Coronavirus: Merkel warnt vor Delta-Mutante!

Deutschland/Welt - In Deutschland ist die bundesweite Corona-Inzidenz im Sinkflug. Doch macht die Delta-Mutante alles wieder kaputt? Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.
In vielen Regionen Deutschlands hat die Außengastronomie mittlerweile wieder geöffnet.  © Angelika Warmuth/dpa

Laut Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie rund 3,7 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

90.270 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt laut Robert-Koch-Institut bundesweit bei 10,3 (Vortag: 11,6).

Coronavirus in NRW: Bald wieder Termine für Erstimpfungen!
Coronavirus Coronavirus in NRW: Bald wieder Termine für Erstimpfungen!

Weltweit gibt es rund 177 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 3,8 Millionen Todesfälle (alle Daten Stand: 18. Juni, 7 Uhr).

+++ Ältere Informationen zur Corona-Situation findet Ihr im TAG24-Coronavirus-Newsarchiv +++

Update, 18. Juni, 20.12 Uhr: Delta-Variante: Merkel mahnt zur Vorsicht bei Fußball-EM

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat angesichts der aggressiven Delta-Variante des Coronavirus zu großer Vorsicht bei der Fußball-EM gemahnt.

"Es ist schön, dass jetzt in München zum Beispiel wieder 14.000 Fans sein können. Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien sehe in anderen Ländern Europas, dann bin ich bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist", sagte Merkel am Freitag vor einem gemeinsamen Abendessen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron (43) in Berlin.

Merkel sagte, wegen sehr geringer Fallzahlen könnte man Corona-Ausbrüche in Deutschland derzeit sehr viel besser verfolgen und mit der Delta-Variante gut umgehen.

"Aber ich kann nur sagen: Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei. Auch wenn an einem solchen Sommerabend das Gefühl ist, da ist nichts mehr." Auch weil es einen großen Teil nicht geimpfter Menschen gebe, die keinen vollen Schutz hätten "glaube ich, ist Vorsicht weiter notwendig, damit wir einen Sommer doch vieler Freiheiten haben, aber noch nicht aller Freiheiten".

Dies gelte auch insbesondere für Großereignisse wie bei der Fußball-EM.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (43) tragen Masken, während sie ankommen, um zusammen vor Journalisten ein Statement abzugeben. Die beiden treffen sich, um unter anderem den für die kommende Woche in Brüssel geplanten EU-Gipfel vorzubereiten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (43) tragen Masken, während sie ankommen, um zusammen vor Journalisten ein Statement abzugeben. Die beiden treffen sich, um unter anderem den für die kommende Woche in Brüssel geplanten EU-Gipfel vorzubereiten.  © Axel Schmidt/Reuters-Pool/dpa

Update, 18. Juni, 20.11 Uhr: Wie gefährlich ist die Delta-Mutante jetzt schon für uns? Drosten redet Klartext!

Nach Einschätzung des Charité-Virologen Christian Drosten (49) muss Deutschland die Delta-Variante in der Pandemie ab sofort ernst nehmen!

Alle Infos hier: "Wie gefährlich ist die Delta-Mutante jetzt schon für uns? Drosten redet Klartext!"

Der Virologe Christian Drosten (49).
Der Virologe Christian Drosten (49).  © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

Update, 18. Juni, 20 Uhr: Niederlande heben meiste Corona-Maßnahmen auf

Die Niederlande werden fast alle Corona-Maßnahmen aufheben. Ab dem 26. Juni gelte als zentrale Regel nur noch die Abstandsregel von 1,5 Meter, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitagabend in Den Haag.

Veranstaltungen, bei denen kein Abstand eingehalten werden könne, seien möglich, wenn Besucher einen Test- oder Impfbeweis vorweisen. Das gelte auch für Sportwettkämpfe, Festivals, Gaststätten oder Theater. Auch die Maskenpflicht werde fast vollständig aufgehoben.

Update, 18. Juni, 19.05 Uhr: Italien lockert weiter

Die Corona-Zahlen in Italien sinken. Deswegen gehören ab Montag alle Regionen in dem Mittelmeerland außer dem kleinen Aostatal im Norden zur Weißen Zone mit den lockersten Regeln. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom mit.

Mit Wochenbeginn werde die Risikoeinstufung für sieben Regionen entsprechend abgeschwächt: Darunter sind so beliebte Reisegebiete wie Südtirol, die Toskana und Sizilien.

Es gelten dann nur noch wenige Einschränkungen. Die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske im öffentlichen Raum, auch draußen, und die Abstandsregeln bleiben aber erhalten.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land registrierte am Freitag knapp 1150 Neuinfektionen in 24 Stunden sowie 35 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen ist in Italien laut Experten auf etwa 16,7 gesunken.

