungen der Lieferketten das Geschäft weiter.

Das Unternehmen geht beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) davon aus, den Vorjahreswert von 313 Millionen Euro zu halten. Für den Umsatz peilt Fuchs Petrolub einen Zuwachs auf das Vorkrisenniveau 2019 von knapp 2,6 Milliarden Euro an. 2020 schrumpfte der Umsatz um acht Prozent auf 2,4 Milliarden. Fuchs Petrolub hatte im Januar bereits Eckdaten vorgelegt.

Unter dem Strich blieb 2020 ein Gewinn von 221 Millionen Euro. Das waren drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dennoch will Fuchs Petrolub die Dividenden jeweils um zwei Prozent erhöhen.

Das Logo des Schmierstoffspezialisten Fuchs Petrolub ist am Eingang der Firmenzentrale zu sehen.
Das Logo des Schmierstoffspezialisten Fuchs Petrolub ist am Eingang der Firmenzentrale zu sehen.  © picture alliance / dpa

Update, 8. März, 17.43 Uhr: Inzidenz bleibt bei über 60

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Montag 414 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 324.345. Derweil sind 302.072 Menschen genesen.

Auch wurden 21 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8291 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 60,3. Am Vortag lag sie bei 60,5, nach 59,3 am Samstag.

Am Montag wurden über 400 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Montag wurden über 400 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 8. März, 15.26 Uhr: Berufsschullehrer ächzen unter Mehrbelastung infolge von Corona

Zwei von drei Berufsschullehrern leiden nach Angaben ihres Verbandes (BLV) wegen des coronabedingten Wechsel- und Fernunterrichts unter einer deutlich gestiegenen Arbeitsbelastung. Das sind 15 Prozent mehr als im April vergangenen Jahres, wie der BLV mit Hinweis auf Befragungen von 3000 Lehrern im April 2020 und von 2800 im Februar dieses Jahres mitteilte. Und 90 Prozent der aktuell Befragten gaben zumindest einen gestiegenen Aufwand an. Der BLV sprach am Montag von erschreckenden Ergebnissen.

Am Rande der Belastbarkeit seien insbesondere die Schulleitungen und ihre Teams. Sie ächzten unter erheblich gestiegenem Verwaltungsaufwand: Kontaktlisten müssten erstellt, Unterricht und Abschlussprüfungen neu geplant, die Infos zu den immer neuen Corona-Regeln an die Lehrer weitergegeben werden. Deshalb müssten die Schulleiter noch stärker von der Unterrichtsverpflichtung befreit werden.

Als positiv verzeichnet der Verband, dass deutlich mehr Schülerinnen und Schüler im Fernunterricht erreicht würden als im ersten Lockdown des vergangenen Jahres. Noch knapp sechs Prozent nähmen kaum bis gar nicht am Fernunterricht teil. "Das ist ein extrem guter Wert", sagte Verbandschef Thomas Speck.

Speck warnte vor den Folgen einer weiteren Unterfinanzierung der beruflichen Bildung. In der nächsten Legislaturperiode müsse dringend mehr investiert werden. "Alles andere gefährdet die Zukunftschancen der Schüler und den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg."

Sein Verband fordert über 500 neue Stellen, um Unterrichtsdefizite abzubauen sowie Digitalisierung und Innovationen voranzutreiben und dabei Netzwerke mit den kooperierenden Betrieben zu knüpfen. Mittels eines Stufenplans könnten in den kommenden fünf Jahren neue Stellen freigegeben werden.

Eine angehende Konditormeisterin nimmt am praktischen Unterricht in einer Gewerblichen Schule teil, neben ihr steht eine Lehrkraft.
Eine angehende Konditormeisterin nimmt am praktischen Unterricht in einer Gewerblichen Schule teil, neben ihr steht eine Lehrkraft.  © Marijan Murat/dpa

Update, 8. März, 13.31 Uhr: Museen im Land vor Wiedereröffnung

Die staatlichen und privaten Museen im Land stehen nach dem langem Corona-Lockdown vor der Wiedereröffnung. "Wir sind bereit, sehr zeitnah wieder aufzumachen", sagte am Montag eine Sprecherin der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Ebenso plant das Badische Landesmuseum in Karlsruhe, sehr bald seine Tore wieder zu öffnen - Details dazu sollten im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

In Ulm sollen die Museen frühestens am 16. März dem Publikum wieder offenstehen, wie ein Sprecher des Museums Ulm am Montag sagte. Die geänderte Corona-Verordnung des Landes sei erst am Wochenende bekannt gegeben worden. Deshalb fänden zunächst Gespräche zwischen den verschiedenen Ausstellungshäusern in der Stadt statt. Auch mit der Nachbarkommune Neu-Ulm stimme man sich ab. Da zahlreiche Mitarbeiter derzeit in Kurzarbeit seien, müssten zunächst auch arbeitsrechtliche Fragen geklärt werden.

Das Museum Frieder Burda in Baden-Baden geht am 27. März wieder an den Start - sollte es bis dahin nicht erneut wegen einer Verschlechterung der Pandemie-Situation zu Schließungen kommen. "Unsere Ausstellung 'Impressionen in Russland' steht kurz vor der Fertigstellung", sagte eine Museumssprecherin. Die Kunsthalle Karlsruhe würde mit der Schau "Francois Boucher" öffnen, die wegen Corona seit 13. November in der Warteschleife ist.

Wegen der Coronalage dürften Museumsbesuche aber überwiegend nur mit vorheriger Anmeldung möglich sein. In Ulm laufen dazu bereits Vorkehrungen; auch die Kunsthalle Karlsruhe plant mit festen Zeitfenstern für Besucher

Update, 8. März, 11.58 Uhr: Einzelhandel: Mit Lockerungen jetzt auf dem richtigen Weg

Der Einzelhandel in Baden-Württemberg reagiert mit Erleichterung auf die Lockerung der Corona-Beschränkungen. "Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, Sabine Hagmann.

Wo die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stabil bei unter 50 liegt, dürfen Geschäfte seit Montag wieder komplett öffnen - allerdings unter Auflagen wie Maskenpflicht und einer Begrenzung der Kundenzahl. Bei einer Inzidenz bis 100 darf immerhin nach vorheriger Terminvereinbarung eingekauft werden (Click&Meet).

Zwar hätte sich der Handel Regelungen gewünscht, die unabhängig von der Inzidenz sind - aber so sei es nun eben. "Insgesamt glaube ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Hagmann.

Für die Wiedereröffnung des Einzelhandels schiebt eine Verkäuferin Rollwagen mit Schuhen ins Freie.
Für die Wiedereröffnung des Einzelhandels schiebt eine Verkäuferin Rollwagen mit Schuhen ins Freie.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 7. März, 17.08 Uhr: Sieben-Tages-Inzidenz liegt über 60

Wie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg mitteilte, wurden am Sonntag weitere 486 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 323.931. Davon waren ungefähr 301.472 wieder genesen. 8270 Menschen sind zudem im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Das waren acht Todesfälle mehr als zum Vortag. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist außerdem im Vergleich zum Samstag (59,3) auf 60,5 gestiegen.

Update, 7. März, 14.07 Uhr: Lockerungen für den Handel und private Treffen ab Montag

Die Corona-Einschränkungen in Baden-Württemberg werden am Montag teils gelockert. So dürfen sich in Kreisen mit einer Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner künftig wieder bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen, wie aus der am Wochenende veröffentlichten aktualisierten Corona-Verordnung des Landes hervorgeht. Kinder bis 14 Jahre zählen dabei nicht dazu. Paare, die nicht zusammenleben, zählen als ein Haushalt.

Auch der Handel im Südwesten soll unter den Hygieneauflagen von mehreren Lockerungen profitieren, sofern die regionalen Inzidenzen unter dieser 100er-Marke liegen. So dürfen etwa Baumärkte, die bisher nur ihren Gartenabteilungen öffnen durften, wieder ihr gesamtes Sortiment verkaufen, zudem machen Buchläden auf.

Viele andere Einzelhändler, die bisher ihre Geschäfte nicht öffnen durften, können ihren Kunden nun zumindest wieder Einkäufe nach Terminvereinbarungen (Click & Meet) anbieten. Auch Museen, Galerien, Gedenkstätten sowie zoologische und botanische Gärten dürfen unter Auflagen wieder öffnen, ebenso Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo- und Piercingstudios sowie Bibliotheken und Büchereien.

Weitere Öffnungen und Lockerungen sind möglich und an das Infektionsgeschehen des jeweiligen Stadt- oder Landkreises gebunden. Zugleich hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angekündigt, bei steigenden Fallzahlen wieder streng durchgreifen zu wollen. Steigt die Inzidenz regional auf über 100, werden die meisten Lockerungen zurückgenommen.

Weitere Öffnungen sind vom Infektionsgeschehen abhängig.
Weitere Öffnungen sind vom Infektionsgeschehen abhängig.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 7. März, 7.11 Uhr: Dehoga: Bisher sieben Milliarden Verlust durch Corona-Schließungen

Die coronabedingten Schließungen haben das baden-württembergische Gastgewerbe laut Branchenverband Dehoga bisher sieben Milliarden Euro gekostet. Auch eine gute Sommersaison samt starkem Inlandstourismus könne die Verluste nicht kompensieren, teilte ein Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Jahresumsatz der Branche liege normalerweise bei rund 12,5 Milliarden Euro.

Sollten Hotels, Gaststätten und Bars im Sommer wieder öffnen dürfen, sei mit einer guten Nachfrage zu rechnen, sagte der Sprecher - "sowohl in der Gastronomie als auch in der Urlaubshotellerie". Die Rückmeldungen der Gäste seien positiv. "Sehr viele Menschen vermissen Gastronomie und Hotellerie." Doch die Krise werde noch für Jahre ihre Spuren im Gastgewerbe hinterlassen.

Seit November sind Restaurants, Cafés und Kneipen bundesweit geschlossen. Im vergangenen Jahr waren die Betriebe von Ende März bis Mitte Mai zu.

Seit November sind Restaurants, Cafés und Kneipen bundesweit geschlossen.
Seit November sind Restaurants, Cafés und Kneipen bundesweit geschlossen.  © Gregor Bauernfeind/dpa

Update, 6. März, 18.06 Uhr: Sieben-Tages-Inzidenz steigt immer weiter an!

Wie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg mitteilte, wurden am Samstag weitere 1209 Infektionen gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 323.445. Davon sind circa 300.632 genesen. Im Zusammenhang mit Covid-19 sind bisher 8262 Menschen gestorben. Das waren 13 mehr als zum Vortag. Auch die Sieben-Tages-Inzidenz stieg weiter an. Der Wert lag im Vergleich zum Freitag (57,3) schon bei 59,3.

Update, 6. März, 10.22 Uhr: Appell an Unternehmen: Weiterhin Praktika für Studenten anbieten

Hochschulen, Wissenschaftsministerium, Arbeitsagentur und Südwestmetall appellieren an die Unternehmen im Land, weiterhin studienbegleitende Praktika und Themen für Abschlussarbeiten anzubieten. Die Angebote seien in in diesen herausfordernden Zeiten erkennbar unter Druck geraten und deutlich zurückgegangen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt. "Studienbegleitende Praktika und Abschlussarbeiten bieten eine wichtige Lern- und Orientierungsfunktion für beide Seiten."

Sie seien für Studierende wichtige Erfahrungen für eine spätere fachliche Orientierung und Berufswahl. Unternehmen lernten potenzielle Mitarbeitende kennen und könnten aktuelles Wissen aus Lehre und Forschung in die Praxis übertragen. Der Chef des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Wilfried Porth, sagte: "Eine Corona-Delle in der Praxisnähe eines Studiums können wir uns nicht leisten."

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) erklärte, nur mit qualifizierten, praxisorientierten Absolventen, den künftigen Fach- und Führungskräften, könnten sich Wirtschaft und Innovationskraft im Land weiterentwickeln.

Bastian Kaiser, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, sagte, die Fachhochschulen seien auf ein breites Angebot an Praktika in Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und anderen Institutionen angewiesen. "Die Studierenden brauchen auch in der Corona-Zeit geeignete Möglichkeiten, ihre Praxissemester gewinnbringend zu nutzen und Abschlussarbeiten in Kooperation mit externen Partnern anzufertigen."

Update, 6. März, 7.30 Uhr: Heidelberger Chefvirologe: Teilimmunität könnte Mutationen fördern

Der Chefvirologe am Heidelberger Universitätsklinikum, Hans-Georg Kräusslich, hat Sorge, dass sich in der Phase zwischen Erst- und Zweitimpfung weitere Corona-Varianten bilden könnten. Mit Blick auf die von Bund und Ländern geplanten Lockerungen sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung (Samstag):

"Besorgniserregend wäre insbesondere, wenn wir in den nächsten Wochen in eine Situation kämen, dass zahlreiche Menschen nach der Erstimpfung einen inkompletten Schutz haben und gleichzeitig sehr viele Infektionen stattfinden. Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten, die möglicherweise dem Impfstoff entkommen könnten."

Wenn sich viele Menschen infizieren würden, die teilimmun, aber noch nicht richtig immun sind, dann sei die Warscheinlichkeit, dass sich das Virus dort festsetzen kann und resistente Varianten auftreten, höher, sagte der Virologe.

