Coronavirus: "Fünf nach Zwölf": Intensivmediziner schlagen bei Politikern Alarm

Deutschland/Welt - Deutschland verharrt mindestens bis zum 18. April im Lockdown. Weiterhin sollen die Menschen in Deutschland die Zahl ihrer Kontakte möglichst gering halten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 3,06 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,72 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein. Insgesamt 79.234 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 14. April, 22.25 Uhr).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 153,2 (Stand 14. April, 3.09 Uhr).

Weltweit gibt es 137,84 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 2,96 Millionen Todesfälle (Stand 14. April, 22.25 Uhr).

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Update, 15. April, 7 Uhr: SPD-Politiker will Kindern die Bewegung zurückgeben: "Sport im Freien ist kein Infektionstreiber"

Der SPD-Politiker Mahmut Özdemir (33) fordert eine Herausnahme des Sports im Freien und kontaktlosen Sport für Kinder und Jugendliche von der geplanten Corona-Notbremse ohne Alterslimit.

"Wenn Kinder in der Kita und Schule Hygieneregeln einzuhalten haben, kann man es ihnen auch beibringen, wie sie kontaktlos Sport betreiben können", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr Informationen findet Ihr in unserem TAG24-Artikel: "SPD-Politiker will Kindern die Bewegung zurückgeben"

Der SPD-Politiker Mahmut Özdemir (33).
Der SPD-Politiker Mahmut Özdemir (33).  © Fabian Sommer/dpa

Update, 15. April, 6 Uhr: Hotelkette Maritim peilt "Notverkäufe" an

Wegen knapper Kassen in der Coronakrise sieht sich die Hotelkette Maritim gezwungen, sich von einem Teil ihrer Standorte zu trennen.

Man habe in Pandemiezeiten einen Liquiditätsverlust von 140 Millionen Euro verkraften müssen, teilte das Unternehmen aus Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen auf Anfrage mit.

"Obwohl wir vor der Pandemie über hohe Liquiditätsreserven verfügt haben, müssen wir nun über Hotel-Notverkäufe unser Überleben sichern", erklärte die Inhaberin des Familienunternehmens, Monika Gommolla. Einzelheiten zu diesen Verkäufen nannte sie nicht.

Staatliche Hilfen seien nahezu ausgeblieben, es seien bisher nur zwei Millionen Euro ausgezahlt worden. "Dies erweckt den Eindruck, dass der größere Mittelstand in den betroffenen Branchen sich selbst überlassen und so kaputt gemacht wird", sagte die Firmeninhaberin.

"Die Lage für die Hotellerie ist sehr ernst, so kann es nicht weitergehen."

Wegen knapper Kassen in der Coronakrise sieht sich die Hotelkette Maritim gezwungen, sich von einem Teil ihrer Standorte zu trennen.
Wegen knapper Kassen in der Coronakrise sieht sich die Hotelkette Maritim gezwungen, sich von einem Teil ihrer Standorte zu trennen.  © Oliver Berg/dpa

Update, 15. April, 4.50 Uhr: Nationale Sicherheit: London hält Zahlen über Impfstoffexporte zurück

Unter Verweis auf die nationale Sicherheit verzögert die britische Regierung Angaben zu Impfstoffexporten.

In einem Schreiben an die Deutsche Presse-Agentur betonte das Außenministerium in London, die Informationen seien vorhanden. Zunächst müsse aber geprüft werden, ob es im öffentlichen Interesse liege, sie zu veröffentlichen. Eine Antwort könne daher frühestens im Mai erfolgen.

Die dpa hatte in einem sogenannten Freedom of Information Request um Auskunft gebeten, wie viele Impfstoffdosen aus Großbritannien bis zum 10. März exportiert wurden und in welche Länder sie gingen. Diese Anfragen müssen in der Regel innerhalb von 20 Werktagen beantwortet werden.

Update, 15. April, 3.30 Uhr: Zweite Corona-Welle trifft Argentinien, Regierung verhängt Lockdown

Angesichts der zweiten Welle der Corona-Pandemie in Argentinien hat die Regierung in Buenos Aires für große Teile des südamerikanischen Landes wieder strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt.

Im Großraum Buenos Aires gilt ab Freitag von 20 Uhr bis 6 Uhr eine Ausgangssperre, wie Präsident Alberto Fernández am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Ausgenommen sind lediglich Arbeiter in essenziellen Sektoren. Alle sozialen, sportlichen, kulturellen und religiösen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen werden untersagt. Schulen und Kindergärten schließen bis Ende April.

Update, 15. April, 2 Uhr: Intensivmediziner: Keine Zeit zu diskutieren - "Fünf nach zwölf"

Deutschlands Intensivmediziner fordern von der Politik sofort harte Corona-Schutzmaßnahmen.

"Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren", warnte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, im "Tagesspiegel" (Donnerstag).

Der frühere Präsident der Vereinigung, Uwe Janssens (61), sagte an die Politik gewandt im Fernsehsender Phoenix: "Wir haben fünf nach zwölf, ihr müsst jetzt handeln, es muss jetzt eine Strategie verfolgt werden, die bundesweit einheitlich gilt."

Wären die vor Wochen beschlossenen Maßnahmen flächendeckend umgesetzt worden, hätte man die aktuelle Entwicklung mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen noch abschwächen können. Karagiannidis sagte, den Tod seien Intensivmediziner zwar gewohnt - "aber so etwas hat es noch nicht gegeben".

