Coronavirus: Gefahr durch Impfung wird laut Virologin überschätzt

Deutschland/Welt - Weiterhin gilt der Lockdown in Deutschland. Noch immer sollen die Menschen die Zahl ihrer Kontakte möglichst gering halten. Und: Kommt die Aufhebung der Impf-Priorisierung im Mai? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 3,16 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,81 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein. 80.356 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 20. April, 11.15 Uhr).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 162 (Stand 20. April, 11.15 Uhr).

Weltweit gibt es rund 142 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als drei Millionen Todesfälle (Stand 20. April, 11.15 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 20. April, 19.38 Uhr: Virologin Ciesek: Gefahr durch Impfung wird überschätzt

Die Gefahr von Impfnebenwirkungen wird nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek (43) in der Bevölkerung überschätzt. Das gelte auch für die Sinusvenenthrombosen nach einer Impfung mit Astrazeneca - selbst für junge Menschen, die nur selten schwer an Covid-19 erkrankten.

"Das ist sicherlich ein Problem: Durch diese ganzen Medienberichte und die Aufmerksamkeit auf dieses Thema wird das eigene Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, eigentlich überschätzt", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update".

Ciesek wies auf einen "Risiko-Rechner" der Universität Cambridge in England hin. Der vergleicht für bestimmte Altersgruppen, wie groß das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung ist und wie hoch das Risiko ist, nach einer Impfung mit Astrazeneca eine solche Thrombose zu bekommen. Die Berechnung zeige klar, "dass der Impfstoff bei weitem sicherer ist als das Risiko einer Covid-19-Infektion", betonte Ciesek.

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek (43).
Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek (43).

Update, 20. April, 19.31 Uhr: Ende der Ausgangssperre in Niederlande - Geschäfte und Terrassen auf

Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen werden in den Niederlanden die Corona-Maßnahmen gelockert.

Vier Monate nach Verhängung des strengen Lockdown wird die abendliche Ausgangssperre aufgehoben, und die Terrassen der Cafés und Geschäfte dürfen unter Auflagen wieder öffnen, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag an.

Die Lockerungen sollen ab dem 28. April gelten. "Wir wagen das Risiko, am 28. April den ersten vorsichtigen Schritt zu machen", sagte der Premier.

Update, 20. April, 18.56 Uhr: Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson setzt Marktstart in Europa fort

Der US-Hersteller Johnson & Johnson will die Markteinführung seines Corona-Impfstoffes in Europa fortsetzen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit, nachdem die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) dem Präparat grünes Licht gegeben hatte.

Update, 20. April, 18.54 Uhr: Premier Johnson warnt vor dritter Pandemiewelle in Großbritannien

Trotz niedriger Fallzahlen und sehr guter Impfquote befürchtet der britische Premierminister Boris Johnson (56) in diesem Jahr eine dritte Welle an Coronavirus-Infektionen in seinem Land.

Das sei die feste Ansicht der meisten Wissenschaftler, sagte der konservative Politiker bei einer Pressekonferenz am Dienstag im Regierungssitz Downing Street. Derzeit weise aber nichts darauf hin, dass der bislang vorgesehene Fahrplan zur Lockerung von Maßnahmen nicht wie geplant fortgesetzt werden könne, so Johnson. Bis zum 21. Juni sollen in England schrittweise alle Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden.

Boris Johnson (56), Premierminister von Großbritannien.
Boris Johnson (56), Premierminister von Großbritannien.

Update, 20. April, 17.55 Uhr: Präsident Mexikos mit AstraZeneca-Vakzin geimpft

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador (67) hat sich öffentlich mit dem Vakzin von AstraZeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Er rufe alle älteren Menschen dazu auf, sich impfen zu lassen, sagte der 67-Jährige am Dienstag im Präsidentenpalast in Mexiko-Stadt. "Es gibt keinerlei Risiko."

Zum Schluss seiner täglichen Pressekonferenz spritzte ihm dort eine Militär-Krankenpflegerin vor laufenden Kameras die erste Dosis des Wirkstoffs des schwedisch-britischen Herstellers in den Arm.

Andres Manuel Lopez Obrador (67, M.), Präsident von Mexiko, bekommt die AstraZeneca-Vakzin gegen das Coronavirus verabreicht.
Andres Manuel Lopez Obrador (67, M.), Präsident von Mexiko, bekommt die AstraZeneca-Vakzin gegen das Coronavirus verabreicht.

