Coronavirus im Norden: Neuinfektionen steigen weiter stark an!

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen seit ein paar Tagen wieder deutlich an.

Polizisten kontrollieren das Alkoholverbot in der Schanze.
Polizisten kontrollieren das Alkoholverbot in der Schanze.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5529 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3534 Fälle bekannt, in Bremen 1726, in Mecklenburg-Vorpommern 907 und in Niedersachsen 14.524. (Stand 6. August, 11.50 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 6. August, 14 Uhr: Corona-Tests auch für Lehrer an freien Schulen

Schwerin – Auch Lehrer und Mitarbeiter an freien Schulen können sich auf Staatskosten auf das Coronavirus testen lassen. 

Die freien Schulen seien Teil der Teststrategie, die für jeden Schulmitarbeiter bis zu fünf freiwillige Tests bis zu den Herbstferien vorsieht, teilte ein Sprecher des Bildungsministeriums am Donnerstag in Schwerin mit. Das Land übernehme die Finanzierung. Die Einzelheiten würden mit der Kassenärztlichen Vereinigung geklärt.

An den allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft lernen in Mecklenburg-Vorpommern rund 18 700 der insgesamt 152 700 Schülerinnen und Schüler. Dies entspricht einem Anteil von 12,2 Prozent. Mit den freiwilligen Corona-Tests für Lehrkräfte und andere Schulmitarbeiter von der Sekretärin bis zum Hausmeister will das Bildungsministerium für mehr Corona-Sicherheit an den Schulen sorgen.

Das Bildungsministerium hatte laut NDR die Übernahme der Testkosten für Lehrer an freien Schulen zunächst abgelehnt - mit der Begründung, nicht Dienstherr dieser Pädagogen zu sein. Das war demnach von der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen kritisiert worden. Das Ministerium widersprach dieser Darstellung nicht.

Update, 6. August, 14 Uhr: Zahl neuer Corona-Infektionen in Niedersachsen steigt weiter an

Hannover – Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Niedersachsen steigt weiter an. Am Donnerstag wurden 73 Neuinfektionen registriert, teilte das Sozialministerium in Hannover mit. 

Im Durchschnitt hatte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt bei täglich etwa 50 gelegen, zur Hochzeit der Epidemie waren es mehrere hundert. Ein Hotspot, an dem sich neue Fälle häufen, gebe es derzeit nicht, sagte eine Ministeriumssprecherin. Etliche der neuen Fälle werden auch dank systematischer Tests entdeckt. So hatte der Landkreis Oldenburg am Mittwoch 20 Infektionen in einem Schlachthof in Großenkneten mitgeteilt. Das Geschehen konnte innerhalb des Betriebs lokalisiert und eingedämmt werden.

Trotz leicht erhöhter Infektionszahlen ist die Zahl der Covid-Patienten in niedersächsischen Kliniken weiterhin auf einem niedrigen Niveau konstant. 149 Erkrankte werden derzeit behandelt, davon 31 auf der Intensivstation. 15 davon müssen künstlich beatmet werden. Auch zwei Kinder sind wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus.

Der CDU-Landesvorsitzende und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann forderte unterdessen präventive Maßnahmen, um auf eine zweite Infektionswelle vorbereitet zu sein. "Es gilt, einen zweiten Lockdown unbedingt zu verhindern", sagte Althusmann am Donnerstag. 

Dieser wäre sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich schwer zu verkraften. "Daher müssen wir jetzt agieren und nicht reagieren. Dazu gehört zuvorderst, die Gesundheitsämter bereits jetzt personell zu stärken und die Kapazitäten hochzufahren."

Update, 6. August, 11.48 Uhr: 44 neue Corona-Fälle in Hamburg

Eine Passantin hält einen Mund-Nasen-Schutz und ein Smartphone in der Hand.
Eine Passantin hält einen Mund-Nasen-Schutz und ein Smartphone in der Hand.  © Marijan Murat/dpa

Hamburg – Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Hamburg ist seit Mittwoch um 44 gestiegen. Darunter seien auch Reiserückkehrer, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Donnerstag. 

Zudem sei ein Teil der Fälle auf der Hamburger Werft Blohm+Voss eingeflossen. Dort waren nach Angaben vom Mittwoch knapp 60 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Erkrankte, die im Umland wohnen, werden in der dortigen Statistik gezählt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden damit 5529 Menschen in Hamburg positiv auf das Virus getestet (Stand Donnerstag 11 Uhr). Rund 5000 davon können nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen werden.

In Hamburger Krankenhäusern werden - Stand Mittwochmittag - den Angaben zufolge 18 Menschen mit dem Coronavirus behandelt. Acht von ihnen liegen auf Intensivstationen.

