Coronavirus: Weitere Ausgangssperre übers Wochenende in Türkei

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen zunächst beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung. 

Das Coronavirus hält die Welt in Atem.
Das Coronavirus hält die Welt in Atem.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Deutschland kann, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils aufatmen und sich an die "Neue Normalität" gewöhnen.

Unter Auflagen (Abstand halten und Gesichtsmaske tragen) können alle Geschäfte wieder öffnen. Auch jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer noch mindestens einmal in die Schule oder Kita gehen.

Restaurants, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls unter teils erheblichen Einschränkungen wieder öffnen. Jedes Bundesland legt hierfür eigene Regeln fest.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 29. Mai, 23.01 Uhr: Trotz Lockerungen: Weitere Ausgangssperre übers Wochenende in Türkei

Seit Mitternacht Ortszeit gilt trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen in 15 türkischen Städten und Provinzen wieder eine weitgehende Ausgangssperre. Das Innenministerium in Ankara hatte sie am späten Donnerstagabend angekündigt. Solche Ausgehverbote verhängt die Regierung seit Mitte April. Nur eines - über die hohen Bayram-Feiertage im Mai - galt landesweit. Die meisten wurden zunächst für 31 Städte und Provinzen, später nur noch für 24 oder 15 Regionen angesetzt. Betroffen sind auch diesmal wieder Metropolen wie Istanbul und die Hauptstadt Ankara.

Am Samstag soll es noch einige Einkaufsmöglichkeiten geben. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister dürfen übers ganze Wochenende weiterarbeiten.

Nach Ende der Ausgangssperre sollen am Montag zahlreiche Corona-Beschränkungen aufgehoben werden. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Donnerstagabend gesagt, dass dann für bisher nach außen abgeschottete Großstädte wie Istanbul wieder Reisefreiheit herrscht. Cafés und Restaurants sowie Schwimmbäder, Sportstudios oder Kindergärten dürfen wieder öffnen. Auch Strände, Parks und Museen sind zugänglich. Gemeinsame Gebete sind in einem Teil der türkischen Moscheen unter strengen Auflagen bereits seit Freitag wieder möglich.

Andere Restriktionen bleiben jedoch. Senioren ab 65 Jahren dürfen weiter nur für einige vorher festgelegte Stunden in der Woche vor die Tür. Das Ausgehverbot für Unter-20-Jährige wurde leicht verändert und gilt nun noch für Menschen unter 18. Shisha-Lokale und andere sogenannte Vergnügungsorte bleiben geschlossen.

Das Gesundheitsministerium in Ankara meldete am Freitagabend, dass sich bisher rund 162 000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. Rund 4500 Menschen seien gestorben.

Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, der einen Mundschutz zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus trägt, trifft zur Einweihung eines neuen Krankenhauses ein.
Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, der einen Mundschutz zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus trägt, trifft zur Einweihung eines neuen Krankenhauses ein.  © Can Erok/DHA/AP/dpa

Update, 29. Mai, 22.09 Uhr: Regierung und EU-Kommission erzielen Eckpunkte zu Lufthansa-Paket

Bundesregierung und EU-Kommission haben sich bei Verhandlungen über ein Rettungspaket für die schwer angeschlagene Lufthansa auf Eckpunkte geeinigt. 

Demnach soll die Lufthansa Start- und Landerechte in Frankfurt und München abgeben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitagabend aus Regierungskreisen erfuhr. Das "Handelsblatt" berichtete, der Kompromiss sehe vor, dass Lufthansa insgesamt acht Flugzeuge mitsamt der dazugehörigen 24 Start- und Landerechte abgeben soll.

Die Verhandlungen sind mit dem Kompromiss zwischen Bundesregierung und Kommission aber noch nicht abgeschlossen. Brüssel muss dem Paket noch zustimmen. Die Bundesregierung muss es notifizieren.

Die zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager (52), hatte die Forderung der Kommission nach Auflagen am Freitag verteidigt. Es gehe nicht darum, zusätzliche Hindernisse zu schaffen, sondern darum, Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern.

Notwendig sind die Hilfen für die Lufthansa, weil die Corona-Pandemie mit den folgenden Reisebeschränkungen die Geschäfte des Unternehmens mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht hat. In dem Konzern mit rund 138.000 Beschäftigten stehen deswegen Zehntausende Arbeitsplätze auf der Kippe.

Flugzeuge der Lufthansa stehen hinter dem Terminal 1 des Hauptstadtflughafens Willy Brandt hinter einem Zaun.
Flugzeuge der Lufthansa stehen hinter dem Terminal 1 des Hauptstadtflughafens Willy Brandt hinter einem Zaun.  © dpa/dpa-Zentralbild/Soeren Stache

Update, 29. Mai, 22 Uhr: SC Freiburg will Umzug ins neue Stadion nur mit Zuschauern

Fußball-Bundesligist SC Freiburg will erst ins neue Stadion umziehen, wenn wieder Zuschauer erlaubt sind. "Das sollte Hand in Hand ineinander übergehen. Ohne Zuschauer macht es keinen Sinn" sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier (42) am Rande des Spiels gegen Bayer Leverkusen am Freitagabend dem Streamingdienst DAZN.

Die neue 35.000-Zuschauer-Arena im Freiburger Norden wird aber ohnehin noch nicht zum Start der Saison 2020/21 fertiggestellt sein. Durch die Coronavirus-Pandemie war es auch zu Auswirkungen auf den Bau gekommen. Derzeit sind in der Bundesliga nur Spiele ohne Fans erlaubt. Saier rechnet zur neuen Saison noch mit Einschränkungen.

Update, 29. Mai, 21.22 Uhr: Kremlchef Putin unterzeichnet Dekret zur Militärparade am 24. Juni

Für die Feiern zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Adolf Hitler hat Kremlchef Wladimir Putin (67) den 24. Juni in Russland per Dekret offiziell zum Feiertag erklärt. An dem Tag solle es in Moskau und anderen russischen Städten Militärparaden geben, hieß es in dem am Freitagabend vom Kreml veröffentlichen Dekret. 

Putin hatte in dieser Woche angewiesen, die am 9. Mai wegen der Corona-Krise verschobene Parade am 24. Juni nachzuholen. Nun legte er per Dekret den Tag als arbeitsfrei bei voller Lohnzahlung fest und wies zudem Paraden in anderen Städten sowie ein großes Feuerwerk in Moskau an. Auch eine Flugshow ist geplant.

Experten befürchten, dass sich die Epidemie durch die Massenveranstaltungen weiter verschärfen könnte. Auch beim Militär gab es viele Corona-Fälle. Kritiker fordern außerdem, die Millionenkosten für das Großereignis einzusparen und das Geld Veteranen und anderen Bedürftigen in der schwersten Wirtschaftskrise des Landes seit den 1990er Jahren zu überlassen.

Putin hingegen will mit der Militärshow auch die Stärke der nach den USA zweitgrößten Atommacht demonstrieren. Er hat den 24. Juni als historisches Datum gewählt, weil an jenem Tag 1945 auf dem Roten Platz in Moskau erstmals der Sieg über Hitler mit einer Parade gefeiert wurde.

Kremlchef Wladimir Putin (67). (Archivbild)
Kremlchef Wladimir Putin (67). (Archivbild)  © dpa/AP/Pool Sputnik Kremlin/Alexei Druzhinin

Update, 29. Mai, 21.15 Uhr: Bulgarien hebt Quarantäne für Bürger mehrerer EU-Staaten auf

Bulgarien hebt die obligatorische Quarantäne für Einreisende aus Deutschland sowie anderen EU-Staaten zum 1. Juni auf. Wie Gesundheitsminister Kiril Ananiew (64) am Freitagabend verordnete, soll aber wegen der noch immer starken Ausbreitung des Coronavirus in Schweden, dem Vereinigten Königreich, Belgien, Irland, Portugal, Spanien, Malta und Italien die Quarantänepflicht für Reisende aus diesen Ländern weiter in Kraft bleiben.

Für Reisende aus dem Schengenraum, San Marino, Andorra, Monaco und dem Vatikan sowie aus Bulgariens Nachbarländern Serbien und Nordmazedonien werde es ab 1. Juni ebenso keine Quarantänepflicht mehr geben.

Update, 29. Mai, 21.10 Uhr: Trump kündigt Ende der Zusammenarbeit mit WHO an

US-Präsident Donald Trump (73) hat ein Ende der Zusammenarbeit der USA mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angekündigt. 

Die von den USA der WHO bisher zur Verfügung gestellten Mittel würden an andere globale Gesundheitszwecke gehen, sagte Trump am Freitag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Trump warf der WHO erneut vor, unter der Kontrolle Chinas zu stehen.

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US-Präsident Donald Trump (73). (Archivbild)
US-Präsident Donald Trump (73). (Archivbild)  © dpa/AP/Evan Vucci

Update, 29. Mai, 21 Uhr: Stilles Gedenken mit Maske: 27 Jahre nach Solinger Brandanschlag

Mit Maske und Abstand: Rund 100 Menschen haben in Solingen still der Opfer des rechtsextremen Brandanschlags von 1993 gedacht. Aufgrund der Corona-Pandemie fand das Gedenken am Freitagabend am Mahnmal ohne die üblichen Ansprachen und Gebete statt, wie ein Sprecher der Stadt erklärte. In der Nacht des 29. Mai 1993 hatten vier rechtsradikale Männer das Haus der türkischstämmigen Familie Genç in Solingen angezündet. Fünf Frauen und Mädchen starben.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) machte via Instagram auf den Jahrestag aufmerksam. Zwar wisse er, dass Corona alle derzeit stark beschäftige: "Aber das Erinnern an diesen schrecklichen rechtsextremen Brandanschlag auf die Familie Genç, das halte ich heute auch noch für wichtig", sagte er in einem auf der Plattform veröffentlichten Video.

Angehörige und Bürger gedenken an einem Mahnmal der Opfer des rechtsextremen Brandanschlags von Solingen mit fünf toten Mädchen und Frauen vom 29. Mai 1993.
Angehörige und Bürger gedenken an einem Mahnmal der Opfer des rechtsextremen Brandanschlags von Solingen mit fünf toten Mädchen und Frauen vom 29. Mai 1993.  © dpa/Henning Kaiser

Update, 29. Mai, 20.50 Uhr: "Synodaler Weg": Bischof Voderholzer schreibt Protestbrief

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer (60) wirft dem Präsidium des "Synodalen Weges" "autoritäre Alleingänge" vor. Er habe deswegen einen Protestbrief geschrieben, teilte sein Sprecher am Freitag mit. "Wenn schon ein partizipatives Verfahren durchgeführt werden soll, dann kann sich das Präsidium nicht hierarchische Alleingänge erlauben", schrieb Voderholzer.

Hintergrund ist, dass auch der Reformprozess, den die katholische Kirche "Synodaler Weg" nennt, von der Corona-Pandemie betroffen ist. Die für September geplante zweite Synodalversammlung in Frankfurt am Main könne nicht wie geplant stattfinden, kündigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing (59), im Interview der "Süddeutschen Zeitung" an. 

Die Entscheidung für Regionalkonferenzen kritisiert Voderholzer. Sie verstoßen seiner Ansicht nach gegen die Satzung des "Synodalen Weges". Er fordert das Präsidium auf, die gemeinsam beschlossenen Regeln einzuhalten und satzungsgemäß vorzugehen. Eigenmächtig festgesetzte Veranstaltungen müssten abgesagt und zusätzlich vorgegebene Themen zurückgenommen werden. 

"Ich bin der Überzeugung, dass es nicht mit dem Wesen einer 'synodalen Kirche' vereinbar ist, wenn von der Spitze ausgehend, ohne allgemeine Konsultation, autoritär Alleingänge praktiziert werden, die alle anderen vor vollendete Tatsachen stellen." Die geplante Vollversammlung lasse sich problemlos als Videokonferenz durchführen.

Voderholzer gilt als entschiedener Kritiker des "Synodalen Weges", der sich unter anderem mit Fragen der katholischen Sozialmoral, dem Zölibat und der Rolle der Frau in der Kirche befassen soll.

Update, 29. Mai, 20.30 Uhr: Neustart der polnischen Liga nach der Corona-Pause

Mit einem Remis zwischen Slask Breslau und Rakow Tschenstochau hat Polens oberste Fußball-Liga nach einer 80-tägigen Corona-Pause wieder den Spielbetrieb gestartet. Die beiden Vereine der Ekstraklasa trennten sich am Freitagabend im Geisterspiel 1:1.

Vor dem Neustart mussten sich Profis und Vereinsmitarbeiter - insgesamt rund 800 Personen - einem speziellen Isolationsprotokoll unterziehen und wurden obligatorischen Coronavirus-Tests unterzogen. Die Saison war in Polen Anfang März wegen der Pandemie unterbrochen worden; spätestens Mitte Juli soll nun der Meister feststehen.

Ein Teil der Fans kann aber bald wieder in die Stadien zurückkehren. Dies werde ab dem 19. Juni ermöglicht, teilte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (51) von der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) am Freitag mit. Die Zuschauerkapazität der Stadien darf aber nur zu einem Viertel ausgenutzt werden, um ausreichende Abstände zu gewährleisten. 

Update, 29. Mai, 20.15 Uhr: Premier League: Heimspielverbot für FC Liverpool bis zum Titel?

Der FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp (52) sollen die fast sichere erste englische Fußball-Meisterschaft seit 30 Jahren nach dem Willen der Behörden nicht an der heimischen Anfield Road feiern. 

Der Tabellenführer der Premier League soll beim Liga-Neustart am 17. Juni auf neutrale Stadien ausweichen.

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Update, 29. Mai, 20 Uhr: Metropole New York könnte übernächste Woche öffnen

In der Corona-Krise könnte die Millionenmetropole New York in der zweiten Juniwoche mit ersten Lockerungen der Beschränkungen beginnen. In der kommenden Woche würden voraussichtlich alle Bedingungen dafür erfüllt, sagte Andrew Cuomo (62), Gouverneur des Bundesstaats New York, am Freitag bei seiner täglichen Pressekonferenz.

Um in die erste von vier Phasen des Lockerungsprozesses einzutreten, müssen die Regionen New Yorks sieben Bedingungen erfüllen - beispielsweise ausreichend freie Krankenhausbetten, ausreichend Tests und rückläufige Zahlen von Neuinfektionen. Alle neun anderen Regionen des Bundesstaats erfüllen diese Bedingungen bereits und haben mit Lockerungen begonnen.

Am Donnerstag habe es 152 Neuinfektionen gegeben, sagte Cuomo. 67 Menschen seien nach einer Infektion gestorben.

Andrew Cuomo (62), Gouverneur des Bundesstaats New York. (Archivbild)
Andrew Cuomo (62), Gouverneur des Bundesstaats New York. (Archivbild)  © dpa/ZUMA Wire/Sonia Moskowitz Gordon

Update, 29. Mai, 19.45 Uhr: Johnson und Trump sprechen sich für reales G7-Treffen aus

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson (55) und US-Präsident Donald Trump (73) haben sich für ein reales G7-Treffen im kommenden Monat ausgesprochen. 

Bei einem Telefongespräch hätten die beiden über die Wichtigkeit eines persönlichen Zusammentreffens der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrieländer gesprochen, teilte Downing Street am Freitag mit.

US-Präsident Donald Trump (73). (Archivbild)
US-Präsident Donald Trump (73). (Archivbild)  © dpa/AP/Evan Vucci

Update, 29. Mai, 19.20 Uhr: Mehrere Festnahmen bei Protesten russischer Opposition in Moskau

Bei Protesten russischer Oppositioneller in Moskau gegen Polizeiwillkür haben Sicherheitskräfte mehrere Menschen festgenommen. Trotz strenger Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie organisierten Menschen in der russischen Hauptstadt Mahnwachen, um Freiheit für den regierungskritischen Journalisten Ilja Asar zu fordern. Asar war selbst nach einer Mahnwache festgenommen und zu 15 Tagen Gefängnis-Arrest verurteilt worden.

Die Polizei wies darauf hin, dass die Aufenthalte auf der Straße illegal seien. Allerdings wurden auch Journalisten festgenommen, die laut Stadtverwaltung arbeiten dürfen. An der Verhaftung Asars, der wegen einer Polizeiaktion gegen einen Bürgerrechtler protestiert hatte, gibt es breite Kritik in Russland. Der Lokalpolitiker ist auch Journalist der kremlkritischen Zeitung "Nowaja Gaseta".

Menschenrechtler und Kremlgegner beklagen seit längerem ein zunehmend brutales Vorgehen russischer Sicherheitskräfte gegen Andersdenkende in Russland. In der Corona-Krise wachsen zudem die Unzufriedenheit mit der Politik und der Wirtschaftslage im Land. Weil Straßenaktionen verboten sind, verlagert sich der Protest ins Internet.

Polizisten halten Kirill Gontscharow fest, nachdem er trotz der Corona-Maßnahmen vor dem Polizeipräsidium der Stadt alleine protestiert hat.
Polizisten halten Kirill Gontscharow fest, nachdem er trotz der Corona-Maßnahmen vor dem Polizeipräsidium der Stadt alleine protestiert hat.  © dpa/AP/Pavel Golovkin

Update, 29. Mai, 18.50 Uhr: Lokal nach Corona-Infektionen in Niedersachsen geschlossen

Nach zahlreichen Infektionen mit dem Coronavirus nach der Wiedereröffnung eines Restaurants im niedersächsischen Moormerland bleibt das Lokal vorerst geschlossen. Entsprechende Medienberichte bestätigte am Freitag der Anwalt des Wirts. 

Einem Bericht der "Ostfriesenzeitung" zufolge will der Wirt den Betrieb nicht mehr alleine weiterführen, sondern innerhalb einer Gesellschaft, die gerade gegründet werde. Sobald diese notariell beurkundet sei, werde in deren Namen eine neue Genehmigung beantragt. Er rechne damit, dass das Lokal mit der Gesellschaft als Betreiber wieder öffnen werde.

Update, 29. Mai, 18.40 Uhr: Innenministerium gründet neue Abteilung für digitale Verwaltung

Mitten in der Corona-Pandemie hat das Bundesinnenministerium eine neue Abteilung "Digitale Verwaltung" ins Leben gerufen. 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmerten sich nun von einer Stelle aus um die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung, teilte das Ministerium am Freitag mit. "Es ist höchste Zeit, die Digitalisierung entscheidend voranzubringen. Das hat auch die Corona-Pandemie deutlich gezeigt", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (70, CSU).

So hätten Behörden während der Pandemie "Hunderttausende Anträge auf Kurzarbeitergeld, Soforthilfen für Unternehmen und andere Unterstützungsleistungen bearbeitet und Milliarden an Soforthilfen angewiesen", schrieb das Ministerium. "Ohne digitale Prozesse wäre dies nicht möglich gewesen."

"Krisenrelevante Leistungen" wie der Notfall-Kinderzuschlag oder Entschädigungszahlungen für Arbeitgeber seien in den letzten Wochen im Eilverfahren entwickelt und online gestellt worden. Als nächstes stehen demnach "stark nachgefragte Leistungen" wie das Arbeitslosengeld II und das Bafög auf dem Programm.

Leiten wird die neue Abteilung nach Ministeriumsangaben Ernst Bürger, der seit 1998 für das Haus tätig sei. Bürger hatte im April erklärt: "Corona zwingt uns, die Chance der Digitalisierung zu ergreifen."

Update, 29. Mai, 18.30 Uhr: Virologen-Streit zwischen Christian Drosten und Alexander Kekulé

Bislang galten Forscher in der Regel als eher zurückgenommene, sachliche Zeitgenossen. Meinungsverschiedenheiten wurden meist in Fachjournalen oder auf Konferenzen ausgetragen. Doch in der Corona-Krise ändert sich das. Debatten finden in aller Öffentlichkeit statt.

Zwei der bekanntesten Forscher, die Virologen Christian Drosten (48) und Alexander Kekulé (61), beharken sich gerade intensiv. Das könnte die Wahrnehmung von Wissenschaft verändern.

Mehr über den Streit erfahrt Ihr >> hier.

Update, 29. Mai, 18.25 Uhr: Leicester-Coach Rodgers: Im März mit Coronavirus infiziert

Brendan Rodgers (47), der Trainer des ehemaligen englischen Fußball-Meisters Leicester City, war im März nach Ausbruch der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert. Die Auswirkungen der Krankheit verglich der Coach des Premier-League-Clubs mit seinem Aufstieg auf den rund 5900 Meter hohen Kilimandscharo, Afrikas höchsten Berg. Er sei "ungefähr eine Woche" krank gewesen, nachdem die Saison am 13. März unterbrochen wurde, und später positiv auf das Virus getestet worden. Die Auswirkungen habe er drei Wochen lang gespürt.

"Das Seltsamste war, deinen Geruch und den Geschmack zu verlieren. Du verlierst deine Kraft", schilderte der 47-Jährige. "Ich hatte das Gefühl, es war so, als ich einst den Kilimandscharo bestieg. Wenn du zu einem bestimmten Punkt in der Höhe kommst, gehst du und leidest wirklich." Derzeit wird Rodgers immer noch zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet.

Brendan Rodgers (47). (Archivbild)
Brendan Rodgers (47). (Archivbild)  © dpa/PA Wire/Joe Giddens

Update, 29. Mai, 18.20 Uhr: Champions-League-Finale nicht in Istanbul

Das diesjährige Champions-League-Finale soll nach Informationen der ""New York Times" wegen der Corona-Pandemie aus Istanbul an einen anderen Ort verlegt werden. Das Blatt nannte als Quelle für den Bericht am Freitag eine nicht namentlich genannte Person, die mit dem Vorgang vertraut sei.

Ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union (UEFA) erklärte auf Anfrage der Zeitung, es werde eine Reihe von Optionen geprüft, eine Entscheidung sei bisher nicht gefallen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Ligen und Clubs erörtere Termine und Formate, damit die laufende Champions-League-Saison noch abgeschlossen werden könne. Eine Entscheidung soll nach einer für den 17. Juni geplanten Sitzung der UEFA-Exekutive fallen, die Gespräche der UEFA mit den Verantwortlichen in Istanbul sollten in der kommenden Woche abgeschlossen werden. Die türkische Metropole könnte demnach zu einem späteren Zeitpunkt zum Zuge kommen.

Update, 29. Mai, 18.10 Uhr: Spahn mahnt erneut zu Arztbesuchen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) hat die Menschen erneut dazu aufgerufen, auch während der Corona-Pandemie bei Beschwerden zum Arzt oder im Notfall ins Krankenhaus zu gehen. Die Zahl der Arztbesuche und Krankenhausbehandlungen sei drastisch zurückgegangen, sagte Spahn am Freitag bei "Bild live". Gemeinsam mit den Kassenärzten und dem Deutschen Krankenhausverband unterzeichnete der Minister dem Bericht zufolge einen entsprechenden Appell.

"Viele Patientinnen und Patienten haben offenbar Angst, sich anzustecken", sagte Spahn. Die Angst sei unbegründet: "Praxen und Krankenhäuser haben sich auf die Corona-Patienten eingestellt. Patienten mit Covid-19-Symptomen werden strikt von anderen Patienten getrennt. Ärzte und Pflegekräfte halten professionelle Sicherheitsauflagen ein, schützen sich und ihre Patienten."

Update, 29. Mai, 18 Uhr: Auch Virologe Streeck erhielt Drohschreiben

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck (42) hat offenbar das gleiche Drohschreiben erhalten wie bereits sein Kollege Christian Drosten (48), SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (57) und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU). (TAG24 berichtete)

"Ich habe auch Flüssigkeiten geschickt bekommen, auf denen stand, dass ich sie doch trinken solle, damit ich immun werde", sagte Streeck der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

"Ich habe das jetzt nicht als Morddrohung verstanden. Ich habe das einem Kollegen gegeben und ihn gebeten, das Päckchen unter Überdruck zu zerstören. Dann war die Sache für mich auch erledigt." 

Bei dem Hass gegen ihn und andere Experten gehe es letzten Endes um Angst, sagte Streeck. "Die einen haben Angst vor dem Virus, die anderen vor dem Verlust der Existenz. Das kann noch sehr viel emotionaler werden. Da müssen wir wirklich aufpassen."

Virologe Hendrik Streeck (42). (Archivbild)
Virologe Hendrik Streeck (42). (Archivbild)  © dpa/Federico Gambarini

Update, 29. Mai, 17.50 Uhr: Angst vor Corona: Zusätzliche Ersatzcrew für Flug zur Raumstation ISS

Aus Angst vor einem Ausbruch von Corona unter den den Raumfahrern halten die Russen für den nächsten Start im Oktober erstmals auch eine dritte Besatzung für den Notfall vor. Für den Flug zur Raumstation ISS gebe es nun eine zusätzliche Ersatzcrew, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Freitag in Moskau mit. Normalerweise wird für je einen Raumfahrer ein zweiter vorgehalten, der etwa im Krankheitsfall auch kurzfristig einspringen kann.

In die zusätzliche Ersatzmannschaft hat Roskomos zwei Kosmonauten berufen. Die Sojus-Trägerrakete soll in gut fünf Monaten vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben. Als Hauptmannschaft sind die Kosmonauten Sergej Ryschikow (45) und Sergej Kud-Swertschkow (36) und die US-Astronautin Kathleen Rubins (41) vorgesehen.

Bereits beim Start im April gab es strenge Sicherheitsvorkehrungen. Die Raumfahrer waren zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne. Zwei Wochen nach dem Flug hatte Roskosmos mitgeteilt, dass die Mannschaft nach wie vor gesund sei.

Die Internationale Raumstation (ISS).
Die Internationale Raumstation (ISS).  © dpa/NASA

Update, 29. Mai, 17.30 Uhr: Bremer SPD und CDU mahnen in Brief an Merkel Hilfen für Kommunen an

Die Bremer SPD wirbt gemeinsam mit der oppositionellen CDU in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (61, SPD) für eine finanzielle Entlastung der Kommunen in der Corona-Krise. 

Wenn Städte und Gemeinden in dieser Krise nicht mehr investieren könnten, werde die Wirtschaft mit Sicherheit nicht mehr anspringen, warnten die Landeschefs beider Parteien, Carsten Meyer-Heder (59, CDU) und Sascha Karolin Aulepp (49, SPD), am Freitag in dem zweiseitigen Schreiben. "Einsparungen in dieser Zeit würden außerdem ein falsches Signal senden und eine zusätzliche Abwärtsspirale in Gang setzen."

Eine Entlastung der Kommunen von den "Corona-Folgen" sei genauso sinnvoll und zwingend wie ein umfangreiches Konjunkturprogramm, das sich konsequent an Innovation, Bildung, Forschung und Klimaschutz orientiere. Notwendig sei eine mehrheitsfähige Altschuldenregelung. Jetzt sei keine Zeit für parteipolitisches Taktieren, hieß es.

Update, 29. Mai, 17.28 Uhr: Pariser Gastronomen sind trotz Wiedereröffnung besorgt

In die Freude über die Wiedereröffnung der Restaurants und Cafés mischt sich bei den Gastronomen im Großraum Paris auch Enttäuschung und Sorge. Man habe sich gewünscht, wie die Restaurants im Rest des Landes, wieder die kompletten Läden öffnen zu dürfen, sagte Pascal Mousset, Präsident der unabhängigen Hotel- und Gastgewerbevereinigung im Großraum Paris, dem Sender Franceinfo am Freitag. 

Ab dem 2. Juni dürfen in ganz Frankreich die Restaurants wieder öffnen. In der vom Coronavirus allerdings schwer getroffenen Region Paris dürfen Gäste zunächst nur auf den Terrassen essen und trinken.

"In Paris gibt es viele Einrichtungen, die keine Terrassen haben, die Bürgersteige haben, die sehr klein sind, und von dieser Maßnahme nicht profitieren können", sagte Mousset. Man hoffe nun, dass in der kommenden Woche das Wetter gut sein werde. 

Update, 29. Mai, 17.20 Uhr: Louvre in Paris soll ab 6. Juli wieder öffnen

Der Pariser Louvre soll nach der Corona-Zwangspause ab 6. Juli, einem Montag, wieder zu besichtigen sein. Man arbeite an der Wiedereröffnung des Museums, verkündete die Einrichtung am Freitag. Man hoffe, dass die Franzosen, bald auch die Europäer und alle Besucher den Weg zurück ins Museum finden, erklärte der Louvre-Direktor Jean-Luc Martinez (56). Ästhetische Erfahrungen und Begegnungen seien wichtig, so der Kunsthistoriker.

Der Louvre in Paris gehört zu den meistbesuchten Museen der Welt. Die Wiedereröffnung unterliegt strengen Sicherheitsvorkehrungen, zu denen auch das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes gehört. 

Blick auf den Louvre. (Archivbild)
Blick auf den Louvre. (Archivbild)  © dpa/AFP/Christophe Archambault

Update, 29. Mai, 17.11 Uhr: Regierung baut Förderung für Herstellung von Schutzmasken aus

Das Bundeswirtschaftsministerium will die Produktion von Schutzmasken in Deutschland ankurbeln. Mit einer neuen Förderung sollen Investitionen in Anlagen zur Herstellung von Spezialmasken gefördert werden, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. 

"So stärken wir die europäische Unabhängigkeit von Lieferengpässen, tragen zur erfolgreichen Bekämpfung von Pandemien bei und sichern gleichzeitig Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland", sagte Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (61, CDU) laut Mitteilung vom Freitag. 

Ziel sei es, besonders innovative Anlagen und Produkte zu fördern. Unternehmen können die Hilfe ab dem 1. Juni beantragen und bis zu 50 Prozent Förderung für die Anschaffung von Anlagen und Komponenten sowie eigene Entwicklungsarbeiten bekommen.

Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (61, CDU). (Archivbild)
Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (61, CDU). (Archivbild)  © dpa/AP POOL/Markus Schreiber

Update, 29. Mai, 17 Uhr: "Apturi Covid": Lettland startet Corona-Warn-App

Lettland hat am Freitag eine Corona-Warn-App eingeführt. Mit Hilfe der staatlichen Anwendung "Apturi Covid" (Stop Covid) sollen Infektionsketten besser nachvollzogen werden können. Die Nutzung der von der nationalen Gesundheitsbehörde herausgegebenen App ist freiwillig und wird zunächst nur in dem Baltenstaat mit knapp 2 Millionen Einwohnern funktionieren. 

"Wir müssen lernen, klug mit Covid-19 zu leben", sagte Regierungschef Krisjanis Karins (55) bei einer Online-Präsentation der App in Riga. Die Anwendung könne dabei helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Alle Daten werden den Angaben zufolge verschlüsselt und für 14 Tage direkt auf dem Telefon gespeichert, bevor sie automatisch gelöscht werden - sie sind für dessen Besitzer oder andere Benutzer der App nicht zugänglich. Darauf zugegriffen werde nur, wenn ein neuer Infektionsfall erkannt wird. Dazu muss die infizierte Person in ihrem Telefon einen Code eingeben, den sie von der Gesundheitsbehörde erhält. Die App informiert dann alle Benutzer, mit denen der Infizierte in Kontakt stand - ohne dessen Identität preiszugeben.

Zu den ersten Nutzern gehörte Staatspräsident Egils Levits (64). In einem Video, das ihn bei der Installation der App auf seinem Smartphone zeigt, rief er seine Landsleute dazu auf, die Anwendung zu nutzen. Kommentatoren in lettischen Medien dagegen zeigten sich skeptisch, ob die App der Gesundheit und Freiheit lettischer Bürger zu Gute kommt.

Update, 29. Mai, 16.45 Uhr: Brinkhaus fordert schnelle Öffnung von Schulen und Kitas

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus (51) hat sich für eine rasche Rückkehr zum Normalbetrieb in Schulen, Kitas und Kindergärten ausgesprochen. Deren Schließung vergrößere Unterschiede zwischen Kindern aus bildungsnahen und bildungsfernen Familien, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch die Belastung für die Familien sei problematisch. 

"Deshalb müssen wir schnell wieder zu einem normalen Schulalltag und Regelbetreuung in Kitas und Kindergärten kommen", sagte Brinkhaus. Damit die Gesundheit von Kindern und Betreuern sichergestellt werden könne, müssten lokale Gesundheitsbehörden weiter gestärkt werden.

Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus (51). (Archivbild)
Unions-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus (51). (Archivbild)  © dpa/Michael Kappeler

Update, 29. Mai, 16.40 Uhr: Studie mit Chloroquin gegen Covid-19 unterbrochen

Das Tübinger Institut für Tropenmedizin unterbricht seine Studie mit dem Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen.

Wie Institutsdirektor Peter Kremsner (59) am Freitag mitteilte, soll bis zu zwei Wochen ausgesetzt werden, weil es Berichte über schwere Nebenwirkungen des Malaria-Mittels gegeben hat.

In dieser Zeit solle ein unabhängiges Sicherheitsgremium die ersten Ergebnisse zur Patientensicherheit anschauen. Danach solle eine Entscheidung fallen, ob die Studie fortgesetzt werde.

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Update, 29. Mai, 16.34 Uhr: Orsay-Museum in Paris ab 23. Juni wieder offen

Das Pariser Orsay-Museum in einem früheren Bahnhof mit Werken von Meistern des Impressionismus und Post-Impressionismus soll nach der coronavirusbedingten Schließung ab 23. Juni wieder zugänglich sein. Die Orangerie mit den berühmten Seerosenbildern von Claude Monet, die seit 2010 der Leitung des Musée d’Orsay untersteht, öffnet einen Tag früher (22.6.). 

Wie die Einrichtung am Freitag mitteilte, erfolgt der Besuch nur mit vorheriger Online-Reservierung, die ab 8. Juni möglich ist. Das Tragen einer Schutzmaske ist obligatorisch. Die Wiedereröffnung findet im Zuge der von Frankreichs Premierminister Édouard Philippe (49) am Donnerstag verkündeten Corona-Lockerungen statt.

Update, 29. Mai, 16.30 Uhr: Mitten in Corona-Krise: Spanien führt "Grundeinkommen" ein

In Spanien wird es für arme Familien erstmals ein monatliches "Grundeinkommen" geben. Das beschloss die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez (48) am Freitag unter dem Eindruck wachsender sozialer Not durch die Corona-Krise. Allerdings war das Vorhaben bereits Teil der Koalitionsvereinbarungen zwischen dem sozialistischen Regierungschef und seinem Partner Pablo Iglesias (41) vom Linksbündnis Unidas Podemos.

"Heute ist ein historischer Tag für unsere Demokratie, an dem ein neues soziales Recht entsteht", sagte Iglesias im Fernsehen. Die neue Regelung gilt vom 1. Juni an. Die Regierung geht davon aus, dass insgesamt 850.000 Haushalte Anspruch auf die staatlichen Hilfen haben werden. Das entspricht etwa 2,3 Millionen der etwa 50 Millionen Einwohner Spaniens, davon 30 Prozent Kinder und Jugendliche. Etwa 16 Prozent sind Alleinerziehende - zu 90 Prozent Frauen.

Die Hilfen betragen monatlich zwischen 460 und 1000 Euro, je nach Zusammensetzung und Größe des Haushalts. Anspruchsberechtigt sind in der Regel Personen zwischen 23 und 65 Jahren, die seit mindestens drei Jahren einen selbstständigen Haushalt führen, mindestens ein Jahr sozialversicherungspflichtig waren und deren Einkommen pro Person im Haushalt unter 230 Euro im Monat liegt. Die Kosten werden auf jährlich mindestens drei Milliarden Euro geschätzt.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez (48). (Archivbild)
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez (48). (Archivbild)  © dpa/Europa Press/Moncloa

Update, 29. Mai, 16.19 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Bremerhavener Freikiche mehr als verdoppelt

Im Umfeld einer freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven haben sich mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt als bisher bekannt. 

Mindestens 44 Gläubige seien positiv getestet worden, berichtete die "Nordsee-Zeitung". Zwei der Infizierten seien im Krankenhaus, beide müssten nicht beatmet werden. Mehr als 100 Gemeindemitglieder seien in Quarantäne. 

Der Bremerhavener Krisenstab geht davon aus, dass sich die Betroffenen in Gottesdiensten angesteckt haben. Ein Sprecher der Stadt Bremerhaven sagte, die freikirchliche Gemeinde habe mitgeteilt, sich an alle Hygieneauflagen gehalten zu haben.

Update, 29. Mai, 16.03 Uhr: EU zahlt neue Finanzhilfen an Ukraine aus

Die Europäische Union zahlt weitere 500 Millionen Euro Finanzhilfe an die Ukraine aus. Wie die EU-Kommission am Freitag mitteilte, soll das Land zudem 1,2 Milliarden Euro Soforthilfe zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie erhalten. Zu den Bedingungen für das neue 500-Millionen-Euro-Darlehen gehören Fortschritte bei der Bekämpfung von Korruption und Geldwäsche sowie Reformen in der öffentlichen Finanzverwaltung.

Mit der neuen Auszahlung erhöht sich der Betrag, den die EU der Ukraine seit 2014 in Form von sogenannten Makrofinanzhilfen (MFA) zur Verfügung gestellt hat, auf 3,8 Milliarden Euro. Dies ist der höchste MFA-Betrag, den die EU einem einzelnen Partnerland bereitgestellt hat. Mit dem Geld soll der Reformkurs unterstützt werden. Die Ukraine leidet noch immer stark unter dem Konflikt mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes.

Update, 29. Mai, 15.58 Uhr: Wegen Corona gestopptes Wiener Riesenrad dreht sich wieder

Ein Wahrzeichen von Wien, das Riesenrad im Prater, dreht sich wieder. Es war wegen der Corona-Pandemie erstmals seit mehr als 70 Jahren gestoppt worden. Bürgermeister Michael Ludwig (59) drückte am Freitag den Startknopf. Gäste aus Deutschland und anderen Nachbarländern können ab 15. Juni wieder nach Wien reisen. Geschäfte, Lokale und Museen sind bereits seit einigen Tagen wieder auf.

Blick vom Riesenrad über den Wiener Prater.
Blick vom Riesenrad über den Wiener Prater.  © dpa/APA/Robert Jaeger

Update, 29. Mai, 15.56 Uhr: Sport1 zeigt sechs Partien vom Finalturnier der Basketballer live

Der Fernsehsender Sport1 zeigt sechs Partien des Final-Turniers der Basketball-Bundesliga live. Das teilte der frei zu empfangende Sender am Freitag mit. Den Auftakt macht die Partie zwischen den MHP Riesen Ludwigsburg und Brose Bamberg am 11. Juni um 20.15 Uhr. Auch die Entscheidung um die deutsche Meisterschaft wird live bei Sport1 zu sehen sein. Am 28. Juni überträgt der Sender um 15 Uhr das Final-Rückspiel aus dem Münchner Audi Dome. 

Alle 35 Spiele des Zehner-Turniers sind für Kunden live bei MagentaSport der Telekom zu sehen.

Die Basketball-Bundesliga setzt ihre wegen der Coronavirus-Pandemie seit Mitte März unterbrochene Saison am 28. Juni mit einem Finalturnier mit zehn Clubs fort. Gespielt wird ohne Zuschauer in zwei Gruppen mit je fünf Teams. Danach geht es in den Playoffs weiter.

Update, 29. Mai, 15.50 Uhr: Nationalbibliothek in Wien schickt Bücher in Corona-Quarantäne

Die österreichische Nationalbibliothek in Wien öffnet am Tag nach Pfingsten wieder ihre Lesesäle. Dort gelesene oder ausgeliehene Bücher kommen nach Gebrauch für mindestens 24 Stunden in die Corona-Quarantäne in einen geschlossenen Raum. 

"Zeit ist für Papiere oder Einbände ein hervorragendes Desinfektionsmittel und aus konservatorischer Sicht chemischen Behandlungen vorzuziehen", teilte die Bibliothek an Freitag mit. 

Update, 29. Mai, 15.45 Uhr: Große Unterstützung für europäisches Kurzarbeitergeld

Die geplanten EU-Kredite für Kurzarbeitergeld in Europa stoßen im Bundestag auf breite Unterstützung. Neben der großen Koalition signalisierten am Freitag bei der ersten Lesung auch FDP, Linke und Grüne ihre Unterstützung für das Vorhaben. 

"Das Kurzarbeitergeld ist ein Beispiel für europäische Sozialpolitik wie sie sein sollte", erklärte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Johannes Vogel (38). Nur die AfD warnte vor einem "Weg in die Schuldenunion" zulasten der deutschen Steuerzahler.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (61, SPD) betonte in der Debatte, die Herausforderungen der Corona-Pandemie seien nicht allein national zu lösen. Solidarität und gemeinsames europäisches Handeln seien deshalb "das Gebot der Stunde".

Sprecher der FDP-Fraktion, Johannes Vogel (38). (Archivbild)
Sprecher der FDP-Fraktion, Johannes Vogel (38). (Archivbild)  © dpa/dpa-zentralbild/Britta Pedersen

Update, 29. Mai, 15.42 Uhr: Auch in Spaniens Fußball Stadionatmosphäre aus der Konserve

Ähnlich wie in Deutschland sollen in Corona-Zeiten auch die fußballbegeisterten Spanier die Möglichkeit erhalten, sich die im Fernsehen übertragenen Geisterspiele mit Stadionatmosphäre aufzuhübschen. 

"Wir wollen, dass der Zuschauer zwischen zwei Varianten wählen kann: dem realen Bild und einem, bei dem es virtuell Ton und Zuschauer gibt", zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press am Freitag den La-Liga-Präsidenten Javier Tebas (57). "Das ist in Deutschland sehr erfolgreich", betonte er. Man sei noch in der Erprobungsphase, aber was er bisher gesehen habe, sei sehr gut.

Update, 29. Mai. 15.29 Uhr: Zulassung von Remdesivir als Mittel gegen Covid-19 verzögert sich

Die Zulassung des Mittels Remdesivir gegen Covid-19 auf dem europäischen Markt verzögert sich. Das Pharmaunternehmen Gilead habe bisher noch keinen Zulassungsantrag gestellt, teilte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA am Freitag in Amsterdam mit. 

Damit werde aber in Kürze gerechnet. Je nach Qualität der vorliegenden Daten sollte dann schnell eine Entscheidung fallen. Die EMA hatte zunächst mit einer Entscheidung bis Ende Mai gerechnet.

Die USA hatten bereits Anfang Mai eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelten Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt. Auch in Deutschland ist das Mittel innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet.

Eine internationale Studie mit über 1000 Teilnehmern hatte gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Update, 29. Mai, 15.20 Uhr: VfB-Trainer zu Jubel ohne Körperkontakt: "Im Instinktmodus"

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (42) findet es schwierig, der Abstandsempfehlung zu entsprechen und einen körpernahen Torjubel zu vermeiden. "Also bei mir war es unmöglich. In diesem Moment ist man im Instinktmodus", sagte der Coach des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart am Freitag.

Wie zuvor in anderen Partien hatte es beim Jubel der Stuttgarter über das 3:2 am Donnerstagabend im Zweitliga-Spitzenspiel gegen den Hamburger SV engen Körperkontakt gegeben. "Es war ein emotionaler Moment, man möchte das genießen mit der Herzlichkeit, die dazu gehört. Deswegen gab es die ein oder andere Umarmung", sagte Matarazzo. Man habe in einem solchen Moment die Empfehlung nicht mehr im Kopf.

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (42). (Archivbild)
VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (42). (Archivbild)  © dpa/Pool/Getty Images Europe/Matthias Hangst

Update, 29. Mai, 15.18 Uhr: Betreiber des Berliner Kinos "Colosseum" meldet Insolvenz an

Die Betreibergesellschaft des Berliner Kinos "Colosseum" hat Insolvenz angemeldet. Ein entsprechender Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wurde am Amtsgericht Charlottenburg gestellt. Wegen des Coronavirus habe das "Colosseum" seinen Betrieb wie alle anderen deutschen Kinos im März einstellen müssen, ließ der vorläufige Insolvenzverwalter Sebastian Laboga am Freitag mitteilen.

Der über zwei Monate andauernde Umsatzausfall habe schließlich zum Insolvenzantrag des Unternehmens geführt, teilte Laboga mit. Er mache sich derzeit in Gesprächen mit der Geschäftsführung ein Bild der Lage. 

Update, 29. Mai, 15.15 Uhr: Erste Veranstalter verlängern Stopp für Flugreisen

Angesichts der Ungewissheit über die Aufhebung der Reisewarnung haben erste Veranstalter den Stopp von Flugreisen verlängert. Schausinsland-Reisen sagte am Freitag alle Flugreisen bis 26. Juni ab. 

Bislang habe die Bundesregierung offen gelassen, ob, für welche Länder und unter welchen konkreten Bedingungen die weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni 2020 aufgehoben werden könne, erläuterte der Veranstalter am Freitag. Zudem gebe es in einigen Zielgebieten noch behördliche Einschränkungen oder Sperrung von relevanten Flugverbindungen. Die Reisen würden storniert. Kunden haben die Wahl zwischen Gutschein und Rückerstattung des Geldes. Zuvor hatte bereits Alltours alle Flugreisen bis einschließlich 25. Juni gecancelt.

Die Bundesregierung bereitet derzeit ein Ende der weltweiten Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten vor, wenn die Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Bedenken gegen eine zu schnelle Entscheidung waren vor allem aus Bayern laut geworden.

Update, 29. Mai, 15 Uhr: Lufthansa plant Rückholflug für in Südafrika festsitzende Europäer

Die Lufthansa plant einen weiteren Rückholflug für Deutsche und andere Europäer, die in Südafrika festsitzen. Das bestätigte der zuständige Lufthansa-Regionalmanager André Schulz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Johannesburg. Flug LH577 soll am 8. Juni von der Touristenmetropole Kapstadt aus nach Frankfurt am Main fliegen, sofern die Behörden ihr grünes Licht geben.

Zwar hatte das Auswärtige Amt im März eine beispiellose Rückholaktion für die wegen der Corona-Pandemie im Ausland gestrandeten Deutschen gestartet. Rund 240.000 Menschen wurden nach Hause geflogen. Viele weitere blieben aber zurück - darunter Rentner und Langzeit-Urlauber, die regelmäßig im Sommer der Südhalbkugel am Kap überwintern. Nach inoffiziellen Angaben handelt es sich um mehrere hundert Deutsche.

