Coronavirus: Mecklenburg-Vorpommern verbietet Osterausflüge an die Ostsee!

Deutschland/Welt - Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Die derzeitige Lage hat drastische Auswirkungen auf das Leben.

In ganz Deutschland sind die Spielplätze gesperrt. 
In ganz Deutschland sind die Spielplätze gesperrt.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Nahezu alle öffentlichen Veranstaltungen und Sportevents sind abgesagt, Schulen und Kitas wurden nach und nach geschlossen.

Mittlerweile gibt es 77.981 bestätigte Infektionen in Deutschland und 896 Todesfälle (Stand 2. April, 10.00 Uhr).

Besonders betroffen sind noch immer die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg.

Die USA brechen unterdessen traurige Rekorde: 208.029 Infizierte (2. April, 10.00 Uhr) - nirgends gibt oder gab es derart viele Fälle. 

Europaweit ist Italien weiterhin tragischer Spitzenreiter mit 110.574 Nachweisen, gefolgt von Spanien mit 104.118 Fällen. Doch auch in Frankreich ist die Zahl mit 56.989 sehr hoch (Stand 2. April, 10.00 Uhr).

Weltweit gibt es über 937.941 bestätigte Fälle und mehr als 45.000 Tote, aber auch gut 193.000 Heilungen (Stand 2. April, 10.00 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.                                                                              

Update, 2. April, 14.41 Uhr: Corona-Bußgeldkatalog im Nordosten beschlossen

Bei Verstößen gegen die Verbote zur Eindämmung des Coronavirus gilt in Mecklenburg-Vorpommern künftig ein Bußgeldkatalog. Die Höhe der Bußgelder reiche bis zu 5000 Euro, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Donnerstag in Schwerin nach einer Kabinettssitzung. 

Update, 2. April, 14.39 Uhr: Medizinstudenten organisieren sich über Freiwilligenbörse

Über eine neu eingerichtete Freiwilligenbörse können Medizinstudenten in der Corona-Krise überlastete Gesundheitsämter unterstützen. Seit Montag laufen die ersten Vermittlungen, wie ein Sprecher des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des
Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) am Donnerstag sagte. Gemeinsam mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) hat sein Verband die Börse unter dem Namen "Medis4ÖGD" ins Leben gerufen.

Seit Mitte März haben sich laut einer Mitteilung bereits mehr als 2000 Studenten registriert. "Die Resonanz ist enorm." Mehr als 100 Ämter hätten bislang Bedarf an zusätzlichem Personal angemeldet.

Das Projekt wird demnach vom Bundesgesundheitsministerium finanziell unterstützt. Die studentischen Helfer sollen in digitalen Schulungen auf ihren Einsatz vorbereitet werden. In den Ämtern können sie beispielsweise die telefonische Ermittlung von Kontaktpersonen übernehmen.

Update, 2. April, 14.37 Uhr: Arbeitgeberantrag für Quarantäne-Entschädigung soll einfacher werden

In der Corona-Krise sollen Arbeitgeber den Entschädigungsantrag für Mitarbeiter in Quarantäne künftig nicht mehr mit der Post schicken müssen. Ab Ende April solle ein "nutzerfreundlicher Online-Antrag" möglich sein, erklärte das Bundesinnenministerium am heutigen Donnerstag in Berlin.

Wer zum Beispiel nach der Reise in ein Risikogebiet, nach Kontakt mit einem Erkrankten oder weil er selbst infiziert ist in Quarantäne muss und nicht arbeiten kann, bekommt eine Entschädigung. Diese müssen nach dem Infektionsschutzgesetz die Betriebe für bis zu sechs Wochen vorstrecken. Sie können sich das Geld aber von den Behörden erstatten lassen.

"Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen ist", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). "Wir digitalisieren jetzt mit Hochdruck zunächst die Leistungsanträge, die für die Menschen und die Unternehmen in dieser Krise wichtig und existenzsichernd sind." 

Bis Ende Januar soll es für den Erstattungsantrag laut Innenministerium eine Minimalvariante geben, die in allen Ländern eingesetzt werden kann. Danach wolle man prüfen, welche anderen Verwaltungsleistungen wegen der Corona-Krise besonders nachgefragt werden und noch nicht nutzerfreundlich online angeboten werden.