In Italien können sich die Leute wieder drängen, denn: die Inzidenzen sinken.
In Italien können sich die Leute wieder drängen, denn: die Inzidenzen sinken.  © Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 18. Juni, 18.34 Uhr: Spanien erleichtert Einreise von Deutschen aus fast allen Bundesländern

Die meisten Touristen aus Deutschland müssen ab Montag keinen negativen Corona-Test mehr vorlegen, um in Spanien auf dem Luft- oder Seeweg einzureisen - selbst wenn sie ungeimpft sind.

Bis auf Baden-Württemberg und das Saarland wurden nämlich alle deutschen Bundesländer wegen der niedrigen Infektionszahlen von der spanischen Liste der Risikogebiete gestrichen, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte.

Die Neuregelung gilt vorerst für eine Woche, bis Mitternacht des 27. Juni. Die Liste der Risikogebiete wird von Spanien einmal wöchentlich aktualisiert.

Die spanische Regierung hofft, dass die Zahl der ausländischen Besucher bis Jahresende 60 bis 70 Prozent des Volumens von der Zeit vor der Pandemie erreichen wird.

"Der Tourismus wird die Erholung unserer Wirtschaft vorantreiben", versicherte Ministerpräsident Pedro Sánchez. Mit einem Anteil von rund zwölf Prozent am Volkseinkommen war die Reisebranche vor Corona einer der wichtigsten Sektoren der spanischen Wirtschaft.

Update, 18. Juni, 18:21 Uhr: Altmaier wirbt für belebte Innenstädte

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (63, CDU) liegen die Geschäfte in der Innenstadt am Herzen. Es ginge darum, Leerstände zu verhindern und eine digitale Ladenpräsenz aufzubauen.

"Wir müssen bereit sein, in den nächsten Monaten schnell zu handeln", sagte er am Freitag bei einer Tagung der kommunalpolitischen Vereinigung der Unionsparteien.

"Denn wenn eine Innenstadt ihre Geschäfte erstmal verloren hat, dann schwindet die Lebensqualität und irgendwann ziehen die Menschen sich zurück."

In der kommenden Woche werde ein von ihm ins Leben gerufener runder Tisch erste Vorschläge dafür vorlegen. Dann müssten Kommunen, Gewerbetreibende und die Politik in Berlin an einem Strang ziehen.

"Wir können den Wandel in unseren Innenstädten nicht aufhalten, aber in erheblichen Teilen mitgestalten", sagte Altmaier.

Die Herausforderungen durch veränderte Konsum- und Lebensgewohnheiten hätten sich durch die Corona-Krise zuletzt noch einmal verstärkt. Menschenleere Innenstädte hätten sich als Bilder der Pandemie in die Köpfe eingebrannt.

Peter Altmaier (63, CDU) bei der Wirtschaftsministerkonferenz.
Peter Altmaier (63, CDU) bei der Wirtschaftsministerkonferenz.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 18. Juni, 18.09 Uhr: Niederländischer König missachtete Corona-Regeln: das hält sein Volk jetzt noch von ihm

Der Monarch hatte bei einem Treffen mit Fußballfans in Den Haag Hände geschüttelt, wie die Bild berichtete.

Das war nicht das erste Mal, dass Willem-Alexander sich nicht um die Corona-Maßnahmen kümmerte. Seine Untertanen nahmen ihm dies übel: die Umfragewerte sanken.

Jetzt zeigte der Niederländer Reue: Ministerpräsident Mark Rutte ließ ausrichten, das Missgeschick tue dem König "furchtbar leid".

König Willem-Alexander mit Fußballfans. Jetzt steht er in der Kritik, weil er die Corona-Regeln nicht beachtete.
König Willem-Alexander mit Fußballfans. Jetzt steht er in der Kritik, weil er die Corona-Regeln nicht beachtete.  © Marco de Swart/ANP/dpa

Update, 18. Juni, 17.39 Uhr: Panne in bayerischen Testzentren: Personendaten online einsehbar

Name, Wohnort, Handynummer: Solche sensiblen Daten von Menschen, die sich in zwei bayerischen Testzentren für einen PCR-Test angemeldet hatten, waren zeitweise im Internet einsehbar.

Man bedaure den Vorfall sehr, teilte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Bayern als Betreiber am Freitag mit. "Der ASB hat die Datenlücke umgehend geschlossen und das Schutzniveau erhöht." Betroffen sind zwei Testzentren in Franken.

