Coronavirus: Neue Bundesliga-Saison könnte mit Zuschauern im Stadion stattfinden

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen zunächst beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.
Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Deutschland kann, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils aufatmen und sich an die "Neue Normalität" gewöhnen.

Unter Auflagen (Abstand halten und Gesichtsmaske tragen) können alle Geschäfte wieder öffnen. Auch jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer noch mindestens einmal in die Schule oder Kita gehen.

Restaurants, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls unter teils erheblichen Einschränkungen wieder öffnen. Jedes Bundesland legt hierfür eigene Regeln fest. Selbst Freizeitparks und Freibäder dürfen unter strengen Voraussetzungen vielerorts wieder öffnen.

Mittlerweile gibt es 184.924 bestätigte Infektionen in Deutschland. Außerdem 8658 Todesfälle und 168.480 Genesene (Stand 6. Juni, 7 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit die meisten Fälle - über 1,89 Millionen. 109.143 Menschen sind bereits gestorben (Stand 6. Juni, 7 Uhr).

Weltweit gibt es über 6,74 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 394.900 Todesfälle (Stand 6. Juni, 7 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 6. Juni, 9.25 Uhr: Trotz Corona-Pandemie gibt es Ferienpässe in den Sommerferien

Trotz Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie werden auch dieses Jahr in den Sommerferien viele Ferienpassaktionen für Kinder und Jugendliche veranstaltet. Einige Dinge sind jedoch anders. So gibt es etwa in der Regel eine Anmeldepflicht auch für kostenlose Veranstaltungen und Abstände müssen eingehalten werden. 

Zudem behalten sich die Kommunen vor, Veranstaltungen kurzfristig abzusagen, wenn sie nicht sicher durchgeführt werden können oder die Rahmenbedingungen sich ändern, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei einigen großen Städten in Schleswig-Holstein ergab. 

Die Veranstalter sind sich einig, dass ein Ferienprogramm in diesen Zeiten besonders wichtig ist, weil gerade die Kinder in letzter Zeit auf sehr viel verzichten mussten.

Ein Plakat in Flensburg weist auf die diesjährige Ferienpass-Aktion hin.
Ein Plakat in Flensburg weist auf die diesjährige Ferienpass-Aktion hin.  © dpa/Birgitta von Gyldenfeldt

Update, 6. Juni, 9.20 Uhr: Sachsen-Anhalt zahlt gut 400.000 Euro Soforthilfe für Künstler aus

In Sachsen-Anhalt haben mehr als 1000 Künstlerinnen und Künstler von einer 400-Euro-Soforthilfe profitiert. Insgesamt seien 1608 Anträge auf die Corona-Soforthilfe eingegangen, teilte das Landesverwaltungsamt in Halle auf Nachfrage mit. 1014 Anträge wurden demnach schon genehmigt. Es seien bislang 405.600 Euro ausgezahlt worden. 

Rund 170 Fälle seien noch offen. Sie seien erst kürzlich eingegangen oder es würden noch weitere Unterlagen benötigt. Knapp 400 Anträge für die 400-Euro-Soforthilfe seien abgelehnt worden, etwa weil die Hilfesuchenden keinen künstlerischen Beruf ausübten. 33 Anträge seien zurückgenommen worden.

Leere Sitzreihen im Saal des Opernhauses des Theater Magdeburgs.
Leere Sitzreihen im Saal des Opernhauses des Theater Magdeburgs.  © dpa/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild

Update, 6. Juni, 8.51 Uhr: Corona stellt Rettungsschwimmer vor Herausforderung

Nach dem Start in die Badesaison hat der Landesverband des Deutschen Roten Kreuz (DRK) Rettungsschwimmern bei der Beatmung unter anderem den Einsatz von Hilfsmitteln empfohlen. "Wenn Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden müssen, dann ist für eine ausreichende Sauerstoffversorgung eine Atemspende unverzichtbar", erklärte Eric Lorenz, Wasserwacht-Referent im DRK Landesverband Thüringen. 