Ein Patient wird gegen das Coronavirus geimpft.
Ein Patient wird gegen das Coronavirus geimpft.  © Ted S. Warren/AP/dpa

Update, 5. März, 21.51 Uhr: Unternehmen in Grenzregion bekommen Hunderttausende Corona-Tests

Um weiter einen reibungslosen Grenzverkehr mit Frankreich und der Schweiz zu ermöglichen, will die Landesregierung Unternehmen mehrere Hunderttausend Schnelltests zur Verfügung stellen. Man habe eine Vereinbarung mit den zuständigen Wirtschaftskammern getroffen, Unternehmen in der Grenzregion kostenlos mit 300.000 Schnelltests aus dem Landesbestand zu versorgen, hieß es in einer Mitteilung der Landesregierung am Freitagabend. "Dieses zusätzliche Testangebot soll einen weiterhin reibungslosen Grenzverkehr in an der Grenze zu Frankreich und er Schweiz gewährleisten und einen freien Warenfluss ermöglichen", hieß es.

Angesichts des hohen Infektionsgeschehens in weiten Teilen Frankreichs sei es wahrscheinlich, dass auch die an Baden-Württemberg angrenzende französische Nachbarregion Grand Est als Virusvarianten- oder Hochinzidenzgebiet eingestuft werden könnte, hieß es. Das könne ebenso für die Schweiz gelten. Dann würde den Angaben zufolge eine Testpflicht bei der Einreise gelten.

"Das würde die sozial und wirtschaftlich eng verwobenen Grenzräume am Oberrhein, Hochrhein und Bodensee mit ihren rund 100.000 Grenzpendlern und Grenzgängern vor weitere große Herausforderungen stellen" hieß es weiter. 100.000 der PoC-Antigen-Schnelltest würden für den Einsatz in den Unternehmen sofort bereitgestellt, weitere 200.000 ab Mitte März.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte sich schon am Sonntag mit Blick auf die Entscheidung der Bundesregierung, die Einreise aus der französischen Region Moselle, die an Rheinland-Pfalz und das Saarland grenzt, zu erschweren, für eine umfassende Test-Strategie in den Grenzregionen ausgesprochen. Denkbar wäre aus seiner Sicht ein gemeinsam betriebenes deutsch-französisches und ein deutsch-schweizerischen Testzentrum, sagte er.

In einem Brief an Gesundheits- und Sozialminister Manne Lucha (Grüne) erneuerte Strobl am Freitag seine Forderungen: "Wir müssen alles dafür tun, dass es gar nicht erst zur Feststellung eines Hochinzidenz- oder Virusvariantengebietes kommt", schrieb er darin. Er plädierte dafür, den Menschen in der Grenzregion grundsätzlich ein Testangebot zu machen. Dafür sei eine enge Abstimmung mit den Nachbarländern nötig. Strobl sprach sich zudem für die Einrichtung mobiler Test-Teams an verschiedenen Grenzübergängen aus. Der Brief lag der dpa vor.

Update, 5. März, 19.07 Uhr: Mannheimer OB: Inzidenz darf nicht einziger Maßstab sein

Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) begrüßt zwar die neue Lockerungspolitik von Bund und Ländern, sieht die Grundlage dafür aber kritisch. "Wir haben einen monatelangen Lockdown hinter uns, der nicht wirklich konsequent und daher auch kein voller Erfolg war. Daher war ein Strategiewechsel richtig", sagte der Rathauschef der zweitgrößten Stadt in Baden-Württemberg dem Mannheimer Morgen (Samstag).

Dass es jetzt klare Wenn-Dann-Szenarien gibt, sei auf alle Fälle positiv. "Kritischer sehe ich, dass das sehr mechanisch angelegt ist und die Inzidenz der einzige Maßstab sein soll", sagte Kurz.

Wichtig sei die Situation in den Krankenhäusern und auch, inwieweit sich Infektionsketten nachverfolgen lassen. "Eine große Erleichterung könnte da die neue Luca-App sein", sagte der Oberbürgermeister der Zeitung weiter. "Wenn sie in breitem Umfang eingesetzt und angenommen wird, macht das die Nachverfolgung sehr viel einfacher."

Update, 5. März, 18.22 Uhr: Abstand halten im Präsenzunterricht: Opposition kritisiert Eisenmann

Wenn die Fünft- und Sechstklässler übernächsten Montag wieder alle auf einmal in die Schule zurückkehren, sollen sie im Unterricht die Corona-Abstandsregeln einhalten. Darüber hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Freitag die Schulen im Land informiert. Doch wie die Schulen das bewerkstelligen sollen - etwa durch die Teilung von Klassen -, darüber steht nichts in dem Brief.

Die Opposition aus SPD und FDP warf der Ministerin vor, die Schulen allein zu lassen. "Ob überall ausreichend große Räume zur Verfügung stehen, ist sehr zweifelhaft", sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke der dpa in Stuttgart. Offensichtlich seien die Konsequenzen der vollständigen Rückkehr nicht bedacht worden. Ex-Kultusminister und SPD-Chef Andreas Stoch hielt Eisenmann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor, niemand wisse, wie das organisiert werden solle. Unklar sei etwa, wie die Aufsichtspflicht gewährleistet werden soll, wenn Lehrerinnen oder Lehrer in zwei Räumen gleichzeitig unterrichten.

Eine Ministeriumssprecherin teilte der dpa auf Anfrage mit: "Da die Schulgebäude in weiten Teilen derzeit noch leer stehen, bestehen vor Ort schulorganisatorische Spielräume, um den Abstands- und Hygieneregeln Rechnung zu tragen. Sind die nutzbaren Räume groß genug, müssen die Klassen dafür nicht zwingend geteilt werden. Die Teilung und Verteilung auf unterschiedliche Räume ist aber durchaus möglich." Das hänge von der Situation vor Ort ab. Wie Schülerinnen und Schüler gleichzeitig in mehreren Räumen betreut werden sollen, erläuterte sie nicht.

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte der dpa: "Wir haben vereinbart, dass die AHA-Regeln gelten. Das muss die Kultusministerin sicherstellen." So könnten etwa Musik- oder Festsäle genutzt werden. Wenn aber die Klassen wegen Platznot geteilt werden müssten, benötige man zusätzliches Personal.

"Eisenmann muss sicherstellen, dass auch die Kinder im zweiten Klassenzimmer betreut werden." Dafür müssten Referendare, Lehramtsstudenten oder andere pädagogische Fachkräfte eingesetzt werden.

Der Philologenverband hatte die Vorgabe des Ministeriums ebenfalls kritisiert. Verbandschef Ralf Scholl sagte der dpa, er frage sich, wie das gehen solle, dass die Lehrkräfte in mehreren Räumen gleichzeitig unterrichten sollen. "Die Aufsichtspflicht ist dann wohl aufgehoben."

Update, 5. März, 18.11 Uhr: 1070 neue Fälle, 35 Tote

Wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag mitteilt haben sich in Baden-Württemberg weitere 1070 Menschen und damit insgesamt 322.236 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Insgesamt sind 299.763 Menschen von ihrer Erkrankung wieder genesen. Weitere 35 und damit insgesamt 8249 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Die 7-Tage-Inzidenz steigt in Baden-Württemberg auf 57,3.

Das Coronavirus breitet sich im Südwesten weiter aus und lässt die Inzidenzwerte steigen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts liegen nur noch die Stadt Heilbronn, der Enzkreis, der Schwarzwald-Baar-Kreis sowie die Landkreise Tübingen und Böblingen unter einer Marke von 35 Infektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Die Kreise Rottweil und Schwäbisch Hall liegen mit 112,2 beziehungsweise 150,4 im dreistelligen Bereich. 13 Stadt- und Landkreise liegen zwischen 35 und 50, 24 Kreise zwischen 50 und 100. Das sind die Bereiche, für die stufenweise Lockerungen in den kommenden Wochen in Sicht sind.

Seit Ende Dezember wurden der Stuttgarter Behörde den Angaben nach 6664 Fälle mit Hinweisen auf Virusvarianten übermittelt. Dies betrifft mit 5380 Fällen vor allem den Typ B.1.1.7, der zuerst in Großbritannien entdeckt worden war. Der Anteil an Nachweisen sogenannter "besorgniserregender Varianten" lag in der vergangenen Woche bei mehr als 50 Prozent. Er steigt seit Wochen kontinuierlich.

614.722 Menschen in Baden-Württemberg sind den Daten zufolge inzwischen ein erstes Mal gegen das Virus geimpft worden. Das waren 23.113 mehr als am Vortag. Knapp die Hälfte davon (300.339, plus 7803) hat auch schon eine zweite Schutzimpfung bekommen.

Von 2436 betreibbaren Intensivbetten sind im Moment gut 85 Prozent belegt. Diese werden aber nicht nur für Corona-Patienten genutzt. Der Anteil freier Betten dient jedoch als wichtiger Indikator für die Belastung des Gesundheitssystems und die freien Reserven.

In baden-Württemberg wurden über 1000 neue Infektionen bekannt.
In baden-Württemberg wurden über 1000 neue Infektionen bekannt.  © Oliver Berg/dpa

Update, 5. März, 11.25 Uhr: Kretschmann beklagt "ernste Versäumnisse" bei Selbsttests im Bund

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat dem Bund "ernste Versäumnisse" wegen der späten Bestellung von Corona-Selbsttests vorgehalten.

Er verstehe nicht, warum der Bund hier nicht schneller und umfangreicher gehandelt habe, sagte der Grüne am Freitag bei der Sondersitzung des Landtags in Stuttgart zu den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern. "Da ist leider noch nichts passiert." Erst seit kurzem gebe es eine gemeinsame Plattform von Bund und Ländern, um Schnelltests in großem Stil zu bestellen. "Wir verlieren da leider wieder wertvolle Zeit", beklagte Kretschmann.

Der Regierungschef geht trotzdem davon aus, dass es möglich ist, von Montag an allen Bürgerinnen und Bürgern einen kostenlosen Schnelltest anzubieten. "Bei allen Tests soll das Ergebnis dokumentiert werden."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor in Berlin erklärt, es seien für alle Bürger ab kommender Woche ausreichend Tests vorhanden. Das werde nicht überall gleich an diesem Montag der Fall sein, aber viele Bundesländer hätten angekündigt, loslegen zu wollen. "Von diesen Schnelltests sind mehr als genug da", betonte Spahn.

Auch Selbsttests für zu Hause kämen jetzt auf den Markt, Hersteller hätten signalisiert, 20 Millionen pro Woche herstellen zu können, erklärte der Minister.

Er bot sich den Ländern als "Kontaktbörse" an, um Kontakt zu Testherstellern zu vermitteln, damit Tests etwa für Schulen und Kitas bestellt werden könnten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 5. März, 6 Uhr: Eisenmann steht zu Lockerungen auf Kreisebene

CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann hat die stärkere Lockerung des Corona-Lockdowns für Stadt- und Landkreise mit niedrigen Infektionszahlen verteidigt.

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. "Den Vorwurf, dass nun ein Flickenteppich entstehe, kann ich nachvollziehen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Aber das Land sei nun mal von regionalen Besonderheiten und Erwartungen geprägt und die regionalen Inzidenzen gingen sehr weit auseinander.

"In einem Flächenland wie Baden-Württemberg wäre es deshalb ungerecht, wenn ein Einzelhändler auf der Ostalb, in Böblingen oder in Freudenstadt bei sehr niedriger Inzidenz nicht öffnen darf, weil der Wert zum Beispiel im Landkreis Schwäbisch Hall momentan noch weit über 100 liegt", so Eisenmann.

Eisenmann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatten sich am Donnerstagabend nach langen Diskussionen darauf geeinigt, die Inzidenz der Kreise als Maßstab für Öffnungen zu nehmen.

Das heißt, in Kreisen, die stabil unter 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegen, kann der Einzelhandel schrittweise öffnen. Man hatte darüber diskutiert, die landesweite Inzidenz als Maßstab zu nehmen, um Einkaufstourismus zu vermeiden.

Doch das hätte bedeutet, dass es auf Sicht kaum eine größere Lockerung gegeben hätte. Denn die landesweite Inzidenz steigt seit etwa zwei Wochen stetig und liegt mittlerweile bei 56,3 (Stand: Donnerstag 16 Uhr).

Eisenmann sagte der dpa weiter: "Es geht um Perspektiven für die Menschen, insbesondere für die Einzelhändler." Sie mahnte zugleich: "Auch bei den vorsichtigen Öffnungsschritten, die wir jetzt unternehmen, müssen wir alle gemeinsam alles daran setzen, dass das Virus in seiner weiteren Ausbreitung gehindert wird."

Die CDU-Frau fügte hinzu: "Die nun entstehende Situation zeigt, wie wichtig es ist, endlich eine erweiterte Teststrategie umzusetzen, um von der reinen Inzidenz-Fokussierung wegzukommen."

Der Beschluss von Bund und Ländern, den Baden-Württemberg nun umsetzen will, sieht vor, dass vom kommenden Montag an bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 der Einzelhandel wieder öffnen kann - allerdings mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 10 Quadratmeter beziehungsweise 20 Quadratmeter je nach Verkaufsfläche.

Möglich sind dann auch die Öffnung von Museen, Galerien, Gedenkstätten, zoologischen und botanischen Gärten sowie auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen mit bis zu maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU).
Kultusministerin Susanne Eisenmann (56, CDU).  © Marijan Murat/dpa

Update, 4. März, 18.35 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter

Wie das baden-württembergische Landesgesundheitsamt mitteilte, wurden am Donnerstag 1276 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 321.166. Davon sind circa 298.839 inzwischen genesen. Im Zusammenhang mit Covid-19 starben bisher 8214, was 30 Todesfälle mehr als zum Vortag waren.

