Coronavirus: Fast alle EU-Länder gelten nun als Risikogebiete

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch die geringere Hürde bleiben. Denn schließlich steht am Montag, den 2. November, der nächste Lockdown an. 

Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!
Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!  © Christoph Soeder/dpa

In Deutschland wurden mittlerweile 517.631 Infektionen bestätigt. 10.391 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion oder den Folgen, während knapp 342.434 als genesen gelten (Stand 30. Oktober, 22.35 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 9,01 Millionen Infizierte und 229.356 Tote wurden bereits erfasst (Stand 30. Oktober, 22.35 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 45,37 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1.185.200 Todesfälle (Stand 30. Oktober, 22.35 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 30. Oktober, 22.30 Uhr: Nur noch ein EU-Land ist kein Corona-Risikogebiet

Wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung acht weitere europäische Länder wie Kroatien, Ungarn und Bulgarien ab Sonntag ganz als Risikogebiete eingestuft. Auch Österreich und Italien landen fast komplett auf die Risikoliste, außerdem Regionen in sechs weiteren EU-Ländern, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Verbunden damit ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Touristen, die inzwischen wieder für einen Großteil Europas gilt: Von den 26 Ländern der EU außer Deutschland sind ab Sonntag 17 ganz und 8 teilweise betroffen. Nur ein kleines Land im Norden Europas ist dann noch "risikofrei": Das baltische Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern.

Die Corona-Pandemie hat fast die gesamte EU im Griff.
Die Corona-Pandemie hat fast die gesamte EU im Griff.  © Valentin Bianchi/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 22.16 Uhr: Kundgebung gegen Corona-Beschränkungen - Höcke und Gauland als Redner

In Cottbus haben am Freitagabend etwa 350 Menschen gegen die beschlossenen neuen Corona-Beschränkungen demonstriert. Gastredner waren unter anderem AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland, der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und der sächsische Pegida-Mitgründer Siegfried Däbritz.

Gauland sprach von einer "Corona-Diktatur", in der Grundrechte außer Kraft gesetzt würden. Die Beschränkungen in der Pandemie seien unverhältnismäßig. Das sei "autoritäre Amtsanmaßung". "Ja es gibt auch Verkehrstote, aber niemand ist auf die Idee gekommen, den Verkehr deshalb komplett zu verbieten", sagte der AfD-Politiker an die Kundgebungsteilnehmer gerichtet, darunter AfD- und Pegida-Anhänger.

"Dieses Land wird gegen die Wand gefahren", rief Höcke von der improvisierten Bühne. "Wir sind die Partei der Freiheitlichkeit". Die Freiheit sei bedroht, das Land gerate mit Corona zum Überwachungsstaat. Die Redner wurden immer wieder von "Widerstand" und "Merkel muss weg" - Rufen unterbrochen. Viele Teilnehmer schwenkten Deutschland-Fahnen.

Angemeldet hatte die Kundgebung vor der Stadthalle der neu gewählte Brandenburger AfD-Fraktionvorsitzende Hans-Christoph Bernd, der auch den Verein "Zukunft Heimat" leitet, der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Berndt selbst trat nicht als Redner auf. Immer wieder rief er die Demonstranten auf, auf die Abstandregeln zu achten.

An der Kundgebung nahm auch sein Vorgänger, der ehemalige AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz, teil. Kalbitz war nach seinem Rauswurf aus der Partei im August zurückgetreten. Der Parteivorstand hatte die Mitgliedschaft von Kalbitz im Mai aufgehoben, weil er Kontakte ins rechtsextremistische Milieu verschwiegen haben soll. Nach Polizeiangaben verlief die Kundgebung bis zum Ende störungsfrei.

Björn Höcke, der Vorsitzende der AfD Thüringen, spricht während einer Kundgebung der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung vor der Cottbuser Stadthalle.
Björn Höcke, der Vorsitzende der AfD Thüringen, spricht während einer Kundgebung der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung vor der Cottbuser Stadthalle.  © Annette Riedl/dpa

Update, 30. Oktober, 22.03 Uhr: Maskenverweigerer zeigt Hitlergruß am Bahnhof

Weil er keine Mund-Nasen-Maske trug, hat ein Mann im Kreis Olpe am Freitag einen Zug verlassen müssen. Darüber ärgerte er sich offenbar so sehr, dass er vor dem Bahnhof in Attendorn mehrfach den "Hitlergruß" zeigte und rechtsradikale Parolen rief, wie die Polizei mitteilte.