Daher seien dabei zusätzliche Schutzvorkehrungen auch für die Retter selbst nötig. So rät der Landesverband darauf zu achten, dass Mund und Nase des Menschen, der gerettet wird, vom Rettungsschwimmer abgewandt sind. Wenn die Betroffenen beatmet werden, sollten dafür ausschließlich eine Atemmaske oder ein sogenannter Beatmungsbeutels genutzt werden.

Experten zufolge spielen bei der Infektion mit dem Coronavirus sogenannte Aerosole etwa in der Atemluft eines Menschen eine Rolle.

Drei Rettungsschwimmer simulieren die Bergung einer bewusstlosen Person mit Hilfe eines neuen Spineboards.
Drei Rettungsschwimmer simulieren die Bergung einer bewusstlosen Person mit Hilfe eines neuen Spineboards.  © dpa/Jan Woitas/dpa-Zentralbild

Update, 6. Juni, 8.45 Uhr: Weitere Lockerungen treten in Kraft

Die Bundesländer können in vielen Bereichen selbst entscheiden, welche Maßnahmen in der Corona-Krise bestehen bleiben oder aber gelockert werden. Ab dem heutigen Samstag sind beispielsweise die Kontaktbeschränkungen in die Verantwortung der Länder übergegangen und sogleich in weiten Teilen Deutschlands gelockert worden. 

Den aktuellen Stand in der Übersicht gibt's >>> hier.

Im Restaurant mit mehr als einem anderen Haushalt treffen ist nun in einigen Bundesländern erlaubt.
Im Restaurant mit mehr als einem anderen Haushalt treffen ist nun in einigen Bundesländern erlaubt.  © dpa/Sebastien Courdji/XinHua

Update, 6. Juni, 8.25 Uhr: Neuer Bahnansager wünscht Fahrgästen Gesundheit

Mit einer Durchsage zur Corona-Krise hat der neue Bahnansager Heiko Grauel seinen ersten großen Auftritt: Ab diesem Wochenende ist der Hesse an Bahnhöfen bundesweit mit Hygiene-Hinweisen zu hören.

"Schützen Sie sich und andere", ruft der 46-Jährige darin auf – und bittet die Fahrgäste, den Mindestabstand einzuhalten, die Mund-und Nasenbedeckung im gesamten Bahnhof zu tragen und die gesamte Zuglänge zum Ein- und Aussteigen zu nutzen. "Bleiben Sie gesund", heißt es zum Schluss.

Mehr über die ganz neue Ansage der neuen Bahnhofs-Stimme lest Ihr >>> hier.
Das Foto vom 7. Januar zeigt den neuen Bahnansager Heiko Grauel am Frankfurter Hauptbahnhof.
Das Foto vom 7. Januar zeigt den neuen Bahnansager Heiko Grauel am Frankfurter Hauptbahnhof.  © dpa/Boris Roessler

Update, 6. Juni, 8 Uhr: Gardasee wartet auf deutsche Touristen: Keine Masken am Strand

Der Tourismusbetrieb am Gardasee in Italien hofft in diesem Jahr trotz Corona auf zahlreiche Urlauber aus Deutschland. "Die Besucher können sich hier absolut sicher fühlen. Wir hatten hier nur einen einzigen Corona-Fall", sagte der Bürgermeister der Kommune Limone sul Garda, Antonio Martinelli, der Deutschen Presse-Agentur. "Unser Ort ist immun."

Hotels, Attraktionen und Fähren würden nun nach und nach den Betrieb aufnehmen. Urlauber müssten auch nicht mit Atemschutzmasken am Strand liegen oder im Restaurant sitzen, dafür gelte aber auch beim Urlauben ein Sicherheitsabstand. 

Wie die Lage am Gardasee genau ist, lest Ihr >>> hier.

