Coronavirus: Merkel spricht Bürgern Mut zu

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch Monate in Atem halten. Abstand halten und Maske tragen dürften noch die geringeren Hürden bleiben. Denn fast im gesamten November heißt es nun wieder: Lockdown!

Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!
Bundesweit gilt in den Einkaufszentren: Bitte Maske tragen und Abstand halten!  © Christoph Soeder/dpa

Laut der Universität Johns Hopkins sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.038.649 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Rund 705.213 Menschen sollen inzwischen genesen sein. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bereits auf insgesamt 16.011 (Stand 28. November, 10.45 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 13,09 Millionen Infizierte und 264.859 Tote wurden bereits erfasst (Stand 28. November, 10.45 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 61,71 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1.443.673 Todesfälle (Stand 28. November, 10.45 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 28. November, 11.10 Uhr: Schweizer Skiregion Engadin wirbt um Merkel: "Bei uns sind Sie sicher"

Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel geforderte Schließung der Skianlagen in ganz Europa empört die Schweizer. Unverständnis äußern auch Touristiker in der Region Engadin im Kanton Graubünden, wo die CDU-Politikerin seit vielen Jahren jeden Winter ein paar Tage ausspannt und Langlauf gemacht hat. Dort, in Pontresina, war sie auch Ende vergangenen Jahres, einige Wochen bevor die Corona-Pandemie über die Welt hereinbrach. "Frau Merkel, bei uns sind Sie sicher!" titelte die Boulevardzeitung "Blick" am Samstag.

Die Schweizer Regierung lehnt eine Schließung der Skigebiete ab. Das Land versucht, die Pandemie mit weniger einschneidenden Maßnahmen in den Griff zu bekommen als andere Länder. Vielerorts sind Geschäfte und Restaurants nach wie vor geöffnet. Die Regierung setzt vor allem auf Eigenverantwortung. Einige Kantone haben allerdings eigene Lockdowns verhängt.

"Frau Merkel muss keine Angst haben", sagte Hotelier Thomas Walther aus Pontresina der Zeitung. "Unsere Hygienekonzepte haben sich seit dem Sommer bestens bewährt. In Berlin leben Sie vermutlich viel gefährlicher!" Markus Moser, Geschäftsführer der Skigebiete Corvatsch, Diavolezza und Lagalb, sagte der Zeitung, die berüchtigten Corona-Ansteckungen im österreichischen Skiort Ischgl seien Anfang des Jahres nicht beim Skisport, sondern bei den Partys passiert.

Die Schweizer Infektionszahlen sind deutlich höher als in Deutschland. In der Kalenderwoche 47 (16. bis 22. November) lagen sie bei 348 Fällen pro 100.000 Einwohner, verglichen mit zuletzt 136 in Deutschland. Die Situation hat sich aber schon deutlich gebessert: In der Kalenderwoche 45 (26. Oktober bis 1. November) verzeichnete das Bundesamt für Gesundheit 642 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Der Kanton Graubünden, in dem Merkel häufig Urlaub macht, meldete 316 Infektionen pro 100.000 Einwohner in der Kalenderwoche 47, nach 295 in der Woche davor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zur Bewältigung der Corona-Pandemie ab.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zur Bewältigung der Corona-Pandemie ab.  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 28. November, 11.05 Uhr: AfD-Chef Chrupalla attackiert Corona-Politik der Regierung

Mit einer Attacke auf die Corona-Politik der Bundesregierung hat der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla den Bundesparteitag in Kalkar eröffnet. Er warf der Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, eine «reine Konkurspolitik» zu betreiben. Existenzen würden vernichtet, die Pleitewelle rolle bereits, der Pandemie-Kurs werde viele Menschen den Arbeitsplatz kosten.

Chrupalla verteidigte, dass die AfD in der Corona-Pandemie einen zweitägigen Präsenzparteitag abhält. Solche Präsenzparteitage seien unverzichtbar in der Demokratie, sagte er. "Wenn wir uns von einem Virus in die Schranken weisen lassen, hat die Demokratie schon verloren." Zugleich appellierte Chrupalla an die rund 600 Delegierten, das Hygienekonzept einzuhalten. "Tragt Eure Masken, haltet Abstand", sagte er. Die Delegierten sollten den Parteitag "nicht durch leichtsinniges Verhalten beschädigen".

An der Großveranstaltung auf dem Messegelände inmitten der Corona-Pandemie hatte es scharfe Kritik gegeben. Für die Delegierten gilt eine permanente Maskenpflicht. Die AfD blieb mit einer Klage gegen diese Auflage erfolglos. Das Ordnungsamt will kontrollieren, ob das behördlich genehmigte Hygienekonzept umgesetzt wird. Die Stadt Kalkar hat angekündigt, den Parteitag andernfalls abzubrechen.

Tino Chrupalla, Bundesprecher, und Alice Weidel, stellvertretende Bundessprecherin, unterhalten sich beim Bundesparteitag der AfD.
Tino Chrupalla, Bundesprecher, und Alice Weidel, stellvertretende Bundessprecherin, unterhalten sich beim Bundesparteitag der AfD.  © dpa/Rolf Vennenbernd

Update, 28. November, 11 Uhr: Merkel spricht Bürgern Mut zu

Kanzlerin Angela Merkel spricht den Bürgerinnen und Bürgern Mut zu. "Wir haben ein großes Stück des Weges zurückgelegt", sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast zur Corona-Krise.

Seit dem Beginn der Verbreitung des Coronavirus habe sich viel getan, sagte Merkel. Noch zu Jahresanfang habe man es mit einem völlig unbekannten Virus zu tun gehabt. "Heute wissen wir so viel mehr über die Wege der Infektion, über die Möglichkeiten sich zu schützen, über Symptome und Behandlungswege." Impfstoffe würden in Rekordzeit entwickelt. "Wir können annehmen, dass ein oder mehrere Impfstoffe nicht am Sankt Nimmerleinstag, sondern in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen können." Das liege am "großartigen Forschergeist" der Menschen, erklärte Merkel.

"Wenn diese Pandemie überhaupt irgendetwas Gutes hat, dann ist es dies: Sie zeigt, wozu wir Menschen imstande sind, wenn wir unser Herz in die Hand nehmen, wenn wir mit Ausdauer und mit Kreativität handeln - und ganz wichtig: Wenn wir über Grenzen hinweg zusammenarbeiten." Es seien aber nicht nur Wissenschaftler gefragt. "Nein, wir alle können etwas tun. Jede und jeder Einzelne kann etwas tun", sagte die Kanzlerin und verwies auf Hygieneregeln wie Maskentragen, Abstandhalten oder Lüften.

Die milliardenschweren Corona-Hilfen seien vor der Krise unvorstellbar gewesen, sagte Merkel. "Aber wir tun es, weil niemand etwas dafür kann, dass die Pandemie ihn oder sie in Not gebracht hat."

Merkel appellierte an die Menschen im Land, sich auch in der Advents- und Weihnachtszeit an die Sicherheitsregeln zu halten. "Weil wir erleben werden, dass es sich lohnen wird. Weil wir so gemeinsam stärker sein werden als das Virus."