Da der 49-Jährige betrunken war, unter Drogeneinfluss stand und sich von den alarmierten Beamtem nicht beruhigen ließ, wurde er laut Polizei in Gewahrsam genommen.

Update, 30. Oktober, 21.50 Uhr: Forscher: Mehr als neun Millionen Corona-Infektionen in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als neun Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, dicht gefolgt von Indien mit mehr als acht Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo rund 5,5 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus.

Die USA hatten erst vor zwei Wochen die Schwelle von acht Millionen bestätigten Infektionen überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt im Schnitt auf gut 75.000 pro Tag an. Für Donnerstag etwa meldete Johns Hopkins sogar mehr als 88.000 Neuinfektionen.

Fast 230.000 Menschen sind gestorben - mehr als in jedem anderen Land. Allerdings sind die USA ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf 100.000 Einwohner kommen damit knapp 70 Tote, während es in Peru rund 108, in Brasilien und Spanien rund 76 sind. In Deutschland wurden gut zwölf Tote pro 100.000 Einwohner verzeichnet. Weltweit starben laut Johns-Hopkins-Universität knapp 1,2 Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

Update, 30. Oktober, 21.37 Uhr: Dringender Appell von Müller: Tragen Sie Einschränkungen mit

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat in einem dringenden Appell um Disziplin im Kampf gegen die Corona-Pandemie gebeten. "Tragen Sie die notwendigen schweren Einschränkungen mit", sagte Müller am Freitagabend im Sender RBB. Die neuen Einschränkungen seien den Regierungen in Bund und Ländern nicht leicht gefallen. Man habe lange diskutiert. "Aber wir mussten einsehen, es geht nicht anders. Wir müssen Kontakte einschränken oder so weit es geht vermeiden."

Müller betonte, er wisse, dass den Menschen und gerade den Veranstaltern in der Kultur sowie den Restaurants viel zugemutet werde. Die meisten Menschen hätten sich bisher schon an die Bestimmungen gehalten. Trotzdem sei das Gesundheitsrisiko größer geworden. "Oft werden gerade im privaten Rahmen Regeln nicht eingehalten."

Daher gelte: "Vermeiden Sie Feiern, Begegnungen in größeren Gruppen, vor allem in geschlossen Räumen." Die Gesundheit der Familie, der Freunde und der Mitmenschen verlange das. Müller sagte: "Es geht darum, so wenig wie möglich zu riskieren." Wichtig sei aber auch, dass Schulen und Kitas geöffnet bleiben könnten, weil Kinder sie bräuchten.

Zum Schluss sagte Müller mit Blick auf Weihnachten, die Maßnahmen würden vorerst nur im November gelten. "Ich kann Ihnen nichts versprechen. Aber noch haben wir die Chance auf weitestgehende schöne Feiertage im Kreise unsere Familien und Freunde." Dafür müsste die neue Coronawelle gerade jetzt engagiert bekämpft werden.

Update, 30. Oktober, 21.20 Uhr: Nach Brief an Olaf Scholz: Helge Schneider freut sich über Coronahilfe

Komiker Helge Schneider (65, "Katzeklo") freut sich darüber, dass sein Coronahilfen-Vorschlag prompt vom Bundesfinanzministerium aufgenommen wurde. "Ich freue mich über das Resultat meines einfachen Vorschlags. Ich denke, gute Ideen sind immer hilfreich", erklärte Schneider am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. "So kann es natürlich nicht immer funktionieren, deshalb freu ich mich besonders."

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Mittwoch angekündigt, dass für die Zeit des Teil-Lockdowns im November unter anderem Soloselbstständige ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen sollen. Entertainer Helge Schneider hatte am Donnerstag Scholz in einem auf Facebook veröffentlichten Brief aufgefordert, bei der Berechnung der angekündigten Corona-Hilfe nicht den Monat November des Vorjahres, sondern einen Durchschnittswert heranzuziehen. Er zum Beispiel habe im November 2019 nichts verdient.

