Corona in Baden-Württemberg: Testpflicht auch für Geimpfte in Restaurants

Baden-Württemberg - Die Zügel werden für Ungeimpfte in Baden-Württemberg heftig angezogen! Doch auch für die Geimpften und Genesenen werden die Maßnahmen spürbar.

Die Corona-Lage bleibt in Baden-Württemberg angespannt. (Symbolbild)
Die Corona-Lage bleibt in Baden-Württemberg angespannt. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Die Menschen in Baden-Württemberg müssen sich vom 4. Dezember an auf empfindliche Beeinträchtigungen einstellen.

Landesweit gilt ein Verbot für große öffentlicher Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte. Für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kultur- und Freizeitveranstaltungen gilt künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen.

Alle Veranstaltungen jeglicher Art sollen künftig nur noch maximal 50 Prozent der möglichen Besucher zulassen dürfen.

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Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird bundesweit verboten.

Mittlerweile gibt es 857.860 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 676.243 Menschen davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 11.878 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 2. Dezember)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 3. Dezember, 12.39 Uhr: Landtag berät in Sondersitzung über Verschärfungen der Corona-Regeln

Nach der angekündigten Verschärfung der Einschränkungen und Verbote wegen der Corona-Pandemie wird der baden-württembergische Landtag die neuen Regeln in einer Sondersitzung beraten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wird die Abgeordneten am Dienstag kommender Woche (15 Uhr) über die Bund-Länder-Gespräche und die Konsequenzen für den Südwesten auf den aktuellen Stand bringen, wie Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) am Freitag ankündigte. Geplant ist außerdem eine Aussprache.

Die Landesregierung will das Regelwerk deutlich verschärfen, um die vierte Corona-Welle zu brechen und die Pandemie einzudämmen. Die neuen Corona-Regeln sollen schon an diesem Samstag in Kraft treten. Unter anderem muss künftig für den Restaurantbesuch ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, auch wenn die Gäste geimpft oder genesen sind.

Außerdem werden Großveranstaltungen angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise in Baden-Württemberg untersagt, Weihnachtsmärkte verboten und Diskotheken geschlossen. Fußballvereinen drohen Spiele vor fast leeren Zuschauerrängen.

Update, 3. Dezember, 12 Uhr: Intendant: 2G plus im Theater ist Drangsalieren von Geimpften

Der Chef der Landestheater Tübingen, Thorsten Weckherlin, fordert Ausnahmen für Booster-Geimpfte bei 2G plus. Wer seine Covid-Impfung aufgefrischt habe, solle im Theater von der verordneten 2G-Plus-Regel ausgenommen werden, sagte der Intendant aus Tübingen am Freitag. In vielen Bundesländern gebe es in den Theatern diese 2G-Plus Regelung nicht.

Da komme man mit 2G rein. Und das sei richtig. "Ich kann doch unserem Publikum, das geboostert ist, nicht mehr abverlangen, als notwendig ist. Dieses Plus ist eine Genugtuung für die Impfgegner und ein Drangsalieren der bereits geimpften Leute."

Update, 3. Dezember, 9.57 Uhr: Testpflicht auch für Geimpfte in Restaurants

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen. Für die Gastronomie gelte künftig die Regel 2G plus.

Auch Geimpfte und Genese müssen sich nun vor einem Restaurantbesuch testen lassen.
Auch Geimpfte und Genese müssen sich nun vor einem Restaurantbesuch testen lassen.  © Ole Spata/dpa

Update, 3. Dezember, 9.55 Uhr: Baden-Württemberg verbietet Großveranstaltungen

Großveranstaltungen werden angesichts der sich zuspitzenden Corona-Krise in Baden-Württemberg untersagt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen. Demnach werde für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kulturveranstaltungen künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen gelten. Die Regeln sollen am Samstag in Kraft treten.

Mehr Infos im Artikel: Baden-Württemberg verbietet Großveranstaltungen

An leere Stadien müssen sich die Fußballfans wohl wieder gewöhnen.
An leere Stadien müssen sich die Fußballfans wohl wieder gewöhnen.  © Matthias Balk/dpa

Update, 3. Dezember, 9 Uhr: Epidemiologe Grundmann: Impfung besser als Lockdown

Der Freiburger Infektionsepidemiologe Hajo Grundmann mahnt angesichts verstärkter Forderungen nach einem Lockdown zur Vorsicht.

