Coronavirus: Göttingen startet Massentest bei hunderten Hochhaus-Bewohnern

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen zunächst beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.
Kaum eine Spur von Corona: Am Warnemünder Ostseestrand verbringen viele Deutsche ihren Sommer-Anfang.  © dpa/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild

Deutschland kann, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils aufatmen und sich an die "Neue Normalität" gewöhnen.

Unter Auflagen (Abstand halten und Gesichtsmaske tragen) können alle Geschäfte wieder öffnen. Auch jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer noch mindestens einmal in die Schule oder Kita gehen.

Restaurants, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls unter teils erheblichen Einschränkungen wieder öffnen. Jedes Bundesland legt hierfür eigene Regeln fest. Selbst Freizeitparks und Freibäder dürfen unter strengen Voraussetzungen vielerorts wieder öffnen.

Mittlerweile gibt es 184.924 bestätigte Infektionen in Deutschland. Außerdem 8635 Todesfälle und 167.909 Genesene (Stand 5. Juni, 11.20 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit die meisten Fälle - über 1,87 Millionen. 108.211 Menschen sind bereits gestorben (Stand 5. Juni, 11.20 Uhr).

Weltweit gibt es über 6,65 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 391.000 Todesfälle (Stand 5. Juni, 11.20 Uhr).

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Update, 5. Juni, 12.05 Uhr: Inselstaat Fidschi erklärt sich für coronafrei

Der pazifische Inselstaat Fidschi ist eigenen Angaben zufolge frei vom Coronavirus. Es gebe keine aktiven Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 mehr, schrieb der Regierungschef von Fidschi, Frank Bainimarama, am Freitag auf Twitter. 

"Und selbst bei täglich steigenden Testzahlen ist es nun 45 Tage her, seitdem wir unseren letzten Fall registriert haben." Ohne Todesfälle liege die Genesungsrate in Fidschi bei 100 Prozent, hieß es weiter.

Der Inselstaat östlich von Australien hat bislang 18 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Die erste Infektion wurde Mitte März bekannt, die bislang letzte rund einen Monat später am 21. April. Rund 100 Menschen befinden sich noch in Quarantäne.

Fidschi zählt rund 900 000 Einwohner und ist einer der wenigen Inselstaaten im Südpazifik, die Fälle von Covid-19 bestätigt haben. Für Reisende aus dem Ausland gilt weiter eine Einreisesperre. Im Land sind Zusammenkünfte auf 20 Personen beschränkt. Zudem gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre.

Update, 5. Juni, 11.50 Uhr: Brussels Airlines vor Wiederaufnahme des Flugbetriebs

Nach wochenlangem Stillstand durch die Corona-Krise will die belgische Flugline Brussels Airlines Mitte Juni den Flugbetrieb wieder aufnehmen - unter besonderen Vorkehrungen. 

Die ersten neun Flüge sollen am 15. Juni vom Flughafen der belgischen Hauptstadt Brüssel starten, teilte das Tochterunternehmen der deutschen Lufthansa am Freitag mit.

Passagiere müssen sich jedoch auf einige Hygienebestimmungen einstellen. Ab Betreten des Flughafens ist für alle Menschen ab sechs Jahren das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Das gilt der Airline zufolge auch während des Fluges. Zudem wird die Körpertemperatur vor dem Einstieg gemessen. Auf europäischen Flügen wird es außerdem keinen Getränke- und Essensservice geben, um so wenig Kontakt wie möglich zwischen der Crew und den Passagieren zu gewährleisten. 

Mit speziellen Filtern an Bord aller Maschinen sollen außerdem 99,9 Prozent aller Partikel aus der Luft gefiltert. Diese sei dadurch qualitativ mit der Luft in einem Krankenhaus zu vergleichen.

Nach wochenlangem Stillstand durch die Corona-Krise will die belgische Flugline Brussels Airlines Mitte Juni den Flugbetrieb wieder aufnehmen - unter besonderen Vorkehrungen.
Nach wochenlangem Stillstand durch die Corona-Krise will die belgische Flugline Brussels Airlines Mitte Juni den Flugbetrieb wieder aufnehmen - unter besonderen Vorkehrungen.  © Stephanie Lecocq/EPA/dpa

Update, 5. Juni, 11.30 Uhr: Göttingen startet Corona-Massentest in Hochhaus

Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen hat die Stadt am Freitag mit einem Massentest begonnen. Mehrere Hundert Bewohner eines Hochhaus-Komplexes sollen dabei auf eine mögliche Infektion mit dem Virus untersucht werden. Zwischenfälle habe es bis zum Vormittag nicht gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. 

Die Verwaltung hat den Massentest angeordnet, weil sich in Folge von Regelverstößen bei Privatfeiern zum muslimischen Zuckerfest in dem Gebäudekomplex bisher mindestens 120 Menschen mit dem Virus infiziert haben.

