Coronavirus im Norden: Tests für Rückkehrer bald nicht mehr kostenlos?

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen seit ein paar Tagen wieder deutlich an.

Polizisten kontrollieren das Alkoholverbot in der Schanze.
Polizisten kontrollieren das Alkoholverbot in der Schanze.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5663 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3578 Fälle bekannt, in Bremen 1726, in Mecklenburg-Vorpommern 907 und in Niedersachsen 14.609. (Stand 8. August, 13 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 8. August, 15.20 Uhr: Reisende sollen Kosten für Corona-Tests selbst tragen

Reisende verlassen den Sicherheitsbereich des Hamburger Flughafens.
Reisende verlassen den Sicherheitsbereich des Hamburger Flughafens.  © Axel Heimken/dpa

Hamburg - Die Kosten für die verpflichtenden Corona-Tests sollten nach Ansicht von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) von Rückkehrern aus Risikogebieten selbst getragen werden. 

"Ich halte es für vertretbar, dass wir außer der Testpflicht auch zu einer Kostenübernahme durch die Personen kommen, die reisen", sagte Tschentscher in einem Interview der Welt am Sonntag. 

Bislang seien die Tests kostenlos, damit das freiwillige Testangebot auch angenommen werde. "Letztlich ist es aber denkbar, dass man die Kosten nicht der Allgemeinheit, sondern denjenigen auferlegt, die ganz bewusst in Risikoländer reisen", sagte der Bürgermeister. 

"Wenn sie am Flughafen ein- und ausreisen, sind sie ja auch mit den Kosten des Fluges und allen anderen Reisekosten konfrontiert."

Update, 8. August, 15 Uhr: Weitere Lehrer in Ludwigslust infiziert

Ludwigslust/Schwerin - Die Corona-Infektion einer Gymnasiallehrerin in Ludwigslust hat Folgen. 

Wie ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Samstag sagte, wurden bei Tests im gesamten Kollegium zwei weitere Pädagogen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. 

Diese hätten seit dem Schulstart am Montag Kontakt zu 205 Schülern gehabt, die nun zu Hause in Quarantäne bleiben müssten. Für die restlichen 600 Schüler ruht der Präsenzunterricht zunächst bis einschließlich Mittwoch kommender Woche.

Neben dem Gymnasium in Ludwigslust war am Freitag vorsorglich auch die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) geschlossen worden. 

Update, 8. August, 13.23 Uhr: Zuwachs an Neuinfektionen in Hamburg abgeschwächt

Hamburg - In Hamburg hat sich der Anstieg der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen erstmals seit fünf Tagen wieder abgeschwächt. 

Wie aus der am Samstag von der Gesundheitsbehörde veröffentlichten Statistik hervorgeht, wurden seit Freitag 54 neue Fälle registriert. 

Tags zuvor hatten Tests noch 80 Neuinfektionen in der Hansestadt zutage gefördert, der größte Tageszuwachs seit vier Monaten. Als Hauptgrund gelten zahlreiche Infektionen in der Belegschaft der Hamburger Werft Blohm+Voss. 

Zudem seien auch Reiserückkehrer unter den neuen Fällen, hieß es von der Gesundheitsbehörde.

Update, 8. August, 11.20 Uhr: Neun Infektionen in Schleswig-Holstein

Kiel - Nach einem starken Zuwachs am Vortag ist die Zahl der in Schleswig-Holstein erfassten Corona-Neuinfektionen am Freitag wieder verhaltener angewachsen. So vermeldete die Landesregierung auf ihrer Homepage mit Stand Freitagabend neun neue Fälle. 

Tags zuvor waren landesweit 35 Neuinfektionen registriert worden. Damit hat sich die Zahl der offiziell bekanntgewordenen Infektionen im Land auf 3578 erhöht. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen blieb unverändert bei 158.

Rund 3200 der seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten laut Landesregierung inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt noch 15 Erkrankte behandelt.

Tagesaktuelle Zahlen der Kreise fließen am Folgetag in die von der Landesregierung veröffentlichte Statistik mit ein.

Update, 8. August, 8.20 Uhr: Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Hamburg - Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich bei ihrer Rückkehr nach Hamburg von Samstag an verpflichtend einem Corona-Test unterziehen, sofern sie keinen gültigen Test vorlegen. 

Weiterhin gelte: Wer von Reisen in Risikoländer zurückkehre, müsse sich verpflichtend 14 Tage in Quarantäne begeben und sich beim Gesundheitsamt melden, teilte die Sozialbehörde mit. Von der Quarantäne könne nur mit einem anerkannten, negativen Testergebnis abgesehen werden.

Wer etwa per Bus, Schiff oder Flugzeug einreist, erfüllt den Angaben zufolge die Meldepflicht, indem eine Aussteigekarte ausgefüllt wird, die an das Gesundheitsamt weitergegeben wird. Melden müsse sich auch, wer Covid-19-Symptome zeige und in den vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sei.

