Corona in Baden-Württemberg: Teststationen im Dauerstress!

Baden-Württemberg - Die Zügel werden für Ungeimpfte in Baden-Württemberg heftig angezogen! Doch auch für die Geimpften und Genesenen werden die Maßnahmen spürbar.

Für viele Veranstaltungen müssen sich aktuell auch Geimpfte testen lassen. (Symbolbild)
Für viele Veranstaltungen müssen sich aktuell auch Geimpfte testen lassen. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Die Menschen in Baden-Württemberg müssen sich vom 4. Dezember an auf empfindliche Beeinträchtigungen einstellen.

Landesweit gilt ein Verbot für große öffentlicher Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte. Für sämtliche Veranstaltungen wie Fußballspiele oder Kultur- und Freizeitveranstaltungen gilt künftig eine "harte Obergrenze" von 750 Personen.

Alle Veranstaltungen jeglicher Art sollen künftig nur noch maximal 50 Prozent der möglichen Besucher zulassen dürfen.

Coronavirus im Norden: Schnelltests in Apotheken weiter knapp
Coronavirus Coronavirus im Norden: Schnelltests in Apotheken weiter knapp

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird bundesweit verboten.

Mittlerweile gibt es 895.668 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 699.208 Menschen davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 12.074 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 7. Dezember)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 7. Dezember, 6 Uhr: Corona-Teststationen im Dauerstress

Testen, testen und kein Ende in Sicht: Betreiber der Corona-Teststationen in Baden-Württemberg rechnen mit einem Ansturm vor den Feiertagen. Schon jetzt stoßen die Kapazitäten mitunter an ihre Grenzen. "Wir haben aktuell 120 Mitarbeiter und würden gerne weitere 50 einstellen, aber es findet sich aktuell kein Personal", teilte ein Sprecher von Little Pinguin Medi & Secure Services in Öhringen mit. Der Anbieter betreibt neun Schnelltestzentren im Raum Hohenlohe.

Wegen der momentan sehr hohen Nachfrage könnte nahezu 24 Stunden am Tag getestet werden, so der Sprecher. Weil alle Mitarbeiter bereits am Limit laufen, ist der Betreiber froh, die Schichten überhaupt besetzt zu bekommen. Viele Menschen fragten schon nach den Öffnungszeiten an den Feiertagen. Geplant ist, dann alle Teststellen vormittags geöffnet zu haben.

Auf den Teststationen sind die Mitarbeiter am Limit. (Symbolbild)
Auf den Teststationen sind die Mitarbeiter am Limit. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 7. Dezember, 18.45 Uhr: 15 Menschen im Südwesten mit Omikron infiziert

Die Zahl der mit der Corona-Variante Omikron infizierten Menschen im Südwesten hat sich auf 15 erhöht. Am Dienstagnachmittag meldete der Alb-Donau-Kreis, dass sich ein weiteres Haushaltsmitglied eines Afrika-Reiserückkehrers mit dieser Variante angesteckt habe.

Dieser Mensch befinde sich bereits in Quarantäne und weise moderate Symptome auf. Neue Fälle gab es auch im Rhein-Neckar-Kreis und in Friedrichshafen.

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes des Alb-Donau-Kreises sind damit seit dem 30. November sieben Fälle der neuen Virusvariante bekannt.

Es handele sich bei allen um Reiserückkehrer aus südlichen afrikanischen Ländern und deren Haushaltsangehörige.

Update, 7. Dezember, 17.12 Uhr: Über 10.500 neue Infektionen am Dienstag

Das Landesgesundheitsamt meldet am Dienstag 10.580 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 895.668 Menschen angesteckt.

Auch wurden 53 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 12.074.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 507,6. Am Vortag lag der Wert bei 516,7. Derzeit werden 671 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Update, 7. Dezember, 11.19 Uhr: Kretschmann: Schließung der Impfzentren im Sommer war damals richtig

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (73, Grüne) hat das Schließen der Impfzentren im vergangenen Sommer verteidigt. "Da sind ja nur noch eine Handvoll Leute eigentlich hingegangen. Da kann man doch nicht solch eine gigantische Infrastruktur machen", sagte er in der am Dienstag ausgestrahlten SWR-Sendung "Leute". Das Angebot sei heute mit mobilen Impfteams und kleineren Impfstützpunkten in den Kommunen viel flexibler. Mehr dazu erfahrt Ihr hier.

Update, 7. Dezember, 8.46 Uhr: Gesundheitsminister Manne Lucha bittet um mehr Corona-Impfstoff bis Weihnachten

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) hat den Bund in einem Brief um mehr Corona-Impfstoff gebeten. Nachrichten über Impfstoffkürzungen beider mRNA-Impfstoffe erreichten sein Ministerium jeden Tag, schreibt der Grünen-Politiker an den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU), den designierten Kanzler Olaf Scholz (63, SPD) und den Leiter des künftigen Corona-Krisenstabs des Bundes, General Carsten Breuer (57).

Lucha forderte in seinem Schreiben deshalb vom Bund bis Weihnachten wöchentlich zusätzlich eine Million Impfdosen. Wesentlich dabei sei, dass hier auch ein erheblicher Anteil des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer enthalten sei, schrieb Lucha. Denn dies sei aktuell der einzige Impfstoff, der für unter 30-Jährige empfohlen sei. "Gerade in dieser Altersgruppe besteht aber noch Aufholbedarf", so der Minister.

Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) bittet Bund um mehr Impfstoff.
Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) bittet Bund um mehr Impfstoff.  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 6. Dezember, 19.07 Uhr: Zwei Landkreise nähern sich 1000er-Inzidenz

Die Landkreise Tuttlingen und Schwarzwald-Baar hatten auch am Montag die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten.

