Coronavirus: Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt auf 44,1

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff. Die Zahlen im Norden steigen langsam wieder an. Experten sprechen von einer drohenden vierten Welle.

Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen. (Symbolbild)
Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

Im Dezember 2020 wurde erneut ein bundesweiter Lockdown beschlossen, der bis 2021 andauerte.

Angesichts niedriger Infektionszahlen wurden in den verschiedenen Bundesländern inzwischen immer mehr Lockerungen der Corona-Verordnungen beschlossen. Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Corvonavirus-Liveticker +++.

Coronavirus in Bayern: Intensivbetten werden in vielen Kommunen knapp
Coronavirus Coronavirus in Bayern: Intensivbetten werden in vielen Kommunen knapp

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 9. August, 19.39 Uhr: Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt auf 44,1

Kiel - Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist am Montag auf 44,1 gestiegen. Am Tag zuvor hatte die Zahl der innerhalb einer Woche erfassten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bei landesweit 42,3 gelegen, am Montag vor einer Woche noch bei 24,5.

Nach Angaben der Landesmeldestelle (18.39) wurden innerhalb eines Tages 172 Neuinfektionen gemeldet. Am Tag zuvor waren es 80, am Montag vergangener Woche 115.

Die Gesamtzahl der mit oder an dem Coronavirus Gestorbenen lag weiterhin bei 1640. Im Krankenhaus wurden den Angaben nach 49 Covid-19-Patienten behandelt - das waren 19 mehr als am Vortag. 11 (+3) von ihnen lagen auf Intensivstationen, 8 (+2) wurden beatmet.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz im Land hat Flensburg mit 89,8, gefolgt von Neumünster mit 86,0 und Kiel mit 79,0. Die niedrigsten Werte haben weiterhin die Kreise Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde mit derzeit 20,9 beziehungsweise 23,3.

Update, 9. August, 18.11 Uhr: Disco mit Folgen: Angst vor Superspreader-Ereignis im Kreis Rostock

Bad Doberan - Eine Tanzveranstaltung mit 300 Teilnehmern Ende Juli in einem Club in Bad Doberan (Landkreis Rostock) droht zum Corona-Problemfall zu werden. Bisher seien sieben infizierte Gäste festgestellt werden, teilte der Landkreis am Montag mit. Bei der Kontaktverfolgung seien weitere Besucher mit Krankheitssymptomen gefunden und zu einem sofortigen Abstrich geschickt worden. Ale Betroffenen kämen aus Rostock und dem Landkreis Rostock.

Der Landkreis legte allen Besuchern der Tanzveranstaltung in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August nahe, sich mindestens einem Schnelltest zu unterziehen. Wer Erkältungssymptome hat, sollte demnach sofort einen PCR-Test machen lassen. «Ein unkontrollierter Ausbruch kann sich in kürzester Zeit auch auf den Betrieb von Schulen, Horten und Kitas auswirken», warnte der Kreis.

Das Gesundheitsamt kritisierte zahlreiche falsche oder unbrauchbare Angaben von Teilnehmern der Party. Dies behindere die Ermittlungen, so der Landkreis. «Von 104 Kontaktdaten auf Papier waren nur wenige brauchbar, die anderen mit Fantasienamen und oder falschen Rufnummern weitestgehend nutzlos.» Die Daten aus der Luca-App, die zum Einchecken auf der Veranstaltung benutzt wurde, seien derzeit unbrauchbar, da der Veranstalter den Datenschlüssel verlegt habe.

Die Behörden appellierten: "Das Gesundheitsamt des Landkreises Rostock ist auf die ehrliche Mitwirkung der Veranstaltungsbesucher*innen angewiesen, um den Ausbruch in den Griff zu bekommen."

Update, 9. August, 17.31 Uhr: Inzidenz in MV steigt auf 17,8

Rostock - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen und die Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern sind weiter gestiegen.

Die Gesundheitsämter meldeten am Montag 17 neu nachgewiesene Fälle - nach 16 am Sonntag und 8 vor einer Woche, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Die Inzidenz stieg auf 17,8 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Am Sonntag hatte der Wert 17,4 betragen und vor einer Woche 8,4.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat die landesweit höchste Inzidenz mit 34,9. Dort zeigt die landeseigene Corona-Ampel auch nicht mehr Grün, sondern ist am Montag auf Gelb gesprungen. In allen anderen Regionen zeigt sie weiter Grün.