Update, 2. April, 14.24 Uhr: Osterausflüge auf Inseln und in Feriengebiete in Mecklenburg-Vorpommern verboten

Die Landesregierung hat Osterausflüge über die nähere Umgebung hinaus in Mecklenburg-Vorpommern verboten. 

Tagesausflüge insbesondere zu den Inseln Rügen, Usedom und Hiddensee, an die Ostseeküste sowie an die Mecklenburgische Seenplatte müssten von Karfeitag bis Ostermontag unterbleiben, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag in Schwerin nach einer Kabinettssitzung.

Das Ostergeschäfte im Tourismus fällt wegen der Corona-Epidemie in diesem Jahr aus.
Das Ostergeschäfte im Tourismus fällt wegen der Corona-Epidemie in diesem Jahr aus.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 2. April, 13.45 Uhr: Olaf Scholz stellt Konjunkturpaket nach Corona-Krise in Aussicht

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Wirtschaft nach der Corona-Krise mit einem Konjunkturpaket wieder ankurbeln - sieht aber auch die Firmen selbst in der Pflicht. Die Unternehmen, die jetzt vom Staat unterstützt würden, dürften diese Solidarität dann nicht vergessen, mahnte er. 

"Wir wollen sicherstellen, dass - wenn wir die Gesundheitskrise bewältigt haben, wenn wir die Arbeitsplätze, die Unternehmen gesichert haben, wenn es wieder aufwärts geht - das auch unterstützt wird mit konjunkturellen Maßnahmen", sagte der Vizekanzler am Donnerstag in Berlin. 

Ziel müsse eine Politik sein, "in der hohe Investitionen eine Rolle spielen und in der der Sozialstaat ausgebaut und nicht zurückgebaut" werde.

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen.  © Michael Kappeler/dpa

Scholz zog eine positive Zwischenbilanz der Hilfen der Bundesregierung. So seien bei der Förderbank KfW nicht nur zahlreiche Unterstützungsanträge eingegangen, der Großteil sei auch schon bewilligt worden. 

Nach Angaben der KfW gab es bisher 2500 Anträge mit 10,6 Milliarden Euro Gesamtvolumen. 

In den meisten Fällen gehe es um Kredite bis zu drei Millionen Euro, für die vereinfachte Bedingungen gelten. Knapp 2100 Anträge seien schon bewilligt, 750 Millionen Euro zugesagt.

Update, 2. April, 13.41 Uhr: Höheres Kurzarbeitergeld für Beschäftigte in Textilen Diensten

Die Beschäftigten der Textilreiniger-Branche bekommen im Fall von Kurzarbeitergeld einen Zuschlag der Arbeitgeber. Die IG Metall habe mit dem Arbeitgeberverband Intex in der Corona-Krise vereinbart, dass die Unternehmen das Kurzarbeitergeld auf mindestens 80 Prozent des Nettolohns aufstocken, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. 

Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten normalerweise 60 Prozent und in Haushalten mit Kindern 67 Prozent des entgangenen Nettoentgelts.

In den tarifgebunden Betrieben der Textilen Dienstleistungen arbeiten bundesweit rund 23 000 Beschäftigte. Sie reinigen unter anderem die Wäsche von Krankenhäusern, Feuerwehren und Rettungsdiensten, der Lebensmittelindustrie und des Einzelhandels.

Update, 2. April, 13.34 Uhr: Portugal verlängert Ausnahmezustand

Im Kampf gegen die Coronavirus-Krise hat Portugal den Ausnahmezustand um weitere zwei Wochen verlängert. Das Parlament in Lissabon billigte am Donnerstag einen entsprechenden Dekretvorschlag von Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa. 

Die zweithöchste Notstandsstufe des Landes war am 18. März erstmals in Demokratie-Zeiten ausgerufen worden und soll nun bis zum 17. April gelten.

Update, 2. April, 13.29 Uhr: Corona schon seit Anfang Februar in Ischgl?

Das Coronavirus hat sich laut einem Experten schon seit Anfang Februar im beliebten und zuletzt in den Fokus geratenen Wintersportort Ischgl ausgebreitet. Franz Allerberger von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) erklärte am Donnerstag in Wien, dass eine Schweizerin als Patient 0 gelte. 

