Coronavirus: Menschen müssen sich laut Wieler auf dauerhaftes Leben mit Covid einstellen

Deutschland/Welt - Weiterhin gilt der Lockdown in Deutschland. Noch immer sollen die Menschen die Zahl ihrer Kontakte möglichst gering halten. Und: Kommt die Aufhebung der Impf-Priorisierung im Mai? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 3,15 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,78 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein. 80.006 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 19. April, 5.25 Uhr).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 165,3 (Stand 19. April, 5.25 Uhr).

Weltweit gibt es rund 141 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als drei Millionen Todesfälle (Stand 19. April, 5.25 Uhr).

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Update, 19. April, 14.27 Uhr: Produktionsstopp bei ARD-Telenovela "Rote Rosen" wegen Corona

Die Produktion der ARD-Telenovela "Rote Rosen" ist wegen zwei Corona-Fällen im Team vorerst gestoppt. "Bei einer Routine-Testung des Teams sind zwei Mitarbeiter positiv getestet worden. Dies sind die ersten Corona-Fälle in der Produktion", hieß es in einer Stellungnahme des Produzenten Jan Diepers am Montag.

Diese Mitarbeiter und ihre Kontaktpersonen hätten sich umgehend in Isolation begeben. Seit Freitag sind die Dreharbeiten in Lüneburg unterbrochen. Etwa 60 bis 70 Schauspieler und Mitarbeiter seien davon betroffen. Insgesamt sind in der Stadt etwa 150 Mitarbeiter beschäftigt, viele seien schon vorher im Homeoffice gewesen.

Jan Diepers, Produzent der Telenovela "Rote Rosen".
Jan Diepers, Produzent der Telenovela "Rote Rosen".  © Philipp Schulze/dpa

Update, 19. April, 14.13 Uhr: Lehrerverband kritisiert Vorschläge für Unterricht im Freien

Der Deutsche Lehrerverband hat Vorschläge für mehr Unterricht im Freien zurückgewiesen. "Wer tatsächlich meint, man könne Schulen auch bei hohen Inzidenzen weiter offen halten, indem man den Unterricht ins Freie verlagert, hat vom Schulbetrieb und seinen Rahmenbedingungen und organisatorischen Herausforderungen wenig Ahnung, um nicht zu sagen keinen blassen Dunst", sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur.

Mehrere Politiker hatten sich für mehr Unterricht unter freiem Himmel ausgesprochen. "Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen sind zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden", sagte der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg, der "Bild"-Zeitung (Montag). Auch die FDP-Politikerin Katja Suding, Bärbel Bas von der SPD sowie der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen warben dafür.

Update, 19. April, 14.11 Uhr: Verbraucherinteresse an Bio in Pandemie stark gestiegen

Die Sorge vieler Menschen um ihre Gesundheit und kritische Fragen zum Umgang mit der Natur haben in der Corona-Pandemie das Interesse an ökologisch erzeugten Lebensmitteln nach Angaben des Anbauverbands Bioland wachsen lassen.

Bioland-Händler und Partnerunternehmen im Einzelhandel hätten im vergangenen Jahr von einem Umsatzwachstum bis zu 30 Prozent berichtet, sagte Bioland-Präsident Jan Plagge am Montag. "Gespürt haben wir den Boom überall." Vor allem die Direktvermarkter und die Hofläden hätten einen enormen Zulauf erlebt. Der Ansturm sei so stark gewesen, dass Lieferdienste teilweise keine neuen Kunden mehr aufnehmen konnten. "Das ging querbeet durch alle Bereiche."

Update, 19. April, 14.02 Uhr: RKI-Präsident Wieler: Können Corona nicht ausrotten

Die Menschheit muss sich nach Ansicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler (60), auf ein dauerhaftes Leben mit Corona einstellen.

"Ein Virus, das eine Menge Tierarten infizieren kann, das lässt sich nicht ausrotten", sagte Wieler am Montag anlässlich des 127. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Stuttgart. Generell müsse man Tierhaltung und Tierhandel in den Griff kriegen, sagte der Tierarzt mit Blick auf die Ausbreitung von Krankheiten. Gerade der illegale Tierhandel sei ein Problem.

