Corona in Baden-Württemberg: Über 1300 neue Fälle, sieben Tote

Stuttgart - Die Zahl der Infizierten und Todesfälle nahm zuletzt wieder deutlicher zu, sodass die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg angespannt ist.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker.
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker.  © Fabian Strauch/dpa

Deshalb wurden die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wieder verschärft. Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat mit den Ministerpräsidenten der Länder zahlreiche Einschränkungen beschlossen, die bundesweit seit dem 2. November gelten.

Unter anderem dürfen sich in der Öffentlichkeit nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen - maximal jedoch zehn Personen. Zudem wurden Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen geschlossen. Weiteres zu den Einschränkungen erfahrt Ihr hier.

Mittlerweile gibt es 116.987 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. Etwa 73.190 davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 2264 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. (Stand 15. November)

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Update, 16. November, 8.44 Uhr: SPD kritisiert Zeitverzug bei Bestellung von Corona-Schnelltests

Die Landesregierung hat sich bei der Bestellung von fünf Millionen Corona-Schnelltests als Notreserve aus Sicht der SPD zu viel Zeit gelassen. "Es ist nicht akzeptabel, dass die Vorlage drei Wochen durch die Ministerien gewandert ist", sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Peter Hofelich, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag). Die Regierung müsse sich die Frage gefallen lassen, ob sie trödle. "Offensichtlich hat die Leitung des Ministeriums Defizite in der Verwaltungsführung", sagte Hofelich den Angaben nach weiter.

Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte vergangene Woche verkündet, die Antigen-Tests könnten etwa bei großen Ausbrüchen wie in Pflegeheimen oder Krankenhäusern genutzt werden. Zudem seien sie unter anderem für Personal, Bewohner und Patienten in pflegerischen und medizinischen Einrichtungen, Arztpraxen und Kliniken gedacht.

Antigen-Tests funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Schwangerschaftstests: Sie suchen in Abstrichproben nur nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Das Ergebnis liegt normalerweise in bis zu 30 Minuten vor. Bei den sonst üblichen PCR-Tests wird das Erbgut der Viren so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es nur in geringen Mengen vorliegt. Die Tests mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) sind genauer als Schnelltests, aber auch aufwendiger etwa in puncto Zeit.

Update, 15. November, 18.08 Uhr: Über 1300 neue Fälle, sieben Tote

Wie das Landesgesundheitsamt am Sonntag mitteilt wurden weitere 1330 Infektionen mit dem Coronavirus und damit insgesamt 116.987 Fälle gemeldet.

Die Zahl der Verstorbenen steigt um 7 auf 2264. Weiterere 1220 Menschen und damit insgesamt 73.190 haben sich von ihrer Erkrankung erholt.

Über 1300 neue Infektionen wurden dem Landesgesundheitsamt gemeldet.
Über 1300 neue Infektionen wurden dem Landesgesundheitsamt gemeldet.

Update, 15. November, 15.20 Uhr: Land gibt mehr Geld für Ankauf von Kunst aus

Das Wissenschaftsministerium im Südwesten will bildende Künstler in Zeiten der Corona-Pandemie unterstützen und verdoppelt einem Zeitungsbericht zufolge seine Mittel für den Ankauf von Kunstwerken.

Damit könnten die staatlichen Museen bis Jahresende rund 200.000 Euro ausgeben für die Kunstsammlung des Landes, berichten die Stuttgarter Nachrichten (Montag). Außerdem würden 100.000 Euro für Kunstankäufe für nichtstaatliche Museen bewilligt und die entsprechenden Etats der Kunstakademien in Stuttgart und Karlsruhe um 60.000 Euro auf 80.000 Euro erhöht.

Künstler und Galerien hätten unter den Auswirkungen der Pandemie besonders zu leiden, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne) dem Blatt. "Ich freue mich, dass wir mit der Aufstockung der Landesmittel einen größeren Kreis erreichen und in dieser Ausnahmesituation unterstützen können."

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski.
Kunststaatssekretärin Petra Olschowski.  © Franziska Kraufmann/dpa

Update, 15. November, 12.08 Uhr: Polizei beendet Verlobungs- und Geburtstagsfeier

Private Feiern trotz der geltenden Corona-Beschränkungen haben am Wochenende im Landkreis Ravensburg und im Bodenseekreis zu Einsätzen der Polizei geführt.

So wurden nach Polizeiangaben vom Sonntag Beamte zu einer Party am Samstagabend in Aichstetten (Kreis Ravensburg) gerufen, bei der sieben junge Leute eine Verlobung feierten. Die Gäste trugen zudem keinen Mundschutz. Einer habe einen falschen Namen angegeben und ein weiterer sich geweigert, seinen Ausweis zu zeigen, wie es weiter hieß. Die Beteiligten erwarten mehrere Anzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung.

