Coronavirus: Krise lässt deutsche Bruttolöhne sinken

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.
Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 218.508 Infektionen bestätigt. 9203 Corona-Patienten starben an der Infektion, 197.382 gelten mittlerweile als genesen (Stand 11. August, 7 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 5,09 Millionen Infizierte und 163.462 Tote wurden bereits erfasst (Stand 11. August, 7 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 20,02 Millionen bestätigte Infektionen und 736.191 Todesfälle (Stand 11. August, 7 Uhr).

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Update, 11. August, 9.28 Uhr: Corona lässt auch Bruttolöhne sinken

Die Corona-Krise hat sich im zweiten Quartal auch auf die Bruttoverdienste der Beschäftigten in Deutschland ausgewirkt. Vor allem der verbreitete Einsatz von Kurzarbeit und die damit verbundenen geringeren Arbeitszeiten (-4,7 Prozent) drückten auf die Bruttoeinkommen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. Die Einkommen sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,2 Prozent.

Allerdings glich das Kurzarbeitergeld für die Betroffenen einen Großteil der Einkommensverluste netto wieder aus. Auf die Arbeitsstunde gerechnet waren die Bruttoverdienste im zweiten Quartal sogar 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Besonders stark betroffen von den Einkommensrückgängen waren die Wirtschaftszweige Beherbergung (-18 Prozent), Herstellung von Kraftwagen (-17 Prozent) und Reisebüros (-15 Prozent). Hier gingen die Arbeitszeiten weit überdurchschnittlich zurück. Weitere betroffene Branchen sind laut Statistikamt die Luftfahrt, die Gastronomie und der Einzelhandel.

Covid-19 hat sich laut Statistischem Bundesamt negativ auf die deutschen Bruttolöhne ausgewirkt.
Covid-19 hat sich laut Statistischem Bundesamt negativ auf die deutschen Bruttolöhne ausgewirkt.  © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 11. August, 8.19 Uhr: Corona trifft Singapurs Wirtschaft härter als bisher gedacht

Die Wirtschaft des asiatischen Stadtstaates Singapur ist von der Corona-Krise härter getroffen worden als bisher gedacht. Im zweiten Quartal sei die Wirtschaftsleistung um 13,2 Prozent im Jahresvergleich gesunken, teilte das Handelsministerium am Dienstag mit. In einer ersten Erhebung war für die Monate April bis Juni nur ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 12,6 Prozent im Jahresvergleich gemeldet worden.

Auf das Jahr hochgerechnet sei die Wirtschaft des Stadtstaates und wichtigen Finanzzentrums im zweiten Quartal um 42,9 Prozent eingebrochen, hieß es weiter. Annualisierte Daten geben an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Tempo ein Jahr lang anhielte.

Nach dem Einbruch im zweiten Quartal ist nach Einschätzung der Regierung nicht mit einer schnellen Erholung zu rechnen. "Die Wirtschaftserholung wird noch einige Zeit dauern", sagte Chan Chun Sin, Minister für Handel und Industrie. Eine neue Infektionswelle in der Corona-Krise und eine damit verbundene weitere Störung der Wirtschaft in Singapur könnten nicht ausgeschlossen werden.

Ein Feuerwerk erleuchtet während der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag den Himmel über der Stadt. Singapur feiert den 55. Jahrestag der Unabhängigkeit.
Ein Feuerwerk erleuchtet während der Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag den Himmel über der Stadt. Singapur feiert den 55. Jahrestag der Unabhängigkeit.  © Then Chih Wey/XinHua/dpa

Update, 11. August, 8.07 Uhr: Zalando verdient in Corona-Krise deutlich mehr

Der Modehändler Zalando hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Der Nettogewinn stieg von 45,5 Millionen auf 122,6 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wurde mit 211,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Zalando profitierte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von deutlich mehr Bestellungen der Kunden über das Internet. Der Umsatz stieg daher um 27,4 Prozent auf gut 2 Milliarden Euro. Die Prognose für 2020 bekräftigte das Unternehmen.