Update, 28. November, 10.50 Uhr: Corona-Masken bescheren Modehersteller Van Laack Umsatzsprung

Der rasche Einstieg in die Produktion von Mund-Nasen-Masken hat dem Mönchengladbacher Modehersteller von Laack einen massiven Wachstumsschub beschert. "Im aktuellen Geschäftsjahr wird sich der Umsatz dank mehr als 100 Millionen verkaufter Masken und zwölf Millionen Kittel mindestens verdoppeln", sagte Firmenchef Christian von Daniels der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstagausgabe).

Van Laack produziert aktuell nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Stoffmasken im Monat, die anschließend in mehr als 30.000 Verkaufsstellen vertrieben werden - von Griechenland bis Portugal. In der Spitze, also etwa im Mai, seien im Monat sogar eine Million Masken produziert worden, sage der Firmenchef.

Viele andere Modehersteller hätten die Chancen, die das Produkt Mund-Nasen-Schutz biete, verschlafen, meinte er. "Allein im ersten Halbjahr 2020 haben die Deutschen pro Kopf 53 Euro für Masken ausgegeben, im gesamten Jahr 2019 waren es im Schnitt aber nur 26,50 Euro für Hemden. Damit will ich sagen: Die Maske ist als Produkt total unterschätzt worden in der Branche."

Gleichzeitig stärke die Präsenz von van Laack im Maskengeschäft die Attraktivität der Marke insgesamt. "Die Marke van Laack erlebt einen Hype wie nie zuvor. Das sehen wir ja in unserem Online-Shop, wo wir ja nicht nur die Masken verkaufen, sondern auch Mode. Allein im Oktober lag das Umsatzplus dort 80 Prozent über dem Vorjahr."

Dass das Geschäft mit den Corona-Masken nicht ewig so weiter laufen wird, ist dem Unternehmer bewusst. "Es wäre aber wünschenswert, wenn diese Form von Hygiene auf einem gewissen Niveau erhalten bleiben würde – und die Maske als Accessoire in der Handtasche der Dame oder der Aktentasche des Herrn ihren Platz findet", meint er.

Ein Masken-Set von Van Laack.
Ein Masken-Set von Van Laack.  © PR

Update, 28. November, 10.45 Uhr: So könnte die Fußball-EM nächstes Jahr ablaufen

Die Europäische Fußball-Union plant für die Europameisterschaft im nächsten Jahr mit vier verschiedenen Corona-Szenarien für ihre zwölf Spielorte.

Wie die UEFA am Freitagabend nach einem Bericht von sportschau.de bestätigte, basiert das erste Szenario auf der Annahme, das Coronavirus soweit im Griff zu haben, dass im Sommer in vollen Stadien gespielt werden kann. Die anderen drei Varianten stellt TAG24 hier genauer vor.

München bleibt Gastgeber der auf 2021 verschobenen Fußball-Europameisterschaft und richtet wie geplant insgesamt vier Spiele aus.
München bleibt Gastgeber der auf 2021 verschobenen Fußball-Europameisterschaft und richtet wie geplant insgesamt vier Spiele aus.  © dpa/Matthias Balk

Update, 28. November, 10.40 Uhr: Pflegebonus in Höhe von 500 Euro wird im Dezember ausgezahlt

Beschäftigte in der Altenpflege in Sachsen bekommen noch in diesem Jahr einen zusätzlichen Pflegebonus in Höhe von 500 Euro. "Ohne das unermüdliche Engagement der Beschäftigten in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten wäre die Corona-Pandemie nicht zu bewältigen", teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Samstag mit.

Im Freistaat Sachsen versorgen und betreuen im Bereich der stationären und ambulanten Pflege rund 70.000 Beschäftigte mehr als 200.000 Pflegebedürftige. Die Gesamtkosten des Landesanteils am Pflegebonus werden aktuell auf 30 Millionen Euro beziffert.

Intensivpfleger sind in der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Dresden mit der Versorgung von Patienten beschäftigt.
Intensivpfleger sind in der Corona-Intensivstation des Universitätsklinikums Dresden mit der Versorgung von Patienten beschäftigt.  © dpa/zb/Robert Michael

Update, 28. November, 10.35 Uhr: Inzidenz-Wert in Hildburghausen unter Marke von 600

Im Thüringer Corona-Hotspot-Landkreis Hildburghausen ist der Inzidenz-Wert wieder unter die Marke von 600 gefallen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche am Samstag bei 595 (Vortag: knapp 630).

Der Wert ist damit erstmals seit längerem nicht weiter gestiegen, sondern hat sich etwas abgeschwächt. Dennoch leuchtet der Südthüringer Kreis an der bayerischen Landesgrenze auf der Corona-Karte des RKI weiterhin als einzige Region in Deutschland pink.

Im Kreis Hildburghausen gelten seit Wochenmitte strenge Ausgangsbeschränkungen, alle Schulen und Kindertagesstätten sind geschlossen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine bundesweit einzigartige Testaktion, bei der ab frühestens kommenden Dienstag die Infektionshäufigkeit unter den Kindergarten- und Schulkindern kontrolliert werden soll.

Ziel der freiwilligen Tests ist eine baldige Rückkehr der Kitas und Schulen in den eingeschränkten Regelbetrieb. Dafür stehen 11.000 Antigen-Tests bereit. Die Bundeswehr leistet nach eigenen Angaben ab Montag mit mehr als 20 Soldaten Amtshilfe.

Ein Hinweisschild zur Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt steht am Marktplatz der Stadt Hildburghausen.
Ein Hinweisschild zur Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt steht am Marktplatz der Stadt Hildburghausen.  © dpa/zb/Bodo Schackow

Update, 28. November, 9.40 Uhr: Ärzte für Impfzentren gesucht

Rund zwei Wochen vor dem geplanten Start der Impfzentren werden für die Massenimpfung gegen das Coronavirus im Südwesten freiwillige Ärzte gesucht. Johannes Fechner aus dem Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg sagte dem Südwestrundfunk, 600 Ärzte und Ärztinnen würden benötigt.

"Das ist eine große Herausforderung, weil die Ärzte ja in ihren Praxen auch genug zu tun haben." Aber auch Zahnärzte könnten impfen. Zudem setzt Fechner auf Pensionäre. "Da ist eine große Bereitschaft da", sagte er dem Sender. Manche hätten sich schon angeboten. Daher gab Fechner sich zuversichtlich, das nötige Personal zusammenzubekommen - das habe im Frühjahr beim Aufbau der Abstrichstellen auch geklappt.

Erste Lieferungen eines Impfstoffes soll es nach den Erwartungen des Landessozialministeriums im Laufe des kommenden Monats geben. Die Impflogistik soll bis zum 15. Dezember aufgebaut sein. Dafür werden acht oder neun sogenannte Zentrale Impfzentren eingerichtet. Mobile Impfteams sollen Menschen zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen versorgen. Ab Mitte Januar 2021 sollen zusätzlich etwa 50 Kreisimpfzentren in Betrieb gehen. Sie sollen je zwei eigene mobile Teams einsetzen und nach den Planungen bis Ende 2021 arbeiten. Niemand wird gezwungen, sich impfen zu lassen.