Bei einer Geburtstagsfeier mit sechs Personen aus fünf Haushalten bekamen sich in der Nacht zum Sonntag in Überlingen (Bodenseekreis) zwei betrunkene Gäste in die Haare. Dabei habe ein 20-Jähriger mit einer Bierflasche auf eine gleichaltrige Frau eingeschlagen.

Dem 24 Jahre alten Freund der Frau verpasste der Angreifer einen Faustschlag ins Gesicht. Das verletzte Paar kam ins Krankenhaus. Der 20-Jährige muss sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten, berichtete die Polizei weiter. Alle Gäste würden zudem wegen des Verstoßes gegen Corona-Regeln angezeigt.

Am Wochenende musste die Polizei eingreifen. (Symbolbild)
Am Wochenende musste die Polizei eingreifen. (Symbolbild)  © Silas Stein/dpa

Update, 14. November, 21.04 Uhr: Über 2100 neue Infektionen, 16 Tote

In Baden-Württemberg sind innerhalb eines Tages mehr als 2100 neue Corona-Infektionen festgestellt worden - zudem werden weitere 16 Todesfälle mit dem Virus in Verbindung gebracht.

Am Samstag meldete das Landesgesundheitsamt (LGA) konkret 2122 Fälle mehr als am Vortag. Insgesamt ist das Virus Sars-CoV-2 den Angaben zufolge inzwischen bei 115.657 Menschen im Südwesten nachgewiesen worden.

In Zusammenhang mit dem Virus sind mittlerweile 2257 Menschen gestorben - 16 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen schätzte das LGA am Samstag auf 10.970 (plus 1661).

Der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt bei 132,3 und ist damit etwas niedriger als am Vortag (134,8). Alle 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegen über dem Risikogebiet-Grenzwert von 50.

381 Covid-19-Patienten sind laut Lagebericht in intensivmedizinischer Behandlung, mehr als jeder Zweite (208) von ihnen wird beatmet. Die Auslastung der Intensivbetten liege bei rund 77 Prozent.

Auch am Samstag wurden erneut Tausende Neuinfektionen gemeldet. (Symbolbild)
Auch am Samstag wurden erneut Tausende Neuinfektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 14. November, 13.35 Uhr: Strobl warnt vor schärferem Lockdown

Aus Sicht des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl (60, CDU) sollte die Fahrt in den Weihnachtsurlaub dieses Jahr ausfallen.

Auf die Frage, ob die Deutschen in den Weihnachtsurlaub fahren können, antwortete er in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S): "Um Gottes willen, ja nicht!" Er wundere sich, sagte Strobl, wie viel über den Urlaub geredet werde - "gerade so, als gäbe es nichts Wichtigeres im Leben".

Es sei fast schon fahrlässig, Erwartungen in der Bevölkerung zu wecken, dass die Menschen im Dezember oder Januar zum normalen Leben zurückkehren könnten. "In den Normalbetrieb, also in ein Leben wie vor Corona, werden wir so schnell nicht wieder kommen", meinte Strobl. "Wir müssen uns darauf einstellen, mit dem Virus zu leben. Die gute Botschaft ist: Das geht!"

Er warnte zudem vor einem schärferen Lockdown: "Falls es jetzt nicht gelingt, das Infektionsgeschehen zurück zu drängen, müssen wir weitere, härtere Maßnahmen ergreifen."

Die Lage sei inzwischen "nicht ernst, sondern sehr ernst". Sehr große Sorge mache ihm die Entwicklung in den Krankenhäusern. "Wir müssen uns auf schwierige Situation in den Intensivstationen vorbereiten und alles tun, um Menschenleben auch künftig zu retten."

Innenminister Thomas Strobl.
Innenminister Thomas Strobl.  © Marijan Murat/dpa

Update, 14. November, 10.35 Uhr: Digitaler Parteitag der Südwest-SPD

Erstmals nutzt die Südwest-SPD das digitale Format für einen ganztägigen Parteitag, an dem online debattiert und aktiv mit Wahlurnen über Präsidium und Wahlprogramm abgestimmt werden soll.

"Lasst uns die Demokratie ins digitale Zeitalter bringen", rief Sascha Binder, Generalsekretär der baden-württembergischen SPD, am Samstagmorgen den 320 Delegierten an den Bildschirmen im Land zu. Digital schalteten sich die Parteivertreter am Vormittag zusammen, um zunächst durch Mausklicks, später durch Handzeichen am Bildschirm und schließlich durch eine Urnenwahl an 20 Standorten im Land abzustimmen.