Update, 11. August, 7.36 Uhr: Pandemie von 1917 beendete laut Trump den Zweiten Weltkrieg

US-Präsident Donald Trump hat mit einer gleich mehrfach falschen Behauptung einen historischen Bezug zu Covid-19 hergestellt. Trump versprach sich vermutlich, als er am Montag bei einer Pressekonferenz sagte: "1917, so heißt es, war die große Pandemie sicherlich eine schreckliche Sache, bei der sie zwischen 50 und 100 Millionen Menschen verloren haben - sie beendete wahrscheinlich den Zweiten Weltkrieg, alle Soldaten waren krank."

Die Aussage Trumps ist nicht nur deswegen falsch, weil er sich auf den Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 zu beziehen scheint, sondern auch, weil die Spanische Grippe erst im Jahr 1918 ausbrach.

Tatsächlich befiel die Seuche aber zahlreiche Soldaten auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges. Der Zweite Weltkrieg folgte erst mehr als 20 Jahre später - die Pandemie war da schon lange vorbei. In den sozialen Netzwerken hagelte es jede Menge Spott.

Update, 11. August, 6.43 Uhr: 966 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen.

Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen - erstmals seit Anfang Mai wieder. Am Sonntag- und Montagmorgen liegen die Meldezahlen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen aber klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht: "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", hatte der CDU-Politiker gesagt. "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen."

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz zum aktuellen Infektionsgeschehen und zur nationalen Teststrategie in der Bekämpfung der Corona-Pandemie.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz zum aktuellen Infektionsgeschehen und zur nationalen Teststrategie in der Bekämpfung der Corona-Pandemie.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 11. August, 5.50 Uhr: JU-Chef Kuban gegen Maskenpflicht im Unterricht

Der Chef der Jungen Union, Tilman Kuban, hat Forderungen nach einer Maskenpflicht während des Unterrichts in weiteren Bundesländern kritisiert. "Es ist schwer zu vermitteln, dass man im Restaurant ohne Maske sitzen darf, aber Schüler in der Schule sechs Stunden und länger Maske tragen sollen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstag).

Derzeit ist Nordrhein-Westfalen, wo an diesem Mittwoch die Schule wieder beginnt, das einzige Bundesland mit einer solchen Regelung.

Angesichts der unterschiedlichen Vorgehensweisen in den Ländern forderte Kuban ein grundsätzliches Umdenken. Der Bund brauche klare Kompetenzen, um einen "groben Rahmen" vorgeben zu können. "Die Länder und Kommunen können diesen dann in Hotspot-Regionen anpassen."

Er kritisierte auch: "Wir haben elf Millionen Schüler weitestgehend ohne echte digitale Bildungsangebote nach Hause geschickt und erleben jetzt ein ziemliches Schulchaos. Als das Land der Dichter und Denker dürfen wir die Digitalisierung der Schulen nicht länger verschlafen."

Auch Jürgen Böhm, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer, sieht eine Maskenpflicht kritisch. "Aus meiner Sicht ist eine Maskenpflicht vor allem im Sprachunterricht problematisch", sagte er dem RND. "Die Qualität des Unterrichts wäre doch eingeschränkt und die Gefahr, missverstanden zu werden, groß." Zudem leide der soziale Austausch. Die Masken müssten Bestandteil der Hygienepläne sein, dürften im Unterricht aber nicht zur Regel werden.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hatte sich dagegen für eine Maskenpflicht auch im Klassenzimmer ausgesprochen. In Nordrhein-Westfalen, wo für rund 2,5 Millionen Schüler das neue Schuljahr beginnt, ist genau das für Schüler ab der fünften Klasse geplant - vorerst bis Ende August.

Update, 11. August, 2.30 Uhr: US-Forscher - Schon mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist innerhalb von weniger als drei Wochen von 15 Millionen auf über 20 Millionen gestiegen. Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Etwa die Hälfte der bestätigten Infektionen entfielen demnach auf nur drei Länder: die USA mit mehr als fünf Millionen Infektionen, Brasilien mit über drei Millionen und gut zwei Millionen in Indien.

