Coronavirus: EU-Arzneimittelbehörde entscheidet kommende Woche über Johnson-Impfstoff

Deutschland/Welt - Während der Immobilienverband baldige Öffnung für den Handel fordert, warnen Ärzte vor unkoordinierten Lockerungen. Wie es nach dem 7. März - solange dauert der Corona-Lockdown vorerst - weitergeht, berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie etwa 2.456.456 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,26 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein.

Insgesamt 70.515 Menschen sind hierzulande außerdem mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 2. März, 14.55 Uhr)

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 65,4 (Stand 2. März, 6.50 Uhr).

Weltweit gibt es rund 114.499.553 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.540.340 Todesfälle (Stand 2. März, 14.55 Uhr).

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Update, 2. März, 18.36 Uhr: EU-Arzneimittelbehörde entscheidet am 11. März über Johnson-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will am 11. März über die Empfehlung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson entscheiden.

Der zuständige Ausschuss für Humanmedizin werde dann zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenkommen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Es wird erwartet, dass die Experten grünes Licht für die Zulassung in der EU geben. Formal muss dann noch die EU-Kommission zustimmen - das könnte noch am selben Tag geschehen.

Kommende Woche entscheidet die Europäische Arzneimittel-Agentur, ob sie den Impfstoff von Johnson&Johnson auch in der EU empfiehlt.
Kommende Woche entscheidet die Europäische Arzneimittel-Agentur, ob sie den Impfstoff von Johnson&Johnson auch in der EU empfiehlt.  © -/Johnson & Johnson/AP/dpa

Update, 2. März, 18.29 Uhr: DFB-Arzt Meyer: "Hohe Disziplin aller Beteiligten" unerlässlich

Der DFB-Chefmediziner Tim Meyer (53) hat angesichts möglicher Auswirkungen der ansteckenderen britischen Virusmutation auf den Fußball eine weiterhin hohe Disziplin aller Beteiligten gefordert.

Eine grundsätzliche Anpassung des Hygienekonzepts hält der Vorsitzende der Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Leiter der "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" der Deutschen Fußball Liga (DFL) aber nicht für erforderlich.

"Auch weiterhin kommen regelmäßig neue Aspekte und Fragestellungen in Zusammenhang mit Corona auf – da unterscheidet sich der Sport nicht vom Rest der Gesellschaft. Und das ist bei einem neuartigen Virus und erst recht in einer Pandemie auch zu erwarten", wurde Meyer in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung der DFL zitiert.

Update, 2. März, 18.24 Uhr: Unternehmen wollen Corona-Impfungen per Betriebsarzt durchführen

Angesichts des wachsenden Impfstaus dringen Deutschlands Arbeitgeber auf eine größere Rolle der Betriebsärzte in der Corona-Impfkampagne.

"Es ist nicht akzeptabel, dass aktuell mehr als eine Millionen Impfstoffdosen, die nicht für
Zweitimpfungen zurückgelegt wurden, trotz hoher Nachfrage nach Impfungen nicht verimpft worden sind", heißt es in einem Konzept der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Ergänzend zu den bisherigen Plänen von Bund und Ländern könnten laut BDA die Betriebsärztinnen und -ärzte einen stärkeren Beitrag zum schnellen Impfen leisten. Betriebsärzte könnten bei Unterstützung durch die Arbeitgeber Impfungen oftmals besonders effizient organisieren.

Update, 2. März, 18.15 Uhr: DGB-Chef mahnt zu Vorsicht beim Öffnen: "Gesundheit geht vor Rendite"

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat Bund und Länder vor ihren Beratungen zur Corona-Lage an diesem Mittwoch aufgefordert, keinem Ruf nach frühen Öffnungen nachzugeben.

"Bei aller Sehnsucht nach Lockerungen und Öffnung muss klar sein: Gesundheit geht vor Rendite", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann (65) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Aus der Wirtschaft waren in den vergangenen Tagen immer lautere Rufe nach raschen Öffnungen gekommen.

Hoffmann sagte: "Das Gebot der Stunde lautet: impfen, impfen, impfen, Hygienekonzepte einhalten, Homeoffice ermöglichen." Eine dritte Welle müsse unbedingt vermieden werden. "Deshalb darf es keine zu frühen Öffnungen und Lockerungen geben."

Reiner Hoffmann (65) ist der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und will eine dritte Corona-Welle unbedingt vermeiden.
Reiner Hoffmann (65) ist der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und will eine dritte Corona-Welle unbedingt vermeiden.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 2. März, 17.56 Uhr: Merkel zurückhaltend bei Corona-Impfumstieg auf Hausarztpraxen

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat Hoffnungen auf eine sehr rasche und breite Anti-Corona-Impfkampagne über die Hausärzte gedämpft.