An einer Frau wird im Ulmer Impfzentrum eine Impfung simuliert.
An einer Frau wird im Ulmer Impfzentrum eine Impfung simuliert.  © dpa/Stefan Puchner

Update, 28. November, 8.45 Uhr: Strenge Ausgangsbeschränkungen in Passau haben begonnen

Angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen gelten in Passau seit Samstag strenge Ausgangsbeschränkungen. Die Maßnahmen sollen zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag ankündigte.

Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Außerdem gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Die Stadt verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Frühestens bei dem Rückgang der Infektionszahlen auf eine Inzidenz von 300 könnten die Beschränkungen wieder gelockert werden, sagte Dupper am Freitag.

Personen gehen in der Innenstadt Passaus vor zusammengestellten Stühlen und Tischen eines Restaurants.
Personen gehen in der Innenstadt Passaus vor zusammengestellten Stühlen und Tischen eines Restaurants.  © dpa/Lino Mirgeler

Update, 28. November, 8.20 Uhr: Corona-Kontrolle in Erfurt eskaliert - Polizisten angegriffen

Bei der Kontrolle von Corona-Regeln sind in der Erfurter Innenstadt mehrere Polizisten angegriffen worden. Wie die Polizei am Samstagmorgen mitteilte, wurde ein Beamter verletzt. Die Polizisten hatten demnach in der Nacht zum Samstag eine Gruppe von etwa 25 Menschen kontrolliert, die Alkohol tranken und weder eine Mund-Nasen-Bedeckung trugen noch den nötigen Abstand einhielten. Die Menschen waren laut einem Sprecher aggressiv und unbelehrbar.

Als die Beamten die Gruppe über die aktuellen Maßnahmen aufklären wollten, wurden sie von zwei Menschen angegriffen. Die Polizisten wehrten die Attacke ab und riefen Verstärkung. Im Anschluss floh ein Großteil der Gruppe. Laut dem Sprecher waren 28 Beamte vor Ort.

Die zusätzlichen Einsatzkräfte verhinderten nach Angaben der Polizei Schlimmeres. Sieben Menschen zwischen 18 und 37 Jahren wurden festgehalten. Sie seien alle polizeibekannt. Da sie sich gewehrt und die Polizisten beleidigt hatten, kommen auf sie nun mehrere Anzeigen zu. Es werde unter anderem wegen des tätlichen Angriffs auf Beamte und wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Mit mehreren Fahrzeugen patrouilliert die Thüringer Polizei in der Bahnhofstraße.
Mit mehreren Fahrzeugen patrouilliert die Thüringer Polizei in der Bahnhofstraße.  © dpa/zb/Martin Schutt

Update, 28. November, 8.17 Uhr: "Stop" oder "Go" für Glühwein-Taxi?

Die Geschäftsidee ist denkbar einfach: "Bei Anruf Glühwein". Das dampfende Getränk wird geliefert in einem hell erleuchteten und festlich geschmückten Glühwein-Taxi. "Ein Stück Weihnachten zu jedem nachhause bringen", das wollten die Erfinder aus Nordhorn (Kreis Grafschaft Bentheim), die ihre Idee anfangs mit festen Fahrtrouten auch auf die Straße brachten, bis sie von den Behörden gestoppt wurden.

Aufgrund der geltenden niedersächsischen Corona-Landesverordnung darf der weihnachtsgerecht umgebaute Kleintransporter der Firma Bon Café Events derzeit nicht ausliefern. "Wir verstehen das nicht", sagte Geschäftsführer und Eventgastronom Hayk Avetisyan, der die Idee für das Glühwein-Taxi hatte. "Jeder Bäcker bietet Coffee-to-Go an und jeder Kiosk Bier-to-Go. Wo ist da der Unterschied?"

Der 32-Jährige startete Anfang November mit dem Glühwein-Taxi, das zunächst auf verschiedenen Fahrtrouten unterwegs war, die vorher in den sozialen Netzwerken angekündigt wurden. "Die Nachfrage war enorm, Hunderte Anrufe gingen bei uns ein", so Avetisyan. "Waaaaaahnsinn! Wir sind überwältigt und erhalten viele Anfragen von euch aus ganz Deutschland", postete er noch am 16. November. Zwei Tage später kam das Aus.

Der Grund war, dass das Taxi an festen Standorten die Getränke ausgab und dann zum nächsten festen Standort weiterfuhr. Das widersprach der Gewerbeordnung. Die Betreiber sahen das noch ein. Sie passten das Konzept an und bieten jetzt einen reinen Lieferservice nach Anruf und Bestellung für den einzelnen Kunden an. Es gibt auch Suppen und Heiße Cocktails. Avetisyan hofft auf eine Genehmigung des neuen Konzepts. "Wir sitzen auf der Ware, unter anderem rund 2500 Liter Glühwein. Jeder Tag zählt, denn es fehlen Einnahmen."

Der Kreis Grafschaft Bentheim verwies auf Anfrage auf die Corona-Landesverordnung vom 30. Oktober. Danach sind Gastronomiebetriebe für Publikumsverkehr und Besuche geschlossen, "ausgenommen der Außer-Haus-Verkauf und die Abholung von Speisen zum Verzehr". "Der reine Außer-Haus-Verkauf von alkoholischen wie nichtalkoholischen Getränken (Glühwein-Taxi) ist damit nicht erfasst, der Schwerpunkt liegt auf (zubereiteten) Speisen", schreibt der Landkreis, der zur Klarstellung betonte, dass die Kreisverwaltung nicht die Genehmigungsbehörde sei, Verstöße aber ahnden müsse.

Vier Frauen stoßen mit Glühwein an.
Vier Frauen stoßen mit Glühwein an.  © dpa/Patrick Seeger

Update, 28. November, 8.15 Uhr: Tafeln haben weniger ehrenamtliche Helfer wegen Corona

Zeit schenken, Lebensmittel einsammeln und diese an Menschen verteilen - all das machen bei den Tafeln in Deutschland meist Ehrenamtliche, oft ältere Menschen. Und gerade die blieben 2020 aufgrund der Corona-Pandemie öfter zu Hause: "Mehr als zwei Drittel unserer Freiwilligen sind im Rentenalter und gehören damit zur Corona-Risikogruppe", sagte der Tafel-Deutschland-Vorsitzende Jochen Brühl der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben daher zur Zeit einen Rückgang der aktiven Ehrenamtlichen zu verzeichnen."

Aber auch viele der Menschen, die bislang das Angebot der Tafeln genutzt hätten, blieben zu Hause. "Das sind vor allem ältere und vorerkrankte Menschen sowie unsere indirekten Kundinnen und Kunden", sagte Brühl. Unter letzteren versteht Brühl Menschen, die sonst andere soziale Angebote wie Obdachlosenheime oder Frauenhäuser aufsuchen würden.

Andererseits kämen verstärkt Menschen, die durch die Corona-Pandemie in Not geraten seien, etwa Menschen in Kurzarbeit oder Menschen, die ihren Job verloren hätten. Einen eindeutigen Trend gebe es aber nicht: "Etwa ein Drittel der insgesamt 950 Tafeln verzeichnen bis zu 20 Prozent mehr Kundinnen und Kunden, ein weiteres Drittel hat weniger Kundinnen und Kunden, und beim letzten Drittel der Tafeln ist die Kundenzahl insgesamt etwa gleichgeblieben", so der Vorsitzende.