Update, 29. Mai, 14.52 Uhr: Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit für Gesetz zur Corona-App

Die Bundesregierung will die Einführung der geplanten Corona-Warn-App des Bundes nicht durch ein spezielles Gesetz begleiten. Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor, über die der "Spiegel" am Freitag berichtete. 

Sie erachte ein solches Gesetz für "nicht notwendig", heißt es in der Antwort der Bundesregierung. "Da es sich um eine freiwillige App handelt, die Menschen warnen kann und so dabei hilft, dass sich Bürgerinnen und Bürger frühzeitig testen lassen, wird in Grundrechte gerade nicht eingegriffen." Ohne einen solchen Eingriff bedürfe es auch keiner gesetzlichen Regelung. Das Robert Koch-Institut müsse als Herausgeber der Tracing-App "selbstverständlich (...) geltendes Recht einhalten".

Der Verzicht auf ein spezielles App-Gesetz stieß bei den Grünen und Linken auf Kritik. Ein solches Gesetz solle den Missbrauch der App ausschließen, ihren Einsatz befristen und so ihre Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz (49), in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel". Die Antwort der Bundesregierung überzeuge ihn "überhaupt nicht", sagte von Notz. Es gehe nun darum, "massiv verloren gegangenes Vertrauen" wiederherzustellen.

Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz (49). (Archivbild)
Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz (49). (Archivbild)  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 29. Mai, 14.48 Uhr: Lauda-Airline kann Mitarbeitern in Deutschland Gehalt nicht auszahlen

Die mehr als 200 Piloten und Flugbegleiter der österreichischen Airline Laudamotion an den deutschen Standorten in Stuttgart und Düsseldorf müssen weiter um ihr Mai-Gehalt bangen. Die Ryanair-Tochter teilte den Mitarbeitern in einem Brief mit, man habe nicht die nötigen Mittel. Man hoffe, das Mai-Gehalt so schnell wie möglich im Juni auszahlen zu können. Das Schreiben vom Donnerstag liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Das Unternehmen habe in den vergangenen zwei Jahren etwa 200 Millionen Euro verloren und seit dem 17. März wegen der Corona-Pandemie keine Passagiere mehr verzeichnen können. Das Unternehmen kritisierte die Bundesagentur für Arbeit Würzburg, die einen Antrag auf Kurzarbeit abgelehnt habe. Eine Lauda-Sprecherin sagte, man habe dagegen Rechtsmittel eingelegt.

Die größte Lauda-Basis in Wien wird laut dem Unternehmen am Freitag geschlossen. Auch im zweiten Anlauf scheiterten die Verhandlungen zwischen der Airline und der Gewerkschaft vida. Die Gewerkschaft weigerte sich, einen neuen Tarifvertrag zu unterschreiben, der aufgrund der Corona-Krise Gehaltseinbußen für das Bordpersonal vorsah.

Die Fluggesellschaft beteuerte dagegen bis zuletzt, dass ein Großteil der Mitarbeiter den Kürzungen bereits zugestimmt hätte, lediglich die Gewerkschaft habe sich quergestellt. Von der Schließung der Wiener Basis betroffen sind 300 Piloten und Flugbegleiter. Inklusive Leiharbeitsfirmen geht es dort um mehr als 500 Arbeitsplätze.

Update, 29. Mai, 14.45 Uhr: Chile verteilt Zehntausende Lebensmittelpakete

Angesichts der Corona-Krise hat die Regierung in Chile Zehntausende Lebensmittelpakete an Bedürftige verteilt. Insgesamt seien mehr als 126.000 Pakete mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneprodukten ausgegeben worden, sagte Regierungssprecherin Karla Rubilar (43) am Donnerstagabend (Ortszeit). 

In ländlichen Gebieten brachten berittene Soldaten die Pakete zu abgelegenen Höfen. Die meisten Pakete wurden allerdings im Ballungsraum rund um die Hauptstadt Santiago de Chile verteilt. Insgesamt will die konservative Regierung von Präsident Sebastián Piñera (70) 2,5 Millionen Pakete unter die Bevölkerung bringen.

Update, 29. Mai, 14.40 Uhr: Dänemark öffnet Grenzen für deutsche Touristen

Dänemark öffnet seine in der Corona-Krise geschlossenen Grenzen ab dem 15. Juni wieder für Touristen aus Deutschland, Norwegen und Island. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (42) am Freitag in Kopenhagen bekannt.

Frederiksen hatte bereits angekündigt, dass die Regierung spätestens am 29. Mai einen Plan "für eine kontrollierte und schrittweise Wiedereröffnung des Sommertourismus" präsentieren wolle. Wer als Deutscher ein Sommerhaus in Dänemark besitzt oder seinen Partner in dem Land besuchen will, darf bereits wieder einreisen.

Update, 29. Mai, 14.30 Uhr: Österreich schafft Maskenpflicht am 15. Juni ab

Wie der österreichische Kurier am Freitag mitteilte, soll die Maskenpflicht in Österreich am 15. Juni zu großen Teilen abgeschafft werden. 

Laut Kanzler Kurz (33) würden die niedrigen Neuansteckungen in Österreich diese Entscheidung rechtfertigen: "Wir können daher in die nächste Phase eintreten: Weniger Regeln, mehr Eigenverantwortung", so Kurz. Und weiter: "Wir können Schritt für Schritt die Maske ein Stück weit ablegen." 

Ganz ohne Maske geht es aber noch nicht.  In öffentlichen Verkehrsmitteln, im Gesundheitsbereich, Apotheken und bei Dienstleistungen, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, muss die Maske weiterhin getragen werden. getragen werden. 

"Wir empfehlen auch dringend, den Mund-Nasen-Schutz nach wie vor dort zu verwenden (...) wo der Mindeststandard nicht eingehalten werden kann." 

Mehr dazu erfahrt Ihr >> hier.

Sebastian Kurz (33), Bundeskanzler von Österreich. (Archivbild)
Sebastian Kurz (33), Bundeskanzler von Österreich. (Archivbild)  © dpa/APA/Hans Punz

Update, 29. Mai, 14.25: Protest gegen DFB: Münster-Präsident boykottiert Drittliga-Spiele

Der Präsident des Fußball-Drittligisten Preußen Münster wird aus Protest gegen den seiner meiner Meinung nach falschen Neustart in der 3. Fußball-Liga die verbleibenden Saisonspiele boykottieren. "Ich werde keines der Geisterspiele besuchen", kündigte Christoph Strässer (70) in einem Interview auf der Vereins-Homepage an. Er tue dies, "um meine Haltung in dieser Situation und gegen die Allmacht des DFB zum Ausdruck zu bringen".

Der Aufsichtsrat und Beirat werde, "um unsere Haltung zu den Geisterspielen auch symbolisch zu untermauern" mit Blick auf das Gründungsjahr die ersten 19,06 Minuten nicht auf der Tribüne sitzen.

Der Neustart sei "aus Gründen des Gesundheitsschutzes, der unverhältnismäßig hohen wirtschaftlichen Kosten und der Wettbewerbsverzerrung" falsch, bekräftigte Strässer: "Aber der DFB hat mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln eine Entscheidung herbeigeführt – dem fügen wir uns, weil wir keine andere Wahl haben, nicht weil wir davon überzeugt sind."

Update, 29. Mai, 14.19 Uhr: Eintracht-Coach Adi Hütter: Torjubel "immer noch im Rahmen"

Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter (50) will die körpernahen Jubelszenen in den Geisterspielen der Fußball-Bundesliga nicht verurteilen. "Ich finde das alles immer noch im Rahmen. Man sollte da nicht zu kritisch sein. Man muss sich nicht in den Armen liegen, aber wenn man sich freut, finde ich das legitim", sagte der Österreicher am Freitag. Entgegen den Empfehlungen der Deutschen Fußball Liga hat es zuletzt immer wieder Spieler gegeben, die sich nach einem Tor umarmen.

Die DFL empfiehlt nur Ellbogen- oder Fußkontakt. Immer häufiger jedoch gibt es beim Jubel engen Torkontakt. Dies geschah auch beim Zweitliga-Spitzenspiel VfB Stuttgart gegen Hamburger SV am Donnerstagabend, als die Schwaben einen späten 3:2-Sieg feierten. Nach Meinung von Chefcoach Alfred Schreuder (47) von der TSG 1899 Hoffenheim versucht "jeder, sich daran zu halten. Und wenn es anders passiert, sollte man die Jungs darauf ansprechen."

DFL-Boss Christian Seifert (51) hatte vergangene Woche gemahnt: "Was wir jetzt nicht brauchen, sind die ersten Stimmen aus der Liga nach dem Motto: Ach, da darf man nicht spießig sein, da muss man doch mal drüber hinwegsehen." Er forderte mit Nachdruck: "Ich gehe davon aus, dass sich am nächsten Wochenende alle an die Empfehlung halten, auf die Nähe beim Jubeln zu verzichten."

intracht Frankfurts Trainer Adi Hütter (50). (Archivbild)
intracht Frankfurts Trainer Adi Hütter (50). (Archivbild)  © DPA/Arne Dedert

Update, 29. Mai, 14.16 Uhr: Renault bekennt sich trotz Sparkurs zu Formel 1

Der französische Autobauer Renault will trotz eines harten Sparkurses sein Engagement in der Formel 1 fortsetzen. Das gab Interimschefin Clotilde Delbos am Freitag bekannt. Ausschlaggebend waren auch die neuen finanziellen Rahmenbedingungen in der Königsklasse des Motorsports, die künftig die Ausgaben der Rennställe begrenzen. Ab 2021 sind die Ausgaben pro Saison zunächst auf 145 Millionen US-Dollar (rund 131 Millionen Euro) gedeckelt.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zwingen Renault in den kommenden drei Jahren dazu, seine Fixkosten um zwei Milliarden Euro zu senken. Damit verbunden ist der Abbau von rund 15.000 Stellen weltweit. Zuletzt hatte es viele Spekulationen gegeben, dass dem Werksteam das schnelle Aus in der Formel 1 drohen könnte. Diese wurden nun beendet. "Wir hatten es bereits öffentlich gesagt, und wir können bestätigen, dass wir der Formel 1 treu bleiben", sagte Delbos.

Update, 29. Mai, 14.12 Uhr: Südafrikas Tabakindustrie macht mobil gegen Corona-Beschränkungen

Südafrikas Tabakindustrie geht gerichtlich gegen einen landesweit verordneten Tabak-Bann vor. In einer Erklärung teilt der Tabakkonzern British American Tobacco South Africa (BATSA) am Freitag mit, er habe entsprechende Schritte eingeleitet; unterstützt werde er von Tabakfarmern, Verbrauchern und Geschäftsleuten sowie der Japan Tobacco International (JTI). "Der fortwährende Bann für den legalen Tabakverkauf bedroht das Überleben des Tabaksektors", betonte der zuständige BATSA-Manager Johnny Moloto.

Im Kampf gegen das Coronavirus hatte Südafrikas Regierung Ende März eine der weltweit strengsten Ausgangssperren verhängt, die auch einen Alkohol- und Tabak-Bann vorsieht. Ab dem 1. Juni soll sie gelockert werden. Während der Alkoholverkauf wieder gestattet wird, bleibt der von Tabak verboten. Die zuständige Ministerin begründete das damit, dass Raucher für Komplikationen durch Covid-19 gefährdeter seien.

Update, 29. Mai, 14 Uhr: 13 Mitarbeiter von Fleischbetrieben positiv auf Corona getestet

Bei einer Reihenuntersuchung von 1800 Beschäftigten in Fleischbetrieben in Satrup und Böklund (Kreis Schleswig-Flensburg) sind bislang 13 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Diese Zahl teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit. In den Betrieben waren die ersten Fälle in der vergangenen Woche bekannt geworden.

Landrat Wolfgang Buschmann lobte die gute Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsamt und den Betrieben bei einer "logistischen Mammutaufgabe, die im Übrigen die größte Abstrichaktion in Schleswig-Holstein gewesen ist".

Update, 29. Mai, 13.50 Uhr: Gauck: Keine Corona-Furcht - ältere Deutsche kennen größere Ängste

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck (80) hat nach eigenen Worten keine Angst vor Covid-19. Im Gespräch mit "Zeit-Magazin"-Chefredakteur Christoph Amend zu Corona und der Angst vieler Menschen vor der Krankheit sagte der Ex-Präsident: "Bei uns älteren Deutschen, die wir andere Krisen mit größerem Bedrohungspotenzial erlebt haben, geht es vielfach nicht so tief." Das von 2012 bis 2017 amtierende Staatsoberhaupt sagte: "Diese Urangst, die bei vielen da anscheinend existiert, ist mir fremd." Er sehe aber die Gefahren und auch, "dass viele Menschen damit Probleme haben, mit sich alleine zu sein".

Update, 29. Mai, 13.40 Uhr: Bonds-Coach Koeman erleidet nach verschobenem Kontrolltermin wegen Coronakrise einen Herzinfarkt

Der niederländische Fußball-Nationaltrainer Ronald Koeman ist indirekt ein Opfer der Corona-Pandemie geworden. Einige Wochen vor seinem Herzinfarkt war ein Termin mit dem Kardiologen wegen der Corona-Krise verschoben worden, sagte Koeman am Donnerstagabend in einer Talkshow des niederländischen TV-Senders Rtl. "Das hatte Folgen."

Koeman hatte nach eigenen Angaben für den 19. März einen Termin bei einem Arzt zur Vorsorge gemacht. Dieser Termin war auf Anfang Juni verschoben worden. Am 3. Mai musste der 57-Jährige nach einem Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht werden. Er wurde erfolgreich mit einem Herzkatheter behandelt. "Jetzt frage ich mich, wie viele Menschen jetzt nicht mehr am Leben sind, bei denen auch so ein Termin verschoben wurde", sagte Koeman in der TV-Show.

Der Bondscoach schilderte erstmals ausführlich öffentlich den Vorfall. Er hatte sich nach einer Runde auf dem Fahrrad nicht wohlgefühlt. "Vielleicht war ich etwas zu weit gefahren, 96 Kilometer. Ich kam kaputt nach Hause, hatte Schmerzen auf der Brust, wurde ganz weiß und fing an zu schwitzen", sagte er. Kurze Zeit später sei er bereits im Krankenhaus behandelt worden. Der Eingriff sei gut verlaufen. "Ich fühle mich wieder gut."

Bonds-Coach Ronald Koeman.
Bonds-Coach Ronald Koeman.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Mai, 13.30 Uhr: "Mein Schiff 3" verlässt Cuxhaven - 1900 Crew-Mitglieder kehren heim

Nach einem Monat in Cuxhaven wird das Tui-Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" auf der Nordsee zwischengeparkt. Das Schiff sollte am Freitag von Vertretern der Stadt und des Landkreises verabschiedet werden und abends ablegen, wie eine Sprecherin von Tui Cruises in Hamburg sagte.

Die "Mein Schiff 3" war Ende April von den Kanaren nach Cuxhaven gekommen und hatte 2900 Crewmitglieder mitgebracht. Sie stammten von verschiedenen Schiffen der Tui-Flotte, die wegen der Corona-Pandemie stillliegt. Neun mit Corona infizierte Besatzungsmitglieder wurden an Land behandelt, Kontaktpersonen an Bord isoliert. Nach Tests wurden Rückflüge für 1900 Menschen in ihre Heimatländer organisiert, darunter nach Indonesien, nach Tunesien und in die Ukraine.

Für viele der verbliebenen 1000 Angestellten werde immer noch eine Rückflugmöglichkeit gesucht, sagte die Sprecherin. Andere sollten bis zu einem möglichen Wiederbeginn der Kreuzfahrten an Bord bleiben. Tui hat vorerst bis Mitte Juli alle Fahrten abgesagt. In der Deutschen Bucht ankern bereits zwei Tui-Schiffe. Drei harren vor Teneriffa aus, ein Schiff in der Ägäis.

Aus Bremerhaven soll am Samstag das von der Meyer-Werft für die Reederei P&O Cruises neu gebaute Kreuzfahrtschiff "Iona" für eine Testfahrt nach Rotterdam auslaufen. Dort muss die "Iona" ins Trockendock, um einen möglichen Schaden am Bugstrahlruder zu beheben. Bei einem Sturm Ende März hatte sich das Schiff losgerissen, und es war ein Seil in den Antrieb geraten, wie ein Firmensprecher sagte. Wann die "Iona" an die britische Reederei P&O Cruises übergeben wird, steht noch nicht fest.

"Mein Schiff 3" im Hafen von Cuxhaven.
"Mein Schiff 3" im Hafen von Cuxhaven.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 29. Mai, 13.20 Uhr: Erneut Schlachthof in den Niederlanden nach Corona-Ausbruch geschlossen

Erneut ist in den Niederlanden ein Schlachthof nach einem Corona-Ausbruch geschlossen worden. 21 Mitarbeiter waren positiv auf das Corona-Virus getestet worden, teilten die Behörden am Freitag in Helmond im Südosten des Landes nahe der deutsche Grenze mit.

Die Gesundheitsbehörden hatten als Stichprobe zunächst 130 der insgesamt 1700 Mitarbeiter getestet, nachdem Anfang der Woche bereits einige Infektionsfälle festgestellt worden waren. Es bestehe die Gefahr, dass der Schlachthof ein Ansteckungsherd sei oder werden könne, heißt es in der Erklärung. Die infizierten Mitarbeiter sowie ihre Mitbewohner wurden in ein Hotel gebracht und müssen dort zwei Wochen in Quarantäne bleiben.

Das Unternehmen Van Rooi Meat erklärte, dass in der Fabrik alle Sicherheitsvorkehrung gegen das Corona-Virus getroffen waren. Alle Mitarbeiter hätten Schutzkleidung getragen.

Der niederländische Gewerkschaftsbund FNV forderte, dass alle rund 30.000 Mitarbeiter in der Fleischindustrie auf das Virus getestet werden. Viele Mitarbeiter sind Arbeitsmigranten aus Osteuropa, die oft in Sammelunterkünften in Deutschland untergebracht werden.

Zuvor mussten bereits zwei Schlachthöfe der Gruppe Vion geschlossen werden, nachdem Dutzende Mitarbeiter infiziert waren. Davon wohnten viele in Deutschland in der Grenzregion. In Bad Bramstedt war auch ein Vion-Schlachthof wegen Corona-Ausbruchs geschlossen worden.

Update, 29. Mai, 13.10 Uhr: Athen öffnet den Tourismus, keine Quarantänepflicht für deutsche Urlauber

Touristen und Reisende aus 29 Staaten werden ab 15. Juni ohne Quarantänepflicht nach Griechenland reisen können. 

Die Gesundheitsbehörden werden stichweise Kontrollen wegen des Coronavirus durchführen. Dies teilte das griechische Tourismusministerium am Freitag mit. Diese Staaten sind Deutschland, Österreich, die Schweiz, Albanien, Australien, Nordmazedonien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Japan, Israel, China Kroatien, Zypern, Lettland, Libanon, Litauen, Malta, Montenegro, Neuseeland, Norwegen, Südkorea, Ungarn, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Slowenien sowie Tschechien und Finnland.

Großbritannien, das neben Deutschland wichtigste Land, aus dem Urlauber nach Griechenland kommen, ist nicht auf der Liste der ersten Staaten, für die es keine Quarantänepflicht gilt.

Am 1. Juli will Athen erneut die Lage mit der Coronapandemie in anderen Staaten prüfen und entsprechend neue Staaten der Quarantänefreien Liste hinzufügen, hieß es in Athen.

Update, 29. Mai, 12.55 Uhr: Schweizer Fußball-Liga startet am 20. Juni mit Geisterspielen

In der Schweizer Super League wird ab dem 20. Juni wieder Fußball gespielt. Dies beschlossen die Vertreter der 20 Clubs der Swiss Football League bei einer außerordentlichen Generalversammlung am Freitag in Bern. Der Neustart erfolgt ohne Zuschauer. 

Vorausgegangen war eine Entscheidung des Bundesrats vom Mittwoch, nach der die Durchführung von Sportveranstaltungen mit bis zu 300 Personen in der Schweiz wieder erlaubt sei.

Nach 23 von 36 Spieltagen führt der FC St. Gallen die Tabelle vor den Young Boys Bern und dem FC Basel an. Seit Ende Februar pausiert die Liga aufgrund der Coronavirus-Pandemie.

Auch in anderen europäischen Fußball-Ligen soll der Bald wieder rollen. Die englische Premier League plant ihren Neustart für den 17. Juni, die italienische Serie A will ihren Spielbetrieb am 20. Juni wieder aufnehmen.

Die Spieler der Young Boys Bern können ab dem 20. Juni die Saison mit Geisterspielen fortsetzen.
Die Spieler der Young Boys Bern können ab dem 20. Juni die Saison mit Geisterspielen fortsetzen.  © Anthony Anex/KEYSTONE/dpa

Update, 29. Mai, 12.40 Uhr: Mehrheit für EU-Krisenhilfe

Nach Ansicht der Mehrheit der Bundesbürger sollen von der Corona-Krise besonders betroffene EU-Länder generell unterstützt werden - auch wenn Deutschland dafür einen großen Beitrag leisten muss. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer sprachen sich 61 Prozent der Befragten für finanzielle Hilfen aus. 34 Prozent sind dagegen.

56 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger sprachen sich dabei dafür aus, die Gelder im Rahmen eines europäischen Aufbauprogramms ausschließlich als Kredite zu vergeben. 37 Prozent plädierten zusätzlich für Zuwendungen. Für das Politbarometer wurde 1377 Menschen befragt.

Nach Plänen der EU-Kommission sollen 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und weitere 250 Milliarden Euro als Kredite an Krisenstaaten fließen.

Update, 29. Mai, 12.30 Uhr: Wegen Corona: Weitere Motorrad-GP-Rennen abgesagt

Zwei weitere Motorrad-Grand-Prix-Rennen sind wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Wie die Veranstalter am Freitag mitteilten, finden der MotoGP von Großbritannien und von Australien in diesem Jahr nicht statt. Die Rennwochenenden in Silverstone waren vom 28. bis 30. August vorgesehen, die auf Phillip Island sollten vom 23. bis 25. Oktober stattfinden.

Ende April war auch der Grand Prix auf dem Sachsenring abgesagt worden. Der MotoGP-Rechteinhaber Dorna und der ADAC als Veranstalter hatten zuvor alle zur Verfügung stehenden Optionen geprüft. Beide Seiten entschieden letztlich, das Rennen in diesem Jahr auszusetzen und im Sommer 2021 auszutragen. Alle bereits gekauften Tickets bleiben für das kommendes Jahr gültig.

In der MotoGP-Klasse hat wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr noch kein Rennen stattgefunden. Lediglich die Auftaktläufe der Moto2- und Moto3-Klasse konnten Anfang März in Katar noch gestartet werden.

Update, 29. Mai, 12.25 Uhr: Wieder mehr Flüge am Frankfurter Flughafen

Am Frankfurter Flughafen wächst langsam wieder das Angebot von Flügen. Nach dem fast vollständigen Rückgang in der Corona-Krise sollen in der ersten Juni-Woche bereits wieder 45 Ziele in Europa und 28 außerhalb des Kontinents angeflogen werden, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Flugplan des Betreibers Fraport hervorgeht. 

Das entspricht rund 26.000 Sitzplätzen pro Tag und damit einem runden Zehntel des Vorjahresniveaus. Die Abfertigungsprozesse bleiben zunächst im Terminal 1 konzentriert. Fraport rechnet für die kommenden Wochen mit einem weiteren Ausbau des Angebots. Am häufigsten wird Frankfurt derzeit mit den Großstädten Amsterdam, London, Berlin und Hamburg verbunden.

Lufthansa-Maschinen stehen am Frankfurter Flughafen.
Lufthansa-Maschinen stehen am Frankfurter Flughafen.  © Boris Roessler/dpa

Update, 29. Mai, 12.15 Uhr: Virologe Drosten: Eine Woche Quarantäne bei Verdacht für Kontaktpersonen ausreichend

Der Virologe Christian Drosten hat die Bedeutung von sogenannten Superspreadern für die Verbreitung des Coronavirus betont. "Wir haben wenige Leute, die viele andere Menschen infizieren", sagte er in einem Interview mit dem "Spiegel" (Freitag). "Ein solches Infektionsgeschehen kann man besser kontrollieren als eine gleichförmige Ausbreitung unterm Radar, wie wir das am Anfang angenommen haben."

Es sei relativ klar, dass es einen gewissen Temperatureffekt gebe, sagte Drosten zudem. "Wahrscheinlich entsteht er durch das Zusammensein in geschlossenen Räumen im Winter." Im Sommer könnte es die Chance geben, die Testlogik neu zu planen und Richtlinien darauf abzustimmen, sagte der Chef-Virologe der Berliner Charité weiter.

Drosten plädierte dafür, dass bei einem Ausbruch sämtliche Kontaktpersonen auch ohne Test in Quarantäne kommen. Statt 14 Tage sei bereits eine Woche ausreichend. "Die Inkubationszeit und die Zeit, in der man ansteckend ist, das alles ist nämlich deutlich kürzer als anfangs gedacht."

Er verlasse sich darauf, dass es bis nächstes Frühjahr einen Impfstoff gebe. "Das läuft in Deutschland ein bisschen im Hintergrund, aber wir sind auf einem extrem guten Weg bei der Impfung."

Virologe Christian Drosten.
Virologe Christian Drosten.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 29. Mai, 12.05 Uhr: Corona-Todesfälle in Russland erreichen neuen Höchststand

In Russland sind innerhalb eines Tages so viele Menschen mit dem Coronavirus gestorben wie noch nie seit Beginn der Epidemie. 232 Todesfälle seien seit Donnerstag gemeldet worden, teilten die Behörden am Freitag in Moskau mit. Zuvor lag diese Zahl immer deutlich unter der Marke von 200. 

Damit gibt es insgesamt 4374 Tote im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Das ist vergleichsweise wenig. In Deutschland liegt die Zahl der Todesfälle derzeit bei 8450, in den USA sprechen Wissenschaftler von mehr als 100 000 Todesfällen.

Es gab vielfach Medienberichte über angeblich geschönte Statistiken. Die Behörden weisen das vehement zurück. Experten der Hauptstadt Moskau untersuchten vor diesem Hintergrund noch einmal die Todesfälle im April und korrigierten die Zahlen leicht nach oben. 

So seien etwa 756 Verstorbene positiv auf das Virus getestet worden, zum Tod hätten aber "andere Ursachen" geführt. Zunächst war von rund 600 Corona-Toten im April gesprochen worden.

Landesweit haben sich bereits mehr als 387 .600 Menschen infiziert - 159.300 gelten als genesen. In Moskau soll es von Montag an nach zwei Monaten strenger Ausgangssperren größere Lockerungen geben. Jeder Einwohner darf demnach in den Morgenstunden Sport an der frischen Luft treiben und dreimal pro Woche spazieren gehen.

Update, 29. Mai, 11.50 Uhr: Stadt Heidelberg zeichnet Kreise auf Neckarwiese

Damit auf der für Feiern bekannten Neckarwiese in Heidelberg zu Pfingsten Ordnung herrscht, hat die Stadt weiße Kreise mit dem nötigen Corona-Abstand markiert. 

Wie Anstoßkreise auf einem Fußballplatz geben die Markierungen vor, wo sich einzelne Gruppen aufhalten dürfen. Städtische Arbeiter brachten die weiße Farbe, die mit der Zeit von alleine wieder verschwindet, am Freitag auf. Bilder solcher Abstandsmarkierungen waren kürzlich auch aus San Francisco um die Welt gegangen.

In Heidelberg dürfen sich Personen allein oder mit Menschen aus dem eigenen Haushalt sowie maximal einem weiteren Haushalt in einen Kreis setzen, teilte die Stadt mit. Der Abstand von rund drei Metern zwischen den Kreisen biete genügend Platz, um zwischen den Gruppen hindurchzulaufen. 

"Für das Pfingstwochenende ist schönes Wetter angekündigt, da wollen wir für die Neckarwiese eine kleine Orientierungshilfe geben, damit sich niemand Sorgen um den richtigen Abstand machen braucht", teilte Bürgermeister Wolfgang Erichson mit.

Städtische Mitarbeiter bringen mit Hilfe einer Maschine Rasenmarkierfarbe auf der Neckarwiese auf.
Städtische Mitarbeiter bringen mit Hilfe einer Maschine Rasenmarkierfarbe auf der Neckarwiese auf.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 29. Mai, 11.40 Uhr: Viele Krankenhäuser werden wegen Corona wirtschaftliche Probleme bekommen

Viele Krankenhäuser bekommen nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft wegen der Corona-Pandemie wirtschaftliche Probleme. Eine Befragung unter mehr als 600 Kliniken habe ergeben, dass die staatlichen Hilfen für die Häuser in der Corona-Krise nicht ausreichten. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Situation der Kliniken dadurch deutlich verschlechtert.

Wegen der Pandemie hatten sie geplante Behandlungen und Operationen verschoben und parallel dazu Kapazitäten im Intensivbereich aufgebaut. Laut Krankenhausentlastungsgesetz bekommen die Häuser für frei gehaltene Betten eine Pauschale von 560 Euro pro Tag. 

In drei Vierteln der Krankenhäuser hätten diese Ausgleichszahlungen im Monat April nicht gereicht, um die Erlösausfälle zu kompensieren, heißt es in der Studie. «Gerade bei den größeren Häusern ab 600 Betten ist das Problem eklatant», sagte der Hauptgeschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Georg Baum.

Auch die Pauschale von 50 Euro für persönliche Schutzausrüstungen sei für 90 Prozent der Krankenhäuser nicht kostendeckend. Die Einkaufspreise für das Material seien stark gestiegen und bei infektiösen Patienten sei der Verbrauch von Schutzausrüstung sehr groß.

Ein Krankenbett steht im Flur einer Klinik.
Ein Krankenbett steht im Flur einer Klinik.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 29. Mai, 11.30 Uhr: Virologe Streeck: "Mehr auf Großevents fokussieren"

Großveranstaltungen wie die Karnevalssitzung in Gangelt spielen nach Einschätzung des Bonner Virologen Hendrik Streeck eine wesentliche Rolle bei der Verbreitung des Coronavirus. Er gehe davon aus, "dass wir uns sehr viel mehr auf diese Großevents fokussieren müssen", sagte der Autor der sogenannten "Heinsberg-Studie" dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die zu unterbinden scheint am ehesten was gebracht zu haben."

Er vermute, dass es auch in Zukunft immer wieder zu lokalen Ausbrüchen wie zuletzt in Leer oder Frankfurt kommen werde. 

"Das wird vielleicht im Herbst auch vermehrt und überraschend geschehen - aber ich glaube nicht, dass wir eine zweite Welle sehen werden, die uns regelrecht überschwemmt und überfordert."

Auf die Frage, wie zuversichtlich er sei, dass es je einen Impfstoff geben werde, antwortete Streeck: "Jede Vorhersage für einen Impfstoff ist nicht seriös. Es gibt bislang gegen kein Coronavirus einen Impfstoff. Gegen HIV wurden schon über 500 Impfstoffe konstruiert, wenige auf Effektivität getestet, aber keiner hat funktioniert." Es sei deshalb ratsam, sich darauf einzustellen, dass das Virus bleiben werde.

Der Virologe Hendrik Streeck.
Der Virologe Hendrik Streeck.  © Marcel Kusch/dpa

Update, 29. Mai, 11.20 Uhr: Umfrage: Große Mehrheit gegen Ramelows Lockerungspläne für Thüringen

Die große Mehrheit der Bundesbürger lehnt einer Umfrage zufolge die Corona-Lockerungspläne des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) ab. 

Im ZDF-Politbarometer vom Freitag sprachen sich 72 Prozent dagegen aus. Ein Viertel der Befragten unterstützt den Vorstoß. Ramelow hatte sich in den vergangenen Tagen für eine neue Strategie ausgesprochen, wonach es keine vom Land einheitlich verordneten Corona-Beschränkungen mehr geben sollte.

Vielmehr beurteilen die meisten Befragten (56 Prozent) die jetzt geltenden Lockerungen bei den Einschränkungen in der Corona-Pandemie als gerade richtig. Knapp einem Drittel (32 Prozent) gehen die Lockerungen zu weit, für 11 Prozent der Bundesbürger gehen sie nicht weit genug.

44 Prozent der Befragten sehen ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus gefährdet, für 54 Prozent ist das nicht der Fall. Hinsichtlich der Ausbreitung von Sars-CoV-2 glauben 42 Prozent, das Schlimmste sei in Deutschland schon überstanden. Rund die Hälfte der Befragten (51 Prozent) bezweifelt dies.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Mai, 11 Uhr: DGB schlägt Steuerbonus für Heimarbeit vor

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine haben einen Steuerbonus für die Arbeit im Homeoffice vorgeschlagen. Millionen von Beschäftigten arbeiteten in diesen Wochen von zu Hause aus - die damit zwangsläufig entstehenden Belastungen könnten nach den derzeit geltenden Regeln von der überwiegenden Mehrzahl aber nicht steuerlich geltend gemacht werden, heißt es in einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Das Schreiben, über das zuerst die "Bild"-Zeitung berichtete, liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Es seien zusätzliche Kosten beispielsweise für Energie oder Telekommunikation zu schultern, die Beschäftigte aber nicht ohne weiteres ersetzt bekämen, heißt es im Brief. Nur vergleichsweise wenige Beschäftigte könnten auf ein Arbeitszimmer zurückgreifen, das ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werde und daher steuerlich absetzbar sei.

Konkret schlagen der DGB und der Bundesverband vor: Arbeitgeber sollten ihren Beschäftigten einen von der Einkommensteuer befreiten pauschalen Auslagenersatz für angeordnetes oder empfohlenes häusliches Arbeiten in Höhe von 50 Euro pro Monat gewähren. Die Pauschale solle rückwirkend ab März gezahlt werden.

Alternativ könnten Beschäftigte als Werbungskosten bei der Einkommensteuererklärung einen Freibetrag von 50 Euro pro Monat ansetzen. Der Freibetrag könne nicht zusätzlich neben den Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer geltend gemacht werden.

Update, 29. Mai, 10.45 Uhr: Flughafen Paris-Orly soll Ende Juni wieder öffnen

Der Pariser Flughafen Orly will am 26. Juni wieder schrittweise öffnen. Der Flughafen im Süden von Paris wird zunächst mit dem Terminal 3 starten, hieß es in einer Mitteilung. 

"Sobald die kommerziellen Flüge wieder aufgenommen werden, wird Orly 3 auch mit Wärmekameras ausgestattet, so dass die Passagiere nach ihrer Ankunft in Paris von der Temperaturmessung profitieren können", hieß es. Paris-Orly ist seit dem 1. April geschlossen - Flüge wurden seitdem über den Pariser Flughafen Charles de Gaulle abgewickelt.

Von Orly fliegen in der Regel auch zahlreiche Flieger in Urlaubsregionen am Mittelmeer. "Sobald wir also unseren Mitbürgern sagen, dass Sie zu einem Flughafen in der Nähe der Hauptstadt mit Freizeitdestinationen kommen können, hoffen wir, dass wir die Entwicklung der Ticketverkäufe fördern können und so am Ende alle Gewinner sein werden", sagte Augustin de Romanet, der Chef des Flughafenbetreibers ADP, am Freitagmorgen dem Sender BFM Business. Die Wiedereröffnung berge ein "kleines finanzielles Risiko".

Eine Maschine von Air France steht auf dem Rollfeld des Flughafens Paris Orly.
Eine Maschine von Air France steht auf dem Rollfeld des Flughafens Paris Orly.  © Aurelien Morissard/XinHua/dpa

Update, 29. Mai, 10.35 Uhr: Auch Italien Wirtschaft bricht massiv ein

Die Wirtschaft Italiens ist im ersten Quartal noch stärker eingebrochen als bisher bekannt. Wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte, lag die Wirtschaftsleistung (BIP) in den ersten drei Monaten des Jahres 5,3 Prozent niedriger als im vierten Quartal 2019. In einer ersten Schätzung war ein etwas geringerer Rückgang um 4,7 Prozent ermittelt worden.

Die italienische Wirtschaft wurde durch die Corona-Krise besonders hart getroffen. Fachleute befürchten, dass der Wachstumseinbruch im zweiten Quartal noch wesentlich heftiger ausfällt, weil die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor allem in diesem Abschnitt ergriffen wurden.

Update, 29. Mai, 10.16 Uhr: Mehr als ein Drittel der Deutschen wollen auf Sommerurlaub verzichten

Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland will laut dem ZDF-Politbarometer in diesem Jahr nicht in Urlaub fahren. Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen gaben 37 Prozent der Befragten an, keinen Urlaub zu machen. Etwas weniger als ein Drittel (31 Prozent) möchte in den Urlaub fahren, will den in diesem Jahr aber in Deutschland verbringen. Nur gut jeder Zehnte (13 Prozent) plant den Sommerurlaub im europäischen Ausland. 18 von 100 Menschen sind noch unentschieden.

Auch darüber, was die Menschen umtreibt, gab die Umfrage Auskunft: Viele Menschen machen sich in der Corona-Krise mehr Sorgen um wirtschaftliche Folgen (61 Prozent) als um gesundheitliche (33 Prozent). Die meisten Menschen (71 Prozent) gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftslage in Deutschland stark verschlechtern wird. Gut ein Viertel glaubt das nicht (28 Prozent).

Dass sich das auch stark auf die eigene finanzielle Situation auswirkt, glauben hingegen nur 12 Prozent. Eine deutliche Mehrheit (86 Prozent) erwartet geringe oder keine Verschlechterung. Einen einmaligen Familienbonus von 300 Euro pro Kind finden viele gut (57 Prozent). Über ein Drittel ist dagegen (38 Prozent).

Die Hilfen der Regierung für Unternehmen und Betrieben stoßen bei den meisten Menschen auf ein positives Echo: 59 Prozent der Befragten unterstützen das. 22 Prozent finden, die Maßnahmen reichten nicht aus, knapp jeder Zehnte empfindet die Maßnahmen als zu viel. Dass sich Deutschland stark verschuldet, finden knapp drei Viertel der Befragten (73 Prozent) richtig. Widerspruch kam von 23 Prozent, darunter knapp zwei Drittel der AfD-Wähler.

Zur Ankurbelung der Wirtschaft will die Regierung weitere Maßnahmen ergreifen, unter anderem steht eine staatliche Prämie für den Kauf neuer Autos zur Debatte. Die Mehrheit der befragten Menschen (61 Prozent) hält jedoch nichts von den Hilfen für die Autoindustrie. Nur 9 Prozent der Befragten sind dafür. Gut jeder Vierte hält eine Kaufprämie nur dann für sinnvoll, wenn sie für besonders umweltfreundliche Autos gilt (28 Prozent).

Ein Schwimmbad in der Schweiz.
Ein Schwimmbad in der Schweiz.  © Peter Schneider/KEYSTONE/dpa

Update, 29. Mai, 10 Uhr: Frankreichs Wirtschaft schrumpft massiv

Die französische Wirtschaft ist im ersten Quartal massiv geschrumpft. Allerdings fiel der Einbruch etwas weniger stark aus als zunächst geschätzt. Wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mitteilte, lag die Wirtschaftsleistung (BIP) in den ersten drei Monaten des Jahres 5,3 Prozent niedriger als im vierten Quartal 2019. In einer ersten Schätzung war ein etwas stärkerer Rückgang um 5,8 Prozent ermittelt worden.

Die Wirtschaft Frankreichs wurde durch die Corona-Krise und die Maßnahmen zur Eindämmung hart getroffen. Die Ausgaben der privaten Haushalte gingen erheblich zurück. Auch die Konsumausgaben des Staates fielen. Die Ausfuhren ins Ausland waren ebenfalls stark rückläufig.

Für das zweite Quartal rechnen Fachleute mit einem noch wesentlich stärkeren Einbruch, weil die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor allem in diesen Abschnitt fallen.

Update, 29. Mai, 9.40 Uhr: Israel registriert ungewöhnlichen Anstieg an Coronavirus-Infektionen

Die Behörden in Israel haben einen ungewöhnlichen Anstieg von Corona-Infektionen festgestellt. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 64 Fälle bekannt - eine "vergleichsweise ungewöhnliche Zunahme". 

Das Ministerium mahnte die Bevölkerung, sich weiterhin an die Corona-Regeln zu halten. Einem Bericht des Nachrichtenportals "ynet" zufolge wollten Ministeriumsvertreter am Freitag über die Lage beraten. Allein an einer Schule in Jerusalem wurden demnach zuletzt 18 Corona-Fälle bekannt.

In dem Land hatte es zuletzt einige Lockerungen gegeben. So dürfen Restaurants, Bars und Kneipen seit Mittwoch wieder Gäste empfangen. Mitte Mai hatte Israel mit der Öffnung der Schulen begonnen.

Nach Angaben des Ministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 16.872 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 14.679 sind wieder genesen. 284 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Update, 29. Mai, 9.20 Uhr: Brasilien meldet starken Anstieg der Coronavirus-Fälle

Brasilien hat innerhalb von nur einem Tag 26.417 neue Infizierungen mit dem Coronavirus registriert. Das sei der höchste Anstieg innerhalb von 24 Stunden seit Beginn der Covid-19-Pandemie, teilte das Gesundheitsministerium in Brasília am Donnerstag mit. 

Damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 438.238. Mindestens 26.754 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

Brasilien liegt nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den Vereinigten Staaten. Die tatsächliche Zahl dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen.

São Paulo, der mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Bundesstaat Brasiliens, allein registrierte am Donnerstag 6382 neue Corona-Fälle, was ebenfalls einen Negativ-Rekord für den Zeitraum von 24 Stunden darstellte. Gouverneur João Doria hatte zuvor zwar die Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens verlängert, aber auch eine schrittweise Öffnung der Wirtschaft angekündigt.

Menschen wird mit Mundschutz die Körpertemperatur gemessen, bevor sie ein wiedereröffnetes Einkaufszentrum betreten.
Menschen wird mit Mundschutz die Körpertemperatur gemessen, bevor sie ein wiedereröffnetes Einkaufszentrum betreten.  © Lucio Tavora/XinHua/dpa

Update, 29. Mai, 9.10 Uhr: Schweden erlaubt Sportveranstaltungen ohne Zuschauer

Auch in Schweden können die Profifußballer wieder zurück in die Stadien. Sportministerin Amanda Lind gab am Freitag bekannt, dass Sportveranstaltungen aller Art ab dem 14. Juni wieder zugelassen werden. 

Voraussetzung sei, dass sie sich an die Regeln zur Vorbeugung von Ansteckungen halten und dass sie draußen stattfinden. Die Versammlungsgrenze von 50 Personen bleibe bestehen. Publikum sei in den Stadien deshalb nicht zugelassen.

Die schwedischen Fußballligen Allsvenskan und Superettan hatten bereits im April angekündigt, den Spielbetrieb am 14. Juni wieder aufnehmen zu wollen. Doch das OK der Gesundheitsbehörde stand noch aus. Mitte Mai legten sie ein Konzept vor, wie Spiele und Training aussehen sollen. 

Nur symptomfreie Spieler und Funktionäre, die an jedem Spieltag unter anderem ihre Körpertemperatur messen und die Werte in ein Formular eintragen, sollten zu den Partien anreisen, Auswärtsteams nur in maximal halbvollen Bussen. Corona-Tests der Spieler sind demnach nicht vorgesehen.

Update, 29. Mai, 8.55 Uhr: David Guetta lädt wieder zu virtueller Dachparty in New York

Im April feierte David Guetta eine virtuelle Dachparty in Miami und sammelte Geld für Corona-Hilfsmaßnahmen - an diesem Wochenende möchte der französische Star-DJ in New York nachlegen. 

Schauplatz diesen Samstag ab 19 Uhr (Ortszeit): "Ein ikonischer Ort, der noch geheim ist", wie der 52-Jährige dem Sender CNN verriet. Fans können sich das DJ-Set "United At Home" live über die Social-Media-Kanäle anschauen. Via Zoom möchte der Musiker mit ihnen interagieren. Neben bekannten Hits wolle er auch neue Musik spielen.

Bei der Dachparty in Miami sammelte Guetta eigenen Angaben zufolge rund 750.000 Dollar. Der DJ lieferte spektakuläre Bilder: Fans tanzten auf den Balkonen der angrenzenden Hochhaustürme oder schauten von Booten aus zu. 

Prominente wurden zugeschaltet, darunter die Fußballer Olivier Giroud und Robert Pires sowie Box-Olympiasiegerin Estelle Yoka Mossely. Zur Corona-Pandemie sagte Guetta: "Wir werden das alle zusammen durchstehen. Das ist ein Moment, der zeigt, wie sehr die Welt vereint werden muss." 

Update, 29. Mai, 8.45 Uhr: Umsätze im Einzelhandel brechen durch Corona ein

Der Einzelhandel in Deutschland hat wegen geschlossener Geschäfte in der Corona-Krise kräftige Umsatzeinbußen erlitten. Im April sank der Erlös preisbereinigt um 6,5 Prozent gemessen am Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Zum Vormonat März fiel der Umsatz um gut 5 Prozent – der stärkste Rückgang gegenüber einem Vormonat seit dem Januar 2007.

Gefragt waren demnach zwar Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren, dort stieg der Umsatz um 6,2 Prozent. Hingegen brach der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln um 14,5 Prozent ein - der größte Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1994, so die Wiesbadener Statistiker. Besonders groß waren die Umsatzverluste bei Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren mit mehr als 70 Prozent.

Großer Gewinner in der Corona-Krise war zuletzt der Internet- und Versandhandel mit einem Umsatzplus von mehr als 24 Prozent zum Vorjahresmonat. Da viele Geschäfte erst Ende April unter Auflagen wieder öffnen durften und Verbraucher Angst vor Infektionen hatten, kauften sie verstärkt im Internet.

Update, 29. Mai, 8.40 Uhr: Coronavirus-Ausbruch in Pfingstgemeinde Bremerhaven

Wie Nord24 berichtet, ist es in einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven zu einem Coronavirus-Ausbruch gekommen. 

20 Gläubige seien infiziert, 43 weitere Mitglieder in Quarantäne. Die Kirchgemeinde geht davon aus, dass sich die Menschen bei einem Gottesdienst angesteckt haben und geht davon aus, dass in den kommenden Tagen weitere Fälle hinzukommen werden. 

