Coronavirus: Innenminister fordert Vorbereitung auf zweite Corona-Welle

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das neuartige Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Das Coronavirus ist in Europa auf dem Rückzug. Grund genug, wieder einige Grenzen, wie hier die zwischen Deutschland und Tschechien, zu öffnen.
Das Coronavirus ist in Europa auf dem Rückzug. Grund genug, wieder einige Grenzen, wie hier die zwischen Deutschland und Tschechien, zu öffnen.  © dpa/Slavomír Kubeš/CTK

So ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung weiterhin in vielen Bereichen des täglichen Lebens Pflicht, vor allem beim Benutzen des Öffentlichen Personennahverkehrs und beim Einkaufen.

Doch Schüler können aufatmen: Sie dürfen in weiten Teilen des Landes wieder regelmäßig in die Schule können im Klassenzimmer die Masken abnehmen. Gleiches gilt beispielsweise auch in Cafés und Restaurants, sobald man seinen Platz eingenommen hat.

Um eine zweite Corona-Welle zu vermeiden ist es weiterhin wichtig, den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten.

Mittlerweile gibt es in Deutschland insgesamt 185.416 bestätigte Infektionen. Außerdem wurden 8667 Todesfälle und 168.924 Genesene erfasst (Stand 6. Juni, 15.30 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit mit Abstand die meisten Fälle - über 1,89 Millionen wurden seit Ausbruch der Lungenkrankheit registriert. 109.143 Menschen sind dort bereits an ihr gestorben (Stand 6. Juni, 7 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt über 6,76 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 395.400 Todesfälle (Stand 6. Juni, 14.20 Uhr). 

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 6. Juni, 16.31 Uhr: 108-Jährige übersteht Corona-Infektion

Die 108 Jahre alte Fatima Negrini hat eine Coronavirus-Infektion überstanden. Die Norditalienerin wohnt seit vielen Jahren in einem Pflegeheim in Mailand. «Gott hat mich vergessen», zitierte die Zeitung «Corriere della Sera» Negrini am Samstag.

Die 108-Jährige ist seit vielen Jahren Bewohnerin des Pflegeheim Anni Azzurri San Faustino in Mailand, sagte ein Sprecher der Einrichtung der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe sich im April mit dem Coronavirus infiziert, sei aber asymptomatisch gewesen und Mitte Mai negativ getestet worden. In Negrinis Pflegeheim starben laut «Corriere della Sera» mehrere Bewohner. «Fatima hat noch nicht begriffen, wer nicht mehr da ist», sagte eine Pflegerin der Zeitung.

Erst am Mittwoch feierte die Italienerin ihren Geburtstag mit einer Schokoladentorte - verziert mit der Aufschrift «108 herzlichen Glückwunsch Fatima». Laut Bericht hat Negrini drei Söhne im Alter von 89, 88 und 78 Jahren, vier Enkelkinder und zwei Urenkel.

Italien ist von der Corona-Pandemie in Europa früh und mit voller Wucht getroffen worden. Bisher starben seit Februar rund 33 700 Menschen an oder mit der Covid-19-Krankheit. Die Pflegeheime in der Lombardei, zu der Mailand gehört, sind von der Pandemie besonders stark betroffen gewesen.

Update, 6. Juni, 15.25 Uhr: Gegen Corona-Auflagen verstoßen - Polizei löst Treffen in Weimar auf

Ein Treffen junger Leute mit Alkohol in einem Park, bei dem Corona-Auflagen nicht berücksichtigt wurden, hat in Weimar am Freitagabend zu einem größeren Polizeieinsatz geführt. Streifenbeamten kontrollierten Angaben eines Polizeisprechers von Samstag zufolge die 20-köpfige Gruppe, die sehr laut war. 

Die 15- bis 25-Jährigen sollen sich bei ihrem Treffen zudem nicht an Abstandsregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie gehalten haben. Die jungen Leute zeigten sich demnach nicht einsichtig, weshalb die Polizisten Verstärkung bekamen. Einem MDR-Bericht zufolge sollen einige der Feiernden die Polizisten beleidigt, bedroht und körperlich attackiert haben.

