Coronavirus in Baden-Württemberg: Unis haben die Erstsemester besonders im Blick

Baden-Württemberg - Die Zahl der Infizierten und Todesfälle nahm zuletzt wieder deutlicher zu, sodass die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg angespannt ist. 

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Deshalb bleiben die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie streng. Im privaten sowie im öffentlichen Raum dürfen sich höchstens 20 Menschen treffen. 

Veranstaltungen mit weniger als 500 Menschen sind zwar erlaubt, aber nur unter Einhaltung eines Hygienekonzepts. 

Großveranstaltungen sind weiterhin verboten. 

Bestehen bleibt zudem die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, im Supermarkt, in Arztpraxen sowie an vielen weiteren Orten.  

Mittlerweile gibt es 47.099 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. Etwa 41.285 davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 1871 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. (Stand 20. September)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 21. September, 7 Uhr: Unis haben die Erstsemester besonders im Blick

Mehr als die Hälfte der Lehre an den Südwest-Universitäten wird im Wintersemester coronabedingt digital stattfinden - doch Anfänger sollen live an den Studienbetrieb herangeführt werden. 

"Für die Erstsemester sind Informationsveranstaltungen geplant, die soweit möglich gleichzeitig digital und in Präsenz stattfinden sollen", heißt es bei der Landesrektorenkonferenz (LRK) der Universitäten. "Es ist ein großer Schritt von der Schule zum Studium, der begleitet werden muss", sagte eine Sprecherin in Stuttgart. "Den jungen Menschen sind Abläufe fremd, sie kennen ihre Kommilitonen nicht und haben noch kein soziales Umfeld." 

Studierendenvertretungen würden digitale Campusführungen und virtuelle soziale Events für die Erstsemester-Studierenden organisieren.

Vorlesungsbeginn ist bei fast allen Universitäten der 2. November. Die Zahl der Studienanfänger an den Hochschulen im Südwesten lag nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamtes im Wintersemester 2017/18 bei mehr als 62.000.

An den Hochschulen des Landes mit ihren 360.000 Studierenden herrscht Maskenpflicht in den Gängen und Sälen - nur am Platz darf man den Schutz abnehmen. Der gebotene Mindestabstand gilt ebenso; mit der Folge, dass vielbesuchte Vorlesungen nur digital gehalten werden. 

In den Laboren, wo die Distanz zueinander nicht eingehalten werden kann, werden feste Lerngruppen mit 35 Teilnehmern gebildet. Im Fall einer Infektion bleibt der betroffene Personenkreis so überschaubar.

Hörsaal? Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen wird digital stattfinden. (Symbolbild)
Hörsaal? Mehr als die Hälfte der Veranstaltungen wird digital stattfinden. (Symbolbild)  © Robert Schlesinger/dpa

Update, 20. September, 17.18 Uhr: 172 neue Infektionen

In Baden-Württemberg ist die Zahl der nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen bis Sonntag (Stand: 16 Uhr) um 172 auf 47.099 gestiegen. 

Als genesen gelten nach Angaben des Landesgesundheitsamts 41.285 Menschen, was einer Zunahme um 230 entspricht. 

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus beträgt nach wie vor 1871. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert liegt den Angaben zufolge bei 1,13. Er zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Auch am Sonntag ist die Zahl der infizierten Menschen in Baden-Württemberg weiter gestiegen. (Symbolbild)
Auch am Sonntag ist die Zahl der infizierten Menschen in Baden-Württemberg weiter gestiegen. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. September, 12.24 Uhr: Erste Messe in Friedrichshafen seit Corona

Als die "Interboot" mit einer Lautsprecher-Durchsage eröffnet wird, klatschen einige Besucher im Eingangsbereich der Messe Friedrichshafen spontan Beifall. Mehr als ein halbes Jahr standen die Hallen wegen der Corona-Pandemie leer, mit der Wassersportmesse kehrt am Samstag erstmals wieder Leben ein. "Das ist psychologisch wichtig", sagt Messesprecher Wolfgang Köhle. "Wir möchten zeigen, dass es geht."

Rund 200 Aussteller zeigen in den Messehallen und am Bodensee vom 19. bis 27. September Produkte und Dienstleistungen rund um den Wassersport - mit breiteren Gängen, Mund-Nasen-Schutz bei Beratungsgesprächen und sogenannten Corona Guides - Mitarbeiter in grünen Westen. Sie sollen auf die Einhaltung der Abstandsregeln und der Maskenpflicht achten. "Wie das funktioniert, ist bisher sehr erfreulich", sagt Messesprecher Köhle eine Stunde nach der Eröffnung. "Die Leute haben wirklich ihren Mundschutz auf."

