Coronavirus: Motorrad-WM: Großer Preis von Portugal wegen Corona ohne Zuschauer

Update, 31. Oktober, 23.34 Uhr: Motorrad-WM: Großer Preis von Portugal wegen Corona ohne Zuschauer

Das Saisonfinale der Motorrad-Weltmeisterschaft am 22. November an der Algarve in Portugal muss wegen Corona ohne Zuschauer ausgetragen werden. Das kündigte der portugiesische Regierungschef António Costa am Samstagabend zusammen mit anderen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie an. Die Veranstalter seien bereits informiert worden.

In dem lange Zeit vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommenen Land steigen die Infektionszahlen nun rasant. Bisher wurden bereits mehr als 140.000 Infektionen und mehr als 2500 Covid-19-Tote verzeichnet.

Die Rennstrecke Autódromo Internacional do Algarve - gut 20 Kilometer von Portimão entfernt - gilt als Achterbahn. Der 4,7 Kilometer lange Rundkurs zeichnet sich vor allem durch seine Höhenunterschiede aus. 6,2 Prozent Steigung und zwölf Prozent Gefälle sind es in der Spitze.

Update, 31. Oktober, 22.28 Uhr: Portugal ordnet Lockdown light gegen Corona an

Das noch im Frühjahr wegen seiner niedrigen Corona-Zahlen gepriesene Portugal hat angesichts immer schneller steigender Infektionszahlen einen Teil-Lockdown angekündigt. 70 Prozent der rund 10,3 Millionen Bürger des Landes hätten ab Mittwoch die "Bürgerpflicht", möglichst Zuhause zu bleiben, sagte Regierungschef António Costa nach einer achtstündigen Krisensitzung am Samstagabend in Lissabon. Die Schulen sollten jedoch geöffnet bleiben.

Es handelt sich nicht um eine strikte Ausgangssperre, da die Menschen ihre Häuser verlassen dürften, um zur Arbeit, zum Arzt oder zu einem pflegebedürftigen Angehörigen zu gehen, wie Costa sagte. Auch sollen kurze Spaziergänge sowie der Besuch von Restaurants weiter erlaubt sein, die jedoch weniger Menschen bedienen dürften und früher schließen müssten. Wo immer möglich, solle zur Heimarbeit gewechselt werden. Wochenmärkte unter freiem Himmel und andere Marktveranstaltungen seien künftig verboten.

Die neuen Einschränkungen sollen in insgesamt 121 Kommunen landesweit einschließlich Porto und der Hauptstadt Lissabon gelten, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen die Zahl von 240 überstieg. Costa betonte, die Maßnahmen seien unumgänglich, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern. Andererseits müsse aber auch die Wirtschaft am Laufen gehalten werden.

Am Vortag waren 4656 neue Infektionen registriert worden, so viele wie noch nie binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Menschen binnen 14 Tagen kletterte im Landesdurchschnitt auf 240. Im Vergleich dazu liegt dieser Wert in Deutschland auf die vergangenen sieben Tage berechnet bei 104,9. Auch die Zahl der Menschen, die binnen 24 Stunden mit Covid starben, stieg auf 40, so hoch wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie.

Die Bundesregierung warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Portugal. Ausgenommen ist noch der Süden des Landes inklusive der auch bei deutschen Urlaubern beliebten Algarve.

Update, 31. Oktober, 22 Uhr: Trump: In Europa zeigt sich Nutzlosigkeit harter Lockdowns

US-Präsident Donald Trump hat kurz vor der Wahl in den USA die Wirksamkeit strenger Alltagsbeschränkungen sowie Europas Umgang mit dem Coronavirus infrage gestellt. 

"Die explodierenden Fälle in Europa haben gezeigt, dass drakonische Lockdowns - das sind sie, drakonisch - das Virus nicht aufhalten", sagte der Republikaner am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Newton im Bundesstaat Pennsylvania. "Italien war so im Lockdown - und jetzt fängt es wieder von vorne an."

Trump brüstete sich drei Tage vor dem Wahltermin am Dienstag zudem damit, dass die Übersterblichkeit in den USA 40 Prozent niedriger sei als in Europa. "Und Europa hat einen guten Job gemacht, das ist ein sehr brutales Ding. Jeder dachte, Deutschland geht es gut, gut, gut, gut. Aber es geht denen nicht gut", sagte er. "Man sieht gerade, was da drüben abgeht, Frankreich wieder, Spanien, Italien. Uns geht es gut. Wir bekommen nur keine Anerkennung dafür."

Auf welche Zahlen sich Trump mit seiner Aussage berief, war unklar. Die Übersterblichkeit gibt an, wie viele Menschen in einem gewissen Zeitraum mehr gestorben sind als zu einem vergleichbaren früheren Zeitraum.