In die Risikobewertung fließen neben den Infektionszahlen auch die Krankenhauseinweisungen und die Auslastung der Intensivbetten ein. Die Farbe Grün steht für eine "kontrollierte Situation", Gelb für ein niedriges Infektionsgeschehen. Die nächste Stufe Orange bedeutet ein "mittleres Infektionsgeschehen" - dann muss in der Schule wieder Maske getragen werden.

Ein weiterer Mensch starb im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung, so dass die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie auf 1184 stieg. Im Krankenhaus liegen aktuell sieben Covid-19-Patienten, zwei mehr als am Sonntag. Ein Patient wird auf der Intensivstation behandelt, am Sonntag hatte die Zahl bei null gelegen.

Die geringste Sieben-Tage-Inzidenz hat der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 5,4. Insgesamt wurde laut Landesamt bisher bei 44.756 Menschen im Nordosten eine Infektion nachgewiesen, 43.203 gelten inzwischen als genesen.

Update, 9. August, 14.36 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen an Schulen steigt

Schwerin - Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern steigt. Am Montag meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) 16 Fälle seit Schuljahresbeginn vor einer Woche. Betroffen sind demnach 15 Schüler und eine Lehrkraft oder Schulmitarbeiter.

Am Freitag waren es noch sieben Fälle gewesen. Wie viele Schüler und Lehrer sich aufgrund dieser Infektionen in Quarantäne befinden, konnte das Bildungsministerium bislang nicht mitteilen.

In den Kitas des Landes ist laut Lagus bisher eine Infektion eines Erwachsenen nachgewiesen worden. In den Schulen und Kitas in MV finden derzeit regelmäßig Corona-Schnelltests statt. So soll verhindert werden, dass Urlaubsrückkehrer das Virus in die Bildungseinrichtungen tragen.

Fällt ein Schnelltest positiv aus, wird ein PCR-Test veranlasst. Nur wenn dieser positiv ist, gilt eine Corona-Infektion als nachgewiesen.

Update, 9. August, 12.30 Uhr: Hamburger Sieben-Tage-Inzidenz steigt deutlich auf über 60

Hamburg - Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Hamburg ist am Montag deutlich auf mehr als 60 gestiegen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde kletterte die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 63,6. Am Vortag hatte der Wert noch bei 56,5 gelegen, vor einer Woche bei 34,4.

Nach einer anderen Berechnungsmethode des Robert Koch-Instituts liegt Hamburg bei der Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 54,8. Das ist im Ländervergleich der bundesweit mit Abstand höchste Wert.

Am Montag kamen 172 neu bestätigte Infektionen hinzu - 19 mehr als am Vortag und 135 mehr als vor einer Woche. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus gestorbenen Menschen blieb nach RKI-Angaben unverändert bei 1626.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Hamburg nach Angaben der Gesundheitsbehörde 80.411 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt. 76.900 Menschen gelten als genesen.

Laut des Registers der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) wurden am Montagvormittag weiterhin 22 Corona-Fälle in Hamburg intensivmedizinisch behandelt, darunter zehn Menschen, die invasiv beatmet werden mussten. Die Gesundheitsbehörde hatte die Zahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken zuletzt mit 56 (Stand Freitag) angegeben, davon 19 auf Intensivstationen.

Nach RKI-Angaben wurden einschließlich Sonntag mit gut 972.000 Menschen 52,6 Prozent der Hamburger vollständig geimpft. Eine Erstimpfung haben knapp 1,2 Millionen Hamburger oder 64,9 Prozent bekommen.

Update, 9. August, 12.22 Uhr: SPD-Landeschefin Midyatli fordert einheitliche Corona-Regeln

Kiel - Die schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli (46) hat die Länder zu einem einheitlichen Kurs im Kampf gegen das Coronavirus aufgefordert.

Im Hinblick auf Kriterien für Schutzmaßnahmen über die Inzidenz hinaus sollte die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Dienstag Antworten geben, damit die Länder nicht alle ihre eigenen Regeln machen, sagte Midyatli am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Vor allem ist wichtig, dass die MPK mit einer Stimme spricht - das war ja leider nicht immer der Fall und das führt zu Verwirrung."

Wichtig wäre aus Sicht der SPD-Politikerin auch ein einheitlicher Appell der Regierungschefs für ein verstärktes Impfen. Sie forderte zudem akute Hilfe für Schüler mit Corona-Versäumnissen über Nachhilfe-Gutscheine und darüber hinaus ein Aufholpaket für jedes Jahr im nächsten Jahrzehnt.