150 Gläubige seien bei dem Gottesdienst anwesend gewesen. 

Update, 29. Mai, 08.02 Uhr: Deutsch-dänischer Grenzhandel wegen Corona deutlich eingebrochen

"Lukket" - "Geschlossen" steht derzeit an vielen Geschäften auf schleswig-holsteinischer Seite entlang der deutsch-dänischen Grenze. Händler und grenznahe Kommunen leiden aufgrund der weitgehenden Grenzschließung besonders unter den seit Monaten andauernden coronabedingten Einschränkungen. "Die Lage ist sehr schlecht", sagte Bernd Christiansen, Geschäftsführer der Grenzwarenvertriebsgesellschaft, zu der die Grenzmärkte Poetzsch und Otto Duborg gehören. Die Umsätze seien um 80 bis 85 Prozent zurückgegangen.

"98 Prozent der Kunden kommen aus Skandinavien", sagte Christiansen. Und diese hätten derzeit bis auf wenige Ausnahmen keine Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen. Von den deutschen Kunden alleine könne kein Grenzhändler leben, ist Christiansen sicher.

"Wir wünschen uns, dass die Grenze schnellstmöglich wieder öffnet", sagte der Harrisleer Bürgermeister Martin Ellermann. Harrislee ist eigenen Angaben zufolge der größte Standort für Grenzhändler. Der Anteil am gesamten Gewerbesteueraufkommen beträgt im Jahr etwa 40 bis 50 Prozent, wie Ellermann sagte. Die Umsatzrückgänge bei den Unternehmen machen sich auch in den kommunalen Kassen bemerkbar.

"Derzeit rechnen wir mit Mindereinnahmen von 2,3 Millionen Euro", sagte Ellermann. Ursprünglich hatte Harrislee mit Gewerbesteuereinnahmen von rund acht Millionen Euro gerechnet.

Ein Schild mit der Aufschrift "Liebe Kunden, der Markt ist leider geschlossen wegen der Covid-19 Krise." hängt vor dem verschlossenen und mit einem Zaun gesicherten Haupteingang einer Filiale der dänischen Supermarktkette Fleggaard. Umsatzeinbußen verzeichnen dieser Tage wohl die meisten Einzelhändler überall im Land. In der Grenzregion zu Dänemark leidet eine Branche ganz besonders: Die Grenzhändler, die überwiegend von skandinavischen Kunden leben.
Ein Schild mit der Aufschrift "Liebe Kunden, der Markt ist leider geschlossen wegen der Covid-19 Krise." hängt vor dem verschlossenen und mit einem Zaun gesicherten Haupteingang einer Filiale der dänischen Supermarktkette Fleggaard. Umsatzeinbußen verzeichnen dieser Tage wohl die meisten Einzelhändler überall im Land. In der Grenzregion zu Dänemark leidet eine Branche ganz besonders: Die Grenzhändler, die überwiegend von skandinavischen Kunden leben.  © Christian Charisius/dpa

Update, 29. Mai, 7.58 Uhr: Ölpreise geben wieder etwas nach, dennoch weiterhin Spannungen zwischen China - USA

Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel einen kleinen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder abgegeben. Händler begründeten dies mit den anhaltenden Sorgen vor einer Verschlechterung der US-chinesischen Beziehungen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 34,96 US-Dollar. Das waren 33 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab um 53 Cent auf 33,18 Dollar nach.

Inmitten der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China will sich US-Präsident Donald Trump an diesem Freitag zum weiteren Vorgehen äußern. "Wir werden bestimmte Entscheidungen treffen und sie morgen diskutieren", sagte er, ohne jedoch Details zu nennen. "Wir sind nicht glücklich mit China", beklagte Trump. Washington hatte sich zuletzt angesichts eines von Peking geplanten restriktiven Sicherheitsgesetzes für Hongkong sehr kritisch geäußert.

Die Spannungen zwischen den USA und China haben sich zuletzt deutlich verschärft - auch wegen der Corona-Krise. Trump wirft China vor, das Coronavirus nicht an der Quelle eingedämmt zu haben. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt lasten bereits seit einigen Tagen tendenziell auf den Ölpreisen.

In den vergangenen Wochen aber haben sich die Ölpreise deutlich von ihrem Einbruch zu Beginn der Corona-Krise erholt. Denn mit dem Wegfall von Corona-Beschränkungen in vielen Ländern könnte die Nachfrage wieder anziehen.

William Barr (l), Justizminister der USA, hört Erläuterungen von Donald Trump (M.), Präsident von USA, an, bevor der Staatschef im Oval Office des Weißen Hauses eine Verfügung gegen den rechtlichen Schutz sozialer Netzwerke unterschreibt.
William Barr (l), Justizminister der USA, hört Erläuterungen von Donald Trump (M.), Präsident von USA, an, bevor der Staatschef im Oval Office des Weißen Hauses eine Verfügung gegen den rechtlichen Schutz sozialer Netzwerke unterschreibt.  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 29. Mai, 7.54 Uhr: Autobauer Renault will fast 15.000 Stellen abbauen

Der in eine Krise geratene Autobauer Renault will weltweit fast 15.000 Stellen abbauen. Davon entfallen rund 4600 Jobs auf Frankreich. Der Hersteller kündigte am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris ein Sparprogramm mit einem Umfang von über zwei Milliarden Euro an. Der Plan soll über drei Jahre hinweg laufen.

Der Traditionshersteller mit bisher rund 180.000 Beschäftigten weltweit hatte bereits im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben und leidet wegen der Corona-Pandemie unter einer Absatzkrise. Der Konzern braucht einen staatlich garantierten Kredit von fünf Milliarden Euro, der aber noch nicht gewährt wurde.

Die Krise der Autobranche ist in Frankreich ein großes Thema - erst zu Wochenbeginn hatte Präsident Emmanuel Macron einen Rettungsplan für den Wirtschaftsbereich in Höhe von über acht Milliarden Euro angekündigt.

Ein Schild der Renault-Gruppe steht vor dem Hauptsitz der Firma. Am Freitag hält der Fahrzeughersteller eine Online-Pk zu einem Sparplan.
Ein Schild der Renault-Gruppe steht vor dem Hauptsitz der Firma. Am Freitag hält der Fahrzeughersteller eine Online-Pk zu einem Sparplan.  © Christophe Ena/AP/dpa

Update, 29. Mai, 07.49 Uhr: Evangelische Kirche erwartet deutliche Kirchensteuereinbußen

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) rechnet wegen der Corona-Krise mit deutlich weniger Kirchensteuereinnahmen. "Die Schätzungen sind jetzt noch nicht verlässlich, es zeichnen sich jedoch Kirchensteuerrückgänge im zweistelligen Prozentbereich in 2020 ab", sagte ein EKD-Sprecher den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag). "Je nach Szenario und Landeskirche könnte der Korridor zwischen minus 10 und minus 30 Prozent in diesem Jahr liegen."

Die Krise treffe die Kirche indes nicht unvorbereitet, so der Sprecher. Bereits 2017 habe die EKD einen Ausschuss für die Finanzplanung eingesetzt. "Dieser bereitet derzeit die Umsetzung des bereits vor Corona getroffenen Synodenbeschlusses vor, den Aufwand im Haushalt real um 30 Prozent bis 2030 anzupassen", sagte der Sprecher.

Die evangelische Kirche St. Andreas in Hildesheim, Niedersachsen ist vor dem blauen Himmel zu sehen.
Die evangelische Kirche St. Andreas in Hildesheim, Niedersachsen ist vor dem blauen Himmel zu sehen.  © picture alliance / Peter Steffen/dpa

Update, 29. Mai, 07.42 Uhr: Virtuelles Filmfestival "We Are One" startet

Zahlreiche wegen der Corona-Pandemie abgesagte Filmfestivals präsentieren nun gemeinsam ein virtuelles Filmfestival. Bei "We Are One" sollen ab diesem Freitag 10 Tage lang mehr als 100 Filme kostenlos via Youtube zu sehen sein, teilten die Veranstalter mit. Organisiert wurde das Online-Event von den Organisatoren des New Yorker Tribeca Filmfestivals mit Unterstützung der Festivals unter anderem in Cannes, Toronto, London, Rotterdam, Jerusalem, Locarno, San Sebastian, Tokio sowie der Berlinale.

Auf dem Programm stehen beispielsweise der Dokumentarfilm "Ricky Powell: The Individualist" über den gleichnamigen Fotografen oder der israelische Psycho-Thriler "Losing Alice". Außerdem soll es Gesprächsrunden mit Stars wie den Regisseuren Francis Ford Coppola und Steven Soderbergh und dem Schauspieler Jackie Chan geben sowie einen DJ-Auftritt von Questlove.

Die Coronavirus-Pandemie sei "wie ein Science-Fiction-Film", sagte Schauspieler Robert De Niro, der das New Yorker Tribeca-Filmfestival als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 mitgegründet hatte. "Wir werden da durch kommen. Wir werden es schaffen."

Robert De Niro, Schauspieler aus den USA, kommt zur Verleihung der 73. BAFTA-Filmpreise in der Royal Albert Hall im Februar 2020.
Robert De Niro, Schauspieler aus den USA, kommt zur Verleihung der 73. BAFTA-Filmpreise in der Royal Albert Hall im Februar 2020.  © Matt Crossick/PA Wire/dpa

Update, 29. Mai, 7.32 Uhr: Handball-Bundesliga plant Saisonstart auch mit Zuschauern

Die Handball-Bundesliga (HBL) setzt auf weitere Corona-Lockerungen und plant den Start der neuen Saison auch mit Zuschauern. Bis Mitte Juni will die Liga ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet haben. 

"Natürlich schauen wir uns auch viel von den Konzepten der Fußballer und Basketballer ab. Aber die Königsdisziplin ist es, ein Konzept mit Zuschauern auszuarbeiten", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der Deutschen Presse-Agentur. Da die HBL-Clubs anders als etwa die Fußball-Bundesligisten viel stärker auf Zuschauer- und Sponsoringeinnahmen angewiesen sind, hofft die HBL für den angepeilten Saisonstart auf Spiele in teilgefüllten Hallen.

"Ich gehe, Stand heute, davon aus, dass wir an den meisten Standorten begrenzt mit Zuschauern spielen können, egal ob wir im September oder Oktober starten können", sagte Bohmann. Ob die für den kommenden Januar in Ägypten geplante Weltmeisterschaft bei einem HBL-Saisonstart erst im Oktober stattfinden kann, sieht der 55-Jährige angesichts der Termindichte skeptisch.

"Wir haben dem Weltverband IHF schon gesagt, dass es uns frühzeitig mitgeteilt werden muss, sollte es zu einer Verlegung der WM kommen", sagte Bohmann. "Es wäre blauäugig zu sagen, dass die WM im Januar auf jeden Fall stattfindet."

TSV Hannover-Burgdorf - THW Kiel, 21. Spieltag in der TUI-Arena. Die Spieler aus Hannover und Kiel stehen auf dem Spielfeld. Die Handball-Bundesliga (HBL) arbeitet an der "Königsdisziplin". Anders als im Fußball oder Basketball plant die HBL den Beginn der kommenden Saison auch mit Zuschauern ein - zumindest zum Teil.
TSV Hannover-Burgdorf - THW Kiel, 21. Spieltag in der TUI-Arena. Die Spieler aus Hannover und Kiel stehen auf dem Spielfeld. Die Handball-Bundesliga (HBL) arbeitet an der "Königsdisziplin". Anders als im Fußball oder Basketball plant die HBL den Beginn der kommenden Saison auch mit Zuschauern ein - zumindest zum Teil.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 29. Mai, 7.18 Uhr: Freizeitparks öffnen wieder

Zwei Monate später als ursprünglich geplant starten die großen Freizeitparks im Südwesten am Freitag die Sommersaison. Deutschlands größter Vergnügungspark, der Europa-Park in Rust bei Freiburg, begrenzt die tägliche Besucherzahl zum Schutz vor dem Coronavirus auf 10 000. Sonst kommen nach Angaben der Betreiber im Sommer bis zu 50 000 Menschen täglich in den Freizeitpark. Die Vergnügungsparks hatten die Saisoneröffnung zunächst für Ende März geplant. Wegen der Corona-Krise hatten sie aber nicht öffnen dürfen.

Neben Rust öffnen unter anderem auch der Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn), der Schwabenpark in Kaisersbach (Rems-Murr-Kreis) und das Ravensburger Spieleland in Meckenbeuren (Bodenseekreis). Auch sie lassen weniger Besucher als sonst zu, nennen dazu jedoch keine Zahlen. Am Samstag öffnet in der Nähe von Ulm das Legoland Günzburg (Bayern).

Erstmals den Betrieb aufnehmen nach der Corona-Zwangspause dürfen am Freitag auch Hotels und Pensionen im Südwesten. Bestimmte Bereiche, wie zum Beispiel Hotelschwimmbäder, müssen wegen Corona aber weiter geschlossen bleiben. Restaurants, Campingplätze für Dauercamper und Ferienwohnungen sind zuvor freigegeben worden.

Besucher des Europa-Parks in Rust fahren in der Sonnenuntergangsstimmung mit der Achterbahn "Silverstar".
Besucher des Europa-Parks in Rust fahren in der Sonnenuntergangsstimmung mit der Achterbahn "Silverstar".  © Patrick Seeger/dpa

Update, 29. Mai, 7.14 Uhr: ADAC gibt Stauwarnungen fürs Pfingstwochenende

Der ADAC warnt Norddeutschlands Autofahrer vor zum Teil langen Staus am Pfingstwochenende. Trotz weiter bestehender Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie könne es ab Freitagnachmittag im Großraum Hamburg sowie auf den Fernstraßen von und zur Küste zu Behinderungen kommen. Dazu zählen auch die Ostseeautobahn A1 Hamburg – Lübeck und die A7 Hamburg – Flensburg.

Autofahrer müssen damit rechnen, dass sie am Pfingstwochenende auf Lkw treffen. Das sonst übliche Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw ist während der Corona-Pandemie ausgesetzt.

Für die nordfriesischen Inseln und Halligen der Nordsee sowie für St. Peter-Ording gilt über Pfingsten vom 30. Mai 6 Uhr bis 1. Juni 20 Uhr ein Betretungsverbot für Tagesgäste.

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei befördert auf ihrer Föhr-Amrum Linie pro Abfahrt und Schiff maximal 450 Passagiere. Anhand der Beförderungszahlen der Vorjahre sei jedoch davon auszugehen, dass die Begrenzung nur in seltenen Ausnahmefällen dazu führt, dass jemand zurück gelassen werden muss, heißt es auf der Homepage der Reederei.

Die Grenzen zu Dänemark sind für Touristen bis mindesten Sonntag geschlossen. Einreisen sind ohne wichtigen Grund nicht möglich.

Stau auf der Stadtautobahn Berlin in der Richtung stadteinwärts. Am langen Pfingstwochenende kann es auf Autobahnen trotz Corona-Krise voll werden.
Stau auf der Stadtautobahn Berlin in der Richtung stadteinwärts. Am langen Pfingstwochenende kann es auf Autobahnen trotz Corona-Krise voll werden.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Mai, 7.08 Uhr: Erste online-Weinmeile an Pfingsten - Zu Hause feiern statt Wandern

 Unter dem Motto "Weinmeile@home" gibt es am Samstag (ab 12.00 Uhr) via Internet die erste Saale-Weinmeile online. Statt wie sonst auf der kilometerlangen Strecke in den Weingütern und Höfen zwischen Roßbach bei Naumburg und Bad Kösen zu feiern, können sich Weinfreunde per Computer, Smartphone oder Tablet die Atmosphäre nach Hause holen, wie eine Sprecherin der Organisatoren sagte. "Wir haben online über zwölf Stunden ein Programm vorbereitet, richtig was auf die Beine gestellt", sagte sie.

So werden unter der Adresse www.weinmeile-at-home.de am Pfingstsamstag ein Dutzend Bands spielen. "Es kann getanzt und gesungen werden, wie man es vom Original gewöhnt ist", sagte sie. Wegen der Corona-Pandemie fällt das Weinfest Weinmeile», das an Pfingsten Tausende Menschen in das Anbaugebiet Saale-Unstrut lockt, laut den Organisatoren 2020 vor Ort aus.

Weinreben wachsen auf dem Weinberg "Sonnenwinkel" des Klosters Pforta bei Naumburg im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut.
Weinreben wachsen auf dem Weinberg "Sonnenwinkel" des Klosters Pforta bei Naumburg im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut.  © Jens Kalaene/ZB/dpa

Update, 29. Mai, 7.05 Uhr: Japanische Kunstflugstaffel bedankt sich bei Ärzten für Corona-Kampf

Mit einer kleinen Showeinlage über Tokio hat sich die Kunstflugstaffel der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte beim medizinischen Personal für seinen Einsatz gegen die Corona-Pandemie bedankt. Bei wolkenlosem Himmel und strahlender Sonne donnerte die "Blue Impulse" genannte Staffel am Freitag hoch über den Dächern der Hauptstadt und hinterließ lange weiße Kondensstreifen, wie von begeisterten Schaulustigen auf Twitter hochgeladene Fotos und Videos zeigen.

Zwei Runden wollten die Maschinen auf einer festgelegten Route über der Stadt kreisen, teilte das Verteidigungsministerium in Tokio auf seiner Webseite mit. Man wolle auf diese Weise "Hochachtung und Dank" für das medizinische Personal zum Ausdruck bringen.

Personal beobachtet die Kunstflugstaffel der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte, die mit einer kleinen Showeinlage über Tokio fliegt, um sich bei dem medizinischen Personal für seinen Einsatz während der Corona-Pandemie zu bedanken.
Personal beobachtet die Kunstflugstaffel der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte, die mit einer kleinen Showeinlage über Tokio fliegt, um sich bei dem medizinischen Personal für seinen Einsatz während der Corona-Pandemie zu bedanken.  © Eugene Hoshiko/AP/dpa

Update, 29. Mai, 7.01: Trotz Krise läuft Spargelverkauf weiterhin gut

Schleswig-Holsteins Spargel-Bauern sind erleichtert. Der Absatz auf Hofläden, Hofständen und Wochenmärkten läuft nach Angaben der Landwirtschaftskammer trotz der Corona-Pandemie gut. "Er wird durchweg von den Betriebsleitern als positiv bewertet", sagte Spargel-Experte Thomas Hanf.

"Was jedoch schmerzt, ist der Wegfall der Gastronomie. In dem Bereich gab es bislang keinen Umsatz. Der läuft jetzt erst langsam an. In Schleswig-Holstein gibt es derzeit rund 45 Spargel-Betriebe. Sie werden auf 400 Hektar ungefähr 1900 Tonnen ernten", sagte Kuhn. Der Schleswig-Holsteiner Spargel wird zu 90 Prozent direkt vermarktet, sagte eine Kammersprecherin.

Update, 29. Mai, 6.54 Uhr: Polizist bei Party-Auflösung leicht verletzt

Ein Polizist ist bei einem Einsatz in Neubrandenburg von einem Partygast leicht verletzt worden. Ein Anwohner habe die Beamten informiert, dass mehrere Menschen in einer Wohnung eine nach den aktuellen Corona-Regelungen verbotene Party feiern würden, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Als die Polizisten eintrafen, stellten sie demnach fest, dass gegen zwei der insgesamt acht Gäste ein Haftbefehl vorlag.

Ein weiterer Gast konnte sich nicht ausweisen. Plötzlich griff einer der Partygäste einen der Polizisten von hinten an und verletzte ihn dabei leicht. Ein weiterer Mann konnte dadurch kurzzeitig fliehen, wurde aber wenig später gefasst. Die drei Männer wurden festgenommen und verbrachten die Nacht in der Polizeistation. Gegen den Angreifer wird nun unter anderem wegen Körperverletzung ermittelt.

Update, 29. Mai, 6 Uhr: Experten: Nachverfolgung von Infektionen aktuell zuverlässig

Die Nachverfolgung der Corona-Infektionen ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar. "Im Moment ist die Lage vergleichsweise entspannt", sagte Markus Mempel vom Deutschen Landkreistag der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) bescheinigt den Behörden aktuell ein gutes Management bei der Verfolgung von Kontaktpersonen. "Die Gesundheitsämter ermitteln zuverlässig und zeitnah", sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert der dpa.

Sie warnte aber auch: "Wenn die Infektionszahlen flächendeckend wieder ansteigen, sind die Gesundheitsämter mit der aktuellen Personalausstattung nicht in der Lage die Kontaktpersonennachverfolgung konsequent durchzuführen." Sie forderte ein Konjunkturprogramm für den öffentlichen Gesundheitsdienst.

Der Deutsche Landkreis hat keine Daten dazu, in wie vielen Fällen die Gesundheitsämter alle Kontaktpersonen ermitteln können.

Das Gesundheitsamt in Heinsberg. Um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen, müssen Gesundheitsämter alle Infizierten ermitteln können. Das klappt aktuell gut. Aber was, wenn die Infektionszahlen wieder steigen?
Das Gesundheitsamt in Heinsberg. Um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen, müssen Gesundheitsämter alle Infizierten ermitteln können. Das klappt aktuell gut. Aber was, wenn die Infektionszahlen wieder steigen?  © Jonas Güttler/dpa

Update, 29. Mai, 5.25 Uhr: Deutsche Bahn stellt Konzept für Reisen während der Krise vor

Mit mehr Desinfektionsmittelspendern für Hände, häufigeren Reinigungen und virusabtötendem Licht will die Deutsche Bahn sich an den Bahnhöfen auf den wachsenden Reiseverkehr in der Corona-Krise einstellen. 

"Wir fokussieren all unsere Anstrengungen gerade auf Sauberkeit und Hygiene an den Bahnhöfen", teilte Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla der Deutschen Presse-Agentur mit. An 600 Stationen seien inzwischen Hand-Desinfektionsspender aufgestellt.

Mit sogenannten Wegeleitsystemen sollen nach und nach an allen Bahnhöfen Fahrgastströme stärker gelenkt und entzerrt werden, um Abstandsregeln besser einhalten zu können.

Mit neuen Reinigungsmaschinen könnten Flächen zudem großflächiger als bislang desinfiziert werden. Außerdem experimentiert der Konzern eigenen Angaben zufolge mit Techniken wie UV-C-Licht, das etwa Viren auf den Handgriffen von Rolltreppen abtöte. Derzeit gibt es dazu Versuche am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main. Auch desinfizierende Lacke etwa für Fahrstuhlknöpfe und Treppenhandläufe würden ausprobiert.

Der Fahrgastverband Pro Bahn lobte die bisherigen Hygiene-Bemühungen der Bahn, vor allem im Fernverkehr. "Es wird gereinigt und es kommen immer wieder mal Mitarbeiter durch die Züge, um sicherzustellen, dass alle ihre Masken aufhaben", sagte der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Dass nun auch an die Bahnhöfe gedacht werde, sei richtig. Er forderte die Bahn aber dazu auf, die Gebühr für den Zugang zu den sanitären Anlagen auf Bahnhöfen abzuschaffen, so dass sich Kunden dort die Hände waschen könnten.

Nach Bahninformationen ist das bislang lediglich auf 20 Stationen kostenfrei. Insgesamt betreibt der bundeseigene Konzern 5700 Bahnhöfe.

Eine Frau, die einen Mundschutz trägt, geht im Frankfurter Hauptbahnhof an einer Rolltreppe vorbei, die mit einem Aufkleber mit der Aufschrift "Keimfreier Handlauf durch UV-Licht" gekennzeichnet ist. Die Deutsche Bahn will in Zeiten der Corona-Pandemie noch mehr für Hygiene und Sauberkeit in Zügen und an den Bahnhöfen tun.
Eine Frau, die einen Mundschutz trägt, geht im Frankfurter Hauptbahnhof an einer Rolltreppe vorbei, die mit einem Aufkleber mit der Aufschrift "Keimfreier Handlauf durch UV-Licht" gekennzeichnet ist. Die Deutsche Bahn will in Zeiten der Corona-Pandemie noch mehr für Hygiene und Sauberkeit in Zügen und an den Bahnhöfen tun.  © Arne Dedert/dpa

Update, 29. Mai, 5.20 Uhr: Paketmengen trotz offener Geschäfte deutlich über Vor-Corona-Niveau

Trotz wieder geöffneter Geschäfte verzeichnen die Paket-Zusteller weiterhin deutlich erhöhte Mengen an Sendungen. "Wir liegen weiterhin deutlich über dem Vor-Corona-Durchschnitt", sagte ein DHL-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Spitzenwerte wie an Ostern, als zeitweise neun Millionen Pakete pro Tag zugestellt wurden, erreiche man zwar nicht mehr. Der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr liege aber weiterhin im zweistelligen Prozentbereich.

Bei den Wettbewerbern ist es ähnlich: Hermes stellt immer noch 40 Prozent mehr Sendungen zu als üblich. "Die Paketmengen bewegen sich seit rund zwei Monaten konstant auf Vorweihnachtsniveau", sagte eine Sprecherin. Das liege vor allem an Bestellungen im Online-Handel - insbesondere Produkte für das Leben zu Hause seien beliebt, allerdings sei auch Mode mittlerweile wieder stärker nachgefragt. Der private Paketversand liege ebenfalls deutlich über den üblichen Mengen.

Auch DPD sieht sich "weit entfernt vom Vor-Pandemie-Niveau". Zwar seien die Geschäfte wieder geöffnet, dafür stiegen aber die Sendungen im Business-Bereich wieder an. Punktuell müsse man in der Zustellung zusätzliches Personal einstellen.

In einer Zustellbasis der Deutschen Post werden Pakete sortiert und auf Fahrzeuge verteilt. Trotz wieder geöffneter Geschäfte verzeichnen die Paket-Zusteller weiterhin deutlich erhöhte Mengen an Sendungen.
In einer Zustellbasis der Deutschen Post werden Pakete sortiert und auf Fahrzeuge verteilt. Trotz wieder geöffneter Geschäfte verzeichnen die Paket-Zusteller weiterhin deutlich erhöhte Mengen an Sendungen.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Updatem 29. Mai, 5.10 Uhr: Corona könnte mehr Autokraten in Afrika hervorbringen

Die Corona-Pandemie könnte einem Bericht zufolge in Afrika zur Entstehung von mehr Diktaturen führen. In mehreren afrikanischen Ländern, etwa Uganda, Mali, der Elfenbeinküste oder Tansania, gebe es "eine zunehmende Tendenz zu autoritärer Machtanhäufung", zitierte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Freitag aus einer Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung.

"Mit Rückschritten im Bereich von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit ist im Zuge dieser Entwicklungen zu rechnen", warnen die Autoren. Parlamente würden ausgeschaltet, Medien unterdrückt und Wahlen verschoben. Gleichzeitig gebe es weitreichende Ermächtigungen für Polizei und Militär, die bereits zu unverhältnismäßiger Gewaltanwendung etwa in Kenia und Südafrika geführt hätten.

In Tansania etwa wird Präsident John Magufuli zunehmend für seinen Umgang mit der Covid-Pandemie kritisiert. Er hat im Vergleich zu anderen Ländern wenig Corona-Maßnahmen verhängt und unter anderem die Ergebnisse des nationalen Labors öffentlich infrage gestellt.

Bereits vor der Krise hatten ihm Menschrechtler eine zunehmende Unterdrückung von Medien und Zivilgesellschaft vorgeworfen. In anderen Ländern ist es im Zuge der Corona-Krise zu Gewalt gegen Einwohner gekommen. In Kenia etwa tötete die Polizei während der ersten Tage einer Ausgangssperre laut Human Rights Watch mindestens sechs Menschen.

Eine Frau trägt in Mosambik ein Baby auf ihrem Rücken und geht an einer beschädigten Schule vorbei.
Eine Frau trägt in Mosambik ein Baby auf ihrem Rücken und geht an einer beschädigten Schule vorbei.  © Themba Hadebe/AP/dpa

Update, 29. Mai, 5.05 Uhr: Wehrbeauftragte: Stelle Zwei-Prozent-Ziel nicht infrage

Die neue Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, stellt das Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben nach eigener Aussage "nicht infrage". Das Zwei-Prozent-Ziel sei politisch vereinbart, sagte Högl der "Passauer Neuen Presse" (Freitag). Ihr Fokus liege auf den Soldatinnen und Soldaten, so die SPD-Politikerin. "Sie müssen gut ausgestattet und ausgebildet sein, um ihre Aufgaben wahrnehmen zu können." In den nächsten Jahren nach der Corona-Epidemie werde es darum gehen, im Bundeshaushalt die richtigen Schwerpunkte zu setzen. Sie werde sich für "gute Rahmenbedingungen für die Bundeswehr" einsetzen.

Die Nato-Staaten hatten auf ihrem Gipfel in Wales 2014 beschlossen, sich in den nächsten zehn Jahren dem Ziel anzunähern, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Deutschland hat die Ausgaben 2019 deutlich gesteigert und lag bei 1,38 Prozent. Bis 2024 sollen es 1,5 Prozent sein. Vor allem US-Präsident Donald Trump hatte Berlin immer wieder wegen zu geringer Verteidigungsausgaben attackiert.

Högl hatte am Donnerstag ihren Amtseid im Bundestag abgelegt und zu einem stärkeren Engagement gegen Rechtsextremismus in den Streitkräften aufgerufen.

Eva Högl (SPD), neue Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, nimmt an der Bundestagssitzung teil.
Eva Högl (SPD), neue Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, nimmt an der Bundestagssitzung teil.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Mai, 5 Uhr: Jeder vierte Soloselbstständige rechnet mit Aus in der Krise

Die Corona-Krise trifft Soloselbstständige einer Studie zufolge besonders hart. Jeder vierte Selbstständige ohne Mitarbeiter hält es für sehr wahrscheinlich, in den nächsten zwölf Monaten aufgeben zu müssen, wie aus der Analyse hervorgeht, die das ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Freitag veröffentlichte. Bei knapp 60 Prozent der gut 16.000 Befragten ist der monatliche Umsatz um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Jeder Zweite konnte seine Tätigkeit zum Zeitpunkt der Umfrage nicht mehr ausüben.

Mehr als die Hälfte der Selbstständigen, die ohne sozialversicherungspflichtig oder geringfügig Beschäftigte arbeiten, hat der Umfrage zufolge Soforthilfe von Bund oder Land beantragt, die auf drei Monate angelegt ist. Allerdings erwarten 35 Prozent, dass die Phase der deutlich niedrigeren Umsätze länger als sechs Monate anhalten wird.

"Am härtesten von der Krise getroffen sind konsumnahe Branchen wie Gastronomie und Beherbergung, Events und Veranstaltungen, Touristik und Sport sowie Wellness, Friseure und Kosmetik", erläuterte ZEW-Expertin Irene Bertschek. "Etwa neun von zehn Soloselbstständigen müssen hier Umsatzeinbußen verkraften, die über 75 Prozent liegen." Sie beurteilen ihre Zukunftsaussichten besonders düster. Zwischen 32 Prozent und 49 Prozent der Befragten in diesen Branchen befürchten, ihre Selbstständigkeit in naher Zukunft einstellen zu müssen.

Hoch digitalisierte Soloselbstständige litten allerdings seltener unter negativen Konsequenzen der Pandemie, sagte Bertschek. Demnach waren aufgrund der Corona-Beschränkungen zum Zeitpunkt der Umfrage etwa drei Viertel derjenigen mit einem sehr niedrigen Digitalisierungsgrad des Angebots nicht mehr in der Lage, ihre Tätigkeit auszuüben. Unter den sehr hoch digitalisierten Soloselbstständigen waren es nur 28 Prozent.

Blick in ein leeres Fitnessstudio. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mussten alle Fitnessstudios in NRW seit dem 17. März 2020 schließen. Die Corona-Krise trifft Soloselbstständige einer Studie zufolge besonders hart.
Blick in ein leeres Fitnessstudio. Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mussten alle Fitnessstudios in NRW seit dem 17. März 2020 schließen. Die Corona-Krise trifft Soloselbstständige einer Studie zufolge besonders hart.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 29. Mai, 4.40 Uhr: Japans Industrieproduktion fällt auf tiefsten Stand seit Jahren

 Die Industrieproduktion in Japan ist im April im Zuge der Corona-Krise auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren gesunken. Wie die Regierung am Freitag auf vorläufiger Basis bekanntgab, fiel die Produktion im Vergleich zum Vormonat um 9,1 Prozent. Damit schrumpft der Ausstoß der Nummer drei der Weltwirtschaft im nunmehr dritten Monat in Folge. Die bereits vor der Corona-Krise geschwächte Wirtschaft steckt inzwischen so wie Deutschland in einer Rezession.

Die Produktionsunternehmen des Landes rechnen für Mai mit einem weiteren Rückgang der Fertigung um 4,1 Prozent, bevor die Produktion im Juni mit geschätzt 3,9 Prozent wieder anziehen dürfte, hieß es.

Ein Mann und eine Frau stehen vor einer elektronischen Tafel, welche die Aktienkurse anzeigt. Die Industrieproduktion in Japan ist im April im Zuge der Corona-Krise auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren gesunken.
Ein Mann und eine Frau stehen vor einer elektronischen Tafel, welche die Aktienkurse anzeigt. Die Industrieproduktion in Japan ist im April im Zuge der Corona-Krise auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren gesunken.  © Eugene Hoshiko/AP/dpa

Update, 29. Mai, 4 Uhr: Handwerk will milliardenschweres kommunales Investitionsprogramm

Das Handwerk fordert beim geplanten Konjunkturprogramm eine Offensive für eine Modernisierung der Infrastruktur in Deutschland. In einem Papier des Zentralverbands des Deutschen Handwerks heißt es, Investitionen in die öffentliche Infrastruktur müssten beschleunigt und ausgeweitet werden - vor allem bei Digitalisierung, Energie, Verkehr und Bildung. Für das Handwerk besonders wichtig sei es, ein kommunales Investitionsprogramm von mindestens 50 Milliarden Euro einzurichten. Das Papier lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Neben Bund und Ländern drohen auch den Kommunen wegen der massiven wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hohe Steuerausfälle, weil vor allem die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle einbricht. Kommunale Spitzenverbände hatten einen Rettungsschirm gefordert, damit Städte und Gemeinden weiter investieren könnten.

Die Bundesregierung will nach Pfingsten ein umfassendes Konjunkturprogramm vorlegen. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte der dpa, es müsse das Ziel sein, ein breit über alle Wirtschaftsbereiche wirkendes "neues Wachstum" anzustoßen. "Uns allen ist nicht geholfen, wenn nur einzelne Branchen oder Wirtschaftsbereiche durch spezifische Konjunkturimpulse gerettet werden, andere dafür durchs Rost fallen."

Ein umfassendes Konjunkturpaket sei zugleich auch ein Sozialpaket: "Denn es sorgt dafür, dass Unternehmen und ihre Beschäftigten in Arbeit bleiben und so die Steuern und Sozialabgaben zahlen, mit denen unser Sozialsystem finanziert wird."

Die Umsatzeinbrüche seien immer noch hoch, die Lage deutlich angespannt. Für einen erfolgreichen Neustart brauche es Wachstumsimpulse und Entlastungen, sagte Wollseifer. Die öffentliche Hand müsse mit gutem Beispiel vorangehen, bestehende Aufträge erfüllen und neue Aufträge vergeben.

Die Politik müsse außerdem einen Schwerpunkt setzen bei der beruflichen Ausbildung, um die Fachkräfteversorgung zu sichern. Notwendig sei zudem eine deutliche Verbesserung der Verlustverrechnung sowie eine zeitnahe und deutliche Reduzierung der Stromkostenbelastungen für Unternehmen und Privathaushalte. Im Papier fordert der Verband etwa auch bessere Abschreibungsbedingungen für betriebliche Digitalinvestitionen.

Ein Auszubildender im Schreiner-Handwerk arbeitet an seinem Werkstück. Die Corona-Krise wird nach Ansichten von Handwerksvertretern neue Ausbildungsverträge für Schulabgänger in diesem Jahr deutlich verzögern. "Viele Betriebe können keine Verträge abschließen, weil sie gar nicht an Auszubildende rankommen", sagte Andreas Oehme vom Westdeutschen Handwerkskammertag der Deutschen Presse-Agentur.
Ein Auszubildender im Schreiner-Handwerk arbeitet an seinem Werkstück. Die Corona-Krise wird nach Ansichten von Handwerksvertretern neue Ausbildungsverträge für Schulabgänger in diesem Jahr deutlich verzögern. "Viele Betriebe können keine Verträge abschließen, weil sie gar nicht an Auszubildende rankommen", sagte Andreas Oehme vom Westdeutschen Handwerkskammertag der Deutschen Presse-Agentur.  © Felix Kästle/dpa

Update, 29. Mai,03.25 Uhr: Rheinland-Pfalz und Saarland starten App für den Nationalpark

Fünf Jahre nach Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald haben Rheinland-Pfalz und das Saarland eine App für Besuche in dem ausgedehnten Gebiet eingeführt. Dazu gehört eine Kartenanwendung, die Naturfreunden zeigt, wo sie sich gerade befinden, wie der Wanderweg verläuft und wo es die nächste Möglichkeit zum Einkehren gibt. Die Nationalpark-App verstehe sich als digitaler Begleiter, "der es auch während Corona-Kontakteinschränkungen ermöglicht, Natur zu erleben und Wildnis zu erfahren", erklärten zum Start der App die Regierungschefs von Rheinland-Pfalz und Saarland, Malu Dreyer (SPD) und Tobias Hans (CDU).

Das neue Angebot ist auch ein Instrument, um den an Pfingsten vor fünf Jahren eröffneten Nationalpark bekannter zu machen. Aus Sicht der Landesregierung in Mainz hat der Nationalpark sein Potenzial für den naturnahen Tourismus noch nicht ausgeschöpft. 

Eine der größten Herausforderungen werde es sein, "die Wahrnehmung und Sichtbarkeit des Nationalparks auszubauen", erklärte das rheinland-pfälzische Umweltministerium zu Beginn des Jahres. Dies erfordere "immer wieder neue Produkte oder Produktinnovationen".

Eine Naturfreundin hält ein Smartphone mit der App des Nationalparks Hunsrück-Hochwald, die unter anderem digitale Touren durch das ausgedehnte Gebiet vorführt. Mit der App wollen Rheinland-Pfalz und Saarland das Gebiet bekannter machen und sein touristisches Potenzial besser erschließen.
Eine Naturfreundin hält ein Smartphone mit der App des Nationalparks Hunsrück-Hochwald, die unter anderem digitale Touren durch das ausgedehnte Gebiet vorführt. Mit der App wollen Rheinland-Pfalz und Saarland das Gebiet bekannter machen und sein touristisches Potenzial besser erschließen.  © Peter Zschunke/dpa

Update, 29. Mai, 1.08 Uhr: Bundeselternrat: Wegen Corona auch Unterricht etwa in Vereinshäusern

Der Vorsitzende des Bundeselternrats hat wegen der Corona-Krise gefordert, für die Zeit nach den Sommerferien mehr Räumlichkeiten für Unterricht zu organisieren. "Wir müssen davon ausgehen, dass auch nach den Ferien die Abstandsregeln weiter gelten", sagte Stephan Wassmuth den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag). "Um möglichst viel Präsenzunterricht für möglichst viele Schüler zu ermöglichen, sollten auch andere Gebäude fürs Lernen genutzt werden: Vereinshäuser, kommunale Veranstaltungsräume, Tagungszentren, Kongressräume in Hotels oder sogar Messehallen."

Die Schulträger sollten bereits jetzt solche Ausweichlösungen einplanen, damit die Schulen nach den Sommerferien mit mehr Platz starten könnten. "Wir rechnen damit, dass es an den meisten Schulen eine Mischung aus Präsenzunterricht und digitalem Fernunterricht geben wird." Wassmuth forderte, die nächsten Wochen "dringend dazu nutzen, die Lehrer dafür fit zu machen". "Damit sämtliche Lehrer in der Lage sind, mit digitalen Systemen umzugehen und online zu unterrichten, sollten die Sommerferien für Schulungen genutzt werden."

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, forderte klare Vorgaben für Fernunterricht. "So lange die Schulen noch nicht wieder im Regelbetrieb sind, aber auch für den Fall einer zweiten Infektionswelle brauchen wir klare Regeln für das Homeschooling", sagte er den Funke-Zeitungen. 

"Verpflichtende Anwesenheit bei Videoschalten mit dem Lehrer, die Pflicht zum Erledigen von Aufgaben und eine einheitliche Regelung zur Vergabe von Noten." Es dürfe nicht sein, dass das im Unverbindlichen bleibe beziehungsweise "sich hier jede Schule und jedes Land eigene Regeln gibt".

Leere Flure sind im Berliner Stadtteil Friedenau in einer Schule zu sehen. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, waren in der Hauptstadt Schulen und Kitas geschlossen. Wie und wann sollten Schulen und Kindergärten in der Corona-Pandemie wieder öffnen? Diese Frage zählt derzeit zu den am meisten diskutierten in der Politik.
Leere Flure sind im Berliner Stadtteil Friedenau in einer Schule zu sehen. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, waren in der Hauptstadt Schulen und Kitas geschlossen. Wie und wann sollten Schulen und Kindergärten in der Corona-Pandemie wieder öffnen? Diese Frage zählt derzeit zu den am meisten diskutierten in der Politik.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Mai, 0.26 Uhr: Walter-Borjans kritisiert Unions-Forderungen zu Konjunkturpaket

 SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat die von der Union vorgeschlagenen Entlastungen der Wirtschaft von Bürokratie und Regulierungen mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen zum Konjunkturpaket scharf kritisiert. "CDU und CSU wollen alles aussetzen, was dem freien Spiel der Kräfte am Markt einen Rahmen gibt", sagte Walter-Borjans der "Rheinischen Post" (Freitag). "Das wäre nicht weniger als die Aufkündigung des Koalitionsvertrags durch die Hintertür."

Die SPD sei "entschlossen", eine finanzielle Entlastung von Kommunen sowie einen einmaligen Familienbonus von 300 Euro pro Kind durchzusetzen, sagte Walter-Borjans. Den Zuschuss bekämen demnach Eltern, "die das Geld brauchen und es also auch ausgeben". Bei Besserverdienenden solle der Bonus mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet werden. Der Vorschlag ist in der Union umstritten.

Die Bundesregierung will Anfang Juni ein Konjunkturprogramm beschließen. Der Koalitionsausschuss tagt dazu am kommenden Dienstag. Ziel ist es, die Wirtschaft im Zuge der schrittweisen Lockerung der Corona-Beschränkungen anzukurbeln. Infolge der Krise wird eine schwere Rezession erwartet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich bereits für ein "Belastungsmoratorium" für die Wirtschaft ausgesprochen - also eine Pause bei Bürokratielasten und Regulierungen - sowie für Entlastungen beim Strompreis.

Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD, und Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, unterhalten sich zu Beginn der Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion im Bundestag.
Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD, und Saskia Esken, Bundesvorsitzende der SPD, unterhalten sich zu Beginn der Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion im Bundestag.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 29. Mai, 0.05 Uhr: CDU-Politiker: Was passiert, wenn Italien EU-Schulden nicht bedient?

Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion, Christian von Stetten, hat Klarheit zu möglichen Konsequenzen des milliardenschweren Wiederaufbauplans für Europa angemahnt. "Eine Vergemeinschaftung von Schulden werde es nicht geben, wurde vor wenigen Tagen noch verbreitet", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung (Freitag). "Diese Aussage ist wohl nicht ganz richtig. Denn was passiert, wenn Italien seine Schulden an die EU-Kommission nicht mehr bedienen kann oder sogar aus der Währungsunion austritt?" Die Bundesregierung habe sich um eine Antwort herumgedrückt, kritisierte von Stetten dem Bericht zufolge.

Er warnte, die EU würde sich in diesem Fall das Geld bei den verbliebenen Staaten holen. "Wir sind solidarisch mit Europa, aber es braucht den Mut zur Wahrheit." Von Stetten prophezeite: "Unter diesen Vorzeichen dürfte es schwierig werden, bei der Abstimmung über das Paket im Bundestag alle an Bord zu bekommen."

Mit einem beispiellosen Wiederaufbauplan im Wert von 750 Milliarden Euro will EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen die Corona-Krise bekämpfen und die europäische Wirtschaft auf Kurs für eine grüne und digitale Zukunft bringen. Von der Leyens Plan sieht vor, 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und weitere 250 Milliarden Euro als Kredite für den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Krise zu vergeben. Finanziert werden soll das Programm über Schulden, die die EU-Kommission mit Hilfe von Garantien der EU-Staaten aufnehmen und dann zwischen 2028 und 2058 über den EU-Haushalt zurückzahlen will.

Italien, Lodi: Giuseppe Conte (3.v.l), Ministerpräsident von Italien, trägt bei einem Treffen in Lodi einen Mundschutz. Der Ministerpräsident möchte sich über die neusten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus informieren.
Italien, Lodi: Giuseppe Conte (3.v.l), Ministerpräsident von Italien, trägt bei einem Treffen in Lodi einen Mundschutz. Der Ministerpräsident möchte sich über die neusten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus informieren.  © Filippo Attili/Italian Governmeny/dpa

Update, 28. Mai, 23.16 Uhr: NFL will Trainern Rückkehr auf Trainingsgelände erlauben

In der NFL dürfen Trainer womöglich in der kommenden Woche wieder auf die Clubgelände und dort arbeiten. Diesen Termin stellte Liga-Boss Roger Goodell in einem Schreiben an die Teams in Aussicht, über das US-Medien am Donnerstag berichteten. Voraussetzung dafür ist, dass keines der Teams damit gegen regionale und lokale Auflagen in der Corona-Krise verstößt.

Die American-Football-Liga hofft zudem, in absehbarer Zeit auch Spielern den Zutritt erlauben zu können. Zunächst ist die Zeit der virtuellen Einheiten aber um zwei Wochen verlängert worden. Die NFL plant mit einem regulären Saisonstart im September und ist von der Krise bislang vergleichsweise wenig betroffen.

Update, 28. Mai, 22.13 Uhr: FDP-Politiker Kubicki wirbt für Restaurantbesuche

Nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen hat Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (68, FDP) die Abgeordneten ausdrücklich zum Restaurantbesuch aufgerufen. "Sie tun nicht nur damit sich selbst einen Gefallen, (...) sondern einer nach wie vor sehr gebeutelten Branche", sagte er am Donnerstagabend zum Abschluss der Plenarsitzung. "Viele von uns haben in den letzten Wochen an Gewicht gewonnen - die Restaurants waren geschlossen", erklärte Kubicki. "Ich appelliere an Sie, den Trend umzukehren - die Restaurants sind wieder geöffnet."

