Coronavirus: Reisewarnung für 31 Länder soll bald aufgehoben werden

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen zunächst beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Zwei Schauspieler erinnern als französische Gendarmen die Besucher an die Maskenpflicht und die anderen Hygieneregeln im Freizeitpark Belantis. Seit dem 15. Mai dürfen in Sachsen auch die Freizeitparks wieder öffnen.
Zwei Schauspieler erinnern als französische Gendarmen die Besucher an die Maskenpflicht und die anderen Hygieneregeln im Freizeitpark Belantis. Seit dem 15. Mai dürfen in Sachsen auch die Freizeitparks wieder öffnen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Deutschland kann, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils aufatmen und sich an die "Neue Normalität" gewöhnen.

Unter Auflagen (Abstand halten und Gesichtsmaske tragen) können alle Geschäfte wieder öffnen. Auch jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer noch mindestens einmal in die Schule oder Kita gehen.

Restaurants, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls unter teils erheblichen Einschränkungen wieder öffnen. Jedes Bundesland legt hierfür eigene Regeln fest. Selbst Freizeitparks und Freibäder dürfen unter strengen Voraussetzungen vielerorts wieder öffnen.

Mittlerweile gibt es 183.879 bestätigte Infektionen in Deutschland. Außerdem 8563 Todesfälle und 165.632 Genesene (Stand 2. Juni, 21.37 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit die meisten Fälle - über 1,82 Millionen. 105.147 Menschen sind bereits gestorben (Stand 2. Juni, 21.37 Uhr).

Weltweit gibt es über 6,33 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 377.460 Todesfälle (Stand 2. Juni, 21.37 Uhr).

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Update, 2. Juni, 22.15 Uhr: Kabinett bereitet Aufhebung der Reisewarnung für 31 Länder vor

Das Bundeskabinett will am Mittwoch die Aufhebung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Reisewarnung für 31 europäische Staaten ab dem 15. Juni vorbereiten. Dazu soll ein Eckpunktepapier mit Vorschlägen für den Schutz von Urlaubern verabschiedet werden.

Auf dieser Grundlage will die Bundesregierung die Verhandlungen mit den wichtigsten Urlaubsländern der Deutschen über den grenzüberschreitenden Reiseverkehr weiter vorantreiben. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung der Reisewarnung soll erst später fallen.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März wegen der Corona-Pandemie pauschal vor touristischen Reisen in alle rund 200 Länder der Welt gewarnt - ein beispielloser Schritt. Bisher wurden Reisewarnungen nur bei einer Gefahr für Leib und Leben vor allem in Kriegsgebieten wie Syrien oder Afghanistan verhängt.

Zu den Ländern, für die die Reisewarnung nun aufgehoben werden soll, zählen neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der Europäischen Union das aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für diese Länder soll es ab dem 15. Juni nur noch individuelle Reisehinweise geben, in denen jeweils auf die landesspezifischen Risiken hingewiesen wird.

Noch nicht entschieden hat die Bundesregierung, wie sie mit den Ländern außerhalb der EU umgehen will. Vor allem die Türkei, die Nummer drei unter den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen, hofft darauf, dass auch für sie die Reisewarnung aufgehoben wird.

Die Flaggen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland wehen vor dem Reichstag im Wind. (Archivbild)
Die Flaggen der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland wehen vor dem Reichstag im Wind. (Archivbild)  © Monika Skolimowska/ZB/dpa

Update, 2. Juni, 21.25 Uhr: Hunderte Mitarbeiter von DPD in Duisburg getestet

Nach mehreren Corona-Fällen in einem Duisburger DPD-Paketzentrum sind rund 400 Beschäftigte des Unternehmens auf das Virus getestet worden.

Zuvor waren bei sieben Mitarbeitern am Standort Corona-Infektionen bestätigt worden, wie Unternehmenssprecher Peter Rey am Dienstag sagte. Zuvor hatte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet.

Bei den sieben Infizierten handelt es sich Rey zufolge nicht um Paketzusteller, sondern um Mitarbeiter im Paketumschlag, die im Sortierzentrum arbeiten. Bei ihnen seien im Laufe der vergangenen drei Wochen Infektionen nachgewiesen worden. Neben den Infizierten sind demnach etwa 15 weitere Beschäftigte vorsorglich in Quarantäne. Insgesamt hat DPD am Standort Duisburg-Hüttenheim den Angaben nach etwa 1000 Beschäftigte.

In der Vergangenheit hatten sich bereits in einem DPD-Depot im Kreis Heinsberg Dutzende Mitarbeiter infiziert.

Update, 2. Juni, 20.53 Uhr: Piqué beklagt gegenüber Minister "verfrühten" Liga-Neustart

Fußball-Star Gerard Piqué vom FC Barcelona hat sich nach Medienberichten bei einem Gespräch mit dem spanischen Gesundheitsminister über einen verfrühen Neustart der Primera División nach der dreimonatigen Corona-Zwangspause beklagt.