Finanz-Staatssekretär Wolfgang Schmidt antwortete dem Musiker schließlich auf Twitter: "So machen wir es. Soloselbstständige können wählen: entweder Vorjahresmonatsumsatz (welch Wort) November 2019 oder Durchschnitt des Jahresumsatzes 2019. Davon dann 75 Prozent als Zuschuss. Für die fixen Kosten. Alles Gute!"

Olaf Scholz sprach den Vorschlag am Freitag in einem Interview von "Bild Live" erneut an. "Helge Schneider bekommt Geld, wenn die Angaben stimmen, die in diesem Brief stehen", versprach er.

Update, 30. Oktober, 21.07 Uhr: Mehr als 60 Corona-Fälle in Frankfurter Altenpflegeheim

In einer Frankfurter Altenpflegeeinrichtung sind 46 Bewohner und 22 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Acht der Senioren seien wegen Symptomen ins Krankenhaus gekommen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Ein infizierter Bewohner mit Vorerkrankungen sei mittlerweile gestorben. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Nach Angaben des Awo-Sprechers wurden die betroffenen Bewohner in der Einrichtung isoliert. Für die positiv getesteten Mitarbeiter sei Quarantäne angeordnet worden. Besuche in der Einrichtung seien derzeit nicht gestattet. Die Einrichtung werde engmaschig durch den internen Krisenstab sowie die zuständigen Behörden begleitet, teilte die Awo weiter mit.

Update, 30. Oktober, 20.58 Uhr: Streeck: Mehr Ruhe in Corona-Diskussion würde allen guttun

Der Virologe Hendrik Streeck ist vom rasanten Anstieg der Corona-Infektionszahlen überrascht. Er glaube aber nicht, dass das nachlässige Verhalten der Bevölkerung dafür verantwortlich ist, sagte der Wissenschaftler von der Universität Bonn der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe).

"Nach meiner Wahrnehmung verhält sich der Großteil der Menschen vorbildlich." Er vermutet vielmehr, dass wie bei anderen Coronaviren auch bei Sars-CoV-2 die Saisonalität eine große Rolle spiele, also dass sich das Infektionsgeschehen mit den Jahreszeiten verändert. Zudem habe man vermutlich die Bedeutung von privaten Treffen unterschätzt.

Streeck bekräftigte seine schon im Vorfeld geäußerte Kritik am jüngst beschlossenen Teil-Lockdown. "Ich halte den Shutdown für zu früh. Er bringt sicherlich die Infektionszahlen runter. Aber nach den vier Wochen werden sie wieder steigen, dann geht es von vorne los." Man gebe den Menschen damit keine Perspektive. "Das Virus geht ja nicht weg."

Statt eines solchen "Stotterbremsens" müsse man eine Langzeitstrategie entwickeln und sich vor allem auf den Schutz der Risikogruppen konzentrieren. Er nannte Schnelltest und FFP2-Masken für Altersheime und für Senioren daheim sowie die Organisation von Nachbarschaftshilfen etwa für den Einkauf als mögliche Maßnahmen.

Streeck gestand ein, in den zurückliegenden Monaten auch Fehleinschätzungen abgegeben zu haben. So sei er zu Beginn der Pandemie nicht vom Nutzen der Masken überzeugt gewesen. Zudem habe er anfangs das Virus für weniger gefährlich gehalten als das Grippevirus. "Da habe ich mich klar getäuscht." Grundsätzlich wünsche er sich, dass etwas Ruhe in die Diskussion reinkomme und das Thema nicht mehr so im Vordergrund stehe. "Das, glaube ich, würde allen guttun."

Hendrik Streeck ist der Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn.
Hendrik Streeck ist der Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 30. Oktober, 20.45 Uhr: Trotz Infektionsrekorde: Madrid schließt neuen Total-Lockdown aus

Trotz neuer Infektionsrekorde will Spanien die Pandemie ohne einen neuen Lockdown mit einer extrem strengen Ausgehsperre eindämmen. Eine totaler Lockdown, wie er im Frühjahr im Corona-Hotspot monatelang herrschte, sei im neuen Notstandsdekret auch nicht vorgesehen, erklärte Gesundheitsminister Salvador Illa. 

"Und ich bin davon überzeugt, dass eine totale Ausgehsperre dank der aktuellen Maßnahmen auch nicht nötig sein wird", betonte der Minister am Freitag vor Journalisten in Madrid.