Sie habe das Virus nach Tirol gebracht und dürfte sich selbst am 5. Februar infiziert haben. Positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde sie erst viel später. Die Frau war Mitarbeiterin in einem Après-Ski-Lokal in Ischgl. 

Allerberger erwähnte zudem zwei norwegische Erasmus-Studenten, die ebenfalls schon infiziert gewesen seien, als sie zum Skifahren von Bologna nach Ischgl reisten.

Das Land Tirol war zuletzt wegen seines Krisenmanagements heftig kritisiert worden. Dem Land wird vorgeworfen, den Skibetrieb nicht schnell genug beendet zu haben. 

Eine Apres-Ski-Bar im Touristenort Ischgl
Eine Apres-Ski-Bar im Touristenort Ischgl  © Jakob Gruber/APA/dpa

Vor allem die Après-Ski-Partys mit vielen internationalen Gästen gelten inzwischen als Keimzellen und Verteiler des Virus. Ischgl war dabei besonders in den Fokus geraten.

Allerberger erklärte, dass sich derzeit rund 600 Corona-Infektionen in Österreich auf Ischgl und die umliegenden Gemeinden zurückführen ließen. 

Im Ausland könnte diese Zahl laut Allerberger bis zu zwei Mal so groß sein. 

Update, 2. April, 13.19 Uhr: H&M spricht weltweit mit Mitarbeiter über Kurzarbeit

Die schwedische Modekette H&M spricht wegen der anhaltenden Corona-Krise mit ihren Mitarbeitern in mehreren Ländern über mögliche Kurzarbeit. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus habe eine außergewöhnliche Situation geschaffen, die die H&M-Gruppe zu mehreren schwierigen Beschlüssen zwinge, teilte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mit. 

H&M prüfe derzeit alle Betriebsbereiche, darunter auch das Personal. "Ein Dialog mit Mitarbeitern über vorübergehend verkürzte Arbeitszeiten, die weltweit Zehntausende Mitarbeiter betreffen, ist in mehreren Märkten aufgenommen worden", erklärte die Sprecherin.

Wegen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 stehen viele Einzelhandelsgeschäfte in verschiedenen Ländern leer oder dürfen gar nicht erst öffnen. 

Wie andere bekannte Handelsunternehmen stoppte H&M in Deutschland wegen der angeordneten Ladenschließungen die Mietzahlungen für ihre Filialen, was in der Bundesrepublik auf teils große Kritik stieß. 

Angesichts der Schließung aller Filialen in Deutschland beantragte H&M zudem Kurzarbeitergeld für fast 20 000 Beschäftigte für den Zeitraum vom März bis Mai.

Update, 2. April, 13.10 Uhr: Boris Johnson bekommt mächtig Kritik für Corona-Management

Der britische Premierminister Boris Johnson gerät wegen Mängeln bei der Bekämpfung des Corona-Ausbruchs zunehmend unter Druck. Kritiker werfen der britischen Regierung unter anderem vor, dass viel zu wenig Corona-Tests vorgenommen werden und nach wie vor Tausende Beatmungsgeräte für die Covid-19-Lungenkranken fehlen.

Klinikärzte haben inzwischen auch Anweisungen erhalten, angesichts der knappen Ressourcen künftig zu entscheiden, bei welchen Patienten sich der Einsatz eines Beatmungsgerätes lohnt - und wer nicht beatmet werden kann. 

Der britische Premier-Minister Boris Johnson.
Der britische Premier-Minister Boris Johnson.  © Julian Simmonds/Pool/AP/dpa

Britische Medien - auch konservative - bemängelten auf ihren Titelseiten am Donnerstag einheitlich Strategie-Mängel der Regierung. Die Zeitung "The Independent" titelte etwa "Fragen, aber keine Antworten", die "Times" schrieb über das "Chaos bei Plänen für Virus-Tests" und die "Daily Mail" von einem "Test-Skandal".

Demnach sind beispielsweise von 550 000 Angestellten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) gerade einmal 2000 auf den Corona-Erreger getestet worden. 

Die Statistiken zu den Tests seien eine Demütigung für die Regierungsmitglieder, kommentierten Medien. Professor Paul Cosford, emeritierter ärztlicher Direktor für öffentliche Gesundheit (PHE) in England, kritisierte am Donnerstag im Sender BBC: "Jeder, der darin involviert ist, ist frustriert."

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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