Die Feuerprobe hatte das System schnell bestanden. Die Probeabstimmung, ob der SC Freiburg Deutscher Meister werde, erhielt deutlich mehr Nein- als Ja-Stimmen.

Neben dem Präsidium waren nur wenige Menschen live zugelassen. Auch die SPD-Bundeschefin Saskia Esken und der SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz nahmen vor Ort teil und standen mit Redebeiträgen auf dem Tagesprogramm.

Die anderen Delegierten sollten über Video fragen, diskutieren und wählen können. Die rheinland-pfälzische SPD und der niedersächsische Landesverband hatten im August bereits ähnliche digitale Parteitage organisiert.

Einziger Kandidat für den Landesvorsitz ist der amtierende Vorsitzende und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Andreas Stoch. Das 44-seitige Wahlprogramm mit dem Titel "Das Wichtige Jetzt" sollte gegen Mittag (13 Uhr) beschlossen werden.

Der Landesparteitag findet diesmal digital statt.
Der Landesparteitag findet diesmal digital statt.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 13. November, 18.05 Uhr: Rund 2900 neue Corona-Infektionen in Baden-Württemberg

Wie das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg mitteilte, wurden am Freitag 2905 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 113.535. Davon sind circa 70.309 genesen. Insgesamt starben bisher 2.241 im Zusammenhang mit Covid-19, das waren 17 mehr als am Vortag.

Update, 13. November, 13.34 Uhr: Gericht lehnt über 20 Eilanträge gegen Corona-Verordnung ab

Vom Bordellbesitzer über einen Spielhallenbetreiber bis zum Inhaber eines Tattoo-Shops - mehr als 20 Gegner der Corona-Verordnung sind vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim in dieser Woche gescheitert. Die Mannheimer Richter betonten nach Angaben vom Freitag, die Eingriffe in die Berufsfreiheit durch die Zwangsschließung der Betriebe seien zwar gravierend; aber wegen der von der Bundesregierung beschlossenen Entschädigungsleistungen noch verhältnismäßig. Der 1. Senat wies auch Eilanträge gegen die Abstandsregeln, die Maskenpflicht, die Einschränkungen für Ansammlungen und private Veranstaltungen ab.

In der Vorwoche waren bereits sieben Eilanträge gegen die seit Anfang November geltende Verordnung der Landesregierung abgelehnt worden. Gegen diese Beschlüsse des VGH können keine Rechtsmittel eingelegt werden.

Update, 13. November, 11.37 Uhr: Tourismus bricht im dritten Quartal weiter ein

Der Tourismus in Baden-Württemberg ist angesichts der Corona-Pandemie im Sommer weiter stark eingebrochen. Die Zahl der ankommenden Gäste schrumpfte im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um 36,7 Prozent auf 5,3 Millionen, wie sich aus am Freitag vorgestellten Zahlen des Statistischen Landesamts in Stuttgart errechnen lässt. Die Zahl der Übernachtungen fiel in diesem Zeitraum ebenfalls deutlich um 18,8 Prozent auf 15 Millionen.

Damit setzte sich der Trend aus den Vormonaten fort. Den Tiefpunkt erlebte die Branche im coronabedingten Lockdown-Monat April, als die Zahl der Gäste (minus 94 Prozent) und der Übernachtungen (minus 88,3 Prozent) besonders stark einbrachen. Für das Gesamtjahr steht bei den Gästeankünften bisher ein Minus von 43,1 Prozent, bei den Übernachtungen eines von 36,0 Prozent.

Viele Hotels sind nicht ausgelastet oder haben sogar geschlossen.
Viele Hotels sind nicht ausgelastet oder haben sogar geschlossen.  © Jens Büttner/dpa

Update, 13. November, 10.26 Uhr: Landesmusikrat: "Die schlimmen Zahlen werden noch kommen"

Der Landesmusikrat Baden-Württemberg prognostiziert düstere Aussichten für die Branche wegen Corona. "Manche Veranstalter werden dieses Jahr noch überleben, aber ein zweites Jahr werden selbst die finanziell gut situierten unter ihnen nicht stemmen können", sagte Präsident Hermann Wilske der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (Freitag). "Die schlimmen Zahlen werden noch kommen." Erst wenn valide Zahlen vorliegen, könne das Gremium mit Sitz in Karlsruhe aber konkrete Dinge fordern und Ideen einbringen.

"Das Musikland Baden-Württemberg geht durch ein tiefes Tal, und die Talsohle ist nicht absehbar", sagte Wilske weiter. Viele Chorsänger beispielsweise seien nicht zum Singen im Freien gekommen. Gerade ältere hätten sich nicht getraut, an den Proben teilzunehmen. "Die Chorszene wird in vielen Bereichen wieder bei null anfangen müssen."

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