"Weder ein Lockdown noch Kontaktbeschränkungen werden uns auf Dauer weiterhelfen, das kann nur die Impfung", sagte der medizinische Leiter des Instituts für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Freiburg.

Mehr Infos im Artikel: Epidemiologe Grundmann: Impfung besser als Lockdown

Update, 3. Dezember, 6.51 Uhr: Neue Corona-Regeln sorgen für Aufschrei in Handel und Gastronomie

Laute Rufe nach mehr staatlichen Hilfen im Handel und in der Gastronomie, Angst vor weiteren Mitarbeiterverlusten in der Gastronomie, Entsetzen bei den Feuerwerksherstellern: Die Verschärfung der Corona-Bestimmungen durch Bund und Länder hat am Donnerstag für Aufregung in vielen Branchen gesorgt. Der Handelsverband Deutschland befürchtet durch die geplante bundesweite Einführung der 2G-Regel in weiten Teilen des Einzelhandels Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent in den betroffenen Geschäften

Update, 3. Dezember, 6.05 Uhr: Drei von vier Deutschen gegen Schulschließungen wegen Corona-Pandemie

Trotz der starken Corona-Welle sind drei von vier Bürgern gegen Schließungen von Schulen und Kitas. Dies zeigt der am Donnerstag veröffentlichte ARD-Deutschlandtrend von infratest dimap. Demnach befürwortet nur eine Minderheit erneute Einschränkungen bei Schulen (23 Prozent) und Kitas (19 Prozent). Ebenso ablehnend steht die Bevölkerung einem Verbot touristischer Übernachtungen gegenüber (38 zu 56 Prozent) sowie Schließungen in der Gastronomie (31 zu 65 Prozent) oder im stationären Einzelhandel (27 zu 69).

Positiv bewertet eine Umfragemehrheit jedoch eine Corona-Impfpflicht für Erwachsene. Dafür sprechen sich aktuell 71 Prozent aus - 14 Prozentpunkte mehr als im November. Mehrheiten finden sich auch für den erneuten Ausschluss des Publikums bei Bundesliga-Spielen (81 Prozent), eine strengere Beschränkung von Kontakten (67 Prozent) sowie das Schließen von Bars, Kneipen (64 Prozent) und auch Weihnachtsmärkten (57 Prozent).

Sechs von zehn Wahlberechtigten (60 Prozent) sagten zu Wochenbeginn (Befragung Montag bis Mittwoch), dass ihnen die bestehenden Corona-Maßnahmen nicht weit genug gehen - so viele wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. An diesem Donnerstagnachmittag beschloss eine Bund-Länder-Runde in Berlin jedoch zahlreiche Verschärfungen. So wird Ungeimpften im Weihnachtsgeschäft der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt.

Acht von zehn Befragten (79 Prozent) bewerten laut dem Deutschlandtrand das Krisenmanagement von Bund und Ländern kritisch, nur etwa jeder Sechste (18 Prozent) äußerte sich zufrieden. Zwei Drittel (64 Prozent) fürchten Engpässe in der medizinischen Versorgung - erkennbar mehr als während der zweiten Infektions-Welle Ende 2020 (plus 28 Prozentpunkte). Sechs von zehn Bundesbürgern treibt auch die Sorge vor neuen Varianten des Virus um, wie der Omikron-Variante.

Trotz der starken Corona-Welle sind drei von vier Bürgern gegen Schließungen von Schulen und Kitas.
Trotz der starken Corona-Welle sind drei von vier Bürgern gegen Schließungen von Schulen und Kitas.  © Marijan Murat/dpa

Update, 2. Dezember, 19.45 Uhr: Lage bleibt trotz gesunkener Inzidenz angespannt

Die Corona-Lage blieb auch am Donnerstag stark angespannt: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ging zwar leicht zurück. Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag nach LGA-Angaben bei 517,6 nach 519,4 am Vortag (Stand 02.12.2021, 16 Uhr).

Der geschätzte Sieben-Tages-R-Wert legte im Vergleich zum Mittwoch aber von 0,90 auf 0,93 zu. Liegt der Wert längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Auch die Zahl der an das LGA übermittelten Fälle der neuen Coronavirus-Variante Omikron im Südwesten nahm zu - von zuletzt 4 auf 8.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz (Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Menschen und Woche) lag bei 6,3 (Vortag: 6,4). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen ist in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor.

