Coronavirus: Merkel kündigt umfassende Teststrategie für April bis Juni an

Deutschland/Welt - Während der Immobilienverband baldige Öffnung für den Handel fordert, warnen Ärzte vor unkoordinierten Lockerungen. Wie es nach dem 7. März - solange dauert der Corona-Lockdown vorerst - weitergeht, berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie etwa 2.456.456 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,26 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein.

Insgesamt 70.515 Menschen sind hierzulande außerdem mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 2. März, 14.55 Uhr)

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 65,4 (Stand 2. März, 6.50 Uhr).

Weltweit gibt es rund 114.499.553 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.540.340 Todesfälle (Stand 2. März, 14.55 Uhr).

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Update, 2. März, 17.56 Uhr: Merkel zurückhaltend bei Corona-Impfumstieg auf Hausarztpraxen

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat Hoffnungen auf eine sehr rasche und breite Anti-Corona-Impfkampagne über die Hausärzte gedämpft.

Ab dem 1. April bekomme man deutlich mehr Impfstoff, dann werde man den Umstieg auch auf Hausarztpraxen machen müssen, sagte Merkel am Dienstag. In der aktuellen Phase habe es aber noch keinen Sinn, Hausärzte generell mit einzubeziehen. Es solle allerdings Flexibilität ermöglicht werden, damit jeder Impfstoff verimpft werde. Vor allem beim Impfstoff von Astrazeneca gibt es derzeit einen Überschuss.

Update, 2. März, 17.47 Uhr: Müller nennt Diskussion über Lockerungen "sachgerecht"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) findet es gerechtfertigt, Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu diskutieren.

"Wir müssen natürlich besonnen bleiben", sagte Müller am Dienstag zu den bevorstehenden Beratungen von Bund und Ländern in der ARD-"Tagesschau". "Die Zahlen sind immer noch sehr hoch bei allen Erfolgen der letzten Monate", so der amtierende Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). "Nur: Wir haben ja weitere Möglichkeiten, jetzt auch mit der Pandemie umzugehen."

"Durch das Impfen, durch Tests und Selbsttests vor allem, die jetzt noch kommen, haben wir einen Maßnahmenmix, der uns zur Verfügung steht. Und deswegen glaube ich, ist es auch sachgerecht, jetzt über Lockerungen zu sprechen", sagte der SPD-Politiker.

Update, 2. März, 17.41 Uhr: Inzwischen sechs Corona-Selbsttests mit Sonderzulassung

Mit Blick auf mögliche weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen können zusätzliche Selbsttests für zu Hause auf den Markt kommen.

Am Dienstag wurden zwei weitere Sonderzulassungen erteilt, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mitteilte. Insgesamt sind damit nun sechs Tests zur Anwendung für jedermann auf diesem Weg zugelassen. Die Selbsttests sollen frei in Apotheken, anderen Geschäften und im Internet zu kaufen sein.

Update, 2. März, 17.36 Uhr: Bundeskanzlerin kündigt stärker regionalisierte Öffnungsstrategie an

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat eine stärker an regionalen Entwicklungen orientierte Öffnungsstrategie nach dem monatelangen Corona-Lockdown angekündigt.

Die Strategie, die man für die Zukunft entwickele, setze nicht mehr nur auf bundesweite Inzidenzen oder R-Werte, sondern mache auch lokale Unterschiede, sagte Merkel am Dienstag. Vor den Bund-Länder-Beratungen an diesem Mittwoch sagte Merkel, auch sie selbst halte Öffnungen für notwendig. Nach dem sehr langen Lockdown würden Lockerungen "sehnlichst gewünscht", man müsse nun Schritt für Schritt vorankommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) spricht schon vor der anstehenden Konferenz mit den Ministerpräsidenten aller Bundesländer am Mittwoch über ihre Corona-Pläne.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) spricht schon vor der anstehenden Konferenz mit den Ministerpräsidenten aller Bundesländer am Mittwoch über ihre Corona-Pläne.  © John Macdougall/AFP POOL/dpa

Update, 2. März, 17.05 Uhr: Merkel: Umfassende Teststrategie für April bis Juni nötig

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine breite und monatelange Teststrategie angekündigt, die nach dem Corona-Lockdown die geplanten Lockerungen absichern soll.

Dies werde nach Einschätzung der Bundesregierung für die Monate April, Mai und Juni benötigt, sagte Merkel am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Später werde das Impfen so dominante Wirkungen haben, dass eine Teststrategie in solchem Umfang nicht mehr notwendig sei.

Corona-Selbsttests seien neben den Antigen-Schnelltests noch nicht in großem Umfang verfügbar, sagte Merkel demnach. Neben den drei bereits zugelassenen Selbsttests gebe es 96 Anträge auf Zulassung - man rechne damit, dass um die 40 Produzenten valide Angebote machen könnten. Nun müsse man herausfinden, in welchem Umfang diese Tests kurzfristig zur Verfügung stünden.

Update, 2. März, 16.08 Uhr: Scholz fordert von Spahn konkrete Zahlen zur Teststrategie

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine besser ausgearbeitete Strategie für Schnelltests auf das Coronavirus.