Verletzungen waren dem Polizeisprecher zunächst nicht bekannt. Ihm zufolge seien den Mitgliedern der Gruppe Platzverweise erteilt worden. Zudem seien Anzeigen wegen Beleidigung, versuchter Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz geschrieben worden. 

Dem Sprecher zufolge habe es sich - abgesehen vom Corona-Aspekt - im Grunde um einen für ein Wochenende normalen Vorgang gehandelt.

Ein Fahrzeug der Polizei steht in einem Park.
Ein Fahrzeug der Polizei steht in einem Park.  © dpa/Christian Pörschmann/dpa-Zentralbild

Update, 6. Juni, 14.52 Uhr: Madrider Prado nach fast drei Monaten Coronapause wieder geöffnet

Das weltberühmte Prado-Museum in Madrid hat nach fast dreimonatiger Corona-Zwangspause am Samstag seine Türen mit einer Sonderausstellung "Reencuentro" (Wiederbegegnung) wieder geöffnet. Zugänglich ist zunächst nur ein Drittel der Ausstellungsfläche, und es dürfen nur 1800 Besucher zugleich und unter strengen Sicherheitsauflagen in den Kunsttempel der spanischen Hauptstadt. Zusammen mit dem Thyssen-Bornemisza und dem Reina Sofía, die ebenfalls wiedereröffnet wurden, bildet der Prado das "Triángulo de Oro", das "Goldene Kunstdreieck" im Zentrum Madrids.

Der Prado war wegen der Pandemie am 12. März geschlossen worden. In der Zeit der Zwangsschließung hatte der Online-Auftritt des Museums großen Zulauf. Auf der Webseite wurden viele Meisterwerke des Museums gezeigt und erklärt, darunter Bilder von Velázquez, Goya, Raffael und Hieronymus Bosch. Mit mehr als 8600 Gemälden, Zeichnungen, Drucken und bis zu 700 Skulpturen ist der Prado eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.

Im vergangenen Jahr, dem 200. Jubiläum des Museums, hatte es einen Besucherrekord gegeben. Mehr als 3,2 Millionen Menschen kamen in den Prado. Für das laufende Jahr rechnen die Verantwortlichen jedoch nach Angaben von Ende April mit Mindereinnahmen in Höhe von etwa 70 Prozent. 2018 lagen die Einnahmen bei knapp 47 Millionen Euro.

Menschen gehen neben einem Eingang zum Prado-Museum eine Treppe hinauf.
Menschen gehen neben einem Eingang zum Prado-Museum eine Treppe hinauf.  © DPA/Ricardo Rubio/Europa Press

Update, 6. Juni, 14.50 Uhr: FC Kopenhagen hofft auf Ligaspiele mit mehr als 10.000 Zuschauern

21 mal 500 Zuschauer macht halbwegs volle Ränge: Der dänische Europa-League-Club FC Kopenhagen will mit der Einteilung seines Stadions in einzelne Abschnitte mehr als 10.000 Fußballfans auf die Tribünen bringen. Der Verein hat sich überlegt, das Stadion in 21 Teilbereiche einzuteilen, in denen je 500 Sitzplatzzuschauer bei den FCK-Spielen in der ersten dänischen Liga, der Superliga, dabei sein könnten.

Zu jedem dieser Abschnitte soll es separate Eingänge und unterschiedliche Einlasszeiten geben, um die Gefahr von Coronavirus-Infektionen zu vermeiden, wie der Club am Samstag mitteilte. Eine dadurch mögliche Zahl von 10.500 Zuschauern würde gemäß dem Plan etwas mehr als einem Viertel der gesamten Kapazität des Stadions in der dänischen Hauptstadt entsprechen.

Hintergrund des Vorschlags sind Verhandlungen zwischen der dänischen Regierung und den weiteren Parlamentsparteien, um in einer dritten Phase der Corona-Lockerungen ab Montag unter anderem die Teilnehmergrenze für öffentliche Veranstaltungen anzuheben. 