Update, 28. Mai, 22.04 Uhr: Dänemark startet Liga-Fußball nach Corona-Pause mit virtuellen Zuschauern

Nach elf Wochen Corona-Pause ist am Donnerstagabend die dänische Fußball-Superliga wieder gestartet. Im ersten Spiel nach der Zwangsauszeit trennte sich Aarhus GF von Randers FC mit 1:1 (0:1). Zuschauer durften wie in vielen anderen Ländern und Ligen nicht ins Stadion kommen. Dabei waren die Fans trotzdem. Sie konnten sich mit der Videoplattform Zoom dazu schalten, und ihr Bild wurde auf 22 Abschnitten der Tribünen auf großen Leinwänden gezeigt. So bekamen auch die Spieler im Stadion einen Einblick in das Wohnzimmer ihrer Fans. Einige hatten sich in den Vereinsfarben gekleidet, andere prosteten mit einem Bier zu.

Eine virtuelle Tribüne mit Anhängern vor dem Spiel.
Eine virtuelle Tribüne mit Anhängern vor dem Spiel.  © Petter Arvidson/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Update, 28. Mai, 21.43 Uhr: Großzügige Lockerungen in der Türkei ab dem 1. Juni

Die türkische Regierung will ab 1. Juni ihre Corona-Beschränkungen erheblich lockern. Für bisher nach außen abgeschottete Großstädte wie Istanbul gibt es wieder Reisefreiheit, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstagabend. Cafés und Restaurants sowie Schwimmbäder, Sportstudios oder Kindergärten dürfen demnach wieder öffnen. Auch Strände, Parks und Museen sind dann wieder zugänglich. Freiluft-Konzerte sind bis Mitternacht erlaubt.

Einige Restriktionen bleiben jedoch. Senioren ab 65 Jahren dürfen weiter bis auf festgelegte Stunden in der Woche nicht vor die Tür. Das Ausgehverbot für Unter-20-Jährige wurde leicht verändert und gilt nun noch für Menschen unter 18. Shisha-Lokale und andere "Vergnügungsorte" bleiben geschlossen. Erdogan betonte, dass jeder weiterhin auf die Abstandsregeln achten und eine Maske tragen müsse.

Bevor eine Moschee in der Türkei wieder aufmacht, muss der Hof von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung erst einmal desinfiziert werden.
Bevor eine Moschee in der Türkei wieder aufmacht, muss der Hof von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung erst einmal desinfiziert werden.  © ---/PPI via ZUMA Wire/dpa

Update, 28. Mai, 21.21 Uhr: Boston-Marathon endgültig abgesagt

Erstmals in seiner Geschichte muss der Boston-Marathon abgesagt werden. Nach Angaben der Organisatoren vom Donnerstag soll stattdessen eine "virtuelle Veranstaltung" stattfinden. Alle Teilnehmer, die nachweislich 42,195 Kilometer alleine gelaufen sind, sollen eine Finisher-Medaille erhalten. Ursprünglich sollte die 124. Auflage des Traditionsrennen am 20. April gestartet werden, wurde aber wegen der Corona-Pandemie zunächst auf den 14. September verlegt.

Der erste Lauf in Boston fand 1897 erstmals statt. Das Rennen ist eines von sechs World Marathon Majors und zog in den vergangenen Jahren jeweils mehr als 30 000 Teilnehmer und 500 000 Zuschauer an. Die USA sind von der Pandemie weltweit am stärksten betroffen. Der Boston-Marathon 2021 ist nun für den 19. April geplant.

Die Ziellinie des legendären Boston-Marathons.
Die Ziellinie des legendären Boston-Marathons.  © Michael Dwyer/AP/dpa

Update, 28. Mai, 20.51 Uhr: Seehofer rechnet mit Corona-Warn-App bis Mitte Juni

Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet mit der Einführung einer Corona-Warn-App bis Mitte Juni, wenn unsere europäischen Nachbarn die Grenzen wieder öffnen wollen. Weitere Infos lest Ihr >>> hier

Innenminister Horst Seehofer (70, CDU).
Innenminister Horst Seehofer (70, CDU).  © DPA / Michael Kappeler

Update, 28. Mai, 19.50 Uhr: Premier League soll am 17. Juni wieder starten

Die Fußball-Premier League will am 17. Juni den Neustart mit zwei Nachholspielen wagen. "Dieses Datum kann erst dann bestätigt werden, wenn wir alle erforderlichen Sicherheitsanforderungen erfüllt haben, da die Gesundheit und das Wohlergehen aller Beteiligter und Fans unsere Priorität ist", sagte Liga-Chef Richard Masters am Donnerstag nach einer Konferenz mit dem Clubs.

Manchester City gegen Arsenal aus London und Aston Villa gegen Sheffield United sollen die ersten Partien sein, die nach der seit dem 9. März unterbrochenen Meisterschaft wieder angepfiffen werden.

Am darauf folgenden Wochenende (vom 19. Juni an) steht der erste komplette Spieltag an. Insgesamt sind 92 Partien zu spielen. Wie in der deutschen Bundesliga werden auch in der Premier League die Begegnung ohne Zuschauer stattfinden.

Jürgen Klopp steht mit dem FC Liverpool unangefochten an der Tabellenspitze.
Jürgen Klopp steht mit dem FC Liverpool unangefochten an der Tabellenspitze.  © Barbara Gindl/APA/dpa

Update, 28. Mai, 19.20 Uhr: Alpenverein: Hüttenübernachtungen unter strengen Regeln möglich

Wanderer und Bergsteiger müssen in diesem Sommer nicht auf Hüttenübernachtungen verzichten. Erste Hütten öffnen von Samstag an auch für Übernachtungsgäste, wie der Deutsche Alpenverein (DAV) am Donnerstag mitteilte. Es gelten aber strenge Auflagen in allen Bereichen. Ein Bett bekommt nur, wer vorher reserviert hat.

Neben einem Mund-Nasen-Schutz müssen die Gäste je nach Hütte auch einen eigenen Schlafsack sowie ein eigenes Kissen und ein eigenes Laken mitnehmen. Details dazu seien mit den Wirtsleuten abzustimmen.

Vor allem größeren Hütten, die auch Zimmer haben, werden wahrscheinlich öffnen. Problematisch könnte es aber in Hütten werden, die nur Matratzenlager haben - mit teils bis zu 30 Plätzen. Denn in einem Raum dürfen maximal Mitglieder zweier Hausstände übernachten. 

"Die Hüttenwirte werden sich gut überlegen, ob es sich bei der jeweiligen Struktur ihrer Hütte lohnt, auch für Übernachtungsgäste zu öffnen", sagte DAV-Sprecher Thomas Bucher. Den Sektionen werde in der Krise geholfen, indem der Dachverband Kredite stunde.

In Österreich sind in einigen Hütten ab Freitag Übernachtungen möglich. Die Bedingungen sind ähnlich wie in Deutschland, in einigen Punkten gibt es etwas mehr Freiraum. Mit der Bergtour im Nachbarland wird es aber an Pfingsten noch nichts: Deutsche können erst ab 15. Juni aus touristischen Gründen wieder nach Österreich.

Die bisherige Öffnung der Gastronomie in den Hütten habe gut funktioniert, sagte Bucher. Schon zuvor hätten einige Wirte Kaiserschmarrn to go oder Brotzeitkörbe angeboten. Auf schmalen Bergwegen und Steigen müssen Wanderer auch Mund- und Nasenschutz tragen, wenn die 1,50 Meter Abstand zum nächsten Wanderer sonst nicht einzuhalten sind.

Derzeit sind alle 321 bewirtschafteten und öffentlich zugänglichen DAV-Hütten in Deutschland und Österreich geschlossen. Rund 180 der Hütten liegen in Österreich.

Wanderer gehen zur Bad Kissinger Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV).
Wanderer gehen zur Bad Kissinger Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV).  © Nicolas Armer/dpa

Update, 28. Mai, 19.10 Uhr: Fußball-Klub von Ex-Bundesliga-Profi Ismaël werden wegen illegalen Trainings sechs Punkte abgezogen

Der österreichische Fußball-Bundesligist Linzer ASK mit Trainer Valérien Ismaël ist für verbotene Mannschaftstrainings in Corona-Zeiten bestraft worden. 

Der Klub wurde am Donnerstag vom Senat 1 der österreichischen Bundesliga mit einem Abzug von sechs Punkten und einer Geldstrafe von 75.000 Euro belegt. Begründet wurde das Urteil mit Verstößen gegen den Grundgedanken des Fairplay. Der LASK will die Strafe nicht hinnehmen und kündigte Einspruch an.

Durch den Punktabzug rutschte der Verein von Platz eins auf zwei und liegt vor der Fortsetzung der Saison vom 2. Juni an nun drei Zähler hinter dem Serienmeister RB Salzburg. In der österreichischen Liga stehen noch zehn Spieltage aus.

Österreichs Fußball-Bundesliga hatte am 14. Mai ein Verfahren gegen den LASK eingeleitet. Der Liga waren Videos übermittelt worden, die eine Trainingseinheit des Vereins zeigten. Statt des zu dem Zeitpunkt nur in Kleingruppen erlaubten Trainings war darauf ein Mannschaftstraining zu sehen.

Der Club räumte später ein, viermal unrechtmäßig Mannschaftstrainings abgehalten zu haben. Der ehemalige Bayern- und Werder-Profi Ismaël als LASK-Trainer und auch Vizepräsident Jürgen Werner entschuldigten sich dafür bei einer Pressekonferenz.

Ex-Bundesliga-Profi Valérien Ismaël trainiert jetzt Linz und muss wegen illegalen Trainings in Corona-Zeiten einen 6-Punkt-Abzug hinnehmen.
Ex-Bundesliga-Profi Valérien Ismaël trainiert jetzt Linz und muss wegen illegalen Trainings in Corona-Zeiten einen 6-Punkt-Abzug hinnehmen.  © imago images / Eibner Europa

Update, 28. Mai, 18.55 Uhr: London hebt weitere Kontaktbeschränkungen auf

Die Kontaktbeschränkungen in England werden weiter gelockert. Das teilte der britische Premierminister Boris Johnson am Donnerstag mit. Demnach sollen von kommender Woche an wieder Treffen von bis zu sechs Personen in privaten Gärten möglich sein, solange der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. 

Bislang waren nur Treffen von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten in Parks und anderen öffentlichen Räumen möglich. Auch Läden mit Verkaufsfläche im Freien sollen wieder öffnen dürfen. Zudem werden auch teilweise die Schulen wieder für eine größere Zahl von Kindern geöffnet.

Johnson hatte fünf Bedingungen für weitere Lockerungen genannt. Dazu gehören unter anderem sinkende Zahlen bei Infektionen und bei Todesfällen. Alle Bedingungen seien nun erfüllt, sagte der konservative Regierungschef. "Ich will und werde die Erfolge, die wir gemeinsam erzielt haben, nicht wegwerfen, deshalb sind die Änderungen, die wir vornehmen, beschränkt und vorsichtig", so Johnson. 

Er hatte Ende März strenge Maßnahmen zur Eindämmung des Virus erlassen, unter anderem sind alle Geschäfte außer Lebensmittelläden und Apotheken seitdem geschlossen. Eine erste Runde an Lockerungen hatte es bereits Anfang Mai gegeben. Dabei wurde unter anderem Garten-Centern erlaubt, wieder aufzumachen.

Großbritannien hat offiziellen Statistiken zufolge die höchste Zahl an Todesfällen in Europa. Bis Mittwoch starben dort etwa 37.800 Menschen, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland entscheiden selbst über ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie.

Englands Premierminister Boris Johnson.
Englands Premierminister Boris Johnson.  © Parliamentlive.Tv/Crown Copyrigh/PA Wire/dpa

Update, 28. Mai, 18.47 Uhr: Touristenunterkünfte in fast ganz Frankreich öffnen wieder

In weiten Teilen Frankreichs können Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber bald wieder öffnen. In den als grün eingestuften Gebieten sei das ab dem 2. Juni möglich, kündigte Frankreichs Premier Édouard Philippe am Donnerstag an. 

Die Farben grün, orange und rot geben unter anderem an, wie stark die Region vom Coronavirus getroffen ist. Nur der Großraum Paris und die Überseegebiete Französisch-Guyana und Mayotte sind nach der neuen Bewertung der Regierung als orange eingestuft. Dort seien Öffnungen der Unterkünfte ab dem 22. Juni angedacht.

Im Zuge der weiteren Corona-Lockerungen fällt außerdem ab dem 2. Juni die 100-Kilometer-Grenze weg. Diese Maßnahme habe sich als sehr nützlich erwiesen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sei aber nicht mehr gerechtfertigt, erklärte Philippe. Seit Beginn der Lockerungen am 11. Mai durften sich die Menschen nur mit triftigem Grund weiter als 100 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen. Dazu zählen etwa berufliche Verpflichtungen oder familiäre Notfälle. Für entsprechende Reisen wird derzeit noch ein Formular benötigt.

Auch Freizeitaktivitäten sind künftig wieder möglich. In den grünen Bereichen öffnen Strände und Schwimmbäder ab dem 2. Juni wieder. Viele waren bisher bereits mit strengen Regeln für Besucher geöffnet - aber die Entscheidung über eine Öffnung oblag der Präfektur. 

Auch Museen und Denkmäler sollen dann wieder öffnen, das Tragen von Masken wird obligatorisch sein. 

Update, 28. Mai, 18.25 Uhr: Parks und Gärten in Paris dürfen wieder öffnen, Restaurants, Bars und Cafés mit Einschränkungen

In fast ganz Frankreich dürfen Restaurants und Bars wieder komplett öffnen. In allen Regionen, die von der Regierung als "grün" eingestuft werden, sei dies vom 2. Juni an wieder erlaubt, kündigte Premierminister Édouard Philippe am Donnerstag in Paris an. 

Solche Gebiete sind weniger schwer von der Covid-19-Pandemie betroffen. In den "orange" eingestuften Gebieten - darunter auch Paris - gibt es weiterhin Einschränkungen. Dort dürfen Cafés und Restaurants zunächst nur ihre Terrassen wieder öffnen. Die Innenräume müssen geschlossen bleiben.

Auch Parks und Gärten dürfen wieder öffnen. Allerdings dürfen sich nicht mehr als zehn Personen in einer Gruppe versammeln. Die Schließungen wegen der Corona-Krise hatten in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass die Menschen sich an den wenigen öffentlichen Plätzen in Frankreichs beengter Hauptstadt drängten. Beliebte Treffpunkte waren die Kanäle und das Seine-Ufer.

Wegen der Corona-Krise wurden am 15. März im gesamten Land die Bars und Restaurants geschlossen. Damals mussten auch alle nicht lebensnotwendigen Läden schließen. Bereits seit Beginn der Lockerungen am 11. Mai haben die Geschäfte weitgehend wieder geöffnet. Frankreich ist mit mehr als 28.000 Toten besonders schwer von der Pandemie betroffen.

Der beliebte "Jardin du Luxembourg" in Paris darf nach wochenlanger Schließung wieder öffnen.
Der beliebte "Jardin du Luxembourg" in Paris darf nach wochenlanger Schließung wieder öffnen.  © Imago Images / Starface

Update, 28. Mai, 18.20 Uhr: DFL hat keine Regelung für den Fall eines Saisonabbruchs

Wie wird die Saison gewertet, wenn die Fußball-Bundesliga abgebrochen werden muss? Diese heikle Frage bleibt auch nach einer außerordentlichen Sitzung des Präsidium der Deutschen Fußball Liga am Donnerstag unbeantwortet. 

Das Präsidium ist laut einer DFL-Mitteilung "zu dem Ergebnis gekommen, sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auf eine detaillierte Regelung im Falle eines nicht abzuwendenden Saisonabbruchs festzulegen und daher vorerst auf eine Empfehlung und eine weitere Befassung der DFL-Mitgliederversammlung mit dieser Angelegenheit zu verzichten".

Bereits bei der Mitgliederversammlung vor 14 Tagen war das strittige Thema vertagt worden. Damals hieß es, dass "innerhalb der nächsten beiden Wochen eine Regelung hinsichtlich der sportlichen Wertung entwickelt werden" solle.

Klar ist jetzt zumindest, was nicht passieren soll. Das DFL-Präsidium schließt aus, "die Hinrunden-Tabelle für die Abschlusswertung zugrundezulegen oder eine Annullierung der kompletten Saison vorzunehmen". Weiter hieß es in der Mitteilung: "Sollten nicht alle Clubs einer Liga bei einem vorzeitigen Saisonende gleich viele Spiele absolviert haben, wäre ein Ausgleichsmechanismus – zum Beispiel eine Quotienten-Regelung – zur Wertung der Tabelle erforderlich."

DFL-Boss Christian Seifert.
DFL-Boss Christian Seifert.  © Arne Dedert/dpa Pool/dpa

Update, 28. Mai, 18.10 Uhr: Seehofer rechnet Mitte Juni mit Corona-Warn-App

Bundesinnenminister Horst Seehofer geht davon aus, dass die deutsche Corona-Warn-App etwa Mitte Juni zur Verfügung stehen wird. Es habe dazu am Vorabend ein "sehr, sehr gutes Gespräch" mit den Projektträgern SAP und Deutsche Telekom gegeben, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung. Er sei zuversichtlich, "dass wir um Mitte Juni (...) diese berühmte Warn-App bekommen".

Seehofer wies darauf hin, dass sich in Deutschland und Frankreich das Infektionsgeschehen sehr positiv entwickelt habe. Sollte es dabei bleiben, würden die Grenzkontrollen zu Frankreich am 15. Juni komplett aufgehoben. "Gleichzeitig zum 15. Juni will die deutsche Regierung auch ihre Reisewarnungen und Reisehinweise neu gestalten." Dies werde das Bundeskabinett am kommenden Mittwoch beschließen. Angestrebt werde auch, dann die weltweite strikte Reisewarnung «so nicht aufrechtzuerhalten, sondern unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens Lockerungen durchzuführen».

Seehofer betonte, die Mitte März eingeführten Grenzkontrollen hätten ihren Beitrag zur Eindämmung des Infektionsgeschehens geleistet. "Es geht immer darum, das Virus nicht zu importieren", sagte er. "Deshalb hat sich diese Anstrengung schon gelohnt." Mit Blick auf Lockerungen betonte Seehofer: "Der Schutz der Gesundheit und des Lebens muss bei diesen Fragen an oberster Stelle stehen. Das ist nicht verhandelbar."

Horst Seehofer.
Horst Seehofer.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 28. Mai, 18 Uhr: Virologe Drosten ist optimistisch, dass zweite "tödliche" Welle im Herbst/Winter ausbleibt

Eine heftige zweite Corona-Welle könnte nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten abgewendet werden. Er glaube so langsam, dass es eine Chance gebe, ohne Impfung glimpflich in Herbst und Winter zu kommen, "sprich: ohne eine tödliche neue zweite Welle", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Donnerstag im NDR-Podcast. 

Dafür sei es nötig, bei den jetzigen Maßnahmen nachzujustieren. Abzielen solle man dabei nach dem Vorbild Japans stark auf das frühe Erkennen sogenannter Superspreading-Events: Fälle, in denen ein Infizierter überdurchschnittlich viele weitere Menschen ansteckt.

Kontaktpersonen sollten dann ohne vorherige Diagnostik als infiziert betrachtet und isoliert werden, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Zeige sich zum Beispiel eine Infektion bei einem Lehrer, schaue man sich an, welche Klassen er zuletzt unterrichtete - diese Schüler müssten dann ein oder zwei Wochen zu Hause bleiben, aber man müsse nicht die ganze Schule schließen, so Drosten. Japans Infektionskurve "krieche" nach unten, lange habe man dort aber nicht offensiv die Strategie kommuniziert.

Drosten betonte, auch viele der derzeit in Deutschland bereits geltenden Maßnahmen verhinderten mögliche Superspreading-Events. Angenommen werde inzwischen, dass der Großteil der Infizierten nur sehr wenige oder keine anderen Menschen anstecke.

Virologe Christian Drosten.
Virologe Christian Drosten.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 28. Mai, 17.50 Uhr: Corona-Impfstoff zuerst in westlichen Ländern

Im Wettlauf um einen Corona-Impfstoff dürften westliche Länder nach Angaben der Pharmafirma Pfizer als erste bedient werden. Das liege an der nötigen Technologie, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla am Donnerstag in einer Pressekonferenz des Dachverbands der forschenden Pharmafirmen (IFPMA).

"Die heutige Technologien verlangen eine Lagerung (von Impfstoff) bei minus acht Grad." In Afrika etwa fehle dafür wahrscheinlich die Infrastruktur. "Ich bin sicher, dass wir mit diesem Impfstoff erst in die westlichen Länder kommen", sagte Bourla. "Aber in einer zweiten Welle arbeiten wir daran, sicherzustellen, dass wir Produkte entwickeln und herstellen können, die solche extremen Temperaturen nicht brauchen." Pfizer habe bislang mit keiner Regierung Verträge über die Lieferung von Impfstoff abgeschlossen, betonte er.

Bislang gibt es noch keinen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. Nach Angaben der WHO gibt es etwa 125 Impfstoffkandidaten, von denen derzeit knapp ein Dutzend Wirkstoffe in klinischen Studien geprüft werden. Das Unternehmen AstraZeneca hofft, sein Produkt Ende des Jahres auf den Markt bringen zu können, sagte Unternehmenschef Pascal Soriot.

Nach Schätzungen seien bis zu 15 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff zur Versorgung der ganzen Welt nötig, sagte IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni. Das stelle die Industrie vor beispiellose Herausforderungen. Das sei drei mal soviel, wie sonst im Jahr an Impfdosen hergestellt werde, abgesehen von Grippe-Impfstoffen.

Die Pharmafirmen wollten Impfstoffe zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie im Falle eines Erfolgs zunächst ohne Profit anbieten. Die Zusage bestehe, solange die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 30. Januar erklärte "Notlage von internationaler Tragweite" gelte, sagte Paul Stoffels, Forschungschef des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson. Der Preis einer Impfdosis werde voraussichtlich nur wenige Dollar betragen, meinte AstraZeneca-Chef Soriot.

Pfizer-Chef Albert Bourla.
Pfizer-Chef Albert Bourla.  © imago images / ZUMA Press

Update, 28. Mai, 17.40 Uhr: RKI: Aktuell 1,5 Prozent der Covid-19-Tests positiv

Die Rate der positiven Coronavirus-Tests in Deutschlands ist weiter gesunken. Sie lag in der Kalenderwoche 21 bei 1,5 Prozent, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. 

5116 von knapp 345.000 Tests, die in dem Zeitraum in 172 Laboren durchgeführt wurden, fielen demnach positiv aus. 

Die sogenannte Positivenrate sinkt damit seit Wochen immer weiter: In der ersten Aprilwoche hatte sie noch bei neun Prozent gelegen, bei damals insgesamt rund 408.350 wöchentlichen Tests. 

Seit Beginn der Corona-Testung sind laut RKI-Bericht knapp vier Millionen solcher Untersuchungen durchgeführt worden. Manche Menschen wurden mehrfach getestet. Inzwischen geben die Labore eine Kapazität von mehr als einer Million Tests pro Woche an.

Lothar Wieler, der Geschäftsführer des Robert Koch Instituts.
Lothar Wieler, der Geschäftsführer des Robert Koch Instituts.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 28. Mai, 17.20 Uhr: Arzneimittelkommissions-Chef sieht Remdesivir-Zulassung kritisch

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, steht einer baldigen eingeschränkten Zulassung des Medikaments Remdesivir zur Behandlung von Corona-Erkrankten kritisch gegenüber. 

"Wir wissen noch viel zu wenig über die Nebenwirkungen", sagte Ludwig der Tagesschau. Das einzige, was Remdesivir bisher gezeigt habe, sei, dass es die Krankheitsdauer um vier Tage verkürzt. "Aber das Mindeste müsste doch sein, dass die Patienten, die es rechtzeitig bekommen, weniger schwer krank werden."

Eine baldige Zulassung des ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelten Medikaments wird derzeit erwartet. Schon jetzt können Covid-19-Patienten in bestimmten Fällen damit behandelt werden. Es sei ein ungewöhnlicher Schritt, dass der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) schon vor der Zulassung einen breiteren Einsatz ermöglicht habe, hatte Clemens Wendtner Mitte Mai gesagt. Er ist Chefarzt an der Klinik für Infektiologie der München Klinik Schwabing, die an weltweiten Studien zu Remdesivir beteiligt ist. Die Spitze der EMA habe mitgeteilt, dass eine Zulassung noch "vor dem Sommer" erfolgen könnte, sagte Wendtner.

Das Medikament Remdisivir.
Das Medikament Remdisivir.  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Update, 28. Mai, 17.15 Uhr: Dehoga: Mehrkosten durch Corona-Auflagen belasten Restaurants

Obwohl Restaurants in ganz Deutschland inzwischen wieder geöffnet haben, drücken vor allem Mehrkosten durch die Corona-Auflagen aus Sicht des Branchenverbands Dehoga den Umsatz. 

"Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen, noch einmal deutlich erhöhte Hygienestandards, neue Dokumentations- und Registrierungspflichten bedeuten für die Unternehmer in der Tat viel höhere Aufwendungen bei gleichzeitig viel weniger Umsatz", teilte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges auf Anfrage mit. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet.

Hinzu kämen deutlich gestiegene Lebensmittelpreise im April. "Insgesamt lagen die Preise für Nahrungsmittel 4,8 Prozent über den Vorjahreswerten", sagte Hartges mit Blick auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Hinzu kommen ausbleibende Umsätze auch nach der Öffnung. "Nach dem Neustart melden fast 80 Prozent der Betriebe Umsatzverluste in Höhe von 50 und mehr Prozent als in einer üblichen Maiwoche", sagte Hartges.

Die gesenkte Mehrwertsteuer für den Vor-Ort-Verzehr auf 7 Prozent führe deshalb nicht dazu, dass die Restaurantpreise für Verbraucher sinken würden, sagte im "Tagesspiegel" Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Die Maßnahme helfe aber, die Verluste und Mehrkosten "zumindest ein wenig zu kompensieren".

Die Restaurants und Biergärten leiden unter den Auflagen. (Symbolfoto)
Die Restaurants und Biergärten leiden unter den Auflagen. (Symbolfoto)  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 28. Mai, 17.10 Uhr: Kroatien erlaubt Einreise ohne Nachweis von Gründe

Das Urlaubsland Kroatien erlaubt Bundesbürgern wieder die Einreise ohne Nachweis von Gründen. Dies beschloss die Regierung des EU-Partners am Donnerstag in Zagreb. 

Bisher mussten Reisende an der Grenze die Buchung einer Unterkunft oder die Bestätigung für einen Immobilien- oder Bootsbesitz in Kroatien vorlegen. Die Lockerung betrifft auch die Bürger neun weiterer EU-Staaten: Österreich, Slowenien, Tschechien, die Slowakei, Polen, Ungarn, Litauen, Lettland und Estland.

Reisende aus diesen Ländern müssen künftig an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, können sich Urlauber ein Formblatt von der Webseite "entercroatia.mup.hr" herunterladen.

Kroatiens Wirtschaft ist in hohem Maße vom Fremdenverkehr abhängig. Das Land mit seiner langen, buchtenreichen Adriaküste und den zahlreichen Inseln ist bei deutschen Urlaubern beliebt. 

Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, ging zuletzt stark zurück. Von Mittwoch auf Donnerstag wurde im ganzen Land ein einziger Fall gemeldet. 

Update, 28. Mai, 17 Uhr: 400 Menschen brechen aus Corona-Isolationszentrum aus

In Malawi sind rund 400 Menschen den Behörden zufolge aus einem Corona-Isolationszentrum ausgebrochen. 

Die Menschen waren nach ihrer Rückkehr aus dem Nachbarland Mosambik auf Covid-19 getetet worden und mussten auf Anordnung der Regierung in einem Stadion in der Stadt Blantyre auf ihre Ergebnisse warten. Doch die Menschen klagten über schlechte Bedingungen in dem Stadion. "Wir hatten kein Essen, kein Wasser und die Toiletten waren unglaublich unordentlich", hieß es in einem Bericht eines Betroffenen.

Daraufhin brachen am Mittwoch 400 Menschen aus dem Stadion aus, wie der Gesundheitsdirektor für den Bezirk, John Kawalazira, mitteilte. Der Polizei zufolge wird der Vorfall untersucht. Am Donnerstag war das Stadion leer, bis auf verlassene Zelte und einige Polizisten, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Im südostafrikanischen Malawi, einem der ärmsten Länder der Welt, wurden bislang der panafrikanischen Gesundheitsbehörde zufolge 101 Fälle von Covid-19 bestätigt.

Update, 28. Mai, 16.40 Uhr: 72-Corona-Fälle in UPS-Zentrum nahe Hannover

Beim Logistikkonzern UPS in Langenhagen bei Hannover haben sich 72 Mitarbeiter des Verteilzentrums mit dem Coronavirus infiziert. Das teilten das Sozialministerium und die Region Hannover am Donnerstag mit. 

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Das UPS-Zentrum in Langenhagen nahe Hannover.
Das UPS-Zentrum in Langenhagen nahe Hannover.  © Peter Steffen/dpa

Update, 28. Mai, 16.35 Uhr: Rumänien öffnet Schwarzmeer-Strändee

Rumänien erlaubt von Montag an wieder den Betrieb von Gaststätten unter freiem Himmel sowie Open-Air-Veranstaltungen mit bis zu 500 Teilnehmern. Dies kündigte Staatspräsident Klaus Iohannis am Donnerstag an. Auch die die Schwarzmeer-Strände werden wieder geöffnet. 

Wegen der Corona-Pandemie sind allerdings Mindestabstände von zwei Metern zwischen Liegestühlen, Sonnenschirmen und Café-Tischen vorgeschrieben. Zudem dürfen die Rumänen ab Montag wieder frei innerhalb des eigenen Landes reisen. Bislang dürfen sie ihren Wohnort nur mit triftiger Begründung verlassen.

Iohannis erklärte ferner, dass nunmehr "der internationale Transport auf Schienen und Straßen" freigegeben sei. Unklar blieb, ob die Grenzen für Ausländer geöffnet werden. Die Grenzpolizei erklärte auf Anfrage, dass sich an der bisherigen Regelung nichts geändert habe: Ausländer dürfen nur als Transit-Touristen oder aus nachgewiesenen triftigen beruflichen Gründen einreisen.

In Rumänien sind bis Donnerstag 1229 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. In dem Land mit rund 18 Millionen Einwohnern haben sich seit Ausbruch der Pandemie 18 594 Menschen infiziert.

Update, 28. Mai, 16.20 Uhr: Mittlerweile 200 Corona-Infektionen nach Baptisten-Gottesdienst

Nach dem Gottesdienst einer Freikirche in Frankfurt am Main am 10. Mai sind bis Donnerstag 200 Menschen aus dem Umfeld der Gemeinde positiv auf Covid-19 getestet worden. 

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Das Gemeindehaus der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde in Frankfurt.
Das Gemeindehaus der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde in Frankfurt.  © Arne Dedert/dpa

Update, 28. Mai, 16.15 Uhr: Umfrage: Fast drei von vier Deutschen finden Corona-Maßnahmen richtig

Die im März beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bewerten einer repräsentativen Umfrage zufolge fast drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) rückblickend als richtig. 

Für 15 Prozent der Befragten gingen sie zu weit, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hervorgeht. Für neun Prozent der Befragten gingen die Maßnahmen demnach nicht weit genug.

Die Lockerungen der Corona-Einschränkungen halten den Angaben zufolge 58 Prozent der Deutschen für richtig. Jeder Vierte (25 Prozent) gab dagegen an, die Lockerungen gingen zu weit. Für 15 Prozent gingen sie nicht weit genug.

Die teilweise auch rigorosen Maßnahmen halten die meisten Deutschen für richtig.
Die teilweise auch rigorosen Maßnahmen halten die meisten Deutschen für richtig.  © Marijan Murat/dpa

Update, 28. Mai, 16 Uhr: Thüringer Oberbürgermeister halten Weg der Lockerungen für falsch

Die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte in Thüringen haben den Freistaat vor einem Sonderweg bei weitergehenden Lockerungen gewarnt. Vor allem bei den Kontaktbeschränkungen könne nicht auf eine klare Festlegung verzichtet werden, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung der Stadtoberhäupter vonGera, Jena, Weimar, Eisenach, Erfurt und Suhl. Lockerungen in diesem Bereich könnten nur so weit gehen, wie es sich aus Sicht des Infektionsschutzes und der Nachverfolgbarkeit vertreten lasse.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni zu verlängern. Thüringen hält sich aber abweichende Regelungen offen. Zu den Vorschlägen des Bundes gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit oder zu Hause treffen dürfen. In Thüringen ist das Treffen von Mitgliedern von zwei Haushalten bereits erlaubt.

Zwar sei es richtig, Schritte hin zu einer neuen Normalität zu unternehmen, erklärten die Oberbürgermeister. Neben dem Vertrauen auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen müssten aber weiterhin gewisse Regeln gelten. Daher sollten trotz der von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) geplanten Rückkehr in den Regelmodus ein Minimum an Maßnahmen für das ganze Land verbindlich bleiben.

Dazu gehörten das Vorliegen von Hygienekonzepten beim organisierten Zusammentreffen von Menschen, die Abstandsregel, die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, Kontaktnachverfolgung und ausreichende Testkapazitäten. Unter Aufhebung aller bisherigen Anordnungen nur noch im Nachhinein auf das Entstehen neuer Hotspots zu reagieren, sei der falsche Weg.

Update, 28. Mai, 15.40 Uhr: Lindner kritisiert von der Leyen: Paket könnte EU schwächen statt stärken

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner wertet den 750-Milliarden-Wiederaufbauplan für Europa von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kritisch. "Wir sehen die Gefahr, dass dieser große Fonds am Ende Europa nicht stärken, sondern schwächen könnte", sagte er am Donnerstag in Berlin. 

Hilfsgelder zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie müssten zielgerichtet an Problemen ansetzen, Wachstum und Arbeitsplätze generieren sowie die Transformation der europäischen Wirtschaft in den kommenden Jahren anschieben. "Aber wir wollen keine Anreize dafür setzen, dass auch schon vor Corona notwendige Reformen in den Mitgliedsländern unterbleiben."

Von der Leyens Plan sieht vor, 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und weitere 250 Milliarden Euro als Kredite für den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Krise zu vergeben. Finanziert werden soll das Programm über Schulden, die die EU-Kommission mit Hilfe von Garantien der EU-Staaten aufnehmen und dann zwischen 2028 und 2058 über den EU-Haushalt zurückzahlen will.

Lindner betonte, Europa brauche Investitionen in Zukunftstechnologien und Wachstumsimpulse. "Was Europa nicht braucht, sind neue Transfers, mit denen alte Probleme weiter zugedeckt und Haushaltslöcher gestopft werden." 

Nach derzeitigem Stand gehe die FDP davon aus, dass wegen der großen Tragweite im Bundestag eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Pläne notwendig sein werde, sagte der FDP-Chef. Genau lasse sich das aber erst sagen, wenn diese konkret auf dem Tisch lägen.

Christian Lindner und Ursula von der Leyen 2017 gemeinsam in der Talkshow "Maischberger".
Christian Lindner und Ursula von der Leyen 2017 gemeinsam in der Talkshow "Maischberger".  © Imago Images / Revierfoto

Update, 28. Mai, 15.35 Uhr: Weil er sich weigerte, auf Gehalt zu verzichten? Union Berlin suspendiert Sebastian Polter

Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin hat Stürmer Sebastian Polter mit sofortiger Wirkung suspendiert. Das gab der Verein aus Köpenick am Donnerstag bekannt. 

Demnach soll der Spieler sich offenbar im Zuge der Coronakrise geweigert haben, auf Gehalt zu verzichten. 

Alle Infos dazu findest Du >>> HIER

Union Berlins Stürmer Sebastian Polter.
Union Berlins Stürmer Sebastian Polter.  © Andreas Gora/dpa

Update, 28. Mai, 15.20 Uhr: Wissenschaftler: Mehr als 100.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA nach Angaben von Wissenschaftlern mehr als 100.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor, die am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlicht wurden. 

Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt demnach bei etwa 1,7 Millionen. Weltweit wurden mehr als 5,7 Millionen Fälle registriert - bei mehr als 350.000 Toten. Erst am Montag vergangener Woche war in den USA die Zahl von 90.000 Toten überschritten worden.

Noch vor einigen Wochen war das Institut IHME der Universität Washington in Seattle davon ausgegangen, dass sich die Opferzahl in den USA im Hochsommer bei etwa 90.000 stabilisieren würde. Mittlerweile gehen die IHME-Wissenschaftler davon aus, dass die Zahl der Toten bis Anfang August auf 132.000 ansteigen könnte. Das Modell wird immer wieder aktualisiert - auch, weil die US-Bundesstaaten Eindämmungsmaßnahmen inzwischen lockern.

Die Weiße Haus hat das IHME-Modell mehrfach für seine eigenen Prognosen herangezogen. US-Präsident Donald Trump selber hatte zu Monatsbeginn gesagt, er hoffe, dass die Zahl der Toten in den USA unter 100.000 bleiben würde. Mitte April hatte Trump erklärt, seine Regierung rechne mit 60.000 bis 65.000 Toten.

Wissenschaftler des Imperial College in London, deren Prognosen Trump in der Krise wiederholt zitiert hat, warnten am vergangenen Donnerstag, das Virus sei in den meisten US-Bundesstaaten noch nicht unter Kontrolle. Sollte die Mobilität von Menschen in den USA ohne weitere Kontrollmaßnahmen wieder zunehmen, sei mit einem bedeutenden Wiederaufflammen der Epidemie zu rechnen. Schätzungen zufolge könnte sich die Zahl der Toten dann binnen zwei Monaten mehr als verdoppeln.

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Opfer jedoch unter anderem in Spanien, Großbritannien und Italien höher. Dort starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 55 Menschen pro 100.000 Einwohner. In den USA waren es 31. In Deutschland hingegen starben demnach nur 10 Menschen pro 100.000 Einwohner.

Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität zuletzt allerdings auch wieder nach unten korrigiert.

Trump drängt seit einiger Zeit darauf, dass Bundesstaaten die Schutzmaßnahmen lockern, damit die schwer angeschlagene US-Wirtschaft wieder in Gang kommt. Seit der Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie im März haben mehr als 40 Millionen Menschen in den USA mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Trump geht davon aus, dass sich die Wirtschaft im vierten Quartal des Jahres erholen wird und 2021 wieder rasant wächst.

Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Demokraten bei der Wahl im November, Joe Biden, kritisierte das Krisenmanagement des Republikaners. "Donald Trump beweist jeden Tag, wie ungeeignet er dafür ist, unsere Nation zu führen", schrieb Biden auf Twitter. Zu den 100.000 Toten meinte der Ex-Vizepräsident: "Es gibt Momente in unserer Geschichte, die so düster, so herzzerreißend sind, dass sie für immer in jedem unserer Herzen als geteilte Trauer verankert sind." Den Angehörden der Toten sprach er sein Beileid aus.

In den USA gibt es laut Wissenschaftlern mehr als 100.000 Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie. (Symbolbild)
In den USA gibt es laut Wissenschaftlern mehr als 100.000 Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie. (Symbolbild)  © Seth Wenig/AP/dpa

Update, 28. Mai, 15.15 Uhr: Deutsche Flughäfen stürzen auf historischen Tiefstand

Die deutschen Flughäfen mussten im April einen historischen Tiefstand der Passagierzahlen hinnehmen. Nur noch 294.402 Passagiere wurden gezählt, 98,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der Branchenverband ADV am Donnerstag in Berlin mitteilte. Im April 2019 hatte es noch rund 21 Millionen Fluggäste gegeben.

Die Corona-Krise hatte die Passagierzahl im März schon um knapp zwei Drittel einbrechen lassen. Für die April-Passagierzahl aller 22 Standorte hätte rechnerisch ein einziger Airport von der Größe des Flughafens Nürnberg ausgereicht. Der Verband betonte jedoch: "Im besten Sinne der öffentlichen Daseinsvorsorge sind alle Flughäfen in Betrieb."

Im April flogen fast nur noch Passagiermaschinen, die im Auftrag der Bundesregierung Urlauber aus dem Ausland zurückholten, wie die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) erklärte. Es gab knapp 21.000 Flüge, ein Minus von 88 Prozent.

"Weltweit stehen die Passagierflotten am Boden", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Die noch vorhandenen Flugbewegungen sind zum überwiegenden Teil auf Frachtflüge zurückzuführen." Ein Großteil habe medizinische Hilfsgüter geladen.

Gähnende Leere trotz Hygienemaßnahmen am Airport Köln/Bonn.
Gähnende Leere trotz Hygienemaßnahmen am Airport Köln/Bonn.  © Marius Becker/dpa

Update, 28. Mai, 15.10 Uhr: Experten sehen keinen normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien

Nach Einschätzung mehrerer Bildungsexperten werden die Schulen auch nach den Sommerferien noch nicht zurück in den Normalbetrieb gehen können. "Die Planungen des neuen Schuljahres sollten nicht von einer Wiederkehr des gewohnten 'schulischen Regelbetriebs' ausgehen", heißt es in den Empfehlungen einer 22-köpfigen Expertenkommission für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung, die am Donnerstag vorgestellt wurden. Vorsitzender der Kommission ist Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Den Empfehlungen stehen allerdings Äußerungen aus einzelnen Bundesländern entgegen, wonach für das nächste Schuljahr wieder ein regulärer Schulbetrieb angestrebt wird. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) oder Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) etwa hatten das in Aussicht gestellt.

In dem 45-seitigen Papier wird nun für den Fall eines weiterhin bestehenden eingeschränkten Schulbetriebs empfohlen, dass jüngere Schüler vor älteren Jahrgängen Vorrang beim Präsenzunterricht haben sollten und dass Lehrpläne und Prüfungsinhalte für das nächste Schuljahr reduziert werden. 

"Die Vergabe von Abschlüssen sollte soweit möglich von Zensuren entkoppelt und auf das klassische Sitzenbleiben verzichtet werden", heißt es weiter. Die Experten empfehlen außerdem, dass bedürftige Schüler ohne eigene Laptops oder Tablets zu Beginn des Schuljahres mit Leihgeräten ausgestattet werden.

Schüler sitzen bei einer Abiturprüfung in der Corona-Krise.
Schüler sitzen bei einer Abiturprüfung in der Corona-Krise.  © Felix Kästle/dpa

Update, 28. Mai, 15.05 Uhr: Neue Regeln für Passagiere und Flughäfen in der Türkei

Vor der Wiederaufnahme des inländischen und internationalen Flugverkehrs hat die Türkei für Reisende und Flughäfen neue Regeln aufgestellt. Lokale Medien berichteten am Donnerstag über ein Dokument der Zivilen Luftfahrtbehörde vom Mittwoch, das in Terminals unter anderem eine Maskenpflicht für alle vorsieht. 

Wer nicht reist, sondern Reisende nur verabschiedet oder empfängt, darf zudem Flughafengebäude nicht mehr betreten, sondern muss draußen warten. Ausnahmen gibt es nur für Menschen, die ohne Begleiter nicht auskommen.

Passagieren aus "riskanten Regionen" werden dem Regelwerk zufolge nach Möglichkeit spezielle Eingänge zugewiesen. Es wird allerdings nicht nach Nationen aufgeschlüsselt, wer in diese Kategorie fällt. An den Eingängen von Flughäfen soll Reisenden und Personal außerdem entweder mit Wärmekameras oder Thermometern die Körpertemperatur gemessen werden. 

Bei der Gepäckaufgabe und anderswo gelten Abstandsregeln. Spielplätze sowie Raucher- und Gebetsräume könnten nur begrenzt zugänglich sein oder geschlossen bleiben.

Passagiere werden außerdem nur noch eingeschränkt Kabinengepäck in die Flugzeuge mitnehmen dürfen. Erlaubt sind aber weiter Handtaschen, Laptoptaschen und Babyzubehör.

Türkische Fluglinien wollen zwischen Anfang und Mitte Juni ihre Flüge wieder aufnehmen. Die halbstaatliche Gesellschaft Turkish Airlines beispielsweise will ab dem 4. Juni im Land wieder fliegen und ab dem 10. Juni international unterwegs sein. Der Tourismus ist eine Schlüsselindustrie für die gebeutelte türkische Wirtschaft.

Flugzeuge der Turkish Airlines in Istanbul.
Flugzeuge der Turkish Airlines in Istanbul.  © Lefteris Pitarakis/AP/dpa

Update, 28. Mai, 15 Uhr: American Airlines will Tausende Jobs streichen

Die angeschlagene US-Fluggesellschaft American Airlines will angesichts der Corona-Pandemie rund 30 Prozent ihres Management- und Assistenzpersonals abbauen. Die Kosten müssten weiter gesenkt werden, um in der Krise liquide bleiben zu können, schrieb Vizepräsidentin Elise Eberwein in einem Memo vom Mittwochabend (Ortszeit) an die Mitarbeiter. Rund 5000 Jobs sind nach Angaben des Unternehmens von diesen Sparmaßnahmen betroffen.

American Airlines will zunächst auf freiwillige Abfindungen setzen, aber wenn nötig auch Kündigungen aussprechen. Details sollen im Juli kommuniziert werden. Die Stellenstreichungen betreffen die oberen Etagen des Konzerns, doch es gab auch schon starke Einschnitte in anderen Bereichen. Laut Eberwein hatten schon fast 39.000 Mitarbeiter freiwillige Auszeiten oder vorzeitigen Ruhestand akzeptiert.

Die Corona-Pandemie hat den Flugverkehr nahezu zum Erliegen und die Luftfahrtindustrie in schwere Finanznot gebracht. Die US-Regierung hat ein großes Rettungspaket für Fluggesellschaften aufgelegt, aus dem American Airlines 5,8 Milliarden Dollar erhielt. 

Im Rahmen der Hilfen - einer Mischung aus Fördermitteln und Krediten - hatten sich die Airlines verpflichtet, bis zum 31. September keine Mitarbeiter unfreiwillig zu beurlauben und deren Gehälter nicht zu kürzen.

