Coronavirus: Inzidenz steigt sprunghaft an

Deutschland/Welt - In Deutschland gibt es immer mehr Lockerungen, dennoch ist das Coronavirus immer noch allgegenwärtig und nicht zu unterschätzen.

In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.
In Deutschland hat die Gastronomie wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 95,1 (Vortag: 80,4).

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 4,4 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona in Bayern: Gesundheitsminister Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage
Coronavirus Corona in Bayern: Gesundheitsminister Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage

Insgesamt 94.991 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus bereits verstorben. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 4,2 Millionen an.

Weltweit gibt es mehr als 242 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 4,92 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 22. Oktober, 5.40 Uhr).

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Update, 22. Oktober, 5.37 Uhr: RKI registriert 19.572 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 95,1

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt derzeit rasch an. Das RKI gab den Wert am Freitagmorgen mit 95,1 an. Er hat damit erstmals seit Mitte Mai die 90 überschritten.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 85,6 gelegen, vor einer Woche bei 68,7 (Vormonat: 65,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 19.572 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.518 Ansteckungen gelegen (Stand: 3.23 Uhr).

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 116 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 65. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.437.280 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 2,45 an (Mittwoch 2,34). Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.192.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.991.

Update, 22. Oktober, 4 Uhr: Holetschek für Verlängerung der epidemischen Lage

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57) fordert die Verlängerung der epidemischen Lage durch den Bundestag.

Sonst "könnte das Infektionsschutzgesetz nicht mehr ohne weiteres angewendet werden", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Testnachweis- und Maskenpflicht hätten dann keine ausdrückliche Rechtsgrundlage mehr. "Das müssen wir unbedingt vermeiden - denn mit Blick auf möglicherweise steigende Infektionszahlen im Winter werden wir weiter Schutzmaßnahmen brauchen."

Update, 22. Oktober, 3.45 Uhr: Schlagersänger Tony Marshall erholt sich von Covid-Erkrankung

Schlagersänger und Entertainer Tony Marshall (83, "Der letzte Traum") erholt sich im Krankenhaus von einer Covid-Erkrankung. Er befinde sich auf dem Weg der Besserung und nicht in Intensivbehandlung, bestätigte seine Familie der Deutschen Presse-Agentur.

Auch seine Frau Gabriele sei krank gewesen. Während Tony Marshall wegen einer Vorerkrankung aber noch stationär begleitet werde, habe die 83-Jährige die Erkrankung mit mildem Verlauf in häuslicher Pflege auskuriert und sei genesen.

Die drei erwachsenen Kinder des Paares sind "dankbar, dass es diesen Impfschutz gibt, und überzeugt, dass die Infektion ohne Impfung einen ganz anderen Verlauf hätte nehmen können". Dass die Familie die Corona-Infektion öffentlich machte, erklärte sie mit dem medialen Druck der vergangenen Tage. Im Namen des Künstlers dankte die Familie für die Anteilnahme, appellierte jedoch an alle - insbesondere die Medien - Marshall Ruhe und Zeit zur Genesung zuzugestehen.

Der in Baden-Baden geborene Tony Marshall (83) wurde 1971 mit dem Hit "Schöne Maid" berühmt. Er ist ausgebildeter Opernsänger, blieb aber dem Schlager treu. Der Entertainer veröffentlichte rund 120 Singles, trat auf Tausenden Veranstaltungen auf und moderierte um die 40 TV-Shows.
Der in Baden-Baden geborene Tony Marshall (83) wurde 1971 mit dem Hit "Schöne Maid" berühmt. Er ist ausgebildeter Opernsänger, blieb aber dem Schlager treu. Der Entertainer veröffentlichte rund 120 Singles, trat auf Tausenden Veranstaltungen auf und moderierte um die 40 TV-Shows.  © Uli Deck/dpa

Update, 22. Oktober, 1 Uhr: Grundschulverband befürwortet anhaltende Corona-Tests bei Kindern

Der Grundschulverband befürwortet angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen Schutzmaßnahmen auch in den kommenden Wochen.

"Die Testung von Kindern und Schulpersonal muss bis auf Weiteres fortgeführt werden", sagte der Verbandsvorsitzende Edgar Bohn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Ein Ende der Maskenpflicht im Unterricht sei zwar aus pädagogischer Sicht sinnvoll an den Grundschulen, aber in der aktuellen Situation "nur dann vertretbar, wenn dies mit flankierenden Maßnahmen abgesichert wird".

So müsse durch den Einsatz von Raumluftanlagen "größtmögliche Sicherheit gewährleistet sein". Zudem müssten bei einem Anstieg der Erkrankungen die notwendigen Maßnahmen schnell ergriffen werden, etwa das erneute Tragen von Masken.

Kinderleicht: Ein Schüler führt einen Corona-Schnelltest durch.
Kinderleicht: Ein Schüler führt einen Corona-Schnelltest durch.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 21. Oktober, 19.16 Uhr: RKI warnt vor beschleunigtem Anstieg der Corona-Fallzahlen

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland könnten nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der kommenden Zeit dynamisch anwachsen.