Mit 25.595 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurde unterdessen der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie verzeichnet. Die Gesamtzahl der Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 nähert sich damit im 47-Millionen-Einwohner-Land der Marke von 1,2 Millionen. In Westeuropa weist nur Frankreich einen höheren Wert auf, in Deutschland gab es bisher rund eine halbe Million Fälle.

Die Zahl der Menschen, die in Spanien mit Covid-19 starben, stieg um 239 auf insgesamt 35 878. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit 234 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland betrug dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 104,9.

Wegen der rapide steigenden Zahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag einen zweiwöchigen Notstand ausgerufen und im Rahmen dieser Maßnahme praktisch im ganzen Land eine nächtliche Ausgehsperre angeordnet. Nur die Kanaren sind davon ausgenommen. Ein Antrag der linken Regierung auf Verlängerung des Alarmzustands - der dritthöchsten Notstandsstufe - gleich bis zum 9. Mai 2021 wurde am Donnerstag vom Parlament angenommen.

Update, 30. Oktober, 20.37 Uhr: Steinmeier: "Kultur ist Lebenselixier für uns alle"

Kurz vor dem bundesweiten Teil-Lockdown hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Kultur als wichtiges Element des gesellschaftlichen Lebens bezeichnet.

"Vielleicht wird uns in der Corona-Krise noch einmal neu bewusst: Kultur ist eben kein Luxusgut für ein paar wenige, sie ist ein Lebenselixier für uns alle, für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft als Ganze", sagte Steinmeier anlässlich des Konzertes zum 75. Gründungsjubiläum des Hamburger NDR-Elbphilharmonie-Orchesters am Freitagabend in einer Video-Ansprache.

Die erneute Zwangspause sei bitter für die Kulturschaffenden, viele seien wegen der Pandemie in ihrer Existenz bedroht. "In diesem Herbst und Winter sind sie mehr denn je auf unsere Solidarität angewiesen", sagte der Bundespräsident und rief die Hörer und Zuschauer dazu auf, selbst aktiv zu werden. 

"Gerade dann, wenn wir wegen Corona nicht mehr ins Konzert, ins Theater, in die Ausstellung gehen können, gerade dann müssen wir selbst kreativ werden und uns überlegen, wie wir die Kulturschaffenden auf anderem Wege unterstützen können." Natürlich müsse auch die Politik helfen. "Aber wir müssen es auch. Möglichkeiten dazu gibt es reichlich! Lassen wir sie nicht im Stich, die Kultur!"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nennt Kultur "kein Luxusgut für ein paar wenige", vielmehr wäre sie "ein Lebenselixier für uns alle".
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nennt Kultur "kein Luxusgut für ein paar wenige", vielmehr wäre sie "ein Lebenselixier für uns alle".  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 30. Oktober, 20.28 Uhr: Bundesregierung: Länder sollten Maßnahmen nicht zu zögerlich umsetzen

Die Regierungschefs der Länder sollten bei ihren Verordnungen für den Teil-Lockdown im November aus Sicht der Bundesregierung nicht zu zögerlich sein. "Würden keine oder weniger einschneidende Maßnahmen getroffen, würde sich das Infektionsgeschehen rasant weiter verschärfen", heißt es in einem Schreiben an die Länderchefs, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Dies würde zu einer starken Belastung des Gesundheitssystems sowie zu einer Zunahme von schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen in der Bevölkerung führen, wie dies auch in anderen Staaten zu sehen war und ist." Um diese Gefahr abzuwehren seien die grundrechtsbeschränkenden Maßnahmen angesichts des hohen Schutzguts der öffentlichen Gesundheit gerechtfertigt. Unterschrieben ist der auf den Freitag datierte Brief von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU).

Aus Sicht der Bundesregierung ermöglichen die Vorgaben des Bund-Länder-Beschlusses vom Mittwoch "in jedem Fall eine Umsetzung durch Verordnungen der Länder in verfassungsrechtlich zulässiger Weise". "Sie beachten insbesondere die Anforderungen des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit."

Die erneuten massiven Corona-Beschränkungen sollen ab Montag greifen. In einigen Bundesländern wurden die Beschlüsse bereits ausgestaltet und in Landesverordnungen gegossen. Andere wollen erst im Laufe des Wochenendes bestimmen, wie die verschärften Regelungen konkret umgesetzt werden.

Titelfoto: Valentin Bianchi/AP/dpa

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