Laut Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf starben in Hamburg bisher 231 Menschen an Covid-19. Das RKI, das unabhängig von der Todesursache alle mit dem Virus infizierten Toten erfasst, kommt auf 261 Opfer.

Beträgt die Anzahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 pro 100.000 Einwohner, muss der Senat über Beschränkungen beraten. Am Donnerstag lag dieser Wert bei 8,0 von möglichen 50 Neuinfektionen. Für Hamburg beträgt die Grenze der Neuinfektionen den Angaben zufolge 900 Fälle in sieben Tagen.

Update, 6. August, 8.30 Uhr: Hamburger Kitas starten wieder in den Regelbetrieb

Hamburg – In den Hamburger Kindertagesstätten können die Mädchen und Jungen wieder ohne zeitliche Beschränkung betreut werden. Von Donnerstagmorgen an geht in den Kitas wieder der Regelbetrieb los. 

Damit haben die Eltern im Umfang des Kita-Gutscheines Anspruch auf die Betreuung. Der reguläre Betrieb findet der Sozialbehörde zufolge dennoch unter Corona-Bedingungen statt. Damit sollen Mitarbeiter, Kinder und Eltern vor dem neuartigen Virus geschützt werden. So soll regelmäßig gelüftet werden. Oberflächen müssen in gewissen Abständen vom Personal desinfiziert werden.

Der Start in diese letzte von vier Phasen des Corona-Kita-Betriebes sei möglich, weil es in der Vergangenheit in den Einrichtungen keine Corona-Ausbrüche gegeben habe, sagte ein Behördensprecher dazu. Mit dem bestehenden Hygienekonzept habe man gute Erfahrungen gemacht. Maskenpflicht gibt es weder für Erzieher noch für Kinder. Lediglich die Eltern müssen beim Holen und Bringen der Kinder eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

Mitte März war der Kita-Betrieb in Hamburg auf eine Notbetreuung beschränkt worden. Im Rahmen von vier Stufen kamen schließlich langsam wieder mehr Kinder in die Einrichtungen.

Update, 6. August, 8.20 Uhr: 18 neue Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein

Kiel – In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der offiziell erfassten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zuletzt innerhalb eines Tages um 18 Fälle auf 3534 erhöht. 

Wie die Landesregierung auf ihrer Homepage mit Stand Mittwochabend berichtete, stieg die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen um 1 auf 158.

Rund 3100 der seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt 17 Erkrankte behandelt.

Tagesaktuelle Zahlen der Kreise fließen am Folgetag in die Gesamtzahl der Landesregierung mit ein.

Update, 6. August, 8.15 Uhr: Hamburg startet unter Corona-Bedingungen ins neue Schuljahr

Schüler einer 7. Klasse sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Klassenraum.
Schüler einer 7. Klasse sitzen zu Beginn des Unterrichts mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Klassenraum.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg – Nach fast dreieinhalbmonatiger Corona-Zwangspause und sechs Wochen Sommerferien starten Hamburgs Schüler am Donnerstag unter verschärften Bedingungen ins neue Schuljahr. 

Wegen der Pandemie bestehen an allen 471 staatlichen und privaten Schulen der Hansestadt strenge Hygieneregeln und eine Maskenpflicht. Ausnahmen beim Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gelten nur am Arbeitsplatz im Klassen- und Lehrerzimmer sowie für Grundschüler bis zehn Jahren.

Insgesamt erwartet die Schulbehörde so viele Schüler wie seit Jahrzehnten nicht. Den Angaben zufolge besuchen in diesem Schuljahr in Hamburg 256 890 Jungen und Mädchen eine Schule. Das seien 5400 mehr als im vergangenen Schuljahr.

Nach Mecklenburg-Vorpommern, wo bereits am Montag die Schule wieder begonnen hat, ist Hamburg das zweite Bundesland, in dem die Ferien enden. Kommende Woche folgen dann Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg.

Update, 5. August, 17.02 Uhr: 18 neue Fälle in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern sind am Mittwoch 18 neue Corona-Fälle registriert worden - doppelt so viele wie am Tag zuvor. 

Damit ist die Zahl der bisher landesweit nachgewiesenen Infektionen auf 907 gestiegen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte.

Fünf Neuinfektionen wurden in Rostock verzeichnet, vier im Landkreis Vorpommern-Greifswald, jeweils drei in Schwerin und im Landkreis Ludwigslust-Parchim, zwei in Vorpommern-Rügen und eine im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20. 