Damit die Infektionsgefahr möglichst gering ist, haben viele Tafeln ihre Lebensmittelausgabe nach draußen verlegt. Diese Tafeln hätten zwar in der Tendenz mehr Kundinnen und Kunden, einige Menschen vermieden aber wohl den Tafelbesuch aus Scham und Angst, gesehen zu werden. Außerdem entfielen gerade viele Angebote, die dem Kontakt und Austausch dienten, wie gemeinsame Kochkurse, Integrations- und Kinder- und Jugendprojekte.

Ehrenamtliche Mitarbeiter der "Hannöverschen Tafel" bereiten die Ausgabe der Lebensmittel in einer kirchlichen Einrichtung am Mühlenberger Markt vor.
Ehrenamtliche Mitarbeiter der "Hannöverschen Tafel" bereiten die Ausgabe der Lebensmittel in einer kirchlichen Einrichtung am Mühlenberger Markt vor.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Update, 28. November, 8.12 Uhr: Rund 250 Hinweise von Kinderschutz-Hotline an Jugendämter gegeben

In den ersten zehn Monaten des Jahres sind bereits gleich viele Informationen wie im gesamten Vorjahr von der Kinderschutz-Hotline des Landes Mecklenburg-Vorpommern an die Jugendämter weitergegeben worden. Dabei gehe es um 254 sogenannter Meldungen, teilte das Sozialministerium in Schwerin auf Anfrage mit. Eine Meldung erfolge, wenn zumeist unverzüglicher Handlungsbedarf bestehe. Dabei gehe es etwa um Vernachlässigung, körperliche Misshandlung und Suchterkrankungen der Eltern.

Besonders deutlich war demnach der Unterschied im September. Dort wurden den Angaben zufolge 44 Meldungen gezählt, im Vorjahresmonat waren es noch 21. In sechs von zehn Monaten lag die Zahl der monatlichen Meldungen im Vergleich zum Vorjahresmonat demnach höher. In 401 Fällen von Januar bis Oktober ging es demnach um Auskünfte, dort gehe keine Informationen ans Jugendamt. Zu diesem Bereich gehören etwa Fragen zur Corona-Pandemie und die Kitabetreuung. Im Vorjahreszeitraum gab es demnach etwas weniger dieser Auskünfte.

"Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um Kinder vor physischer und seelischer Gewalt zu schützen, aber auch um Hilfe für Menschen in Krisensituationen zu organisieren. Die 24 Stunden erreichbare Hotline ist ein wichtiger Beitrag dazu", sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD).

Die Kinderschutz-Hotline ist beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) angesiedelt und rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0800 1414007 erreichbar. Das Landessozialministerium stellt nach eigenen Angaben jährlich rund 130.000 Euro für das Angebot zur Verfügung.

Ein Mädchen hält einen Telefonhörer vor einer Informationstafel der Kinderschutz-Hotline.
Ein Mädchen hält einen Telefonhörer vor einer Informationstafel der Kinderschutz-Hotline.  © dpa/ZB/Jens Büttner

Update, 28. November, 8.10 Uhr: Reimann: Corona-Lage auf Intensivstationen stabil und kontrollierbar

Neben den Neuinfektionen ist in Niedersachsen nun auch der Anstieg der Zahl von Corona-Patienten in den Kliniken ausgebremst worden. "Die Zahl der Covid-Patientinnen und –Patienten in den niedersächsischen Krankenhäusern hat sich in den letzten Tagen bei rund 1000 stabilisiert", sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) der dpa in Hannover. "Auch auf den Intensivstationen ist die Lage derzeit stabil und kontrollierbar."

Zugleich bedeute die Pandemie aber eine große zusätzliche Belastung für das medizinisch-pflegerische Personal. "Ich bedanke mich im Namen der gesamten Landesregierung bei allen, die durch ihre Arbeit und unter großem Einsatz helfen, Patientinnen und Patienten zu behandeln und Menschenleben zu retten", sagte Reimann.

Gleichzeitig appellierte die Gesundheitsministerin an alle, sich weiterhin an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten und die sozialen Kontakte so weit wie irgend möglich zu beschränken. "Wir alle können dazu beitragen, dass die Zahl der Patientinnen und Patienten in unseren Krankenhäusern nicht weiter steigen."

Unterdessen wird das Gesundheitsministerium allen Krankenhäusern auch weiterhin das Vorhalten von Kapazitäten auf Intensiv- und Normalstationen für die Behandlung von Covid-Patienten vorschreiben. Durch die neue Bundesregelung werde die Zahlung eines finanziellen Ausgleichs für freigehaltene Betten an den 7-Tages-Inzidenzwert (mindestens 70 über sieben Tage) im jeweiligen Kreis oder in der jeweiligen kreisfreien Stadt gekoppelt, sowie an die zur Verfügung stehenden Intensivkapazitäten (weniger als 25 Prozent), erklärte das Ministerium.

Carola Reimann (SPD), Sozialministerin Niedersachsen.
Carola Reimann (SPD), Sozialministerin Niedersachsen.  © dpa/Julian Stratenschulte

Update, 28. November, 8.07 Uhr: Trotz Corona-Auflagen: Kommunen bei Obdachlosenhilfe gut aufgestellt

Trotz der Einschränkungen durch die Coronakrise gibt es in den Thüringer Kommunen ausreichend Unterkunftsmöglichkeiten für Obdachlose. Die Städte Erfurt, Eisenach, Weimar, Sonneberg und Nordhausen sehen sich für den Winter gut gerüstet, wie sie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten.

In der Landeshauptstadt nutzen einer Sprecherin der Stadt zufolge aktuell rund 130 Menschen die Notübernachtungen oder sonstigen städtischen Unterbringungsmöglichkeiten. In Jena sind der Stadt zufolge aktuell 56 Menschen in Notunterkünften untergebracht. In beiden Städten gibt es noch freie Plätze.

Vor dem Kältebus einer Obdachlosenhilfe greifen Bedürftige nach Kaffeetassen mit weihnachtlichen Motiven.
Vor dem Kältebus einer Obdachlosenhilfe greifen Bedürftige nach Kaffeetassen mit weihnachtlichen Motiven.  © dpa/Bernd Wüstneck

Update, 28. November, 8.05 Uhr: 21.695 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.695 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. Das meldete das RKI am frühen Samstagmorgen.

Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 22.964 gelegen. Der Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 379 neue Todesfälle.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 15.965. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.028.089 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28.11., 0 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 711.000 Menschen inzwischen genesen.

Eine Aufnahme zeigt mehrere Coronaviren unter einem Elektronenmikroskop.
Eine Aufnahme zeigt mehrere Coronaviren unter einem Elektronenmikroskop.  © dpa/AP/NIAID-RML

Update, 28. November, 8 Uhr: Bayern bereitet Corona-Impfungen vor

Mit Rechenmodellen und viel Logistikarbeit bereitet sich der Freistaat auf die große Impfaktion gegen das Coronavirus vor. "Sobald ein Impfstoff zugelassen ist, wollen wir so schnell wie möglich mit dem Impfen beginnen", betonte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Wie lange es allerdings dauern werde, alle Impfwilligen zu impfen, sei derzeit nicht seriös abschätzbar.

