Coronavirus: Altmaier wirbt für belebte Innenstädte

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.270 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 10,3 (Vortag: 11,6).

Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz im Land sinkt auf 14
Coronavirus Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz im Land sinkt auf 14

Weltweit gibt es rund 177 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,8 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 18. Juni, 7 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 18. Juni, 19.05: Italien lockert weiter

Die Corona-Zahlen in Italien sinken. Deswegen gehören ab Montag alle Regionen in dem Mittelmeerland außer dem kleinen Aostatal im Norden zur Weißen Zone mit den lockersten Regeln. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom mit.

Mit Wochenbeginn werde die Risikoeinstufung für sieben Regionen entsprechend abgeschwächt: Darunter sind so beliebte Reisegebiete wie Südtirol, die Toskana und Sizilien.

Es gelten dann nur noch wenige Einschränkungen. Die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske im öffentlichen Raum, auch draußen, und die Abstandsregeln bleiben aber erhalten.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land registrierte am Freitag knapp 1150 Neuinfektionen in 24 Stunden sowie 35 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen ist in Italien laut Experten auf etwa 16,7 gesunken.

In Italien können sich die Leute wieder drängen, denn: die Inzidenzen sinken.
In Italien können sich die Leute wieder drängen, denn: die Inzidenzen sinken.  © Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 18. Juni, 18.34: Spanien erleichtert Einreise von Deutschen aus fast allen Bundesländern

Die meisten Touristen aus Deutschland müssen ab Montag keinen negativen Corona-Test mehr vorlegen, um in Spanien auf dem Luft- oder Seeweg einzureisen - selbst wenn sie ungeimpft sind.

Bis auf Baden-Württemberg und das Saarland wurden nämlich alle deutschen Bundesländer wegen der niedrigen Infektionszahlen von der spanischen Liste der Risikogebiete gestrichen, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte.

Die Neuregelung gilt vorerst für eine Woche, bis Mitternacht des 27. Juni. Die Liste der Risikogebiete wird von Spanien einmal wöchentlich aktualisiert.

Die spanische Regierung hofft, dass die Zahl der ausländischen Besucher bis Jahresende 60 bis 70 Prozent des Volumens von der Zeit vor der Pandemie erreichen wird.

"Der Tourismus wird die Erholung unserer Wirtschaft vorantreiben", versicherte Ministerpräsident Pedro Sánchez. Mit einem Anteil von rund zwölf Prozent am Volkseinkommen war die Reisebranche vor Corona einer der wichtigsten Sektoren der spanischen Wirtschaft.

Update, 18. Juni, 18:21: Altmaier wirbt für belebte Innenstädte

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (63, CDU) liegen die Geschäfte in der Innenstadt am Herzen. Es ginge darum, Leerstände zu verhindern und eine digitale Ladenpräsenz aufzubauen.

"Wir müssen bereit sein, in den nächsten Monaten schnell zu handeln", sagte er am Freitag bei einer Tagung der kommunalpolitischen Vereinigung der Unionsparteien.

"Denn wenn eine Innenstadt ihre Geschäfte erstmal verloren hat, dann schwindet die Lebensqualität und irgendwann ziehen die Menschen sich zurück."

In der kommenden Woche werde ein von ihm ins Leben gerufener runder Tisch erste Vorschläge dafür vorlegen. Dann müssten Kommunen, Gewerbetreibende und die Politik in Berlin an einem Strang ziehen.

"Wir können den Wandel in unseren Innenstädten nicht aufhalten, aber in erheblichen Teilen mitgestalten", sagte Altmaier.

Die Herausforderungen durch veränderte Konsum- und Lebensgewohnheiten hätten sich durch die Corona-Krise zuletzt noch einmal verstärkt. Menschenleere Innenstädte hätten sich als Bilder der Pandemie in die Köpfe eingebrannt.

Peter Altmaier (63, CDU) bei der Wirtschaftsministerkonferenz
Peter Altmaier (63, CDU) bei der Wirtschaftsministerkonferenz  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 18. Juni, 18.09: Niederländischer König missachtete Corona-Regeln: das hält sein Volk jetzt noch von ihm

Der Monarch hatte bei einem Treffen mit Fußballfans in Den Haag Hände geschüttelt, wie die Bild berichtete.

Das war nicht das erste Mal, dass Willem-Alexander sich nicht um die Corona-Maßnahmen kümmerte. Seine Untertanen nahmen ihm dies übel: die Umfragewerte sanken.

Jetzt zeigte der Niederländer Reue: Ministerpräsident Mark Rutte ließ ausrichten, das Missgeschick tue dem König "furchtbar leid".