In Göttingen wurden deshalb alle Schulen und mehrere Kindertagesstätten geschlossen. Zudem wurde den Sportvereinen der Trainings- und Wettkampfbetrieb untersagt. Ob es weitere Einschränkungen gibt, macht die Stadt vom Verlauf des Infektionsgeschehens abhängig.

Der Massentest soll bis Sonntag abgeschlossen sein. In der Anlage am Rand der Innenstadt sind etwa 600 Menschen gemeldet. Die Verwaltung geht davon aus, dass dort sehr viel mehr Personen leben. Die Stadt will zur Not mit Hilfe der Polizei durchsetzen, dass alle Bewohner zu den Test erscheinen.

Ein Fahrzeug der Feuerwehr Göttingen mit der Aufschrift "Einsatzleitung" steht vor dem Iduna-Zentrum. Bei mehreren größeren privaten Feiern haben sich in Göttingen mehrere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.
Ein Fahrzeug der Feuerwehr Göttingen mit der Aufschrift "Einsatzleitung" steht vor dem Iduna-Zentrum. Bei mehreren größeren privaten Feiern haben sich in Göttingen mehrere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.  © Swen Pförtner/dpa

Update, 5. Juni, 11.20 Uhr: Slowakei öffnet Grenzen zu Österreich und Ungarn

Die Slowakei hat am Freitag ihre Grenzen zu den Nachbarländern Österreich und Ungarn erstmals seit Mitte März wieder ohne Einschränkungen geöffnet. 

Ab sofort seien bei der Einreise in die Slowakei keine Corona-Tests mehr vorzuweisen, erklärte Regierungschef Igor Matovic in zwei Pressekonferenzen, die er kurz hintereinander an jeweils einem Grenzübergang zu beiden Nachbarländern abhielt. 

Auch müssten Heimkehrer aus diesen beiden Nachbarländern ebenso wie bereits seit Donnerstag aus Tschechien in der Slowakei keine verpflichtende Quarantäne antreten.

Für Deutschland und andere Staaten gilt die neue Lockerung vorläufig noch nicht. Matovic sträubte sich bisher, einer von mehreren EU-Ländern und der Schweiz anvisierten Wiedereinführung der Reisefreiheit ab 15. Juni zuzustimmen. Die Öffnung der Grenze zu Österreich gab der populistisch-konservative Regierungschef gemeinsam mit seinem Innenminister, aber ohne Teilnahme österreichischer Politiker bekannt. 

Er zerriss dabei symbolisch ein nicht mehr notwendiges Papierformular. Österreich hatte seinerseits die Grenzen zu allen Nachbarländern außer Italien bereits ab Donnerstag einseitig geöffnet.

Die Slowakei hat am Freitag ihre Grenzen zu den Nachbarländern Österreich und Ungarn erstmals seit Mitte März wieder ohne Einschränkungen geöffnet.
Die Slowakei hat am Freitag ihre Grenzen zu den Nachbarländern Österreich und Ungarn erstmals seit Mitte März wieder ohne Einschränkungen geöffnet.  © Václav Šálek/CTK/dpa

Die Grenzöffnung zu Ungarn vollzog Matovic gemeinsam mit dem stellvertretenden ungarischen Regierungschef Zsolt Semjen auf ungarischem Gebiet. Dabei trat Matovic erstmals seit seinem Amtsantritt am 21. März ohne Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit auf. "Ich betrete hier ungarisches Gebiet und fühle plötzlich die Freiheit!", sagte er strahlend vor Journalisten.

Update, 5. Juni, 11.10 Uhr: Schweiz lockert wegen Corona vorübergehend Umweltauflagen

Wegen der Coronavirus-Pandemie lockert die Schweiz vorübergehend einige Umweltauflagen. Das betrifft unter anderem Desinfektionsmittel. 

Weil der Bedarf gestiegen sei und der Nachschub möglichst kostengünstig produziert werden soll, wird etwa die Lenkungsabgabe auf flüchtige organische Verbindungen (VOC) bei Flächendesinfektionsmitteln für insgesamt sechs Monate ausgesetzt, wie die Regierung am Freitag mitteilte. 

Das Verbot von Thermopapier, das unter anderem bei Kassenzetteln, Lotteriescheinen und Fax-Papier verwendet wird und fortpflanzungsgefährdende Stoffe enthält, wird vom 1. Juni auf Mitte Dezember verschoben.

Treibstoffanbieter erhalten mehr Zeit, um ihr "Winterbenzin" zu verkaufen. Es hat höherem Dampfdruck und belastet die Luft. Der Grenzwert für den Dampfdruck wird erst ab August angewendet. 