Wenn das geplante Bundesgesetz erst Ende April beschlossen werde, werde die Patientenzahl auf 7000 steigen, hatte der jetzige Divi-Präsident Gernot Marx bereits prognostiziert. "Wir reden über sehr viele schwere Erkrankungen und über viele Menschen, die das nicht überleben werden", sagte er.

Der frühere Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung, Uwe Janssens (61).
Der frühere Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung, Uwe Janssens (61).  © Michael Sohn/POOL AP/dpa

Update, 15. April, 1 Uhr: Deutsche trotzen Pandemie laut Umfrage mit positiver Einstellung

Die Deutschen bleiben einer Umfrage zufolge trotz mehr als einjähriger Corona-Pandemie zuversichtlich und blicken optimistisch in die Zukunft.

Das Opaschowski Institut für Zukunftsfragen hatte hierfür zu drei Zeitpunkten der Pandemie jeweils 1000 Personen ab 14 Jahren befragt. "Bei einem Großteil der Bevölkerung überwiegt nach wie vor die positive
Einstellung zum Leben", sagte Horst Opaschowski dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag).

Männer und Ostdeutsche sind demnach bei der letzten Befragung
im Februar/März mit jeweils 88 Prozent etwas optimistischer
als Frauen und Westdeutsche (jeweils 86). Junge Leute im Alter von
14 bis 24 Jahren sind mit 91 Prozent gegenüber den über
80-Jährigen (74) besonders zukunftsfreudig.

Update, 14. April, 23.50 Uhr: Johnson & Johnson-Impfstopp in den USA: Beratergremium vertagt sich

Nach der vorübergehenden Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson in den USA hat sich ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC dafür ausgesprochen, vor einer Empfehlung zum weiteren Vorgehen zunächst mehr Informationen zu sammeln.

Das entschieden die Mitglieder des Gremiums am Mittwoch nach stundenlanger Diskussion bei einem kurzfristig angesetzten Notfalltreffen. In etwa einer Woche solle es ein weiteres Treffen geben, hieß es.

Die CDC und die Arzneimittelbehörde FDA hatten am Dienstag eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfohlen, nachdem in den USA in diesem Zusammenhang sechs Fälle von Sinusvenenthrombosen erfasst worden waren.

Die Aussetzung sei aus einem "Übermaß an Vorsicht" empfohlen worden, hieß es. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson verzögerte daraufhin den Marktstart seines Impfstoffs in Europa und setzte auch alle derzeit laufenden Studien mit Impfungen mit dem Wirkstoff vorübergehend aus.

Bislang wurden nach aktualisierten Angaben mehr als 7,2 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt. Bei 6 Frauen zwischen 18 und 48 Jahren war es den Behörden zufolge zwischen 6 und 13 Tagen nach der Impfung zu Sinusvenenthrombosen gekommen. In drei Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen, gemeldet worden. Eine Frau starb.

Update, 14. April, 22.20 Uhr: Bundestag debattiert über Nachtragshaushalt mit neuen Corona-Schulden

Der Bundestag debattiert am Donnerstag (9.10 Uhr) darüber, ob Finanzminister Olaf Scholz (62, SPD) wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr noch mehr Schulden aufnehmen darf als ursprünglich geplant.

Scholz hat einen Nachtragshaushalt vorgelegt, in dem vor allem mehr Geld für Unternehmenshilfen und Gesundheitspolitik vorgesehen sind. Zugleich muss er niedrigere Steuereinnahmen ausgleichen. Deshalb will der Vizekanzler 60,4 Milliarden Euro mehr an Krediten aufnehmen als der Bundestag bisher genehmigt hat. Insgesamt stünde für 2021 dann eine Rekordverschuldung von 240,2 Milliarden Euro zu Buche.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (62, SPD) müssen Deutschland gemeinsam durch die Corona-Krise führen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (62, SPD) müssen Deutschland gemeinsam durch die Corona-Krise führen.  © John Macdougall/AFP POOL/dpa

Update, 14. April, 21.08 Uhr: In England sollen flächendeckend "Long-Covid"-Zentren entstehen

In England sollen flächendeckend Zentren zur Behandlung von Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung (Long Covid) geschaffen werden.

Das kündigte der Chef des englischen Gesundheitsdiensts NHS, Simon Stevens, am Mittwoch an. Bis Ende des Monats solle es bereits 83 solcher Zentren in ganz England geben. Unter Long Covid oder Post Covid werden Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung verstanden, die auch Menschen mit zunächst nur leichten Symptomen betreffen können. Unter anderem gehören dazu Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Schmerzen in der Brust und Konzentrationsprobleme.

Update, 14. April, 20.40 Uhr: Italien will mit Verteilung von Johnson & Johnson-Vakzin warten

Italien hat die Lieferungen des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson vorerst eingelagert und will mit der Verteilung auf die Entscheidung der Arzneimittelbehörden EMA und Aifa warten.

Das bestätigte das Büro des Außerordentlichen Kommissars für den Corona-Notfall am Mittwochabend. "Ich glaube, dass sie sich in den kommenden zwei bis drei Tagen äußern werden, und wir werden die Vorschriften respektieren", erklärte Kommissar Francesco Figliuolo nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in Turin.

Titelfoto: Michael Sohn/POOL AP/dpa

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