Die Messe Friedrichshafen erhofft sich von der ersten Veranstaltung seit dem Corona-Lockdown im Frühjahr eine Signalwirkung. "Viele Kollegen aus Deutschland kommen vorbei und schauen sich an, wie wir das machen", sagt Projektleiter Dirk Kreidenweiß. "Messen unter Corona-Regeln sind Neuland, das müssen wir lernen." Ähnliche Schwierigkeiten in der Branche habe er in den vergangenen 20 Jahren nur zu Beginn der Wirtschaftskrise 2007 erlebt, sagt er. "Aber bisher kommen die Besucher - Gott sei Dank."

Für die Betreiber ist die Interboot zudem eine Investition in weitere Schauen, die in den kommenden Monaten in Friedrichshafen stattfinden sollen. Man wolle zeigen, dass Messen auch in Zeiten von Corona noch attraktiv sind, betont Projektleiter Kreidenweiß. Zudem gehe es darum, den Schaustellern Sicherheit zu vermitteln: "Das Vertrauen, dass die Veranstaltung stattfindet, war bei manchen nach kurzfristigen Absagen anderer Messen nicht da."

Dass überhaupt 200 Aussteller für die Interboot zusammenkamen, liegt auch an der wirtschaftlichen Lage der Wassersport-Branche: Nach dem Corona-Lockdown verzeichneten deutsche Hersteller von Jachten, Segelbooten und Stand-Up-Boards nach Angaben des Branchenverbands enorme Zuwächse bei Auftragszahlen und Umsätzen. "Viele haben gesagt, wir nehmen diesen Schwung mit der Messe ins nächste Jahr mit", sagt Kreidenweiß.

Auch bei der nächsten großen Schau in Friedrichshafen präsentiert sich eine Branche, die in der Corona-Krise einen Boom verzeichnet hat: Ende November findet die Fahrradmesse "Eurobike" statt. Andere Veranstaltungen im Herbst wie die Fachmesse "Fakuma" für Kunststoffverarbeitung oder die "Faszination Modellbau" sind dagegen aufs kommende Jahr verschoben worden.

"Wir sind bisher optimistisch, dass wir mit der Interboot eine Basis für weitere Schauen legen können", sagt Messesprecher Köhle. Dennoch erwartet das Unternehmen wegen abgesagter Messen fürs laufende Jahr einen Millionenschaden. 

Eine Prognose, wie es mit dem Messestandort Friedrichshafen weitergeht, könne er daher nicht abgeben, sagt Köhle. "Das ist derzeit einfach nicht möglich."

Friedrichshafen am vergangenen Freitag: Mehrere Besucher schauen sich zwei Segelboote des Herstellers Saffier Yachts an.
Friedrichshafen am vergangenen Freitag: Mehrere Besucher schauen sich zwei Segelboote des Herstellers Saffier Yachts an.  © Felix Kästle/dpa

Update, 20. September, 11.10 Uhr: Alkoholverkaufs-Verbot in Mannheim zeigt Wirkung

Das Alkoholverkaufsverbot im Mannheimer Ausgehviertel Jungbusch an Wochenenden hat sich aus Sicht der Polizei bewährt. "Nicht nur wesentlich weniger Menschen waren alkoholisiert, auch das häufig dadurch einhergehende Aggressionspotenzial war deutlich geringer", sagte der Mannheimer Polizeipräsident Andreas Stenger der Deutschen Presse-Agentur in einer ersten Bilanz.

In dem Quartier mit zahlreichen Bars, Cafés und Restaurants war es in der Vergangenheit zu Problemen infolge übermäßigen Alkohol-Konsums gekommen. Das seit kurzem geltende Verbot soll alkoholbedingte Störungen der Nachtruhe minimieren und zum anderen helfen, die Corona-Schutzregeln durchzusetzen. 

Stenger: "Durch das Zusammenkommen größerer Menschenmengen, insbesondere auf dem Quartiersplatz im Jungbusch, werden Abstandsregeln bei steigendem Alkoholpegelpegel weniger oder gar nicht mehr eingehalten." Zudem erfolgten 50 Prozent der tätlichen Angriffe auf Polizeibeamte unter Alkohol. Deshalb solle Alkohol in der Party-Zone nicht mehr unbegrenzt verfügbar sein.

Der Straßenverkauf von Alkohol im Jungbusch ist per Allgemeinverfügung der Stadt seit dem 11. September am Freitag und Samstag von 22 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages untersagt. Das Verbot gilt zunächst bis zum 4. Oktober 2020. Auch Hamburg etwa hat gute Erfahrungen mit dem Verbot in Ausgehvierteln gesammelt.