In den USA schwankt eine Vorhersage der Gesundheitsbehörde CDC zwischen rund 236.000 und 318.000 Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die USA sind ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern und haben nach Angaben der Johns Hopkins Universität mehr als 230.000 bestätigte Corona-Tote.

Das europäische Bündnis Euromomo geht von aktuell rund 223.000 durch das Virus gestorbenen Menschen in den Ländern aus, die Daten zuliefern. In der Europäischen Union leben derzeit rund 448 Millionen Menschen, nicht alle EU-Länder liefern Daten für Euromomo zu.

Trump stellt sich am 3. November zur Wiederwahl, liegt in landesweiten Umfragen aber hinter seinem Herausforderer Joe Biden. Wegen des komplizierten Wahlsystems sind die Umfragen aber nur begrenzt aussagekräftig. Der Präsident spielt die Gefahr des Coronavirus seit Monaten herunter und wehrt sich gegen strenge Präventionsmaßnahmen in den USA.

Donald Trump, Präsident der USA, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung.
Donald Trump, Präsident der USA, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung.  © Chris Szagola/AP/dpa

Update, 31. Oktober, 19.50 Uhr: Teil-Lockdown für England im November - Schulen bleiben geöffnet

Nach mehreren anderen Ländern in Europa hat der britische Premierminister Boris Johnson auch für England einen Teil-Lockdown angekündigt. 

Ab kommenden Donnerstag sollen in England nur noch Schulen und Universitäten geöffnet bleiben, wie Johnson am Samstag erklärte. Alle anderen Orte - etwa Kultureinrichtungen, Sportzentren, nicht-lebensnotwendige Geschäfte sowie Restaurants und Pubs - müssen bis zum 2. Dezember schließen.

"Das Virus breitet sich derzeit schneller aus, als es unsere wissenschaftlichen Berater in einem Worst-Case-Szenario angenommen haben", sagte Johnson. "Jetzt ist es Zeit zu handeln, denn es gibt keine Alternative." Die Maßnahmen seien notwendig, um Leben zu retten und den staatlichen Gesundheitsdienst NHS vor einer erneuten Überlastung zu schützen. Der Regierungschef schwor die Briten darauf ein, ihr Zuhause nur noch in dringenden Fällen zu verlassen - wie Arbeit, Sport, Einkäufe oder die Pflege Angehöriger.

Am Samstag meldete Großbritannien knapp 22.000 Neuinfektionen. Damit durchbrach das Land die Schwelle von einer Million bestätigten Coronavirus-Fällen seit Beginn der Pandemie. In den vergangenen zwei Wochen zählte das Vereinigte Königreich nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control 451 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Schottland, Wales und Nordirland machen ihre eigenen Regeln. Dort gelten bereits weitgehend deutlich schärfere, temporäre Corona-Maßnahmen als bisher in England.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, geht von der Downing Street 10 zu einem Treffen mit seinen Ministern im Auswärtigen Amt.
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, geht von der Downing Street 10 zu einem Treffen mit seinen Ministern im Auswärtigen Amt.  © Matt Dunham/AP/dpa

Update, 31. Oktober, 19.20 Uhr: Mehrere Tausend Menschen bei Corona-Protesten in Deutschland

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in verschiedenen deutschen Städten gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. 

Mehr dazu >> hier.

Teilnehmer einer Demonstration der Bewegung "Querdenken 351" versammeln sich auf dem Theaterplatz. Über 1000 Menschen protestierten gegen die Coronapolitik der Bunderegierung.
Teilnehmer einer Demonstration der Bewegung "Querdenken 351" versammeln sich auf dem Theaterplatz. Über 1000 Menschen protestierten gegen die Coronapolitik der Bunderegierung.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 31. Oktober, 19.10 Uhr: Party-Wochenende kurz vor dem Lockdown: Polizei hat alle voll zu tun

Eine letzte Party vor dem Lockdown: Am Wochenende bevor das öffentliche Leben wieder weitgehend zum Erliegen kommen soll, scheinen die Menschen es noch einmal krachen lassen zu wollen. Zu der Einschätzung kommen einige Polizeipräsidien in Bayern am Samstag.

Mehr dazu >> hier.

Volle Münchner Innenstadt, wo allerdings alle mit Masken unterwegs sind. Einige haben es kurz vor dem zweiten Lockdown in Deutschland nochmal richtig krachen lassen.
Volle Münchner Innenstadt, wo allerdings alle mit Masken unterwegs sind. Einige haben es kurz vor dem zweiten Lockdown in Deutschland nochmal richtig krachen lassen.  © Matthias Balk/dpa

Update, 31. Oktober, 19 Uhr: Stockholm schließt wegen Corona-Lage städtische Museen

Die schwedische Hauptstadt Stockholm schließt wegen der zunehmenden Corona-Infektionen ab Sonntag vorübergehend alle städtischen Museen und Kunsthallen. 