Mehr dazu in unserem Artikel: "RKI warnt vor Corona-Explosion: 'Anstieg der Fallzahlen beschleunigt sich noch'"

Update, 21. Oktober, 18.04 Uhr: Kretschmer warnt vor Leichtfertigkeit in der Corona-Pandemie

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor einem verfrühten Ende der Corona-Schutzvorkehrungen gewarnt.

Mehr dazu in unserem Artikel: "Sachsen MP warnt vor Ende der Corona-Maßnahmen: 'Zu schnell in die Normalität'"

Update, 21. Oktober, 16.54 Uhr: Wahrscheinlich 115.00 Pflegekräfte an Covid-19 gestorben laut WHO

In den ersten 16 Monaten der Corona-Pandemie könnten nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 115.000 Pflegekräfte weltweit an Covid-19 gestorben sein.

Die Organisation führt das unter anderem auf schlechte Ausstattung vor allem zu Beginn der Pandemie und mangelnde Verteilung der Impfstoffe in ärmeren Ländern zurück. In Afrika seien nur zehn Prozent der Pflegekräfte gegen das Coronavirus geimpft worden, in den meisten reichen Ländern seien es 80 Prozent.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte an die größten Volkswirtschaften, die G20, bei ihrem Gipfel in Rom ab 30. Oktober neue Anstrengungen für eine fairere Verteilung der Impfstoffe zu machen. Die WHO hatte dazu aufgerufen, außer bei besonders gefährdeten Menschen keine Auffrischimpfungen zu verabreichen, solange noch Millionen Menschen in ärmeren Ländern auf ihre erste Impfung warten.

Das wurde ignoriert: "Länder mit hohen und mittleren Einkommen haben jetzt schon fast halb so viele Auffrischimpfungen verabreicht wie insgesamt in den Ländern mit niedrigen Einkommen überhaupt erst verteilt wurden", sagte Tedros.

Viele Pflegekräfte sind an Corona gestorben.
Viele Pflegekräfte sind an Corona gestorben.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 21. Oktober, 16.43 Uhr: Neue Corona-Beschränkungen in Estland ab Montag

Angesichts steigender Corona-Neuinfektionszahlen führt Estland wieder strengere Regeln ein.

In dem baltischen EU-Land gelten nach einem Beschluss der Regierung ab dem 25. Oktober die 2G-Regel in vielen Bereichen und eine verschärfte Maskenpflicht. Veranstaltungen dürfen dann fast ausschließlich nur noch von Geimpften oder Genesenen besucht werden. Dasselbe gilt für gastronomische Betriebe, Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten. Ein negativer Corona-Test reicht zur Teilnahme oder zum Zutritt nicht mehr aus.

Update, 21. Oktober, 14.57 Uhr: Lettland: Lockdown und Höchststand bei Corona-Neuinfektionen Riga

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen zum Start des einmonatigen Lockdowns einen Höchststand erreicht.

Die Gesundheitsbehörde in Riga vermeldete am Donnerstag 2935 positive Tests binnen eines Tages. Damit wurden in den letzten 14 Tagen nach offiziellen Angaben rund 1463 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert - auch dies ein Rekordwert seit Beginn der Pandemie. Die EU-Behörde ECDC weist für Lettland aktuell die höchsten Infektionsraten in Europa aus.

Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen hat die Regierung in Riga die Notbremse gezogen und das Land bis zum 15. November in einen Lockdown geschickt - mit umfassenden Beschränkungen und einer nächtlichen Ausgangssperre.

Update, 21. Oktober, 14.52 Uhr: Nagelsmann nach Corona-Befund: "Geht den Umständen entsprechend gut"

Bayern Münchens Trainer Julian Nagelsmann geht es trotz seiner Corona-Infektion nach eigener Aussage "den Umständen entsprechend gut". Das teilte der 34 Jahre alte Fußballlehrer am Donnerstag auf Twitter mit.

"Danke für alle Genesungswünsche. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, mein gesamtes Trainerteam und das Team hinter dem Team! Ihr habt es gestern super gemacht und mich bestmöglich vertreten", schrieb Nagelsmann.

Nagelsmann hatte am Mittwochabend den 4:0-Sieg seines Teams im Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon verpasst. Als Grund war dafür von Vereinsseite zunächst ein grippaler Infekt genannt worden. Am Donnerstag kam dann der positive Corona-Test.

Trainer Julian Nagelsmann war positiv auf Corona getestet worden.
Trainer Julian Nagelsmann war positiv auf Corona getestet worden.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 21. Oktober, 14.49 Uhr: Eine Milliarde Corona-Impfdosen in Indien verimpft

In Indien sind mehr als eine Milliarde Impfdosen gegen Corona verabreicht worden.

Damit seien rund 75 Prozent der Erwachsenen einfach und 31 Prozent vollständig geimpft, teilte das indische Gesundheitsministerium am Donnerstag in Neu Delhi mit. Dies sei eine "enorme Leistung - angesichts der logistischen Komplexität (...) in einem Land so groß und divers wie Indien", würdigte das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag in einer Mitteilung. Mehr als 1,3 Milliarden Menschen leben in Indien.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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