Zudem stieg die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner, weiter. Im Vergleich zum Mittwoch (54,4) lag der Wert inzwischen bei 56,3.

Update, 4. März, 12.10 Uhr: Impfaktion für über 80-Jährige in Ulm gestartet

Als erste Stadt im Südwesten hat Ulm mit der Impfaktion für über 80-Jährige begonnen.

Etwa 90 Anwohner über 80 Jahre, die nicht mehr gut zu Fuß sind, sollten am Donnerstag im Bürgerzentrum am Eselsberg geimpft werden, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Ulm ist Teil eines Pilotprojekts des Sozialministeriums, das künftig landesweit den Kommunen ermöglichen möchte, die Wege zur Impfung für Gehbehinderte und anderweitig eingeschränkte Ältere zu verkürzen.

Der Impfstoff wird vom Land gestellt, geimpft wird durch die mobilen Impfteams. Die Stadt Ulm hat für die Aktion alle über 80-jährigen Anwohner im Stadtteil Eselsberg angeschrieben.

Die rund 800 Menschen konnten daraufhin bei der Stadt einen Termin vereinbaren. Für den Weg zur Impfung wird es in Ulm bei Bedarf auch einen Fahrdienst geben. Die Aktion soll nach und nach auf die anderen Teile der Stadt ausgeweitet werden.

Die Impfungen soll es laut Ministerium nur vorübergehend geben. Vorrang haben dabei Pflegeheime sowie das betreute Wohnen. Zudem muss zuvor geprüft werden, ob andere Landkreise bei den Impfungen in Pflegeheimen noch unterstützt werden können.

In welchen Kommunen es die Impfaktion geben wird, hängt laut Ministerium unter anderem davon ab, wie weit das nächste Impfzentrum entfernt ist und wie viele impfberechtigte Bewohner noch keine Impfung erhalten haben. Für die Teilnahme an der Aktion können sich Kommunen an das Sozialministerium wenden.

Update, 4. März, 11.20 Uhr: Kritik an Kretschmanns Ferien-Vorstoß

Der Vorstoß von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) für kürzere Sommerferien stößt auch im baden-württembergischen Kultusministerium auf deutliche Ablehnung.

Dies sei nicht der richtige Weg, um pandemiebedingte Lerndefizite aufzuholen. "Wir sollten nicht ein Problem lösen, indem wir neue Probleme schaffen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums von CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann (56) am Donnerstag.

Kretschmann hält verkürzte Sommerferien für denkbar. "Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen", sagte der Grünen-Regierungschef dem Mannheimer Morgen (Donnerstag). Zuvor hatten bereits der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Vorschlag kritisiert.

Zudem könne ein solcher Vorschlag vermuten lassen, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hätten durch die lange Zeit der coronabedingten Schließung bereits genug Ferien gehabt, teilt das Kultusministerium weiter mit.

Schulschließungen bedeuteten aber keine Ferien.

"Die Schülerinnen und Schüler lernen und arbeiten gemeinsam mit ihren Lehrkräften von zu Hause aus", sagte die Ministeriumssprecherin der dpa. Auch in den Sommerferien würden aber spezielle Förderkurse angeboten, damit Schülerinnen und Schülern Wissenslücken schließen und gezielt an Problemen mit dem Schulstoff arbeiten könnten.

Bereits im vergangenen Sommer hätten 61.500 von ihnen das Angebot der sogenannten Lernbrücken genutzt. Geprüft werde zudem, ob diese Nachhilfe auf freiwilliger Basis bereits in den Pfingstferien angeboten werden könne.

Update, 4. März, 6 Uhr: Kürzere Sommerferien wegen Corona?

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) hat kürzere Ferien ins Gespräch gebracht, damit Wissenslücken nach der langen Schließung der Schulen geschlossen werden können.

"Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen", sagte der Grünen-Regierungschef dem Mannheimer Morgen (Donnerstag). "Solche Überlegungen wird man ernsthaft anstellen müssen." Auf die Frage, ob er dabei an die Sommerferien denke, sagte er: "Darüber könnte man mal nachdenken."

Er habe zu Beginn viele Klagen für etwas übertrieben gehalten, räumte er ein. "Ich hatte als Schüler Kurzschuljahre und habe es trotzdem zum Ministerpräsidenten gebracht. Aber jetzt, wo es so lange dauert, fängt mein Herz doch an zu bluten."

Lehrer müssten sich zunächst einen Überblick über die im Fernunterricht entstandenen Lücken verschaffen, sagte der Regierungschef der Zeitung weiter. "Zur Behebung der Defizite braucht es zusätzliche Betreuungsangebote und Sonderprogramme", fügte er an. Notwendig seien besondere Formen der Nachhilfe, außerdem müssten auch Nicht-Lehrkräfte eingesetzt werden. "Es muss dabei um eine zielgerichtete Förderung gehen und wir müssen die erreichen, die es auch wirklich brauchen."

Es könnten tiefe Schäden in der Bildung und der Psyche der Kinder entstanden sein, gab Kretschmann zu bedenken. "Wir müssen uns verstärkt um diese Kinder kümmern, wenn der Unterricht wieder normal läuft. Das wird eine große Aufgabe."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 3. März, 17. 40 Uhr: Mehr als 1300 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg

Wie das baden-württembergische Landesgesundheitsamt mitteilte, wurden am Mittwoch weitere 1385 Infektionen gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 319.890. Davon sind circa 297.909 Menschen genesen. Insgesamt verstarben 8184, das waren 36 mehr Todesfälle als am Vortag.

Unterdessen steigt auch die Zahl der Nachweise von sogenannten Corona-Mutanten weiter. Seit Dezember 2020 wurden dem Landesgesundheitsamt 5506 Virusvarianten mit besonderer Bedeutung gemeldet. Seit dem Jahreswechsel wurden bei dem Amt 415 Ausbrüche mit 1929 Varianten-Fällen registriert, davon 18 Ausbrüche in Pflegeheimen, 17 in Kitas und 6 in Schulen.

Bislang sind 565.178 Menschen in Baden-Württemberg gegen das Virus geimpft worden (Stand 23.55 Uhr am 2.3.), eine zweite Spritze und damit den größtmöglichen Schutz haben 283.190 Menschen erhalten, darunter mehr als 55.600 in Pflegeheimen.

Während über schrittweise Öffnungen in der Corona-Krise diskutiert wird, steigt also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner in Baden-Württemberg weiter. Der Wert lag nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart vom Mittwoch (Stand 16 Uhr) bei landesweit 54,4 nach 52 am Vortag.

Update, 3. März, 8 Uhr: Rückbau der Atomkraftwerke trotz Corona ohne Verzug

Trotz der Corona-Pandemie liegt die EnBW beim Rückbau der abgeschalteten Atomkraftwerke im Zeitplan. «Zu bedeutenden Verzögerungen der Stilllegungs- und Rückbauverfahren ist es bis jetzt noch nicht gekommen», teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit.

Jedoch hätten die Abbautätigkeiten im vergangenen Jahr coronabedingt teilweise eingeschränkt werden müssen. Es seien aber schnell Hygienekonzepte entwickelt und fortlaufend angepasst worden, sagte der Chef der EnBW-Kernkraftsparte, Jörg Michels, der Deutschen Presse-Agentur in Philippsburg (Landkreis Karlsruhe). Wo möglich, arbeiteten Mitarbeiter von zu Hause. "Aber Sie können ein Kernkraftwerk nicht aus dem Homeoffice betreiben."

Der Energiekonzern ist für fünf Meiler im Südwesten verantwortlich. Im Rückbau war jener in Obrigheim (Neckar-Odenwald-Kreis) schon vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima, die sich am 11. März zum zehnten Mal jährt. Die Meiler Neckarwestheim I (Landkreis Heilbronn) sowie Philippsburg I und II wurden danach abgeschaltet. Der zweite Block in Neckarwestheim darf höchstens bis Ende 2022 Strom liefern.

"Aktuell haben wir als Umweltministerium alle Abbaugenehmigungen erteilt, die für den Beginn oder die Fortsetzung von Abbauarbeiten an den stillgelegten Blöcken erforderlich sind", teilte eine Sprecherin mit. Wichtig für den planmäßigen Abbau sei, dass der Abtransport von Abfällen nicht stocke. "Sollten größere Mengen freigegebener Abfälle am Kraftwerksstandort gelagert werden müssen, könnte dies einen Engpass beim fortschreitenden Abbau zur Folge haben."

Das Ministerium setze sich für einen zügigen Abbau ein, um so das Risikopotenzial der Anlagen langfristig zu verringern. "Aber bei allen Abbaumaßnahmen hat natürlich die Gewährleistung der Sicherheit Vorrang vor Beschleunigungswünschen", hieß es. Ebenso wichtig sei es, die Öffentlichkeit am Prozess zu beteiligen. "Dabei gehen wir grundsätzlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus." Doch auch der Betreiber der baden-württembergischen Kernkraftwerke, die EnBW Kernkraft GmbH, zeige "ein großes Engagement" für einen zügigen Abbau der abgeschalteten Kernkraftwerksblöcke, erklärte die Sprecherin.

Update, 3. März, 6.20 Uhr: Studie: Pandemie mit deutlichen Auswirkungen auf Leistungssport

Die Corona-Pandemie hat auch im Leistungssport vermehrt zu Infektionen mit dem Virus geführt. Das geht aus einer Studie der Abteilung Sportmedizin am Tübinger Universitätsklinikum hervor, die seit Frühjahr 2020 zwei Online-Befragungen in Deutschland und Österreich durchgeführt hat.

Während bis Ende November 2020 1,1 Prozent (24 von 2144) der Athletinnen und Athleten angaben, positiv auf das Virus getestet worden zu sein, stieg der Anteil der Infizierten im zweiten Abfragezeitraum von Anfang Dezember 2020 bis Mitte Februar dieses Jahres auf 6,5 Prozent an (54/837). Insgesamt 15 Personen wurden stationär im Krankenhaus behandelt.

Der Mitteilung von Dienstag zufolge waren der Studienleiter Christof Burgstahler (Tübingen) und seine österreichischen Kollegen Jürgen Scharhag (Wien), Wolfgang Schobersberger (Innsbruck) und Josef Niebauer (Salzburg) überrascht über den hohen Anteil von Sportlerinnen und Sportlern, die in Quarantäne mussten.

21,8 Prozent von ihnen gaben im ersten Abfragezeitraum an, in Quarantäne gewesen zu sein. Dieser Anteil stieg deutlich auf 35,5 Prozent im zweiten Zeitraum an, wobei 17 Studienteilnehmer davon angaben, sogar drei Mal in Quarantäne gewesen zu sein.

Laut der Mitteilung nahmen über 2900 Leistungssportlerinnen und Leistungssportler aus beiden Ländern an der Online-Erhebung teil. Knapp 38 Prozent der Teilnehmenden gehören der Nationalmannschaft ihrer Sportart an.

Neben direkten Folgen einer Infektion mit dem Virus kommt es laut Befragung auch indirekt zu Auswirkungen durch teilweise mehrfache Quarantäne, geschlossene Sportstätten, Reiseeinschränkungen oder auch Sorgen um die eigene Gesundheit oder sportliche Karriere.

Die Pandemie hat auch massive Auswirkungen auf den Leistungssport.
Die Pandemie hat auch massive Auswirkungen auf den Leistungssport.  © Tom Weller/dpa

Update, 2. März, 19.35 Uhr: Corona-Varianten auf dem Vormarsch

Die Coronavirus-Varianten breiten sich im Südwesten rasant aus. Entfielen in der letzten Januarwoche nur 7,4 Prozent aller vom Laborverband ALM untersuchten positiven Tests auf Besorgnis erregende Varianten, waren es vergangene Woche schon 50 Prozent.

In der Woche davor lag der Prozentsatz bei 34, wie das Regierungspräsidium Stuttgart am Dienstag mitteilte. Der ALM ist der Verband der akkreditierten Labore in der Medizin.

Seit Dezember 2020 wurden dem Landesgesundheitsamt 5101 Virusvarianten mit besonderer Bedeutung gemeldet. Seit dem Jahreswechsel wurden bei dem Amt 373 Ausbrüche mit 1748 Varianten registriert, davon 19 Ausbrüche in Pflegeheimen, 16 in Kitas und 6 in Schulen.

Update, 2. März, 17.50 Uhr: Über 1000 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Dienstag 1085 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 318.505. Derweil sind 297.024 Menschen genesen.

Auch wurden 51 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8148 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 52,0. Am Vortag lag sie bei 51,9.

Am Dienstag wurden über 1000 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Dienstag wurden über 1000 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 2. März, 13.10 Uhr: Kretschmann zu Zoff um Öffnungspapier: Eisenmann hat es bekommen

Es war der Aufreger beim TV-Duell zwischen CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Eisenmann behauptete am Montagabend live im SWR-Fernsehen, sie habe das Impulspapier der Regierungszentrale zu einer Lockerung des Lockdowns am Donnerstag nicht zugeschickt bekommen. Kretschmann widersprach am Dienstag in Stuttgart dieser Darstellung: "Es ist ihr per Mail geschickt worden. Darüber kann nun gar kein Zweifel bestehen", sagte der Grünen-Politiker.

"Ich kenne die Gründe nicht, warum sie es nicht hat." Das müsse Eisenmann nun wirklich selbst verantworten. "Ich würde gern einen Wahlkampf führen, wo es um die Zukunft dieses Landes geht und nicht darum, ob jemand eine Mail bekommen hat."