König Willem-Alexander mit Fußballfans. Jetzt steht er in der Kritik, weil er die Corona-Regeln nicht beachtete
König Willem-Alexander mit Fußballfans. Jetzt steht er in der Kritik, weil er die Corona-Regeln nicht beachtete  © Marco de Swart/ANP/dpa

Update, 18. Juni, 17.39: Panne in bayerischen Testzentren: Personendaten online einsehbar

Name, Wohnort, Handynummer: Solche sensiblen Daten von Menschen, die sich in zwei bayerischen Testzentren für einen PCR-Test angemeldet hatten, waren zeitweise im Internet einsehbar.

Man bedaure den Vorfall sehr, teilte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Bayern als Betreiber am Freitag mit. "Der ASB hat die Datenlücke umgehend geschlossen und das Schutzniveau erhöht." Betroffen sind zwei Testzentren in Franken.

"Diese Daten gehören nicht für Unbefugte abrufbar gemacht. Das ist ganz klar", sagte Andreas Sachs, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht, der Deutschen Presse-Agentur. Er schränkte aber ein, nach vorläufiger Einschätzung sehe man das Datenleck nicht als "schweren Sicherheitsvorfall".

Unklar ist, ob Unbefugte tatsächlich auf die Daten zugegriffen haben. Laut ASB sind 1600 Menschen betroffen.

Update, 18. Juni, 16.56: Paar erschlich sich Impfungen und muss nun blechen

Ein kanadisches Paar hat sich in einer abgelegenen Indigenen-Siedlung im Norden des Landes seine Corona-Impfung ermogelt. Deswegen müssen die beiden nun umgerechnet etwa 1500 Euro Strafe zahlen. Das berichteten kanadische Medien.

"Glücklicherweise ist in diesem Fall physisch nichts passiert, niemand hat Covid bekommen", sagte Richter Michael Cozens. Das Paar hatte angegeben, bei einer lokalen Übernachtungseinrichtung zu arbeiten und so an die Impfungen gekommen zu sein.

Der frühere Chef einer Casino-Firma und die Schauspielerin hatten sich im Januar ein kleines Flugzeug gemietet und sich damit in den Ort Beaver Creek in der Region Yukon bringen lassen.

Die rund 100 Menschen in Beaver Creek gehörten zu denjenigen, die bei den Impfungen in Kanada Priorität bekommen hatten, unter anderem weil ihre Siedlung fernab jeglicher gut ausgerüsteter medizinischer Versorgung liegt.

Update, 18. Juni, 16.30 Uhr: Sauerstoff knapp: Afrikanischen Ländern fehlt nicht nur der Impfstoff, sondern auch die Beatmungsgeräte

Die Corona-Zahlen in Teilen Afrikas steigen rasant: In Uganda war die Zahl der Neuinfektionen laut der Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (AU), mit 11 704 Neuinfektionem am Freitag im Wochenvergleich so hoch wie nie zuvor.

"Die Fälle steigen stetig. Wir versuchen, woher auch immer, Sauerstoffzylinder zu beziehen", sagte Gesundheitsministerin Munero.

Insgesamt wurden bisher laut CDC rund 5,1 Millionen Infektionen in Afrika dokumentiert. Den Angaben zufolge sind rund 136 000 Menschen bisher an den Folgen gestorben.

Laut der WHO sei das besorgniserregend und eine Folge der ungleichen Impfstoffverteilung. Nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung sei trotz aller Appelle der WHO bisher geschützt.

"Wir sind dabei, einen hohen Preis für diese Ungerechtigkeit zu zahlen", warnte der WHO-Krisenkoordinator Mike Ryan am Freitag in Genf. Die Signale aus Afrika deuteten auf einen möglicherweise deutlichen generellen Anstieg hin.

Impfstoffe sind knapp in afrikanischen Ländern: mit einem der raren AstraZeneca-Vakzine ließ sich der ugandische Präsident Yoweri Museveni impfen
Impfstoffe sind knapp in afrikanischen Ländern: mit einem der raren AstraZeneca-Vakzine ließ sich der ugandische Präsident Yoweri Museveni impfen  © Joseph Kiggundu/XinHua/dpa

Update, 18. Juni, 15.55 Uhr: Impfstoff-Studie: Curevac hat nach wie vor Chancen

Der Leiter der Impfstoff-Studie von Curevac, Peter Kremser, sieht das Tübinger Unternehmen sogar noch in der Spitzengruppe der Covid-Vakzin-Hersteller.

