Coronavirus: Laut Spahn Impfung für Jugendliche bis Ende der Sommerferien möglich

Deutschland/Welt - In Deutschland gilt noch immer die Corona-Notbremse. Weiterhin sollen die Menschen die Zahl ihrer Kontakte möglichst gering halten, was durch das neue Infektionsschutzgesetz unterstützt werden soll. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,5 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Etwa 3,2 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein. 85.112 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 11. Mai, 5.20 Uhr).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 115,4 (Stand 11. Mai, 5.20 Uhr).

Weltweit gibt es rund 159 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,3 Millionen Todesfälle (Stand 11. Mai, 6.40 Uhr).

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Update, 11. Mai, 9.34 Uhr: Anteil von Solo-Selbstständigen in Kulturberufen besonders hoch

Im Jahr vor Beginn der Corona-Krise waren in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen in Kulturberufen tätig. Das entspricht 3,1 Prozent aller Erwerbstätigen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden auf Basis des Mikrozensus mitteilte.

Etwa ein Drittel von ihnen (444.250 Menschen) arbeitete im Jahr 2019 als Solo-Selbstständige - damit sind Selbstständige ohne weitere Beschäftigte gemeint. "Der Anteil der Solo-Selbstständigen lag damit in den Kulturberufen fast sieben Mal so hoch wie in der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung", so die Statistiker. Aufgrund der massiven Einschränkungen ist der Kulturbetrieb besonders von der Corona-Pandemie betroffen.

Laut den Angaben lag der Anteil der Selbstständigen insgesamt über alle Kulturberufe hinweg mit 38 Prozent ebenfalls deutlich höher als in der gesamten erwerbstätigen Bevölkerung (zehn Prozent). Im Kunsthandwerk und der Bildenden Kunst, wozu etwa Bildhauerei, Malerei und das Vergolderhandwerk zählen, sei der Anteil mit 85 Prozent besonders hoch gewesen. Auch im Bereich Moderation und Unterhaltung (Comedy, Kabarett, Zauberkunst), gab es mit 65 Prozent sehr viele Selbstständige.

Update, 11. Mai, 9.28 Uhr: Laut Spahn Impfung für Jugendliche bis Ende der Sommerferien möglich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hält es für möglich, dass bis zum Ende der Sommerferien den zwölf- bis 18-Jährigen in Deutschland ein Impfangebot gemacht wird.

Das hänge aber in erster Linie von der Zulassung der Impfstoffe für Jugendlichen ab, sagte Spahn am Dienstag im Deutschlandfunk. "Die europäische Arzneimittelbehörde hat ja gesagt, gerade heute, Ende Mai, Anfang Juni kann das - wenn nichts Unvorhergesehene passiert - mit der Zulassung gelingen."

Mit den Ländern sei vereinbart, dass die Impfungen für Jugendliche dann umgesetzt werden - etwa durch Reihenimpfungen in Schulen oder durch Einladung in die Impfzentren. Bis zum Ende der Sommerferien könnten so alle zwölf- bis 18-Jährigen ein Angebot bekommen und mindestens eine Impfung, idealerweise schon beide, erhalten, sagte Spahn. Dann könne auch der Schulbetrieb nach den Sommerferien wieder normaler beginnen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) ermutigte auch ältere Menschen, Impfungen der Hersteller AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht abzulehnen. "Die Impfstoffe sind sehr gut und sehr wirksam, gerade bei Älteren zum Teil sogar wirksamer als Biontech", sagte er.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) ermutigte auch ältere Menschen, Impfungen der Hersteller AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht abzulehnen. "Die Impfstoffe sind sehr gut und sehr wirksam, gerade bei Älteren zum Teil sogar wirksamer als Biontech", sagte er.  © John Macdougall/AFP POOL/dpa

Update, 11. Mai, 8.10 Uhr: Brandenburgs Schlösser auch nach Corona mit mehr Digitalangeboten

Interessierte werden die Schlösser Berlins und Brandenburgs auch nach der Corona-Krise häufiger vom heimischen Bildschirm aus besichtigen können. Während der Schließung habe man viel Energie in digitale Angebote gesteckt, sagte Christoph Martin Vogtherr, der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg am Dienstag im RBB-Inforadio. Vieles davon werde bleiben.