Eisenmann hatte am Montagabend erklärt: "Es ist uns seitens der CDU nicht zugegangen." Sie kenne das Konzept nur aus der Zeitung, obwohl man die Bitte geäußert habe sich abzustimmen. "Ich gehe davon aus, dass wir darüber noch reden."

Das sei von der Kommunikation her nicht optimal gelaufen, monierte sie. Kurze Zeit später verschickte Kretschmanns Sprecher Beweisfotos, dass die E-Mail noch am selben Abend an Eisenmanns Büroleiter gegangen sei. Aus ihrem Lager hieß es darauf: Es empfehle sich eben immer noch der Postweg. Allerdings stand das Konzept noch am Donnerstagabend auch auf der Homepage des Staatsministeriums.

Die Grünen-Landesvorsitzende Sandra Detzer verlangte von Eisenmann eine Entschuldigung. "Es ist keine Lappalie, wenn Frau Eisenmann vor hunderttausenden Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern die Unwahrheit sagt, um den Ministerpräsidenten in ein schlechtes Licht zu rücken."

Sie forderte die Koalitionspartnerin auf, den Sachverhalt richtigzustellen und sich für ihre "Falschaussage" bei Bürgern und Kretschmann zu entschuldigen.

Update, 2. März, 12.45 Uhr: Hoteliers und Gastwirte demonstrieren für Öffnungsperspektive

Vor der nächsten Bund-Länder-Runde zu den Corona-Beschränkungen haben Gastronomen und Hoteliers aus dem ganzen Land in Stuttgart für eine Öffnungsperspektive demonstriert. Auf dem Karlsplatz in der Innenstadt stellten sie am Dienstag gedeckte, aber unbesetzte Tische auf, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen. "Wir waren die ersten, deren Betriebe geschlossen wurden - wir müssen endlich raus aus dem Dauer-Lockdown", forderte der Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Südwesten, Fritz Engelhardt, laut einer Mitteilung. Hotels und Gastronomie dürften gegenüber anderen Wirtschaftszweigen nicht benachteiligt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Ländern wollen am Mittwoch über weitere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie und mögliche Lockerungen des Lockdowns beraten. Man erwarte konkrete Öffnungsperspektiven für das gesamte Gastgewerbe - auch für die seit März 2020 durchgehend geschlossenen Clubs und Diskotheken, sagte Engelhardt.

"Niemand im Dehoga fordert von der Politik, dass sie die Entwicklung der Infektionszahlen vorhersagen kann, und niemand von uns will unvorsichtige Maßnahmen, die einen dritten Lockdown zur Folge haben", sagte er. Wenn aber Perspektiven für vergleichbare Branchen in Aussicht gestellt würden, müsse das auch für das Gastgewerbe gelten.

Im ganzen Land haben Gastronomen und Hoteliers für eine Öffnungsperspektive demonstriert.
Im ganzen Land haben Gastronomen und Hoteliers für eine Öffnungsperspektive demonstriert.  © Gregor Bauernfeind/dpa

Update, 2. März, 11.30 Uhr: Wilhelma-Direktor: Corona-Krise stellt Artenschutz in den Schatten

Im Schatten der Corona-Pandemie verliert der Artenschutz nach Ansicht des Direktors der Stuttgarter Wilhelma, Thomas Kölpin, zunehmend an Stellenwert und Aufmerksamkeit. "Seitdem sich die Gesellschaft um das Virus sorgt, wird der Artenschutz vergessen", sagte der Leiter des zoologisch-botanischen Gartens. "Und wenn nicht darüber geredet wird, sinkt die Spendenbereitschaft der Menschen." Gerade diese Mittel seien aber abseits der Budgets der Zoos notwendig, um wichtige Projekte zum Erhalt der Arten vor Ort zu finanzieren, mahnte Kölpin im Vorfeld des Artenschutztags, der am Mittwoch (3. März) weltweit begangen wird.

Die Wilhelma sammelt vor allem durch die freiwillige Abgabe des sogenannten Artenschutz-Euros beim Kauf eines Eintrittspreises Spenden für ihre Projekte vor Ort. Jahr für Jahr kommen auf diesem Weg rund 500.000 Euro durch die Besucher zusammen, wie Kölpin sagte. Insgesamt kamen bei der Wilhelma in den vergangenen drei Jahren zwei Millionen Euro zusammen, darunter Spenden des Artenschutz-Euros, Mittel des Fördervereins und Geld aus dem eigenem Artenschutz-Budget.

Aus der Corona-Pandemie ließen sich auch Schlüsse ziehen für den Artenschutz, zeigte sich Kölpin überzeugt. "Wir haben die Chance, aus der Corona-Pandemie zu lernen." Das vergangene Jahr habe bewiesen, dass es den Arten helfe, wenn der Mensch weniger mobil ist. "Die Bestände der Meereslebewesen erholen sich, wenn weniger Schiffe unterwegs sind. Und es sterben weniger Insekten, wenn wir seltener Auto fahren."

Das Engagement für den Artenschutz verändert auch zunehmend Aussehen und Auftreten der deutschen Zoos, sagte Kölpin. "Zoos werden vom Zurschausteller zu modernen Artenschutzzentren mit eigenen Zuchtprogrammen und einer Aufgabe als Botschafter für Projekte."

Die Wilhelma zum Beispiel fördert derzeit mehr als 20 Projekte weltweit, darunter eine Zucht für das stark bedrohte Sumatra Nashorn in Indonesien sowie den Landkauf zum Erhalt von Arten im mittelamerikanischen Belize. Vielen Besuchern sei die Bedeutung von Zoos in dieser Hinsicht noch nicht bewusst, sagte Kölpin. "Aber wir müssen dahin kommen, dass es nach einem Zoobesuch zumindest ein bisschen Klick macht."

Umweltministerien und Naturschutzgruppen berichten am Artenschutztag über Projekte zum Schutz bedrohter Spezies. Der Tag erinnert an die Erstunterzeichnung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens Cites am 3. März 1973. Es verbietet oder begrenzt den Handel von Tausenden bedrohten Tier- und Pflanzenarten.

Thomas Kölpin, Direktor der Stuttgarter Wilhelma, aufgenommen in dem Zoo.
Thomas Kölpin, Direktor der Stuttgarter Wilhelma, aufgenommen in dem Zoo.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 2. März, 9 Uhr: Wahlforscher: Pandemie hat keinen Einfluss auf Wahlbeteiligung

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht von Wahlforschern keinen großen Einfluss auf die Wahlbeteiligung zur Landtagswahl. Bei Wahlen während des vergangenen Jahres, also unter Pandemiebedingungen, habe sich "kein genereller Effekt der Pandemie auf die Wahlbeteiligung" gezeigt, sagte der Politikwissenschaftler Patrick Bernhagen von der Universität Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur.

Wenn wirtschaftliche Einschnitte stark bis ins Private der Menschen wirkten, sinke die Wahlbeteiligung üblicherweise. Doch ein solcher Rückzug ins Private lasse sich durch die Corona-Pandemie bislang nicht beobachten, so Bernhagen. Auch der Wahlforscher Bernhard Weßels vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) sieht bei der anstehenden Landtagswahl keine Krisenwahl oder gar eine Wahl, bei der die politischen Ränder profitieren.

Die Politikwissenschaftler sehen dagegen einen klaren Vorteil für die Regierungsparteien. In Krisen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Einbrüchen werde die Regierung normalerweise von den Wählerinnen abgestraft, sagte Bernhagen. "Doch bei solchen "Angriffen von außen", wie es diese Pandemie ist, die über uns hereinbrach, ist das nicht unmittelbar der Fall." In Zeiten großer Verunsicherung gewinne die Regierung eher an Zustimmung. Das hätten auch Umfragen gezeigt, besonders im Sommer 2020.

Update, 1. März, 17.33 Uhr: VfR Aalen drängt bei Kretschmann auf Finanzhilfe

Der VfR Aalen drängt in einem offenen Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf finanzielle Hilfen für Fußball-Regionalligisten.

Mit dem Schreiben solle auf die "bedrohliche Lage" der Viertligisten in Baden-Württemberg aufgrund der Corona-Krise aufmerksam gemacht werden, teilte Geschäftsführer Giuseppe Lepore mit. An dem Brief hätten sich fünf weitere Regionalliga-Clubs beteiligt.

Die Regionalliga Südwest hatte trotz der Corona-Einschränkungen Mitte Dezember ihren Spielbetrieb wieder aufgenommen. Die Spiele ohne Zuschauer und unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen führen "zu erheblichen finanziellen und wirtschaftlichen Einbußen", heißt es in der Vereinsmitteilung. "Wir erhoffen uns schnellstmöglich erhört zu werden und Hilfe zu erhalten", sagte Geschäftsführer Lepore.

Update, 1. März, 17.15 Uhr: Inzidenzwert bei fast 52

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Montag 398 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 317.420. Derweil sind 296.260 Menschen genesen.

Auch wurden 28 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8097 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 51,9.

Am Montag wurden rund 400 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Montag wurden rund 400 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 1. März 9.36 Uhr: FDP-Landeschef verfeinert in Corona-Krise Küchen-Fertigkeiten

FDP-Landeschef Michael Theurer (54) hat während des Corona-Lockdowns an seinen Fertigkeiten im Umgang mit Teigwaren gefeilt. "Ich habe mich im Spätzleschaben geübt", verriet der liberale Bundestagsabgeordnete dem Reutlinger General-Anzeiger (Montag). "Außerdem hatte ich viel Spaß, zusammen mit meinem Sohn Ausstecherle herzustellen."

Zwar zeigte sich Theurer mit Blick auf das Ergebnis selbstkritisch, konnte aber offenbar innerhalb der Familie damit punkten: "Ich persönlich fand sie ein wenig zu dick, mein Schwiegervater aber war mit dem Ergebnis sehr zufrieden."

Michael Theurer, Vorsitzender der FDP Baden-Württemberg, spricht beim Digitalen Landeshauptausschuss der FDP Baden-Württemberg im CongressCentrum Pforzheim.
Michael Theurer, Vorsitzender der FDP Baden-Württemberg, spricht beim Digitalen Landeshauptausschuss der FDP Baden-Württemberg im CongressCentrum Pforzheim.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 1. März 8.51 Uhr: Lucha: Öffnungsschritte trotz steigender Corona-Zahlen

Auch wenn in Baden-Württemberg die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz wieder die kritische 50er-Marke gerissen hat, ist Gesundheitsminister Manne Lucha für Öffnungsschritte. Beispielsweise der Handel brauche Perspektiven, sagte der Grünen-Politiker am Montag im Deutschlandradio. Am Sonntag lag der Corona-Wert im Südwesten laut Landesgesundheitsamt bei 51,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche.

Baden-Württemberg war schon mal an der Schwelle zur 40. Der Anstieg in den vergangenen Tagen ist Lucha zufolge den Mutationen geschuldet. "Wir beobachten das mit Sorge und mit großer Akribie und Vorsicht", sagte er dem Radiosender weiter. Trotzdem seien gezielte, überblickbare Öffnungsschritte nötig. Er verwies dazu auf ein Papier von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), das am Mittwoch beim nächsten Bund-Länder-Treffen besprochen werden solle.

Der Minister sprach sich dagegen aus, für den Astrazeneca-Impfstoff jegliche Beschränkungen bei den Impfberechtigten aufzuheben. Noch gebe es einen Impfstoffmangel. Ab Mitte des zweiten Quartals solle aber so viel Impfstoff vorliegen, dass auch Arztpraxen damit versorgt werden könnten und eine Million Impfungen pro Woche möglich seien, sagte Lucha. Die Lieferketten seien auch routinierter geworden. "Wir gehen davon aus, dass das, was uns zugesagt wird, auch kommt."

Update, 1. März 8.12 Uhr: Mentrup gegen Grenzkontrollen zum Elsass

Der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup lehnt Kontrollen an der Grenze zum Elsass wegen der Corona-Pandemie ab. "Solange es dort nicht dramatische Infektionszahlen gibt", sagte der SPD-Politiker dem "Badischen Tagblatt" (Montag). "Wir hatten in Pforzheim auch schon eine Inzidenz von 200 und die Grenze zum Enzkreis wurde nicht geschlossen, und die Menschen wurden auch nicht mit einer Testpflicht belegt."

Für Berufstätige, die möglicherweise infiziert sind und ihre Kollegen gefährden könnten, müssten in den Betrieben Lösungen gefunden werden, sagte Mentrup der Zeitung weiter und nannte mehrmaliges wöchentliches Testen als Beispiel. "Aber nicht an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich." Der OB findet: "Man sollte die Ländergrenze genauso behandeln wie die Grenze zwischen zwei Landkreisen."

Die Bundesregierung hatte am Sonntag das an das Saarland und an Rheinland-Pfalz grenzende Département Moselle mit seinen etwa eine Million Einwohnern ab Dienstag als Virusvariantengebiet eingestuft. Damit verbunden ist vor allem eine verschärfte Testpflicht für Einreisende und ein Beförderungsverbot für öffentliche Verkehrsmittel, für das es allerdings Ausnahmen gibt.

Stationäre Kontrollen wie an den Grenzen zu Tschechien oder zum österreichischen Bundesland Tirol soll es nicht geben. Stattdessen soll wie bisher stichprobenartig hinter der Grenze kontrolliert werden.