Ende April hatte das Unternehmen mit Sitz im texanischen Fort Worth seinen ersten Quartalsverlust seit der Rückkehr aus der Insolvenz im Jahr 2013 gemeldet. 

In den drei Monaten bis Ende März fiel unterm Strich ein Minus von 2,2 Milliarden Dollar (2,0 Mrd Euro) an. Der Umsatz brach im Jahresvergleich um knapp 20 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar ein. American Airlines beschäftigte bis Ende 2019 weltweit nach eigenen Angaben rund 130.000 Menschen.

American Airlines will in der Corona-Kruse Tausende Jobs streichen.
American Airlines will in der Corona-Kruse Tausende Jobs streichen.  © Lm Otero/AP/dpa

Update, 28. Mai, 14.41 Uhr: Tschechien kritisiert Verteilerschlüssel der EU bei Corona-Hilfen

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat Einwände gegen den Verteilschlüssel für die geplanten milliardenschweren Corona-Krisenhilfen der EU angemeldet. "Man muss Wirtschaftswachstum und Konkurrenzfähigkeit in der gesamten EU gleichermaßen stärken", sagte der Gründer der populistischen Partei ANO am Donnerstag der Agentur CTK. Kleine, stark exportorientierte Länder wie Tschechien litten unter der Krise besonders.

Babis lehnte es ab, dass die nationale Arbeitslosenquote eine starke Rolle beim Verteilschlüssel spielen solle. Wer die Arbeitslosigkeit selbst in schwierigen Zeiten niedrig halte, dürfe nicht bestraft werden. Nach Zahlen von Eurostat hatte Tschechien im März die niedrigste saisonbereinigte Arbeitslosenquote innerhalb der EU. Grundsätzlich sei die geplante Summe "zu groß".

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch ein 750-Milliarden-Euro-Programm vorgestellt. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschuss und 250 Milliarden als Kredit vergeben werden. Italien und Spanien sollen am stärksten profitieren.

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis kritisiert den EU-Verteilerschlüssel für die Corona-Hilfen.
Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis kritisiert den EU-Verteilerschlüssel für die Corona-Hilfen.  © Ondøej Deml/CTK/dpa

Update, 28. Mai, 14.35 Uhr: Sachsen kündigt Lockerungen für den Sport an

Sachsen will Einschränkungen für den Sport in der Corona-Kreise nach Pfingsten weitgehend lockern. Grundsätzlich sollen ab 6. Juni alle Sportstätten wieder offen sein. Dies gelte für alle Sportarten, sagte Innenminister Roland Wöller (CDU) am Donnerstag beim Video-Briefing der Regierung in Dresden. 

Auch Schwimmhallen dürfen wieder öffnen. Wettkämpfe sind erlaubt - allerdings ohne Publikum. Im Sport sind Hygieneregeln einzuhalten, der Freistaat gibt diese aber nicht mehr pauschal vor und sieht die Fachverbände in der Pflicht. Die Öffnung sei auch ein wichtiges Signal für den Kinder- und Jugendsport, sagte Wöller. Hallenbäder müssten genehmigte Hygienekonzepte der lokalen Behörden vorlegen.

"Die gegenwärtige Entwicklung der Pandemie ermöglicht uns diese Lockerungen. Auch im Bereich des Sports setzen wir nun noch stärker auf die Eigenverantwortung der Sportler und Vereine", erklärte Wöller. "Gerade Mannschafts- und Kontaktsportarten können somit wieder regulär trainieren. Die neue Regelung bringt aber nicht nur mehr Freiheiten mit sich, sondern verpflichtet den Vereinssport auch weiterhin, Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich der Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu treffen", betonte Ulrich Franzen, Präsident des Landessportbundes Sachsen.

Schwimmhallen dürfen wieder öffnen. (Symbolbild)
Schwimmhallen dürfen wieder öffnen. (Symbolbild)  © Ove Landgraf

Update, 28. Mai, 14.33 Uhr: Aufschrei in Indonesien: Coronavirus mit Frau verglichen

Der indonesische Sicherheitsminister Mohammad Mahfud hat einen Vergleich zwischen dem Coronavirus und Frauen aufgegriffen und dafür harsche Kritik von Frauenorganisationen und Nutzern im Internet erfahren. Seine Bemerkung fiel, als er in einem auf Youtube veröffentlichten Video für die schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen warb, die die indonesische Regierung plant.

"Wir können uns an die Situation anpassen und dennoch auf unsere Gesundheit aufpassen", sagte er. Und fügte dann den nun kritisierten Part hinzu: "Letztens bekam ich ein Meme von meinem Kollegen Luhut Pandjaitan, in dem es heißt: 'Corona ist wie Deine Frau. Am Anfang versuchst Du, sie zu kontrollieren, dann wirst Du gewahr, dass dies nicht geht. Danach lernst Du, damit zu leben'", sagte er auf Englisch. Pandjaitan, der Minister für Marine und Investment, wurde auch dafür kritisiert, doch erst Mahfud hatte diesen "Witz" in der Öffentlichkeit ausgesprochen. Als Memes (ausgesprochen mim) werden Bilder und Clips bezeichnet, die im Internet viel verbreitet werden.

"Diese Erklärung spiegelt nicht nur die Inkompetenz der Regierung bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie wider, sondern zeigt auch die sexistische und frauenfeindliche Haltung von Beamten", teilte die indonesische Frauenorganisation Women's Solidarity Society dazu mit. "Witze, die Frauen zu Objekten machen, tragen nur dazu bei, die Kultur der Gewalt gegen Frauen zu normalisieren."

Update, 28. Mai, 14.30 Uhr: Litauen und Estland wollen bei zweiter Corona-Welle anders handeln

Litauen und Estland wollen bei einer zweiten Welle des Coronavirus keinen landesweiten Lockdown mehr verhängen und auch die Wirtschaft nicht komplett herunterfahren. In einem solchen Fall würden gezielte Maßnahmen an lokalen Epizentren ergriffen, sagten die Regierungschefs Saulius Skvernelis und Jüri Ratas am Donnerstag in Rundfunk-Interviews.

"Viele Länder würden sich ein wenig anders verhalten, da wir in ganz Europa und auf der ganzen Welt schmerzhafte Lektionen bei der Bewältigung der Pandemie hatten", sagte Skvernelis im litauischen Radio. Sollte es zu einem erneuten Ausbruch kommen, werde sich die Regierung auf die Brennpunkte konzentrieren. 

Dafür gebe es bereits einen Plan. Ähnlich äußerte sich Ratas: "Das allgemeine Prinzip muss sein, dass nicht Estland zum Erliegen kommt, sondern das Virus."

In den beiden baltischen Staaten hatten die Regierungen früh mit strikten Maßnahmen auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Mitte März wurde der landesweite Ausnahmezustand verhängt. 

Seither hat sich die Lage deutlich verbessert - die Infektionszahlen sind im internationalen Vergleich eher gering. Inzwischen wurden die Maßnahmen wieder gelockert.

Update, 28. Mai, 14.20 Uhr: Lindner warnt vor Schäden durch unterbliebene Bildung wegen Corona

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat vor negativen Folgen für Kinder durch den coronabedingt fehlenden Kita- und Schulbesuch gewarnt. "Die Schäden durch unterbliebene Bildung, unterbliebene Förderung sind immens", sagte er am Donnerstag in Berlin. 

"Hier droht ein Fadenriss." Das gelte insbesondere für die Kinder, die zu Hause nicht die nötigen Anregungen bekämen. "Und bei Lichte betrachtet brauchen auch viele Erwachsene wieder die Kita und die Schule, noch nicht einmal zuerst aus beschäftigungspolitischen Gründen, sondern weil in vielen Familien langsam die Nerven blank liegen."

Der Vorsitzende der Freien Demokraten forderte daher, "dass noch vor den Sommerferien Kitas und Schulen wieder in den modifizierten Regelbetrieb wechseln". Dies müsse unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln und möglicherweise in rollierenden Systemen, aber mit Verlässlichkeit für einige Stunden in der Woche geschehen. Lindner wies daraufhin, dass nach wissenschaftlichen Erkenntnissen "Kinder und Jugendliche zumindest nicht die Haupttreiber der Pandemie sind".

Familien und Kinderschützer berichteten, "dass die Situation inzwischen teils dramatisch wird", sagte Lindner mit Blick darauf, dass viele Kinder und Jugendliche seit Wochen zu Hause bleiben, weil Kitas und Schulen coronabedingt geschlossen sind. "Das sind schon psycho-soziale Belastungsfaktoren. Und je weniger lang sie andauern, desto besser."

Christian Lindner.
Christian Lindner.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 28. Mai, 14.05 Uhr: Bundeselternrat: Volle Klassenstärke realitätsfremd

In der Diskussion über eine weitere Öffnung der Schulen sieht der Bundeselternrat mittelfristig keine Möglichkeit für eine Rückkehr von allen Schülern in voller Klassenstärke. "Unterricht in voller Klassenstärke wird in den Schulen aufgrund der Platzverhältnisse in den Schulen nicht möglich sein und ist realitätsfremd", sagte der Bundesvorsitzende Stephan Wassmuth am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Man erwarte aber, dass alle Schulen nach den Sommerferien möglichst Präsenzunterricht anbieten. "Wo dies nicht umsetzbar ist, ist qualifizierter Fernunterricht ein wichtiges Instrument zur Unterstützung."

Wassmuth sprach sich gegen regelmäßige Tests von Schülern aus. Diese böten nur eine Scheinsicherheit, griffen zu stark in die Persönlichkeitsrechte der Schülerinnen und Schüler ein und mache diese "erneut zu Versuchskaninchen". Höchste Priorität müssten weiterhin die Hygienepläne an den Schulen haben. Der Bundeselternrat ist der Dachverband der Landeselternvertretungen in Deutschland.

Schleswig-Holstein hatte am Mittwoch entschieden, dass dort alle Grundschüler schon vom 8. Juni an wieder zur Schule gehen sollen - und zwar ohne Abstandsregeln. Ab Mitte Juni peilt auch Sachsen-Anhalt für Grundschüler wieder einen Betrieb in gesamter Klassenstärke an. 

In Baden-Württemberg ist das ab Ende Juni geplant. Vertreter anderer Bundesländer hatten zuletzt nicht mehr ausgeschlossen, dass zumindest nach den Sommerferien an den Schulen wieder ein Regelbetrieb stattfinden kann.

Ein leeres Klassenzimmer.
Ein leeres Klassenzimmer.  © Arne Dedert/dpa

Update, 28. Mai, 14 Uhr: Mehr Lohnersatz für Eltern, weniger Steuern für Restaurants

Der Staat greift berufstätigen Eltern, Arbeitnehmern in Kurzarbeit und Restaurants in der Corona-Krise noch stärker unter die Arme. Der Bundestag beschloss am Donnerstag gleich mehrere Finanzspritzen, die noch vor dem geplanten Konjunkturprogramm schnell und unkompliziert wirken sollen. So sollen Eltern länger Lohnersatz bekommen, wenn sie wegen der Kinderbetreuung zu Hause nicht arbeiten können. Für Restaurants sind Steuererleichterungen vorgesehen. Damit die Maßnahmen in Kraft treten, muss der Bundesrat noch zustimmen.

Es sei aber klar, dass das alles zur wirtschaftlichen Bewältigung der Pandemie nicht ausreiche, betonten Regierungsfraktionen und Opposition im Bundestag. In der kommenden Woche wollen Union und SPD deshalb weitere Konjunkturhilfen vorlegen, die der Wirtschaft nach der Krise wieder auf die Beine helfen und die Bürger entlasten sollen.

Die am Donnerstag im Eilverfahren beschlossenen Hilfen richten sich vor allem an Familien und die wegen wochenlanger Schließungen besonders gebeutelte Gastronomie:

LOHNERSATZ FÜR ELTERN

Väter und Mütter, die wegen der Einschränkungen bei Kitas und Schulen nicht arbeiten können, bekommen länger Geld vom Staat. Der Lohnersatz wird von bisher 6 auf bis zu 20 Wochen verlängert. Jedes Elternteil bekommt Anspruch auf 10 Wochen Entschädigung, Alleinerziehende auf 20 Wochen. 

Außerdem soll der Zuschuss künftig auch tageweise gelten, wenn die Kinder nur ab und zu in Kita oder Schule dürfen. Der Staat zahlt 67 Prozent des Nettoeinkommens, höchstens aber 2016 Euro im Monat.

Bedingung für den Lohnersatz ist, dass die Kinder jünger als zwölf oder wegen einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sind und dass es sonst "keine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit" gibt. Die FDP kritisierte, dass die Betreuung während der Arbeit im Homeoffice derzeit als zumutbar gilt. "Homeoffice und Kinderbetreuung sind zwei Jobs, die dauerhaft nicht ohne erhebliche Einschnitte zusammen erledigt werden können", betonte der Abgeordnete Grigorios Aggelidis. Eltern die Hilfen zu verweigern, wenn sie ihren Job grundsätzlich in Heimarbeit machen könnten, sei falsch.

Die Bundesregierung hatte zuletzt geschätzt, dass von den rund 4 Millionen Erwerbstätigen mit Kindern unter zwölf Jahren rund 1,4 Millionen die Entschädigung erhalten könnten. Eine neue Prognose sei wegen der schrittweisen Öffnung der Schulen und Kitas aber schwierig.

Eine Frau arbeitete im Homeoffice.
Eine Frau arbeitete im Homeoffice.  © Sebastian Gollnow/dpa

WENIGER MEHRWERTSTEUER AUF ESSEN IN RESTAURANTS

Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie wird vorübergehend von 19 auf 7 Prozent gesenkt.

So sollen Restaurants unterstützt werden, die wegen der Pandemie große Umsatzeinbrüche haben. Die Steuersenkung gilt ab Juli und befristet für ein Jahr.

Die Opposition kritisierte, das wirke nur, wenn die Restaurants auch wieder Umsätze machten. Außerdem würden Kneipen, Bars und Clubs vergessen - denn die Mehrwertsteuer auf Getränke soll nicht gesenkt werden. "Statt der kleinen Eckkneipe zu helfen, werfen Sie hier einen alten Hut in den Ring", sagte der Linken-Abgeordnete Stefan Liebig. Kneipen bräuchten direkte Zuschüsse. Die SPD stellte in Aussicht, sie dafür im geplanten Konjunkturprogramm zu berücksichtigen.

STEUERFREIE ZUSCHÜSSE

Der Bundestag beschloss außerdem, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei bleiben sollen.

Millionen Bürger sind wegen der Pandemie gerade in Kurzarbeit. Viele Firmen hatten angekündigt, das Kurzarbeitergeld ihrer Angestellten aufzustocken - weil besonders Geringverdiener sonst längerfristig kaum über die Runden kommen.

Die Steuerbefreiung gilt laut Gesetz für Zuschüsse "bis 80 Prozent des Unterschiedsbetrages zwischen dem Soll- und dem Ist-Entgelt". Konkret bedeutet das etwa bei einem alleinstehenden Arbeitnehmer mit Nettoeinkommen von 2500 Euro und 40 Prozent weniger Arbeitszeit: Der Staat stockt das übrig bleibende Nettoeinkommen von 1500 Euro zu Beginn der Kurzarbeit mit 600 Euro Kurzarbeitergeld auf. Der Arbeitgeber kann dann bis zu 200 Euro steuerfrei dazugeben.

Statt 19 Prozent soll es nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer für Restaurants geben.
Statt 19 Prozent soll es nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer für Restaurants geben.  © Peter Kneffel/dpa

Update, 28. Mai, 13.40 Uhr: Offenbar doch kein Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring

Der Formel-1-Auftakt könnte zum Stress- und Hitzetest werden - aber ohne Deutschland. In einem ersten Notkalender taucht der Hockenheimring als Austragungsort zunächst nicht auf, berichtete das Magazin "auto, motor und sport" am Donnerstag auf seiner Homepage.

Die Verantwortlichen des Kurses in Nordbaden hatten ihre Bereitschaft erklärt, in dieser Saison einzuspringen, nachdem durch die Coronavirus-Pandemie die ersten zehn Rennen hatten verschoben oder abgesagt werden müssen. Über Österreich, Ungarn, Großbritannien, Spanien, Belgien und Italien würde es dem Bericht zufolge auf den Übersee-Trip gehen.

Alle Infos dazu findet Ihr >>> HIER

Der Hockenheimring wird offenbar doch nicht aufgrund der Coronakrise zum Austragungsort eines Formel-1-Rennens.
Der Hockenheimring wird offenbar doch nicht aufgrund der Coronakrise zum Austragungsort eines Formel-1-Rennens.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 28. Mai, 13.25 Uhr: Handball-Bundesliga entscheidet Mitte Juni über Saisonstart

Die Handball-Bundesliga (HBL) will in rund drei Wochen eine Entscheidung über den Start der neuen Saison treffen. 

"Wir werden das entscheiden Mitte Juni, wo die Clubs dann Kalkulationssicherheit haben, wann sie wie mit dem Training wieder beginnen können", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann am Donnerstag dem NDR-Hörfunk. "Bis dahin warten wir ab, wie die weitere Entwicklung in Gesundheit und Politik sich entwickelt."

Die HBL-Spielzeit war vor einigen Wochen wegen der Corona-Krise abgebrochen worden. Bohmann nennt zwei mögliche Termine für den Start der neuen Saison. 

"Entweder Anfang September oder Anfang Oktober. Das hängt so ein bisschen von den behördlichen Genehmigungen ab", sagte der 55-Jährige. "Je früher eigentlich desto besser, weil der Spielplan wird sehr eng. Wenn wir später anfangen, wird die Dichtheit der Termine zunehmen."

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.
HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.  © picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa

Update, 28. Mai, 13.15 Uhr: Deutsche Theater schreiben Merkel - Sorge um Bestand der Kultur

23 Intendanten und Schauspieldirektoren von deutschen Theatern haben in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) anteilige Bundesmittel gefordert, damit Kommunen künftig trotz der Corona-Krise nicht an der Kultur sparen. 

Vielen Theatern und Künstlern "steht das Wasser bis zum Hals, sowohl kurzfristig als auch und vor allem in der weiteren Perspektive", hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben. Sie seien in großer Sorge um das Fortbestehen des kulturellen Lebens, schrieb der Intendant des Hamburger Thalia-Theaters, Joachim Lux, stellvertretend für 22 weitere große Häuser. Um die Zukunft der kleinen und großen Theater, der Künstler und der internationalen Zusammenarbeit zu sichern, sei nun der Bund in der Pflicht.

Die Intendanten großer Häuser unter anderem in Köln, Stuttgart, München, Dresden, Bochum, Frankfurt und Berlin regen in dem Schreiben zum Erhalt der Kultur an, "Bundeshilfen für die Kommunen nach dem bereits existierenden und bewährten Modell komplementärer Finanzierung zu gestalten." Dabei müsse sich der Bund zu einem bestimmten Prozentsatz beteiligen und Kommunen und Länder würden sich gleichzeitig zu einem sie nicht überfordernden Restbetrag verpflichten. 

"Mindestens aber müssten sich die Kommunen beziehungsweise Länder verpflichten, von Sparmaßnahmen an der Kultur abzusehen, auch von indirekten." Das könnte beispielsweise ein Nichtausgleich von Tariferhöhungen sein. Ein solches oder ähnliches Paket müsse schnell auf die Beine gestellt werden, "denn die nächsten Haushalte und Doppelhaushalte stehen vor der Tür".

Zudem wünschen sich die Theatermacher zusätzliche und besondere Förderinstrumente, um den internationalen Austausch der europäischen Theater nicht abbrechen zu lassen. 

Eine dritte Forderung dreht sich um Einzelkünstlerinnen und Einzelkünstler, bei denen die Corona-Mittel nicht ausreichend ankommen würden. Viele von ihnen würden in Wohngemeinschaften leben und damit durchs Förderraster fallen, weil ihre Mitbewohner im Zweifel für die Bedürftigen aufkommen sollen. "Das ist außerordentlich konfliktträchtig und wird von vielen als demütigend und würdelos empfunden." Hier sei der Arbeitsminister gefragt.

Update, 28. Mai, 13.11 Uhr: Durch Corona-Krise möglicherweise 86 Millionen Kinder mehr in Armut

Infolge der Corona-Pandemie könnten Hilfsorganisationen zufolge weltweit 86 Millionen Kinder bis zum Jahresende in Armut abrutschen. Das sei ein Anstieg um 15 Prozent, ergab eine gemeinsame Analyse des Kinderhilfswerks Unicef und der Hilfsorganisation Save the Children.

"Die Covid-19-Pandemie hat eine beispiellose wirtschaftliche und soziale Krise ausgelöst, die vielen Familien weltweit ihre Lebensgrundlage raubt", sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Hilfsorganisationen appellieren an die Regierungen, soziale Sicherungssysteme und Programme rasch und umfassend auszuweiten, um die Auswirkungen von Covid-19 auf Kinder abzumildern und Familien vor Armut zu schützen.

"Wenn wir jetzt schnell und entschlossen handeln, können wir die durch die Pandemie entstandene Gefahr für die ärmsten Länder und die am meisten benachteiligten Kinder verhindern und lindern", sagte Inger Ashing, Chefin von Save the Children International. Die Armut durch die Corona-Krise werde Kinder besonders hart treffen. "Kinder, die Hunger und Mangelernährung erleiden, und sei der Zeitraum noch so kurz, können dauerhafte Schäden davontragen."

Die Not mache sich auf verschiedene Art und Weise bemerkbar. Zum einen seien Familien aufgrund des plötzlichen Einkommensverlustes stark eingeschränkt und könnten sich etwa kaum noch die nötigsten Nahrungsmittel und sauberes Wasser leisten. Gleichzeitig könnten benötigte soziale Dienste aufgrund fehlender Steuereinnahmen eingeschränkt werden, hieß es.

Update, 28. Mai, 12.51 Uhr: Sehenswürdigkeiten mit zu engen Räumen bleiben geschlossen

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten in Bayern bleiben bis auf Weiteres geschlossen, weil in den engen Räumen die Corona-Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

Dazu gehören unter anderem das Schloss Schönbusch in Aschaffenburg, die Ruhmeshalle in München und das Schloss Veitshöchheim (Landkreis Würzburg), wie die Bayerische Schlösserverwaltung am Donnerstag in München mitteilte. Parks und Gärten seien aber weiter geöffnet.

In den Anlagen, die am Samstag beziehungsweise Dienstag wieder öffnen, wie dem Schloss Neuschwanstein oder der Residenz in Würzburg, werden die Besucherzahlen beschränkt. Obwohl der internationale Tourismus derzeit ruhe, müssten Besucher deshalb möglicherweise bei stärkerem Andrang Geduld und Verständnis mitbringen, so die Schlösserverwaltung.

Für alle Gäste gelte eine Maskenpflicht.

Update, 28. Mai, 12.25 Uhr: 111-jährige Chilenin überlebt Infektion mit dem Coronavirus

Eine 111 Jahre alte Chilenin hat eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden und ist damit die älteste Covid-19-Überlebende des Landes. Juana Zuniga, die im Juli 112 wird, war eine von 25 Infizierten in einem Altenheim in Chiles Hauptstadt Santiago, wie der Nationale Dienst für ältere Menschen (SENAMA) am Mittwoch mitteilte. Mehr dazu >> hier.

Update, 28. Mai, 12.06 Uhr: Belgisches Pokal-Finale im Fußball für 1. August angesetzt

Das verlegte belgische Pokalfinale zwischen den Fußball-Erstligisten FC Brügge und FC Antwerpen soll nun am 1. August und damit eine Woche vor dem Start der neuen Liga-Saison stattfinden. Laut der belgischen Behörden werde das Spiel ohne Zuschauer im King-Baudouin-Stadion in Brüssel ausgetragen. Ursprünglicher Termin für das Pokalfinale war der 22. März. Brügge hat nun die Möglichkeit, nach dem 16. Gewinn der Meisterschaft in dieser Saison, auch den Ligapokal zu gewinnen. Die Spielzeit in Belgiens erster Liga wurde aufgrund der Coronavirus-Pandemie vorzeitig abgebrochen.

Update, 28. Mai, 11.46 Uhr: Streit über Wiedereröffnung von Schule und Kita

Der Streit über die Wiederöffnung von Schulen und Kindergärten in der Corona-Krise verschärft sich. Immer mehr Bundesländer planen inzwischen eine schrittweise Rückkehr zum Regelbetrieb - obwohl es bisher keine gesicherten Erkenntnisse über die Ansteckungsgefahr gibt, die von Kindern ausgeht. Mehr dazu >> hier.

Ein Kind mit Mundschutz geht spazieren.
Ein Kind mit Mundschutz geht spazieren.  © Alex Rosemberg/dpa

Update, 28. Mai, 11.24 Uhr: Brand in Corona-Trakt in Krankenhaus in Bangladesch - fünf Tote

Bei einem Brand in einem Corona-Insolationstrakt eines Krankenhauses in Bangladesch sind mindestens fünf Menschen mit Covid-19-Symptomen gestorben. Die Feuerwehr fand die verkohlten Körper von einer Frau und vier Männern in den Ruinen des kürzlich gebauten Trakts, wie ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das Privatkrankenhaus gilt als eines der besten in Bangladesch. Das Feuer brach in der Nacht auf Donnerstag aus. Die Feuerwehr geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der neue Trakt nicht feuersicher gebaut worden war. Bangladesch ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt.

Update, 28. Mai, 11.09 Uhr: Bäder sollen vom 6. Juni an unter Auflagen öffnen können

Erste Bäder in Baden-Württemberg sollen vom 6. Juni an wieder öffnen können. Dies sei allerdings wegen Corona nur unter strengen Hygienevorgaben und auf der Grundlage eines detaillierten Betriebskonzeptes möglich, teilte die Lenkungsgruppe der Landesregierung am Donnerstag in Stuttgart mit. Mehr dazu >>> hier.

Update, 28. Mai, 10.55 Uhr: Opposition fordert mehr Mieterschutz in Corona-Krise

Die Opposition im Landtag hat die schwarz-gelbe Landesregierung aufgerufen, Mieter in der Corona-Krise besser zu schützen.

Die Koalition solle sich in Berlin dafür einsetzen, dass der Bund den Kündigungsstopp für Mieter, die wegen der Krise die Miete nicht zahlen können, über den 30. Juni hinaus verlängere. "Die Auswirkungen der Pandemie auf den Wohnungsmarkt werden eindeutig länger andauern", sagte Grünen-Fraktionschef Arndt Klocke am Donnerstag im Parlament.

Kritik übten Redner von SPD und Grünen an der neuen Mieterschutzverordnung der Landesregierung, die am 1. Juli in Kraft treten soll. Zwar seien dank des Protestes von Verbänden und der Initiative "Wir wollen wohnen" den Plänen der Landesregierung an manchen Stellen "die Zähne gezogen worden", sagte Klocke.

Dennoch sollten künftig nur noch in 18 statt bisher 37 Kommunen die strengen Vermietervorgaben angewendet werden.

Update, 28. Mai, 10.23 Uhr: Nach Corona im Fleischwerk Erlass für Sammelunterkünfte geplant

Nach Corona-Fällen in Schlachthöfen plant das Land einen neuen Erlass für Sammelunterkünfte. Er solle in den nächsten Tagen an die Regierungspräsidien verschickt werden, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Stuttgart mit.

Nach SWR-Informationen werden den Baurechtsbehörden in dem Erlass konkrete Vorgaben gemacht. Ziel sei es, in Unterkünften für Beschäftigte mit mehr als zwölf Betten gesunde Wohnverhältnisse zu schaffen.

In einem Schlafraum sollen demnach höchstens acht Bewohner untergebracht werden, heißt es im Entwurf des Erlasses aus dem Wirtschaftsministerium, der dem SWR vorliegt.

Unterkünfte für mehr als 50 Beschäftigte müssen einen Extra-Raum für Kranke haben, daneben sind Mindestgrößen für Nutzflächen und eine Mindestanzahl von Sanitäreinrichtungen vorgesehen.

Sammelunterkünfte sollen nach Angaben von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) künftig besser überwacht werden. Daher werde für bestehende Unterkünfte in Absprache mit dem Sozialministerium eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes geprüft.

Rund 400 Mitarbeiter einer Fleischfabrik in Birkenfeld im Enzkreis hatten sich vermutlich in ihren Unterkünften mit dem Corona-Virus infiziert. Auch bundesweit hatte es in mehreren Schlachthöfen hohe Zahlen an Infektionen gegeben.

Update, 28. Mai, 10.04 Uhr: Russland setzt auf Strafen im Umgang mit Corona

Zum Umgang mit der Corona-Pandemie in Russland im Vergleich etwa zu Deutschland schreibt die Moskauer Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag: "Die entwickelten Staaten sind zu einem besonderen Instrument für die Eindämmung der Pandemie übergangenen. Viele Länder haben inzwischen Technologien, um Vielfach-Überträger des Virus zu lokalisieren. Deutschland und Südkorea haben solche Erfahrungen. Dort können Ärzte operativ informieren und dafür sorgen, dass Bürger isoliert werden, die Kontakt mit einem Infizierten hatten. Das ist ein moderner Weg, anstatt irgendwelche Ausstellungshallen beliebig mit Krankenhausbetten vollzustellen. Russland setzt allerdings bisher vor allem auf Strafen gegen die potenziellen Träger des Virus. Eine Technologie, die die Kontrolle lokaler Ausbrüche von Covid-19 erlaubt, gibt es hier bislang nicht."

Update, 28. Mai, 9.44 Uhr: Gericht kippt Alkoholverbot in Düsseldorfer Altstadt

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht hat eine ungewöhnliche Maßnahme der Stadt in der Corona-Krise verworfen.

Mitte Mai hatte Düsseldorf für abends den Verkauf und das Trinken von Alkohol außer Haus in der bekannten Altstadt verboten. Am Wochenende galt das Verbot schon ab dem Nachmittag. Das Gericht gab nun dem Eilantrag eines Einzelhändlers statt und erklärte die Verordnung für rechtswidrig (Az.: 7 L 903/20). Das Alkoholverbot sei nicht geeignet, um Corona-Infektionen einzudämmen, hieß es am Donnerstag.

"Weder der Verkauf noch der Verzehr von Alkohol außer Haus" führten laut Gericht "unmittelbar zu weiteren Infektionen und zur Ausbreitung der Krankheit".

Das Argument der Stadt, dass man so spontane Menschenansammlungen verhindere, ziehe nicht: Die Stadt gehe selbst davon aus, dass trotzdem viele Besucher kämen. Besser geeignet seien etwa "Zugangsbeschränkungen zur Altstadt und die Einrichtung von Sperrzonen", um der "befürchteten Überfüllung der Altstadt entgegenzuwirken".

Die Stadt Düsseldorf hatte bereits am Mittwochabend vor der offiziellen Verkündung des Gerichts reagiert und das Alkoholverbot aufgehoben. Man werde nun andere Möglichkeiten suchen, um Menschenansammlungen in der Altstadt zu vermeiden.

Update, 28. Mai, 9.23 Uhr: Ungarn erlaubt Fußballspiele mit Publikum unter strengen Auflagen

Die ungarische Regierung erlaubt ab Donnerstag erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder Sportveranstaltungen im Freien mit Publikum.

Dabei gelten jedoch strikte Auflagen, bestimmt der diesbezügliche Regierungserlass, der in der Nacht zum Donnerstag im Ungarischen Amtblatt erschien. So muss unter den Zuschauern die Einhaltung eines Mindestabstands von anderthalb Metern gewährleistet sein.

Die Wettkämpfe und Spiele müssen außerdem in Arealen stattfinden, die nicht oder nur teilweise überdacht sind.

Ungarn, Budapest: Fotos von Fans sind auf Pappfiguren auf der Tribüne der Groupama-Arena aufgestellt.
Ungarn, Budapest: Fotos von Fans sind auf Pappfiguren auf der Tribüne der Groupama-Arena aufgestellt.  © Tibor Illyes/MTI/dpa

Für Fußballstadien bedeutet dies, dass praktisch nur jeder vierte Sitzplatz vergeben werden darf, schrieb das Portal "444.hu". Zwischen zwei besetzen Sitzen müssten demnach drei weitere frei bleiben. Auch der unmittelbar hinter einem besetzten Sitz befindliche Sitz müsse frei bleiben, um den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zu gewährleisten.

"Hält man sich die bisherigen Besucherzahlen vor Augen, so bedeutet dies keine weltbewegende Veränderung im Vergleich zu früher", hielt das Portal mit Blick auf die auch schon vorher zumeist leeren Fußballstadien fest.

Der ungarische Liga-Fußball war wegen der Corona-Pandemie seit März ausgesetzt. Am vergangenen Wochenende wurde erstmals wieder eine Runde der Ersten Nationalliga gespielt, allerdings noch ohne Publikum.

Update, 28. Mai, 9.04 Uhr: Easyjet will 30 Prozent der Stellen streichen

Der britische Billigflieger Easyjet will wegen der Corona-Krise bis zu 30 Prozent seiner Arbeitsplätze streichen. Auch die Flugzeugflotte soll zunächst schrumpfen, statt zu wachsen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Luton bei London mitteilte.

Das Management begründete die Kürzungen mit dem Einbruch des Flugverkehrs infolge der Coronavirus-Pandemie und der Erwartung, dass die Nachfrage nach Flugtickets nicht vor dem Jahr 2023 wieder auf das Niveau von 2019 klettert.

Eine Finanzprognose für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September traut sich Easyjet-Chef Johan Lundgren weiterhin nicht zu. Im vierten Geschäftsquartal, das die für Fluggesellschaften wichtigen Sommermonate umfasst, werde das Flugangebot voraussichtlich 70 Prozent geringer ausfallen als ein Jahr zuvor.

Easyjets Flugzeugflotte soll bis Ende des Geschäftsjahres 2021 auf 302 Maschinen schrumpfen. Zuletzt verfügte die Airline im März nach eigenen Angaben über 337 Flugzeuge und wollte ihre Flotte eigentlich weiter ausbauen.

Easyjet hat sich mit dem Flugzeugbauer Airbus geeinigt, weitere bestellte Maschinen erst später abzunehmen als geplant.

Update, 28. Mai, 8.45 Uhr: Streit in Quarantäne-Einrichtung eskaliert, Mann mit Schere verletzt

Nach dem Streit in einer Düsseldorfer Quarantäne-Einrichtung steht das Tatwerkzeug nun fest. Der 22-jährige Tatverdächtige soll einen 44-Jährigen mit einer Schere verletzt haben, wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte.

Zuvor hatte die Polizei nur von einem "Stichwerkzeug" berichtet. Der 22-Jährige sei vorläufig festgenommen worden. Weitere Details zum Streit am Mittwochabend gab die Polizei zunächst nicht bekannt.

Gegen den 22-Jährigen wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Er soll den 44-Jährigen mit der Schere oberflächliche Wunden am Bauch zugefügt haben. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, zunächst war die Polizei von schweren Verletzungen ausgegangen. Im Krankenhaus habe sich der Eindruck nicht verfestigt.

Der Grund für den Streit der beiden Männer ist weiterhin unklar.

Update, 28. Mai, 8.25 Uhr: Bahn rechnet mit weiter steigenden Fahrgastzahlen zu Pfingsten

Wie voll wird es an Pfingsten? Das lange Wochenende werden viele nutzen, um erstmals wieder im ganzen Land umherzureisen und Urlaub zu machen. Damit das inmitten der Corona-Krise funktioniert, gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen - auch bei der Deutschen Bahn. Mehr dazu >> hier.

Update, 28. Mai, 7.59 Uhr: Knorr-Bremse bekommt Corona-Krise zu spüren - Weiter keine Prognose

Der Bremsenspezialist Knorr-Bremse hat die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie im ersten Quartal zu spüren bekommen.

Während der Auftragseingang um rund 16 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro absackte, ging der Umsatz um rund 7 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro zurück, wie der MDax-Konzern am Donnerstag in München mitteilte. Das Periodenergebnis lag bei 141,9 Millionen Euro, nach 192,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um 13 Prozent auf 290,2 Millionen Euro. Bereits Ende März hatte Knorr-Bremse seine Prognose wegen der Corona-Krise zurückgezogen und war davon ausgegangen, dass Umsatz und Ebitda gegenüber 2019 deutlich fallen dürften. Dies bestätigte der Konzern nun.

Eine verlässliche Abschätzung des weiteren Geschäftsverlaufs sei angesichts der globalen Ausbreitung von Covid-19 weiterhin nicht möglich, hieß es. Besonders für Nordamerika bestehe eine hohe Unsicherheit im Hinblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Mit einem Maßnahmenpaket, das unter anderem auch Personalabbau beinhaltet, will das Unternehmen die Folgen der Krise abfedern. Konzernchef Bernd Eulitz verwies darauf, dass Knorr-Bremse mit einer Liquidität von insgesamt zwei Milliarden Euro zum Ende des ersten Quartals 2020 sowie einer Nettoverschuldung nahe Null finanziell auf einem "sehr soliden Fundament" stehe.

Update, 28. Mai, 7.45 Uhr: Bertrandt ächzt unter Corona - Gewinn fast halbiert

Der Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Luftfahrtbranche Bertrandt hat im ersten Geschäftshalbjahr (bis Ende März) die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen.

Der Gewinn unter dem Strich brach um knapp die Hälfte auf rund 12 Millionen Euro ein. Der Umsatz gab um 3,2 Prozent auf 508,2 Millionen Euro nach, wie das im SDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Ehningen mitteilte.

Bertrandt hatte Mitte März seine Jahresprognose zurückgezogen und gibt aktuell keine neue ab. Zudem hat Bertrandt mit Maßnahmen wie Kurzarbeit und einer "strikten Kostendisziplin" auf die wirtschaftlichen Verwerfungen durch das Coronavirus reagiert.

"Erste Effekte aus den Sparmaßnahmen sind spürbar", hieß es in der Mitteilung. Das Unternehmen hatte Ende März nach eigenen Angaben über 13.000 Mitarbeiter.

Update, 28. Mai, 7.32 Uhr: Basketball-Hall-of-Fame verschiebt Aufnahmezeremonie für Bryant

Die für August geplante Aufnahmezeremonie in die Basketball-Hall-of-Fame in den USA wird wegen der Corona-Krise auf kommendes Frühjahr verschoben. Zu den Basketball-Größen, die in die Ruhmeshalle aufgenommen werden, zählen neben dem gestorbenen Kobe Bryant unter anderen auch Tim Duncan und Kevin Garnett. "Wir sagen definitiv ab", zitierte der US-Sender ESPN den Vorstandsvorsitzenden Jerry Colangelo am Mittwoch (Ortszeit). "Wir treffen uns in ein paar Wochen und schauen auf die Möglichkeiten beim Wie, Wann und Wo."

Kobe Bryant starb im Alter von nur 41 Jahren. Die Basketball-Legende war bei einem Helikopter-Absturz im US-Bundesstaat Kalifornien ums Leben gekommen. Mit ihm starben seine 13 Jahre alte Tochter Gianna und sieben weitere Personen.
Kobe Bryant starb im Alter von nur 41 Jahren. Die Basketball-Legende war bei einem Helikopter-Absturz im US-Bundesstaat Kalifornien ums Leben gekommen. Mit ihm starben seine 13 Jahre alte Tochter Gianna und sieben weitere Personen.  © Larry W. Smith/EPA/dpa

Update, 28. Mai, 6.58 Uhr: Zahlreiche neue Hygieneregeln für NRW

Musiker, Kinogänger, Jugendliche und Busreise-Fans können sich freuen: Ab Samstag ist für sie vieles wieder erlaubt - aber mit Einschränkungen.

Das Gesundheitsministerium hat strenge Hygieneregeln aufgestellt. So müssen Trompeter zum Beispiel einen Plopp- oder Schallschutz benutzen. In Reisebussen bleiben die Toiletten verschlossen. Im Kino gilt der Mindestabstand. Bei Ferienfreizeiten sollen "Bezugsgruppen" von etwa 10 Kindern oder Jugendlichen gebildet werden.

In der am Mittwochabend veröffentlichten neuen Coronaschutz-Verordnung sowie den dazugehörigen "Hygiene- und Infektionsschutzstandards" des Gesundheitsministeriums ist detailliert festgelegt, unter welchen Bedingungen die neuen Lockerungen - zu denen vor allem Freizeitaktivitäten gehören - erlaubt sind. So müssen im Orchester- und Theaterbetrieb, wenn musiziert oder gesungen wird, zwischen Bühne und Publikum mindestens drei Meter Abstand liegen.

In den Hygiene-Regeln heißt es aber zum Beispiel auch: "Das bei Blechblasinstrumenten während des Spielens entstehende Kondenswasser gemischt mit Speichel ist als potenziell infektiös anzusehen und muss mit Einmaltüchern aufgefangen werden."

Update, 28. Mai, 6.21 Uhr: Südkoreas Zentralbank senkt wegen Pandemie erneut Zinsen

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die Zentralbank von Südkorea wegen der Folgen der Coronavirus-Krise den Leitzins gesenkt. Der Geldmarktausschuss der Bank of Korea beschloss am Donnerstag, den Leitzins von 0,75 Prozent auf das bisherige Rekordtief von 0,5 Prozent herabzusetzen. Mit dem Schritt soll die Wirtschaft stärker angekurbelt werden, weil dadurch Kredite billiger werden.

"Das Wirtschaftswachstum in Korea hat sich deutlich verlangsamt", hieß es in der Mitteilung der Bank. Der Verbrauch entwickle sich weiterhin schleppend und die Exporte seien stark zurückgegangen. Auch die Erholung der Sachinvestitionen habe sich abgeschwächt und die Bauinvestitionen durchliefen eine Korrektur. Die Bank führte die wirtschaftliche Schwächung auf die Covid-19-Pandemie zurück.

Zudem korrigierte die Bank ihre diesjährige Wachstumsprognose für Asiens viertgrößte Volkswirtschaft von 2,1 Prozent auf das Null-Prozent-Niveau nach unten. Die Unsicherheiten seien mit Blick auf die künftige Wachstumsentwicklung sehr groß, hieß es.

Im ersten Quartal 2020 war die Wirtschaft im Vergleich zum Quartal davor um 1,4 Prozent geschrumpft. Es war der stärkste Rückgang in einem Quartal seit der globalen Finanzkrise 2008. Südkorea hat bereits eine Reihe von Stützungsprogrammen für die Wirtschaft und des Arbeitsmarkts vorgelegt, um sich gegen die Folgen der Pandemie zu stemmen.

Update, 28. Mai, 5.35 Uhr: Dolly Parton schreibt Corona-Krisenlied "When Life Is Good Again"

US-Sängerin Dolly Parton hat einen neuen Song mit Blick auf die Corona-Pandemie herausgebracht. Das Lied mit dem Titel "When Life Is Good Again" dreht sich um die derzeitigen Herausforderungen, die Krise zu bewältigen und um die Chance, daraus zu lernen und die Welt zu verbessern. "Das Leben wird wieder gut werden", schrieb der Country-Star am Mittwoch auf Twitter.

Parton, die mit dem Hit "Jolene" weltbekannt wurde, hat sich während der Pandemie bei verschiedenen Projekten engagiert. Anfang April gab sie bekannt, eine Million Dollar für die Corona-Forschung der Vanderbilt University in der Stadt Nashville (US-Staat Tennessee) zu spenden. Sie startete auch die Videoserie "Goodnight with Dolly", in deren Rahmen die Sängerin wöchentlich Gute-Nacht-Geschichten für Kinder vorlas.

Dolly Parton hat einen neuen Song mit Blick auf die Corona-Pandemie herausgebracht.
Dolly Parton hat einen neuen Song mit Blick auf die Corona-Pandemie herausgebracht.  © picture alliance / dpa

Update, 28. Mai, 4.51 Uhr: Mexiko überholt Deutschland bei Zahl der Corona-Todesfälle

 In Mexiko sind inzwischen mehr Menschen nach einer Infektion mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben als in Deutschland. Die Zahl der Todesopfer stieg in dem nordamerikanischen Land nach offiziellen Angaben vom Mittwochabend (Ortszeit) auf 8597. 

Mexiko, das rund 130 Millionen Einwohner hat, ist damit das Land mit den achtmeisten Toten infolge des Coronavirus. Zuletzt kamen innerhalb von 24 Stunden 463 neue Todesfälle hinzu. In Deutschland starben nach den jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts innerhalb von 24 Stunden 47 nachweislich mit dem Virus Infizierte, wodurch sich die Gesamtzahl auf 8349 erhöhte.

Vermutlich sind in Mexiko in Wirklichkeit deutlich mehr Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben als offiziell registriert. Nach einer im Magazin "Nexos" vorgestellten Studie wurden allein in Mexiko-Stadt vom 1. Januar bis zum 20. Mai mehr als 8000 Todesurkunden mehr ausgestellt als im Schnitt in den ersten fünf Monaten der vier Jahre zuvor - bei stark steigender Tendenz. In Mexiko wird im internationalen Vergleich sehr wenig auf das Virus getestet - bisher wurden gut 78 000 Infektionen registriert.

Während erst am Dienstag mit 501 Toten die bisher höchste Zahl innerhalb von 24 Stunden in Mexiko gemeldet wurde, hat die Regierung begonnen, nach und nach Beschränkungen aufzuheben. "Wir müssen langsam zur neuen Normalität zurückkehren", sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador am Mittwoch. Er kündigte an, ab kommender Woche das Land wieder zu bereisen - unter anderem, um große Bauprojekte zu besichtigen. Der Linkspopulist war im März, als fast alle anderen Länder der Region bereits Anti-Corona-Maßnahmen ergriffen hatten, in Linienflugzeugen gereist und hatte in Menschenmengen gebadet.

Update, 28. Mai, 4.30 Uhr: Bund soll Hartz-IV-Mehrkosten wegen Corona für Landkreise übernehmen

Der Deutsche Landkreistag hat die Bundesregierung aufgefordert, die wegen der Corona-Pandemie anfallenden Mehrkosten beim Arbeitslosengeld Hartz IV zu übernehmen. Es gehe um rund 2,7 Milliarden Euro, sagte Verbandspräsident Reinhard Sager der Deutschen Presse-Agentur. "Die Landkreise brauchen dieses Geld zum Ausgleich der unmittelbar entstehenden Mehrkosten in den Jobcentern und zur Aufrechterhaltung ihrer Investitionskraft." 