Die Frist zur Befreiung einer Abgabe für Abwasserreinigungsanlagen, die bestimmte organische Spurenelemente im Abwasser nicht beseitigen, wird um sechs Wochen bis Mitte November verlängert.

Update, 5. Juni, 11 Uhr: Termine für Bundesliga-Relegationsspiele stehen fest

Die Termine der Relegationsspiele um den letzten freien Platz in der Fußball-Bundesliga für die Saison 2020/21 stehen fest. Der Tabellen-16. der Bundesliga und der Zweitliga-Dritte spielen am 2. und 6. Juli um die Zugehörigkeit zur Eliteliga. Dies gab die Deutsche Fußball Liga am Freitag bekannt.

Die Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der 2. Bundesliga und dem Drittplatzierten der 3. Liga finden erst am 7. und 11. Juli statt. Der spätere Termin wurde notwendig, weil die 3. Liga die Spielzeit nach der Corona-Pause erst am 4. Juli abschließt.

Update, 5. Juni, 10.30 Uhr: Bundesrat billigt längeren Lohnersatz für Eltern

Berufstätige Eltern, die wegen der Kinderbetreuung in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen länger Geld vom Staat. Der Bundesrat billigte am Freitag ein entsprechendes Gesetz aus dem Bundestag. Der Lohnersatz wird von bisher 6 auf bis zu 20 Wochen verlängert. 

Jedes Elternteil bekommt Anspruch auf 10 Wochen Entschädigung, Alleinerziehende auf 20 Wochen. Der Staat zahlt 67 Prozent des Nettoeinkommens, höchstens aber 2016 Euro im Monat.

Mit dem gleichen Gesetz stimmte die Länderkammer auch Entlastungen für Restaurants und Arbeitnehmer in Kurzarbeit zu. Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie sinkt ab Juli für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent. 

Außerdem bleiben Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei.

Berufstätige Eltern, die wegen der Kinderbetreuung in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen länger Geld vom Staat.
Berufstätige Eltern, die wegen der Kinderbetreuung in der Corona-Krise nicht arbeiten können, bekommen länger Geld vom Staat.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 5. Juni, 10.26 Uhr: Halbfinal-Spiele im italienischen Fußball-Pokal vorverlegt

Die Halbfinal-Begegnungen im italienischen Pokal werden jeweils einen Tag früher ausgetragen als geplant. Die italienische Regierung hatte der Vorverlegung am Donnerstag zugestimmt. 

Die Partien zwischen Juventus Turin gegen den AC Mailand sowie SSC Neapel gegen Inter Mailand werden somit am 12. und 13. Juni gespielt. Die Serie A hatte zuvor den Vorschlag gemacht, um den Finalisten vor dem angesetzten Pokalfinale am 17. Juni in Rom einen Tag länger Pause zu geben. 

Die Serie A, die höchste italienische Liga, soll ihren Spielbetrieb dann am 20. Juni wieder aufnehmen.

Die Halbfinal-Begegnungen im italienischen Pokal werden jeweils einen Tag früher ausgetragen als geplant. Die italienische Regierung hatte der Vorverlegung am Donnerstag zugestimmt.
Die Halbfinal-Begegnungen im italienischen Pokal werden jeweils einen Tag früher ausgetragen als geplant. Die italienische Regierung hatte der Vorverlegung am Donnerstag zugestimmt.  © Luca Bruno/AP/dpa

Update, 5. Juni, 10.07 Uhr: Böckler-Stiftung: Mindestlohn schrittweise auf 12 Euro anheben

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung plädiert für eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro in der Stunde. Schätzungsweise zehn Millionen Beschäftigte in Deutschland könnten davon profitieren, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme für die Mindestlohn-Kommission.

Das wäre eine erhebliche Anhebung des Mindestlohns, der aktuell 9,35 Euro beträgt. Die Mindestlohnkommission aus Arbeitgebern, Gewerkschaftern und Wissenschaftlern bereitet einen Vorschlag für die Erhöhung zum 1. Januar 2021 vor.

Ein deutlich höherer Mindestlohn sei auch ein wirksamer Beitrag, den privaten Konsum nach den Corona-Einschränkungen wieder anzukurbeln. Er komme "Beschäftigten zugute, die sehr wenig verdienen und zusätzliches Einkommen umgehend ausgeben werden", sagte Thorsten Schulten vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Böckler-Stiftung. 

Von einer Anhebung des Mindestlohns könne auch eine Signalwirkung für die gesamte Lohnentwicklung in Deutschland ausgehen, sagte der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien.

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung plädiert für eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro in der Stunde.
Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung plädiert für eine schrittweise Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro in der Stunde.  © Jens Wolf/dpa

Ein Konzept für eine weitere schrittweise Anhebung des Mindestlohns sei auch deshalb dringend erforderlich, weil sich bislang die mit dem Mindestlohn verbundenen Hoffnungen auf eine nachhaltige Reduzierung des Niedriglohnsektors kaum erfüllt hätten. 