Frank Mentrup (SPD), Oberbürgermeister von Karlsruhe, spricht während eines dpa-Interviews im Rathaus.
Frank Mentrup (SPD), Oberbürgermeister von Karlsruhe, spricht während eines dpa-Interviews im Rathaus.  © Uli Deck/dpa

Update, 28. Februar, 19.07 Uhr: Corona-Infektionsrate in Baden-Württemberg überschreitet kritische Schwelle

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche ist trotz fortgesetztem Lockdown in Baden-Württemberg erneut leicht gestiegen und hat die kritische Schwelle von 50 überstiegen. Der Wert liegt nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart vom Sonntag (Stand 16 Uhr) nun bei 51,9. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen stieg um 483. Am Samstag wurden noch 987 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der an oder mit Corona Gestorbenen stieg um 6. Derzeit liegen 21 der insgesamt 44 Stadt- und Landkreise über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen.

Nach Rückgang der Fallzahlen seit Weihnachten bis Mitte Februar sei von Kalenderwoche 7 an ein leichter Anstieg der übermittelten Neuinfektionen zu beobachten, heißt es in dem aktuellen Lagebericht. Vor gut einem Monat lag die 7-Tage-Inzidenz noch bei knapp 90, kurz vor Weihnachten bei über 200.

Seit Beginn der Pandemie haben sich nachweislich 317.022 Menschen in Baden-Württemberg mit dem Virus infiziert. Insgesamt starben 8069 Menschen mit oder an Sars-CoV-2. Als genesen gelten 295.763 Menschen.

Update, 28. Februar, 14.23 Uhr: SPD kritisiert Regierung für "Chaos" bei Impfreihenfolge

Die SPD in Baden-Württemberg hat die Landesregierung für ein Hin und Her bei der Reihenfolge der Impfberechtigten kritisiert. "Man impft nicht mit Schlagzeilen. Es braucht klare Reihenfolgen und kein Prioritäten-Gezappel", teilte der Gesundheitsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Rainer Hinderer, am Sonntag mit.

In den vergangenen Tagen sei praktisch in jedem Dokument der Landesregierung eine andere impfberechtigte Gruppen benannt worden, ohne dass die Mitarbeiter in Telefonzentren eine korrekte Auskunft darüber gehabt hätten oder die Internetplattform dazu funktioniert habe, so Hinderer. Die Landesregierung erzeuge durch ihr Vorgehen Verwirrung und Chaos.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte jüngst dafür plädiert, die Priorisierungen beim Impfen zu lockern, sollte Impfstoff wegen der Zurückhaltung von Menschen nicht genutzt werden. Die Priorisierung sei wichtig, zumindest solange der Impfstoff Mangelware sei.

"Zugleich können wir es uns nicht leisten, dass Impfstoff herumsteht und nicht verimpft wird, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen. Dann müssen wir dieses strenge Regiment auflockern und Menschen impfen, die nach der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären", betonte Kretschmann im Gespräch mit der Welt am Sonntag.

Die Landesregierung hatte zuletzt sowohl für Lehrkräfte und Erzieher als auch für Polizisten eine vorgezogene Corona-Impfung angekündigt. In den Empfehlungen zur Impfreihenfolge der Ständigen Impfkommission sind diese Personengruppen erst zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt.

Da jedoch insbesondere der Astrazeneca-Impfstoff bei einigen Menschen auf Vorbehalte trifft und Dosen deshalb zum Teil nicht gleich geimpft werden, hatten zahlreiche Politiker auch in anderen Bundesländern eine Abkehr von der bislang geplanten Impfreihenfolge gefordert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) etwa sagte dazu der Bild am Sonntag: "Bevor er liegen bleibt, impfen wer will. Es darf keine Dose von Astrazeneca übrig bleiben oder weggeschmissen werden."

Es dürfen keine Dosen des Impfstoffs weggeworfen werden.
Es dürfen keine Dosen des Impfstoffs weggeworfen werden.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 28. Februar, 13.51 Uhr: Positiver Corona-Test: Interimstrainer Kulovits fehlt SV Sandhausen

Interimstrainer Stefan Kulovits vom SV Sandhausen ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies bestätigte Pressesprecher Markus Beer am Sonntag unmittelbar vor dem Anpfiff der richtungsweisenden Begegnung in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten VfL Osnabrück.

Der Österreicher befindet nach Club-Angaben seit Freitag in Quarantäne. Somit trägt Gerhard Kleppinger allein die sportliche Verantwortung.

Update, 28. Februar, 7.42 Uhr: Südwest-Grüne fordern Corona-Hilfen für kleinere Händler

Die Grünen in Baden-Württemberg haben die Bundesregierung zu gezielten Corona-Hilfen auch für die Inhaber kleinerer Geschäfte aufgefordert. Bei der Mitte Februar beschlossenen Erhöhung der Neustarthilfe für Soloselbstständige seien kleine Händler durch das Raster gefallen, sagte Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. "Hier sind Nachbesserungen nötig."

Er fordert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf, den fiktiven Unternehmerlohn in dem von ihm angekündigten Härtefallfonds so zu verankern, dass dieser auch bei den Inhabern kleinerer Geschäfte ankomme. Es könne nicht sein, "dass diese traditionsreichen Unternehmer, die zu lebenswerten Innenstädten beitragen, ein für alle Mal ihre Läden schließen und beim Arbeitsamt eine Nummer ziehen müssen, nur weil der Staat sie nicht auffängt", sagte der Vorsitzende der großen Koalitionsfraktion im Südwesten.

Mit der Neustarthilfe des Bundes erhalten Soloselbstständige und Kulturschaffende einen Zuschuss von bis zu 7500 Euro für sechs Monate. In Baden-Württemberg hatte es diesen fiktiven Unternehmerlohn von bis zu 1180 Euro pro Monat schon früher in der Corona-Krise gegeben, damit Soloselbstständige und kleinere Unternehmer nicht Hartz IV beantragen müssen. Den hat die Hilfe vom Bund abgelöst, allerdings mit teilweise anderen Kriterien.

Der neue Härtefallfonds des Bundeswirtschaftsministeriums soll nun jenen Firmen helfen, die die bisherigen Bedingungen nicht genau erfüllen oder wo spezielle Verhältnisse in bestimmen Branchen nicht erfasst sind. Grünen-Fraktionschef Schwarz sieht insbesondere Boutiquen, Schuhläden oder Haushaltswarenläden von nebenan betroffen.

Menschen mit Mundschutz gehe an einem geschlossenen Geschäft in der Stuttgarter Königsstraße vorbei.
Menschen mit Mundschutz gehe an einem geschlossenen Geschäft in der Stuttgarter Königsstraße vorbei.  © Tom Weller/dpa

Update, 27. Februar, 8.31 Uhr: Friseure erwarten kräftige Umsätze: Salons auf Wochen hin ausgebucht

Die Friseure in Baden-Württemberg erwarten zur Wiedereröffnung ihrer Salons an diesem Montag blendende Geschäfte. Die meisten Betriebe seien bis zu drei oder vier Wochen im Voraus ausgebucht, sagte der Geschäftsführer des Fachverbands Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg, Matthias Moser, der Deutschen Presse-Agentur.

Wer erst jetzt einen Termin anfrage, könne allenfalls "mit etwas Glück" noch vor Ostern einen ergattern. Dennoch liefen die Telefone der Friseure weiter heiß, etliche Online-Terminanfragen füllten zudem die Email-Postfächer. "Die Salons müssen nun in schnellem Tempo den Nachfragestau bewältigen."

Viele Betriebe hätten bereits unmittelbar nach der Bekanntgabe der Öffnungserlaubnis für die Friseure am 10. Februar Reservierungen entgegengenommen. "Teilweise wurde auch Kundschaft vorgezogen, die wegen des Dezember-Lockdowns ihren Termin nicht mehr wahrnehmen durfte", sagte Moser, dessen Verband nach eigenen Angaben rund ein Drittel der etwa 11.000 Südwest-Friseurbetriebe vertritt.

Neben den Friseuren dürfen am Montag auch Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden wieder aufmachen. Die grün-schwarze Landesregierung hatte sich zuletzt überraschend darauf verständigt, trotz weiter einschneidender Corona-Maßnahmen diese Branche ebenfalls zu öffnen - der Südwesten folgt dem Beispiel anderer Länder wie Bayern.

Nach Angaben des Floristenverbands gibt es in Baden-Württemberg allein rund 1200 Blumenläden. "Wir bereiten uns auf den Montag vor, so gut es eben geht", sagte der Geschäftsführer des Südwest-Floristenverbandes, Wolfgang Hilbich.

Ab dem 1. März kann man in Baden-Württemberg wieder mit einem Termin zum Friseur gehen.
Ab dem 1. März kann man in Baden-Württemberg wieder mit einem Termin zum Friseur gehen.  © Nicolas Maeterlinck/BELGA/dpa

Update, 26. Februar, 18.30 Uhr: Fast 950 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Freitag 947 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 315.552. Derweil sind 294.084 Menschen genesen.

Auch wurden 17 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8055 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 49,3. Am Vortag lag sie noch bei 48,8.

Der Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt wieder. (Symbolbild)
Der Inzidenzwert in Baden-Württemberg steigt wieder. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 26. Februar, 12.12 Uhr: Sparkassenversicherung kommt stabil durch die Corona-Krise

Gute Geschäfte vor allem mit der Schaden- und Unfallversicherung haben die Sparkassenversicherung stabil durch das Corona-Jahr 2020 gebracht. Das Segment sei deutlich stärker gewachsen als der Markt, vor allem auch dank eines Bestwerts bei den neu abgeschlossenen Verträgen, sagte Vorstandschef Andreas Jahn am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Bei den Lebensversicherungen gingen die Beiträge dagegen im Vergleich zum Vorjahr spürbar zurück. Mit 3,48 Milliarden Euro insgesamt landete die Sparkassenversicherung am Ende knapp unterhalb des Vorjahres. Das Konzernergebnis nach Steuern stieg um gut zwölf Prozent auf 60,1 Millionen Euro.

Man zähle sich selbst zu den stabilen Branchen, deren Geschäftsmodell auch in der Krise gut funktioniere, sagte Jahn. Schaue man allein auf die Zahlen, habe man weder groß von der Pandemie profitiert noch sonderlich unter ihr gelitten. "Trotzdem hat uns Corona sehr beschäftigt", sagte er. Vor allem sei der persönliche Kundenkontakt nicht mehr in gewohntem Maße möglich gewesen, insbesondere im Außendienst. Dort sind gut 1800 der insgesamt knapp 5000 Mitarbeiter beschäftigt. "Insofern war das ein herausforderndes Jahr."

Von den rund 3,48 Milliarden Euro an Beiträgen insgesamt entfielen 1,69 Milliarden Euro (plus 3,7 Prozent) auf die Schaden- und Unfallversicherung und rund 1,73 Milliarden Euro (minus 6,6 Prozent) auf die Lebensversicherung. Hinzu kamen außerdem gut 56 Millionen Euro an Beiträgen für einen neu gegründeten Pensionsfonds.

Für die Regulierung von Schäden musste die Sparkassenversicherung rund 1,14 Milliarden Euro aufwenden und damit etwas mehr als im Vorjahr. Allein das Sturmtief «Sabine» im Februar 2020 verursachte Schäden in Höhe von rund 74 Millionen Euro.

Update, 26. Februar, 11.34 Uhr: Landessportverband appelliert an Politik: Sportbetrieb "ermöglichen"

Der Landessportverband Baden-Württemberg fordert die Politik zu einer zeitnahen Wiedereröffnung des Amateur- und Breitensports auf. "Es ist klar, dass nur bei entsprechender Infektionslage auch eine Öffnung vertretbar ist. Dennoch fordern wir eine klare Positionierung, ab wann eine schrittweise Öffnung für unsere Sportvereine im Land wieder möglich sein wird", sagte Verbandspräsidentin Elvira Menzer-Haasis am Freitag. Es wäre wünschenswert, den Trainingsbetrieb in den Vereinen zeitnah zu beginnen. Seit vergangenem November befindet sich der Freizeit- und Amateursport im Land aufgrund der Corona-Pandemie im Lockdown.

Das Sportministerium steht der Forderung des LSV grundsätzlich positiv gegenüber. «Wenn von Bund und Ländern entschieden werden sollte, die Kontaktbeschränkungen zu lockern, müssen wir zwingend auch erste vorsichtige Schritte im Breitensport ermöglichen», sagte Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) laut einer Stellungnahme am Freitag. "In einem ersten Schritt wären für mich, wie auch in der Sportministerkonferenz beschlossen, kontaktlose Sportarten zu zweit oder in an die Infektionslage angepassten Kleinstgruppen unter Einhaltung der Abstandsregeln denkbar."

Sport sei kein Pandemietreiber, sagte Menzer-Haasis. "Insbesondere vor dem Hintergrund der gemeinschaftsstiftenden Kraft des Sports und der körperlichen Gesundheit jedes Einzelnen ist es in der aktuellen Zeit wichtiger denn je, wieder einen geordneten Sportbetrieb zu ermöglichen."

Sport sei kein Pandemietreiber.
Sport sei kein Pandemietreiber.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 26. Februar, 6.10 Uhr: Erste Rad-Professorin will Schwung aus Corona nutzen

In der Corona-Pandemie sind viele auf das Fahrrad umgestiegen - den Schwung will Angela Francke (41) nutzen, um den Radverkehr im Land voranzubringen. Die erste Professorin für Radverkehr in Baden-Württemberg sieht in den guten Erfahrungen, die mit dem kostengünstigen und umweltfreundlichen Verkehrsmittel im Lockdown gemacht wurden, ein großes Potenzial.