Die Hilfe könne schnell und ohne Grundgesetzänderung etwa durch einen höheren kommunalen Anteil an der Umsatzsteuer umgesetzt werden. Gleiches gelte für den von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) geplanten Ausgleich der Gewerbesteuerausfälle.

Den ebenfalls von Scholz vorgeschlagenen Schuldenschnitt über überschuldete Kommunen lehnt der Landkreistag dagegen ab. "Der Bund rechnet selbst vor, dass in der aktuellen Niedrigzinsphase bestehende Kreditverpflichtungen keine bedeutende Belastung seien", sagte Sager. "Durch eine Übernahme dieser Verbindlichkeiten entstünde demnach gerade kein Investitionsschub vor Ort."

Mexiko, Nezahualcoyotl: Ein Friedhofsmitarbeiter geht zum Schutz vor einer Covid-19-Ansteckung in einem gelben Schutzanzug und Gesichtsschutzmaske einen Weg auf dem städtischen Friedhof zwischen Urnengräber entlang. Auf dem Friedhof werden zahlreiche Covid-19-Opfer beerdigt.
Mexiko, Nezahualcoyotl: Ein Friedhofsmitarbeiter geht zum Schutz vor einer Covid-19-Ansteckung in einem gelben Schutzanzug und Gesichtsschutzmaske einen Weg auf dem städtischen Friedhof zwischen Urnengräber entlang. Auf dem Friedhof werden zahlreiche Covid-19-Opfer beerdigt.  © Quetzalli Blanco/NOTIMEX/dpa

Update, 28. Mai, 4.29 Uhr: RKI meldet 353 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 353 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 179.717 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 28.05. 0 Uhr).

Update, 28. Mai, 4.00 Uhr: Laut Spahn keine echten Erkenntnisse über Ansteckungsrisiko bei Kindern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält verlässliche Einschätzungen zur Corona-Gefahr in Schulen und Kindergärten derzeit für schwierig. "Die Wahrheit ist, dass wir aktuell eine Studienlage haben, die keine echten Schlüsse zulässt, inwieweit Kinder zur Verbreitung des Virus beitragen", sagte Spahn der "Ausgburger Allgemeinen" (Donnerstag). "Da gibt es sehr unterschiedliche Bewertungen - und das macht es besonders schwer, politische Entscheidungen zu treffen."

Spahn wies darauf hin, dass es fast täglich neue wissenschaftliche Erkenntnisse über das Virus gebe. Das zwinge auch die Politik, Einschätzungen zu verändern und Maßnahmen anzupassen. "Besonders schwierig sind die Bereiche Kindergarten und Schule", sagte er.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hatten alle Bundesländer Mitte März Schulen und Kitas geschlossen. Inzwischen wird der Schulbetrieb und die Betreuung in den Kitas überall schrittweise wieder hochgefahren, eine einheitliche Linie gibt es aber nicht. Schleswig-Holstein hatte am Mittwoch beschlossen, dass dort alle Grundschüler vom 8. Juni an wieder zur Schule gehen sollen - ohne Abstandsregeln.

Update, 28. Mai, 2.46 Uhr: Corona-Quarantäne rund um Santiago de Chile verlängert

Angesichts der weiter steigenden Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus hat die chilenische Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen im Ballungsraum rund um die Hauptstadt Santiago bis zum 5. Juni verlängert. "Alle Ortschaften in der Metropolregion bleiben unter Quarantäne", sagte Gesundheitsminister Jaime Mañalich am Mittwoch. Insgesamt leben in der Region etwa acht Millionen Menschen - das entspricht gut 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles.

Zuvor war die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen innerhalb von nur 24 Stunden um 4328 auf 82.289 gestiegen. Damit liegt Chile in Südamerika nach Brasilien und Peru an dritter Stelle. 841 Patienten sind bislang im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Zuletzt hatte die Ärztekammer gewarnt, dass die Intensivstationen des Landes fast ausgelastet seien.

Zuletzt gab es in mehreren Gemeinden im Großraum Santiago zum Teil heftige Proteste, weil die Menschen seit Wochen nicht mehr zur Arbeit können und es kaum soziale Absicherung gibt. "Die wirtschaftliche Lage besorgt uns sehr. Die Leute beginnen, Hunger zu leiden, und das Gesundheitswesen kollabiert", sagte die Bürgermeisterin der Ortschaft La Pintana, Claudia Pizarro, dem Radiosender Cooperativa.

Sebastian Pinera (M), Präsident von Chile, spricht bei der Einweihung einer provisorischen Klinik in Santiago de Chile.
Sebastian Pinera (M), Präsident von Chile, spricht bei der Einweihung einer provisorischen Klinik in Santiago de Chile.  © Sebastian Beltran Gaete/Agencia Uno/dpa

Update, 28. Mai, 2.36 Uhr: Brasilien vermeldet mehr als 25.000 Corona-Tote

Brasilien hat mehr als 25 000 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwochabend (Ortszeit) 1086 Tote mehr als am Dienstag. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land in Lateinamerika auf bislang 25.598. 411.821 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert. 

Bei der Zahl der Todesopfer liegt Brasilien damit nach Aufzeichnungen der US-amerikanischen Johns Hopkins Universität weltweit weiter auf Platz sechs der am meisten betroffenen Länder, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei hinter den Vereinigten Staaten.

Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Zahl der Infizierten auch aufgrund weniger Tests mindestens sieben Mal höher liegt. Präsident Jair Bolsonaro will nichts von Einschränkungen wissen und spricht sich für eine Öffnung der Wirtschaft aus. 

Wegen Meinungsverschiedenheiten im Umgang mit dem Coronavirus hat Bolsonaro bereits zwei Gesundheitsminister verschlissen, Gesundheitssekretär Wanderson Oliveira bat diese Woche um Entlassung. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief schrieb der Spezialist für Pandemien von "Steinen im Weg". Zu Beginn habe Brasilien bei der Corona-Bekämpfung mindestens zwei Wochen vor Europa gelegen.

Update, 28. Mai, 2.08 Uhr: Casinos in Las Vegas sollen nach Corona-Schließung wieder öffnen

Im US-Staat Nevada mit dem Glücksspielparadies Las Vegas sollen nach wochenlangen Corona-Schließungen die Casinos und Hotels wieder öffnen. Der Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, gab den 4. Juni als Termin bekannt. Nach Mitteilung der Behörden am Mittwoch müssen die Casino-Betreiber Hygieneauflagen und Abstandsregeln befolgen und den Gästen Schutzmasken anbieten.

Auch Fitnesszentren, Schwimmbäder und Wasserparks können ihren Betrieb mit Vorsichtsmaßnahmen wieder aufnehmen, allerdings nur mit Gruppen von maximal 50 Personen.

Zur Eindämmung des Coronavirus waren in Nevada Mitte März Spielhallen, Restaurants, Bars, Kinos und Einkaufszentren geschlossen worden. In dem Touristen-Ziel lag das öffentliche Leben seither weitgehend brach.

Eine digitale Tafel am Las Vegas Strip zeigt in der Coronavirus-Pandemie den Hinweis des US-Gesundheitsministeriums an, die Verbreitung von Keimen zu verhindern.
Eine digitale Tafel am Las Vegas Strip zeigt in der Coronavirus-Pandemie den Hinweis des US-Gesundheitsministeriums an, die Verbreitung von Keimen zu verhindern.  © John Locher/AP/dpa

Update, 28. Mai, 2.05 Uhr: Durch Corona-Krise möglicherweise 86 Millionen Kinder mehr in Armut

In Folge der Corona-Pandemie könnten Hilfsorganisationen zufolge weltweit 86 Millionen Kinder bis zum Jahresende in Armut abrutschen. Das sei ein Anstieg um 15 Prozent, ergab eine gemeinsame Analyse des Kinderhilfswerks Unicef und der Hilfsorganisation Save the Children. 

Die Hilfsorganisationen appellieren an die Regierungen, soziale Sicherungssysteme und Programme rasch und umfassend auszuweiten, um die Auswirkungen von Covid-19 auf Kinder abzumildern und Familien vor Armut zu schützen.

Die Not mache sich auf verschiedene Art und Weise bemerkbar. Zum einen seien Familien aufgrund des plötzlichen Einkommensverlustes stark eingeschränkt und könnten sich etwa kaum noch die nötigsten Nahrungsmittel und sauberes Wasser leisten. Gleichzeitig könnten benötigte soziale Dienste aufgrund fehlender Steuereinnahmen eingeschränkt werden, hieß es.

Update, 28. Mai, 00.12 Uhr: Mehr als 100.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA Angaben von Wissenschaftlern zufolge mehr als 100.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Das ging am Mittwochabend (Ortszeit) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. 

Die Zahl der bestätigten Infektionen seit Beginn der Pandemie in den USA lag nach Angaben der Universität bei rund 1,7 Millionen. Weltweit sind demnach mehr als 5,6 Millionen Fälle registriert worden - bei mehr als 350.000 Toten. Erst am Montag vergangener Woche war in den USA die Zahl von 90.000 Toten überschritten worden.

Die Webseite der Forscher der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand bestätigter Infektionen als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen der Universität zuletzt allerdings auch wieder nach unten korrigiert.

USA, New York: Mitarbeiter des Friedhofs "Calvary Cemetery" arbeiten während der Corona-Pandemie an einem Grab.
USA, New York: Mitarbeiter des Friedhofs "Calvary Cemetery" arbeiten während der Corona-Pandemie an einem Grab.  © Michael Nagle/XinHua/dpa

Update, 28. Mai, 00.02 Uhr: Kinderhilfswerk fordert Öffnung von Schulen

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat vor gravierenden Folgen für Kinder und Jugendliche gewarnt, wenn Schulen und Kitas nicht bald wieder vollständig öffnen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Kollateralschäden auswachsen", sagte Präsident Thomas Krüger der "Welt" (Donnerstag). 

Das Fehlen der gewohnten Lehr- und Lernumgebung wirke sich einschneidend auf das soziale Zusammenleben aus, sagte Krüger. "Es ist ein schwerer Eingriff in ihre Lebenswelt, in ihre Grundrechte und beeinträchtigt ihre psycho-soziale Entwicklung." Was derzeit an Unterricht laufe, sei einfach zu wenig.

Bildungsforscher weisen Krüger zufolge darauf hin, dass Kinder mit besonderem Förderbedarf schon jetzt überproportional abgehängt werden - sowohl was die schulischen Leistungen als auch was das soziale Miteinander betrifft. 

Zudem werde Ökonomen zufolge die junge Generation auch auf dem Arbeitsmarkt mit größeren Nachteilen konfrontiert sein, sagte Krüger. "Wir bekommen es hier, wenn wir nicht schnell den Weg der vollständigen Öffnung von Schulen und Kitas gehen, womöglich mit einer verlorenen Generation zu tun."

Update, 27. Mai, 21.26 Uhr: Grünes Licht für Corona-Warn-App in Frankreich

Die französische Nationalversammlung hat grünes Licht für die Corona-App "StopCovid" gegeben. Die Parlamentarier billigten mehrheitlich eine entsprechende Erklärung der Mitte-Regierung von Premierminister Édouard Philippe, wie das Unterhaus des französischen Parlaments am Mittwochabend berichtete.

Die App soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Nutzer sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten. Gegen die App gab es immer wieder datenschutzrechtliche Bedenken - auch aus dem Lager von Präsident Emmanuel Macron.

Wie die Nationalversammlung berichtete, stimmten 338 Abgeordnete für die Erklärung, 215 votierten dagegen, 21 enthielten sich. Der Staatssekretär für Digitales, Cedric O, hatte erklärt, die App könnte möglicherweise schon vom kommendem Wochenende an zur Verfügung stehen. "Es ist der richtige Zeitpunkt, denn die Franzosen sind immer mehr daran interessiert, rauszugehen und wieder ein soziales Leben zu führen", hatte O der Zeitung "Le Figaro" gesagt.

Frankreich gehört in Europa zu den Ländern, die schwer von der Covid-19-Pandemie betroffen sind. Es starben bisher rund 28.600 Menschen.

Update, 27. Mai, 20.50 Uhr: US-Notenbank: Corona-Krise belastet Wirtschaft schwer

Die Corona-Krise belastet die amerikanische Wirtschaft nach Einschätzung der US-Notenbank weiterhin stark. "Die wirtschaftliche Aktivität ging in allen Distrikten zurück - in den meisten stark - was die Belastungen durch die Covid-19-Pandemie widerspiegelt", schreibt die Fed in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht ("Beige Book").

Eine deutliche Besserung ist laut dem Bericht nicht in Sicht. Man hoffe auf die Wiedereröffnung von Unternehmen. Der Ausblick sei aber sehr unsicher. Die meisten befragten Unternehmen seien mit Blick auf eine mögliche wirtschaftliche Erholung pessimistisch.

Das Beige Book beruht auf einer Umfrage unter Unternehmensvertretern. Zudem werden auch Ökonomen, Marktexperten und andere Geschäftskontakte befragt. Es wurden Daten berücksichtigt, die bis zum 18. Mai gesammelt wurden.

Update, 27. Mai, 20.05 Uhr: Kolumbien will Fußball ab 8. Juni wieder erlauben

Der kolumbianische Fußball hat nach der Freigabe durch die Regierung das Datum für die Rückkehr bestimmt. 

Am 8. Juni soll mit dem individuellen Training begonnen werden, wie die Zeitung "El Tiempo" am Donnerstag berichtete. Im Juli soll demnach das Mannschaftstraining folgen. Die Meisterschaft, die seit März wegen der Covid-19-Pandemie stillsteht, könnte im August wieder starten. Jede Phase soll von Tests auf das Coronavirus begleitet werden.

Die Entscheidung fiel in einem angespannten Klima zwischen den Verantwortlichen der Clubs, die die Meisterschaft noch früher wieder aufnehmen wollten, und dem Sportminister Ernesto Lucena. Er hatte am Wochenende gesagt, dass sein einziger Ansprechpartner aus dem Fußball Verbandspräsident Ramón Jesurún sei. Sogar der ehemalige Staatspräsident Álvaro Uribe vermittelte.

In Kolumbien haben sich bislang etwas mehr als 23.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, über 770 sind gestorben.

Update, 27. Mai, 19.55 Uhr: Merkel: Coronakrise macht mehr Zusammenarbeit in Europa erforderlich

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Folgen der Corona-Pandemie mit einer stärkeren Zusammenarbeit in Europa bewältigen. 

"Europa kann aus der Krise stärker hervorgehen, als es in sie hineingegangen ist", sagte die Kanzlerin am Mittwochabend zum Auftakt einer Diskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung, die Folgen der Corona-Pandemie für die im Juli beginnende EU-Ratspräsidentschaft Deutschland in der Außen- und Sicherheitspolitik beleuchtete. 

Die Corona-Krise habe "alles auf den Kopf gestellt", sagte Merkel. Sie zeige, dass grundlegende Veränderungen kurzfristig Entscheidungen mit langfristigen Wirkungen nötig machten. Die Verantwortung dürfe deswegen nicht an nationalstaatlichen Grenzen halt machen.

Update, 27. Mai, 19.40 Uhr: Drittliga-Streit um Hygienekosten: DFB verweist auf Sozialministerium

Der Deutsche Fußball-Bund hat seine Ablehnung gegen die finanziellen Forderungen des Drittligisten Waldhof Mannheim noch einmal bekräftigt. Dazu verwies der DFB in einer Mitteilung am Mittwoch auf ein FAQ (Fragen und Antworten) auf der Webseite des Sozialministeriums von Baden-Württemberg.

Der SV Waldhof hatte zwei Rechnungen in einer Gesamthöhe von 79.000 Euro an den DFB zur Begleichung weitergeleitet. Die Kosten waren durch die Umsetzung des Hygiene-Konzepts des Verbandes entstanden, das Voraussetzung für die Fortsetzung der Spielzeit nach der Corona-Zwangspause ist. Diese wurde auf einem Außerordentlichen Verbandstag am Montag beschlossen.

Mehr Infos dazu findet Ihr >>> HIER

Markus Kompp, Geschäftsführer von Fußball-Drittligist SV Waldhof Mannheim.
Markus Kompp, Geschäftsführer von Fußball-Drittligist SV Waldhof Mannheim.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. Mai, 19.30 Uhr: Söder glaubt nicht an Einhalten von Abstandsregeln am Ballermann

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lässt angesichts der Corona-Pandemie wenig Hoffnung auf Sommerurlaub an überfüllten Touri-Hotspots. 

"Es ist schwer vorstellbar, wie man am Ballermann Hygiene- und Abstandsregeln richtig einhalten kann", sagte Söder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag/online Mittwoch) mit Blick auf die beliebte Baleareninsel Mallorca. Vernunft und Lebensfreude seien aber kein Widerspruch. "Und gerade dieses Jahr ist dann eben ein anderes Urlaubsjahr als sonst."

Söder mahnte auch beim Urlaub zur Vorsicht und warnte vor einem zweiten "Lockdown". "Wir sehen doch an einzelnen Beispielen in diesen Tagen, wie schnell wieder hundert Neuinfektionen entstehen können." Vorsicht müsse daher oberste Priorität bleiben.

So sah es vor Corona in El Arenal aus.
So sah es vor Corona in El Arenal aus.  © Clara Margais/dpa

Update, 27. Mai, 19.24 Uhr: Brandenburg belässt neue Corona-Regeln bis 15. Juni

Die rot-schwarz-grüne Brandenburger Landesregierung bleibt auch nach der Vereinbarung von Bund und Ländern zu längeren Corona-Kontaktbeschränkungen vorerst bei ihrem neuen Zeitplan. 

"Wir haben uns vorgenommen, dass wir Ende der ersten Juni-Woche uns wiederum mit der Situation auseinandersetzen und dann werden wir auch darüber reden, wie die neue Eindämmungsverordnung aussehen kann", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Die Menschen müssten sich aber darauf einstellen, "dass die Kontaktbeschränkungen in erweiterter Form noch bis Ende Juni gelten".

Die Corona-Regeln in Brandenburg gelten zunächst bis zum 15. Juni, hatte Woidke am Dienstag angekündigt. Bund und Länder hatten sich danach darauf verständigt, dass die Kontaktvorgaben bis zum 29. Juni verlängert werden. 

Ab 6. Juni können die Länder weitere Lockerungen gestatten. Brandenburg lässt ab diesem Donnerstag (28. Mai) mehr Freiheiten zu. Dann können unter anderem nicht nur Menschen aus zwei Haushalten in der Öffentlichkeit zusammen unterwegs sein, wenn sie den Abstand von eineinhalb Metern einhalten, sondern auch bis zu zehn Menschen - ob drinnen oder draußen.

Update, 27. Mai, 19.18 Uhr: NRW weiter auf Lockerungskurs

Fußball, Ferienangebote, Kino und Theater: Vom Pfingstwochenende an haben die Menschen in Nordrhein-Westfalen nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder mehr Freiheiten. Die Landesregierung gab am Mittwochabend weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen bekannt.

Danach darf sich künftig auch eine Gruppe von bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Kinos, Theater, Oper und Konzerthäuser dürfen wieder öffnen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern gewährleistet ist und es ein Zutrittskonzept gibt. Ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept ist notwendig, wenn mehr als ein Viertel der regulären Zuschauerkapazität oder mehr als 100 Personen zuschauen sollen.

Auch Busreisen sind unter den Bedingungen des Infektionsschutzes wieder möglich. Schüler können ihre Sommerferien wieder mit Tagesausflügen, Ferienfreizeiten, Stadtranderholung und Fernreisen unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzvorschriften verbringen.

Update, 27. Mai, 19.05 Uhr: Flixbus nimmt ab Donnerstag den Betrieb wieder auf

Nach gut zwei Monaten Corona-Stillstand fahren von Donnerstag an auf innerdeutschen Verbindungen wieder die ersten Fernbusse des Anbieters Flixbus. 

Zunächst sollen die Fahrzeuge knapp 50 Halte ansteuern. Das entspricht etwa zehn Prozent der üblichen Ziele. Um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu vermeiden, sollen Fahrgäste an den Haltestellen und beim Einsteigen Abstand halten sowie auch während der Fahrt Mundschutz tragen.

Flixbus appellierte an die Kunden, nur zu reisen, wenn sie beschwerdefrei sind. Aus wirtschaftlichen Gründen ist aber nicht vorgesehen, Sitzplätze zu sperren. Flixbus-Konkurrent Blablabus hatte am Mittwoch angekündigt, nach seinem für Ende Juni geplanten Betriebsstart zunächst höchstens jeden zweiten Platz anzubieten.

Flixbus nimmt am Donnerstag den Betrieb wieder auf.
Flixbus nimmt am Donnerstag den Betrieb wieder auf.  © Boris Roessler/dpa

Update, 27. Mai, 19 Uhr: Bundestag will über Steuersenkung und Lohnersatz für Eltern entscheiden

Der Bundestag entscheidet am Donnerstag (9 Uhr) über eine stärkere Unterstützung für berufstätige Eltern und für die Gastronomie in der Corona-Krise. 

Väter und Mütter, die wegen eingeschränkten Kita- oder Schulbetriebs nicht arbeiten können, sollen länger Geld vom Staat bekommen. Der Lohnersatz soll nicht nur 6, sondern bis zu 20 Wochen lang gezahlt werden. 

Im gleichen Gesetz wird die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Das soll ab Juli für ein Jahr gelten und Restaurants wie Cafés helfen, ihre verlorenen Umsätze nach Abflauen der Pandemie zumindest zum Teil wieder hereinzuholen. Geplant ist auch, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei gestellt werden.

Zuvor wird im Bundestag die neue Wehrbeauftragte des Parlaments, Eva Högl, vereidigt. Die Nominierung der SPD-Politikerin war in der eigenen Fraktion höchst umstritten gewesen. Der Bundestag hatte die Juristin Anfang des Monats dann aber mit deutlicher Mehrheit gewählt. Die Wehrbeauftragte gilt als Anwältin der Soldaten.

Update, 27. Mai, 18.40 Uhr: DOSB erwartet mehr als eine Milliarde Euro Schaden für Vereine durch Corona-Krise

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat dem Sportausschuss des Bundestages eine Schadensprognose für die Vereine präsentiert, die von einem finanziellen Bedarf von mehr als einer Milliarde Euro ausgeht. 

Grundlage dafür ist eine Hochrechnung, die in der am Mittwoch vom DOSB vorgestellten Präsentation "Corona bedingter Schaden für Sportdeutschland" enthalten ist. Demnach geht der DOSB davon aus, dass jeder der rund 90.000 Vereine einen Bedarf von 12.000 Euro hat, um die Corona-Krise zu überstehen

Außerdem hat der DOSB eine in seinem Auftrag durchgeführten Befragung des Wirtschaftsprüfungsfirma Deloitte unter den Spitzensportverbänden vorgestellt, an denen sich rund 60 Prozent der Verbände beteiligt hätten. "Nach der Hochrechnung kommen da rund 235 Millionen an Bedarf zusammen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Diese Zahl ergebe sich aus dem erwarteten Schaden durch den Ausfall von Wettbewerben oder Sponsoreneinnahmen.

"Wir haben uns die Studie angeschaut und uns erlaubt, einige kritische Fragen zu stellen", sagte die Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag (SPD). "Erstmal haben wir es zur Kenntnis genommen. Es war aber kein Tag der Entscheidungen."

Auch die Teamsport-Verbände hoffen mit Hilfe von Ausschussmitglied Frank Steffel (CDU) auf Unterstützung des Bundes. "Wenn am Dienstag beim Koalitionsgipfel im Kanzleramt keine Unterstützung für den Profisport und die Ligen kommt, dann wird es die Ligen am Ende der kommenden Saison so nicht mehr geben und wir werden massenhaft Insolvenzen und die Zerstörung dieser Sportarten erleben", sagte Steffel. 

Man sei in engster Abstimmung mit den zuständigen Ministern, um eine Lösung zu finden. Insgesamt gibt es 255 Vereine in den 1. und 2. Ligen im Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann.
DOSB-Präsident Alfons Hörmann.  © Christoph Soeder/dpa

Update, 27. Mai, 18. 20 Uhr: Fußball-Star Messi freut sich auf Wiederaufnahme der spanischen Liga

Stürmerstar Lionel Messi vom FC Barcelona kann es kaum erwarten, nach der Corona-Zwangspause endlich wieder Fußball spielen zu können. 

Allerdings werde es wohl nicht wie vor der Pandemie sein, meinte der argentinische Weltfußballer im Hinblick auf die Geisterspiele in Stadien ohne Zuschauer: "Ich bin sicher, dass es am Anfang komisch sein wird, aber ich bin ganz wild darauf, zu spielen", erklärte der 32 Jahre alte Messi in einem Beitrag seines Sponsors Adidas. "Aber jeder Einzelne muss sich darauf vorbereiten und sich vorstellen, ohne Fans zu spielen, weil das sehr seltsam ist", betonte Messi. Wichtig sei nun, "in die Zukunft zu schauen".

Die spanische Regierung hat der Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 8. Juni zugestimmt. Die Erlaubnis gilt für die Primera División und auch für die Zweite Liga. Nach den bisherigen Plänen der höchsten Liga soll der Neustart am 12. Juni erfolgen. Einen konkreten Spielplan mit Terminen gibt es aber noch nicht.

Der Spielbetrieb ist seit dem 12. März unterbrochen. In der Primera División liegt der FC Barcelona mit Messi und dem deutschen Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen nach 27 von insgesamt 38 Runden mit 58 Punkten auf Platz eins. Der Tabellenzweite Real Madrid mit Nationalspieler Toni Kroos hat nur zwei Zähler Rückstand, während der FC Sevilla als Dritter mit 47 Punkten nur noch sehr wenige Titelchancen hat.

Die Verschiebung der Copa América auf das kommende Jahr bedauerte Messi sehr. "Der Pokal war dieses Jahr eine großartige Gelegenheit für mich, und ich war sehr gespannt darauf, wieder teilzunehmen. Es war schwer, als ich erfuhr, dass sie verschoben werden würde, aber ich verstand es natürlich", sagte Messi.

Lionel Messi (am Ball) freut sich auf den Wiedereinstieg in den Spielbetrieb mit dem FC Barcelona.
Lionel Messi (am Ball) freut sich auf den Wiedereinstieg in den Spielbetrieb mit dem FC Barcelona.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Update, 27. Mai, 18 Uhr: Boeing macht Ernst in der Corona-Krise und entlässt 6770 Mitarbeiter

Der angeschlagene Flugzeugbauer Boeing macht in der Corona-Krise mit seinem großen Stellenabbau Ernst. 

Rund 6770 Mitarbeiter in den USA erhalten diese Woche ihre Entlassungsschreiben, wie der Airbus-Rivale am Mittwoch mitteilte. Die Kündigungen kommen demnach zusätzlich zu etwa 5520 Angestellten, die Abfindungsangebote angenommen haben und den Konzern in den nächsten Wochen verlassen. In den kommenden Monaten werde es Tausende weitere Abgänge geben, erklärte Boeing-Chef Dave Calhoun in einem Memo an die Mitarbeiter.

Die Entlassungswelle kommt nicht überraschend: Boeing hatte bereits Ende April angekündigt, seine Beschäftigtenzahl von rund 160.000 um etwa zehn Prozent zu reduzieren. Dieser Plan wurde nun lediglich konkretisiert. Der Konzern steckt aufgrund des Problemfliegers 737 Max, der nach zwei verheerenden Abstürzen seit mehr als einem Jahr weltweit mit Startverboten belegt ist, schon länger tief in der Krise. 

Die Corona-Pandemie, die den Luftverkehr nahezu zum Erliegen gebracht hat, hat das Unternehmen noch stärker unter Druck gebracht.

Boeing steckt aufgrund des "Pannenfliegers" Boeing 737-Max schon länger in der Krise, die durch das Coronavirus noch verschärft wurde.
Boeing steckt aufgrund des "Pannenfliegers" Boeing 737-Max schon länger in der Krise, die durch das Coronavirus noch verschärft wurde.  © Ted S. Warren/AP/dpa

Update, 27. Mai, 17.50 Uhr: Schweiz lockert Corona-Maßnahmen und öffnet Grenze zu Italien am 6. Juli

 Die Schweiz lockert wegen der geringen neuen Corona-Zahlen ihre seit März verhängten Beschränkungen weiter. Schon ab Samstag dürfen sich wieder mehr als fünf Personen treffen, die Zahl bleibt aber zunächst auf 30 beschränkt, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte. Die Distanz- und Hygieneregeln gelten zunächst weiterhin.

Neben der geplanten Öffnung der Grenzen zu Deutschland, Österreich und Frankreich am 15. Juni will die Schweiz spätestens am 6. Juli auch die Reisefreiheit in andere Schengenstaaten, darunter Italien, wieder herstellen. Die Zahl der neuen Corona-Infektionen war nach dem Höhepunkt mit mehr als 1500 Ansteckungen pro Tag im März auf zuletzt gut ein Dutzend zurückgegangen.

Ab 6. Juni sind auch Versammlungen von bis zu 300 Menschen erlaubt. Dann dürfen auch Bergbahnen, Campingplätze, Zoos, Schwimmbäder und Kinos und Theater wieder öffnen, solange sie ein Schutzkonzept haben. In Restaurants dürfen dann mehr als vier Menschen an einem Tisch Platz nehmen. Am 24. Juni will die Regierung entscheiden, wann wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen zugelassen werden. Großveranstaltungen sind bis mindestens Ende August verboten.

Die mit Notstandsrecht verbundene "außerordentliche Lage" soll am 19. Juni enden. Sie war am 16. März ausgerufen worden und hat die Befugnisse der Kantone beschnitten.

Am 11. März schlossen Beamte des Grenzwachkorps den Grenzübergang San Pietro di Stabio zwischen der Grenze Schweiz-Italien. Am 6. Juli sollen diese und andere Grenzen zu Italien wieder öffnen.
Am 11. März schlossen Beamte des Grenzwachkorps den Grenzübergang San Pietro di Stabio zwischen der Grenze Schweiz-Italien. Am 6. Juli sollen diese und andere Grenzen zu Italien wieder öffnen.  © Davide Agosta/KEYSTONE/Ti-Press/dpa

Update, 27. Mai, 17.40 Uhr: Lockerungen der Corona-Regeln: Was ist in meinem Bundesland eigentlich schon wieder erlaubt?

Darf ich die Kneipe besuchen, hat mein Fitnessstudio geöffnet? Und wie ist es in den anderen Bundesländern. 

Wir haben für Euch einen Überblick erstellt, den Ihr >>> HIER findet. 

An ein Busfahren mit Mund-Nasen-bedeckung haben sich mittlerweile alle gewöhnt.
An ein Busfahren mit Mund-Nasen-bedeckung haben sich mittlerweile alle gewöhnt.  © DPA / Sören Stache

Update, 27. Mai, 17.30 Uhr: "Sommerhaus der Stars" wegen Coronavirus erstmals aus Deutschland

Wegen der Corona-Pandemie wird das "Sommerhaus der Stars" dieses Jahr erstmals nicht im Ausland aufgezeichnet, sondern in einem deutschen Bauernhaus. 

Details würden später mitgeteilt, sagte am Mittwoch ein RTL-Sprecher in Köln. Nach Informationen des "Bocholter-Borkener Volksblatts" wird die Reality-Show in Bocholt-Barlo im Westmünsterland aufgenommen.

In der Show ziehen Prominentenpaare in eine WG und müssen dort Aufgaben bewältigen. RTL zeigte am Mittwoch selbst erste filmische Eindrücke des Landhauses. Dazu schrieb der Sender, das neue Sommerhaus sehe ein wenig "nach Oma und Opas alter Hütte im Landstil" aus.

Mehr Infos dazu findet Ihr >>> HIER

Rückansicht des Gebäudes in Bocholt, in dem der Fernsehsender RTL das "Sommerhaus der Stars" drehen wird.
Rückansicht des Gebäudes in Bocholt, in dem der Fernsehsender RTL das "Sommerhaus der Stars" drehen wird.  © Guido Kirchner/dpa

Update, 27. Mai, 17.25 Uhr: Frankfurter Buchmesse soll im Herbst stattfinden

Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Herbst trotz Corona-Pandemie stattfinden. Das hat der Aufsichtsrat der Buchmesse am Mittwoch entschieden. Geplant sei, die Bücherschau vom 14. bis 18. Oktober 2020 auf dem Messegelände, dezentral in der Stadt und zeitgleich virtuell stattfinden zu lassen.

Die Frankfurter Buchmesse soll im Herbst stattfinden.
Die Frankfurter Buchmesse soll im Herbst stattfinden.  © Roland Holschneider/dpa

Update, 27. Mai, 17.10 Uhr: Merkel warnt: Leben immer noch am Anfang einer Pandemie

Angesichts immer neuer Lockerungsdebatten mahnt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern in der Corona-Krise an. "Ich bin sehr einverstanden, dass jeder im Rahmen seiner Zuständigkeiten arbeitet", sagte sie am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit den Ost-Regierungschefs. "Das heißt aber auch, dass mir als Bundeskanzlerin und der ganzen Bundesregierung schon wichtig ist, dass wir in grundsätzlichen Fragen eine Übereinstimmung haben."

Nötig sei ein gemeinsamer Schutzrahmen, auf den sich Bund und Länder auch verständigt hätten: "Das heißt 1,5 Meter Mindestabstand, das heißt Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Personennahverkehr und da, wo die 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können", so Merkel. Wichtig sei auch die Grenze von 50 oder in manchen Ländern 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, ab der ein Notmechanismus greifen soll.

Kritik ließ Merkel am Vorgehen von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) durchblicken, der in den vergangenen Tagen für eine neue, weniger restriktive Strategie geworben hatte. "Die Botschaften waren schon etwas zweideutig", sagte sie. "Ich finde, dass der Mindestabstand eine Verpflichtung ist, weil er auch eine Sicherheit für Menschen ist, die davon betroffen sind. Ich lebe ja nicht alleine", sagte Merkel.

Diese Rücksicht sei wichtig, um möglichst allen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Sonst könne es schnell zu einer Situation kommen, in der diejenigen, die "stärker sind, sich durchsetzen, und die, die etwas schwächer sind, sich gar nicht mehr auf die Straße trauen".

Merkel unterstrich: "Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie. Wir haben keinen Impfstoff, wir haben kein Medikament bis jetzt. Aber wir haben eine bessere Kontrolle gewonnen." Dafür sei sie den Bürgern dankbar. "Die sind es, die ganz wesentlich dafür gesorgt haben, und die sind es auch, die ganz wesentlich in der Hand haben, dass das auch weiter so bleibt." Wie die Fälle in einer Gaststätte im niedersächsischen Leer oder bei einem Gottesdienst in Frankfurt/Main gezeigt hätten, könne es schnell zu neuen Infektionen kommen.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rief dazu auf, Vorkehrungen wie das Abstandsgebot aus Rücksicht auf andere weiter einzuhalten. Es besorge ihn, dass manche Menschen offenbar für sich entschieden hätten, wie sie mit der Pandemie umgehen wollten, ohne die Auswirkungen auf andere zu bedenken.

"Jeder, der für sich mal irgendwie entscheidet, wie er mit anderen zusammensteht oder feiert, geht eben am nächsten Tag an den Arbeitsplatz oder bringt sein Kind in die Kita oder fährt zum Arbeitsplatz mit dem ÖPNV." Müller ergänzte: "Uns muss bewusst sein: Unser Verhalten hat Auswirkungen auf andere."

Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel.  © Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Update, 27. Mai, 17 Uhr: Gericht entscheiden: Bars und Kneipen dürfen Gäste wieder draußen bewirten

Bars und Kneipen können nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) ihre Gäste bald wieder draußen bewirten.

Die vollständige Schließung seit Mitte März widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz, da Betreibern von Speisegaststätten mittlerweile eine Außenbewirtschaftung erlaubt sei.

Alle Infos dazu findet Ihr >>> HIER.  

Eine geschlossene Kneipe in Freiburg wünscht: "Bleibt gesund!"
Eine geschlossene Kneipe in Freiburg wünscht: "Bleibt gesund!"  © Patrick Seeger/dpa

Update, 27. Mai, 16.50 Uhr: Bundesregierung: Corona-Warn App bringt auch mit wenig Teilnehmern etwas

Die geplante Corona-Warn-App wäre nach Einschätzung der Bundesregierung auch bei vergleichsweise wenig Nutzern sinnvoll. "Je mehr Menschen da mitmachen, desto nützlicher wird sie sein", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. "Das ist aber nicht so, dass sie gar nichts bringt, wenn nur wenige mitmachen. Sondern jeder, der zusätzlich mitmacht, ist eine Hilfe, um Kontaktketten nachzuverfolgen."

Eine Corona-App für Smartphones wird seit März diskutiert. Mittlerweile entwickeln die Unternehmen Deutsche Telekom und SAP das technische Konzept für die Bundesregierung. Die Corona-App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie soll anonymisiert erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben. Wenn ein Nutzer seine bestätigte Infektion in der App meldet, werden Personen benachrichtigt, die in den vergangenen Tagen seinen Schlüssel empfangen haben.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte im RTL-Mittagsjournal "Punkt 12", die Einführung habe Zeit gebraucht, weil man auf die Bereitstellung der technischen Schnittstellen durch Apple und Google gewartet habe. "Die Schnittstellen sind jetzt da und deswegen können wir zügig fertig entwickeln. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das bis Mitte Juni schaffen."

An diesem Freitag will Braun bei einer Videokonferenz über die App berichten und dafür werben, wie Demmer sagte. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über ein Einladungsschreiben an Verbände und Gewerkschaften dazu berichtet.

Wissenschaftler der Universität Oxford hatten im April in einer von vielen Experten anerkannten Studie geschrieben, dass eine solche App erst bei 60 Prozent Beteiligung voll wirksam sei. «Unsere Modelle zeigen, dass wir die Epidemie stoppen können, wenn etwa 60 Prozent der Bevölkerung die App verwenden», schrieb Professor Christophe Fraser. Auf so einen hohen Prozentsatz kommt in Deutschland nach Schätzungen von Marktforschern aber nur WhatsApp, sonst keine andere Anwendung. Fraser rechnet aber auch bei einer geringeren Quote mit positiven Effekten. "Selbst bei einer geringeren Anzahl von App-Benutzern rechnen wir immer noch mit einer Verringerung der Zahl der Coronavirus-Fälle und der Todesfälle."

Ein Mann benutzt die Tracing-App SwissCovid auf seinem Smartphone auf dem Campus der Eidgenössischen Technischen Hochschule EPFL. Kommt eine Corona-App auch bald in Deutschland?
Ein Mann benutzt die Tracing-App SwissCovid auf seinem Smartphone auf dem Campus der Eidgenössischen Technischen Hochschule EPFL. Kommt eine Corona-App auch bald in Deutschland?  © Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

Update, 27. Mai, 16.45 Uhr: Schweizer Fußball-Ligen könnten Spielbetrieb ab 6. Juni fortsetzen

Der Spielbetrieb in den zwei höchsten Fußball-Ligen der Schweiz kann ab dem 6. Juni wieder aufgenommen werden. 

Vorausgegangen war eine Entscheidung des Bundesrats vom Mittwoch, nach der die Durchführung von Sportveranstaltungen mit bis zu 300 Personen wieder erlaubt sei. Eine finale Entscheidung über die Fortsetzung oder den Abbruch der Fußball-Saison sollen die zwanzig Clubs der Swiss Football League (SFL) am Freitag in einer außerordentlichen Generalversammlung fällen.

 Nach 23 von 36 Spieltagen führt der FC St. Gallen die Tabelle vor den Young Boys Bern und dem FC Basel an. Seit Ende Februar pausiert die Liga aufgrund der Coronavirus-Pandemie.

Update, 27. Mai, 16.40 Uhr: UN: US-Bundesstaaten nutzen Corona-Krise, um Frauen Zugang zu Abtreibungen zu verwehren

Einige US-Bundesstaaten nutzen die Covid-19-Krise nach Auffassung von UN-Menschenrechtsexperten offenbar aus, um den Zugang zu Abtreibungen zu verwehren. 

Mit Notverordnungen unter Verweis auf die Coronavirus-Pandemie hätten sie Eingriffe, die medizinisch nicht notwendig sind, ausgesetzt und damit den Zugang zu Abtreibungen beschränkt, schreibt die Arbeitsgruppe des UN-Menschenrechtsrats zur Diskriminierung von Frauen und Mädchen am Mittwoch. Sie nennt Texas, Oklahoma, Alabama, Iowa, Ohio, Arkansas, Louisiana und Tennessee.

"Wir bedauern, dass diese Staaten, die eine lange Geschichte restriktiver Praktiken gegen Abtreibungen haben, die Krise anscheinend manipulieren, um die Rechte von Frauen hinsichtlich ihrer sexuellen und familiären Selbstbestimmung stark einzuschränken", teilte die stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Elizabeth Broderick, mit. "Die Situation ist das jüngste Beispiel, das ein Muster von Restriktionen und Rückschritten beim Zugang zu legalen Schwangerschaftsunterbrechungen im ganzen Land illustriert."

Wenn Frauen den Eingriff während der Pandemie aufschieben müssten, sei es für viele von ihnen anschließend zu spät für eine Abtreibung, so die Arbeitsgruppe. "Zugang zu Abtreibungen gehört zur notwendigen Gesundheitsversorgung und muss auch während der Covid-19-Krise erhalten bleiben." Covid-19 ist die Krankheit, die durch das neue Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann.

Einige US-Bundesstaaten nutzen die Corona-Krise laut UN, um Frauen den Zugang zu Abtreibungen zu verwehren.
Einige US-Bundesstaaten nutzen die Corona-Krise laut UN, um Frauen den Zugang zu Abtreibungen zu verwehren.  © 123RF/belchonock

Update, 27. Mai, 16.30 Uhr: Serbien erlaubt ab 1. Juni Fußballspiele mit Zuschauern

In Serbien sind ab dem 1. Juni wieder Fußballspiele mit Publikum erlaubt, insofern zwischen den Zusehern der Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten wird. Die Regelung gilt auch für andere sportliche Wettkämpfe im Freien, gab der Corona-Krisenstab der Regierung am Mittwoch in Belgrad bekannt.

Alle Infos dazu findet Ihr >>> HIER

Update, 27. Mai, 16.15 Uhr: Erstmals größere Lockerungen trotz Corona in Moskau

Nach zwei Monaten strenger Ausgangssperren lässt die russische Hauptstadt Moskau von Montag an erstmals größere Lockerungen zu. Demnach sollen am 1. Juni Läden, Reparaturbetriebe, Wäschereien und chemische Reinigungen wieder öffnen dürfen. Das sagte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Mittwoch bei einer Videoschalte mit Kremlchef Wladimir Putin. Damit könnten in Europas größter Stadt erstmals rund 300.000 Menschen wieder zur Arbeit - und Millionen Bürger Dienstleistungen nutzen.

Testweise sollten zudem Spaziergänge in der Stadt erlaubt werden, allerdings nur zu bestimmten Zeiten, damit nicht alle auf einmal auf der Straße seien, sagte Sobjanin. Die Lage müsse von Woche zu Woche neu überprüft werden, sagte der Bürgermeister. "Ich denke, es wird gehen. Aber wir müssen uns absichern."

Kremlchef Putin begrüßte die Lockerungen und sagte, dass sich die Lage um die Coronavirus-Pandemie in Russland insgesamt stabilisiert habe. Die Behörden weisen darauf hin, dass es täglich mehr Genesene als Kranke gebe. Demnach ist nicht zuletzt die Zahl der in Moskaus Krankenhäusern behandelten Corona-Fälle stark rückläufig.

Grundsätzlich sollten Dienstleistungen zugelassen werden, für die keine längeren Kontakte zwischen Menschen nötig seien, sagte Sobjanin. Schönheitssalons und Friseure bleiben demnach geschlossen. "Insgesamt sollte ich sagen, dass wir die Lage unter Kontrolle haben. Und ich bin überzeugt, dass sie sich in Moskau weiter bessert", sagte er bei der live im Fernsehen übertragenen Unterredung mit Putin.

Der Bürgermeister betonte zudem, dass die Stadt vorbereitet sei auf die große Militärparade am 24. Juni zum 75. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland. Die traditionell am Tag des Sieges am 9. Mai organisierte Soldaten- und Waffenschau auf dem Roten Platz in Moskau war wegen der Corona-Krise verschoben worden.

Trotzdem steigen die Infektionszahlen weiter extrem stark - am Mittwoch um 8338 auf nun 370.680 Fälle. Russland nimmt damit in Europa den Spitzenplatz ein. 3968 Menschen starben offiziell an Covid-19. Die Zahl der Genesenen wurde mit 142.208 angeben.

Wladimir Putin, Präsident von Russland, sitzt in der Residenz Nowo-Ogarjowo an seinem Schreibtisch und nimmt an einer Telefonkonferenz mit dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin teil.
Wladimir Putin, Präsident von Russland, sitzt in der Residenz Nowo-Ogarjowo an seinem Schreibtisch und nimmt an einer Telefonkonferenz mit dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin teil.  © Alexei Nikolsky/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa

Update, 27. Mai, 16.10 Uhr: Corona-Umfrage: Jeder fünfte Wähler glaubt an bewusste Übertreibung

Einer Umfrage zufolge glaubt jeder fünfte Wahlberechtigte in Deutschland, dass "Politik und Medien die Gefährlichkeit des Corona-Virus ganz bewusst übertreiben, um die Öffentlichkeit zu täuschen". Das berichtete das NDR-Medienmagazin "Zapp" am Mittwoch als Auftraggeber der repräsentativen Studie von Infratest dimap.

 Dieser These stimmen demnach besonders viele Anhänger der AfD (54 Prozent) zu. Auch Menschen, die Social-Media-Plattformen aktiv nutzen (31 Prozent), antworteten besonders häufig in diesem Sinne.

Tanjev Schultz, Professor für Journalismus an der Universität Mainz sagte laut Mitteilung: "Wir sehen eine ganz klare Kluft zwischen den Anhängern der AfD und dem Rest der Bevölkerung. Die Anhänger der AfD suchen Informationen eher in anderen Medien und vertrauen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk deutlich weniger."

Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, in sozialen Medien wie Youtube, Facebook oder in Blogs, aber auch in Messenger-Diensten wie Telegram und WhatsApp Nachrichten und Kommentare über Corona in den letzten Wochen wahrgenommen zu haben. 