Für die geplanten Impfzentren in allen bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten geht das Gesundheitsministerium davon aus, dass zwei jeweils fünfköpfige Teams binnen vier Stunden 100 Menschen impfen können. "Pro solchem Team ist ein Arzt notwendig", sagte Huml der Deutschen Presse-Agentur. Die übrigen Teammitglieder seien medizinisches Fachpersonal sowie Verwaltungskräfte.

Für die mobilen Impfteams, die direkt zu Risikogruppen etwa in Pflegeheimen fahren sollen, sind mindestens jeweils ein Arzt oder eine Ärztin, eine Verwaltungskraft und eine medizinische Assistenz vorgesehen. "Pro Impfzentrum gibt es mindestens ein mobiles Impfteam", erläuterte Huml. Sie gehe aber davon aus, dass letztlich noch weitere mobile Teams zum Einsatz kommen. "Die genauen Planungen laufen noch."

Inzwischen haben sich rund 2500 Vertragsärztinnen und -ärzte bereit erklärt, sich an den Impfungen zu beteiligen. Weitere werden gesucht - doch die Tendenz ist steigend. Vor knapp drei Wochen waren es nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns noch 1850.

In Bayern gibt es 96 Landkreise und kreisfreie Städte, die gehalten sind, bis Mitte Dezember jeweils ein Impfzentrum einzurichten. Diese sollen möglichst in der Nähe der jeweiligen Testzentren oder von Krankenhäusern liegen oder in geeigneten Gebäuden wie Turnhallen, Messehallen, Mehrzweckhallen oder auch den Rettungswachen der Hilfsorganisationen eingerichtet werden.

In einem Impfzentrum in Ulm werden Abläufe erprobt.
In einem Impfzentrum in Ulm werden Abläufe erprobt.  © dpa/Stefan Puchner

Update, 28. November, 7.55 Uhr: Brinkhaus bezweifelt Lockerung von Corona-Auflagen über Silvester

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) befürchtet, dass die jüngsten Beschlüsse zur Eindämmung des Coronavirus noch einmal verschärft werden müssen. "Da steckt viel Gutes drin. Aber ich habe Zweifel, dass sie ausreichen, um die Corona-Welle nachhaltig zu brechen", sagte Brinkhaus der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). So sei es zum Beispiel sehr ehrgeizig, schon jetzt für Weihnachten und Silvester Lockerungen zu versprechen.

Fraglich sind aus Sicht von Brinkhaus vor allem, ob die geplanten Lockerungen über die Feiertage auch für Silvester gelten sollten. Weihnachten sei vielen Menschen sehr wichtig, als Fest der Familie, als christliches Hochfest. "Silvester ist vor allem Party - das ist auch wichtig, aber nicht so wichtig wie Weihnachten. Wir dürfen nicht durch eine ausgelassene Partynacht einreißen, was zwei Monate lang hart erarbeitet wurde", sagte er. Auch bei der Strategie für die Schulen sei noch Luft nach oben: "Womöglich muss man im Dezember noch einmal nachschärfen."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schließt auch eine Verlängerung des Lockdowns bis ins Frühjahr nicht aus. "Wir haben drei bis vier lange Wintermonate vor uns", sagte Altmaier der "Welt". "Deshalb kann man leider keine Entwarnung geben: Es kann sein, dass die Beschränkungen auch in den ersten Monaten 2021 bestehen bleiben."

Altmaier räumte ein, dass sich der Bund bei den Ländern mit seiner Linie nicht durchsetzen konnte. "Dass sich die Bundesregierung noch wirksamere Maßnahmen gewünscht hätte, ist kein Geheimnis", sagte er. Man müsse nun genau beobachten, ob die Zahl der Infektionen tatsächlich deutlich sinke oder ob es Nachschärfungen geben müsse. "Es ist eine Bewährungsprobe für den Föderalismus, dass wir in solchen Fragen gemeinsame Lösungen finden", unterstrich Altmaier.

Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Ralph Brinkhaus (CDU), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 28. November, 7.45 Uhr: Spenden für Kleiderkammern gestiegen

Vor Beginn der kalten Jahreszeit sind die Kleiderkammern der Wohlfahrtsorganisationen in Sachsen gut gefüllt. Die Spenden an Textilien seien gestiegen, sagte die Sprecherin des Diakonischen Werkes in Sachsen, Sigrid Winkler-Schwarz, in Radebeul in einer dpa-Umfrage bei Kleiderkammern.

"Offenbar haben viele Menschen die freie Zeit während der Corona-Krise genutzt, ihre Schränke durchzusehen und Kleidung auszusortieren", sagte sie.

Das DRK in Sachsen betreibt nach eigenen Angaben noch 57 Kleiderkammern. Obwohl es immer schwieriger werde, diese kostendeckend zu betreiben, wolle das DRK an ihnen festhalten, sagte Sprecher Kai Kranich.

Kleidung liegt in den Regalen einer Kleiderkammer.
Kleidung liegt in den Regalen einer Kleiderkammer.  © dpa/ZB/Ralf Hirschberger

Update, 28. November, 7.40 Uhr: NRW-Einzelhandel fordert mehr staatliche Hilfen

Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen fordert rasche staatliche Hilfen für die durch den Teil-Lockdown hart getroffenen Händler im bevölkerungsreichsten Bundesland. Insbesondere im innerstädtischen Mode- und Schuhhandel sei die Lage "wirklich extrem existenzbedrohend", sagte der Präsident des Handelsverbandes NRW, Michael Radau, der Deutschen Presse-Agentur. Die Geschäfte kämpften nicht selten mit Umsatzrückgängen von 50 oder 60 Prozent.

Radau warnte, er sehe die Gefahr, dass manche Innenstädte im nächsten Winter nicht mehr wiederzuerkennen seien und dass sich Discount-Läden oder Leerstände an Stellen breit machten, wo man das nie erwartet hätte.

Die jüngste Entscheidung von Bund und Ländern, neue Zugangsbeschränkungen für Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche einzuführen habe die Lage definitiv nicht verbessert, betonte der Branchensprecher. Diese Maßnahme werde nur dazu führen, dass noch mehr Einkäufe ins Internet verlagert würden.

In dieser Situation müsse der Staat eine "adäquate Kompensation" für die durch seine Maßnahmen verursachten Umsatzrückgänge im Handel leisten, verlangte Radau.

Menschen gehen durch die Kölner Fußgängerzone Hohe Straße.
Menschen gehen durch die Kölner Fußgängerzone Hohe Straße.  © dpa/Oliver Berg

Update, 28. November, 7.35 Uhr: Tim Raue: Insolvenzen werden rieseln wie Nadeln vom Weihnachtsbaum

Der Berliner Spitzenkoch Tim Raue (46) rechnet mit schweren Folgen der verlängerten Corona-Zwangspause. "Dass die Regierung uns Hilfsmaßnahmen ankündigt, klingt gut, aber was wir bekommen werden, wird dem Gewinn der Vorjahre nicht annähernd nahe kommen", sagte Raue der Deutschen Presse-Agentur. "Verluste und Insolvenzen werden im Januar so reichlich rieseln wie die trockenen Nadeln vom Weihnachtsbaum."