Doch auch unabhängig von Corona steigt die Zahl der Radfahrer. "Dafür brauchen wir eine zusammenhängende und mitwachsende Infrastruktur", sagte die Verkehrswissenschaftlerin der Deutschen Presse-Agentur anlässlich ihres Amtsantritts am 1. März.

Die Rad-Professur an der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft ist eine von sieben durch das Bundesverkehrsministerium mit jährlich bis zu 400.000 Euro geförderten Professuren für den Radverkehr. Sie baut auf den bestehenden Studiengang Verkehrssystemmanagement auf. Radverkehr studieren können Bachelor-Absolventen unterschiedlichster Disziplinen.

"Wir werden hier in den kommenden Jahren ein Angebot schaffen, das für verschiedene Bachelor-Abschlüsse offen steht", so Francke. Angepeilt sind etwa 15 Masterstudierende pro Jahr. Francke war in den vergangenen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Verkehrspsychologie der Technischen Universität Dresden tätig.

Angela Francke, Verkehrswissenschaftlerin, steht vor ihrem Fahrrad. Am 1. März 2021 übernimmt Francke die erste Professur für Radverkehr in Baden-Württemberg.
Angela Francke, Verkehrswissenschaftlerin, steht vor ihrem Fahrrad. Am 1. März 2021 übernimmt Francke die erste Professur für Radverkehr in Baden-Württemberg.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Februar, 19.05 Uhr: Über 1100 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Donnerstag 1109 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 314.605. Derweil sind 293.105 Menschen genesen.

Auch wurden 38 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8038 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 48,8.

Am Donnerstag wurden über 1100 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Donnerstag wurden über 1100 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Februar, 15.01 Uhr: Erste Gutscheine für kostenlose FFP2-Masken verfallen

Die ersten Gutscheine für Corona-Schutzmasken aus der Apotheke können nur noch bis einschließlich Samstag eingelöst werden. Mit einer Verlängerung dieser Frist sei nicht zu rechnen, teilte der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) am Donnerstag in Stuttgart mit. Ab März dürften die Apotheken im Land deshalb diese Berechtigungsscheine nicht mehr annehmen.

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr die kostenlose Abgabe von FFP2-Masken für Risikogruppen beschlossen. Seit Januar gibt es dafür spezielle Coupons von den Krankenkasse. Es muss ein Eigenanteil von jeweils 2 Euro für je sechs Masken bezahlt werden. Den Bund kostet die Aktion insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro.

FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz.

Update, 25. Februar, 12.24 Uhr: Maschinenbauer Dürr bekommt Corona-Folgen deutlich zu spüren

Durch die Corona-Pandemie steigt nach Einschätzung von Sozialverbänden auch die Zahl der Wohnungslosen und der Menschen in Wohnungsnot. "Wir müssen davon ausgehen, dass diese höher denn je ist und dass sie weiter ansteigen wird", sagte die Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, Annette Holuscha-Uhlenbrock, am Donnerstag in Stuttgart.

Sinkende Einkommen durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit sowie der Wegfall von Beschäftigungsverhältnissen am unteren Rand brächten Menschen in Zahlungsnöte. Viele von ihnen verschuldeten sich. "Das verschärft die Lage der armutsgefährdeten Menschen in unserem Land", warnte Holuscha-Uhlenbrock.

Menschen, die auf der Straße lebten und in Wärmestuben, Tagestreffs oder Beratungsstellen Hilfe suchten, würden in der Pandemie oft vergessen. "Diese Menschen können nicht zu Hause bleiben, weil sie keines haben», kritisierte die Liga. "Sie sind auf die Dienste der Wohnungslosenhilfe angewiesen."

Es sei systemrelevant, die Einrichtungen stärker mit Masken, Tests und finanzieller Unterstützung auszurüsten. Betroffene Menschen seien zudem bislang weder mit FFP2-Masken versorgt, noch in die Teststrategie des Landes einbezogen worden. Es sei auch nicht geklärt, ob sie im Rahmen der Impfungen von mobilen Teams versorgt werden könnten.

Wie viele Menschen im Land wohnungslos sind, lässt sich allerdings nur schwer sagen. Konkretere Zahlen zu den Betroffenen liegen laut Liga seit sieben Jahren nicht mehr vor und sind mit bundesweitem Fokus erst für das Jahr 2022 geplant. Der Dachverband der baden-württembergischen Sozial- und Wohlfahrtsverbände rechnet damit, dass die Zahl der Menschen in Wohnungsnot deutlich gestiegen ist.

Update, 25. Februar, 8.24 Uhr: Maschinenbauer Dürr bekommt Corona-Folgen deutlich zu spüren

Nach einem schwierigen und durch die Corona-Krise beeinträchtigten Jahr will der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr 2021 wieder wachsen. So soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr auf 3,45 bis 3,65 Milliarden Euro zulegen, wie der MDax-Konzern am Donnerstag in Bietigheim-Bissingen bei der Vorlage vorläufiger Zahlen mitteilte. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um rund 15 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro gesunken.

Beim Auftragseingang musste Dürr 2020 herbe Einbußen verzeichnen, er sackte um ein Fünftel auf auf 3,3 Milliarden Euro ab. Unter dem Strich stand sogar ein Verlust von rund 14 Millionen Euro, nachdem Dürr ein Jahr zuvor noch einen Überschuss von knapp 130 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

Konzernchef Ralf Dieter verwies darauf, dass das Geschäft im zweiten Halbjahr nach dem Tiefpunkt des zweiten Quartals wieder spürbar zugelegt habe. "Wir haben 2020 gut bewältigt und erwarten für 2021 Zuwächse bei Auftragseingang und Umsatz, aber noch keine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau", verdeutlichte der Manager. Die endgültigen Zahlen will Dürr am 18. März vorlegen.

Update, 25. Februar, 6.20 Uhr: Hoffmeister-Kraut verlangt Öffnungskonzept für den Handel

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (48, CDU) fordert von Bund und Ländern kommende Woche eine Festlegung auf ein transparentes Corona-Regelwerk, unter welchen Voraussetzungen Einzelhändler in der Breite wieder öffnen dürfen.

"Wir brauchen ein verlässliches und dem Infektionsgeschehen angemessenes Öffnungskonzept für alle Branchen", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Die Ministerpräsidentenkonferenz muss am kommenden Mittwoch festlegen, unter welchen Voraussetzungen der Handel wann wieder öffnen darf." Bei der Schalte will Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten über weitere Schritte in der Pandemie beraten.

Hoffmeister-Kraut sagte, der Impffortschritt, die zur Verfügung stehenden Hygienekonzepte und die immer besseren Testmöglichkeiten ließen eine klare Öffnungsperspektive inzwischen zu. Allerdings dürfe ein solches Konzept nicht allein von Sieben-Tage-Inzidenzen abhängig sein, sondern müsse auch andere Kriterien einbeziehen. Die Südwest-Wirtschaftsministerin betonte, sie wolle sich auch auf Landesebene "mit aller Kraft" für ein solches Konzept starkmachen.

Die Einzelhändler auch in Baden-Württemberg fordern vehement eine Öffnungsperspektive für ihre Branche. "Die Lage ist dramatisch und wird täglich dramatischer", klagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, Sabine Hagmann, am Mittwoch. Der Handel und die Innenstädte leiden aktuell unter dem wochenlangen Lockdown mit der Schließung etwa der Gastronomie und vieler Einzelhandelsgeschäfte.

Der Lockdown war zuletzt von Bund und Ländern noch einmal bis zum 7. März verlängert worden. In Baden-Württemberg dürfen von kommender Woche an allerdings zumindest Friseure sowie Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden wieder öffnen.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (48, CDU).
Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (48, CDU).  © Uli Deck/dpa

Update, 24. Februar, 18.57 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten steigt weiter leicht

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Ansteckungen ist im Südwesten erneut leicht gestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag nach Angaben des baden-württembergischen Landesgesundheitsamts am Mittwoch (Stand 16.00 Uhr) bei 47,6, nachdem der Wert an den Vortagen niedriger gewesen war. Am Dienstag lag die Inzidenz bei 45,5, am Montag bei 44,8, am Sonntag bei 44,0. Nach der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) davon gesprochen, dass etwa der Einzelhandel erst ab einem stabilen Inzidenzwert von unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche auf Lockerungen hoffen darf.

Das Landesgesundheitsamt vermeldete 1119 neue Corona-Infektionen, die Zahl aller Fälle im Südwesten seit Beginn der Pandemie stieg auf 313.496. Die Zahl der Toten, die mit oder an Sars-CoV-2 starben, stieg um 22 auf genau 8000. Als genesen gelten 292.105 Menschen. Runtergebrochen auf Kreisebene hat der Landkreis Schwäbisch Hall (151,5) weiter mit Abstand die höchste Sieben-Tage-Inzidenz.

Zumindest einmal geimpft worden sind inzwischen rund 438.000 Menschen, zwei Impfungen haben mehr als 229.000 Menschen bekommen.

Ein Corona-Test wird durchgeführt.
Ein Corona-Test wird durchgeführt.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 24. Februar, 18.38 Uhr: Kostenlose Corona-Tests im Südwesten für deutlich mehr Menschen

In Baden-Württemberg können sich demnächst deutlich mehr Menschen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Neben Pflegepersonal, Lehrkräften und Kita-Erzieherinnen soll es künftig auch anlasslose Gratis-Schnelltests für Menschen geben, die Angehörige pflegen - aber auch Polizisten, Justizangestellte und Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern sollen diese Möglichkeit bekommen. Ziel der Ausweitung der kostenlosen Tests ist es, die Ausbreitung des Coronavirus und der ansteckenderen Mutationen noch besser unter Kontrolle zu bekommen und mögliche weitere Lockerungen des Lockdowns absichern zu können.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) setzte durch, dass auch Schülerinnen und Schüler sowie Eltern anlasslos getestet werden können - und nicht nur in Corona-Hotspots. Lucha hatte immer wieder darauf verwiesen, dass der Bund demnächst sowohl Schnelltests, die von Fachpersonal abgenommen werden müssen, als auch neu zugelassene Laien-Selbsttests zur Verfügung stellen wolle. Deswegen sei es auch aus finanziellen Gründen wichtig, das Angebot des Landes zu befristen.

Darüber hinaus will das Land so schnell wie möglich sieben Millionen Selbsttests beschaffen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erteilte nun die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Selbsttests, die man auch ohne Schulung zu Hause machen kann. Bei allen drei Tests können die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen werden.

Update, 24. Februar, 17.19 Uhr: Grün-Schwarz legt Streit über Corona-Teststrategie bei

Die grün-schwarze Koalition hat den Streit über die Corona-Teststrategie beigelegt und weitet die Testmöglichkeiten nun deutlich aus. Das grün-geführte Gesundheitsministerium besserte seinen Entwurf am Mittwoch an einigen Stellen auf Wunsch der CDU und der Kommunen nach. So unterstützt es das Land nun ausdrücklich, wenn Städte und Gemeinden weitere Anlaufstellen für Schnelltests aufbauen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch sowohl von grüner als auch von CDU-Seite erfuhr. Bisher kann man sich vor allem bei Ärzten und in Apotheken testen lassen.

Die Kommunen erhalten drei Millionen Schnelltests aus der Notreserve des Landes und können - wenn nötig - weitere drei Millionen beschaffen - auf Kosten des Landes. Das Angebot an die Kommunen sei "zunächst bis zum 31. März 2021 befristet", hieß es. Die CDU hatte darauf gedrungen, das Angebot nicht Ende März auslaufen zu lassen. Getestet werden sollen nun auch Menschen, die Angehörige pflegen, und Beschäftigte in Schulen, Kitas und bei der Polizei.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) setzte durch, dass auch Schülerinnen und Schüler sowie Eltern anlasslos getestet werden können - und nicht nur in Corona-Hotspots. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte immer wieder darauf verwiesen, dass der Bund demnächst sowohl Schnelltests, die von Fachpersonal abgenommen werden müssen, als auch neu zugelassene Laien-Selbsttests zur Verfügung stellen wolle. Deswegen sei es auch aus finanziellen Gründen wichtig, das Angebot des Landes zu befristen.

Update, 24. Februar, 17.01 Uhr: Impfstau: Astrazeneca lagert haufenweise im Kühlschrank

Bis vor wenigen Tagen sprachen alle vom Mangel am Impfstoff, nun gibt es zu viel davon, zumindest vom Hersteller Astrazeneca. Insgesamt wurden bislang 192.000 Dosen ans Land geliefert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch bestätigte. Laut Robert Koch-Instituts (RKI) wurden aber nur 12.112 Dosen im Südwesten verimpft.

Das wären gerade mal etwas über sechs Prozent. Der Rest lagert derzeit ungenutzt in Kühlschränken. Laut RKI liegt Baden-Württemberg im Ländervergleich damit weit hinten. Die Zahlen stimmten allerdings nicht, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Es sei bereits weit mehr geimpft worden. Problem sei ein Meldeverzug durch die Kliniken.

Als Begründung nannte das Gesundheitsministerium zudem, dass die Kliniken den Impfstoff teils erst seit einer Woche in den Impfzentren abholen können. Aus Sicht des Ministeriums besteht aber keine Gefahr, dass der Astrazeneca-Impfstoff verdirbt. "Der Impfstoff ist ungeöffnet im Kühlschrank sechs Monate haltbar." Astrazeneca bekomme man erst seit drei Wochen geliefert. Bis Mitte März erwartet die Landesregierung rund 460.000 Impfdosen des Herstellers.