Ein nächtliches Verkaufsverbot von 22.00 Uhr bis 5.00 galt seit 2010 für alle Supermärkte und Tankstellen im Südwesten, es wurde aber durch die grün-schwarze Landesregierung Ende 2017 aufgehoben. Nach der Stuttgarter Randale-Nacht forderten Suchtexperten ein erneutes nächtliches flächendeckendes Alkoholverkaufsverbot.

Zwar bringen nach Stengers Worten viele Menschen zuvor gekauften Alkohol am frühen Abend selbst mit. Nach 22 Uhr fehle aber der Nachschub. So werde zu weit vorgerückter Stunde wesentlich weniger Alkohol konsumiert. Die Verkäufer kooperieren und halten die Bestimmungen ein, wie der Polizeichef erläuterte. 

An den Wochenenden setze er 30 zusätzliche Beamte im Jungbusch ein, die unter anderem bei den Unternehmern um Verständnis für die behördlichen Maßnahmen werben, sagte Stenger.

Die POlizei ist mit den Folgen des Verkaufsverbots zufrieden. (Symbolbild)
Die POlizei ist mit den Folgen des Verkaufsverbots zufrieden. (Symbolbild)  © Silas Stein/dpa

Update, 20. September, 7 Uhr: Schule während Corona bedeutet zusätzliche Verantwortung

Schule unter Corona-Bedingungen erfordert aus Sicht des Kultusministeriums von Schülern wie Lehrern ein zusätzliches Maß an Verantwortung und Achtsamkeit. 

Jeder einzelne müsse dafür sorgen, dass Infektionen möglichst verhindert oder eingedämmt werden. "Dazu gehört, dass die Maskenpflicht beachtet wird und dass Unterricht in festen Kohorten stattfindet, damit bei einem Infektionsfall an einer Schule nicht die gesamte Schule geschlossen werden muss", sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Die Rückmeldungen nach der ersten Woche Unterricht nach den Ferien wiesen darauf hin, dass es funktioniere. "Es ist sehr erfreulich, dass nach aktuellem Stand die Schulen alle gut in das neue Schuljahr gestartet sind." 

Klar sei aber auch, dass sie einiges an Mehrarbeit und Planung leisten mussten, um den Schulalltag unter Pandemiebedingungen zu organisieren.

Kultusministerin Susanne Eisenmann.
Kultusministerin Susanne Eisenmann.  © Marijan Murat/dpa

Update, 19. September, 20.12 Uhr: 156 neue Infektionen in Baden-Württemberg

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Baden-Württemberg ist nach Angaben des Landesgesundheitsamts am Samstag (Stand: 16 Uhr) um 156 gestiegen. Damit wuchs die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen auf
46.927. Als genesen gelten 41.055 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb unverändert bei 1871. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert beträgt den Angaben zufolge 1,27. Er zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Update, 19. September, 07.10 Uhr: Grün-Schwarz einigt sich auf Nachtragshaushalt

Die grün-schwarze Landesregierung hat sich auf weitere milliardenschwere Mehrausgaben zur Bewältigung der Corona-Krise verständigt. Man wolle 1,2 Milliarden Euro in ein Zukunftsprogramm investieren und 800 Millionen Euro für die Pandemie-Vorsorge zurückhalten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitagabend aus Teilnehmerkreisen nach einer mehrstündigen Sitzung der Haushaltskommission. Jede Seite müsse in den nächsten Tagen konkret sagen, wofür sie jeweils 600 Millionen Euro investieren wolle, hieß es. Insgesamt dürften die Schulden des Landes im aktuellen Haushalt um knapp 14 Milliarden Euro wachsen.

Auf die zusätzlichen Mehrausgaben von zwei Milliarden Euro hatten sich Grüne und CDU bereits zu Wochenbeginn verständigt. Die Grünen wollten den Großteil davon für Vorsorgemaßnahmen für eine zweite Corona-Welle verwenden, damit man auch bei einer zweiten Corona-Welle reaktionsfähig bleibt. Die CDU forderte einen größeren Anteil für Investitionen, um den Wirtschaftsstandort zu stärken.

Der Landtag einigte sich auf einen Nachtragshaushalt.
Der Landtag einigte sich auf einen Nachtragshaushalt.  © Tom Weller/dpa

Update, 18. September, 20.49 Uhr: Fünf Bußgeldverfahren nach Masken-Kontrollen an Haltestellen

Bei Kontrollen der Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Wartebereichen hat die Polizei Ravensburg am Freitag fünf Bußgeldverfahren eingeleitet. Bei insgesamt rund 3500 Kontrollen in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und im Bodenseekreis wurden knapp 1000 Menschen angesprochen, die vorwiegend an den Wartebereichen ohne Mund-Nasen-Schutz angetroffen wurden oder ihn falsch trugen, wie die Polizei mitteilte. 