Die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen stand Ende Juni noch bei zehn Millionen und hat sich damit innerhalb von rund sechs Wochen verdoppelt. Neben den am meisten betroffenen Staaten breitete sich die Coronavirus-Pandemie auch in Russland, Südafrika, Mexiko und mehreren Ländern Südamerikas weiter rasch aus.

Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang mehr als 730.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Opfer stieg zuletzt unter anderem infolge besserer Behandlungsmöglichkeiten deutlich langsamer an als die Zahl der Neuinfektionen. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen lebensgefährlich sein kann.

Das weltweit nach absoluten Zahlen am schlimmsten betroffene Land waren die USA. Dort gibt es neben den meisten bestätigten Infektionen mit mehr als 163.000 Opfern auch die meisten Todesfälle. An zweiter Stelle folgt Brasilien mit über 100.000 Toten.

Die Webseite der Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher meist einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

Laut WHO gab es bis Montag 19,7 Millionen bestätigte Infektionen und 728.000 Todesfälle. Die Pandemie hatte um den Jahreswechsel in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan begonnen.

Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist laut Universität Johns Hopkins auf über 20 Millionen gestiegen. (Symbolbild)
Die Zahl der weltweit bekannten Corona-Infektionen ist laut Universität Johns Hopkins auf über 20 Millionen gestiegen. (Symbolbild)  © Kateryna Kon/123RF

Update, 10. August, 22.20 Uhr: Dow zurück auf höchstem Stand seit Ende Februar

Der US-Leitindex Dow hat am Montag seinen höchsten Stand seit mehr als fünf Monaten erreicht. Kurz nach Handelsstart ließ der Wall-Street-Index sein Hoch von Anfang Juni hinter sich und kletterte in Richtung 28.000 Punkte. 

Unterstützung kam von der Aussicht auf weitere Hilfen für die angeschlagene US-Wirtschaft. Zum Handelsschluss ging es für den Dow Jones Industrial dann um 1,30 Prozent auf 27 791,44 Punkte - höchstes Niveau seit dem 25. Februar, bevor die Corona-Panik die Börsen steil auf Talfahrt schickte.

Update, 10. August, 21.38 Uhr: Grüne fordern schnelle Klarheit über Corona-Regeln an Schulen

Die Grünen im Magdeburger Landtag haben schnelle Klarheit über die Corona-Regeln an den sachsen-anhaltischen Schulen nach den Sommerferien gefordert. 

Er erwarte, dass diese bis Anfang nächster Woche für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern herrsche, sagte der bildungspolitische Sprecher Wolfgang Aldag am Montag.

Bildungsminister Marco Tullner (51, CDU) und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (58, SPD) seien aufgefordert, Szenarien vorzubereiten, um Schulschließungen zu vermeiden. Falls das doch nötig sei, müsse der Unterricht in den digitalen Raum verlagert werden können. 

Es gehe darum, Server-Kapazitäten zu schaffen, Online-Lernangebote zu verbinden und auch für Lehrkräfte und Schüler mit besonderem Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, individuelle Lösungen zu erarbeiten, führte der Grünen-Politiker weiter aus.

Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU).
Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU).  © dpa/Ronny Hartmann

Update, 10. August, 21. 20 Uhr: Alkohol-Verkaufseinschränkungen auch kommendes Wochenende

Das nächtliche Außer-Haus-Verkaufsverbot von Alkohol in Hamburgs beliebtesten Ausgehvierteln bleibt auch am kommenden Wochenende bestehen. 

Die Bezirksämter Altona, Hamburg-Mitte und Eimsbüttel werden entsprechende Allgemeinverfügungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verlängern, wie die Bezirke und die für die Bezirke zuständige Wissenschaftsbehörde am Montag mitteilten.

Betroffen sind St. Pauli, das Schanzenviertel sowie Teile Ottensens und Eimsbüttels. Es wäre inzwischen das dritte Wochenende in Folge, an dem der Alkoholverkauf eingeschränkt ist.

Titelfoto: Kateryna Kon/123RF, Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

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