Lothar H. Wieler (60), Präsident des Robert-Koch-Institut (RKI), warnte auch vor den Folgen des Klimawandels. Schäden wie Hitzestress, Probleme mit psychosozialer Gesundheit, Hautkrebs nähmen schon jetzt zu, führte er aus.
Lothar H. Wieler (60), Präsident des Robert-Koch-Institut (RKI), warnte auch vor den Folgen des Klimawandels. Schäden wie Hitzestress, Probleme mit psychosozialer Gesundheit, Hautkrebs nähmen schon jetzt zu, führte er aus.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 19. April, 13.16 Uhr: Fitnessstudios verlieren massiv Mitglieder

Die Fitnessstudios in Deutschland haben in der Corona-Krise massiv Mitglieder verloren. Im vergangenen Jahr hat die Branche dem Arbeitgeberverband für Fitness- und Gesundheitsanlagen DSSV zufolge wegen der langen Schließungen rund 11,6 Prozent ihrer Kunden verloren.

Von den 10,3 Millionen Mitgliedern Anfang dieses Jahres büßte sie bis Ende März noch einmal 13 Prozent ein, wie den Angaben zufolge aus einer Befragung von über 2600 Fitness- und Gesundheitsanlagen hervorging. Zuvor hatten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" (Montag) darüber berichtet. Seit Anfang 2021 wurden demnach kaum neue Verträge abgeschlossen. Trotz Hygienekonzepten wollten die Regierenden die Betriebe in jedem Fall noch geschlossen halten.

Trainingsgeräte stehen in einem leeren Fitness Studio in Gera.
Trainingsgeräte stehen in einem leeren Fitness Studio in Gera.  © Bodo Schackow/dpa

Update, 19. April, 13.13 Uhr: Deutsche Olympia-Teilnehmer sollen rechtzeitig geimpft werden

Für alle deutschen Olympia-Teilnehmer soll es vor den Sommerspielen in Tokio eine Corona-Impfung geben. "Die Olympioniken sollen rechtzeitig vor den Olympischen Spielen geimpft werden", sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Im Moment gehen wir davon aus, dass wir das im Rahmen des Impf-Fortschritts gewährleisten können", fügte Alter hinzu.

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte zuletzt immer wieder die Erwartung geäußert, dass alle impfwilligen Mitglieder der Delegationen für Olympia und Paralympics geimpft werden. Nur in diesem Fall könne der Dachverband "guten Gewissens die Mannschaft nach Tokio entsenden", hatte DOSB-Präsident Alfons Hörmann gesagt. Neben den Athletinnen und Athleten schloss er auch Betreuer und Funktionäre ein und nannte eine Größenordnung von rund 2000 Menschen. Eine Impfpflicht gibt es für Teilnehmer der Tokio-Spiele bislang nicht.

Update, 19. April, 12.59 Uhr: Menschen gingen während Lockdowns seltener zum Arzt

Während der zwei Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr haben Menschen in Deutschland weniger ärztliche Leistungen in Anspruch genommen.

Einen besonderen Rückgang verzeichneten die Kinder- und Jugendärzte, sie hatten etwa 17 Prozent weniger Fälle, teilte das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung am Montag mit. Auch die Psychotherapeuten wurden um rund 14 Prozent weniger besucht, ebenso wie die Hausärzte, die ihre Patienten knapp 13 Prozent seltener zu sehen bekamen. Der Rückgang war zwischen März und Mai sowie ab November 2020 besonders deutlich.

Gleichzeitig sind aber telefonische Beratungen und Videosprechstunden deutlich stärker in Anspruch genommen worden.

Update, 19. April, 12.55 Uhr: Niederländer empört über Test mit 10.000 Besuchern auf Mega-Party

In den Niederlanden löst eine im Rahmen einer Testreihe geplante Mega-Party mit 10.000 Besuchern Empörung aus. Ärzte, Pflegepersonal, Gastwirte, Wissenschaftler fordern ein Verbot der Veranstaltung. Eine von Ärzten und Pflegepersonal gestartete Petition ist bis Montag von mehr als 350.000 Bürgern unterzeichnet worden.