Touristen und Einheimische nehmen am Strand von Riva del Garda ein Sonnenbad. (Archivbild)
Touristen und Einheimische nehmen am Strand von Riva del Garda ein Sonnenbad. (Archivbild)  © dpa/picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand

Update, 6. Juni, 7.55 Uhr: Brasilien droht Rückzug aus WHO an

Nach dem Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) droht nun auch Brasilien mit diesem Schritt. "Die USA sind schon ausgetreten. Entweder die WHO arbeitet ohne ideologische Voreingenommenheit oder wir sind auch draußen", sagte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro dem Sender CNN Brasil am Freitagabend (Ortszeit). "Wir brauchen keine Leute von außerhalb, die uns Tipps bei der Gesundheit hier geben."

Ende Mai hatten die USA sich aus der WHO zurückgezogen. Während die Vereinigten Staaten allerdings einer der größten Geldgeber der UN-Sonderorganisation gewesen waren, hatte Brasilien einem Bericht der Zeitung "Folha de S. Paulo" zufolge bereits 2019 aufgehört, Beiträge zu zahlen. Demnach stehen von dem größten Land in Lateinamerika Zahlungen von 33 Millionen US-Dollar aus.

Bolsonaro, der auch als "Tropen-Trump" bezeichnet wird, verwies auf die Kontroverse, die die WHO mit ihren Tests mit Hydroxychloroquin bei der Covid-19-Behandlung verursacht habe. "Wofür braucht man diese WHO? Die WHO hat vor einigen Tagen empfohlen, die Studien zu Hydroxychloroquin nicht fortzusetzen, und jetzt nimmt sie sie wieder auf", sagte der rechte Präsident. Wie Trump verspricht er sich von dem umstrittenen Malariamittel Hilfe gegen die grassierende Coronavirus-Pandemie.

Brasilien entwickelt sich immer mehr zum neuen Zentrum der Pandemie. Die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten ist auf über 646.000 gestiegen. Mehr als 35.000 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben.

Krankenpfleger unterhalten sich mit Patienten auf der Intensivstation im Gilberto Novaes Municipal Field Hospital in Manaus.
Krankenpfleger unterhalten sich mit Patienten auf der Intensivstation im Gilberto Novaes Municipal Field Hospital in Manaus.  © dpa/Lucas Silva

Update, 6. Juni, 7.51 Uhr: Sorge um Zusammentreffen von Grippe- und Corona-Welle im Herbst

Mit Blick auf eine mögliche neue Welle der Coronavirus-Infektionen im Herbst mahnen Ärzte schon jetzt für Risikogruppen zu bestimmten Impfungen. Ein Zusammentreffen der jährlichen Grippewelle und einer neuen Zunahme von Corona-Infektionen Ende des Jahres - wie sie viele Experten erwarten - wäre für das Gesundheitssystem eine Zerreißprobe, warnte Clemens Wendtner, Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. 

Die Grippeimpfung könne das abfedern. Denn: "Solange wir keinen Impfstoff gegen das Coronavirus haben, wird es hier eine zweite Welle geben."

Eine frühzeitige Grippeimpfung ab September werde deshalb in diesem Herbst wichtiger sein als in anderen Jahren - mindestens für Risikopatienten. Diese sollten auch über eine Pneumokokken-Impfung nachdenken, die eine bakterielle Lungenentzündung verhindert. Diese ist eine von mehreren möglichen Komplikationen bei der Covid-19-Erkrankung. Die Bakterien haben bei einem geschwächten Immunsystem leichteres Spiel.

Eine Spritze wird vor den Schriftzug "Impfung" gehalten.
Eine Spritze wird vor den Schriftzug "Impfung" gehalten.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 6. Juni, 7.45 Uhr: Kirchen rechnen mit Millionenverlusten wegen Corona

Wegen der Corona-Krise rechnen die Kirchen in Baden-Württemberg mit finanziellen Einbußen in Millionenhöhe. Die Erzdiözese Freiburg geht von einem Rückgang der Einnahmen aus Kirchensteuern zwischen 23 und 63 Millionen Euro in diesem Jahr aus. 