Update, 20. April, 17.45 Uhr: Immunologe: EMA-Entscheidung ist nachvollziehbar

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie hält die Entscheidung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) zugunsten des Corona-Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson für nachvollziehbar.

"Vor dem Hintergrund, wie die EMA die ähnlichen Nebenwirkungen bei dem Impfstoff von Astrazeneca beurteilt hat, bin ich nicht überrascht", sagte der Immunologe Carsten Watzl vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

"Weil es so wenige Geimpfte betrifft, ist der Nutzen größer als das Risiko." Selbst eine 20-jährige Frau habe ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf als für die Nebenwirkung einer Hirnvenenthrombose, betonte er.

Update, 20. April, 17.40 Uhr: Von der Leyen nennt Impfstoff-Freigabe "gute Nachricht"

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU, 62) begrüßt die Freigabe des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA.

"Das ist eine gute Nachricht für die Impfkampagnen in der ganzen EU", schrieb von der Leyen am Dienstag auf Twitter.

Update, 20. April, 17.30 Uhr: Meck-Pomm Ministerin Schwesig: Wer AstraZeneca nicht verimpft, bekommt weniger Biontech!

Zur Erhöhung des Impftempos in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Regierung den Druck auf die Landkreise und kreisfreien Städte.

Wer bis kommenden Freitag seinen Überhang an AstraZeneca-Impfstoff nicht gespritzt habe, bekomme danach entsprechend weniger vom Präparat Biontech geliefert, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46, SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung an.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (67, CDU) liegen in den Impfzentren noch rund 3000 Astrazeneca-Impfdosen aus bisherigen Lieferungen. In den Arztpraxen des Landes liegen noch einmal rund 30.000 Impfdosen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46, SPD) fordert mehr Impftempo.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46, SPD) fordert mehr Impftempo.

Update, 20. April, 17.08 Uhr: Maskenpflicht im Freien endet in Israel

Update, 20. April, 16.54 Uhr: EMA gibt grünes Licht für Impfstoff "Johnson & Johnson"

Nach der Prüfung sehr seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht gegeben für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson

Mehr dazu im TAG24-Bericht "Mehr Nutzen als Risiko: EMA gibt grünes Licht für "Johnson & Johnson"-Impfstoff!".

Eine Dosis mit dem Corona-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson.
Eine Dosis mit dem Corona-Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson.

Update, 20. April, 16.10 Uhr: Deutsche mit deutlich weniger Ausgaben für Konsum

Die Verbraucher in Deutschland haben im Coronajahr 2020 nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Durchschnitt mindestens 1250 Euro weniger für den privaten Konsum ausgegeben als im Jahr vor der Krise.

In der Summe entspreche das einem Rückgang der Konsumausgaben um mindestens 104 Milliarden Euro, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des arbeitgebernahen Forschungsinstituts.

Im Vergleich mit dem Jahr 2019 sei der Konsum um 6,1 Prozent eingebrochen – so stark wie seit 70 Jahren nicht. Für das erste Quartal 2021 beziffern die Forscher den Konsumausfall auf weitere 40 bis über 60 Milliarden Euro.

Besonders wenig hätten die Bundesbürger 2020 kurzlebige Konsumgüter wie Kleidung oder Schuhe gekauft, betonen die Autoren der Studie. Der Kauf langlebiger Konsumgüter wie Autos oder Möbel sei im Zuge des ersten Lockdowns zwar auch zurückgegangen, die Nachfrage habe aber im zweiten Halbjahr 2020 um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt – was der Studie zufolge auch an der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung gelegen haben dürfte.

Auch die Mode-Branche musste leiden: Immer mehr Deutsche gaben im Corona-Jahr weniger Geld für Kleidung aus.
Auch die Mode-Branche musste leiden: Immer mehr Deutsche gaben im Corona-Jahr weniger Geld für Kleidung aus.

Update, 20. April, 16.05 Uhr: Norwegen für Touristen weiter Tabu

Die norwegische Regierung hat am Dienstag ihre Einreisebeschränkungen verlängert. Das heißt, dass Touristen aus dem Ausland vorerst nicht ins Land gelassen werden. Die Regelung gilt zunächst bis zum 12. Mai.

Obwohl das skandinavische Land vergleichsweise niedrige Ansteckungszahlen hat, sind die Einreiseregeln sehr streng. Im Wesentlichen ist nur Norwegern und in Norwegen registrierten Ausländern die Einreise gestattet.

Titelfoto: Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

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