Nach rund einem halben Jahr coronabedingter Schließzeit werden ab Mittwoch wieder mehrere Schlösser für das Publikum geöffnet. Während die Tore geschlossen waren, hatte die Stiftung etwa digitale Ausstellungen entwickelt und Video-Rundgänge mit Kuratoren und Restauratoren angeboten.

Unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sowie mit vorab gebuchtem Termin können Interessierte nun wieder die Schlösser Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin), Caputh (Potsdam-Mittelmark) und Oranienburg (Oberhavel) besuchen.

Das Schloss Rheinsberg kann ab Mittwoch wieder besucht werden - unter Einhaltung der Corona-Vorschriften.
Das Schloss Rheinsberg kann ab Mittwoch wieder besucht werden - unter Einhaltung der Corona-Vorschriften.  © Soeren Stache/dpa

Update, 11. Mai, 7.50 Uhr: Werbevermarkter Ströer leidet weiter unter Pandemie

Der Werbevermarkter Ströer hat im ersten Quartal vor allem wegen der Covid-19-Lockdowns deutliche Einbußen erlitten. Der Umsatz sank um 15 Prozent auf 311,9 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Köln mitteilte.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schrumpfte trotz Kosteneinsparungen gar um 37 Prozent auf 73,5 Millionen Euro. Unter dem Strich fuhr Ströer mit einem Verlust von 9,2 Millionen Euro rote Zahlen ein, nachdem das Unternehmen vor einem Jahr noch einen Gewinn von 19,7 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

Update, 11. Mai, 7.45 Uhr: Lockdown belastet Elektronikhändler Ceconomy

Der anhaltende Lockdown in Teilen Europas wie Deutschland und den Niederlanden belastet den Elektronikhändler Ceconomy weiter schwer.

Der Umsatz sank im zweiten Geschäftsquartal (per Ende März) von 4,6 Milliarden auf 4,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Bereinigt um Währungseffekte sowie Portfolioveränderungen lag das minus bei 5,7 Prozent. Der Online-Umsatz stieg hingegen erneut massiv und machte mit 2,1 Milliarden Euro nahezu die Hälfte des Konzernumsatzes aus.

Operativ rutschte Ceconomy mit seinen beiden Ketten MediaMarkt und Saturn tiefer in die Verlustzone. Der bereinigte operative Fehlbetrag (Ebit) stieg von 131 Millionen auf 146 Millionen Euro. Dagegen profitierte der Konzern von einem Wertzuwachs seiner Beteiligung an der französischen Handelskette Fnac Darty im Volumen von 150 Millionen Euro.

Update, 11. Mai, 6 Uhr: Flixtrain startet nach sechs Monaten Stillstand mit vergrößertem Netz

Der Bahn-Konkurrent Flixtrain will von nächster Woche an wieder fahren. Dabei nimmt das Unternehmen weitere Fernstrecken in sein Netz auf und steuert ab Juni auch München an, wie am Dienstag angekündigt wurde.

Verglichen mit der bundeseigenen Deutschen Bahn ist das Angebot aber noch klein: Mit neun grünen Zügen tritt Flixtrain allein gegen mehr als 300 ICE an. Insgesamt stehen dann etwa 40 Städte auf dem Fahrplan - das sind ungefähr so viele wie bei Flixbus. Vor der Pandemie hatten die grünen Busse zehn mal so viele Städte angesteuert.