"Diese Daten gehören nicht für Unbefugte abrufbar gemacht. Das ist ganz klar", sagte Andreas Sachs, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Datenschutzaufsicht, der Deutschen Presse-Agentur. Er schränkte aber ein, nach vorläufiger Einschätzung sehe man das Datenleck nicht als "schweren Sicherheitsvorfall".

Unklar ist, ob Unbefugte tatsächlich auf die Daten zugegriffen haben. Laut ASB sind 1600 Menschen betroffen.

Update, 18. Juni, 16.56 Uhr: Paar erschlich sich Impfungen und muss nun blechen

Ein kanadisches Paar hat sich in einer abgelegenen Indigenen-Siedlung im Norden des Landes seine Corona-Impfung ermogelt. Deswegen müssen die beiden nun umgerechnet etwa 1500 Euro Strafe zahlen. Das berichteten kanadische Medien.

"Glücklicherweise ist in diesem Fall physisch nichts passiert, niemand hat Covid bekommen", sagte Richter Michael Cozens. Das Paar hatte angegeben, bei einer lokalen Übernachtungseinrichtung zu arbeiten und so an die Impfungen gekommen zu sein.

Der frühere Chef einer Casino-Firma und die Schauspielerin hatten sich im Januar ein kleines Flugzeug gemietet und sich damit in den Ort Beaver Creek in der Region Yukon bringen lassen.

Die rund 100 Menschen in Beaver Creek gehörten zu denjenigen, die bei den Impfungen in Kanada Priorität bekommen hatten, unter anderem weil ihre Siedlung fernab jeglicher gut ausgerüsteter medizinischer Versorgung liegt.

Update, 18. Juni, 16.30 Uhr: Sauerstoff knapp: Afrikanischen Ländern fehlt nicht nur der Impfstoff, sondern auch die Beatmungsgeräte

Die Corona-Zahlen in Teilen Afrikas steigen rasant: In Uganda war die Zahl der Neuinfektionen laut der Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (AU), mit 11 704 Neuinfektionem am Freitag im Wochenvergleich so hoch wie nie zuvor.

"Die Fälle steigen stetig. Wir versuchen, woher auch immer, Sauerstoffzylinder zu beziehen", sagte Gesundheitsministerin Munero.

Insgesamt wurden bisher laut CDC rund 5,1 Millionen Infektionen in Afrika dokumentiert. Den Angaben zufolge sind rund 136 000 Menschen bisher an den Folgen gestorben.

Laut der WHO sei das besorgniserregend und eine Folge der ungleichen Impfstoffverteilung. Nur ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung sei trotz aller Appelle der WHO bisher geschützt.

"Wir sind dabei, einen hohen Preis für diese Ungerechtigkeit zu zahlen", warnte der WHO-Krisenkoordinator Mike Ryan am Freitag in Genf. Die Signale aus Afrika deuteten auf einen möglicherweise deutlichen generellen Anstieg hin.

Impfstoffe sind knapp in afrikanischen Ländern: mit einem der raren AstraZeneca-Vakzine ließ sich der ugandische Präsident Yoweri Museveni impfen.
Impfstoffe sind knapp in afrikanischen Ländern: mit einem der raren AstraZeneca-Vakzine ließ sich der ugandische Präsident Yoweri Museveni impfen.  © Joseph Kiggundu/XinHua/dpa

Update, 18. Juni, 15.55 Uhr: Impfstoff-Studie: Curevac hat nach wie vor Chancen

Der Leiter der Impfstoff-Studie von Curevac, Peter Kremser, sieht das Tübinger Unternehmen sogar noch in der Spitzengruppe der Covid-Vakzin-Hersteller.

"Mit Curevac sind wir nach wie vor in den Top Ten von 300 Impfstoffentwicklern", sagte Kremsner am Freitag dem Radiosender Bayern 2. "Aber wir haben es halt nicht in die Medaillen-Ränge geschafft."

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA entscheidet in den nächsten Wochen, wie es jetzt mit dem Curevac-Impstoff weitergehe. "Aus meiner Sicht wird das nicht in den nächsten Wochen gelingen.", urteilte Kremser. "Aber es wird möglich sein, den Impfstoff so aufzubereiten, dass er sehr wirksam sein kann."

Der WHO war dieser Ansatz nicht genug: "Es war enttäuschend, die Ergebnisse von Curevac zu sehen", sagte WHO-Experte Soumya Swaminathan laut der Bild. Mit einer Wirksamkeit von 47 Prozent bleibt der Impfstoff deutlich hinter den Erwartungen.

Titelfoto: Axel Schmidt/Reuters-Pool/dpa

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