"Die Durchlässigkeit, die wir in unserem Bildungssystem in den 1970er Jahren hatten, ist längst wieder verschwunden", sagte Midyatli. "Ich würde mir wünschen, dass auch im Bundestagswahlkampf stärker darüber diskutiert wird, wie oft heute Herkunft gleichzeitig Schicksal ist."

Update, 9. August, 8.12 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen steigt weiter leicht

Hannover - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen ist weiter leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert am Montag bei 18,4 - so viele neue Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner wurden in den vergangenen sieben Tagen gemeldet.

Am Vortag lag die Inzidenz bei 18,1. Landesweit kamen 93 neue Infektionen hinzu. Weitere Todesfälle wurden nicht registriert.

In Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 24,8 - am Vortag war ein Wert von 24,1 gemeldet worden. 18 Neuinfektionen wurden im kleinsten Bundesland registriert. Weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus gab es nicht.

Die niedersachsenweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte nach den Zahlen vom Montag Wolfsburg mit 50,7. Danach folgten die Städte Salzgitter (40,3), Lüneburg (36,4) und Emden (36,1). Den niedrigsten Wert meldete der Landkreis Friesland mit 1,0, gefolgt vom Landkreis Lüchow-Dannenberg mit einer Inzidenz von 2,1.

Nach Daten des Divi-Intensivregisters wurden in Niedersachsen am Montag 21 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt, 15 von ihnen wurden invasiv beatmet. Die Zahl der freien Intensivbetten lag bei 331, davon haben 152 eine spezielle Ausstattung zur Behandlung von Corona-Patienten.

Divi steht für Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Update, 9. August, 6.18 Uhr: Scholz macht Musikclubs keine Hoffnungen auf schnelle Lockerungen

Hamburg - SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (63) macht den Musikclubs in Deutschland keine Hoffnungen auf eine rasche Rücknahme der Abstands- und Maskenpflicht.

"Die Ansteckungsgefahren sind natürlich, wenn man dicht beieinander kommt, am größten", sagte der Vizekanzler und Bundesfinanzminister Sonntagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD mit Vertretern der Schausteller-, Gastro- und Eventbranche auf dem Hamburger Dom.

"Wir werden am Dienstag dazu keine Beschlüsse fassen", sagte er mit Blick auf die Beratungen der Länderregierungschefs mit der Kanzlerin.

Update, 8. August, 19.50 Uhr: Inzidenz in Schleswig-Holstein steigt auf über 42

Kiel - Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist weiter gestiegen. Die Zahl der innerhalb einer Woche erfassten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag am Sonntag bei landesweit 42,3 - tags zuvor waren es 40,8 und am Sonntag vor einer Woche 23,7.

Nach Angaben der Landesmeldestelle wurden innerhalb eines Tages 80 Infektionsfälle neu übermittelt, am Samstag waren es 152.

Ein neuer Todesfall im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 wurde am Sonntag für Schleswig-Holstein gemeldet. Die Gesamtzahl der mit oder an dem Coronavirus Gestorbenen lag damit bei 1640. Im Krankenhaus wurden den Angaben nach - wie am Vortag - 30 Covid-19-Patienten behandelt, 8 von ihnen lagen auf Intensivstationen, 6 wurden beatmet.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hat weiterhin Neumünster mit nun 94,8, gefolgt von Flensburg mit 78,7 und Kiel mit 75,8.

Update, 8. August, 17.04 Uhr: 16 neue Corona-Fälle in MV - Inzidenz steigt auf 17,4

Rostock - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist weiter gestiegen.

Die Gesundheitsämter meldeten am Sonntag 16 neu nachgewiesene Fälle - nach 20 am Samstag und 3 vor einer Woche, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Die Inzidenz stieg auf 17,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Am Samstag hatte der Wert noch 16,6 betragen und vor einer Woche 8,2.

Die Gesamtzahl der Todesfälle im Nordosten im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung blieb unverändert bei 1183. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern blieb stabil bei 5, keiner von ihnen musste den Angaben zufolge intensivmedizinisch behandelt werden.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat die landesweit höchste Inzidenz mit 33,1, die geringste der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 5,8. Insgesamt wurde laut Landesamt bisher bei 44.739 Menschen im Nordosten eine Infektion nachgewiesen, 43.188 gelten inzwischen als genesen.

Vollständig geimpft sind den Angaben zufolge Stand Freitag 54,0 Prozent der Bevölkerung. Die erste Impfdosis haben 60,4 Prozent erhalten.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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