Als Unternehmer sei die Lage enorm belastend. "Täglich um die Existenz zu kämpfen, ist große Scheiße." Mit Blick auf eine mögliche Wiederöffnung sagte Raue: "Wir versuchen so flexibel wie möglich zu handeln, und wenn man es uns erlaubt, werden wir umgehend auf den Restaurantbetrieb zurückstellen."

Der auch aus dem Fernsehen bekannte Koch betreibt in Kreuzberg mit seiner Geschäftspartnerin Marie-Anne Raue das nach ihm benannte Restaurant. Dieses wurde gerade vom Gastroführer "Gault&Millau" mit 19,5 Punkten als beste Berliner Adresse gelistet. Als Berater betreut Tim Raue die "Brasserie Colette" in Berlin, München und Konstanz, die "Villa Kellermann" in Potsdam und die "Hanami by Tim Raue Restaurants" auf einigen Schiffen der TUI-Flotte.

Der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown wird in Berlin bis zum 22. Dezember verlängert. Gaststätten und zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen, Theater und Schwimmbäder bleiben weiter geschlossen.

2-Sterne-Koch Tim Raue hält Essen in einer Tragetasche und eine Speisekarte in den Händen.
2-Sterne-Koch Tim Raue hält Essen in einer Tragetasche und eine Speisekarte in den Händen.  © dpa/Jörg Carstensen

Update, 28. November, 7.30 Uhr: Sachsen-Anhalter machen wegen Corona-Pandemie weniger HIV-Tests

Der Landesverband der Aids-Hilfen in Sachsen-Anhalt ist angesichts schlechter Testbedingungen zu Corona-Zeiten wegen einer möglichen Ausbreitung von HIV besorgt. "In diesem Jahr sind weniger Menschen zu Tests gegangen", sagte der Landesgeschäftsführer der Aids-Hilfen, Sven Warminsky, in Magdeburg. So seien wegen der Corona-Pandemie die Gesundheitsämter geschlossen gewesen oder ausgelastet.

Normalerweise könnten sich Menschen in den Behörden kostenlos auf HIV testen lassen. Außerdem fielen coronabedingt viele Präventionsangebote aus. Allein Ende 2019 lebten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts etwa 1100 Menschen mit HIV oder Aids in Sachsen-Anhalt. Am 1. Dezember wird weltweit der Welt-Aids-Tag begangen.

Ein Arzt nimmt in einer Einrichtung des Aids-Hilfe e.v. an dem Finger eines jungen Mannes Blut ab.
Ein Arzt nimmt in einer Einrichtung des Aids-Hilfe e.v. an dem Finger eines jungen Mannes Blut ab.  © dpa/ZB/Britta Pedersen

Update, 28. November, 7.25 Uhr: Hoteliers verlangen Öffnung für Familienbesuche über Weihnachten

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat den Freistaat aufgefordert, Hotelübernachtungen bei Familienbesuchen über Weihnachten zuzulassen - wie es auch in anderen Bundesländern geplant sei. "Unsere Betriebe sind ja nicht geschlossen worden, weil der Aufenthalt bei uns gefährlich ist, sondern weil sich die Menschen möglichst wenig bewegen sollten", sagte Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer von Dehoga Bayern, dem Münchner Merkur (Samstag).

"Deshalb halten wir es für zielführend, wenn Verwandtschaftsbesuche mit Geschäftsreisen gleichgestellt werden", sagte Geppert der Zeitung. Dies gelte vor allem für Weihnachten. "Wenn die Menschen ihre Verwandten besuchen, könnten sie dann in einem Betrieb mit funktionierendem Hygienekonzept übernachten."

Eine Hoffnung für die ganze Branche sei diese Ausnahmeregelung allerdings nicht. "Kein Betrieb würde nur für drei Tage aufsperren, das wäre zu kurz gesprungen", sagte Geppert. Dafür sei der Aufwand viel zu hoch. Allerdings könnten die Hotels, die derzeit Geschäftsreisende empfangen, über Weihnachten Menschen auf Heimatbesuch begrüßen. Die Betriebe bräuchten vor allem Planungssicherheit. "Wir gehen aber davon aus, dass man einen solchen Weg auch im Freistaat gehen kann."

Ein Zimmerschlüssel hängt in der Tür eines Hotelzimmers.
Ein Zimmerschlüssel hängt in der Tür eines Hotelzimmers.  © dpa/Swen Pförtner

Update, 28. November, 7.20 Uhr: Lage in der Taxi-Branche spitzt sich dramatisch zu

Die Lage in der Taxibranche spitzt sich nach Verbandsangaben wegen des Teil-Lockdowns in der Corona-Krise dramatisch zu. "Derzeit verlieren wir massenhaft Unternehmen, etliche Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz und damit ihre wirtschaftliche Existenz", heißt es in einem Brief von Vorstand und Präsidium des Bundesverbands Taxi und Mietwagen an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

Allein in Berlin seien 2020 bereits mehr als 1000 Taxis dauerhaft abgemeldet worden. Bis zum Februar gab es laut Verband rund 8100 Taxis in Berlin. Ohne zusätzliche Hilfen rechnet der Verband in dem Brief bis Ende 2021 bundesweit mit einem Verlust von 12.000 Unternehmen und etwa 80.000 Arbeitsplätzen - bei bisher rund 55.000 Firmen mit etwa 250.000 Jobs.

Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin heißt es, die Branche unterstütze die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und arbeite mit strikten Hygienekonzepten. Das Taxi- und Mietwagengewerbe lebe aber von der Mobilität der Menschen. "Derzeit kann es davon aber nicht mehr leben."

Wirtschaftliche Hilfen der Politik kämen aus verschiedenen Gründen beim Taxigewerbe nicht an, heißt es. So werde beim staatlichen Programm der Überbrückungshilfen die Fahrzeugfinanzierung nicht als Kosten anerkannt, obwohl dies einer der wichtigsten Faktoren der Unternehmen sei. Die fehlende Berücksichtigung von Unternehmerlohn sei für die Kleinunternehmen im Gewerbe dramatisch, weil der Unternehmer in der Regel selbst Taxi fahre.

Die Taxibranche bekomme außerdem keine Novemberhilfen - diese richten sich vor allem an direkt betroffene Firmen etwa aus der Gastronomie, die wegen behördlicher Anordnungen dicht machen mussten.

Ein Taxi des Taxi-Vermittlers Free Now (ehemals MyTaxi) fährt über eine Straße.
Ein Taxi des Taxi-Vermittlers Free Now (ehemals MyTaxi) fährt über eine Straße.  © dpa/Daniel Reinhardt

Update, 28. November, 7.15 Uhr: Umfrage: Mehrheit befürwortet Schließung von Skigebieten

Eine große Mehrheit in Deutschland würde laut einer Umfrage eine europaweite Schließung von Skigebieten befürworten. 73,8 Prozent der Befragten gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag) an, es sei "eindeutig" oder "eher richtig", zur Eindämmung der Corona-Pandemie alle europäischen Skigebiete vorerst zu schließen. 19,5 Prozent der Befragten hielten dies für "eher" oder "eindeutig falsch".

In Bayern, wo Skigebiete bis 20. Dezember nicht öffnen dürfen, sprachen sich der Umfrage zufolge rund zwei Drittel der Befragten (68,6 Prozent) "eindeutig" oder "eher" für eine europaweite Schließung aus. Etwa ein Viertel der Befragten (25,4 Prozent) hielt das für "eher" oder "eindeutig falsch".