Seit Montag dürfen nun auch Menschen aus der zweiten Priorisierungsgruppe mit dem neuen Impfstoff geimpft werden. Dazu gehören etwa viele medizinische Beschäftigte und auch Lehrkräfte und Erzieherinnen - allerdings nur, wenn sie zwischen 18 und 64 sind. "Wir stellen dementsprechend eine stark gestiegene Nachfrage nach Terminen fest", hieß es aus dem Ministerium. Der Impfstoff war in die Kritik geraten, unter anderem weil Daten zur Wirkung bei Älteren fehlen.

Der Impfstoff lagert im Kühlschrank.
Der Impfstoff lagert im Kühlschrank.  © María José López/Europa Press/dpa

Update, 24. Februar, 16.51 Uhr: Für Coronatests zuständiges Apothekenpersonal kann sich impfen lassen

Apothekenpersonal, das Corona-Tests durchführt, kann sich nach Angaben der Landesapothekerkammer vorrangig impfen lassen. "Die Apotheke vor Ort leistet täglich einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Pandemie, deshalb muss das eingesetzte Personal bestmöglich geschützt werden", sagte Kammerpräsident Günther Hanke am Mittwoch in Stuttgart.

Auf dem Portal der Landesapothekerkammer seien rund 350 Apotheken mit einem Testangebot registriert. Seit der Einbindung der Apotheken in die Teststrategien des Bundes und des Landes, sei dort die Nachfrage an Schnelltests deutlich angestiegen.

Update, 24. Februar, 6.17 Uhr: Uni Heidelberg bietet Gurgeltests für Studierende an

Studierende der Universität Heidelberg können sich vor der Teilnahme an Laborpraktika oder Präsenzprüfungen mit einem Gurgeltest selbst auf Corona testen. Neben Hygienekonzepten und Abstandsregelungen soll der kostenlose Test dazu beitragen, ein mögliches Verbreitungsrisiko, etwa auf dem Weg zur Prüfung, minimieren. Lehrende können die Testkits für ihre Studenten bestellen. Mittels Codes können diese sich registrieren und das Ergebnis nach acht Stunden abrufen.

Die Methode sei fast so sensitiv wie die PCR-Tests, doch bei der technischen Ausrüstung weniger aufwendig, erläutert Michael Knop, Leiter des Projekts am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg. Seine Ergebnisse seien deutlich zuverlässiger als die kommerzieller Antigen-Schnelltests.

Die Nutzer des Tests erhalten ein Fläschchen, gurgeln zuhause mit der darin befindlichen kochsalzhaltigen Flüssigkeit und füllen eine winzige Probe des im Rachenraum gelösten Schleims in ein Röhrchen. Die darin enthaltenen Nucleinsäuren werden im Labor isoliert und gereinigt. Vermehren sie sich unter Hitzeeinwirkung, besteht eine Infektion.

Mit dem Test können Infektionen schon zwei bis drei Tage nach Ansteckung identifiziert werden. Zudem lässt sich das Virus noch einige Zeit nach der Infektion nachweisen, so dass sich auf diese Weise auch effizient Infektionsketten verfolgen lassen. Ziel ist es, diese früh zu unterbrechen. Derzeit kommt laut Forscher Knop auf 1000 Tests ein positiver.

Auch die Mitarbeiter der Universität dürfen die Tests nutzen. Das Verfahren ist für Forschungszwecke zugelassen, aber noch nicht zertifiziert und daher nicht kommerziell erhältlich.

Eine Mitarbeiterin führt in einem Labor im Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg einen Gurgeltest durch.
Eine Mitarbeiterin führt in einem Labor im Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg einen Gurgeltest durch.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 23. Februar, 18.55 Uhr: Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg leicht gestiegen

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten ist leicht gestiegen. Am Dienstag (Stand 16 Uhr) lag sie nach Angaben des Landesgesundheitsamts bei 45,5 (Montag: 44,8) Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohnern. Am Sonntag hatte der Wert mit 44,0 noch leicht unter dem vom Samstag mit 44,3 gelegen. Nach der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz hatte Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) davon gesprochen, dass etwa der Einzelhandel ab einem stabilen Inzidenzwert von unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche auf Lockerungen hoffen darf.

Den neusten Daten zufolge betrug der Inzidenzwert im Landkreis Schwäbisch Hall 137,7 (Montag: 118,9). Den niedrigsten Wert aller 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten hatte der Kreis Freudenstadt mit 21,1. Elf Stadt- und Landkreise liegen über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr wurden 312.377 Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg gemeldet, das waren 892 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten, die mit oder an Sars-CoV-2 starben, stieg um 22 auf 7978. Als genesen gelten 291.096 Infizierte (plus 704); hierbei handelt es sich um einen Schätzwert.

Update, 23. Februar, 17.44 Uhr: Baden-Württembergische Landkreise regeln Einreise aus Gebieten mit hoher Inzidenz

Verschiedene Landkreise im Südwesten bereiten sich auf steigende Corona-Infektionszahlen in den jeweiligen Nachbarländern vor. Dabei haben die Landratsämter Waldshut, Lörrach, Konstanz und Schwarzwald-Baar-Kreis mit einer Allgemeinverfügung vor allem Menschen in den Blick genommen, die etwa in Nachbarländern wie der Schweiz oder Frankreich arbeiten oder dort private Verbindungen pflegen.

Um ihnen beispielsweise die erneute Einreise aus möglichen Hochinzidenzgebieten zu erleichtern, soll eine Ausnahme von der Allgemeinverfügung des Bundes für Einreisende aus solchen Hochinzidenzgebieten gelten, wie eine Sprecherin des Landratsamtes in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) am Dienstag auf Anfrage sagte. Zwar gebe es aktuell noch keine solchen Hochinzidenzgebiete im benachbarten Ausland. Doch wolle man für einen solchen Fall vorbereitet sein.

Konkret ermögliche man Grenzgängern und Grenzpendlern eine Ausnahme von der Test- und Nachweispflicht des Landes. «Grenzpendler mit Wohnsitz in Baden-Württemberg, die sich mindestens zweimal wöchentlich zum Arbeiten, zum Studium oder zur Ausbildungsstätte in ein Hochinzidenzgebiet begeben, müssen dann zweimal je betreffender Kalenderwoche bei Grenzübertritt nach Deutschland einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf», lautet die Ausnahmeregelung.

Reise man innerhalb einer Kalenderwoche ausschließlich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ein, genüge ein einzelner negativer Testnachweis. Wird an der Grenze kein negativer Test vorgelegt, muss unmittelbar nach der Einreise ein Test vorgenommen werden. Dasselbe gelte für den Besuch von Verwandten ersten Grades, wie beispielsweise Kindern, Ehegatten, Lebenspartnern oder Lebensgefährten. Für Grenzgänger aus Risikogebieten, die zu den genannten Zwecken nach Baden-Württemberg einreisen und regelmäßig an ihren Wohnsitz zurückkehren, gelten demnach dieselben Regelungen.

Update, 23. Februar, 13.12 Uhr: Krach ums Testen - Kretschmann spricht von heftigem Schlagabtausch

In der grün-schwarzen Koalition gibt es Krach wegen der Teststrategie des Landes. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) berichtete auf Nachfrage von einem "heftigen Schlagabtausch" bei der Kabinettssitzung am Dienstag. Er versuche normalerweise, Konflikte im Kabinett herunterzuspielen, aber das sei schon ein heftiger Schlagabtausch gewesen. Aber auch wenn das in hartem Ton vorgetragen worden sei, sehe er den Konflikt als überwindbar an.

Lucha wies die Vorwürfe Strobls öffentlich zurück. "Wir kommen sehr gut voran", sagte er am Dienstag in der Regierungs-Pressekonferenz. Man begrüße die zahlreichen Aktivitäten der Kommunen. Das Land biete den Kommunen etwa drei Millionen Tests aus der Landesreserve.

Update, 23. Februar, 12.05 Uhr: Strobl kritisiert Lucha: Bei Corona-Tests kaum vorangekommen

Innenminister Thomas Strobl (60, CDU) hat sich in der Kabinettssitzung verärgert über fehlende Fortschritte bei der Teststrategie des Landes gezeigt.

Wie die dpa am Dienstag aus Regierungskreisen erfuhr, äußerte sich Strobl zu einem Bericht von Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne). Was der Grünen-Politiker vorgestellt habe, sei deutlich zu wenig. Es sei "schlichtweg nicht nachvollziehbar", dass man seit dem Testgipfel vergangene Woche nicht vorangekommen sei, monierte der Vize-Ministerpräsident demnach.

Es müsste längst umfassend getestet werden, gerade auch bei Personen, die keine Symptome zeigten. Dies sei wichtig, um Infektionsquellen und Virusmutationen ausfindig zu machen. Das sei auch mit Blick auf Öffnungsstrategien notwendig, erklärte Strobl.

Notwendig sei der Aufbau einer kommunalen Teststruktur. Hier fühlten sich die Kommunen aber allein gelassen. Es sei unverständlich, dass hier noch nicht mehr geschehen sei, obwohl ausreichend Test- und Personalkapazitäten vorhanden seien.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (60, CDU).  © Marijan Murat/dpa-Pool/dpa

Update, 23. Februar, 9.22 Uhr: Autozulieferer ElringKlinger spürt Corona-Folgen

Der Autozulieferer ElringKlinger hat die Folgen der Corona-Krise trotz einer deutlichen Erholung gegen Ende des Jahres zu spüren bekommen.

Während der Umsatz 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 14,3 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro sank, brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sogar um mehr als die Hälfte auf 27,2 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen aus Baden-Württemberg am Dienstag in Dettingen an der Erms bei der Vorlage vorläufiger Zahlen mitteilte. Positiv schlug der Erlös aus einer Brennstoffzellenpartnerschaft in Höhe von rund 25 Millionen zu Buche.

Im vierten Quartal konnte ElringKlinger beim Umsatz klar zulegen und profitierte davon, dass es mit der im ersten Halbjahr stark von der Pandemie gebeutelten Autoindustrie wieder etwas aufwärts ging. Dennoch konnte der Zulieferer die Probleme insgesamt aufs Jahr gesehen nicht auffangen.

Konzernchef Stefan Wolf sprach in Anbetracht der schwierigen Umstände von keinem einfachen Jahr. "Unter diesen Rahmenbedingungen sind wir mit den Ergebnissen durchaus zufrieden", befand der Manager. Eine Prognose für das laufende Jahr 2021 will ElringKlinger mit der Veröffentlichung der vollständigen Geschäftszahlen am 30. März bekanntgeben.

Update, 23. Februar, 7.23 Uhr: HeidelbergCement kommt besser durch Corona-Krise als erwartet

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat das Corona-Jahr 2020 dank seines Sparkurses etwas besser abgeschlossen als erwartet. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im Jahresvergleich um 3,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zu, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Dienstag in Heidelberg mitteilte. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei 6,1 Prozent. Dazu habe auch das vor einem Jahr aufgelegte Sparprogramm Cope beigetragen. Mit dem Programm konnte der Konzern die Kosten um 1,3 Milliarden Euro drücken und damit deutlich mehr als ursprünglich geplant. Der Umsatz schrumpfte hingegen um knapp sieben Prozent auf 17,6 Milliarden Euro.

Angaben zum Nettoergebnis wurden zunächst nicht gemacht. Der vollständige Konzernabschluss wird den Angaben zufolge am 18. März veröffentlicht.

Für das laufende Jahr zeigte sich HeidelbergCement zuversichtlich und geht davon aus, dass sich die Nachfrage im Geschäftsjahr 2021 in vielen Märkten positiv entwickeln wird. "Wir sind gut in das Jahr 2021 gestartet", sagte Unternehmenschef Dominik von Achten.

Durch die Infrastrukturprogramme dürfte es Rückenwind geben, beispielsweise in den USA, Australien, Indien und Italien. Auch für den Bereich privater Wohnungsbau sei er zuversichtlich. Die Entwicklung im Büro- und Gewerbebau müsse das Unternehmen abwarten.

Update, 22. Februar, 18.21 Uhr: Lucha: 387 neue Infektionen, 32 Todesfälle

Wie das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg mitteilte, wurden am Montag 387 weitere Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 311.485. Davon sind 290.392 genesen. Des Weiteren starben im Zusammenhang mit Covid-19 7956 Menschen, das waren 32 mehr als zum Vortag. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 44,8 - bei 44,0 lag sie am Vortag.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 311.485 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 7956 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 311.485 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 7956 starben.  © Daniel Karmann/dpa

Update, 22. Februar, 16.24 Uhr: Lucha: Anlaufschwierigkeiten bei Impfterminvergabe für Lehrer behoben

Die Startprobleme bei der Vergabe von Impfterminen an Erzieherinnen und Lehrkräfte sind nach den Worten von Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne) gelöst.

"Die Terminvergabe über die Hotline und die Website funktioniert inzwischen, es gab wohl am frühen Morgen Anlaufschwierigkeiten, die inzwischen behoben wurden", teilte der Minister der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart mit. Die Opposition hatte Lucha zuvor vorgeworfen, er habe mal wieder Erwartungen geweckt, die er nicht erfüllen könne.

Der Minister betonte dagegen, zahlreiche Lehrkräfte und Kitabeschäftigte hätten am Montag schon erfolgreich Termine gebucht. "Aber leider können bei der Vielzahl an Anrufen nicht alle sofort in den ersten zwei Stunden zum Zug kommen. Hier muss ich einfach um etwas Geduld bitten." Alle Lehrer und Erzieherinnen erhielten ein Impfangebot, versicherte der Grünen-Politiker. "Dieses Versprechen halten wir, auch wenn heute früh nicht alle auf Anhieb zum Zug gekommen sind."

