Coronavirus: Mehr als 500 Tote innerhalb eines Tages in Frankreich

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch Monate in Atem halten. Abstand halten und Maske tragen dürften noch die geringeren Hürden bleiben. Denn fast im gesamten November heißt es nun wieder: Lockdown!

Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!
Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!  © Christoph Soeder/dpa

In Deutschland wurden mittlerweile 936.077 Infektionen bestätigt. 14.178 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion oder den Folgen, während 606.327 als genesen gelten (Stand 23. November, 14 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 12,24 Millionen Infizierte und 256.798 Tote wurden bereits erfasst (Stand 23. November, 14 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 58,76 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1.390.003 Todesfälle (Stand 23. November, 14 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

England will Quarantäne für Einreisende aus Risikogebieten verkürzen

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Update, 24. November, 5.13 Uhr: Söder: Bayern zieht Start der Weihnachtsferien vor

Nun ist es endgültig: Bayern zieht wegen der Corona-Pandemie den Start der Weihnachtsferien vor. Letzter Schultag vor Weihnachten ist Freitag, der 18. Dezember.

Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Damit fallen zwei Schultage weg: Ursprünglich wäre der 23. Dezember der erste Ferientag gewesen. Der Abstand zwischen Unterricht und Weihnachten werde so vergrößert, sagte Söder. "Damit verbessern wir die Möglichkeiten, dass die Familien in Bayern das wichtigste Fest des Jahres gesund und unbeschwerter feiern können."

Update, 24. November, 4.41 Uhr: Pflegebevollmächtigter: Heimbewohner sollen über Besuch entscheiden

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, pocht darauf, dass Pflegeeinrichtungen trotz der aktuell hohen Corona-Infektionszahlen weiter Besucher einlassen.

Heimbewohner sollten selbst entscheiden, ob sie Besuch empfangen möchten, sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Wir sollten älteren Menschen in den Pflegeeinrichtungen nicht die Fähigkeit absprechen, ihre eigenen Prioritäten zu setzen. Sie müssen selbst entscheiden, was ihnen wichtiger ist." Es gebe ausreichend medizinische Schutzausrüstung, betonte er. "Da gibt es keinen Mangel mehr."

Update, 24. November, 4.05 Uhr: Lauterbach: Verlängerung der Corona-Beschränkungen zwingend

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verteidigt die geplante Verlängerung und teilweise Verschärfung der staatlichen Corona-Beschränkungen im Alltagsleben. Anders könnten Fallzahlen vor Weihnachten nicht ausreichend gesenkt werden, "also sind Verlängerung und Verschärfung notwendig", sagte er der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag).

Bei der Eindämmung der Pandemie müsse gerade in den Schulen und bei den privaten Treffen mehr erreicht werden. Durchschlagend erfolgreich sei der Teil-Lockdown bisher nicht gewesen. "Die Zahl der Kontakte sollte mit dem Wellenbrecher-Shutdown um 75 Prozent reduziert werden, erreicht wurden schätzungsweise 40 Prozent", sagte Lauterbach.

Zugleich zeigte sich der SPD-Politiker zuversichtlich, dass es im Januar und Februar nicht zu einer gleichzeitigen Welle aus Grippe- und Corona-Erkrankungen kommt. "Wenn die Hygieneregeln gegen das Coronavirus eingehalten werden wird es auch viel weniger Grippeinfektionen geben", sagte Lauterbach.

Für Karl Lauterbach (SPD) gehen die bisherigen Beschränkungen des Teil-Lockdowns noch nicht weit genug.
Für Karl Lauterbach (SPD) gehen die bisherigen Beschränkungen des Teil-Lockdowns noch nicht weit genug.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 24. November, 3.37 Uhr: Lufthygiene-Experten: An Schulen auf langfristige Lösungen setzen

Statt auf mobile Luftreiniger sollten Schulen Experten zufolge besser auf sinnvollere langfristige Lösungen setzen. "Fest installierte Lüftungsanlagen sind auch nach der Corona-Pandemie noch von großem Nutzen", sagte der Präsident des Umweltbundesamtes (Uba), Dirk Messner, der Deutschen Presse-Agentur.