Seit Beginn der Pandemie wurden landesweit bislang 857.860 Covid-19-Fälle gezählt. Es gab 11.878 Todesfälle. Seit Mittwoch kamen 40 dazu.

Update, 2. Dezember, 13.12 Uhr: Baden-Württemberg schlägt erneutes Böllerverbot für Feuerwerk vor

Das Grün geführte Baden-Württemberg und die unionsgeführten Länder schlagen für dieses Jahr ein generelles Verkaufsverbot für Pyrotechnik vor Silvester vor. Das geht aus einer vorläufigen Beschlussvorlage mit Ergänzungen der sogenannten B-Länder für die Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise am Donnerstag hervor. «Darüber hinaus gilt ein Feuerwerksverbot auf durch die Kommunen zu definierenden publikumsträchtigen Plätzen», heißt es in dem Arbeitspapier.

Dabei handelt es sich noch nicht um Beschlüsse aus den Bund-Länder-Gesprächen über ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegen Corona. Die Vorlage ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur noch nicht mit den SPD-geführten Ländern abgestimmt.

Laut Vorschlag Baden-Württembergs und der unionsgeführten Länder soll am Silvester- und am Neujahrstag bundesweit ein An- und Versammlungsverbot umgesetzt werden. Neben dem geforderten Verkaufsverbot für Pyrotechnik wird "vom Zünden von Silvesterfeuerwerk generell dringend abgeraten, auch vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems".

Schon vor einem Jahr hatten Bund und Länder angesichts der sich ausbreitenden Pandemie ein bundesweites An- und Versammlungsverbot an Silvester und Neujahr sowie ein Verkaufsverbot für Feuerwerk vor dem Jahreswechsel beschlossen.

Am Donnerstagmorgen waren die Spitzen von Bund und Ländern erneut zu Beratungen über weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen zusammengekommen. In der Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und deren voraussichtlichem Nachfolger Olaf Scholz (SPD) sollte ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen werden.

Neben dem geforderten Verkaufsverbot für Pyrotechnik wird "vom Zünden von Silvesterfeuerwerk generell dringend abgeraten, auch vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems".
Neben dem geforderten Verkaufsverbot für Pyrotechnik wird "vom Zünden von Silvesterfeuerwerk generell dringend abgeraten, auch vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems".  © Christophe Gateau/dpa

Update, 2. Dezember, 12.03 Uhr: Kliniken im Elsass lösen wegen steigender Corona-Zahlen Notmodus aus

Angesichts steigender Corona-Zahlen auch in Frankreich haben mehrere Krankenhäuser im Elsass in eine Art Notmodus umgeschaltet. Das Universitätsklinikum Straßburg löste am Donnerstag den sogenannten Weißen Plan ("plan blanc") aus, wie das Krankenhaus mitteilte. Damit wolle man den Betrieb umorganisieren, um die vollen Intensivstationen zu entlasten. Die Inzidenzen seien in Straßburg und Umgebung zuletzt stark gestiegen - genau wie die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Covid-Patienten.

Die Krankenhäuser in Colmar und Mulhouse hatten den Notfallplan bereits am Mittwoch ausgelöst. Aus Mulhouse hieß es, gemeinsam wolle man mehr Betten für Covid-Patienten schaffen. Dafür würden geplante Eingriffe verschoben. Bereits jeder fünfte Notruf werde derzeit wegen Corona-Infektionen abgesetzt.

Grundsätzlich sei man bereit, auch deutsche Patienten etwa aus Baden-Württemberg aufzunehmen, falls die französischen Gesundheitsbehörden dies anordneten, erklärte die Krankenhausleitung aus Mulhouse auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich hätten auch deutsche Kliniken während der ersten Welle französische Patienten aufgenommen.

Allerdings habe man derzeit keine Intensivkapazitäten mehr frei. Auch in der Uniklinik Straßburg könnten unter Koordination der französischen Behörden deutsche Patienten unterkommen, erklärte eine Sprecherin. Auch andernsorts in Frankreich laufen Kliniken schon unter dem "plan blanc".