Jeder Zehnte hat diese Inhalte auch intensiv geteilt. Am aktivsten teilen AfD-Anhänger Social-Media-Posts beim Thema Corona (19 Prozent), selten aktiv sind Anhänger der Grünen (3 Prozent). Von Anhängern der Linkspartei (72 Prozent) und der AfD (67 Prozent) werden Nachrichten auf Social Media zum Thema Corona am stärksten wahrgenommen.

Update, 27. Mai, 16 Uhr: Erneut niederländischer Schlachthof geschlossen

Im niederländischen Apeldoorn hat die Polizei einen Schlachthof geschlossen, weil die Corona-Regeln missachtet wurden. Zu dem Betrieb waren Arbeitsmigranten in 18 Kleinbussen transportiert worden. Der vorgeschriebene Abstand von eineinhalb Metern zwischen Personen sei nicht eingehalten worden, sagte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur ANP.

Der Schlachthof gehört zu der Vion-Gruppe, die bereits wegen eines Corona-Ausbruchs auch in Deutschland Schlagzeilen gemacht hatte. Zuletzt waren in dem Betrieb in Groenlo nahe der Grenze mit Nordrhein-Westfalen 147 Infizierte festgestellt worden. Davon wohnten Dutzende in Gruppenunterkünften in Deutschland. Bei Vion arbeiten viele Arbeitsmigranten, die in Deutschland untergebracht und von Leiharbeitsfirmen in Kleinbussen über die Grenze zu den jeweiligen Betrieben gefahren werden.

Landwirtschaftsministerin Carola Schouten hatte den Sektor ermahnt, die Corona-Maßnahmen für ihre Arbeitnehmer einzuhalten. Das gilt auch für Unterbringung und Transport.

Das Firmenloge des Lebensmittel-Herstellers Vion an einem Gebäude im Niederländischen Groenlo.
Das Firmenloge des Lebensmittel-Herstellers Vion an einem Gebäude im Niederländischen Groenlo.  © David Young/dpa

Update, 27. Mai, 15.54 Uhr: Täglicher Unterricht für Schleswig-Holsteins Grundschüler ab 8. Juni

Alle Grundschüler in Schleswig-Holstein sollen vom 8. Juni an wieder eine tägliche Beschulung im Klassenverband erhalten. Das kündigten Ministerpräsident Daniel Günther und Bildungsministerin Karin Prien (beide CDU) am Mittwoch in Kiel an als weitere Lockerung in der Corona-Krise. Dabei werden die Abstandsregel nicht mehr gelten, wie Prien ankündigte.

In der letzten Woche vor den Sommerferien, die am 29. Juni in Schleswig-Holstein beginnen, sollen alle Schüler aller Schulen tageweise in ihrem Klassenverband zusammenkommen. Dies bedeute aber nicht, dass alle Schüler zur gleichen Zeit in der Schule sein werden, sagte Prien.

Der Regelbetrieb an allen Schulen soll nach den Sommerferien mit dem neuen Schuljahr am 10. August wieder starten, kündigten Prien und Günther an.

Update, 27. Mai, 15.45 Uhr: Vermutlich Tausende Tote mehr als bekannt durch Pandemie in Spanien

In Spanien sind vermutlich Tausende Menschen mehr mit Covid-19 gestorben als die offizielle Statistik bisher ausweist. Zwischen dem 1. März und dem 12. Mai seien landesweit insgesamt 43.295 Menschen mehr gestorben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, schrieb die Zeitung "El País". 

Die so genannte Übersterblichkeit habe damit bei 52 Prozent gelegen, in etwa so hoch wie im ebenfalls schwer getroffenen Italien. Zum Vergleich: In Deutschland lag sie Ende April bei rund 13 Prozent.

In der Gesamtzahl der Toten in Spanien seien die 27.302 Fälle enthalten, bei denen es einen positiven Test auf das Coronavirus Sars-CoV-2 gegeben habe. Die anderen zusätzlichen 15.993 Toten seien offiziell nicht als Covid-19-Fälle ausgewiesen. Ein großer Teil von ihnen sei aber vermutlich auf die Pandemie zurückzuführen, schrieb die Zeitung weiter.

Mitglieder der Guardia Civil legen in Sevilla eine Schweigeminute ein. Im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien hat eine zehntägige Staatstrauer für die gut 27.000 Todesopfer der Pandemie begonnen. Der Beginn der Ehrung wurde am Mittwoch um zwölf Uhr mittags von einer Schweigeminute im ganzen Land begleitet.
Mitglieder der Guardia Civil legen in Sevilla eine Schweigeminute ein. Im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien hat eine zehntägige Staatstrauer für die gut 27.000 Todesopfer der Pandemie begonnen. Der Beginn der Ehrung wurde am Mittwoch um zwölf Uhr mittags von einer Schweigeminute im ganzen Land begleitet.  © Eduardo Briones/EUROPA PRESS/dpa

Update, 27. Mai, 15.40 Uhr: Kaffeekonsum trotz Corona-Krise gestiegen

Trotz geschlossener Cafés und Restaurants während der Corona-Krise haben die Menschen in Deutschland mehr Kaffee getrunken als im Vorjahr. Im März und April dieses Jahres sei der Konsum um rund drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte der Deutsche Kaffeeverband am Mittwoch mit. Während in den Cafés und Restaurants 76 Prozent weniger Tassen Kaffee getrunken wurde, stieg der Konsum zu Hause um 20 Prozent.

"Der Konsument trinkt weiterhin Kaffee - zur Not einfach woanders", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Holger Preibisch. Man könne die Kategorie Kaffee daher als "krisenfest" bezeichnen. Kaffeevollautomaten waren in den beiden Monaten mit einer gestiegenen Nutzung um zehn Prozent am beliebtesten. Bei Filterkaffee, Pads und Kapseln sowie löslichem Kaffee ging es verglichen zu März und April 2019 im niedrigen einstelligen Bereich nach oben.

Mit Blick auf das Jahr 2019 stand die Bohne bei den Menschen wieder hoch im Kurs. 166 Liter pro Kopf und damit zwei Liter mehr als im Vorjahr 2018 tranken die Leute. Nach Angaben des Verbands entspricht das einer Steigerung um circa eine Milliarde Tassen.

Besonders die ganze Bohne ist wieder gefragt. Ihr Absatz im Lebensmitteleinzelhandel und Onlinehandel stieg um 15 Prozent. Für 2020 blickt der Verband positiv in die Zukunft und rechnet damit, dass Kaffee auch nach der Corona-Krise das Lieblingsgetränk der Menschen in Deutschland sein wird.
Besonders die ganze Bohne ist wieder gefragt. Ihr Absatz im Lebensmitteleinzelhandel und Onlinehandel stieg um 15 Prozent. Für 2020 blickt der Verband positiv in die Zukunft und rechnet damit, dass Kaffee auch nach der Corona-Krise das Lieblingsgetränk der Menschen in Deutschland sein wird.  © Marcus Brandt/dpa

Update, 27. Mai, 15.37 Uhr: Reisebranche fordert schnelle Entscheidung für Tourismus

Die deutsche Reisebranche hat eine schnelle Entscheidung über einen Neustart des Tourismus in Europa angemahnt. Auf innenpolitischen Druck aus Bayern habe das Bundeskabinett die Diskussion über die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung vertagt, kritisierte der Reiseverband DRV am Mittwoch. 

"Basis für die Diskussion über die Aufhebung von Reisewarnungen sollte das tatsächliche Infektionsgeschehen sein - und nicht innenpolitische Überlegungen", mahnte DRV-Präsident Norbert Fiebig. "Die Anzahl der aktiv Infizierten ist im Übrigen in Österreich, Kroatien und Griechenland zusammengenommen geringer als im Bundesland Bayern."

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) bedauerte, dass die Reisewarnung noch nicht aufgehoben worden sei.

Voraussichtlich am 3. Juni will sich das Bundeskabinett mit einem Eckwertepapier befassen, das als Gesprächsgrundlage für eine Einigung mit den Urlaubsländern auf Regeln für einen Infektionsschutz dienen soll. Vorgesehen ist auch, die generelle Reisewarnung für 31 Länder in Europa aufzuheben und mit Reisehinweisen zu ersetzen.
Voraussichtlich am 3. Juni will sich das Bundeskabinett mit einem Eckwertepapier befassen, das als Gesprächsgrundlage für eine Einigung mit den Urlaubsländern auf Regeln für einen Infektionsschutz dienen soll. Vorgesehen ist auch, die generelle Reisewarnung für 31 Länder in Europa aufzuheben und mit Reisehinweisen zu ersetzen.  © Angelika Warmuth/dpa

Update, 27. Mai, 15.28 Uhr: 3049 Euro pro Einwohner: Bayern Spitzenreiter bei Corona-Schulden

Zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nimmt Bayern Nettokredite in Höhe von 3049 Euro pro Einwohner auf. Dies geht aus einer aktuellen Auflistung des Landesrechnungshofs Schleswig-Holstein hervor, die der Präsident des Bayerischen Obersten Rechnungshofs (ORH), Christoph Hillenbrand, am Mittwoch im Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags vorgestellt hat. Demnach ist der Freistaat im Vergleich mit Bund und Ländern Spitzenreiter bei der Neuverschuldung.

Dahinter folgen Bremen (1754 Euro), Sachsen (1473 Euro) und Nordrhein-Westfalen (1393 Euro), wobei in Sachsen in der Zahl schon konjunkturell bedingte Mindereinnahmen berücksichtigt sind. Zum Vergleich: Die Kreditaufnahme des Bundes liegt umgerechnet pro Einwohner bei 1876 Euro. Bei den meisten anderen Ländern belaufen sich die Mehrausgaben auf weniger als 500 Euro pro Einwohner. Thüringen und Berlin verzichten vollends auf eine Kreditaufnahme.

Insgesamt stellen Bund und Länder wegen der Krise zusätzliche Ausgaben von rund 342 Milliarden Euro zur Verfügung. Davon entfallen rund 75 Prozent (255,8 Milliarden Euro) auf den Bund und 25 Prozent (85,8 Milliarden Euro) auf die Länder. Auch in absoluten Zahlen liegt Bayern hier mit 40 Milliarden Euro unter den Ländern an der Spitze.

Update, 27. Mai, 15.20 Uhr: Lufthansa verschiebt Entscheidung zu Rettungspaket

Die Lufthansa hat die Entscheidung über das milliardenschwere Corona-Rettungspaket des Staates verschoben. Als Grund wurden am Mittwoch mögliche Auflagen der EU-Kommission genannt, welche die Drehkreuzfunktion an den Heimatflughäfen Frankfurt und München schwächen würden. 

Alternativszenarien müssten nun geprüft werden, hieß es in einer Pflichtmitteilung an die Börse. Eine außerordentliche Hauptversammlung wurde zunächst nicht einberufen. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Eingemottete Passagiermaschinen der Lufthansa stehen am Rande der Rollbahn auf dem Flughafen in Frankfurt/Main.
Eingemottete Passagiermaschinen der Lufthansa stehen am Rande der Rollbahn auf dem Flughafen in Frankfurt/Main.  © Boris Roessler/dpa

Update, 27. Mai, 15.10 Uhr: Deutschland widmet EU-Vorsitz dem Kampf gegen die Corona-Krise

Der Kampf gegen die Corona-Krise wird Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin mit. Zuvor hatte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) in einer Videoschalte mit Spitzenvertretern des Europaparlaments ausgetauscht.

Deutschland übernimmt am 1. Juli für sechs Monate den Vorsitz der EU-Länder. In der Zeit leitet Deutschland die Ministerräte und setzt politische Schwerpunkte. Wegen der Pandemie wird das Programm anders ausfallen als ursprünglich geplant. Neben der Corona-Krise sind weitere Schwerpunktthemen die Beziehungen zu Großbritannien nach dem Brexit, der Klimaschutz und das europäische Asylsystem.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).  © Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

Update, 27. Mai, 15.01 Uhr: Eltern halten Kinder in Corona-Krise für zufriedener als sich selbst

Eltern schätzen die Zufriedenheit ihrer Kinder in der Corona-Zeit deutlich höher ein als ihre eigene. Das geht aus ersten Ergebnissen der Studie "KiCo" zum Familienalltag während der Pandemie hervor. An der Online-Befragung zwischen dem 24. April und 3. Mai 2020 nahmen bundesweit mehr als 25.000 Mütter und Väter teil, wie die Universität Hildesheim und die Goethe-Universität Frankfurt am Mittwoch mitteilten.

Auf einer Skala von 0 (total unzufrieden) bis 10 (100 Prozent zufrieden) konnten Eltern für sich und ihre unter-15-jährigen Kinder Angaben machen. Ältere Jugendliche wurden in einer separaten Studie befragt. 

Viele Eltern fühlen sich demnach mit ihren Problemen allein gelassen. Gut ein Drittel der Mütter und Väter gab an, seit der Corona-Krise größere Geldsorgen zu haben. Sie beklagten zudem die Doppelbelastung von Job und Kinderbetreuung sowie fehlende Rückzugsmöglichkeiten zu Hause. Eine Gruppe habe allerdings die zurückliegenden Wochen als schöne Zeit bewertet und von Entschleunigung, weniger Freizeitstress und neuen Freiheiten der Kinder berichtet.

Update, 27. Mai, 14.57 Uhr: Trotz Lockerungen steigen Corona-Neuinfektionen nicht

Offene Kaufhäuser, Restaurants und Friseure: Experten haben vor den Lockerungen immer wieder vor einer neuen Infektionswelle gewarnt. Bislang ist die ausgeblieben. Ist die Corona-Gefahr gebannt?

Menschen sitzen wieder in Restaurants, sie gehen shoppen oder zum Friseur - die Beschränkungen in der Corona-Krise wurden inzwischen weitreichend gelockert. Bislang hat dies nicht zu einem Anstieg der Neuinfektionen geführt - obwohl Experten das im Vorfeld befürchtet hatten. Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden in den vergangenen Tagen rund 300 bis 600 neue Corona-Fälle pro Tag gemeldet. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Eine Kellnerin mit Mundschutz stellt auf der Terrasse vor dem Stuttgarter Café "Kaiserbau" einer Kundin ein Getränk auf den Tisch.
Eine Kellnerin mit Mundschutz stellt auf der Terrasse vor dem Stuttgarter Café "Kaiserbau" einer Kundin ein Getränk auf den Tisch.  © dpa/Gregor Bauernfeind

Update, 27. Mai, 14.49 Uhr: Otto Group rechnet mit weniger Gewinn

Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group rechnet wegen der Corona-Krise mit Ertragseinbußen. Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 waren Umsatz und Gewinn noch kräftig gestiegen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Vorstandschef Alexander Birken mit weiterem Zuwachs beim Umsatz - aber auch mit einem rückläufigen Gewinn. Zudem verkündete der Konzern einen Teilverkauf des Paketdienstleisters Hermes.

Die historisch schlechte Konsumstimmung "wird zu einem bereits erkennbaren Rückgang der Nachfrage insbesondere von Textilien und einem generell steigenden Preiswettbewerb führen", sagte Birken. Eine konkrete Prognose wollte Birken nicht abgeben. Man sei bei der Otto Group aber "respektvoll optimistisch".

Derzeit seien alle Investitionen und Ausgaben auf dem Prüfstand, stellenweise seien Einstellungsstopps verhängt worden, hieß es. Die Familiengesellschafter hätten angekündigt, bis auf Weiteres auf Ausschüttungen zu verzichten. Verbraucher könnten sich wegen des Nachfrageeinbruchs auf deutliche Rabatte auf Textilien in den nächsten Monaten einstellen.

Gleichzeitig habe die Corona-Krise enorme Nachfragezuwächse etwa im Do-it-yourself-Sortiment oder bei Möbeln und zahlreiche neue Kunden eingebracht. Der Paketzusteller Hermes habe im April in Deutschland und Großbritannien so viele Pakete verschickt wie sonst nur im starken Weihnachtsgeschäft.

Die Corona-Krise hat dem Online-Handel zusätzliche Impulse gegeben, weil der stationäre Handel zeitweise geschlossen war und die Kunden sich nicht wie gewohnt versorgen konnten.

Die Otto Group gehört zu den führenden Playern im Online-Handel. Der boomt in der Corona-Krise. Gleichwohl schlägt sich das nicht unbedingt in steigenden Gewinnen nieder.
Die Otto Group gehört zu den führenden Playern im Online-Handel. Der boomt in der Corona-Krise. Gleichwohl schlägt sich das nicht unbedingt in steigenden Gewinnen nieder.  © Markus Scholz/dpa

Update, 27. Mai, 14.39 Uhr: Statt Gala: Grimme-Preisverleihung im August als Reportage im TV

Wegen des Coronavirus wird der Grimme-Preis für herausragendes Fernsehen in diesem Jahr nicht wie gewohnt bei einer Gala verliehen, sondern als Reportage ausgestrahlt. Die Sendung über 90 Minuten wird am 21. August (22.25 Uhr) auf 3sat gezeigt, wie das Grimme-Institut am Mittwoch in Marl mitteilte. 

Moderator Jo Schück ("Aspekte") führt durch das Programm. Die ursprünglich für den 27. März im Theater Marl geplante Verleihung war wegen der Corona-Pandemie frühzeitig abgesagt worden. Beim 56. Grimme-Preis werden insgesamt 16 Auszeichnungen vergeben. Stifter des Preises ist der Deutsche Volkshochschul-Verband.

Prince Charming, Nicolas Puschmann, 28-jähriger Account Manager, steht im Mittelpunkt der neuen gleichnamigen Gay-Dating-Show bei TV Now. Die TV-Show wurde am 3. März 2020 mit einem Grimme-Preis in der Kategorie "Wettbewerb Unterhaltung" ausgezeichnet.
Prince Charming, Nicolas Puschmann, 28-jähriger Account Manager, steht im Mittelpunkt der neuen gleichnamigen Gay-Dating-Show bei TV Now. Die TV-Show wurde am 3. März 2020 mit einem Grimme-Preis in der Kategorie "Wettbewerb Unterhaltung" ausgezeichnet.  © Arya Shirazi/TVNOW/dpa

Update, 27. Mai, 14.19 Uhr: Ryanair missbraucht Corona-Krise für Sozialdumping

Die Gewerkschaft Verdi hat der Fluggesellschaft Ryanair vorgeworfen, die Corona-Krise gegen die eigenen Beschäftigten zu missbrauchen.

Die in Deutschland aktive Ryanair-Tochter Malta Air wolle Tarifverträge unterlaufen und bis zu 1200 Kabinenbeschäftigte entlassen, um sie anschließend zu Dumping-Konditionen wiedereinzustellen, erklärte die Gewerkschaft am Mittwoch in Berlin. Geplant seien Kürzungen um 10 Prozent bei den Flugbegleitern und 20 Prozent im Cockpit. Auch solle es keine unbefristeten Verträge mehr geben.

"Wir werden nicht akzeptieren, dass ein Unternehmen mit liquiden Mitteln von 4 Milliarden Euro von den Beschäftigten Einkommensverzicht fordert und diese damit Gefahr laufen, an die Armutsgrenze zu geraten", sagte die Gewerkschaftssekretärin Susana Pereira-Ventura. 

Ryanair hatte zuletzt gegen Staatshilfen für Lufthansa und andere Airlines gewettert, nimmt aber selbst die Lohnsubventionen in mehreren europäischen Ländern in Anspruch.

Große Probleme gebe es auch bei der Tochter Lauda, die bislang an den Flughäfen Stuttgart und Düsseldorf aktiv war, berichtete Verdi. Die Basis in Wien soll nach einem heftigen Streit mit der dortigen Gewerkschaft Vida geschlossen werden.

Die Lauda-Geschäftsleitung hat den Beschäftigten der deutschen Standorte mitgeteilt, dass im Mai keine Gehälter ausgezahlt werden könnten. Hintergrund ist die Entscheidung der Arbeitsagentur, für die mit österreichischen Arbeitsverträgen ausgestatteten Mitarbeiter kein Kurzarbeitergeld auszuzahlen.

Lauda will dagegen juristisch vorgehen, wie aus einem Schreiben an die Mitarbeiter hervorgeht. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht.

Update, 27. Mai, 14.08 Uhr: Bis Ende Juli keine Kreuzfahrten mit Aida Cruises

Bis zum 31. Juli wird weiter keines der 14 Kreuzfahrtschiffe der Rostocker Reederei Aida Cruises unterwegs sein.

In vielen von Aida angelaufenen Destinationen seien die Regelungen für den internationalen Tourismus noch in Abstimmungsprozessen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Rostock mit. Die konkreten Bedingungen für einen Neustart nach der Corona-Krise seien noch nicht geklärt. Um den Gästen die notwendige Planungssicherheit für ihren Urlaub zu geben, müsse die seit Mitte März dauernde vollständige Unterbrechung nun bis Ende Juli ausgedehnt werden.

"Der Schutz der Gesundheit von Gästen und Besatzungsmitgliedern hat jederzeit höchste Priorität", sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze. Dazu stehe Aida in enger Abstimmung mit den nationalen und internationalen Behörden und Gesundheitsorganisationen.

Für Gäste, die ihren Urlaub zu einem späteren Zeitpunkt antreten wollten, werde der bereits gezahlte Reisepreis als Guthaben plus einem zehnprozentigen Bonus zurückgelegt. Dieses Guthaben könne bei Buchungen bis Ende 2021 eingesetzt werden. Gästen, die dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen möchten, werde auf Wunsch der Reisepreis in Höhe der bereits geleisteten Zahlung erstattet.

Um den Reisebürovertrieb weiter zu unterstützen, werde Aida einen Liquiditätsvorschuss auszahlen. Dieser liege bei zehn Prozent des Guthabens und werde dem Vertriebspartner überwiesen, sobald Aida das Reiseguthaben für den gemeinsamen Kunden angelegt hat.

Update, 27. Mai, 13.57 Uhr: Mehr als 62.000 Corona-Infizierte unter US-Ärzten und Schwestern

Zehntausende Ärzte und Krankenpfleger in den USA haben sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mit dem Coronavirus angesteckt. Von den 62.344 Mitarbeitern des Gesundheitssektors, die sich infiziert hätten, seien mindestens 291 gestorben, teilte die Behörde auf ihrer Webseite mit.

Zuletzt hatte die Behörde am 15. April Infektionszahlen zu medizinischem Personal veröffentlicht, berichtete der US-Sender CNN. Damals habe die Zahl der Infizierten nur bei 9.282 gelegen. Ärzte und Krankenschwestern hatten in den USA vielerorts über eine unzureichende Ausstattung mit adäquater Schutzausrüstung geklagt.

Mitarbeiter des Gesundheitswesens bereiten sich darauf vor, Mundschutze an der New Yorker Börse zu verteilen, nachdem das Handelsparkett teilweise wiedereröffnet wurde.
Mitarbeiter des Gesundheitswesens bereiten sich darauf vor, Mundschutze an der New Yorker Börse zu verteilen, nachdem das Handelsparkett teilweise wiedereröffnet wurde.  © Mark Lennihan/AP/dpa

Update, 27. Mai, 13.34 Uhr: EU-Ratspräsidentschaft mit Fokus auf Corona

Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr soll die Bewältigung der Corona-Krise sein. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin mit.

Zuvor hatte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) in einer Videoschalte mit Spitzenvertretern des Europaparlaments ausgetauscht.

Deutschland übernimmt am 1. Juli für sechs Monate den Vorsitz der EU-Länder. In der Zeit leitet Deutschland die Ministerräte und setzt politische Schwerpunkte.

Wegen der Corona-Krise wird das Programm anders ausfallen als ursprünglich geplant. Neben der Corona-Krise sind weitere Schwerpunktthemen die Beziehungen zu Großbritannien nach dem Brexit, der Klimaschutz und das europäische Asylsystem. In der Videoschalte ging es laut Seibert neben Corona um Fragen zur Erholung der europäischen Wirtschaft, das mehrjährige EU-Budget, Klimaschutz, Digitalisierung und "Europas Rolle in der Welt".

Das schriftliche Programm für den deutschen EU-Vorsitz soll nach Angaben Seiberts erst kurz vor dem dem 1. Juli beschlossen werden. Dabei sollten insbesondere auch die Prioritäten der EU-Kommission für die kommenden Monate berücksichtigt werden.

Update, 27. Mai, 13.09 Uhr: Keine Mundschutz-Pflicht mehr in Polen beim Spaziergang

Polen will von diesem Samstag an die Pflicht zum Tragen von Mund- und Nasenschutz wegen der Corona-Epidemie teilweise aufheben. Dies gelte, wenn Menschen spazieren gehen und die Abstandsregeln eingehalten werden, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Mittwoch in Warschau.

In geschlossenen Räumen gilt demnach weiter eine Maskenpflicht. Außerdem sollen öffentliche Versammlungen von bis zu 150 Menschen wieder möglich sein.

Morawiecki zufolge können auch der Einzelhandel, Restaurants und Bars wieder arbeiten, ohne dass die Zahl der Kunden in den Räumen eingeschränkt werden muss. Außerdem sollen vom 6. Juni an Kinos, Opern und Theaterhäuser wieder öffnen.

Im Publikum muss aber jeder zweite Platz frei bleiben. Schwimmbäder und Fitnessclubs dürfen ebenso wieder ihren Betrieb aufnehmen. Nachtclubs und Diskotheken müssen dagegen weiter geschlossen bleiben.

Das Land zählt bislang offiziell 22.303 Corona-Fälle. Mehr als 1000 Menschen starben mit dem Virus. In den meisten polnischen Regionen hatte sich die Lage zuletzt entspannt.

Update, 27. Mai, 12.46 Uhr: CDU will verständlichere Rechtsgrundlage für Corona-Maßnahmen

Die CDU will einen grundlegenden Wechsel bei der rechtlichen Festschreibung von Verboten und Geboten zur Corona-Bekämpfung in Baden-Württemberg. Die CDU-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2021, Kultusministerin Susanne Eisenmann, teilte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit, sie halte es für sinnvoll, die Systematik umzustellen. "Statt mit pauschalen Verboten und unzähligen Ausnahmen zu operieren, sollten wir rechtstechnisch von der Erlaubnis her kommen." Generalsekretär Manuel Hagel erklärte: "Das bedeutet, dass wir nicht mehr definieren, was erlaubt ist, sondern jetzt wieder definieren, was nicht erlaubt ist."

Update, 27. Mai, 12.35 Uhr: Wieder etwas mehr neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Das Coronavirus sorgt in Brandenburg weiter für neue Infektionen. Von Montag bis Dienstagmorgen zählte das Gesundheitsministerium acht neue bestätigte Fälle, zuvor war es nur ein neuer Fall. Seit Anfang März sind 3246 Covid-19-Patienten registriert worden, derzeit liegt die Zahl der aktiv Erkrankten bei rund 130. 

Während in Potsdam bisher 631 und im Kreis Potsdam-Mittelmark 534 Covid-19-Patienten gezählt wurden, hat die Prignitz nur 25 und Frankfurt (Oder) 29 Fälle. Bisher starben insgesamt 169 Corona-Patienten, ein Todesfall mehr als am Vortag. Als genesen gelten in Brandenburg rund 2950 Menschen, 20 mehr als am Montag.

Update, 27. Mai, 12.19 Uhr: Zehntägige Staatstrauer für Corona-Opfer hat in Spanien begonnen

Im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien hat eine zehntägige Staatstrauer für die gut 27.000 Todesopfer der Pandemie begonnen.

Der Beginn der Ehrung wurde am Mittwoch um zwölf Uhr mittags von einer Schweigeminute im ganzen Land begleitet. Überall wurden die Landesfahnen auf Halbmast gesetzt. Im Madrider Regierungssitz Palacio de la Moncloa stand Ministerpräsident Pedro Sánchez der Zeremonie vor.

Es handelt sich um die längste Staatstrauer in Spanien seit dem Ende der Diktatur von Francisco Franco (1939-1975).

Mit mehr als 235.000 Infektionsfällen und über 27.000 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder der Welt. Seit Mitte März gelten im Rahmen eines mehrfach vom Parlament verlängerten Alarmzustandes strenge Ausgehbeschränkungen und Regelungen, die erst seit kurzer Zeit schrittweise gelockert werden.

Sánchez betonte mehrfach, diese Maßnahmen seien dafür verantwortlich, dass die Zahlen seit Wochen immer besser werden.

Update, 27. Mai, 11.55 Uhr: RB Leipzig empfindet Corona-Notpläne inzwischen als normal

Die tägliche Arbeit unter Corona-Bedingungen ist bei Fußball-Bundesligist RB Leipzig inzwischen schon Normalität. Das sagte Sportdirektor Markus Krösche bei "Amazon" vor dem Spiel am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky und Amazon Prime Video). "Die Jungs fühlen sich wohl, es macht ihnen Spaß und sie dürfen ihren Job wieder ausüben. Wir können die aktuellen Vorgaben wie das Hygienekonzept bei RB Leipzig sehr gut umsetzen. Wir sind trotzdem sehr nah am normalen Ablauf und versuchen, möglichst viele Dinge zu belassen", bemerkte Krösche. Die Spieler würden die Bedingungen sehr gut annehmen, so dass man gut damit leben könne.

Update, 27. Mai, 11.41 Uhr: Osten will besondere Berücksichtigung bei Corona-Konjunkturpaket

Die ostdeutschen Länder fordern vom Bund eine besondere Berücksichtigung ihrer Belange bei dem geplanten Konjunkturpaket für die Wirtschaft in der Corona-Krise.

Der Bund sei aufgefordert, bei der Ausgestaltung des milliardenschweren Förderprogramms "den Besonderheiten der Wirtschafts- und Sozialstruktur der ostdeutschen Länder hinreichend Rechnung zu tragen", heißt es in einer Beschlussvorlage für die Videokonferenz der Ost-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Die Wirtschaftsstruktur Ostdeutschlands sei geprägt von kleinen Unternehmen mit wenig Eigenkapital, so die sechs Regierungschefs. Viele Unternehmenseigner seien in einem Alter, in dem Liquiditätshilfen in Form von Darlehen kaum mehr möglich seien.

Montagearbeiten für eine neue Großpresse laufen im erweiterten Presswerk von Volkswagen Sachsen in Zwickau.
Montagearbeiten für eine neue Großpresse laufen im erweiterten Presswerk von Volkswagen Sachsen in Zwickau.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Nicht zuletzt seien in Ostdeutschland Wirtschaftszweige stark verbreitet und strukturprägend, die von den Beschränkungen gegen die Pandemie besonders hart betroffen seien. Genannt werden etwa der Tourismus, die Werften oder die Kreativ- und Filmwirtschaft.

Der Bund solle dafür Sorge tragen, "dass große und einflussreiche Branchen nicht überproportional hohe Finanzhilfen erhalten", heißt es in dem Papier weiter. "Die vielfältigen kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu den sogenannten Solo-Selbstständigen verfügen oftmals über eine deutlich geringere Widerstandskraft gegen ökonomische Schocks und bedürfen im Verhältnis stärkerer Unterstützungsmaßnahmen."

Besonders in ländlichen Regionen im Osten werde das öffentliche und wirtschaftliche Leben oftmals von kleinen Firmen getragen, die über keine vergleichbaren Interessenvertretungen verfügten wie große Unternehmen.

Update, 27. Mai, 11.20 Uhr: 750 Milliarden Euro für Wiederaufbauprogramm

Die EU-Kommission will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 750 Milliarden Euro für die wirtschaftliche Erholung Europas nach der Corona-Krise mobilisieren. Davon sollen 500 Milliarden Euro als nicht rückzahlbare Zuwendungen und 250 Milliarden Euro als Kredite fließen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus informierten Kreisen in Brüssel erfuhr.

Update, 27. Mai, 11.07 Uhr: Rumänischer Bischof wiederholt Ostergottesdienst

In Rumänien hat der dort als Rebell bekannte orthodoxe Erzbischof Teodosie in der Nacht zum Mittwoch den Oster-Gottesdienst wiederholt - zur Empörung vieler Gläubiger.

Nach Meinung des Erzbischofs konnten die Gläubigen wegen der Corona-Ausgangssperren am offiziellen Termin die Auferstehung Christi nicht in vollem Umfang feiern. Zu dem Akt in der Kathedrale der Schwarzmeerstadt Constanta kamen aber nur ein paar Hundert Gläubige, wie Rumäniens Medien berichteten. "Ostern 2.0" nannte dies ironisch die Bukarester Tageszeitung "Adevarul".

Ähnliche, schwach besuchte "Oster-Gottesdienste" gab es im ganzen Bistum Constanta. Rund 86 Prozent der Rumänen bekennen sich zur orthodoxen Konfession.

Ostersonntag war in der Orthodoxen Kirche am 19. April. Zentrales Element dieses Fests ist, dass der Geistliche am Schluss des Gottesdienstes ruft "Kommt, nehmt Licht", woraufhin die Gläubigen ihre Kerzen an seiner anzünden und mit den brennenden Lichtern nach Hause gehen.

Dies war am offiziellen Termin wegen der damals geltenden Ausgangsperren nicht möglich. Jetzt verteilte Teodosie das Licht wie an Ostern. Außerdem verabreichte er den Kommunionwein allen Gläubigen traditionsgemäß mit demselben Löffel - Hygienebedenken und Verboten zum Trotz.

Das Patriarchat in Bukarest hatte als oberste Kirchenleitung im Vorfeld erklärt, dass Teodosie "autonom" handle und dass es landesweit am offiziellen Termin in den Kirchen "die richtigen" Oster-Gottesdienste gegeben habe - nur eben in Abwesenheit der Laien. Von kircheninternen Sanktionen gegen Teodosie war allerdings nicht die Rede.

Update, 27. Mai, 10.42 Uhr: Gesichtsmasken an australischen Stränden angespült

Zahlreiche Gesichtsmasken sind an Stränden nördlich der australischen Metropole Sydney angespült worden. Sie stammten aus rund 40 Containern, die ein Frachtschiff in rauer See am Wochenende verloren habe, berichtete die Nachrichtenagentur AAP am Mittwoch.

Die australische Seesicherheitsbehörde Amsa erhielt dem Bericht zufolge Anrufe, die über das ungewöhnliche Strandgut zwischen Magenta Beach und The Entrance nördlich von Sydney an Australiens Südostküste berichteten. Demnach wurden auch Baumaterial sowie medizinische Gegenstände und andere Dinge angeschwemmt. All diese Gegenstände hätten auf der Frachtliste des Schiffs "APL England" gestanden, das die Container verloren habe, teilte Amsa weiter mit.

Es werde gerade geprüft, ob der Frachter sicher in den Hafen von Brisbane gebracht werden könne. Er war auf dem Weg von China nach Melbourne, als die raue See ihn zur Rückkehr Richtung Brisbane zwang.

Mitarbeiter der Marine gingen nahe Port Cartwright im Bundesstaat Queensland an Bord, um die Lage zu inspizieren, nachdem sich die Container gelöst hatten.

Update, 27. Mai, 10.17 Uhr: Filmnächte am Elbufer finden auch in Corona-Zeiten statt

Die Filmnächte am Dresdner Elbufer können auch in Zeiten des Coronavirus stattfinden. Das Gesundheitsamt Dresden habe das Hygienekonzept für das Sommerkino vom 25. Juni bis 23. August bestätigt, teilte der Veranstalter am Mittwoch mit. Mehr dazu >> hier.

Update, 27. Mai, 9.57 Uhr: Restaurantchef weist Vorwürfe wegen Corona-Infektionen zurück

Nach mehreren Corona-Infektionen in einem Restaurant im Kreis Leer hat der Gaststättenbetreiber die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.

Bei der Wiedereröffnungsveranstaltung im Restaurant "Alte Scheue" in Moormerland habe es sich am 15. Mai nicht um eine private Party gehandelt. Es seien seitens des Betreibers alle Voraussetzungen erfüllt worden, die gemäß Paragraf 6 der niedersächsischen Corona-Verordnung vorgeschrieben seien, hieß es am Mittwoch in einer schriftlichen Erklärung mit Datum vom 26. Mai der Rechtsanwälte des Restaurantbetreibers.

So seien die Tische in einem Mindestabstand von zwei Metern angeordnet und nur mit Gästen aus zwei Haushalten besetzt worden. Der Abstand von mindestens eineinhalb Metern zwischen den Gästen sei jederzeit eingehalten worden. Auch habe es lückenlos geführte Listen mit den Daten der Gäste gegeben. Nach aktueller Kenntnis hätten offenbar bereits drei Gäste vor dem Abend Symptome gezeigt, die auf eine Covid-19-Infektion hindeuteten. Diese seien im Nachhinein auch positiv getestet worden.

"Ohne das unverzügliche Einschreiten des Betreibers wären die Neuansteckungen nicht zeitnah aufgefallen beziehungsweise nachverfolgt worden", hieß es in der Erklärung.

Update, 27. Mai, 9.34 Uhr: Lockerungen in Israels Gastronomie - Hotels öffnen schrittweise

Israel lockert in der Corona-Krise die Beschränkungen in der Gastronomie und für Hotels. Restaurants, Bars und Kneipen dürfen von Mittwoch an wieder Gäste empfangen.

Die israelische Regierung billigte am Dienstagabend die Aufhebung mehrerer Einschränkungen, die wegen der Corona-Krise verhängt worden waren. Auch Schwimmbäder und Touristenattraktionen dürfen demnach wieder besucht werden. Hotels werden ebenfalls schrittweise geöffnet.

"Die Lockerungsschritte wurden dank des andauernden Rückgangs und einer Stabilisierung der Anzahl täglicher Neuinfektionen genehmigt", hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Es gelten jedoch weiter Hygieneregeln, und die Menschen sind angehalten, Abstand zu wahren und Schutzmasken zu tragen. Restaurantbesitzer sollen einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Tischen gewährleisten. Dies wurde allerdings als unrealistisch kritisiert. Bei Nichteinhaltung der Regeln drohen Geldstrafen von bis zu umgerechnet 1300 Euro.

Palästinenser und Israelis genießen die Sonne am Mittelmeer während des Feiertags Eid al-Fitr.
Palästinenser und Israelis genießen die Sonne am Mittelmeer während des Feiertags Eid al-Fitr.  © Oded Balilty/AP/dpa

In Einkaufszentren soll die Beschränkung der Besucherzahlen ebenfalls gelockert werden. Es wird nun ein Besucher pro sieben Quadratmeter erlaubt - bisher war der vorgeschriebene Abstand doppelt so groß. Die Versammlungsbeschränkung auf bis zu 50 Menschen an einem Ort gilt weiter.

Am Dienstag wurde ebenfalls beschlossen, Kindergärten und Schulen auch in den Sommerferien geöffnet zu lassen, um den Eltern eine ungestörte Arbeit zu ermöglichen. Die Corona-Pandemie hat Israel in eine Wirtschaftskrise gestürzt. Die Zahl der Arbeitslosen ist auf mehr als eine Million gestiegen, die Arbeitslosenquote lag in diesem Monat bei 25 Prozent. Im Februar hatte sie noch vier Prozent betragen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 16.757 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 14.457 sind wieder genesen. 281 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Update, 27. Mai, 8.59 Uhr: Drei Corona-Infektionen mehr in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der offiziell bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nach Angaben der Landesregierung zuletzt innerhalb eines Tages um 3 auf 3068 erhöht. Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut mit Stand Mittwochfrüh weiter mitteilte, stieg die Zahl der Gestorbenen um 1 auf 140. Rund 2800 Infizierte gelten inzwischen wieder als gesund. 30 werden noch in Krankenhäusern behandelt.

Update, 27. Mai, 8.29 Uhr: Miami Dolphins verwandeln Football-Stadion in Autokino

Das Stadion des diesjährigen Super Bowls wird demnächst zu einem Autokino. Die Miami Dolphins gaben entsprechende Pläne für das Hard Rock Stadium am Dienstag (Ortszeit) bekannt. Ein konkretes Datum für den Auftakt gibt es aber noch nicht. Im Stadion soll es Platz für bis zu 230 Autos geben. Gezeigt werden sollen Kinofilme, Konzerte und Spiele aus der Vereinsgeschichte. Alle Richtlinien in der Corona-Krise sollen den Angabe zufolge eingehalten werden. In Miami spielten die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers im Februar um die Meisterschaft im American Football. Die Chiefs gewannen das Spiel.

Update, 27. Mai, 7.49 Uhr: RKI meldet 362 Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179.300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Mittwochmorgen meldete (Datenstand 27.05, 0 Uhr). Unklar ist, wie hoch die Dunkelziffer in Deutschland ist. Das RKI weist darauf hin, dass zwischen Bekanntwerden eines Infektionsfalls vor Ort und der Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug entsteht, so dass es Abweichungen zu anderen Quellen geben kann.

Update, 27. Mai, 7.18 Uhr: Zwölf Millionen Euro für Berlins Sommerschul-Programm

Für das neue Sommerschul-Programm der Senatsverwaltung für Bildung stehen zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Es soll rund 12.000 Schülern aus benachteiligten Familien ermöglichen, einen Teil des wegen der Corona-Schließungen versäumten Schulstoffs in den Sommer- und Herbstferien nachzuholen.

Weitere 8.337.000 Euro sind nach Angaben der Bildungsverwaltung für die "Lernbrücken"-Projekte zur Förderung von Kindern und Jugendlichen vorgesehen, die zu Hause beim Lernen wenig Unterstützung bekommen.

Die Summen stehen im Entwurf für den Nachtragshaushalt, den der Senat am Dienstag beschlossen hat. Das "Lernbrücken"-Programm hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) gestartet.

Für die Anschaffung von 9500 Notebooks für Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien kann die Bildungsverwaltung mit rund 4.723.000 Euro aus dem Nachtragshaushalt rechnen.

"Mit dem Nachtragshaushalt steht Geld zur Verfügung, mit dem wir die negativen Folgen der Corona-Pandemie abmildern können. Im Fokus steht dabei insbesondere die Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

"Die Corona-Krise darf nicht dazu führen, dass die ohnehin schon benachteiligten Kinder und Jugendlichen ins Hintertreffen geraten."

Update, 27. Mai, 6.59 Uhr: Gesamtmetall-Chef will Einkaufsgutscheine - IG-Metall fordert Hilfen

Mit Blick auf die Folgen der Corona-Krise fordert Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger unter anderem Einkaufsgutscheine und Steuervorteile für die Bürger, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

"Wir brauchen ein solches breites Konjunkturprogramm, gerade auch um die Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher zu überwinden", sagte Dulger der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). Neben Gutscheinen und Steuervorteilen sei seiner Meinung nach auch eine Autokaufprämie nötig.

Der Chef des Arbeitgeberverbands stelle sich etwa Konsumgutscheine über einen bestimmten Betrag vor. "Diesen Betrag sollen Bürger erhalten, egal ob sie sich Einrichtungsgegenstände, Kleidung oder ein neues Auto kaufen, ins Restaurant gehen oder ein Wohlfühlwochenende im Hotel verbringen." Hauptsache das Geld komme wieder unter die Leute. "Wir brauchen so ein breites und solidarisches Deutschland-Paket", sagte Dulger.

Rainer Dulger, Präsident Gesamtmetall, äußert sich gegenüber Journalisten nach dem Autogipfel im Kanzleramt. (Archivbild)
Rainer Dulger, Präsident Gesamtmetall, äußert sich gegenüber Journalisten nach dem Autogipfel im Kanzleramt. (Archivbild)  © Paul Zinken/dpa

Die Metall- und Elektrobranche ist Dulger zufolge stark von der Pandemie getroffen. "Die Folgen der Corona-Pandemie
treffen alle Unternehmen unserer Branche." Die Krise entwickle sich dramatischer als die Finanzmarktkrise in den Jahren 2008 und 2009.

Auch die IG-Metall fordert vor dem Hintergrund der Auswirkungen Corona-Krise auf die Wirtschaft ein Konjunkturpaket - von mehr als 150 Milliarden Euro. "Ohne ein umfassendes Konjunkturpaket wird unsere Wirtschaft nachhaltig erheblichen Schaden nehmen", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Deshalb wünsche er sich den "Mut zu einem großen, schnellen und zielgenauen Wurf".

Es müsse unter anderem denjenigen geholfen werden, die wegen Corona ihre Betriebe nicht oder nur sehr eingeschränkt öffnen könnten. Auch die Kommunen bräuchten Unterstützung, weil hier Gewerbesteuern wegbrächen. Von neuen Schulden dürfe man sich "nicht kirre machen lassen", sagte Hofmann.

Update, 27. Mai, 6.19 Uhr: Vorsicht bei Pfingst-Fahrt in Niederlande

Pfingsturlauber oder Tagestouristen, die aus NRW Richtung Niederlande starten, müssen aufpassen: Im Nachbarland ist es aufgrund der Corona-Bestimmungen strafbar, mit drei oder mehr Personen aus unterschiedlichen Haushalten in einem Auto zu fahren. Maximal zwei Menschen, die nicht aus demselben Haushalt stammen, dürfen zusammen in einem Auto sitzen, sofern sie dabei eineinhalb Meter Abstand einhalten. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei Limburg in Maastricht.

Wenn drei oder mehr Personen, die aus unterschiedlichen Haushalten kommen, im Auto angetroffen werden, ist eine Geldbuße von 390 Euro fällig. Wenn man zwischen 13 und 17 Jahren alt ist, sind es nur 95 Euro.

Update, 27. Mai, 5.30 Uhr: Fast 300.000 Anträge auf Pflege-Bonus - 50.000 schon ausgezahlt

Inzwischen haben fast 300.000 Pflegerinnen und Pfleger sowie Rettungskräfte Anträge auf den wegen der Coronakrise gewährten Pflege-Bonus gestellt.

"In mehr als 50.000 Fällen konnten schon Bewilligungsbescheide verschickt werden", teilte Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur mit. Um die Antragsflut zu bewältigen, stellt das Landesamt für Pflege nach Angaben seines Präsidenten Markus Schick zusätzliche Kräfte ein.

Den bayerischen Corona-Pflegebonus können bis Ende Juni unter anderem Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, stationären Senioren-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten stellen.

Auch Rettungssanitäter, Rettungsassistenten, Notfallsanitäter und nichtärztliche Einsatzkräfte im Rettungsdienst profitieren von der Einmalzahlung. Sie beträgt bei Beschäftigten mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 25 Stunden 500 Euro, ansonsten 300 Euro.