Die bisherige Grenze von maximal zehn Teilnehmern wird dann voraussichtlich auf 50 erhöht, für bestimmte Veranstaltungen wie Superliga-Spiele sollen bis zu 500 Zuschauer genehmigt werden. Entschieden ist das jedoch noch nicht - Kopenhagens Begegnung gegen Randers am Sonntagabend wird deshalb noch ohne Zuschauer stattfinden.

Zwei Spieler des Lyngby BK stehen während ihres Spiels gegen den FC Kopenhagen vor leeren Zuschauertribünen, die durch Abbilder von Enten besetzt wurden. Die Fußballspiele der dänischen Superliga wurden wieder aufgenommen, aber die Zuschauer dürfen die Stadien nicht betreten.
Zwei Spieler des Lyngby BK stehen während ihres Spiels gegen den FC Kopenhagen vor leeren Zuschauertribünen, die durch Abbilder von Enten besetzt wurden. Die Fußballspiele der dänischen Superliga wurden wieder aufgenommen, aber die Zuschauer dürfen die Stadien nicht betreten.  © dpa/Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix/AP

Update, 6. Juni, 14.30 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen des RKI

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 407 weitere Infektionen. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 183.678 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 6. Juni, 0 Uhr). Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete bereits 185.416 Corona-Fälle für Deutschland.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8646 (JHU: 8666) nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 33. 

Seit den ersten im Januar erfassten Nachweisen seien dem RKI drei Covid-19-Todesfälle bei unter 20-Jährigen übermittelt worden, hieß es. "Die verstorbenen Personen waren im Alter zwischen 3 und 18 Jahren, alle hatten Vorerkrankungen." 

Etwa 168.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind rund 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, bleibt nach aktuellsten RKI-Angaben unter der kritischen Marke von 1,0, nämlich bei 0,87. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Vortag hatte er bei 0,68 gelegen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,89 (Vortag: 0,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

In den letzten 7 Tagen wurden aus 125 Kreisen keine Fälle übermittelt. Insgesamt werden Werte aus rund 400 Landkreisen erfasst.

Eine Illustration des neuartigen Coronavirus.
Eine Illustration des neuartigen Coronavirus.  © dpa/Uncredited/Centers for Disease Control and Prevention/AP

Update, 6. Juni, 14.07 Uhr: Ungarn hebt Reisebeschränkungen gegenüber Deutschland auf

Ungarn hebt alle Beschränkungen im Personenverkehr mit Deutschland auf, die das mitteleuropäische Land im März wegen der Corona-Pandemie verhängt hat. Dies gab der ungarische Außenminister Peter Szijjarto am Samstag auf seiner Facebook-Seite bekannt. 

Deutsche Staatsbürger können ab dem morgigen Sonntag, 8 Uhr, ohne Auflagen in Ungarn einreisen. Ungarn, die aus Deutschland zurückkehren, brauchen sich nicht mehr einer 14-tägigen Heimquarantäne zu unterziehen.

Mitte März hatte Ungarn ein Einreiseverbot für alle Ausländer verhängt. Ausgenommen waren lediglich EU-Bürger mit festem Wohnsitz in Ungarn sowie Lastwagenfahrer, Diplomaten und Transitreisende. Vor einem Monat gewährte das Land Geschäftsreisenden aus Deutschland und sechs weiteren Ländern die Einreise ohne Auflagen. Österreicher, Tschechen und Slowaken dürfen seit Freitag uneingeschränkt nach Ungarn reisen, Slowenen und Serben seit etwas längerer Zeit. 

Update, 6. Juni, 14.02 Uhr: Experten warnen vor zweiter Infektionswelle in Großbritannien

Führende Ärzte und Wissenschaftler haben die britische Regierung eindringlich dazu aufgerufen, das Land auf eine mögliche zweite Infektionswelle im Winter vorzubereiten. Großbritannien gehöre zu den Ländern mit den höchsten Todesraten, betonten die Experten in einem im "Guardian" veröffentlichten Schreiben. 