Anders als viele mobile Luftreiniger verursachten sie häufig nur geringe Geräusche im Klassenzimmer und ließen nicht nur die Menge an Krankheitserregern in der Raumluft sinken, sondern auch die an Kohlendioxid und ausgedünsteten Schadstoffen. Kurzfristig stehe ohnehin eine ebenso simple wie hoch effektive Lösung im Vordergrund: regelmäßiges Lüften.

Update, 24. November, 3.11 Uhr: Söder: Verflechtungen zwischen AfD und "Querdenkern" ausleuchten

Aus Sicht von CSU-Chef Markus Söder sollten die Sicherheitsbehörden die Vernetzung zwischen AfD und der sogenannten Querdenker-Bewegung besser ausleuchten, die regelmäßig gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen demonstriert.

Es gelte genau hinzusehen, "welche engen Verbindungen und Verflechtungen es zwischen AfD und Querdenkern gibt", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Passauer Neuen Presse" und dem "Donaukurier". "Natürlich haben wir alle Verständnis und Respekt für die kritischen Fragen derer, die durch Corona in ihrer Existenz bedroht sind. Bei Querdenkern, Rechtsextremen, Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern mit antisemitischem Hintergrund hört die Toleranz aber auf", sagte Söder.

"Gerade die Querdenker entwickeln sich sektenähnlich und isolieren normale Bürger in ihrer Verschwörungsblase. Dabei haben sie ein anderes Verständnis von Staat und Gesellschaft." Auf diese Gruppe und deren Bezug zur AfD sollte der Verfassungsschutz achten, betonte Söder.

Laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) entwickelt sich die "Querdenken"-Bewegung "sektenähnlich".
Laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) entwickelt sich die "Querdenken"-Bewegung "sektenähnlich".  © Stefan Puchner/dpa

Update, 24. November, 2.59 Uhr: Airline Qantas will Impfpflicht für Flugreisende einführen

Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus will Australiens nationale Fluggesellschaft Qantas eine Impfpflicht für ihre Passagiere einführen.

Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, würden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Airline entsprechend angepasst, sagte Qantas-Chef Alan Joyce dem australischen Sender Nine News am Montag. Während man über das weitere Vorgehen bei Inlandsflügen noch nicht entschieden habe, sei die Situation bei Interkontinentalverbindungen klar: "Wir werden von internationalen Reisenden verlangen, dass sie geimpft sind, bevor wir sie an Bord lassen."

Joyce geht nach eigenen Worten davon aus, dass seine Fluggesellschaft damit nicht alleine steht - sondern weltweit ähnliche Regeln eingeführt werden. "Ich glaube, das wird eine normale Sache sein, nach Gesprächen mit meinen Kollegen von anderen Airlines zu urteilen."

Update, 24. November, 2.45 Uhr: Städtetag fordert Corona-Stufenpläne in Schulen

Der Deutsche Städtetag hat sich bei einem wachsenden Infektionsgeschehen für Stufenpläne in Schulen in allen Ländern ausgesprochen. "Für die Städte ist wichtig, dass vor allem im eigenen Bundesland Klarheit herrscht, wann Präsenzunterricht reduziert werden muss", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung der Deutschen Presse-Agentur.

Es mache in vielen Städten Sorge, dass die Infektionen und notwendige Quarantäne-Anordnungen in den Schulen zunehmen. "Die Städte wollen guten Unterricht für junge Menschen auch während der Pandemie", so Jung. "Wir wollen die Schulen so lange es geht offenhalten. Aber wir brauchen auch praxistaugliche Handlungsszenarien, damit Schulen auf hohe Infektionszahlen angemessen reagieren können."