In Hamburg landende Flugreisende können den Test noch am Airport machen. Für alle anderen Personen habe die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg zwei Corona-Testzentren eingerichtet. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich, aber ein Nachweis über die zurückliegende Reise müsse vorgewiesen werden. Außerdem muss das Testergebnis 14 Tage aufbewahrt werden.

Maßgebend für die Einstufung als Risikogebiet ist die beim Zeitpunkt der Einreise gültige Definition gemäß Veröffentlichung durch das Robert Koch-Institut (RKI). 

Dazu zähle derzeit trotz der zum Teil aufgehobenen Reisewarnung des Auswärtigen Amts auch die ganze Türkei.

Update, 7. August, 16.29 Uhr: Elternteil von Kita-Kind infiziert

Hamburg - Weil ein Elternteil eines Kita-Kindes eine Corona-Infektion hat, sind die Kinder und Erzieher der Einrichtung in Hamburg-Eppendorf am Freitag vorsorglich getestet worden. 

Das berichtete ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Das Kind war ohnehin wegen der anstehenden Einschulung am 31. Juli zum letzten Mal in der Kita gewesen, hieß es. Kurze Zeit später habe der Elternteil sein Ergebnis erhalten. 

Die bereits erfolgten Tests des Kindes und einer Erzieherin, die mit ihm in Kontakt war, seien negativ ausgefallen. 

In der kommenden Woche werde entschieden, ob der Betrieb wie bislang ganz normal fortgeführt werden könne, sagte der Sprecher weiter.

Update, 7. August, 15.07 Uhr: Neun neue Corona-Fälle am Freitag in Ludwigslust-Parchim

Parchim - Nach einer muslimischen Trauerfeier am vergangenen Wochenende in Parchim ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Teilnehmer und Kontaktpersonen auf elf gestiegen. 

Am Freitag wurden acht positive Testergebnisse bekannt, wie der Landkreis Ludwigslust-Parchim nach Tests bei 300 Personen mitteilte.

Ein neunter Fall am Freitag betreffe eine Lehrerin des Goethe-Gymnasiums in Ludwigslust. Die Schule wurde daraufhin bis einschließlich Mittwoch kommender Woche geschlossen. 

Von allen 55 Lehrern des Gymnasiums seien noch am Freitag Corona-Tests genommen worden. Die Ergebnisse sollen am Samstag vorliegen.

Update, 7. August, 14.44 Uhr: 80 neue Infektionen in Hamburg gemeldet

Ein Schild am Eingang der Kita Jenfelder Au in Hamburg weist auf die Hygieneregeln hin.
Ein Schild am Eingang der Kita Jenfelder Au in Hamburg weist auf die Hygieneregeln hin.  © Ulrich Perrey/dpa

Hamburg - In Hamburg ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen noch einmal deutlich gestiegen. 

Sie kletterte seit Donnerstag um 80 Fälle. Das sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde am Freitag. Bei der Hamburger Werft Blohm+Voss waren bei Tests für die gesamte Belegschaft 78 Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

42 von ihnen haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde einen Hamburger Wohnsitz und fließen demnach in die Statistik der Hansestadt ein. Zudem seien Reiserückkehrer unter den neuen Fällen. 

"Sie kommen aus Slowenien, Tschechien, Kosovo, Kroatien und Indonesien", sagte der Sprecher.

Update, 7. August, 13.37 Uhr: Weitere Fälle bei Blohm+Voss

Hamburg - Bei der Hamburger Werft Blohm+Voss sind bei den Tests für die gesamte Belegschaft 19 weitere Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Damit erhöhe sich die Zahl der insgesamt Infizierten bei Blohm+Voss auf 78, teilte die Sozialbehörde am Freitag in Hamburg mit. 

Die neuen Infektionen wurden in Bereichen der Werft festgestellt, die nach dem Hygienekonzept des Unternehmens räumlich getrennt waren von dem zunächst betroffenen Bereich. Sie hätten demnach nicht auftreten dürfen.

Die Gesundheitsbehörden untersuchen nun die möglichen Infektionswege, teilte ein Sprecher mit.

Dabei richte sich ein Augenmerk auf das Unternehmen und mögliche Infektionen in Pausenräumen, Sanitäranlagen und über die Belüftungssysteme.

Update, 7. August, 13.33 Uhr: Mehr Infektionen in Niedersachsen

Hannover - Die Zahl neuer Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen steigt weiter deutlich an. Am Freitag wurden 85 Neuerkrankungen registriert - am Vortag waren es noch 73, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums in Hannover sagte. 

Es sei eine Entwicklung, die "uns sehr große Sorgen bereitet". Einen Hotspot, an dem sich neue Fälle häuften, gebe es derzeit nicht, die Infektionen verteilten sich gleichmäßig im Land. Ursache seien vermutlich Reiserückkehrer.

Die Sieben-Tages-Inzidenz je 100.000 Einwohner liegt der Sprecherin zufolge landesweit bei 4,7, im Landkreis Vechta bei 27,3. Sie rief Reiserückkehrer dazu auf, sich freiwillig testen zu lassen. 

Dies sei ein Appell, die Abstandsregeln ernstzunehmen und Atemmasken zu tragen.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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