Das Erzbischöfliche Ordinariat habe deshalb eine vorläufige Haushaltssperre erlassen, teilte ein Sprecher mit. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart will mit externen Experten eine Finanzstrategie für die kommenden Jahre erarbeiten.

Die Kirchensteuer ist einkommensgebunden und die wichtigste Einnahmequelle der Kirchen. Wegen der Corona-Verordnungen wurden zudem kirchliche Tagungshäuser und Bildungsstätten geschlossen. Weil die öffentlichen Gottesdienste ausfielen, gab es auch keine Kollekten. Der Evangelischen Landeskirche in Baden brachen dadurch nach Angaben eines Sprechers im April und Mai jeden Sonntag zwischen 40.000 und 60.000 Euro weg.

Weil keine Gottesdienste stattfinden durften, ging dieser Stuttgarter Pfarrer auf Instagram live.
Weil keine Gottesdienste stattfinden durften, ging dieser Stuttgarter Pfarrer auf Instagram live.  © dpa/Marijan Murat

Update, 6. Juni, 7.40 Uhr: Trotz Corona mehr Organspender - aber nicht in Hessen

Trotz der Corona-Pandemie ist die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland nicht gesunken, wohl aber in Hessen. Das berichtete die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) zum heutigen Tag der Organspende.

Von Januar bis Ende April 2020 gab es nach vorläufigen Zahlen bundesweit 330 postmortale Organspender. 2019 waren es im selben Zeitraum 296. "Damit weicht die Entwicklung von der in vielen anderen europäischen Ländern ab", sagt der Medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel. Aus Italien wurde ein Rückgang der Organspende um 30 Prozent, aus Spanien um über 50 Prozent gemeldet.

In Hessen ist der Trend anders: In den ersten vier Monaten dieses Jahres zählte die DSO bisher 17 Spender. 2019 waren es im gleichen Zeitraum 20, 2018 sogar 30. Die Zahl der gespendeten Organe ging sogar noch stärker zurück: Januar bis April bis 2020 wurden in Hessen nur 54 Organe zur Transplantation freigegeben, 2019 waren es 64, 2018 sogar 104.

Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird am Eingang eines OP-Saales vorbeigetragen.
Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird am Eingang eines OP-Saales vorbeigetragen.  © dpa/Soeren Stache

Update, 6. Juni, 7.37 Uhr: Chef der Innenministerkonferenz: Auf zweite Corona-Welle vorbereiten

Der Chef der Innenministerkonferenz mahnt, bis zum Herbst die Vorräte an kritischen Artikeln wie Schutzkleidung und Medikamente aufzufüllen, um für eine zweite Corona-Infektionswelle gewappnet zu sein. "Man muss ja damit rechnen, dass es im Herbst ein Wiederaufflammen gibt, weil man sich dann beispielsweise wieder öfter in geschlossenen Räumen aufhält", sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. 

Daher müsse man schauen, ob genügend nationale Reserven vorhanden seien, "was ganz elementare, systemkritische Versorgungsartikel anbelangt". Dabei gehe es etwa um Schutzbekleidung, aber auch um medizinische Produkte und Medikamente. "Ich denke, dass wir jetzt Zeit haben, um die Vorräte an nötigen Ressourcen aufzufüllen", sagte Maier.

Die Innenminister der Länder und des Bundes kommen vom 17. bis 19. Juni in Erfurt zusammen, um sich unter anderem in Fragen der Inneren Sicherheit, bei Migrationsthemen und beim Kampf gegen Rechtsextremismus zu beraten. Vorsitzland ist in diesem Jahr Thüringen. 

