Corona in Baden-Württemberg: Mehr als 300 neue Infektionen, 7-Tage-Inzidenz leicht gesunken

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg sowie in ganz Deutschland entspannt sich wieder etwas, die Inzidenzzahlen sinken.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Deshalb greift seit dem 14. Mai ein Stufenplan für Öffnungsschritte, mit dem die Einschränkungen der Bundesnotbremse sukzessive gelockert werden sollen.

Liegt der 7-Tage-Inzidenzwert von Stadt- oder Landkreisen an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 greift die 1. Stufe, die unter anderem Kulturveranstaltungen im Freien mit bis zu 100 Besuchern oder die Öffnung von Betriebskantinen wieder erlaubt.

Sinkt die Inzidenz in den folgenden 14 Tagen weiter, gelten in der zweiten Stufe weitere Lockerungen. So darf unter anderem die Gastronomie wieder öffnen und Gäste in Innenräumen empfangen. Messen, Ausstellungen und Kongresse können genau wie kontaktarmer Freizeit- und Amateursport wieder stattfinden.

Die dritte Öffnungsstufe macht Präsenzveranstaltungen an Hochschulen und Akademien wieder möglich, außerdem ist der Betrieb von Bädern wieder generell erlaubt.

Mittlerweile gibt es 498.363 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 479.964 Menschen davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 10.074 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 12. Juni)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 12. Juni, 18.06 Uhr: Mehr als 300 neue Infektionen, 7-Tage-Inzidenz leicht gesunken

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Samstag (Stand: 16 Uhr) 331 neue Infektionen gemeldet. Somit steigt die Zahl der Infizierten auf 498.363. Davon sind 479.964 bereits wieder genesen.

Auch wurden 2 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind bislang 10.074 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist wieder leicht gesunken. Lag sie am Vortag noch bei 26,2 beträgt sie laut Landesgesundheitsamt am Samstag 25,5.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 498.363 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.074 starben. (Symbolbild)
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 498.363 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.074 starben. (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 12. Juni, 12.35 Uhr: Mehrere Fälle der indischen Corona-Variante an Kunsthochschule

An einer Kunsthochschule in Straßburg sind mehrere Fälle der besonders ansteckenden indischen Coronavirus-Variante (Delta-Variante) entdeckt worden.

Die regionale Gesundheitsbehörde erließ am Samstag eine Reihe von Notfallmaßnahmen, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Demnach haben sich im Umfeld der Kunst- und Musikhochschule Haute école des arts du Rhin in der Elsass-Metropole nahe der deutschen Grenze mehrere Menschen mit der Corona-Variante infiziert, die zunächst in Indien bekannt wurde.

Um wie viele Infektionen es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt. Nach einem Bericht der Zeitung Dernières Nouvelles d'Alsace ist die Schule bereits seit Donnerstag geschlossen.

Die Delta-Variante trat zuletzt auch verstärkt in der Region Nouvelle-Aquitaine im Südwesten Frankreichs auf.

Update, 12. Juni 10.35 Uhr: Mehr Impfstoff für Baden-Württemberg

Baden-Württemberg soll laut Stuttgarter Nachrichten (Samstag) kurzfristig mehr Impfstoff bekommen.

Da Ärzte in Bayern und Baden-Württemberg in den beiden Wochen nach Pfingsten weniger Impfstoff des Herstellers Biontech bestellt hätten, als nach dem Bevölkerungsschlüssel möglich gewesen wäre, bekommen beide Länder nun in der Woche ab dem 28. Juni einen Ausgleich, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Quellen aus dem Bundesgesundheitsministerium.

In Baden-Württemberg gehe es um 52.600 zusätzliche Dosen.

Update, 12. Juni, 7.15 Uhr: Besucherzentrum im Nationalpark Schwarzwald öffnet endlich

Dank sinkender Corona-Zahlen kann das neue Besucherzentrum im Nationalpark Schwarzwald ab Samstag seine Pforten für Besucher öffnen.

Vier neue Regiobuslinien wurden eingerichtet, getaktet auf Zugzeiten an den Bahnhöfen der Region. So sollen Touristen möglichst einfach zu dem Zentrum kommen. Das weitgehend hölzerne Gebäude liegt an der auf gut 900 Metern über dem Meer gelegenen Passhöhe Ruhestein. Neben einer Ausstellung bietet es auch Informationen zu Angeboten wie Führungen oder Wanderrouten.

Leiterin Ursula Pütz hatte diese Woche erklärt: "Wir sind sehr erleichtert, dass das Auf und Ab der letzten Monate nun ein Ende haben soll." Das Nationalparkzentrum war schon im vergangenen Oktober nach über dreijähriger Bauzeit feierlich übergeben worden - allerdings bereits damals im Zuge der Corona-Einschränkungen in deutlich kleinerem Rahmen als ursprünglich gedacht.