"Besonders schlimm sind die Armen und bestimmte ethnische Minderheiten betroffen." Zu den 27 Unterzeichnern gehört auch der Mediziner Anthony Costello, der früher Spitzenbeamter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war.

Nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums sind bereits mehr als 40.000 Corona-Infizierte gestorben - kein anderes Land in Europa verzeichnet so viele Opfer. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Angesichts der Lage im Land halten viele von ihnen die Lockerung von Maßnahmen gegen die Pandemie für verfrüht. So wurde am Samstag wieder die Öffnung von Schulen für einige Jahrgangsstufen kritisiert.

Die Regierung in London steht seit Wochen in der Kritik, zu spät und falsch auf die Pandemie reagiert zu haben. 

Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) ist chronisch unterfinanziert. Es mangelt an Ärzten, Pflegepersonal, Schutzausrüstungen und Tests. Jeder Landesteil - England, Schottland, Wales und Nordirland - hat eigene Maßnahmen gegen die Corona-Krise.

Boris Johnson (M.,Pult,l.), Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus bei den "Prime Ministers Questions" (Fragen an den Premierminister).
Boris Johnson (M.,Pult,l.), Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus bei den "Prime Ministers Questions" (Fragen an den Premierminister).  © dpa/House Of Commons/PA Wire

Update, 6. Juni, 13.55 Uhr: Tuifly-Belegschaft attackiert Management

Vor den Verhandlungen über den geplanten Stellenabbau bei der Tui-Airline Tuifly bahnt sich ein heftiger Konflikt zwischen Belegschaft und Unternehmensführung an. "Den Plänen des Managements, massenhaft Personal freizusetzen, werden wir gemeinsam mit allen Mitteln entgegentreten und für jeden einzelnen Arbeitsplatz, egal an welcher Stelle unseres Unternehmens, kämpfen", heißt es in einem internen Brief eines Krisenstabs der Arbeitnehmervertreter von Tuifly. 

Das Schreiben ist unter anderem unterzeichnet von Betriebsräten sowie Mitgliedern der Gewerkschaften Verdi und Vereinigung Cockpit.

Am gestrigen Freitag war bekanntgeworden, dass die Fluggesellschaft künftig auf etwa die Hälfte ihrer Jets verzichten und mindestens drei Basen dichtmachen will. Hunderte weitere Stellen im Tui-Konzern könnten dabei abgebaut werden. Tui-Chef Fritz Joussen hatte die Mitarbeiter bereits über Eckdaten der Kürzungspläne informiert.

Tourismus und Luftverkehr gehören zu den am schwersten von der Corona-Pandemie getroffenen Branchen, Tui erhielt bereits einen staatlichen Hilfskredit über 1,8 Milliarden Euro. 

Eine Maschine von Tuifly hebt in Malta ab.
Eine Maschine von Tuifly hebt in Malta ab.  © 123RF/Gordon Zammit

Update, 6. Juni, 13.20 Uhr: Kabinettsvorlage: 20 Prozent der Schüler sollen Tablets leihen können

Die angekündigte Anschaffung von 300.000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg nimmt konkrete Gestalt an. Am Dienstag soll sich das grün-schwarze Kabinett mit einer Vorlage aus dem Kultusministerium befassen, die das Ziel hat, für insgesamt 130 Millionen Euro Geräte kaufen zu können. 

Die Summe teilen sich Bund und Land. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: "Das bedeutet, dass für etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg Leihgeräte zur Verfügung stehen werden."

In der Kabinettsvorlage heißt es: "Zwar ist in den Schulen der Unterricht wieder schrittweise gestartet, an einen normalen Regelbetrieb mit Präsenzunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern ist wegen der Abstands- und Hygieneregeln infolge der Corona-Pandemie aber derzeit noch nicht zu denken." 

Daher sollen die Bedingungen für den Fernunterricht verbessert werden. Es dürfe nicht sein, dass ein Kind sein Schulziel nicht oder nur schwer erreiche, weil es nicht die nötige technische Ausstattung habe. Geplant sei, dass die Schulträger, also die Kommunen, "zügig" in die Geräte investieren könnten, um sie dann an Schüler verleihen zu können.