Das Verletzungsrisiko werde aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit größer sein, habe Piqué am Dienstag bei einer Videokonferenz mit mehreren Teilnehmern zu Minister Salvador Illa gesagt, berichteten der katalanische Fernsehsender TV3 und anderen Medien.

Die Primera División kehrt am 11. Juni mit Geisterspielen zurück. Die spanischen Profis trainieren erst seit dem 18. Mai in der Gruppe.

An der Videokonferenz nahmen neben Piqué und Minister Illa unter anderen die Chefin der Obersten Sportbehörde CSD, Irene Lozano, sowie drei weitere Profis teil: Der frühere Leverkusener Dani Carvajal (Real Madrid), Koke von Atlético Madrid und Asier Illarramendi von Real Sociedad San Sebastián.

Die Politiker bedankten sich bei den Spielern und sagten laut Medien, die Rückkehr des Fußballs werde im einstigen Corona-Hotspot für viele Spanier eine "wichtige Moralspritze" sein. Der Fußball diene nicht nur der Unterhaltung, sondern sei als Wirtschaftsfaktor wichtig.

Die spanische Liga nimmt am 11. Juni mit dem andalusischen Stadtderby Betis gegen FC Sevilla den Spielbetrieb wieder auf. Barça tritt am 13. Juni mit Piqué, Superstar Lionel Messi und dem deutschen Nationaltorwart Marc-André ter Stegen beim Tabellen-18. RCD Mallorca an. Rekordmeister Real Madrid mit Toni Kroos spielt am 14. Juni gegen SD Eibar. Die letzten Begegnungen sollen am 26. Juli stattfinden. Barcelona liegt elf Spieltage vor Saisonende zwei Punkte vor Real.

Auf diesem vom FC Barcelona zur Verfügung gestellten Foto trainiert Gerard Pique in Barcelona.
Auf diesem vom FC Barcelona zur Verfügung gestellten Foto trainiert Gerard Pique in Barcelona.  © Miguel Ruiz/FC Barcelona via AP/dpa

Update, 2. Juni, 20.24 Uhr: Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Göttingen steigt auf 80

Infolge von privaten Feiern zum muslimischen Zuckerfest haben sich in Göttingen mittlerweile 80 Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Der Schwerpunkt des Ausbruchs liege in einer Wohnanlage am nördlichen Innenstadtrand, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Dienstag: "Es sind dort mehrere große Familienverbände - nicht einer, sondern mehrere - Verursacher dieser Situation." Laut der Stadt befinden sich aktuell 230 Menschen in Stadt und Landkreis Göttingen sowie 140 im restlichen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in Quarantäne.

Mit dem Zuckerfest feiern Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan. Dabei kam es laut dem Oberbürgermeister zu Verstößen gegen Hygiene- und Abstandsregeln - allerdings nicht in den Moscheen.

Es habe "private Begrüßungen und Feierlichkeiten" gegeben, sagte Köhler. In diesem Kontext habe eine Shisha-Bar "eine nicht unwesentliche Rolle" gespielt. Dort sollen mehrere Personen mit einem Mundstück geraucht haben.

Weil auch 24 Kinder unter den Infizierten sind, will die Stadt alle Göttinger Schulen und einige im Landkreis diese Woche schließen. Danach soll es dort eine zweiwöchige Maskenpflicht geben. Auch vier Kitas bleiben zu. Zudem wolle man in dem betroffenen Wohnblock alle Bewohner testen. Dabei handele es sich um bis zu 700 Personen.

Update, 2. Juni, 19.51 Uhr: 35 neue Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 6873 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das sind 35 mehr als am Vortag, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Dienstagabend mit Stand 12.00 Uhr mitteilte. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 130 Personen, 42 davon liegen auf einer Intensivstation. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 198 an Sars-CoV-2 Erkrankte sind bislang gestorben. 163 davon waren 70 Jahre und älter.

Update, 2. Juni, 19.26 Uhr: 2716 Corona-Infizierte im Saarland

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Saarland ist am Dienstag um zwei Fälle auf 2716 gestiegen.

Die mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle lagen unverändert bei 165, wie das Gesundheitsministerium in Saarbrücken mitteilte (Stand 18 Uhr). 2499 der nachweislich Infizierten im Saarland gelten inzwischen als genesen. Derzeit werden 29 Menschen stationär im Krankenhaus behandelt, davon vier intensivmedizinisch. Noch am Pfingstmontag hatte die Zahl der stationär behandelten Corona-Patienten 35 betragen.

Die Zahlen beruhen auf Meldungen der Gesundheitsämter der Landkreise an das Gesundheitsministerium.