Auch jetzt ist der Betrieb wegen der Hygienevorschriften eingeschränkt: Zunächst könnten nur 130 Menschen pro Tag die Dauerausstellung besuchen - vollständig geimpft, genesen oder mit negativem Coronatest. Ein Testzentrum soll an den Wochenenden vor Ort im Einsatz sein.

Seebach im vergangenen Oktober: Das Nationalparkzentrum Ruhestein im Schwarzwald.
Seebach im vergangenen Oktober: Das Nationalparkzentrum Ruhestein im Schwarzwald.  © Uli Deck/dpa

Update, 11. Juni, 19.42 Uhr: Mannheim hebt coronabedingtes Alkoholverbot auf

Wegen gesunkener Corona-Zahlen hebt Mannheim eigene Regeln zur Maskenpflicht und Alkoholverboten in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs auf.

Bezüglich der Maskenpflicht reichten die Vorgaben der Corona-Verordnung des Landes, heißt es in der Allgemeinverfügung, die am Samstag in Kraft tritt. In Bereichen und Situationen, in denen eine besonders hohe Infektionsgefahr besteht, seien demnach weiter Masken vorgeschrieben.

Das für viele innerstädtische Plätze und Straßen angeordnete, zeitlich unbegrenzte Verbot von Alkoholverkauf und -konsum sei in dieser Form ebenfalls nicht mehr erforderlich und unverhältnismäßig, teilte die Stadt am Freitagabend nach Erlass der Allgemeinverfügung mit.

"Durch die verlängerten Öffnungszeiten für die Gastronomie ist ein Ausweichen der Trink- und Feierwilligen in den öffentlichen Raum nicht mehr in dem bisherigen Umfang zu befürchten", heißt es dort.

Update, 11. Juni, 18.03 Uhr: Mehr als fünf Millionen gegen Corona geimpft im Südwesten

5.162.993 Menschen in Baden-Württemberg sind mittlerweile einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag 46,5 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt einen Prozentpunkt höher. Als vollständig geimpft gelten 2.679.782 Menschen oder 24,1 Prozent im Südwesten (Bund: 24,8). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

Update, 11. Juni, 17.31 Uhr: 7-Tage-Inzidenz wieder leicht gestiegen

In Baden-Württemberg ist die 7-Tage-Inzidenz wieder leicht gestiegen. Lag sie am Vortag noch bei 25,4 beträgt sie laut Landesgesundheitsamt am Freitag 26,2 (Stand: 16 Uhr).

Dem Amt wurden 387 neue Infektionen gemeldet. Somit steigt die Zahl der Infizierten auf 498.032. Davon sind 479.253 bereits wieder genesen.

Auch wurden am Freitag 12 weitere Todesfälle gemeldet. Damit sind bislang 10.072 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 498.032 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.072 starben. (Symbolbild)
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 498.032 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 10.072 starben. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. Juni, 16.52 Uhr: Stuttgart will Geräte zum Distanzmessen im Nachtleben testen

Mit einem neuen Messgerät für Distanzen könnte das Nacht- und Kulturleben bei größeren Menschenmengen deutlich sicherer werden. Das verspricht sich die Stadt Stuttgart, die einen sogenannten Distanztracker im Feldversuch über mehrere Monate testen will.

Die Tracker in der Größe einer Scheckkarte sollen Besucher warnen, wenn sie einander zu nahekommen, und dabei helfen, enge Kontaktpersonen von Infizierten zu ermitteln, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. Das Projekt sei gemeinsam mit der Universität des Saarlandes entwickelt worden und habe Landesregierung und Städtetag überzeugt. Am kommenden Donnerstag (17. Juni) soll der Gemeinderat entscheiden.

Zielgruppe sei zunächst der Stuttgarter Club- und Kulturbereich, infrage kämen aber auch zum Beispiel Kaufhäuser, sagte der Saarbrücker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr. "Die Besucher erhalten beim Betreten der Location einen Tracker, der zu jedem Zeitpunkt die genaue Position des Besuchers erkennt." Ein Echtzeit-Warnsystem piepse oder vibriere bei potenziell gefährlichen Begegnungen. Auch sei nachvollziehbar, welche Menschen sich für wie lange in unmittelbarer Nähe zueinander befunden haben.

"Das System hat den Charme, dass man auf einem engen Raum die Leute mit Kontakten schnell identifizieren kann und nicht gleich die ganze Masse der Menschen im Raum in Quarantäne schicken muss", sagte Lehr der dpa. Gesundheitsämter würden bei der Nachverfolgung entlastet und Ressourcen bei Tests oder in Laboren geschont. Sollte der Gemeinderat zustimmen, ist das Projekt laut Stadt auf neun Monate angelegt. Die Stadt will 495.500 Euro investieren.

Unter dem Titel "SaarCoKids" hat Lehr bereits eine saarlandweite Studie aufgesetzt, bei der die elektronische Distanzmessung als Teil eines Projekts unter anderem in drei Schulen erfasst wird.

Landesgesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) begrüßte das Projekt. Jugendliche und junge Erwachsene seien von den Corona-Auflagen besonders betroffen gewesen. "Von dem Modellprojekt der Stadt Stuttgart sind wichtige Erkenntnisse für eine sichere Öffnung kultureller Veranstaltungen für die junge Generation zu erwarten", sagte er.

Das Stuttgarter Modellprojekt ist eines von fünf weiteren, die das Land in einer zweiten Tranche gebilligt hat. Dazu gehören unter anderem auch ein Konzert der Schlagersängerin Andrea Berg und die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart. Bereits Ende Mai hatte das Gesundheitsministerium grünes Licht für insgesamt 19 Modellprojekte gegeben.

Landesgesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) begrüßt das Projekt eines neuen Messgeräts für Distanzen, durch welches das Nacht- und Kulturleben bei größeren Menschenmengen deutlich sicherer werden könnte.
Landesgesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) begrüßt das Projekt eines neuen Messgeräts für Distanzen, durch welches das Nacht- und Kulturleben bei größeren Menschenmengen deutlich sicherer werden könnte.  © Tom Weller/dpa

Update, 11. Juni, 11.02 Uhr: Größere Bühnen werden nach der Corona-Zwangspause wieder bespielt

Nach dem Startsignal der Landesregierung können mehrere große Bühnen in Baden-Württemberg am Samstag (12. Juni) endlich die Corona-Zwangspause für beendet erklären und erste Stücke aufführen. Unter anderem in Ötigheim, Schwäbisch Hall und Stuttgart werden jeweils Hunderte Besucher erwartet. Allerdings sind für die größeren Theaterpremieren auch noch Karten zu haben.

"Endlich", heißt es unter anderem bei den Volksschauspielen Ötigheim, die als eines der genehmigten Modellprojekte des Landes mit 875 Zuschauern planen dürfen. Zur Premiere auf Deutschlands größter Naturbühne wird die Komödie "Das Haus in Montevideo" gezeigt (14 Uhr) - mit einer Art Anschubfinanzierung des Landes. Denn aus dem Corona-Nothilfefonds erhalten die Volksschauspiele nach Angaben des Wissenschaftsministeriums von Freitag bis zu 680.000 Euro. Ziel sei es, den Fortbestand der Einrichtung zu sichern, hieß es.

Unter freiem Himmel wird am Samstag nach der öffentlichen Generalprobe auch in Schwäbisch Hall gespielt. Dort steht TV- und Theaterschauspieler Walter Sittler als "Nathan, der Weise" (Gotthold Ephraim Lessing) auf der Großen Treppe (20.30 Uhr). Die Freilichtspiele hatten sich als Modellprojekt beworben, um mehr Zuschauer zulassen zu können. Nun dürfen 750 statt 500 Zuschauer mit dabei sein. "Natürlich sind wir aufgeregt, dass es endlich wieder losgeht", sagt Chefdramaturg Franz Burkhard. Der Landkreis Schwäbisch Hall hatte im vergangenen April noch als einer der größten deutschen Hotspots für Schlagzeilen gesorgt.

"Eigentlich grenzt es schon fast an ein Wunder, dass die Wiedereröffnung der Theater doch noch vor der Sommerpause Realität wird", sagt auch der Intendant des Schauspiels Stuttgart, Burkhard C. Kosminski, vor der ersten größeren Premiere unter dem Dach der Staatstheater Stuttgart.

"Wir sind absolut bereit!". Zum Start wird "Der Würgeengel" nach dem Film von Luis Buñuel am Samstag gleich zwei Mal gezeigt (17 Uhr/20 Uhr). Erlaubt sind zunächst je 170 Zuschauer, ab dem kommenden Wochenende dann bis zu 330 nach dem so genannten Schachbrettmuster im Zuschauerraum.

Größere Bühnen werden nach der Corona-Zwangspause wieder bespielt.
Größere Bühnen werden nach der Corona-Zwangspause wieder bespielt.  © Roland Weihrauch/dpa

Update, 11. Juni, 6.39 Uhr: Nach Stiko-Entscheidung: Impftermine für Kinder nur telefonisch

Wie die Ständige Impfkommission (Stiko) will auch das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg die Impfung von gesunden Kindern und Jugendliche nicht ausdrücklich empfehlen. Die Stiko rät nur zu Impfungen gegen das Coronavirus für 12- bis 17-Jährige bei bestimmten Vorerkrankungen. Nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und der Risikoakzeptanz von Kindern, Jugendlichen oder ihren Eltern sei eine Impfung aber auch bei gesunden jungen Leuten möglich.

Wie das Ministerium in Stuttgart am Donnerstagabend erklärte, sind Terminvereinbarungen für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren in den Impfzentren vorerst nur unter der Nummer 116 117 möglich.

Das Land setze sich aber dafür ein, dass auch die Online-Terminbuchung unter www.impfterminservice.de schon bald für diese Altersgruppe angepasst werde. Da die Plattform auch von anderen Bundesländern genutzt werde, müsse dies gemeinsam entschieden werden. Daneben seien Impfungen bei Kinder- und Jugendärzten möglich.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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