Georg Maier (SPD), Thüringens Innenminister, trägt einen Mund-Nase-Schutz.
Georg Maier (SPD), Thüringens Innenminister, trägt einen Mund-Nase-Schutz.  © dpa/Bodo Schackow

Update, 6. Juni, 7.33 Uhr: Corona-Krise hat gegen Sexmüdigkeit geholfen

Der Philosoph und Bestseller-Autor Wilhelm Schmid glaubt an "ein sehr erfreuliches Resultat" der Corona-Krise in deutschen Betten. Eine immens hohe Zahl von Paaren habe nach einigen Jahren des Zusammenlebens überhaupt keinen Sex mehr, sagte Schmid der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag-Ausgabe). Während der Corona-Krise sei dies in etlichen Fällen rückgängig gemacht worden.

Schmid sieht seinen Befund durch gestiegene Verkaufszahlen von Kondomen und Sexspielzeug in Deutschland belegt. "Grund kann nur sein, dass die Menschen jetzt erst entdeckt haben, wie viel an Selbstvertrauen und Gemeinschaftsgefühl der Sex produzieren kann", sagte Schmid. "Und dazu brauchte es offenbar erst die Krise, die die Paare nötigte, mehr zu Hause und mehr zusammen zu sein." 

Entgegen der Erwartungen einer steigenden Scheidungsrate hätten Paare eher wieder zueinander gefunden.

Der Philosoph und Schriftsteller Wilhelm Schmid sitzt in seiner Wohnung.
Der Philosoph und Schriftsteller Wilhelm Schmid sitzt in seiner Wohnung.  © dpa/Paul Zinken

Update, 6. Juni, 7.30 Uhr: WHO befürwortet nun Tragen von Gesichtsmasken in Corona-Krise

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Standpunkt zum Tragen von Gesichtsmasken in der Corona-Krise geändert. Zur Eindämmung von Infektionen empfehle man nun ihre Nutzung in überfüllten öffentlichen Einrichtungen, teilte die WHO am, Freitag in Genf mit. Zugleich warnte die UN-Organisation jedoch, Masken könnten das Erkrankungsrisiko sogar erhöhen, wenn Menschen diese mit schmutzigen Händen berührten und so kontaminierten. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte: "Masken können auch ein falsches Gefühl der Sicherheit vermitteln."

Bislang war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Der Massengebrauch wurde nicht empfohlen.

Tedros sagte, Masken könnten Händehygiene, Abstandhalten und das Aufspüren von Patienten mitsamt ihrer sozialen Kontakte nicht ersetzen. Masken alleine könnten nicht vor Covid-19 schützen. Regierungen sollten dort zum Maskentragen ermutigen, wo die Virusübertragung weit verbreitet sei und wo es schwierig sei, Abstand zu anderen Menschen zu halten, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften oder in engen oder überfüllten Gegenden. 

Die WHO stellte auch fest, dass das Nähen von Masken die Menschen in die Lage versetze, etwas gegen das Virus zu tun und gleichzeitig eine mögliche Einkommensquelle darstelle. 

Heiko Maas (SPD), Außenminister, trägt eine Maske vor seinem Gesicht.
Heiko Maas (SPD), Außenminister, trägt eine Maske vor seinem Gesicht.  © dpa/Michael Kappeler/dpa Pool

Update, 6. Juni, 7.18 Uhr: Blinde bei Corona-Verordnungen kaum berücksichtigt

Blinde und sehbehinderte Menschen sind bei den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus kaum berücksichtigt worden, kritisiert der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen. "Wir sind zwar nicht die Masse der Gesellschaft, aber wir wurden schlicht vergessen", sagt der stellvertretende Vorsitzende Andreas Schneider in Meißen. So seien die Markierungen auf Böden und Absperrungen vor Geschäften und anderen Einrichtungen einfach nicht zu erfassen. Wie sollen die Behinderten beispielsweise auch Hinweisschilder erkennen?

Mit diesen ungewohnten Situationen kämen die Menschen nicht zurecht, diese Herausforderungen könnten sie nicht alleine stemmen, sagte Schneider der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Tages der Sehbehinderten am 6. Juni. Er appellierte an andere, mitzuhelfen. "Viele Blinde und Sehbehinderte trauen sich in Corona-Zeiten nicht allein in die Öffentlichkeit", so Schneider. Bei den Betroffenen sei eine große Vereinsamung zu registrieren, beklagte er.