Im Landkreis Tuttlingen gab es 989,5 gemeldete Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sonntag: 959,9), im Schwarzwald-Baar-Kreis 933,9 (Sonntag: 1030,2), wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Landesweit lag diese Inzidenz am Montag bei 516,7.

Update, 6. Dezember, 17.35 Uhr: 4533 neue Infektionen

Das Landesgesundheitsamt meldet am Montag 4533 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 885.088 Menschen angesteckt.

Auch wurden 60 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 12.021.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 516,7. Derzeit werden 658 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 516,7. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 516,7. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 6. Dezember, 15.55 Uhr: Gesundheitsministerium zu Regel-Wirrwarr: "Nicht optimal gelaufen"

Nach dem jüngsten Hin und Her bei den neuen Corona-Regeln im Land hat das Gesundheitsministerium Fehler eingeräumt und um Verständnis für die drängenden Abläufe des Verfahrens geworben.

"Ja, das ist nicht optimal gelaufen", sagte ein Sprecher am Montag der dpa. Allerdings gelte eine Verordnung auch erst zum Zeitpunkt ihrer Notverkündung. "Also dann, wenn alle Änderungen der beteiligten Ressorts eingearbeitet sind", sagte er weiter.

Es sei sehr schwer gewesen, nach dem Bund-Länder-Gespräch und den dortigen Beschlüssen vom Donnerstag innerhalb von 24 Stunden eine rechtssichere Verordnung abzustimmen.

Die Landesregierung hatte die Verordnung am späten Freitagabend veröffentlicht. Bereits am Sonntag hatte sie nachgelegt und die Einschränkungen präzisiert. Demnach werden bei der 2G-plus-Regel (Genesene und Geimpfte) nicht nur wie bereits bekannt Menschen mit einer Auffrischungsimpfung von der Testung ausgenommen, sondern auch frisch Geimpfte und Genesene.

Letztere müssen nachweisen, dass die Infektion maximal sechs Monate zurückliegt. Wirtschaftsverbände warfen der Regierung am Montag vor, wirtschaftlichen Schaden angerichtet und unnötig für Verwirrung gesorgt zu haben.

Demnach werden bei der 2G-plus-Regel (Genesene und Geimpfte) nicht nur wie bereits bekannt Menschen mit einer Auffrischungsimpfung von der Testung ausgenommen, sondern auch frisch Geimpfte und Genesene. (Symbolbild)
Demnach werden bei der 2G-plus-Regel (Genesene und Geimpfte) nicht nur wie bereits bekannt Menschen mit einer Auffrischungsimpfung von der Testung ausgenommen, sondern auch frisch Geimpfte und Genesene. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Update, 6. Dezember, 11.14 Uhr: FDP kritisiert Hin und Her bei Corona-Regeln als "Salamitaktik"

Für die späten Lockerungen bei den Ausnahmeregelungen von der Corona-Testpflicht muss die Landesregierung, vor allem Gesundheitsminister Manne Lucha, harsche Kritik einstecken.

Die oppositionelle FDP stellte die Amtsfähigkeit des Grünen-Ministers in Frage. Lucha sei vollkommen überfordert, sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. "Es bleibt abzuwarten, wie lange der Ministerpräsident noch dem Treiben des Dilettanten Lucha zuschaut", sagte er weiter. Das Hin und Her rund um die Corona-Verordnung habe die Gastronomie und die Kultur verunsichert.

"Der Eindruck, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere macht, wäre noch geschmeichelt", kritisierte Rülke die grün-schwarze Landesregierung. Er warf ihr "eine Salamitaktik übelster Sorte" vor, weil sie die Corona-Verordnung zunächst erst am späten Freitagabend veröffentlicht und die Ausnahmen von der Testpflicht am Sonntag - einen Tag nach Inkrafttreten der Regelungen - erweitert hatte.

Update, 6. Dezember, 11.11 Uhr: Gastgewerbe äußert Unverständnis über Corona-Politik

Das Hin- und Her von Grün-Schwarz bei der coronabedingten Zutrittsregelung hat nach Auffassung des Hotel- und Gaststättenverbands in der Branche für finanzielle Einbußen gesorgt. Wirtschaftlichen Schaden habe die Politik mit ihrem Vorgehen dennoch angerichtet, denn aufgrund der kurzfristig verkündeten 2G-plus-Regel und der so ausgelösten Unruhe sei es am Wochenende zu zahlreichen Absagen von Gästen und zu erheblicher Verwirrung darüber gekommen, was eigentlich gelte, teilte der Verband am Montag in Stuttgart mit.

Die Landesregierung nahm am Sonntag bei der 2G-plus-Regel nicht nur wie bereits bekannt Menschen mit Booster-Impfung von der Testung aus, sondern auch Genesene. Letztere müssen nachweisen, dass die Infektion maximal sechs Monate zurückliegt.

Der Branchenverband Dehoga machte indirekt die Grünen für die Verwirrung rund um die aktuelle Verordnung verantwortlich. Er begrüße die erfolgten Korrekturen und danke den Mitgliedern der Landesregierung, die sich dafür eingesetzt hätten, schreibt der Verband auf seiner Internetseite. "Dies war nach Informationen des Dehoga vor allem der CDU-geführte Teil der Regierungskoalition."

Die jetzt vorgenommen Korrekturen ermöglichten es mehr gastgewerblichen Betrieben, trotz der aktuellen Einschränkungen ihres Geschäftsbetriebs geöffnet zu bleiben. "Das ist eine gute Nachricht vor allem für die Beschäftigten, denen Kurzarbeit dadurch erspart bleibt", heißt es auf der Internetseite weiter.