Der populäre Radiosender Radio 538 hat die Erlaubnis bekommen, im Rahmen einer wissenschaftlichen Testreihe im Zentrum der südniederländischen Stadt Breda am Samstag eine Party zu organisieren. 10.000 Besucher sollen bei dem "538 Oranjedag" zugelassen werden.

Die Party gehört zu den sogenannten Fieldlab-Veranstaltungen im Auftrag der Regierung. Dabei wird untersucht, wie trotz der Pandemie Veranstaltungen stattfinden können. Bisher gab es bereits eine Konferenz, eine Theatervorstellung, ein Fußballspiel und auch ein Popkonzert. Besucher müssen ein negatives Test-Ergebnis vorweisen und ihr Verhalten wird während der Veranstaltung verfolgt. Das Parlament der Stadt will in einer Sondersitzung am Montagabend entscheiden, ob die Party stattfinden darf.

Update, 19. April, 12.44 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff vorsorglich in Quarantäne

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (67, CDU) befindet sich vorsorglich in Quarantäne. In seinem erweiterten Umfeld habe es vermutlich zwei Corona-Fälle gegeben, sagte Regierungssprecher Matthias Schuppe am Montag.

Der Ministerpräsident sei zuletzt am Sonntag negativ getestet worden. Es würden jedoch mehrere Tage abgewartet bis zu einem neuerlichen Test, der endgültige Sicherheit bringen soll. Damit müsse eine für Dienstag angekündigte Pressekonferenz verschoben werden, bei der die Landesregierung eine Bilanz ihrer fünfjährigen Arbeit ziehen wollte. Es werde nach einem neuen Termin gesucht, sagte Schuppe.

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (67, CDU), hat sich in Quarantäne begeben.
Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (67, CDU), hat sich in Quarantäne begeben.  © Ronny Hartmann/dpa

Update, 19. April, 12.38 Uhr: Schweden: Hunderte Dosen Astrazeneca landen täglich im Müll

In der Region Stockholm müssen nach Angaben eines Chefarztes jeden Tag Hunderte Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs weggeworfen werden, weil die Leute sich weigern, damit geimpft zu werden.

In einem Interview des schwedischen Fernsehens SVT sagte Johan Styrud vom Stockholmer Ärzteverband am Montag, es gelinge nicht, schnell genug andere Impfwillige zu finden. Wenn der Impfstoff nicht innerhalb weniger Stunden verabreicht werde, müsse er weggeschmissen werden, so Styrud.

Dem Bericht zufolge sagen einige Patienten ihren Termin ab, wenn sie erfahren, dass sie mit dem AstraZeneca-Mittel geimpft werden sollen. Andere würden an der Tür der Impfzentren wieder kehrtmachen. Styrud betonte, dass der Nutzen der Impfung sehr viel größer sei als das Risiko von Komplikationen.

Nachdem in Zusammenhang mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca einige Fälle von Blutgerinnsel aufgetreten sind, wird der Wirkstoff in Schweden nur noch an die über 65-Jährigen verabreicht.
Nachdem in Zusammenhang mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca einige Fälle von Blutgerinnsel aufgetreten sind, wird der Wirkstoff in Schweden nur noch an die über 65-Jährigen verabreicht.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 19. April, 12.35 Uhr: Johnson sagt Reise nach Indien wegen Corona-Situation ab

Wegen der Corona-Lage in Indien hat der britische Premierminister Boris Johnson (56) einen für Ende April geplanten Besuch in dem asiatischen Land abgesagt.

Stattdessen würden Johnson und sein indischer Kollege Narendra Modi noch in diesem Monat miteinander sprechen, "um ehrgeizige Pläne für die zukünftige Partnerschaft zwischen Großbritannien und Indien" zu vereinbaren und ins Leben zu rufen, teilte die britische Regierung am Montag in London mit. "Sie werden darüber hinaus in regelmäßigem Kontakt bleiben und freuen sich darauf, sich später in diesem Jahr persönlich zu treffen."

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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