"Man kann keine Teststrategie auf Hoffnungen ausbauen", sagte Scholz nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in einer Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion. "Wir brauchen konkrete Zahlen, die der zuständige Minister liefern muss", forderte er demnach.

Update, 2. März, 16.02 Uhr: Aktuelle Fallzahlen in den Bundesländern

In der folgenden Grafik sind die aktuellen Inzidenz-Werte der einzelnen Bundesländer Deutschlands zu sehen.

Die Zahlen stammen vom Robert Koch-Institut und sind auf dem Stand vom 2. März, 0 Uhr. Einzelne Bundesländer können deshalb inzwischen schon wieder abweichende Werte melden. Die RKI-Zahlen sind aber letztlich entscheidend, wenn es um Corona-Beschränkungen und -Regeln geht.

Zurzeit weist Thüringen mit 125,2 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland auf.
Zurzeit weist Thüringen mit 125,2 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland auf.  © TAG24

Update, 2. März, 16.02 Uhr: Brinkhaus: Rechne mit Stellungnahme von Nüßlein in den nächsten Tagen

Die Spitze der Unionsfraktion erwartet zeitnah eine Stellungnahme des im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen in die Kritik geratenen CSU-Politikers Georg Nüßlein.

Er rechne damit, dass sich Nüßlein in den nächsten Tagen äußern werde, sagte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (52, CDU) am Dienstag. Dies werde man abwarten. Für jeden gelte die Unschuldsvermutung. "Ich denke mal, dass sich da einiges hoffentlich auch aufklären wird", sagte er. Die Fraktion unterstütze die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Gegen den 51 Jahre alten Nüßlein wird unter anderem wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern im Zusammenhang mit dem Ankauf von Corona-Atemschutzmasken ermittelt. Nüßleins Anwalt hatte am Freitag mitgeteilt, dass sein Mandant die Vorwürfe für nicht begründet halte. Nüßlein lässt wegen der Ermittlungen gegen ihn sein Amt als stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ruhen.

Update, 2. März, 15.48 Uhr: Ex-Justizminister Sauter erstellte Kaufvertrag für Maskengeschäft

Nach der Aufnahme von Korruptionsermittlungen gegen den CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein wegen eines Maskengeschäftes ist eine Verbindung zu dem ehemaligen bayerischen Justizminister Alfred Sauter bekannt geworden.

Sauter hatte als Rechtsanwalt den Vertrag für ein Corona-Maskengeschäft mit dem bayerischen Gesundheitsministerium erstellt. Er habe "eher zufällig" von dem Lieferunternehmen erfahren und dann im Ministerium nachgefragt, sagte der bayerische CSU-Landtagsabgeordnete am Dienstag. "In meiner Tätigkeit als Anwalt habe ich dann den Vertrag aufgesetzt, an die Beteiligten geschickt und diesen besprochen - alles über meine Kanzlei."

Update, 2. März, 15.28 Uhr: Brinkhaus sieht nur Spielraum für behutsame Öffnungsschritte

Einen Tag vor der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie hat Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (52, CDU) ein größeres Aufweichen des Lockdowns abgelehnt.

"Ich erwarte lediglich behutsame Schritte im Bereich der Öffnung", sagte der CDU-Politiker am Dienstag. Er wies darauf hin, dass es weiterhin zu hohe Inzidenzwerte und das Risiko gefährlicher Virusvarianten gebe. "Deshalb wird das morgen auch ein Balance-Akt werden."

Mit Blick auf die bereits erfolgten ersten Öffnungen, die von Land zu Land verschieden sind, nannte Brinkhaus es wichtig, "dass man die Unterschiede konsolidiert". Es gehe um Einheitlichkeit und einen klaren Weg. "Und was für uns auch ganz besonders wichtig ist, ist, dass die Teststrategie jetzt umgesetzt wird." Diese sei neben dem Impfen ein wichtiges Werkzeug gegen die Pandemie.

Ralph Brinkhaus (52, CDU) ist der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Ralph Brinkhaus (52, CDU) ist der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 2. März, 15.22 Uhr: Mitglied des Ethikrats schlägt freien Tag nach Impfung vor

Das Ethikratmitglied Wolfram Henn hat einen arbeitsfreien Tag nach der Impfung vorgeschlagen, um die Impfbereitschaft der Bevölkerung zu steigern.

"Arbeitgeber, die an der Durchimpfung ihres Personals interessiert sind, könnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Tag nach der Impfung vom Erscheinen am Arbeitsplatz oder dem Homeoffice freistellen, ohne dass diese sich eigens krankmelden müssten", sagte der 59-jährige Medizinethiker und Professor am Universitätsklinikum des Saarlands dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Impfbereite Arbeitnehmer wüssten dann bereits vorher, dass sie mögliche körperliche Reaktionen auf die Impfung "am nächsten Morgen ohne bürokratischen Aufwand durch simples Ausschlafen bekämpfen könnten". Diese Impfreaktionen seien völlig normal und nichts anderes "als 'Muskelkater' vom Training des Immunsystems durch die Impfungen".

Titelfoto: John Macdougall/AFP POOL/dpa

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