Update, 2. Juni, 19.07 Uhr: Lettland öffnet Grenzen für EU-Bürger - Polen bleibt zurückhaltend

Lettland öffnet in der Corona-Pandemie seine Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Ansteckungsraten.

Auf Beschluss der Regierung des baltischen EU-Landes entfällt ab Mittwoch die Quarantänepflicht für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von bis zu 15 Fällen pro 100.000 Einwohner. Dies teilte Regierungschef Krisjanis Karins am Dienstag mit. Wer aus einem Land mit einer höheren Infektionsrate in den Ostseestaat einreist, muss sich weiterhin für zwei Wochen in häusliche Isolation begeben.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde können demnach nun Bürger aus 24 Staaten ohne Quarantäne nach Lettland einreisen - darunter auch Deutschland. Die Daten für die Länderliste würden jeden Freitag aktualisiert, sagte Gesundheitsministerin Ilze Vinkele.

Lettland folgt mit diesem Schritt seinen Nachbarstaaten Estland und Litauen, in denen bereits die gleiche Regelung gilt. «Wir erweitern den Raum der baltischen Staaten auf einen großen Teil des gemeinsamen europäischen Raums», sagte Karins. Für die lettische Wirtschaft sei das eine "sehr gute Nachricht." Die baltischen Staaten hatten zuvor bereits Mitte Mai ihre gemeinsamen Grenzen wieder geöffnet.

Ein Schild mit einem Stoppzeichen und der Aufschrift "Karantinas zona" (Quarantänezone) hängt an einem Zauntor neben der Teststation am Lettischen Zentrum für Infektiologie in Riga.
Ein Schild mit einem Stoppzeichen und der Aufschrift "Karantinas zona" (Quarantänezone) hängt an einem Zauntor neben der Teststation am Lettischen Zentrum für Infektiologie in Riga.  © Alexander Welscher/dpa

Polen will dagegen dem Beispiel der drei Baltenstaaten vorerst nicht folgen und seine Grenzen weiter geschlossen halten.

"Für Polen ist es auch eine Inspiration, aber das Ausmaß unserer Probleme ist anders", sagte Außenminister Jacek Czaputowicz nach einem Treffen mit seinen baltischen Amtskollegen in Estlands Hauptstadt Tallinn. Er bezog sich damit auf Polens Grenzen zu Deutschland und Tschechien, die täglich von Zehntausenden Berufspendlern passiert werden. Czaputowicz zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Grenzen bald geöffnet werden könnten.

"Wir sind auf einem guten Weg und ich hoffe, dass die Beschränkungen in den kommenden Wochen aufgehoben werden und Reisen möglich sein wird bis zu den Ferien", sagte er.

Lettland, Estland und Litauen stehen in der Coronakrise durchaus gut da. Die Regierungen in Riga, Tallinn und Vilnius hatten früh mit strikten Maßnahmen auf die Ausbreitung des Virus reagiert. Die Infektionszahlen sind im internationalen Vergleich eher gering und hatten sich zuletzt deutlich verlangsamt.

Update, 2. Juni, 18.38 Uhr: Immer weniger Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen

Die Intensivstationen deutscher Krankenhäuser behandeln immer weniger Patienten wegen der Lungenkrankheit Covid-19. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist bundesweit relativ niedrig. Mehr dazu >> hier.

Update, 2. Juni, 18.17 Uhr: Gastronomie in Rheinland-Pfalz darf länger öffnen

Die Gastronomie darf in der Corona-Krise angesichts geringer Infektionszahlen länger öffnen. Ab dem 10. Juni sei die Öffnung bis 24.00 Uhr erlaubt, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einem Treffen mit kommunalen Spitzenverbänden am Dienstag in Mainz. Derzeit muss noch um 22.30 Uhr Schluss sein.

Update, 2. Juni, 17.59 Uhr: Elternrat fordert nach Corona-Ausbruch in Göttingen Schulschließungen

Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen hat der Stadtelternrat Schulschließungen in der Stadt und dem Kreis gefordert. Schon jetzt sei klar, dass dort mindestens 13 Schulen betroffen seien, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag.

"Die Anweisung der Stadtverwaltung, an den Schulen vermehrt auf Krankheitszeichen zu achten, ist nach unserer Auffassung unzureichend und verantwortungslos." Es sei unumgänglich, alle betroffenen Schulen für mindestens zwei Wochen zu schließen. Sollte das Infektionsgeschehen dann nicht rückschlussfrei aufgeklärt sein, müssten die Schließungen verlängert und eventuell auf alle Schulen ausgeweitet werden.

Im Zusammenhang mit privaten Familienfeiern in Göttingen sind inzwischen mehr als 200 Menschen aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen in Quarantäne geschickt worden. Die Zahl der Menschen, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind, lag nach Informationen der Stadt vom späten Montagabend bei rund 70.

Titelfoto: Monika Skolimowska/ZB/dpa

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