"Mit Curevac sind wir nach wie vor in den Top Ten von 300 Impfstoffentwicklern", sagte Kremsner am Freitag dem Radiosender Bayern 2. "Aber wir haben es halt nicht in die Medaillen-Ränge geschafft."

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA entscheidet in den nächsten Wochen, wie es jetzt mit dem Curevac-Impstoff weitergehe. "Aus meiner Sicht wird das nicht in den nächsten Wochen gelingen.", urteilte Kremser. "Aber es wird möglich sein, den Impfstoff so aufzubereiten, dass er sehr wirksam sein kann."

Der WHO war dieser Ansatz nicht genug: "Es war enttäuschend, die Ergebnisse von Curevac zu sehen", sagte WHO-Experte Soumya Swaminathan laut der Bild. Mit einer Wirksamkeit von 47 Prozent bleibt der Impfstoff deutlich hinter den Erwartungen.

Update, 18. Juni, 15.40 Uhr: Spahn drängt zu Aufklärung bei Intensivbetten-Schummelei

Seit rund einer Woche gibt es Spekulationen darüber, ob Kliniken durch bewusst falsche Angaben bei Intensivbetten versucht haben könnten, Ausgleichszahlungen durch die Regierung zu erhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) will dem Verdacht nun nachgehen. Er räumte aber ein: "Da ist auch viel Vermutung im Raum."

Grundlage für die Vermutungen ist eine Datenbank. Die Unregelmäßigkeiten waren laut WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung dem Bundesrechungshof aufgefallen.

RKI-Präsident Lothar Wieler hielt den Verdacht am Freitag für unbegründet. "Die Daten sind völlig nachvollziehbar. Und die Situation in Krankenhäusern ist in keiner Weise verzerrt - nach unseren Informationen."

Update, 18. Juni, 15.15 Uhr: Entscheidung vor Gericht: Astrazeneca muss weitere 50 Millionen Dosen an EU liefern

Ein belgisches Gericht hat Astrazeneca verurteilt, bis Ende September 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an die Europäische Union zu liefern. Wenn der Lieferplan nicht eingehalten werde, drohen laut der dpa sogar Zwangsgelder.

Die EU-Kommission hatte Astrazeneca verklagt, weil der Hersteller viel weniger Corona-Impfstoff geliefert hatte als vertraglich zugesagt. Bestellt waren 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bis Ende Juni. Doch gingen im ersten Quartal nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 EU-Staaten.

Die Kommission verlangte per Eilverfahren Ende Mai zunächst rasche Lieferung der ausstehenden 90 Millionen Dosen aus dem ersten Quartal. Das Gericht gestand der EU nun zumindest die rasche Lieferung von 50 Millionen Dosen zu.

Nach dem Urteil des Gerichts muss Astrazeneca bis 26. Juli 15 Millionen Dosen liefern oder anderenfalls 10 Euro pro fehlender Dosis zahlen. Bis 23. August sind der Mitteilung des Gerichts zufolge weitere 20 Millionen Dosen fällig, mit derselben Strafandrohung, bis 27. September dann noch einmal 15 Millionen Dosen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (62, CDU) erklärte: "Astrazeneca hat nicht die im Vertrag eingegangenen Verpflichtungen erfüllt."

Astrazeneca stellte das Urteil jedoch anders da und sah seine eigene Position gestärkt. Die beiden Parteien konnten den Rechtsstreit nicht sofort klären.

Update, 18. Juni, 15.05 Uhr: Razzia in italienischem Hotel nach der Impfung der Mitarbeiter

Nach der Impfung von Mitarbeitern einer italienischen Ferienanlage in Deutschland hat die Staatsanwaltschaft am Freitag mehrere Gebäude in München durchsuchen lassen. Der Vorwurf: Die rund 120 Mitarbeiter seien nur wegen der Impfung gekommen!

Am 21. Mai waren rund 120 Mitarbeiter des Ferien-Ressorts Forte Village nach München geflogen, um dort geimpft zu werden. Nach einem kurzen Aufenthalt flogen die Hotel-Beschäftigten zurück auf die Insel Sardinien.

Sowohl das Bundesgesundheitsministerium als auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) hatten Aufklärung verlangt. "Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland", sagte Söder.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die Mitarbeiter des Hotels Impfstoff unterschlagen hätten.

Weitere Vorwürfe sind Korruption und der Bestechlichkeit im Gesundheitswesen. Es wird gegen sieben Beschuldigte - einen Apotheker, Ärzte und einen Rechtsanwalt - ermittelt.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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