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich für ein Verbot aus. "Ski-Regionen wollen natürlich, dass die Saison nicht ausfällt. Aber ein zweites Ischgl können wir uns in diesem Winter nicht erlauben, sonst besteht die Gefahr, dass wir europaweit in einer Lockdown-Situation landen, aus der wir nicht mehr hochkommen", sagte Hans dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). "Am besten wäre ein europaweites Skiverbot zumindest bis zum 10. Januar, dem Ende der Winterferien."

Hans begrüßte zudem die bayerische Regelung, wonach auch Tagestouristen, die zum Skifahren nach Österreich reisen, anschließend zehn Tage in Quarantäne müssen.

Skifahrer mit Mund-Nasen-Schutz sind mit der Luftseilbahn "Rotair" auf den Titlis unterwegs.
Skifahrer mit Mund-Nasen-Schutz sind mit der Luftseilbahn "Rotair" auf den Titlis unterwegs.  © dpa/KEYSTONE/Alexandra Wey

Update, 28. November, 7.10 Uhr: Zoos im Teil-Lockdown - Tiere reagieren auf Stille

Corona erzwingt die Schließung der Zoos in Rheinland-Pfalz: Manche Tiere reagieren wohl auf den Besuchermangel. Im Zoo Landau beachten die Affen die Mitarbeiter anscheinend mehr, wie die Kuratorin Christina Schubert vermutet. "Auch nach den Dingen in anderen Gehegen halten sie Ausschau." Normalerweise reagierten Affen und Besucher gegenseitig aufeinander. Auch Alexandra Japes, Kuratorin im Zoo Neuwied, berichtet, dass hier nun etwa für die Schimpansen das Auftauchen eines ihnen unbekannten Menschen besonders aufregend sei: "Dann kommen sie schneller als sonst."

Die Tierpfleger im Zoo Neuwied hätten jetzt mehr Zeit, um zum Beispiel mit Schimpansen zu trainieren, "Sachen zurückzugeben". Besucher hätten ihnen früher schon so manches wie etwa Schirmmützen zugeworfen. Die Mitarbeiter könnten derzeit mit Affen auch besser für den Krankheitsfall üben, sich etwa in Ohren und Mund schauen lassen.

Im Zoo Landau haben seltene Affen, die Weißscheitelmangaben, laut der Biologin Schubert "Probleme damit, wenn wir Corona-Masken tragen. Wenn wir sie ansprechen, können sie unsere Mimik nicht mehr erkennen. Ich habe den Eindruck, dass sie das irritiert."

Ein Schimpanse klettert auf einem herbstlich kahlen Baum im Zoo Neuwied.
Ein Schimpanse klettert auf einem herbstlich kahlen Baum im Zoo Neuwied.  © dpa/Thomas Frey

Auch der Tierpark Rheinböllen berichtet von Verhaltensänderungen seiner Bewohner. "Wenn das Rot- und Damwild und die Mufflons jemanden nicht kennen wie zum Beispiel den Tierarzt, sind sie jetzt recht interessiert und kommen zu ihm", sagt die Biologin Henrieke Böß.

Manche Tierarten scheinen mangels Besucher scheuer zu werden. Im Zoo Landau haben sich die Humboldt-Pinguine laut der Kuratorin Schubert "schon an die Ruhe gewöhnt. Die erschrecken dann bei Menschen, die sie nicht so kennen." Man müsse sich inzwischen bei ihnen "erst anmelden, also mit dem Schlüssel klappern oder pfeifen. Sonst schrecken sie auf und fliehen ins Wasser."

Im Zoo Neuwied stolzieren die Pfauen als sogenannte Freigänger zwischen leeren Bänken und Tischen - kein Besucher stärkt sich hier mit einem Imbiss. "Die wundern sich wohl, dass sie keine Krümel mehr auf dem Boden finden", sagt die Biologin Japes. "Jetzt fressen sie ihr gesundes Körnerfutter." Seit zwei Wochen hat der Zoo Neuwied auch die neue Sibirische Tigerin Kimba - eine Überraschung für den dortigen männlichen Artgenossen Ivo und für künftige Besucher.

Pinguine watscheln im Zoo Neuwied durch ihr Gehege.
Pinguine watscheln im Zoo Neuwied durch ihr Gehege.  © dpa/Thomas Frey

Update, 28. November, 7.05 Uhr: Verband: Ordnungsämter haben "nicht ansatzweise genug Personal"

Auch Ordnungsämter brauchen im Kampf gegen die Pandemie nach Angaben des Städte- und Gemeindebundes NRW dringend mehr Geld und mehr Personal. "Bund und Land müssen die kommunalen Ordnungsämter in gleichem Maße unterstützen wie die Arbeit der kommunalen Gesundheitsämter, umgerechnet 200 Millionen Euro jährlich für NRW", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Bernd Jürgen Schneider, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ordnungsämter würden im Kampf gegen das Coronavirus eine "Schlüsselrolle" einnehmen und seit Monaten "am Anschlag" arbeiten. Es sammelten sich viele Überstunden an. "Um dieses Pensum dauerhaft leisten zu können, haben die Ordnungsämter nicht ansatzweise genug Personal", betonte Schneider. "Manche Gemeinden bräuchten doppelt so viele Leute." Kurzfristig könnte die knappe Besetzung etwas gestreckt werden. "Aber macht man das zu sehr, reißt die Decke."

Laut Städte- und Gemeindebund müssen die Ordnungsämter in der Corona-Krise unter anderem Quarantänemaßnahmen umsetzen und die Maskenpflicht oder Auflagen für den Hygieneschutz kontrollieren.

Ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt patrouilliert in der Fußgängerzone an Passanten vorbei, die Mund-Nase-Bedeckung tragen.
Ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt patrouilliert in der Fußgängerzone an Passanten vorbei, die Mund-Nase-Bedeckung tragen.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 28. November, 7 Uhr: Kinder wünschen sich vom Nikolaus: "Dass Corona weggehen soll"

Die Corona-Krise ist dieses Jahr auch in den Briefen von Kindern an den Nikolaus das Top-Thema. Es gebe kaum ein Schreiben, in denen die Pandemie nicht erwähnt sei, sagte Sabine Gerecke vom Nikolauspostamt in St. Nikolaus im Saarland der Deutschen Presse-Agentur. Auf Wunschzetteln stehe meist ganz oben: "Dass Corona weggehen oder das Virus verschwinden soll". Oder: "Dass die Kinder mit der ganzen Familie Weihnachten feiern und auch wieder die Oma besuchen wollen", berichtete Gerecke als Leiterin der Aktion.

Seit mehr als 50 Jahren schreiben Kinder "An den Nikolaus" in dem kleinen Ort in der Gemeinde Großrosseln nahe der französischen Grenze. Nach Angaben der Deutschen Post ist es das älteste Nikolauspostamt in Deutschland. Die Partnerschaft zwischen dem Festausschuss und der Post besteht seit 1967.