Update, 27. Mai, 5.02 Uhr: Thailand lockert Lockdown - und Hundesalons sind wieder offen

In Thailands Hauptstadt kehrt das normale Leben langsam zurück. Immer mehr Geschäfte haben geöffnet - und zu den ersten gehörten Hundesalons, neben Restaurants und Friseurgeschäften.

Sie durften ihre Türen vor Shoppingzentren oder Museen wieder öffnen. Die thailändische Regierung erklärte, man wolle zunächst sozial und wirtschaftlich wichtige Geschäfte mit kleinem Corona-Übertragungsrisiko öffnen.

So ist inzwischen etwa im Dog Hotel BKK in Bangkok viel los. "Die meisten meiner Kunden haben ihre Hunde noch nie selbst gewaschen", sagte Salonbesitzerin Pasawee Prikpetch der Deutschen Presse-Agentur. "Sie hatten während wir geschlossen waren wirklich Mühe und sie haben mich immer wieder angerufen."

Gerade seien mit Sicht auf den Sommer Kurzhaarschnitte im Trend und die Nägel der Vierbeiner müssten geschnitten werden. Etliche Besitzer von Rassehunden hätten auch den Salzwasser-Swimmingpool vermisst. "Hunde wie Siberian Huskys brauchen diese Bewegung - sonst werden Zuhause zerstört", sagte die 45-Jährige. Außerdem seien die Tiere gestresst, wenn sie während der Ausgangssperre zu oft drin blieben. 

Um möglichst sicher zu gehen, müssten alle menschlichen Besucher Masken tragen, im Laden gibt es Desinfektionsmittel, die klimatisierten Hunde-Aufenthaltsräume würden stündlich geputzt und selbst das Hundeshampoo sei desinfizierend, sagte Prikpetch.

In Thailand gibt es mehr als 3000 bekannte Coronavirus-Infektionen und mindestens 57 mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierte Menschen sind gestorben.

Update, 27. Mai, 3.25 Uhr: SPD wirft Karliczek Wortbruch vor

Die SPD wirft Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) vor, Studenten in Not nicht wie versprochen schnell und unbürokratisch zu helfen.

Auch Wochen nach der Einigung in der Koalition hätten Studierende keinen Zugang zu Unterstützung aus dem vereinbarten Corona-Nothilfefonds, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Oliver Kaczmarek, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). "Das ist bitter, zumal das Geld längst zur Verfügung steht." Er habe nicht den Eindruck, dass die Ministerin sich "mit Hochdruck und Engagement" darum kümmere, endlich Studenten in finanzieller Not zu helfen.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, äußert sich bei einer Pressekonferenz im Ministerium für Bildung und Forschung zum aktuellen Stand in der Covid-19-Behandlung sowie zum Nationalen Netzwerk Universitätsmedizin. (Archivbild)
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, äußert sich bei einer Pressekonferenz im Ministerium für Bildung und Forschung zum aktuellen Stand in der Covid-19-Behandlung sowie zum Nationalen Netzwerk Universitätsmedizin. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Zwei Drittel der Studierenden arbeiten nebenher, viele haben aber ihre Jobs verloren. Ende April hatte Karliczek daher angekündigt, Studentinnen und Studenten mit Notkrediten durch die Corona-Krise zu helfen.

Weiterhin hatte der Bund angekündigt, den Nothilfefonds des Deutschen Studentenwerks mit 100 Millionen Euro aufstocken. Diese Nothilfe fließt aber noch nicht. Das Bundesbildungsministerium teilte dem Bericht zufolge mit, der Bund werde in Kürze "schlanke Förderkriterien" veröffentlichen.

Das Ministerium arbeite mit den Studentenwerken mit Hochdruck daran, dass alle 57 Studierendenwerke die Überbrückungshilfe im Juni anbieten könnten.

Update, 27. Mai, 0.51 Uhr: Ungarns Regierung leitet Aufhebung von Corona-Vollmachten ein

Die ungarische Regierung hat die Aufhebung jener umstrittenen Sondervollmachten eingeleitet, die sie während der Corona-Pandemie erhalten hatte.

Einen diesbezüglichen Gesetzesvorschlag reichte der stellvertretende Ministerpräsident Zsolt Semjen am Dienstag kurz vor Mitternacht im Parlament ein. Nach Behandlung der Vorlage im Parlament und ihrer Billigung würden Gefahrennotstand und Sondervollmachten voraussichtlich am 20. Juni enden, schrieb Justizministerin Judit Varga auf ihrer Facebook-Seite.

Der rechts-nationale Ministerpräsident Viktor Orban hatte sich Ende März vom Parlament mit umfassenden Vollmachten ausstatten lassen, um die Corona-Pandemie bekämpfen zu können. Der Schritt war international und von der heimischen Opposition heftig kritisiert worden, weil das zugrunde liegende Gesetz keine zeitliche Befristung vorsieht.

Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, hält seine jährliche Rede zur Lage der Nation im Konferenzsaal des Burggarten-Basars. (Archivbild)
Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, hält seine jährliche Rede zur Lage der Nation im Konferenzsaal des Burggarten-Basars. (Archivbild)  © Zsolt Szigetvary/MTI/dpa

Nach Ansicht der Kritiker liegt es damit allein im Ermessen Orbans, den Zustand zu beenden, der ihm das Regieren auf dem Verordnungsweg ermöglicht. Der machtbewusste Regierungschef erließ seitdem weit mehr als 100 Dekrete, die unter anderen den Datenschutz, die Rechte von Arbeitnehmern und die Informationspflichten von Ämtern und Behörden einschränken.

Die Anzahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus ging in Ungarn zuletzt deutlich zurück. Bis zum Dienstag waren 3771 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Bislang wurden 499 Tote gemeldet.

Update, 27. Mai, 0.01 Uhr: 250 Schüler und 32 Lehrer in NRW in Quarantäne

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsämter haben im Zusammenhang mit Corona-Fällen derzeit einem Medienbericht zufolge für 250 Schüler sowie 32 Lehrer Quarantäne zu Hause angeordnet. «Bei den in Quarantäne befindlichen Lehrern gibt es fünf bestätigte Covid-19-Fälle», teilte das Schulministerium der «Rheinischen Post» mit, wie die Zeitung berichtet (Mittwoch). Landesweit in Quarantäne seien mindestens ein Lehrer oder Schüler an 118 Grundschulen, 40 Hauptschulen, 39 Real- und Sekundarschulen sowie an 34 Gymnasien, 48 Berufskollegs und 6 Förderschulen. Die Zahlen beziehen sich demnach auf den 19. Mai.

Update, 26. Mai, 22.06 Uhr: Auch Virologe Drosten bekommt Drohung per Post

Am Dienstag veröffentlichte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Karl Lauterbach in den sozialen Netzwerken, dass er per Postsendung bedroht werde. Mehr dazu lest Ihr >>> hier. Wenig später erklärte der Berliner Virologe Christian Drosten auf Twitter: "Das selbe Paket habe ich heute auch bekommen."

Update, 26. Mai, 22.02 Uhr: Zahlreiche Corona-Infektionen in Mainzer Flüchtlingsunterkunft

In einer Mainzer Flüchtlingsunterkunft, die seit einer Woche unter Quarantäne steht, sind zahlreiche Corona-Infektionen bekannt geworden. Insgesamt seien 35 weitere Bewohner positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet worden, teilte die Kreisverwaltung Mainz-Bingen am Dienstagabend mit. 

Zur Gesamtzahl der positiven Tests in der Unterkunft machte die Kreisverwaltung in der Mitteilung keine Angaben und war zunächst nicht zu erreichen.

Die Flüchtlingsunterkunft mit 113 Bewohnern war am 19. Mai unter Quarantäne gestellt worden. Auf jedem Stockwerk sei mindestens ein Mensch positiv auf das Coronavirus getestet worden, hatte die Stadt Mainz mitgeteilt, ohne die genaue Zahl der bekannten Infektionen zu nennen.

Update, 26. Mai, 21.42 Uhr: USA sichern Schutz von Politikern vor Coronavirus bei G7-Gipfel zu

Das Weiße Haus hat Schutzmaßnahmen für Staats- und Regierungschefs gegen das Coronavirus zugesichert, sollte der G7-Gipfel im kommenden Monat doch in Washington zusammenkommen. 

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte am Dienstag, dafür aus dem Ausland anreisende Politiker würden genauso geschützt "wie die Menschen im Weißen Haus". In der US-Regierungszentrale hat es in der Pandemie mindestens zwei bestätigte Infektionen gegeben.

McEnany sagte, US-Präsident Donald Trump wolle, dass der Gipfel der führenden Industrienationen "im Zuge der Wiedereröffnung Amerikas" tage. Ausländische Staats- und Regierungschefs stimmten der Idee zu. Noch ist allerdings unklar, ob die Staats- und Regierungschefs der anderen G7-Staaten trotz der derzeit geltenden Reisebeschränkungen tatsächlich anreisen würden. 

Einen Termin gibt es noch nicht. Nach McEnanys Worten ist Ende Juni angepeilt, Tagungsort des Gipfels ist demnach das Weiße Haus.

Trump ist in diesem Jahr Gastgeber des G7-Gipfels. Ursprünglich war das Treffen der sieben führenden Wirtschaftsnationen für den 10. bis 12. Juni am Landsitz des Präsidenten in Camp David geplant gewesen. Im März hatte die US-Regierung den Gipfel wegen der Pandemie jedoch abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt.
Trump ist in diesem Jahr Gastgeber des G7-Gipfels. Ursprünglich war das Treffen der sieben führenden Wirtschaftsnationen für den 10. bis 12. Juni am Landsitz des Präsidenten in Camp David geplant gewesen. Im März hatte die US-Regierung den Gipfel wegen der Pandemie jedoch abgesagt und stattdessen eine Videokonferenz angesetzt.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 26. Mai, 21.30 Uhr: Menschen in Malmö halten kaum Abstand

Im schwedischen Malmö genießen viele Menschen am Dienstagabend draußen das warme Wetter - und halten dabei kaum Abstand. Anders als in vielen anderen Ländern hat die Regierung in Schweden beispielsweise nicht die Schulen geschlossen, sondern die Bürger lediglich gebeten, sich die Hände zu waschen - und Abstand zu halten.

In Schweden gibt es bislang 34.440 bestätigte Corona-Fälle, 4971 Genesene und 4124 Todesfälle mit dem Covid-19-Virus - die Hälfte der Verstorbenen wird aus Altenheimen in Schweden gemeldet. 

26. Mai 2020, Malmö: Menschen genießen das warme Abendwetter hinter einem Schild, das sie darauf hinweist, Abstand zu halten.
26. Mai 2020, Malmö: Menschen genießen das warme Abendwetter hinter einem Schild, das sie darauf hinweist, Abstand zu halten.  © Johan Nilsson/TT News Agency/dpa

Update, 26. Mai, 21.13 Uhr: Gesundheitsbehörde warnt vor mangelhaften FFP2-Schutzmasken

Hamburgs Gesundheitsbehörde hat vor der Nutzung bestimmter FFP2-Schutzmasken der Marke "LexusLance Modell LK-003" des Importeurs Brandsstock GmbH gewarnt. Sicherheitstechnische Untersuchungen hätten ergeben, dass bei ihnen die geforderte Schutzwirkung vor schädlichen Aerosol-Infektionen nicht erreicht werde, teilte die Behörde am Dienstag mit. Konkret handle es sich um die Charge LK-003-A004 mit Produktionsdatum 16. März 2020.

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Diese Maske bietet laut der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg keinen wirksamen Schutz vor dem Coronavirus.
Diese Maske bietet laut der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg keinen wirksamen Schutz vor dem Coronavirus.  © Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg

Update, 26. Mai, 20.34 Uhr: Berliner R-Wert wieder gesunken

Die Reproduktionszahl (R) in Berlin ist wieder gesunken. Der Wert für die Ansteckungsrate, der in den vergangenen drei Tagen deutlich über dem kritischen Wert von 1 gelegen hatte, sank auf 0,9, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mitteilte. 

Damit stecken statistisch gesehen zehn Infizierte in Berlin nur noch neun Menschen an. Am Montag hatte der R-Wert noch bei 1,37 gelegen.

Der R-Wert bezieht sich auf Infektionen vor acht bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über eins, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Bleibt er längere Zeit unter eins, dann sinkt dagegen die Zahl der Neuinfektionen. Bundesweit lag der am Dienstag vom Robert Koch-Institut gemeldete R-Wert bei unter 1.

Bis Dienstagnachmittag gab es in Berlin 6672 bestätigte Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie, wie aus der Statistik der Senatsverwaltung hervorgeht. Als genesen gelten 6123 von ihnen. Insgesamt 193 Infizierte sind gestorben. Im Krankenhaus werden derzeit noch 164 Corona-Patienten behandelt, 58 von ihnen intensivmedizinisch.

Auch das gehört zur "neuen Normalität": Eine Kellnerin mit einem Mund-Nasen-Schutz trägt ein Tablet mit Getränken auf der Terrasse des Hotels Adlon Kempinski am Pariser Platz in Berlin.
Auch das gehört zur "neuen Normalität": Eine Kellnerin mit einem Mund-Nasen-Schutz trägt ein Tablet mit Getränken auf der Terrasse des Hotels Adlon Kempinski am Pariser Platz in Berlin.  © Carsten Koall/dpa

Update, 26. Mai, 20.26 Uhr: Sportwagenbauer McLaren streicht 1200 Stellen

Der britische Sportwagenbauer und Formel-1-Rennstall-Betreiber McLaren streicht wegen der Corona-Krise 1200 von etwa 4000 Stellen. Das Unternehmen sei "schwer von der gegenwärtigen Pandemie getroffen", etwa durch die Absage von Motorsport-Veranstaltungen und dem starken Einbruch der Sportwagenverkäufe. 

"Wir haben keine andere Chance", erklärte McLaren-Chef Paul Walsh am Dienstag in einer Mitteilung des Unternehmens, das seinen Sitz in Woking hat. Nach einem Bericht des Senders BBC sollen auch etwa 70 von 800 Jobs in der Formel 1 wegfallen. Die Rennserie pausiert derzeit wegen der Corona-Krise.

Update, 26. Mai, 20.24 Uhr: Pence-Sprecherin nach Coronavirus-Infektion zurück im Job

Die Pressesprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, hat ihre Infektion mit dem Coronavirus nach eigenen Angaben wieder überwunden. Nach drei negativen Tests sei sie am Dienstag wieder zur Arbeit zurückgekehrt, teilte Miller auf Twitter mit. 

Sie bedankte sich bei ihren Ärzten und bei ihrem Ehemann, "der sich großartig um seine schwangere Ehefrau gekümmert hat". Miller ist mit Stephen Miller verheiratet, einem einflussreichen Berater von US-Präsident Donald Trump.

Millers Infektion war am 8. Mai bekannt geworden. Zuvor war bereits ein Mitarbeiter des Weißen Hauses positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach dem Bekanntwerden der beiden Corona-Infektionen hatte Trump das Tragen von Gesichtsmasken im Weißen Haus angeordnet. Trump - der regelmäßig auf das Virus getestet wird - erklärte aber, er selber werde keine Maske tragen.

Update, 26. Mai, 20.16 Uhr: Spahn: Wer krank ist, soll zum Arzt gehen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Menschen mit Beschwerden aufgefordert, sich trotz Corona-Krise behandeln zu lassen. Er könne "alle Kranken, chronisch wie akut Kranke, nur auffordern, ermuntern, tatsächlich auch zum Arzt zu gehen, wenn es nötig ist", sagte Spahn in einem ARD-Interview am Dienstag. 

Bei Unsicherheiten riet Spahn, den Arzt anzurufen und über die Situation zu sprechen. "Im Zweifel jedenfalls ist es immer besser, zum Arzt zu gehen, insbesondere wenn es eine Beschwerde gibt oder wenn es auch um eine Kontrolluntersuchung für einen chronisch Kranken geht."

In der Hochphase der Corona-Pandemie zwischen Mitte März und Anfang Mai waren in Deutschland deutlich weniger Menschen als sonst zu Fachärzten gegangen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des NDR bei Vertretern von Berufsverbänden, Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen hervor. Alle Vereinigungen äußerten die Sorge, der Ausfall von Terminen könne zu teils lebensbedrohlichen Verschlechterungen der Gesundheit der Patienten geführt haben.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einem Pressestatement im Bundestag.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einem Pressestatement im Bundestag.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 26. Mai, 19.46 Uhr: Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni

Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Bus und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen verlängert werden.
Bus und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen verlängert werden.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 26. Mai, 19.40 Uhr: Kolosseum in Rom ab 1. Juni wieder geöffnet

Das Kolosseum in Rom, Wahrzeichen der italienischen Hauptstadt, öffnet nach rund drei Monaten Corona-Pause am 1. Juni wieder für Besucher. Der antike Bau im Zentrum Roms werde nur mit vorab gebuchten Tickets und unter strengen Gesundheitsvorschriften - etwa dem Fiebermessen am Eingang und mit Atemschutz - zugänglich sein. 

Ähnliche Regeln gelten auch für andere Museen in Italien, die seit 18. Mai wieder öffnen dürfen. Das Kolosseum war Anfang März wegen der Ausbreitung der Covid-19-Krankheit geschlossen worden.

Auch die Ausgrabungsstätten auf dem nahen Palatinhügel und die Tempelruinen auf dem Forum Romanum können wieder besichtigt werden. Italien ist mit rund 33.000 offiziellen Corona-Toten heftig von der Lungenkrankheit betroffen, doch seit Wochen sinken die Ansteckungszahlen beständig. Ab 3. Juni erlaubt das Land Urlaubern wieder die Einreise und hofft, dass der Tourismus anspringt.

Eine Touristin aus China trägt Anfang Februar während eines Besuchs des Kolosseums einen Mundschutz.
Eine Touristin aus China trägt Anfang Februar während eines Besuchs des Kolosseums einen Mundschutz.  © Alessandra Tarantino/AP/dpa

Update, 26. Mai, 19.40 Uhr: Virologe Drosten: Explosive Übertragungsereignisse sind Treiber der Epidemie

Zunächst auch ohne Impfung, aber mit gezielten Maßnahmen könnten laut dem Berliner Virologen Christian Drosten große Erfolge in der Corona-Pandemie erreicht werden. Es gelte, sich insbesondere auf massenhafte Übertragungsereignisse und die Virenübertragung über sogenannte Aerosole, also feinste Schwebeteilchen in der Luft, zu konzentrieren, schilderte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast.

Inzwischen gebe es die Erkenntnis, dass ganz wenige Leute ganz viele andere Menschen infizierten, während die meisten Infizierten niemanden oder nur wenige Menschen ansteckten, sagte der Experte. "Wir haben explosive Übertragungsereignisse, die diese ganze Epidemie eigentlich treiben." 

Als Beispiele nannte er auch aktuelle Fälle wie die Infektionen, die nach einem Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt und nach einer Veranstaltung in geschlossener Gesellschaft in einem Lokal in Niedersachsen bekannt wurden.

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin.
Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin.  © Christophe Gateau/dpa

Bereits beim Sars-Ausbruch 2002/2003 habe man solche Vorkommnisse als "Superspreading-Events" bezeichnet, sagte Drosten. Neue Studien besagten, dass so ein Phänomen auch die Sars-CoV-2-Epidemie treibe.

Angesichts der Schnelligkeit der Infektion sei es beim Entdecken eines Erstfalls von einem "Superspreading-Ereignis" etwa geboten, sofort das ganze Cluster unter Quarantäne zu stellen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden, so seine Schlussfolgerung aus einer Studie. Für Diagnostik sei dann keine Zeit. 

Über solche Maßnahmen könne man "das Gesamtschicksal der Epidemie" unter Kontrolle bringen, so Drosten.

Update, 26. Mai, 19.31 Uhr: Spanien gedenkt Corona-Opfern mit zehntägiger Staatstrauer

Mit einer ungewöhnlich langen, zehntägigen Staatstrauer wird Spanien der gut 27.000 Todesopfer der Pandemie im Corona-Hotspot gedenken. Die Trauer werde am Mittwoch um 12 Uhr mit einer Schweigeminute im ganzen Land beginnen, teilte die linke Regierung am Dienstag mit. 

Ministerpräsident Pedro Sánchez werde der Zeremonie im Regierungssitz Palacio de la Moncloa in Madrid vorstehen, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero. Anschließend sollen die Landesfahnen im ganzen Land auf Halbmast gesetzt werden. 

Regierungssprecherin Montero wies darauf hin, dass acht von zehn Menschen, die in Spanien an Covid-19 starben, älter als 70 gewesen seien. Sie hätten dabei geholfen, das Land beim Übergang in die Demokratie in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre aufzubauen.

Update, 26. Mai, 19.28 Uhr: Pariser Luxuskaufhaus "Printemps" kann wieder öffnen

Das berühmte Edelkaufhaus Printemps auf dem Pariser Boulevard Haussmann öffnet ab Donnerstag wieder seine Türen. Printemps habe vom Pariser Verwaltungsgericht für sein gleichnamiges Kaufhaus eine sofortige Aussetzung der Schließungsanordnung erwirkt, teilte die Warenhauskette am Dienstag mit. 

Ab Donnerstag könne dort wieder eingekauft werden. Allerdings werde es strenge Gesundheitsmaßnahmen geben, der Gastronomiebereich bleibt geschlossen.

Printemps war vor Gericht gegen ein Dekret der Polizeipräfektur vorgegangen, wonach eine Schließung wegen der Covid-19-Pandemie bis zum 10. Juli angeordnet wurde. Damit war eine Anordnung der Regierung umgesetzt worden, die die Wiedereröffnung von Einkaufszentren mit mehr als 40.000 Quadratmetern im Großraum Paris verbietet.

Das Gericht habe nun berücksichtig, dass Printemps aus mehreren Häuserblöcken mit unterschiedlichen Abteilungen etwa für Damen- oder Herrenmode bestehe, die vollständig voneinander getrennt werden könnten und über eigene Eingänge verfügten, zitierte die Warenhauskette ihren Anwalt Vincent Brenot.

Printemps Haussmann habe außerdem vor Gericht argumentiert, dass das Einzugsgebiet des Kaufhauses in Abwesenheit von Touristen sehr beschränkt sei und strenge Gesundheitsprotokolle festgelegt worden seien.

Update, 26. Mai, 19.24 Uhr: Thüringen hält sich Tür bei Kontaktbeschränkungen offen

Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen einen Sonderweg offen. Das Land habe Vorschlägen des Bundes am Dienstag zugestimmt, gleichzeitig aber eine Protokollerklärung abgegeben, die ein Abweichen ermögliche, sagte Staatssekretär Malte Krückels am Dienstag auf Anfrage in Erfurt. 

Zu den Vorschlagen des Bundes gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit oder zu Hause treffen dürfen. Diese Kontaktbeschränkung soll bis 29. Juni verbindlich bleiben. In Thüringen ist das Treffen von Mitgliedern von zwei Haushalten bereits erlaubt.

In der Protokollerklärung des Freistaats heißt es unter anderem, Thüringen behalte sich vor, "abweichende Regelungen für den Aufenthalt im öffentlichen Raum ... zu beschließen, sofern dies das Infektionsgeschehen zulässt". Für private Zusammenkünfte zu Hause sehe Thüringen derzeit die Möglichkeit, auf besondere Beschränkungen des Kontaktverhaltens zu verzichten.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärte am Dienstag in Erfurt, staatliche Verordnungen seien Noteingriffe, die nur berechtigt seien, wenn das Infektionsgeschehen das erfordere.

Malte Krückels, Kulturstaatssekretär von Thüringen.
Malte Krückels, Kulturstaatssekretär von Thüringen.  © Martin Schutt/ZB/dpa

Update, 26. Mai, 19.15 Uhr: Bus-Unternehmer protestieren für Staatshilfe und Verkehrsfreigabe

Mit Fahrten durch mehrere deutsche Städte protestieren Busunternehmer am Mittwoch wieder für mehr staatliche Unterstützung. Zu den Korsos sind 800 Fahrzeuge angemeldet, im Zentrum der Proteste steht Berlin. Dort sollen am Vormittag 300 Reisebusse auf drei Routen ins Regierungsviertel fahren, wie mehrere Branchenverbände ankündigten. 

Ein Großteil der Busunternehmen stehe in Folge der Corona-Pandemie vor dem Aus, hieß es. "Die Bustouristik liegt aufgrund des Verbots von Klassen- und Vereinsfahrten sowie von Reiseverkehren am Boden."

Bisherige Hilfsprogramme von Bund und Ländern griffen nicht, beklagten der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer, die Gütegemeinschaft Buskomfort und der Internationale Bustouristik Verband. Notwendig seien staatliche Zuschüsse und eine bundesweit einheitliche Freigabe des Reisebusverkehrs. Geplant sind am Mittwoch auch Aktionen in Düsseldorf, Dresden, Mainz, Kiel, Stuttgart und Wiesbaden.

Update, 26. Mai, 19.11 Uhr: Hornbach rechnet trotz Corona-Schließungen mit gutem Auftaktquartal

Die Baumarktkette Hornbach legt am Mittwoch Zahlen für das Geschäftsjahr 2019/2020 vor. Wegen höherer Nachfrage und eines milden Winterquartals erwartet sie für das vergangene Geschäftsjahr (bis 29. Februar 2020) einen höheren Nettoumsatz für die Holding mit Sitz im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße.

Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz, die wegen der Corona-Krise online stattfindet, will der Vorstandsvorsitzende Albrecht Hornbach auch einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020/2021 geben. Der Konzern rechnet trotz der coronabedingten vorübergehenden Schließung von Filialen in einigen Bundesländern mit einem insgesamt guten ersten Quartal.

Im Unterschied zu vielen anderen Geschäften durften Baumärkte während der Pandemie - mit Auflagen - in einigen Bundesländern aber auch geöffnet bleiben. Die Begründung: Sie decken den Grundbedarf, gelten daher als "systemrelevant" und verzeichneten unter anderem eine starke Nachfrage nach Grills, Pools, Sandkästen und Schaukeln. 

Einkaufswagen stehen auf einem Parkplatz vor einem Hornbach-Baumarkt in München.
Einkaufswagen stehen auf einem Parkplatz vor einem Hornbach-Baumarkt in München.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 26. Mai, 19.06 Uhr: Macron greift Autobranche mit Milliarden unter die Arme

Frankreich will seine Autobranche mit einem Hilfspaket von mehr als acht Milliarden Euro stützen. Davon werde über eine Milliarde Euro fließen, um die wegen der Corona-Krise eingebrochene Nachfrage wieder in Schwung zu bringen. Das kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Dienstag nach einem Besuch des Zulieferers Valéo im nordfranzösischen Ort Étaples an.

"Die weltweite Automobilbranche ist in einer tiefen Krise", resümierte der 42-Jährige. Im Gegenzug für die Unterstützung will er die Branche für eine ökologische Wende in die Pflicht nehmen. Frankreich solle innerhalb von fünf Jahren bei sauberen Fahrzeugen die "führende Herstellernation" in Europa werden, kündigte er mit Blick auf E-Autos und Hybridfahrzeuge an, die mit Strom und Benzin fahren.

Staatliche Anreize für den Kauf von Neuwagen werden erhöht. So solle die Hilfe für den Kauf eines E-Autos auf 7 000 Euro steigen - bisher sind es 6 000 Euro. Auch das Umsteigen von Alt- auf Neufahrzeuge soll belohnt werden. "Es gibt 400.000 unverkaufte Fahrzeuge", sagte der Staatschef. Auch in Deutschland wird über zusätzliche Kaufprämien für Autos debattiert.

Update, 26. Mai, 18.59 Uhr: Premier Rutte bleibt bei Position der "Sparsamen Vier"

Im Streit um die Wiederaufbauhilfe der Europäischen Union für besonders von der Corona-Krise betroffene Länder hat der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte bekräftigt, dass Hilfen nur als Darlehen vergeben werden sollten. "Wir lehnen eine Vergemeinschaftung von Schulden ab", sagte Rutte am Dienstagabend bei einer Video-Pressekonferenz mit dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet. 

Rutte erneuerte zudem die Forderung nach Reformen in einigen südeuropäischen Ländern, so dass diese bei einer folgenden Krise "ohne Hilfe" auskommen könnten.

Die Niederlande gehören zu den "Sparsamen Vier" gemeinsam mit Österreich, Dänemark und Schweden. Sie lehnen den deutsch-französischen Vorschlag eines Wiederaufbau-Fonds mit Zuschüssen für bedürftige Staaten ab. Sie beharren dagegen darauf, dass Hilfen nur als Darlehen gegeben werden sollten.

Laschet (CDU) unterstützt dagegen den deutsch-französischen Plan. Er äußerte die Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung in Europa. 

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (CDU), spricht bei einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz zusammen mit Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande.
Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (CDU), spricht bei einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz zusammen mit Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande.  © Henning Kaiser/dpa

Update, 26. Mai, 18.51 Uhr: Steigende Fallzahlen nach Corona-Ausbruch in Restaurant

Die Ansteckungskette unter Besuchern eines Restaurants in Ostfriesland hat bislang zu 27 nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus geführt. Fünf neue Fälle seien am Dienstag dazugekommen, teilte der Landkreis Leer mit. 

Den Erkenntnissen nach zählen 23 Infizierte zu der geschlossenen Gesellschaft, die sich am 15. Mai in dem Restaurant in Moormerland getroffen hatte. Die Zahl der Menschen in Quarantäne sei seit Montag von 133 auf 154 gestiegen.

Der Landkreis suche weiter nach Kontaktpersonen, um die Infektionskette zu unterbrechen. Die Behörde geht nach eigenen Angaben auch Hinweisen nach, dass bei der Veranstaltung gegen Abstands- und Hygieneregeln verstoßen worden ist. 

An dem Abend war auch eine Person aus dem Management der Meyer-Werft in Papenburg zu Gast. Deren Gesprächspartner in Geschäftsführung und Betriebsrat sind ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt worden.

Das Restaurant "Alte Scheune" in Leer. Nach dem Besuch des Lokals im Landkreis Leer sind mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.
Das Restaurant "Alte Scheune" in Leer. Nach dem Besuch des Lokals im Landkreis Leer sind mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden.  © Lars-Josef Klemmer/dpa

Update, 26. Mai, 18.48 Uhr: Bayern lässt ab 1. September wieder Messeveranstaltungen zu

In Bayern soll es ab 1. September trotz der Corona-Pandemie auch wieder Messeveranstaltungen geben. Darauf haben sich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) verständigt. Das dafür notwendige Hygiene-Konzept werde nun mit dem Gesundheitsministerium und den Messeunternehmen ausgearbeitet, sagte ein Ministeriumssprecher.

"Jede Entscheidung über einen so langen Zeitraum steht natürlich jedoch verstärkt unter dem Vorbehalt, wie sich die Corona-Infektionszahlen entwickeln", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. Mit dem 1. September wolle die Staatsregierung "eine mögliche Perspektive aufzeigen. Bayern geht seinen Weg weiterhin mit Umsicht und Vorsicht."

Wegen der Pandemie finden in Bayern seit März keine Messeveranstaltungen mehr statt. Bis Ende August gilt in ganz Deutschland noch ein Verbot für Großveranstaltungen.

Update, 26. Mai, 18.43 Uhr: Uderzo-Zeichnungen zugunsten von Krankenhauspersonal versteigert

Für 390.000 Euro sind vier Originalblätter des im März verstorbenen Asterix-Zeichners Albert Uderzo versteigert worden. Die Auktion fand am Dienstag in Paris zugunsten der Stiftung "Hôpitaux de Paris - Hôpitaux de France" statt, die Krankenhäuser und medizinisches Personal finanziell unterstützt, wie das Auktionshaus Artcurial bekannt gab. 

Bei den vier versteigerten Zeichnungen handelt es sich um zwei Blätter aus den Asterix-Alben "Obelix auf Kreuzfahrt" und "Asterix und Maestria", die jeweils für 95.000 und 80.000 Euro den Besitzer wechselten, sowie um zwei Blätter aus den Comicserien "Oumpah-Pah" und "Tanguy und Laverdure". Sie wurden für jeweils 65.000 Euro und 150.000 Euro verkauft. 

Die Versteigerung sei laut Uderzos Frau Ada sowie Tochter Sylvie sehr im Sinne des Illustrators gewesen, teilte Artcurial mit. Die Corona-Pandemie habe ihren Mann sehr bewegt, hieß in der Pressemitteilung weiter. Uderzo ist am 24. März im Alter von 92 Jahren gestorben.

Albert Uderzo, verstorbener französischer Zeicher, schuf zusammen mit Goscinny "Asterix und Obelix".
Albert Uderzo, verstorbener französischer Zeicher, schuf zusammen mit Goscinny "Asterix und Obelix".  © Francois Walschaerts/Belga/epa/dpa

Update, 26. Mai, 18.32 Uhr: Viele Ärzte sterben mit Coronavirus: Russland führt nun Statistik

Nach massiver Kritik russischer Ärzte an den Arbeitsbedingungen in der Corona-Krise gibt es nun eine offizielle Statistik über die Todesfälle beim medizinischen Personal. Demnach starben bislang mindestens 101 Ärzte, Krankenschwester, Pfleger und Fahrer von Rettungswagen. 

Das sagte die zuständige Expertin im Gesundheitsministerium, Ljudmila Letnikowa, am Dienstag der Staatsagentur Tass zufolge. Inoffizielle Zählungen gehen aber von mindestens dreimal so vielen Todesfällen aus.

Aktivisten haben bei Google eine "Liste des Gedenkens" angelegt. Darauf standen am Dienstagnachmittag 305 Namen von infizierten Klinikmitarbeitern, die in der Corona-Pandemie gestorben sind. Ärzte beklagen immer wieder fehlende Schutzausrüstung, die Behörden widersprachen solchen Berichten. Viele Mediziner werden dennoch krank. Die Behörden in St. Petersburg sprachen von bislang mehr 3000 Infektionsfällen beim medizinischen Personal.

Medien berichteten zudem in den vergangenen Wochen von mehreren mysteriösen Todesfällen, bei denen sich Mediziner aus Fenstern gestürzt haben sollen und gestorben waren. Sie sollen zuvor Kritik an dem Arbeitsumständen geübt haben.

Ärzte in Schutzkleidung betreuen einen Patienten auf einer Intensivstation für COVID-19-Patienten in einem Krankenhaus in Moskau.
Ärzte in Schutzkleidung betreuen einen Patienten auf einer Intensivstation für COVID-19-Patienten in einem Krankenhaus in Moskau.  © Sophia Sandurskaya/Moscow News Agency/AP/dpa

Update, 26. Mai, 18.21 Uhr: Brandenburg hält an Planungen für Einheitsfeier fest

Trotz der unklaren Entwicklung in der Corona-Krise hält Brandenburg an seinen Plänen für eine zentrale Einheitsfeier Anfang Oktober in Potsdam fest. "Wir haben entsprechend der Situation die Planungen für den Tag der Deutschen Einheit angepasst", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam. 

Wegen des ungewissen Verlaufs der Pandemie müssten die Planungen aber sehr flexibel gestaltet werden. Zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung ist am Wochenende des 3. und 4. Oktober ein großes Fest in der brandenburgischen Landeshauptstadt geplant.

Update, 26. Mai, 18.18 Uhr: Neue Steuern könnten Corona-Hilfen der EU finanzieren

Die EU-Kommission will die Milliardenhilfen für besonders von der Corona-Krise betroffene Staaten und Wirtschaftszweige durch neue Abgaben und Steuern finanzieren. 

Wie der Deutschen Presse-Agentur aus EU-Kreisen bestätigt wurde, soll den Mitgliedstaaten an diesem Mittwoch unter anderem vorgeschlagen werden, Digitalkonzerne und Nutzer von Plastik stärker zur Kasse zu bitten. Zudem könnten künftig die Erlöse aus dem Handel mit Emissionszertifikaten in die EU-Kassen fließen.

Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen will an diesem Mittwoch einen neuen Entwurf für die EU-Finanzen von 2021 bis Ende 2027 vorlegen, der auch einen Wiederaufbauplan für die von der Corona-Pandemie schwer gebeutelte Wirtschaft umfassen soll. 

Die EU-Kommission will die Corona-Milliardenhilfen durch neue Abgaben und Steuern finanzieren.
Die EU-Kommission will die Corona-Milliardenhilfen durch neue Abgaben und Steuern finanzieren.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 26. Mai, 18.12 Uhr: Betrug mit Atemgeräten: Residenz von Rios Gouverneur durchsucht

Wegen des Verdachts auf Betrug im Gesundheitssystem in der Corona-Krise hat Brasiliens Bundespolizei die Residenz des Gouverneurs von Rio de Janeiro, Wilson Witzel, durchsucht. 

"Die Bundespolizei hat die Operation Placebo gestartet, deren Ziel es ist, Beweise für die Unterschlagung öffentlicher Gelder in Rio de Janeiro im Kampf gegen Covid-19 zu sammeln", hieß es in einem Tweet der brasilianischen Bundespolizei am Dienstag. Auch das frühere Wohnhaus und das Anwaltsbüro des ehemaligen Richters wurden untersucht.

Witzel wies die Vorwürfe in einer Erklärung zurück und griff Präsident Jair Bolsonaro an. "Es gibt absolut keine Beteiligung von mir an irgendeiner Art von Unregelmäßigkeiten", schrieb der Gouverneur. Zudem wies er auf ein Leck in der Operation hin, nachdem Abgeordnete, die Bolsonaro nahe stehen, bereits am Montag davon berichtet hatten. "Die Einflussnahme des Präsidenten der Republik [auf die Bundespolizei] ist offiziell." Gegen Bolsonaro wird wegen der Vorwürfe ermittelt.

Wegen des Vorwurfs, öffentliche Gelder bei überteuerten Anschaffungen unterschlagen zu haben, waren vor knapp zehn Tagen mehrere Politiker und Unternehmer in Rio festgenommen worden, mit denen Witzel zusammenarbeitet. 

Update, 26. Mai, 18.06 Uhr: Verdi fordert Staatshilfen für Karstadt-Kaufhof-Warenhäuser

Im Ringen um die Rettung der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof fordert die Gewerkschaft Verdi ein Eingreifen des Staates. 

"Es ist jetzt Zeit für eine politische und finanzielle Unterstützung für die Beschäftigten durch die Politik in den Kommunen, Gemeinden sowie Landesregierungen und der Bundesregierung", sagte Verdi-Verhandlungsführer Orhan Akman. Unterstützung sei auch "in Form von Staatshilfen" erforderlich, betonte Akman.

Die Sanierer der Warenhauskette hatten am Tag zuvor den Gewerkschaftsvertretern ihr Konzept für den kränkelnden Handelsriesen vorgestellt. Interviewäußerungen von Galerie-Sachwalter Frank Kebekus zufolge steht mindestens ein Drittel der insgesamt 172 Warenhäusern von der Schließung. 

Die bisher vorgelegten Überlegungen für eine Sanierung nannte Akman "ideenlos, unkreativ und eine Missachtung von 35.000 Beschäftigten und ihren Familien". Es seien keinerlei neue Ideen für ein tragfähiges, nachhaltiges Zukunftskonzept präsentiert worden. Das Konzept spreche dieselbe Sprache wie die bisherigen Pläne des Managements mit Personalabbau und Lohnkürzungen.

26.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Mann geht an einem geschlossenen Eingang einer Karstadt-Filiale vorbei. Die Gewerkschaft Verdi informiert am 26.05.2020 über die Beratungen ihrer Bundestarifkommission zur Lage bei Galeria Karstadt Kaufhof. Foto: +++ dpa-Bildfunk +++
26.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Mann geht an einem geschlossenen Eingang einer Karstadt-Filiale vorbei. Die Gewerkschaft Verdi informiert am 26.05.2020 über die Beratungen ihrer Bundestarifkommission zur Lage bei Galeria Karstadt Kaufhof. Foto: +++ dpa-Bildfunk +++  © Martin Gerten/dpa

Update, 26. Mai, 18.01 Uhr: Schleswig-Holstein: Auch weiterhin Kontaktbeschränkungen

In Schleswig-Holstein wird es in der Corona-Krise laut Ministerpräsident Daniel Günther auch nach dem nächsten Öffnungsschritt am 8. Juni Kontaktbeschränkungen geben. 

Dies machte der CDU-Politiker am Dienstag deutlich. Mit dem Bund seien Richtgrößen vereinbart, die Details erarbeite die Landesregierung. Die bisherigen Regelungen gelten bis zum 7. Juni.

Update, 26. Mai, 17.49 Uhr: Karl Lauterbach erhält Droh-Briefsendung

"Morddrohungen bis zu Beleidigungen aller Art, einige von uns müssen viel hinnehmen. Daher sollte jeder mit Restbestand von Charakter die Hetze im Netz gegen Virologen, Epidemiologen oder Politiker einstellen. Es animiert Leute, die unberechenbar sind. Denkt an unsere Familien.", schrieb der SPD-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Karl Lauterbach am Dienstagabend in den sozialen Netzwerken.

Dazu veröffentlichte der Gesundheitswissenschaftler das Foto einer Briefsendung, die er erhalten hatte. Inhalt: eine Ampulle mit einem Zettel, der auf das Covid-19-Virus deutet, und die Aufforderung, davon zu trinken. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 26. Mai, 17.45 Uhr: Corona-Prämie für Firmen bei Übernahme von Azubis

Bund, Länder, Wirtschaft und Gewerkschaften wollen einen Einbruch auf dem Lehrstellenmarkt in der Corona-Krise verhindern. Dazu haben sie am Dienstag in der so genannten Allianz für Aus- und Weiterbildung gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit verschiedene Maßnahmen vereinbart. 

So sollen Betriebe, die Azubis von insolventen Firmen übernehmen, eine staatliche Prämie bekommen. Zudem soll die Beratung von Jugendlichen und Betrieben noch gezielter werden - auch mit mehr digitalen Formaten.

Die Übernahmeprämie soll es zunächst befristet bis zum Ende des Jahres geben. Wie hoch sie ausfällt, ist noch unklar. Die Details dazu würden derzeit innerhalb der Bundesregierung abgestimmt, hieß es am Dienstag aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Die Wirtschaft hielt sich mit konkreten Forderungen zur Höhe zurück.

Wegen der Corona-Krise sind Hunderttausende Firmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Besonders betroffen ist zum Beispiel die Hotel- und Gastronomiebranche. Befürchtet wird, dass Firmen als Ausbildungsbetriebe wegbrechen und dass andere aus Verunsicherung wegen der Krise ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren. 

Wegen Corona droht auch auf dem Ausbildungsmarkt eine Krise. Hunderttausende Betriebe sind in Schwierigkeiten geraten. Ein Einbruch auf dem Lehrstellenmarkt in der Corona-Krise soll verhindert werden.
Wegen Corona droht auch auf dem Ausbildungsmarkt eine Krise. Hunderttausende Betriebe sind in Schwierigkeiten geraten. Ein Einbruch auf dem Lehrstellenmarkt in der Corona-Krise soll verhindert werden.  © Jan Woitas/ZB/dpa

Update, 26. Mai, 17.25 Uhr: Corona-Tests für Mitarbeiter bei wenigen Unternehmen in Planung

Nach der Ankündigung der Deutschen Post, mehreren Tausend Angestellten einen Corona-Test zu ermöglichen, bleibt der Bonner Konzern damit derzeit eher die Ausnahme in der Branche. 

Reihentests sind nicht geplant", sagte auch ein Sprecher der Paketdienstes DPD der Deutschen Presse-Agentur. Stattdessen sollten Mitarbeiter sich anlassbezogen testen lassen, wenn ein Verdacht auf eine Infektion auftritt. Tests in größerem Rahmen seien nur sinnvoll, wenn man sie regelmäßig durchführe, wandte der Sprecher ein. 

Vom Dienstleister UPS hieß es lediglich, dass Kontakt zu den Gesundheitsbehörden bestehe und man in Verdachtsfällen mit diesen kooperiere. Fälle wie der Corona-Ausbruch in einem Depot des DPD im Kreis Heinsberg zeigten, dass auch die Standorte von Paket-Zustellern anfällig für Infektionen mit Sars-CoV-2 sein können.

In der Handelsbranche wird das Thema Corona-Tests für Mitarbeiter aktuell bei der Drogeriekette Rossmann diskutiert. Nähere Angaben machte das Unternehmen zunächst nicht. Auch beim Discounter Lidl sei das Test-Angebot für einzelne Mitarbeitergruppen im Gespräch. 

Supermärkte und Discounter wie Aldi Nord, Aldi Süd, die Rewe Group oder Kaufland haben aktuell nicht vor, ihren Mitarbeitern Corona-Tests anzubieten. Aldi Nord und Kaufland verwiesen dabei auf bereits bestehende Hygiene- und Schutzmaßnahmen und auf die geringen Fallzahlen innerhalb der Belegschaft. Rewe teilte unterdessen mit, dass es "rein praktisch" nicht möglich wäre, betriebsärztliche Corona-Tests unter den in Deutschland rund 260.000 Beschäftigten durchzuführen.

Bei den Schwergewichten der Systemgastronomie, McDonalds und Burger King, sind nach Angaben der Unternehmen ebenfalls keine Tests für Mitarbeiter in Planung. 

Die Deutsche Post plant, mehreren Tausend Angestellten einen Corona-Test zu ermöglichen.
Die Deutsche Post plant, mehreren Tausend Angestellten einen Corona-Test zu ermöglichen.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 26. Mai, 17.08 Uhr: Südtirol bietet Touristen Gratis-Coronatest

Beim Werben um Urlauber will Südtirol Touristen künftig Gratis-Tests auf das Coronavirus anbieten. Das Angebot sei nicht verpflichtend, sondern "ein Service", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher dem Radiosender Rai 1 am Dienstag. Dabei ginge es sowohl um Antikörper-Bluttests als auch um PCR-Tests. Erwogen wird, die Tests in Hotelangebote zu integrieren.

Südtirol wirbt derzeit verstärkt um Urlauber, vor allem aus Deutschland. Kompatscher betonte, dass die Durchreise für Deutsche durch Österreich möglich sei. Am 3. Juni will Italien die Grenzen für EU-Bürger öffnen. Bundesländer wie Bayern hätten auch die Quarantäneregel bei der Rückkehr beendet. Ab dem 15. Juni erwartet er dann insgesamt keinerlei Beschränkungen für deutsche Urlauber mehr. 

Titelfoto: Can Erok/DHA/AP/dpa

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