Update, 5. August, 14.17 Uhr: Blohm+Voss wartet auf Corona-Ergebnisse

Eine Hamburg-Flagge weht auf einer Fähre im Hafen vor einem Trockendock der Werft Blohm+Voss.
Eine Hamburg-Flagge weht auf einer Fähre im Hafen vor einem Trockendock der Werft Blohm+Voss.  © Marcus Brandt/dpa

Hamburg – Nach einem größeren Corona-Ausbruch bei der Werft Blohm+Voss warten das Unternehmen und die Gesundheitsbehörden auf die Auswertung weiterer Tests. 

Anschließend werde beraten, ob die seit Monaten geltenden strengen Hygienekonzepte nachgeschärft oder welche anderen Maßnahmen möglicherweise ergriffen werden, teilte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch mit. Das sei gegenwärtig noch nicht absehbar.

Bei Blohm+Voss wurden in der vergangenen Woche sechs und am Montag weitere 49 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, insgesamt also 55 bei rund 1000 Tests. Getestet wurde nicht nur die eigene Belegschaft, sondern auch die Mitarbeiter von Fremdfirmen, die auf dem Werksgelände im Hamburger Hafen tätig sind. 

Alle getesteten Personen wurden nach Hause geschickt, bis ein Testergebnis vorliegt. Die Arbeit auf dem Werftgelände ist damit vorübergehend zum Erliegen gekommen. Bei negativ Getesteten soll in der kommenden Woche ein zweiter Kontrolltest vorgenommen werden.

"Die uns vorliegenden Testergebnisse zeigen nicht den Ursprung der Infektion", sagte die Sprecherin. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise habe Blohm+Voss wie schon vor einigen Monaten zahlreiche Präventionsmaßnahmen umgesetzt. "Neben diversen Hygienemaßnahmen haben wir beispielsweise auch zeitversetztes Arbeiten in der Fertigung sowie rollierendes, mobiles Arbeiten für diverse Bürofunktionen eingeführt."

Die Maßnahmen folgten sowohl den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts als auch den Vorgaben der Gesundheitsämter und gingen teilweise über diese hinaus.

Update, 5. August, 13.25 Uhr: Schleswig-Holstein plant Bußgeld für Maskenverweigerer

Kiel – Nach Nordrhein-Westfalen will auch Schleswig-Holstein Bußgelder für "Masken-Muffel" in Bussen und Bahnen verhängen. 

"Wir finden die Idee gut", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch in Kiel. Eine solche Regelung solle auch in Schleswig-Holstein festgelegt werden. Diese werde sehr schnell kommen, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Dies sei eine Frage von Tagen, nicht von Wochen.

Auf eine Höhe des Bußgeldes für Verstöße gegen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr hat sich die Landesregierung noch nicht verständigt. "Die Höhe muss in unseren Bußgeldrahmen passen", sagte Garg. Die von Nordrhein-Westfalen geplanten 150 Euro seien eher die Obergrenze.

Update, 5. August, 13.25 Uhr: Keine weiteren Corona-Lockerungen in Schleswig-Holstein

Heiner Garg (FDP), Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren von Schleswig-Holstein, spricht während eines Presstermins zum Thema Corona-Schutzmaßnahmen.
Heiner Garg (FDP), Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren von Schleswig-Holstein, spricht während eines Presstermins zum Thema Corona-Schutzmaßnahmen.  © Frank Molter/dpa

Kiel – Schleswig-Holstein lockert die Corona-Schutzmaßnahmen vorerst nicht. Dies verkündeten Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Mittwoch in Kiel. 

Die Landesregierung reagiert damit auf die zuletzt wieder deutlich gestiegenen Neu-Infektionen auch im Norden. Die Situation in Schleswig-Holstein sei nicht besorgniserregend, sagte Günther. Er verwies aber auf zuletzt zweistellige Zahlen bei den täglichen Neuinfektionen. "Corona ist nicht weg", sagte Günther. Jetzt sei nicht die Zeit für weitere Lockerungen.

Die bisherige Landesverordnung zu Schutzmaßnahmen läuft mit Ende der Sommerferien an diesem Sonntag aus. Sie beinhaltet eine Fülle von Hygiene- und Abstandsregeln sowie Kontaktbeschränkungen für das öffentliche Leben. 

Schulen, Universitäten, Freizeit- und Kultureinrichtungen sind ebenso betroffen wie Betriebe, Geschäfte, Gaststätten, Hotels, Veranstaltungen und Versammlungen. Die Verordnung werde jetzt mit einigen nur redaktionellen Änderungen verlängert, sagte Günther.

Damit bleiben zum Beispiel Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 250 Besuchern untersagt. Diskotheken und Bordelle dürfen nach wie vor nicht öffnen.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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