Coronavirus: Alkoholkonsum macht Corona-Lockerungen für Gastronomie schwer

Deutschland/Welt - Das Coronavirus breitet sich in Deutschland zum Glück etwas langsamer aus. Die derzeitige Lage hat jedoch weiterhin drastische Auswirkungen auf das Leben.

Eine Frau malt ein Corona-Graffiti an eine Wand. Es soll Mut und Hoffnung machen.
Eine Frau malt ein Corona-Graffiti an eine Wand. Es soll Mut und Hoffnung machen.  © dpa/Ashraf Amra/APA Images via ZUMA Wire

Nahezu alle öffentlichen Veranstaltungen und Sportevents sind abgesagt. Dennoch kann Deutschland, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils ein wenig aufatmen.

Am 20. April traten die ersten vorsichtigen Lockerungen der vorherigen Maßnahmen in Kraft. Wie sich das auf die Verbreitung des Coronavirus auswirken wird, werden die Zahlen zeigen.

Mittlerweile gibt es 162.123 bestätigte Infektionen in Deutschland, 6518 Todesfälle und 123.500 Genesene (Stand 30. April).

Die USA haben weiterhin weltweit die meisten Fälle - über 1 Million. 62.378 Menschen sind bereits gestorben (Stand 30. April)

In Italien gibt es derzeit 205.463 Nachweise. Der traurige Spitzenreiter Europas ist Spanien mit 239.639 infizierten Menschen (Stand 30. April).

Weltweit gibt es über 3,2 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 231.000 Todesfälle. Insgesamt haben sich über 1 Million Menschen wieder erholt (Stand 30. April).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 30. April, 19.11 Uhr: Söder: Alkoholkonsum macht Corona-Lockerungen für Gastronomie schwer

Sorgen vor unvorsichtigen alkoholisierten Gästen machen nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder Corona-Lockerungen in der Gastronomie besonders schwer. 

Auch wenn nächste Woche über Perspektiven für Gastronomie und Handel gesprochen werde und die Beteiligten "kluge, tolle Konzepte" vorgelegt hätten, bleibe der Bereich "die größte Herausforderung", sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag nach einer Schalte von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie in Berlin.

Söder betonte: In der Gastronomie mache ein Mundschutz der Gäste wenig Sinn und das Distanzgebot, was zur Verhinderung weiterer Ansteckungen zentral sei, "bleibt angesichts von Alkohol nun, sagen wir, zumindest schwerer konsequent umsetzbar. Es ist aber die Realität des Lebens". 

Die Lockerungskonzepte der einzelnen Bereiche "müssen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch in Realität".

CSU-Chef Markus Söder (53).
CSU-Chef Markus Söder (53).  © Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

Update, 30. April, 19.08 Uhr: Autozulieferer Veritas insolvent - 2200 Mitarbeiter betroffen

Der Autozulieferer Veritas hat in der Corona-Krise Insolvenz angemeldet. Das hessische Unternehmen habe beim Amtsgericht Hanau einen entsprechenden Antrag eingereicht, sagte eine Firmensprecherin am Donnerstag. Rund 2200 Mitarbeiter an den deutschen Standorten seien von der Insolvenz betroffen.

Update, 30. April, 19.06 Uhr: Laschet relativiert Pläne für Grundschulöffnung in NRW

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) hat die Pläne des Landesschulministeriums relativiert, am 11. Mai die Grundschulen für alle Schüler in einem rollierenden System wieder zu eröffnen. 

Eine entsprechende Mail an die Schulen werde "korrigiert", sagte Laschet am Donnerstag in Düsseldorf. Am 6. Mai werde alles weitere mit Bund und Ländern besprochen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU).
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU).  © Federico Gambarini/dpa

Update, 30. April, 18.33 Uhr: Haseloff: Sachsen-Anhalt geht bei Corona-Lockerungen voran

Sachsen-Anhalt will bei den Lockerungen der Corona-Beschränkungen bundesweit vorangehen. "Wir bleiben bei unserem Plan und gehen unseren eigenen Sachsen-Anhalt-Weg", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU) am Donnerstag nach den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU). Dieser werde sich nicht sehr vom Bundesweg unterscheiden, aber eher starten.

Zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern habe man es geschafft, die Fallzahlen vergleichsweise gering zu halten. Das erlaube jetzt, voranzugehen und Lockerungen zu erproben. Andere Länder müssten hingegen daran arbeiten, ihre Infektionszahlen zu senken und könnten Lockerungen erst später vornehmen.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU).
Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU).  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Haseloff kündigte unter anderem an, die seit sechs Wochen geltenden strengen Kontaktbeschränkungen zu lockern. Bisher dürfen die Bürger Sachsen-Anhalts nur mit höchstens einem Menschen unterwegs sein, der nicht mit ihnen unter einem Dach lebt. Zudem ist das Verlassen der Wohnung nur aus triftigen Gründen erlaubt. 

In welchem Umfang die Kontaktregeln gelockert werden, soll die schwarz-rot-grüne Landesregierung am Samstagvormittag entscheiden. Zudem hält Sachsen-Anhalt laut Haseloff an seinem Plan fest, den Schulbetrieb hochzufahren und schon bis Mitte Mai alle Schülerinnen und Schüler für mindestens einen Tag in die Klassenzimmer zurückzuholen.

Update, 30. April, 18.28 Uhr: Merkel verteidigt umstrittene Regel zu Ladenöffnungen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die umstrittenen Regel für Ladenöffnungen verteidigt. Sie machte am Donnerstag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder deutlich, die Mitte April getroffene Entscheidung, Läden mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern zu öffnen, sei eine Frage der Abwägung. 

Ziel sei es, nicht den gesamten "Personenverkehr" in den Innenstädten zu haben. Außerdem sei es wichtig, die verschiedenen Bereiche in den Blick zu nehmen. "Mir war zum Beispiel jetzt auch wichtig, dass wir nicht den gesamten Handel aufmachen, aber noch kein Wort über Kitas gesagt haben."

Kleinere und mittlere Geschäfte bis zu 800 Quadratmetern durften vor zehn Tagen unter Auflagen wieder öffnen, für Buchhandlungen, Auto- und Fahrradhändler gilt dies ohne die Flächenbegrenzung unter Auflagen.

Kanzlerin Merkel (65, CDU).
Kanzlerin Merkel (65, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

An der 800 Quadratmeter-Regel gibt es massive Kritik vom Einzelhandel, der vor Wettbewerbsverzerrungen warnt. Außerdem gibt es unterschiedliche Regelungen in den Ländern. 

Das Verkaufsverbot für große Geschäfte war von Gerichten für verfassungswidrig erklärt worden, andere Gerichte hatten die Regel bestätigt. Nach einer Gerichtsentscheidung vom Donnerstag darf in Berlin zum Beispiel das KaDeWe wieder auf seiner gesamten Fläche öffnen.

Merkel sagte, Gerichtsentscheidungen seien Ansporn, Entscheidungen gut zu begründen.

Update, 30. April, 18.26 Uhr: Meldungen der Standesämter deuten auf mehr Tote durch Corona hin

Seit der letzten Märzwoche sind laut Statistischem Bundesamt in Deutschland vergleichsweise viele Menschen gestorben. Seit dem lägen die Sterbezahlen "tendenziell über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019", teilte das Amt am Donnerstag in Wiesbaden mit. 

"Da die Grippewelle 2020 seit Mitte März als beendet gilt, ist es naheliegend, dass diese vergleichsweise hohen Werte in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stehen". Basis der jüngeren Daten in der Sonderauswertung ist eine vorläufige Auszählung von Sterbefallmeldungen der Standesämter bis zum 5. April.

Update, 30. April, 18.22 Uhr: Tschentscher lobt Zurückhaltung bei Corona-Lockerungen

Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) hat vor übereilten Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gewarnt. "Wir dürfen unsere Strategie, die erfolgreich ist, jetzt nicht verlassen", sagte er am Donnerstag nach Beratungen der Länderregierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. 

"Und die Strategie besteht darin, dass wir schrittweise vorgehen und dass wir kontrolliert vorgehen." Bevor es weitere Lockerungen gebe, müssten die Auswirkungen der bereits getroffenen Schritte abgewartet werden.

Dies sei auch einmütiger Tenor der Videokonferenz gewesen, betonte Tschentscher. In der Runde habe man sich deshalb "beschränkt auf kleinere bereinigende Maßnahmen". Den nächsten "großen Schritt" könne es erst nach einer weiteren Schaltkonferenz in der kommenden Woche geben.

Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) vor gut einer Woche in Hamburg.
Hamburgs Regierungschef Peter Tschentscher (SPD) vor gut einer Woche in Hamburg.  © Christian Charisius/dpa

Update, 30. April, 18.19 Uhr: Merkel bricht Lanze für die Wissenschaft

In der Corona-Krise hat Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) um Verständnis für Grenzen und Möglichkeiten der Wissenschaft geworben. Sowohl das Virus als auch Erkenntnisse könnten sich verändern, sagte Merkel am Donnerstag nach einer Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten. 

"Damit müssen wir leben, das ist Teil unserer aufgeklärten Gesellschaft. Und es wäre nichts schlimmer, als wenn Wissenschaftler uns ihre letzten Erkenntnisse nicht mitteilen würden."

Entscheidungen müssten dann aber politisch fallen, unter Einbeziehung der Erkenntnisse verschiedener Disziplinen und der Abwägung unterschiedlicher Interessen, sagte Merkel. So dürfe das Gesundheitssystem nicht überfordert werden, gleichzeitig müsse aber auch die Wirtschaft weiterarbeiten können.

Sie freue sich, dass Deutschland herausragende Wissenschaftler in den Bereichen Virologie und Epidemiologie habe, "auf deren Stimme wir hören können und auf deren Stimme auch viele andere außerhalb Deutschlands hören", sagte Merkel. 

Mit dem Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité habe Deutschland immerhin jenen Forscher, der den ersten Test für das Coronavirus entwickelt habe. "Da kann man sich schon freuen, wenn das einer ist, der sozusagen in Deutschland arbeitet. Denn ohne diese Tests wären wir ja in einer ziemlich schwierigen Lage."

Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité.
Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 30. April, 18.13 Uhr: Merkel: Bei Autogipfel keine Entscheidung über Anreize für Industrie

Die Autoindustrie kann nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel bei der Konferenz mit der Bundesregierung am Dienstag noch nicht mit einer Entscheidung zu speziellen Anreizen für die Branche rechnen. 

Jetzt gehe es um die Perspektive, wie die Wirtschaft nach der Corona-Krise insgesamt wieder anlaufen solle, sagte Merkel am Donnerstag nach einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder. Die Autoindustrie sei schon vor der Pandemie eine wichtige Kernbranche gewesen, von der viele Arbeitsplätze abhängen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekräftigte seine Forderung nach einer "Innovationsprämie", um damit Kaufanreize zu setzen, die Nachfrage zu steigern und gleichzeitig den Klimaschutz voranzubringen. Am kommenden Montag werde er mit seinen Kollegen aus Baden-Württemberg und Niedersachsen darüber sprechen, ob und wie man das umsetzen könne.

Update, 30. April, 18.12 Uhr: Polen lockert Auflagen für Pendler - Quarantäne fällt weg

 Polen lockert die wegen der Corona-Epidemie verhängten Auflagen für Pendler an der Grenze. Ab dem 4. Mai müssten polnische Bürger, die in Deutschland, der Slowakei, Tschechien oder Litauen arbeiten oder studieren, bei einer Rückkehr nach Polen nicht mehr für 14 Tage in Quarantäne, schrieb Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Donnerstag auf Facebook. 

Eine entsprechende Regelung habe man in Absprachen mit den Nachbarländern getroffen. Die Zunahme neuer Coronavirus-Fälle sei relativ niedrig und stabil.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.
Ministerpräsident Mateusz Morawiecki.  © Pawel Supernak/PAP/dpa

Update, 30. April, 18.10 Uhr: Merkel: "Sehr klare Entscheidungen" über Sport am 6. Mai

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für die nächste Konferenz mit den Ministerpräsidenten am 6. Mai "sehr klare Entscheidungen" für den Sport in der Corona-Krise angekündigt. 

Dann werde es darum gehen, in welcher Art und Weise und unter welchen Bedingungen "bestimmte sportliche Betätigungen" wieder möglich sein werden, sagte Merkel nach den Beratungen am Donnerstag in Berlin. Eine Entscheidung über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga war zuvor noch einmal vertagt worden.

Bei der nächsten Schalte am kommenden Mittwoch solle unter anderem das Konzept der Sportminister ausgewertet werden, sagte Merkel. Die Innen- und Sportminister hatten die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga Mitte oder Ende Mai empfohlen. Denkbar ist bei einem positiven Signal der Politik ein Start am 16. oder 23. Mai.

Großveranstaltungen und damit auch Spiele der Bundesliga mit Zuschauern wird es bis mindestens 31. August nicht geben. "Diese werden für längere Zeit untersagt bleiben müssen", sagte Merkel.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

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