Der Bahn-Konkurrent Flixtrain will von nächster Woche an wieder fahren.
Der Bahn-Konkurrent Flixtrain will von nächster Woche an wieder fahren.  © Axel Heimken/dpa

Update, 11. Mai, 5.30 Uhr: RKI registriert 6125 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz sinkt weiter

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6125 Corona-Neuinfektionen gemeldet. (Stand: 5.20 Uhr). Die 7-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 115,4 (Vortag: 119,1; Vorwoche: 141,4). Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 283 neue Todesfälle verzeichnet.

Im aktuellen Datensatz fehlten allerdings die Fallzahlen aus Brandenburg. Diese Fälle würden nachgemeldet und flössen dann in die Werte am Mittwoch ein, hieß es vom RKI.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.533.376 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.196.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.112. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88.

Update, 11. Mai, 4.30 Uhr: Bei Öffnungsschritten nicht nur auf die Inzidenz schauen

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner (42) hat gefordert, die Entscheidung über Lockerungen in der Corona-Pandemie nicht nur von den Infektionszahlen abhängig zu machen. "Bei Öffnungsschritten darf nicht nur die Inzidenz eine Rolle spielen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir müssen auch andere Kennziffern einbeziehen – zum Beispiel die Auslastung der Krankenhäuser, die Quote der positiven Tests oder die Impfquote."

Lindner verwies auf Berlin, wo gerade die Hoffnung auf Öffnungen zunichte gemacht wurde, weil die Sieben-Tage-Inzidenz nach drei Tagen unter 100 wieder auf einen Wert knapp über 100 gestiegen ist. "Das Beispiel Berlin zeigt: Die Bundesnotbremse ist zu unflexibel", sagte Lindner. "Schon kleine statistische Schwankungen entscheiden darüber, ob geöffnet werden kann oder nicht – ganz unabhängig von der Art und Weise des regionalen Infektionsgeschehens."

Update, 11. Mai, 3.30 Uhr: Betrugsversuche für vorzeitige Impfungen - Ruf nach Strafen

Angesichts zunehmender Versuche von Impfwilligen, sich ungerechtfertigt und teils mit falschen Angaben eine vorzeitige Impfung zu verschaffen, wird der Ruf nach Strafen laut.

"Zwar werden Tausende erwischt, aber es fehlt an Sanktionen", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. "Sich beim Impfen vorzudrängen, ist weiterhin keine Ordnungswidrigkeit."

Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Das SWR-Fernsehmagazin "Report Mainz" berichtete von mehreren tausend Fällen. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht.

Mehrere hundert Menschen stehen vor dem Impfzentrum in Schwerin und wollen sich bei einer Sonderimpfaktion ohne Priorität mit dem AstraZeneca-Impfstoff gegen Corona impfen lassen.
Mehrere hundert Menschen stehen vor dem Impfzentrum in Schwerin und wollen sich bei einer Sonderimpfaktion ohne Priorität mit dem AstraZeneca-Impfstoff gegen Corona impfen lassen.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. Mai, 2.05 Uhr: Karliczek rechnet mit Corona-Tests an Grundschulen auch nach Ferien

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (50, CDU) rechnet damit, dass auch nach den Sommerferien in den Grundschulen noch Corona-Tests nötig sein werden.

"Das neue Schuljahr wird wohl relativ normal starten, wenn sich das Infektionsgeschehen weiter so positiv entwickelt und die Impfbereitschaft weiterhin so gut bleibt. Ich rechne aber damit, dass auch im nächsten Schuljahr überall in den Schulen weiter auf die Einhaltung der grundlegenden Hygieneregelungen geachtet werden muss", sagte sie der "Rheinischen Post". "Auch wird weiter getestet werden müssen. Das gilt vor allem für die Grundschulen."

Denn im Verlauf des Sommers werde zwar allen Kindern ab zwölf Jahren ein Impfangebot gemacht werden können, wenn der Impfstoff für diese Altersgruppe in den nächsten Wochen wie erwartet zugelassen werde. Bei den jüngeren seien die Studien noch nicht so weit. "Hier wird es aber vermutlich noch etwas dauern."

Titelfoto: John Macdougall/AFP POOL/dpa

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