"Dies geschah jedoch gelegentlich in Unkenntnis darüber, dass die Maskenpflicht auch im Freien an Bus- und Bahnsteigen sowie im Wartebereich der Anlegestellen von Fahrgastschiffen und in Bahnhofs- oder Flughafengebäuden gilt, oder aber aus Nachlässigkeit", hieß es von der Polizei.

Die Kontrollierten hätten sich "mit ganz wenigen Ausnahmen einsichtig gezeigt", so Polizeipräsident Uwe Stürmer. Gegen fünf Menschen wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Ein 21-Jähriger habe auf die Kontrolle in Ostrach (Kreis Sigmaringen) "sofort aggressiv reagiert, die Beamten mehrfach beleidigt und versucht, eine brennende Zigarette nach ihnen zu werfen." Er muss sich nun wegen versuchter Körperverletzung und Verstoßes gegen die Corona-Verordnung verantworten.

Update, 18. September, 19.34 Uhr: 4000 Fans dürfen zum Drittliga-Spiel des SV Waldhof Mannheim

Fußball-Drittligist SV Waldhof Mannheim darf sein Auftaktspiel am Montag (19 Uhr) vor etwa 4000 Zuschauern bestreiten. Dies teilte der Traditionsclub am Freitagabend mit. Das Hygienekonzept sei - vorbehaltlich des Pandemie-Geschehens - von der Stadt Mannheim und dem Gesundheitsamt genehmigt worden. Im Carl-Benz-Stadion dürfen 20 Prozent der Sitzplätze belegt werden.

Update, 18. September, 17.06 Uhr: 351 neue Infektionen, zwei Todefälle

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Baden-Württemberg auf mindestens 46.771 gestiegen. Das waren 351 Personen mehr als am Vortag, wie aus Zahlen des Landesgesundheitsamtes vom Freitag  (Stand: 16 Uhr) hervorgeht. 

Als genesen gelten 40.790 Menschen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um einen auf 1871. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 1,02 angegeben. Der Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Ein Test auf das Coronavirus wird in einem Labor durchgeführt.
Ein Test auf das Coronavirus wird in einem Labor durchgeführt.  © DPA / Sebastian Gollnow

Update, 18. September, 16.23 Uhr: Online-Kirchgang nach Corona stark gefragt - Chance für Weihnachten

Der coronabedingte zeitweise Umstieg auf Online-Gottesdienste hat bei vielen evangelischen Gläubigen - auch im Südwesten - laut einer Umfrage Anklang gefunden. Künftig wünschten sich mehr als 82 Prozent regelmäßige Online-Gottesdienste, auch wenn Präsenzveranstaltungen wieder möglich seien, teilte die Evangelische Kirche im Rheinland am Freitag mit. An der Online-Befragung im Auftrag der fünf Landeskirchen Baden und Württemberg, Hannover, Hessen und Nassau sowie die Evangelische Kirche im Rheinland hatten 5000 Personen teilgenommen.

Der württembergische Theologie-Dezernent, Ulrich Heckel, sagte, man werde an der Qualität von Streaming-Gottesdiensten und Online-Angeboten weiterarbeiten. "Wir werden uns Gedanken machen zu Formen der Partizipation, wie Teilnehmende aktiv in die Gottesdienstgestaltung einbezogen werden können."

Fast zwei Drittel der Befragten (65,4 Prozent) hatten auch nach Ende des Lockdowns weiterhin an digitalen Gottesdiensten teilgenommen. Besonders hoch war die Zustimmung bei den 41- bis 60-Jährigen. Mehr als 80 Prozent waren mindestens viermal beim digitalen Kirchgang dabei.

"Digitale Gottesdienste sind keine Notlösung, sondern bieten neue Möglichkeiten der Beteiligung", sagte der rheinische Präses Manfred Rekowski. Gerade an Weihnachten, wenn der Platz in den Kirchen wegen der Corona-Auflagen nicht für alle reichen werde, böten digitale Gottesdienste die Chance, trotzdem teilzunehmen. Per Online-Kirchgang erreiche man offenbar auch die Menschen, die sonst nicht in die Kirche gingen.

Mehr als die Hälfte (60,5 Prozent) der Befragten schauten laut Umfrage den digitalen Gottesdienst allein. Mehr als zwei Drittel beschrieben die Atmosphäre in der Online-Kirche als freundlich. Herzlich fanden sie aber nur etwa 38 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten ist mit dem reinen Zuschauen zufrieden. Von Mai bis Juli wurden insgesamt 4767 Menschen befragt.

Titelfoto: Robert Schlesinger/dpa

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