Ein kluger Wechsel zwischen Unterricht in den Schulen und in digitaler Form sei bei besonders hohen Infektionszahlen zumindest für ältere Schülerinnen und Schüler kaum zu vermeiden, sagte er. In einigen Ländern gibt es einen solchen Stufenplan bereits, so kann es in Niedersachsen bei steigenden Infektionszahlen zu Einschränkungen im Präsenzbetrieb kommen. Der Unterricht findet dann in geteilten Klassen abwechselnd in der Schule und als Homeschooling statt.

Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Präsident des Städtetages.
Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Präsident des Städtetages.  © Caroline Seidel/dpa

Update, 24. November, 2.09 Uhr: WHO warnt vor vorschnellen Corona-Lockerungen über Weihnachten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor Lockerungen von Corona-Restriktionen über Weihnachten, wenn Behörden das Infektionsgeschehen nicht voll unter Kontrolle haben.

"Wenn sich Menschen untereinander anstecken und wenn ein Land nicht die nötige Infrastruktur hat, um Fälle zu verfolgen und Kontakte zu isolieren und in Quarantäne zu schicken, dann wird eine Lockerung zu stärkeren Ansteckungen führen", sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Montagabend in Genf.

Regierungen müssten sich im Klaren sein, dass sie nur Risiken abwägen könnten. Eine wissenschaftliche Formel, welche Lockerungen vertretbar oder wie viele Feiertage ohne größere Auflagen sicher seien gebe es nicht. "Es gibt nur ein höheres und niedrigeres Risiko, dass die Situation sich bessert oder verschlimmert", sagte er.

Update, 24. November, 1.27 Uhr: England will Quarantäne für Einreisende aus Risikogebieten verkürzen

Einreisende aus Risikogebieten können ab Mitte Dezember in England mit einer kürzeren Quarantäne-Dauer rechnen.

Nach fünf Tagen solle es dann möglich sein, auf eigene Kosten einen Corona-Test zu machen und nach negativem Ergebnis die Wohnung wieder zu verlassen, wie Verkehrsminister Grant Shapps am Dienstag ankündigte. Bislang mussten sich alle Einreisenden aus Risikogebieten verpflichtend 14 Tage lang in Quarantäne begeben. Auch Deutschland gilt derzeit für Großbritannien als Risikogebiet.

Die Reisebranche begrüßte die Regelung, beschrieb sie aber als «überfällig». Viele andere Staaten, darunter auch Deutschland, ermöglichen bereits seit längerem, die Quarantäne nach der Einreise durch einen Corona-Test abzukürzen.

Wer künftig aus einem Risikogebiet nach England reist, muss nur noch fünf Tage in Quarantäne.
Wer künftig aus einem Risikogebiet nach England reist, muss nur noch fünf Tage in Quarantäne.  © Matt Dunham/AP/dpa

Update, 24. November, 0.51 Uhr: Antisemitismusbeauftragter rügt "krude Verharmlosungen" des Holocaust

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, rügt Vergleiche aus der "Querdenken"-Bewegung von Corona-Beschränkungen mit der Judenverfolgung in der Nazi-Zeit. Dies verhöhne die tatsächlichen Opfer und relativiere die Schoah, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Der Holocaust ist kein Abziehbild für jedwede Opfergefühle." Wer über Anne Frank und Sophie Scholl gut Bescheid wisse, werde kaum solch krude Verharmlosungen äußern. "Dass die Kritik an solchen Vergleichen nun hohe Wellen schlägt, begrüße ich sehr. Es zeugt von einem funktionierenden Wertesystem der demokratischen Mehrheit."

Am Samstag hatte eine junge Frau, die sich als "Jana aus Kassel" vorstellte, auf einer "Querdenken"-Bühne in Hannover gesagt: "Ich fühle mich wie Sophie Scholl, da ich seit Monaten aktiv im Widerstand bin, Reden halte, auf Demos gehe, Flyer verteile und auch seit gestern Versammlungen anmelde." Sophie Scholl wurde wegen ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus hingerichtet.

Titelfoto: Jean-Francois Badias/AP/dpa

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