Davon sollen sowohl die Schüler an öffentlichen wie auch an privaten Schulen profitieren. Das Geld soll den Schulträgern einmalig zur Verfügung gestellt werden. Für Folgekosten wie Reparaturen und Wartungen kommt das Land aber ausdrücklich nicht auf.

Bildungsexperten und Lehrerverbände hatten seit der Schulschließungen wegen des Coronavirus Mitte März davor gewarnt, dass bestimmte Schüler abgehängt werden könnten, wenn zu Hause keine Geräte wie Laptops oder Tablets vorhanden seien oder wenn Eltern sie nicht genügend in der außergewöhnlichen Lernsituation unterstützten.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, r), und Innenminister Thomas Strobl (CDU, l) sitzen im Landtag von Baden-Württemberg im Kabinettssaal. (Archivbild)
Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, r), und Innenminister Thomas Strobl (CDU, l) sitzen im Landtag von Baden-Württemberg im Kabinettssaal. (Archivbild)  © dpa/Marijan Murat

Update, 6. Juni, 13.10 Uhr: Weitere Lockerungen trotz Anstiegs der Corona-Infektionszahlen im Iran

Trotz ansteigender Infektionszahlen im Iran will Präsident Hassan Ruhani weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen vornehmen. 

"Es bleibt uns nichts anderes übrig, als gleichzeitig mit dem Kampf gegen die Pandemie den Menschen auch die Aufnahme ihrer Arbeit zu ermöglichen", sagte Ruhani am Samstag. Daher sollen ab Mitte Juni auch Kitas und Kinos wieder öffnen, eingeschränkt und unter Beachtung von Hygieneauflagen. Konzerte sollen ebenfalls wieder möglich sein. Auch die Moscheen sollten aufmachen, Freitagsgebete wieder veranstaltet werden, kündigte Ruhani auf seiner Webseite an.

Hassan Ruhani, Präsident des Iran.
Hassan Ruhani, Präsident des Iran.  © dpa/---/Iranian Presidency

Update, 6. Juni, 13 Uhr: Corona-Infektionen in Vorpommern erwartbar

Die bislang bekannten insgesamt acht neuen Corona-Infektionen im Umfeld der katholischen Kirche in Vorpommern gehören nach Ansicht des Rostocker Tropenmediziners Emil Reisinger zu den erwartbaren kleineren Ausbrüchen der Krankheit. Dabei handelt es sich um bestimmte Risikogruppen in Altenheimen, Kliniken, Arztpraxen, Restaurants oder eben auch Kirchengemeinden, wie Reisinger am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Überall dort, wo Menschen eng zusammen sind, können solche Infektionsgeschehen ablaufen.

Nach verschiedenen Gottesdiensten in Vorpommern über Pfingsten waren am Freitag acht Personen positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet worden, darunter ein Priester und ein ehrenamtlich tätiger Mann. Ein Sprecher des Erzbistums Berlin hatte betont, dass die Abstandsregeln eingehalten worden seien. Es handelte sich um drei Gottesdienste in Stralsund, Grimmen und Demmin am Pfingstsonntag mit 120 Gläubigen.

Unter Beobachtung der Behörden sei auch ein Fest-Gottesdienst zur Verabschiedung eines anderen Priesters am Montag in Stralsund mit möglicherweise 250 Personen, sagte der Sprecher der Landkreis Vorpommern-Rügen, Olaf Manzke, am heutigen Samstag. Derzeit seien mehr als 40 Mitarbeiter der Verwaltung dabei, die Kontakte aller Gottesdienst-Besucher nachzuvollziehen.

Wie Reisinger weiter sagte, seien kleinere Ausbrüche auch in den kommenden Wochen möglich. Es sei weiter denkbar, dass unter den 120 bisher getesteten Personen in Vorpommern der ein oder andere weitere positive Fall auftrete. Es bleibe wichtig, die Kontakte aller Beteiligten nachzuvollziehen, sonst bestehe die Gefahr eines Schneeball-Effekts.