Wenn mit dem Mindestlohn auch eine Rente nach langjähriger Beschäftigung oberhalb der Grundsicherungsschwelle erreicht werden solle, hätte er bereits im vergangenen Jahr bei mindestens 11,51 Euro liegen müssen, betonten die Wissenschaftler.

Zuletzt hatten Wirtschaftspolitiker der Union gefordert, den Mindestlohn wegen der Corona-Krise abzusenken. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte dem Vorstoß aber eine klare Absage erteilt. Aus der Wirtschaft hatte es Forderungen nach Aussetzung einer Erhöhung wegen der Corona-Krise gegeben.

Update, 5. Juni, 9.35 Uhr: Coronavirus in Türkei: Erneut Ausgangssperre über Wochenende

Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei. Das Innenministerium veröffentlichte am Freitagmorgen entsprechende Weisungen für 15 Städte und Provinzen, die ab Mitternacht und bis Sonntagnacht gelten sollen. Sie betreffen erneut Millionenmetropolen wie Istanbul und die Hauptstadt Ankara.

Am Samstag dürfen die Menschen in ihrer Nachbarschaft wieder für einige Stunden einkaufen. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister bleiben durchgehend geöffnet.

Mit dem 1. Juni hatte die Regierung unter anderem viele inländische Reisebeschränkungen aufgehoben. Restaurants, Cafés und Sportanlagen dürfen unter Auflagen nun öffnen. Strände, Parks und Museen sind wieder zugänglich. Internationale Flüge soll es ab dem 10. Juni wieder geben. 

Andere Restriktionen blieben jedoch: Senioren ab 65 Jahren und junge Menschen bis 18 Jahre dürfen weiter nur für einige vorher festgelegte Stunden in der Woche vor die Tür.

Das Gesundheitsministerium in Ankara hatte am Donnerstagabend gemeldet, dass sich bisher rund 167 000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. In den vergangenen 24 Stunden seien 21 Menschen verstorben. Insgesamt gibt es demnach rund 4600 Todesfälle.

Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei.
Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei.  © Emrah Gurel/AP/dpa

Update, 5. Juni, 9.18 Uhr: Tuifly will Flotte wegen Corona-Krise halbieren

Der Reisekonzern Tui will den deutschen Ferienflieger Tuifly wegen der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Das Management habe die Pläne am Donnerstag den Mitarbeitern vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag.

Ziel sei, die eigentlich vorgesehene Flotte von 39 Jets vom Typ Boeing 737 zu halbieren und mehrere deutsche Standorte wie Köln, Bremen und Münster-Osnabrück zu schließen. Wie viele Jobs wegfallen, werde nun Teil der Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern.

Bei Tuifly gibt es dem Sprecher zufolge rund 2000 Vollzeitstellen, davon 1400 Piloten und Flugbegleiter. Dem Nachrichtensender ntv zufolge stehen die Jobs von 700 Mitarbeitern auf der Kippe, davon 230 Vollzeitstellen. Der Sprecher wollte die Zahlen nicht bestätigen. Ziel sei, die verkleinerte Flotte über das ganze Jahr hinweg auslasten zu können und nicht im reiseschwachen Winter zu viele Flugzeuge zu haben.

Das Geschäft von Tuifly ist wie bei anderen Fluggesellschaften durch die Corona-Krise praktisch weggebrochen. Bis zu sieben der Tuifly-Maschinen waren bisher für die Lufthansa-Tochter Eurowings im Einsatz. Diese Verträge laufen aber aus, und auch Eurowings verkleinert die Flotte. 

Tui hat bereits mit dem Flugzeugbauer Boeing ausgehandelt, dass der Konzern bestellte neue Maschinen vom Typ 737 Max erst später abnehmen muss.

Der Reisekonzern Tui will den deutschen Ferienflieger Tuifly wegen der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Das Management habe die Pläne am Donnerstag den Mitarbeitern vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag.
Der Reisekonzern Tui will den deutschen Ferienflieger Tuifly wegen der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Das Management habe die Pläne am Donnerstag den Mitarbeitern vorgestellt, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag.  © Clara Margais/dpa

Am 17. Juni will Tuifly den Ferienflug wieder aufnehmen. Der Start eines eigenen Langstreckenangebots liegt dem Sprecher zufolge nun aber auf Eis. Eigentlich wollte Tuifly Urlauber von November an mit zwei Jets vom Typ Boeing 787 "Dreamliner" nach Mexiko und in die Dominikanische Republik bringen. 

Dies sei angesichts der Corona-Krise aber derzeit nicht sinnvoll, sagte der Sprecher.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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