Ab dem 1. April bekomme man deutlich mehr Impfstoff, dann werde man den Umstieg auch auf Hausarztpraxen machen müssen, sagte Merkel am Dienstag. In der aktuellen Phase habe es aber noch keinen Sinn, Hausärzte generell mit einzubeziehen. Es solle allerdings Flexibilität ermöglicht werden, damit jeder Impfstoff verimpft werde. Vor allem beim Impfstoff von Astrazeneca gibt es derzeit einen Überschuss.

Update, 2. März, 17.47 Uhr: Müller nennt Diskussion über Lockerungen "sachgerecht"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) findet es gerechtfertigt, Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu diskutieren.

"Wir müssen natürlich besonnen bleiben", sagte Müller am Dienstag zu den bevorstehenden Beratungen von Bund und Ländern in der ARD-"Tagesschau". "Die Zahlen sind immer noch sehr hoch bei allen Erfolgen der letzten Monate", so der amtierende Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). "Nur: Wir haben ja weitere Möglichkeiten, jetzt auch mit der Pandemie umzugehen."

"Durch das Impfen, durch Tests und Selbsttests vor allem, die jetzt noch kommen, haben wir einen Maßnahmenmix, der uns zur Verfügung steht. Und deswegen glaube ich, ist es auch sachgerecht, jetzt über Lockerungen zu sprechen", sagte der SPD-Politiker.

Update, 2. März, 17.41 Uhr: Inzwischen sechs Corona-Selbsttests mit Sonderzulassung

Mit Blick auf mögliche weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen können zusätzliche Selbsttests für zu Hause auf den Markt kommen.

Am Dienstag wurden zwei weitere Sonderzulassungen erteilt, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mitteilte. Insgesamt sind damit nun sechs Tests zur Anwendung für jedermann auf diesem Weg zugelassen. Die Selbsttests sollen frei in Apotheken, anderen Geschäften und im Internet zu kaufen sein.

Update, 2. März, 17.36 Uhr: Bundeskanzlerin kündigt stärker regionalisierte Öffnungsstrategie an

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat eine stärker an regionalen Entwicklungen orientierte Öffnungsstrategie nach dem monatelangen Corona-Lockdown angekündigt.

Die Strategie, die man für die Zukunft entwickele, setze nicht mehr nur auf bundesweite Inzidenzen oder R-Werte, sondern mache auch lokale Unterschiede, sagte Merkel am Dienstag. Vor den Bund-Länder-Beratungen an diesem Mittwoch sagte Merkel, auch sie selbst halte Öffnungen für notwendig. Nach dem sehr langen Lockdown würden Lockerungen "sehnlichst gewünscht", man müsse nun Schritt für Schritt vorankommen. Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel zu Merkels Öffnungsstrategie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) spricht schon vor der anstehenden Konferenz mit den Ministerpräsidenten aller Bundesländer am Mittwoch über ihre Corona-Pläne.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) spricht schon vor der anstehenden Konferenz mit den Ministerpräsidenten aller Bundesländer am Mittwoch über ihre Corona-Pläne.  © John Macdougall/AFP POOL/dpa

Update, 2. März, 17.05 Uhr: Merkel: Umfassende Teststrategie für April bis Juni nötig

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine breite und monatelange Teststrategie angekündigt, die nach dem Corona-Lockdown die geplanten Lockerungen absichern soll.

Dies werde nach Einschätzung der Bundesregierung für die Monate April, Mai und Juni benötigt, sagte Merkel am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Später werde das Impfen so dominante Wirkungen haben, dass eine Teststrategie in solchem Umfang nicht mehr notwendig sei.

Corona-Selbsttests seien neben den Antigen-Schnelltests noch nicht in großem Umfang verfügbar, sagte Merkel demnach. Neben den drei bereits zugelassenen Selbsttests gebe es 96 Anträge auf Zulassung - man rechne damit, dass um die 40 Produzenten valide Angebote machen könnten. Nun müsse man herausfinden, in welchem Umfang diese Tests kurzfristig zur Verfügung stünden.

Update, 2. März, 16.08 Uhr: Scholz fordert von Spahn konkrete Zahlen zur Teststrategie

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine besser ausgearbeitete Strategie für Schnelltests auf das Coronavirus.

"Man kann keine Teststrategie auf Hoffnungen ausbauen", sagte Scholz nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in einer Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion. "Wir brauchen konkrete Zahlen, die der zuständige Minister liefern muss", forderte er demnach.

Titelfoto: -/Johnson & Johnson/AP/dpa

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