Lucha hatte bereits am Samstag erklärt, dass die Impfungen von Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräften vorgezogen würden. Möglich wird die frühere Impfung vor allem dadurch, dass von dem Impfstoff Astrazeneca reichlich vorhanden ist. Der Impfstoff wird in Deutschland zurzeit nur Menschen zwischen 18 und 64 Jahren verabreicht - es fehlen Daten zur Wirkung bei Älteren.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne).
Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 22. Februar, 14.45 Uhr: Blumenläden können voraussichtlich zum 1. März öffnen

Auch in Baden-Württemberg sollen voraussichtlich zum 1. März Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden nach wochenlangem Corona-Lockdown wieder öffnen dürfen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) habe eine entsprechende Vorlage für die Kabinettssitzung an diesem Dienstag in Auftrag gegeben, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet am Montag der dpa in Stuttgart. "Wir tendieren zu einer Öffnung am 1. März."

Zuvor hatte bereits Bayern eine Öffnung zu Anfang März angekündigt. Hoogvliet erklärte, man stimme sich auch noch mit den anderen Nachbarländern Rheinland-Pfalz und Hessen ab, wobei in Hessen Gärtnereien und Blumenläden schon geöffnet sind. Nach Angaben des Floristenverbands gibt es allein im Südwesten 1200 Blumenläden.

Was weitere Lockerungen des Lockdowns angeht, zeigte sich der Regierungssprecher zurückhaltend. Zwar seien die Infektionszahlen in Baden-Württemberg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von um die 40 bundesweit weiter am niedrigsten. Allerdings stagnierten die Zahlen derzeit. Man müsse angesichts der Auswirkungen der Corona-Mutationen Vorsicht walten lassen.

Über weitere Öffnungen soll am 3. März die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) entscheiden.

Blumenläden sollen in Baden-Württemberg voraussichtlich zum 1. März wieder öffnen dürfen.
Blumenläden sollen in Baden-Württemberg voraussichtlich zum 1. März wieder öffnen dürfen.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 22. Februar, 12.46 Uhr: Südwest-Arbeitgeber fordern Investitionsoffensive nach Wahl

Die Südwest-Arbeitgeber fordern die baden-württembergische Politik zu umfangreichen Investitionen in Infrastrukturprojekte und die Digitalisierung nach der Landtagswahl auf. "Nachdem der Fokus der Corona-Soforthilfen zu Recht vorrangig auf der Liquiditätssicherung für die Unternehmen gelegen hat, sollte die öffentliche Hand nun eine breitere Investitionsoffensive starten. Dabei sollte sie prüfen, inwieweit geplante Aufträge und Investitionen vorgezogen, aber auch zusätzliche Investitionen ausgelöst werden können", sagte der Präsident des Verbands "Unternehmer Baden-Württemberg" (UBW), Rainer Dulger, am Montag.

Planungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastrukturvorhaben sollten beschleunigt werden, zugleich müssten die Digitalisierung an Schulen und der Ausbau leistungsfähiger Glasfaser-Datenleitungen rascher voranschreiten. Der flächendeckende Ausbau der digitalen Infrastruktur müsse im Südwesten «als Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge» verstanden werden.

Der UBW war jüngst aus den Arbeitgebern Baden-Württemberg und dem Landesverband der Industrie hervorgegangen. Bisher hatten die Arbeitgeber vor allem sozialpolitische Themen abgedeckt, die Wirtschaftspolitik lag in den Händen des LVI.

Update, 22. Februar, 12.43 Uhr: Verhandlung per Videoschalte - Corona digitalisiert die Justiz

Immer mehr Gerichte im Land verhandeln per Webcam. Mehr als 1200 Richtern im Land stünde bereits Software für Videoverhandlungen zur Verfügung, teilte Justizminister Guido Wolf (CDU) am Montag in Stuttgart mit. Bis vor einem Jahr hätten Videoverhandlungen noch ein Nischendasein geführt.

Aber in der Pandemie habe man die Gunst der Stunde erkannt und die Voraussetzungen in kürzester Zeit ausgebaut. Videoverhandlungen würden auch die Jahre nach Corona prägen, wenn sie auch nie Präsenzverhandlungen ganz ersetzen könnten, sagte Wolf.

Besonders Schlichtungsgespräche an Arbeitsgerichten eigneten sich für Videoverhandlungen, sagte der Präsident des Arbeitsgerichts, Eberhard Natter. Bereits 50 Prozent der Güteverhandlungen am Arbeitsgericht Stuttgart würden etwa per Videoverhandlung durchgeführt.

Von 33 Richtern im Zivilbereich am Landgericht Mannheim hätten bereits 31 Richter per Video verhandelt, sagte Richter am Landgericht Jens Gomm. Er sprach von 30 Verhandlungen pro Woche. "Die Anlagen sind eigentlich ständig im Einsatz."

Update, 22. Februar, 12.11 Uhr: Deutlich mehr Bürgschaften und Garantien für Firmen

Finanzielle Rückendeckung in Form von Bürgschaften und Garantien ist bei Firmen im Südwesten im Corona-Jahr 2020 deutlich gefragter gewesen als zuvor. Die Bürgschaftsbank übernahm 2546 Bürgschaften und Garantien mit einem Volumen von fast 462 Millionen Euro, wie sie am Montag in Stuttgart mitteilte.

2019 waren es 1789 mit einem Volumen von zusammen rund 303 Millionen Euro, also jeweils deutlich weniger. Das zeige, dass man gerade in Krisenzeiten für den Mittelstand ein verlässlicher Partner sei, sagte Bürgschaftsbank-Vorstand Guy Selbherr. Das den Firmen ermöglichte Kredit- und Beteiligungsvolumen stieg um rund 200 auf gut 702 Millionen Euro.

Um Unternehmen in der Krise besser helfen zu können, waren die Möglichkeiten der Bürgschaftsbanken und Beteiligungsgesellschaften im vergangenen Jahr erweitert und neue Programme aufgelegt worden.

Selbherr verwies darauf, dass es trotz Corona auch bei Neugründungen und Betriebsübergaben an Nachfolger einen Schub gegeben habe. "Es wird also keinen verlorenen Jahrgang geben in diesem Bereich", sagte er.

Nur geringe Unterschiede im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den Aktivitäten der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft. Sie ging 99 Beteiligungen mit einem Gesamtvolumen von 33,6 Millionen Euro ein. 2019 waren es drei weniger, dafür lag das Volumen mit 33,9 Millionen Euro etwas höher. Einen deutlichen Zuwachs gab es aber auch hier bei Neugründungen und Unternehmensnachfolgen.

Um Unternehmen in der Krise besser helfen zu können, waren die Möglichkeiten der Bürgschaftsbanken und Beteiligungsgesellschaften im vergangenen Jahr erweitert und neue Programme aufgelegt worden.
Um Unternehmen in der Krise besser helfen zu können, waren die Möglichkeiten der Bürgschaftsbanken und Beteiligungsgesellschaften im vergangenen Jahr erweitert und neue Programme aufgelegt worden.  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 22. Februar, 9.30 Uhr: Kommunen organisieren Schnelltests für Personal an Schulen und Kitas

Etliche Kommunen haben zur Öffnung der Schulen und Kitas die Corona-Schnelltests für die Mitarbeiter in die eigene Hand genommen. Die bislang in Arztpraxen und Apotheken vorgesehenen Tests seien dort weniger praktikabel als in den Einrichtungen selbst, sagte Städtetagsdezernent Norbert Brugger. Lehrkräfte, Erzieher, Schulsozialarbeiter und weitere Mitarbeiter, die sich zwei Mal pro Woche testen lassen dürfen, sollten keine Wartezeiten haben. Die kommunalen Schulträger gehen dabei unterschiedliche Wege.

In Karlsruhe etwa besteht neben dem Angebot, sich in Apotheken und Praxen testen zu lassen, auch die Möglichkeit, dies am Arbeitsort vornehmen zu lassen. Auch in Mannheim sollen vom Roten Kreuz geschulte Helfer in den Schulen ab Montag Schnelltests machen. Ludwigsburg arbeitet mit einem externen Partner zusammen, der auch die Koordination und Terminvergabe für die Schnelltests übernimmt.

Tübingen startete seine Schnelltest-Offensive schon vor zwei Wochen zunächst mit der Schulung von Lehr- und Kitapersonal. Eine Woche später sollen sich Erzieherinnen in Kitas zwei Mal wöchentlich testen lassen, danach das Schulpersonal. Alternative ist das sogenannte Arztmobil auf dem Tübinger Marktplatz.

Reutlingen hat mit Unterstützung der Feuerwehr ein Testzentrum in der Stadthalle eingerichtet. Zusätzlich schult die Feuerwehr Personal der Schulfördervereine, die in Reutlingen die Schulbetreuung sowie den Mensabetrieb und die Schulsozialarbeit wahrnehmen. Ein Drittel der Vereine hat sich bereits für Schulungen angemeldet.

Update, 22. Februar, 6.12 Uhr: Hilfe für Absolventen der Tourismusbranche im Südwesten

Um Absolventen von Tourismus-Studiengängen einen Berufseinstieg zu vermitteln, unterstützt das Wissenschaftsministerium 24 Forschungsprojekte. Ressortchefin Theresia Bauer (Grüne) sagte in Stuttgart, dass mit einer Million Euro ausgestattete Programm solle junge Leute in befristete Beschäftigungsverhältnisse bringen und der Branche helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Insgesamt geht es um 24 Stellen.

Die Pandemie treffe den Tourismus hart. So habe etwa von Januar bis September 2020 die Zahl der Übernachtungen im Südwesten um 36 Prozent unter den Zahlen des Vorjahreszeitraums gelegen.

Die nun geförderten Forschungsprojekte befassen sich den Angaben zufolge mit den unterschiedlichsten Aspekten in der Touristik. Sie reichen von alternativen Nutzungskonzepten für Hotels während des Lockdowns und gehen über die Entwicklung neuer Tourismusangebote wie Tierbeobachtungsreisen, Wander- oder Erholungsreisen bis hin zu digitalen und interaktiven Reisen für Menschen mit Sinneseinschränkungen oder die Entwicklung von Marketingstrategien für Kommunen und Verbände.

Absolventen der Tourismusbranche trifft die Krise besonders hart.
Absolventen der Tourismusbranche trifft die Krise besonders hart.  © dpa/AP/Jon Gambrell

Update, 21. Februar, 17.18 Uhr: 303 neue Infektionen, ein Todesfall

In Baden-Württemberg sind bis Sonntagnachmittag 303 neue Corona-Fälle nachgewiesen worden. Die Zahl der bestätigten Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 311.098, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte (Stand: 16 Uhr). Die Zahl neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner beträgt 44,0.

Das Amt verzeichnete zudem einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Sars-CoV-2, die Gesamtzahl stieg auf 7924.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 311.098 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 7924 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 311.098 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 7924 starben.  © Marius Becker/dpa

Update, 21. Februar, 7 Uhr: Straßenwahlkampf wird in Corona-Zeiten kaum vermisst

Drei Wochen vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gibt es fast keinen Straßenwahlkampf - aber auch nur wenige, die ihn vermissen.

Flyer verteilen in der Fußgängerzone, ein Vor-Ort-Gespräch mit dem Abgeordneten: all das gibt es während der Corona-Pandemie nur selten. Ob und wann sich das im Superwahljahr 2021 ändert, ist unklar. Doch eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland hat damit kein Problem, wie eine Yougov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab: 73 Prozent der Befragten fehlt bei einem rein digitalen Wahlkampf nichts.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, dann wäre die Bekämpfung der Corona-Pandemie für viele das wichtigste Wahlthema: 45 Prozent der Befragten sehen das so. Aber noch etwas mehr (46 Prozent) sind der gegenteiligen Ansicht.

Auf die konkrete Wahlentscheidung für eine Partei hat die Pandemie laut Umfrage ebenfalls nur wenig Einfluss.

Nur 13 Prozent der Befragten würden deshalb ihr Kreuz zur Bundestagswahl bei einer anderen Partei machen. 29 Prozent gaben an, andere Gründe als die Pandemie zu haben, um diesmal eine andere Partei zu wählen. Für 39 Prozent der Befragten ist die Pandemie kein Anlass, sich für eine andere Partei als sonst zu entscheiden.

In einem anderen Punkt deutet sich aber ein verändertes Wahlverhalten an: Mehr als jeder Zweite (52 Prozent) gab an, derzeit eine Briefwahl zu bevorzugen. Nur jeder Dritte (31 Prozent) würde derzeit zur Stimmabgabe ins Wahllokal gehen.

Die Zahl der Briefwähler hatte bereits in den Vorjahren stetig zugenommen. Wegen der Einschränkungen durch die Pandemie wird ein weiterer Anstieg des Anteils der Briefwähler erwartet.

Auch wenn die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie Kritik hervorrufen, scheint vor allem die Union mit ihrer Corona-Politik auf Zustimmung zu stoßen. Dies zeigen die Antworten auf die Frage, mit den Positionen welcher Partei zur Bekämpfung der Pandemie sich die Befragten am ehesten identifizieren können: 29 Prozent sagen CDU/CSU, 9 Prozent nennen die SPD, 8 Prozent die AfD, jeweils 7 Prozent die Grünen und die FDP, 4 Prozent die Linke.

Bei der repräsentativen Online-Umfrage wurden zwischen 17. und 19. Februar 2073 Menschen in Deutschland im Alter von 18 Jahren oder älter befragt.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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