Hinzu käme, dass auch viele Veranstaltungen des Verbandes wie Ausflüge und gesellige Treffen abgesagt werden mussten. Ein Ausweichen auf andere Veranstaltungsorte sei so gut wie unmöglich. "Die Lokalitäten, mit denen wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten, sind auf die Bedürfnisse von Blinden und Sehschwachen eingestellt, das kann man nicht einfach verlagern", sagte Schneider.

Auch bei dem derzeitigen Boom digitaler Angebote seien Blinde ausgebremst, so Schneider. Er nannte in diesem Zusammenhang Videokonferenzen, Online-Einkaufen oder das Streamen von Filmen. Sein Verband fordere deshalb endlich eine überfällige gesetzliche Regelung zur Barrierefreiheit digitaler Angebote.

Dem sächsischen Verband gehören nach Angaben von Schneider derzeit etwa 1000 Mitglieder an. Doch es gebe noch weit mehr Menschen mit Seheinschränkungen. 

Eine Frau mit einem Blindenstock läuft über den Dresdner Neumarkt.
Eine Frau mit einem Blindenstock läuft über den Dresdner Neumarkt.  © DPA/Monika Skolimowska/zb

Update, 6. Juni, 7.15 Uhr: IWF gewährt Ägypten weiteren Milliardenkredit

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährt Ägypten wegen der Corona-Krise eine Kreditlinie über 5,2 Milliarden US-Dollar (4,6 Mrd Euro). Die Organisation hatte Kairo im vergangenen Monat bereits Nothilfen in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar zugesagt. 

Die auf ein Jahr begrenzte neue Kreditlinie werde Ägypten helfen, die Wirtschaft zu stabilisieren und gleichzeitig wichtige Strukturreformen voranzutreiben, hieß es. Der IWF-Vorstand muss dem Programm noch zustimmen, was allerdings als Formsache gilt.

Ägypten ist ein auch bei deutschen Urlaubern beliebtes Reiseziel. Tourismus sorgt dort für viele Jobs und bringt dem Land wichtige Devisen ein - wegen der Pandemie war dieses Geschäft aber zuletzt weitgehend zum Erliegen gekommen.

Der in Washington ansässige IWF unterstützt wegen der Pandemie zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer. Rund 100 Länder haben sich beim IWF nach Nothilfen oder Krediten erkundigt, Dutzende haben solche Mittel bereits beantragt.

Ein Arbeiter versprüht in einem leeren Zug in Ägypten Desinfektionsmittel.
Ein Arbeiter versprüht in einem leeren Zug in Ägypten Desinfektionsmittel.  © dpa/Ahmed Gomaa/XinHua

Update, 6. Juni, 7.10 Uhr: Bundesligaspiele mit Zuschauern in neuer Saison denkbar

In der neuen Saison der Fußball-Bundesliga könnte es nach Ansicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auch wieder Spiele vor Zuschauern geben. In einem am heutigen Samstag veröffentlichten Interview für die Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte Seehofer, er gehe zunächst von reduzierten Zuschauerzahlen aus. Erst sollte jedoch die laufende Saison zu Ende gespielt werden.

"Ich habe schon die Zuversicht im Herzen, dass wir in der neuen Saison nach und nach wieder Publikum zulassen können. Nicht sofort, nicht wie vor dem Corona-Ausbruch, aber mit reduzierten Zuschauerzahlen und so, dass die Abstände zwischen den Stadionbesuchern eingehalten werden", sagte Seehofer. 