Ersten Erkenntnissen nach steckten sich alle Betroffenen bei Gottesdiensten an.
Ersten Erkenntnissen nach steckten sich alle Betroffenen bei Gottesdiensten an.  © dpa/Christian Charisius/dpa

Update, 6. Juni, 12.46 Uhr: THW Kiel rechnet mit schwarzer Null trotz Corona-Krise

Handball-Meister THW Kiel hofft, mit einer schwarzen Null aus der Corona-Krise zu kommen. "Wir glauben, dass am Ende nur 20 bis 30 Prozent der Ticketerlöse und der Einnahmen aus Sponsorengeldern zurückgefordert werden. Unsere großen Sponsoren haben alle sehr schnell auf Rückerstattungen verzichtet", sagte der THW-Aufsichtsratsvorsitzende Marc Weinstock den "Kieler Nachrichten" (Samstag-Ausgabe). 

Aus dem Ticketverkauf nimmt der Verein rund fünf Millionen Euro ein. Eingespart hat der THW einen Großteil an Kosten durch die Kurzarbeit-Regelung. Einnahmen gab es aus dem Verkauf der Atemmasken mit dem THW-Logo und durch 2000 verkaufte Tickets für ein virtuelles Spiel. Deshalb glaubt Weinstock, dass der THW "am Ende mit einer schwarzen Null aus der Saison" gehen werde "und gar kein materieller Schaden entstanden ist".

Normalweise hätte der THW die Saison als Meister mit einem Gewinn von rund 100.000 Euro abgeschlossen, betonte Weinstock. Bei einem möglichen Triumph in der Champions League oder dem DHB-Pokal wären die Einnahmen ohne Corona-Stopp noch höher ausgefallen.

In der kommenden Saison plant der Verein mit dem Verzicht seiner Spieler auf einen Teil des Gehalts. Die Höhe ist laut Aufsichtsratsmitglied Sven Fricke derzeit nicht zu beziffern. Geisterspiele sieht der Aufsichtsrat des THW nicht als probates Mittel an. Zwar würde jede Partie ohne Zuschauer den Meister "zwischen 100.000 und 150.000 Euro kosten", sagte Weinstock. "Das klingt vielleicht nicht dramatisch. Aber wir verlieren zugleich eine Fan- und eine Sponsorenkultur."

Weinstock rechnet mit dem Saisonstart erst im Januar. "Je später wir starten, desto kleiner wird der Schaden", sagte er. Unter Einhaltung der Abstandsregel könnten rund 3000 Zuschauer in der 10.285 Plätze bietenden Arena Einlass finden. "Wenn es uns nicht gelingt, die Hallen wieder zu füllen, werden der Handball und andere Sportarten und Veranstaltungen existenzielle Probleme bekommen."

Die Spieler des THW Kiel stehen nach der Ehrung zum deutschen Handballmeister mit Abstand und Mund-Nase-Schutz auf einem Podest.
Die Spieler des THW Kiel stehen nach der Ehrung zum deutschen Handballmeister mit Abstand und Mund-Nase-Schutz auf einem Podest.  © dpa/Frank Molter

Update, 6. Juni, 12.42 Uhr: Keine Fußball-Saison 2020/21 in Bayern

In Bayern gibt es keine Fußball-Saison 2020/21. Zu dieser einstimmigen Entscheidung ist die vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) eingesetzte Arbeitsgruppe zum Spielbetrieb in der Coronavirus-Pandemie gekommen, wie der BFV am Samstag mitteilte.

Die Spielzeit bei Herren und Frauen könne aus zeitlichen Gründen und wegen fehlender Spieltermine nicht stattfinden. Die Arbeitsgruppe hat zudem vorgeschlagen, die aktuell wegen der Corona-Krise ausgesetzte Spielzeit 2019/20 bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern. Der BFV-Vorstand hat diesen Vorschlag bereits bestätigt. 

Wie im Jugendbereich verfahren wird, soll in Kürze mitgeteilt werden.

Titelfoto: dpa/Bodo Schackow

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