Es seien bereits mehr als 9000 Briefe aus aller Welt eingegangen. "Das sind schon so viele wie sonst kurz vor Nikolaus", sagte Gerecke. Täglich kämen um die 1000 neue Schreiben dazu. Die Briefe werden von rund 40 ehrenamtlichen Helfern beantwortet und ab dem 4. Dezember bis zum 24. Dezember verschickt.

Es gebe auch viele Briefe, in denen die Kinder es bedauerten, dass der Nikolaus wegen Corona nicht vorbeikommen dürfe. Andere schrieben: "Bitte vergiss Deine Maske nicht, dann darfst du auch kommen" oder "Nikolaus bleib gesund!". In diesem Jahr sind der Nikolaus und seine Helfer in einer eigenen Nikolaushütte am Nikolausplatz zu finden.

An den Nikolaus adressierte Briefe liegen im Nikolaus-Postamt.
An den Nikolaus adressierte Briefe liegen im Nikolaus-Postamt.  © dpa/Oliver Dietze

Update, 28. November, 6.55 Uhr: Bätzing für bundesweiten Corona-Gedenktag

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, schlägt die Einführung eines bundesweiten Corona-Gedenktages vor. "Es wäre ein Tag für das Gedenken an die vielen Corona-Toten. Aber vor allem ein Zeichen der Zuversicht dafür, dass wir die Pandemie und andere Krisen mit vereinten Kräften überwinden können", sagte der Limburger Bischof den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Als denkbaren Termin nannte er den Beginn der geplanten Impfungen gegen das Coronavirus.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte Anfang September eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer in Deutschland ins Gespräch gebracht, um die Hinterbliebenen in ihrer Trauer nicht alleinzulassen.

Bätzing nannte als Begründung für seinen Vorstoß auch die Erlebnisse der vergangenen Monate: "Wir haben in dieser Zeit wichtige Erfahrungen gemacht: Wie gefährdet menschliches Leben ist, wie wichtig Solidarität ist, wie sich Einschränkungen anfühlen und wie wertvoll Freiheit ist."

Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.
Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.  © DPA/Arne Dedert

Update, 28. November, 6.50 Uhr: Bereits mehr als 13 Millionen bestätigte Corona-Infektionen in den USA

In den USA sind seit dem Beginn der Pandemie bereits mehr als 13 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden.

Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor. Die Zahl der bekannten Infektionen nahm damit innerhalb von nur sechs Tagen um eine Million zu. Mehr als 264.000 Menschen starben der Universität zufolge bislang im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Krankheit Covid-19 auslösen.

In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es mehr bestätigte Infektionen und Todesfälle als in jedem anderen Staat. Zuletzt meldeten die US-Behörden im Schnitt pro Tag mehr als 160.000 Neuinfektionen. Für Donnerstag, den landesweiten Feiertag Thanksgiving, waren nur 110.000 Infektionen gemeldet worden. Experten begründeten dies mit feiertagsbedingten Verzögerungen der Meldungen, nicht durch eine plötzliche Verbesserung der Infektionslage.

Freiwillige Helfer schneiden Kürbiskuchen in Portionen, um sie für ein Thanksgiving-Essen für Obdachlose und Bedürftige der Gemeinde in Behälter zu füllen.
Freiwillige Helfer schneiden Kürbiskuchen in Portionen, um sie für ein Thanksgiving-Essen für Obdachlose und Bedürftige der Gemeinde in Behälter zu füllen.  © dpa/AP/The Brownsville Herald/Denise Cathey

Update, 28. November, 6.45 Uhr: Rotterdams Bürgermeister schließt Geschäfte im Zentrum

Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb hat wegen Überfüllung des Stadtzentrums Geschäfte vorzeitig schließen lassen. Das sei am Abend in Absprache mit den Ladenbesitzern geschehen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP am Freitag.

Wegen der Verkaufsaktion "Black Friday" seien viele Menschen zum Shoppen gekommen. Appelle, nicht das Zentrum der niederländischen Hafenmetropole aufzusuchen, hätten nicht geholfen. Wie der Sender NOS berichtete, dürfen Geschäfte unter den Corona-Bestimmungen in der Regel bis 20 Uhr geöffnet haben.

Die niederländische Regierung hatte Mitte des Monats die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorsichtig gelockert. Seit Mitte Oktober gilt ein Teil-Lockdown.

Blick auf Rotterdam.
Blick auf Rotterdam.  © 123RF/Dmitry Rukhlenko

Update, 27. November, 22.24 Uhr: Slowakei verlangt Corona-Tests von allen Einreisenden

Angesichts zuletzt wieder leicht steigender Corona-Neuinfektionszahlen will die Slowakei ihre Einreisebestimmungen nachschärfen.

Wie Gesundheitsminister Marek Krajci am Freitag vor Journalisten erklärte, sollen ab 7. Dezember alle Einreisenden einen negativen Corona-Test vorweisen oder verpflichtend in Quarantäne gehen müssen. Die Infektionszahlen seien in allen Nachbarländern höher als in der Slowakei, führte Krajci zur Begründung an.

Medizinisches Personal (l) entnimmt einer Frau einen Nasenabstrich im Rahmen eines Corona-Massentests. Ab dem 7. Dezember muss jeder, der in die Slowakei einweisen will, einen negativen Corona-Test nachweisen.
Medizinisches Personal (l) entnimmt einer Frau einen Nasenabstrich im Rahmen eines Corona-Massentests. Ab dem 7. Dezember muss jeder, der in die Slowakei einweisen will, einen negativen Corona-Test nachweisen.  © Radovan Stoklasa/TASR/dpa

Update, 27. November, 22.13 Uhr: Wiener Neujahrskonzert wohl ohne Publikum

Das traditionsreiche Wiener Neujahrskonzert wird im kommenden Jahr aufgrund der Corona-Pandemie wohl ohne Zuhörer im goldenen Saal des Wiener Musikvereins stattfinden.

"Also ich denke, es wird ein Neujahrskonzert geben, aber ich fürchte ohne Publikum", sagte Kulturminister und Vize-Kanzler Werner Kogler der "Tiroler Tageszeitung" (Samstag-Ausgabe). Die Wiener Philharmoniker hatten zuletzt betont, zur Not auch vor leeren Rängen zu spielen. Maestro Riccardo Muti (79) soll das Konzert am 1. Januar bereits zum sechsten Mal dirigieren.

Riccardo Muti, italienischer Dirigent, wird das Neujahrskonzert 2021 in Wien wohl vor leeren Rängen aufführen.
Riccardo Muti, italienischer Dirigent, wird das Neujahrskonzert 2021 in Wien wohl vor leeren Rängen aufführen.  © Hans Punz/APA/dpa

Update, 27. November, 20.23 Uhr: Belgien lässt alle Läden wieder öffnen

Trotz eines Rückgangs der Corona-Zahlen lockert Belgien seine Pandemieauflagen nur geringfügig. So dürfen ab 1. Dezember alle Läden unter strikten Hygienevorgaben wieder öffnen - statt wie bisher nur Lebensmittelläden und Geschäfte mit unbedingt notwendigen Waren.

Dies teilte Ministerpräsident Alexander De Croo am Freitagabend mit. Die allermeisten Auflagen bleiben aber bestehen, voraussichtlich zunächst bis Mitte Januar. Auch über Weihnachten gelten strenge Kontaktbeschränkungen.

Titelfoto: dpa/Kay Nietfeld

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