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Blick in das RheinEnergieStadion während des Spiels 1. FC Köln - 1. FSV Mainz 05.
Blick in das RheinEnergieStadion während des Spiels 1. FC Köln - 1. FSV Mainz 05.  © dpa/Thomas Faehnrich/Getty/Pool

Update, 5. Juni, 22.24 Uhr: Jobdaten befeuern US-Börsen - Corona-Sorgen wie weggewischt

Am US-Aktienmarkt scheinen die Corona-Sorgen derzeit wie weggeblasen. Am Freitag ging es für die Indizes nach einer extrem positiven Überraschung am US-Arbeitsmarkt weiter bergauf. "Schon die bisherige Aufholjagd nach dem Corona-Crash sprengt die Vorstellungskraft. Börse und ökonomische Realität scheinen aktuell so weit auseinander zu driften wie schon lange nicht mehr", kommentierten die Charttechnik-Experten von Index Radar.

Der technologielastige Nasdaq 100 kletterte im Verlauf erneut auf ein Rekordhoch und schloss mit plus 2,02 Prozent auf 9824,39 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 2,62 Prozent auf 3193,93 Zähler hoch. Noch stärker präsentierte sich der Leitindex Dow Jones Industrial, der um 3,15 Prozent auf 27 110,98 Punkte anzog. Auf Wochensicht ist dies für den Dow mit einem Zuwachs von fast sieben Prozent die beste Bilanz seit knapp zwei Monaten.

Trotz Corona-Krise und entgegen den Markterwartungen war die Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt im Mai gesunken. Zudem bauten die Unternehmen wieder Beschäftigung auf, nachdem sie im Vormonat massiv Stellen gestrichen hatten.

Ein Mann mit Regenschirm und einer Mundschutzmaske geht an der New Yorker Börse vorbei.
Ein Mann mit Regenschirm und einer Mundschutzmaske geht an der New Yorker Börse vorbei.  © Mark Lennihan/AP/dpa

Update, 5. Juni, 21.32 Uhr: Thüringer Erzieherin positiv getestet - Kita geschlossen

In Bad Tennstedt ist eine Erzieherin einer Kita positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die Einrichtung wurde daraufhin am Freitag bis zunächst Dienstag geschlossen, wie das Landratsamt des Unstrut-Hainich-Kreises in Mühlhausen am Abend mitteilte. Noch am Freitag und nochmals am Montag sollten vom gesamten Kita-Personal und der betroffenen Kindergruppe für einen Coronavirus-Test Nasen-Rachen-Abstriche genommen werden.

Es werde als relativ wahrscheinlich eingeschätzt, dass die meisten Erzieherinnen negativ getestet werden, hieß es in der Mitteilung des Landratsamtes. Die Lage soll am Dienstag im Laufe des Tages neu bewertetet werden. Je nachdem, wie die Testergebnisse ausfielen, komme eine Öffnung der Kita im Laufe der nächsten Woche wieder in Betracht. Wie viele Kinder von der Schließung betroffen sind, wurde nicht mitgeteilt. Für die Erzieher wie Kinder und Familien wurde häusliche Quarantäne angeordnet.

Ein Junge spielt in einer Kindertagesstätte hinter einer Tigerfigur mit Bauklötzen und einem Spielzeugauto.
Ein Junge spielt in einer Kindertagesstätte hinter einer Tigerfigur mit Bauklötzen und einem Spielzeugauto.  © Bernd Thissen/dpa

Update, 5. Juni, 21.01 Uhr: Neuerungen bei italienischen Fußball-Clubs

 Die Fußball-Clubs der italienischen Serie A dürfen in den verbleibenden Spielen der aktuellen Saison wegen der Corona-Krise fünfmal statt wie bisher dreimal wechseln. Der italienische Fußball-Verband FIGC beschloss am Freitag die Anwendung der neuen Regel für die italienische Fußball-Meisterschaft. Zuvor hatten die Fußball-Regelhüter des International Football Association Board (Ifab) die Anpassung genehmigt.

Auch unter anderem in der Bundesliga und in der Premier League darf bis Saisonende fünfmal gewechselt werden. Die Serie A soll ihren Spielbetrieb nach einer dreieinhalb Monate langen Corona-Pause am 20. Juni fortsetzen.

Titelfoto: dpa/Thomas Faehnrich/Getty/Pool

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