Zudem wird Gruppentraining in den städtischen Schwimmbädern ebenso gestrichen wie am Wochenende das Schlittschuhlaufen in den Eishallen, wie die Stadt am Samstag mitteilte. Damit wolle man den Stockholmern helfen, den allgemeinen Empfehlungen der Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten Folge zu leisten. Schwimmbäder und Sportanlagen blieben zwar offen, sollten jedoch nicht besucht werden. Die Maßnahmen gelten vorläufig bis zum 19. November.

Schweden hat sich in der Corona-Krise für einen Sonderweg mit recht freizügigen Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger entschlossen. Vereinzelte Beschränkungen gelten aber auch dort. Weil die schwedischen Infektionszahlen in den vergangenen Tagen erheblich gestiegen sind, wurden zuletzt allgemeine Empfehlungen für eine Reihe von Regionen ausgegeben, darunter am Donnerstag auch für die Menschen in Stockholm. 

In diesen Regionen wird man unter anderem dazu aufgefordert, Kontakt mit Personen aus anderen Haushalten ebenso zu meiden wie den öffentlichen Nahverkehr und eben auch Museen, Bibliotheken und Bäder.

Update, 31. Oktober, 17.30 Uhr: Erdogans Sprecher mit Coronavirus infiziert

Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. 

Auf Twitter schrieb Kalin am Samstag, ihm gehe es "Gott sei Dank" momentan ganz gut. Er habe nur milde Symptome. Zuvor hatte am Samstag auch Innenminister Suleyman Soylu mitgeteilt, er sei positiv getestet worden, ebenso wie seine Frau und Tochter.

Die Türkei mit ihren etwa 83 Millionen Einwohnern hat seit Beginn der Pandemie nach offiziellen Zahlen rund 373.000 Infektionsfälle und 10.177 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. 

Seit der Lockerung der Corona-Regeln von Juni an sind die Fallzahlen in den vergangenen Wochen wieder gestiegen.

Update, 31. Oktober, 17 Uhr: Corona-Herbst in Italien: Conte büßt Vertrauen ein

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat parallel zur zweiten Corona-Welle an Popularität verloren. Wie eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Ipsos ergab, sackte die Zustimmung für den Chef der Mitte-Links-Regierung in Rom Ende Oktober um sieben Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat auf einen Wert von 58 Prozent ab.

Seit Oktober steigen die Corona-Zahlen in Italien rasant. Die Regierung des parteilosen Juristen hat mehrfach die Beschränkungen für die Bürger verschärft. So sind Kinos und Theater geschlossen. Lokale dürfen nur bis 18 Uhr servieren. Gegen die Maßnahmen gehen seit gut einer Woche Menschen auf die Straßen. Am Freitagabend gab dabei erneut auch Krawalle - diesmal besonders in Florenz.

Auch die Popularität der gesamten Regierung, die von der Fünf-Sterne-Bewegung und den Sozialdemokraten (PD) angeführt wird, sank von 62 auf 55 Punkte. Die Daten wurden am Samstag in der Zeitung "Corriere della Sera" veröffentlicht. Während der ersten Corona-Welle im Frühjahr und im Sommer, als die Virus-Zahlen in Italien niedrig waren, hatte der 56-jährige Conte stark an Vertrauen in der Bevölkerung gewonnen.

Bei Prognosen für mögliche Wahlabsichten bleibt die rechte Lega von Oppositionsführer Matteo Salvini in Italien nach Angaben von Ipsos stärkste Einzelkraft mit knapp 25 Prozent. Ihr folgt die PD mit knapp 21 Prozent. Die nächsten Parlamentswahlen sind für 2023 geplant. Das 60-Millionen-Einwohner-Land registrierte am Freitag mehr als 31.000 Corona-Neuinfektionen.

Giuseppe Conte, Premierminister von Italien, spricht im Senat.
Giuseppe Conte, Premierminister von Italien, spricht im Senat.  © Mauro Scrobogna/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 31. Oktober, 16.45 Uhr: Menschenkette gegen Theater-Schließungen in München

Mit einer Menschenkette durch die Münchner Innenstadt haben Theatermitarbeiter am Samstag gegen die coronabedingten Schließungen ihrer Häuser demonstriert. Sie waren mit Flatterband verbunden, um sich nicht an den Händen halten zu müssen und Abstand wahren zu können.

"In Zeiten der Pandemie halten wir es für eine offene und demokratische Gesellschaft unabdingbar, dass es Räume für Austausch und künstlerische Auseinandersetzungen gibt", teilten die Organisatoren von den Münchner Kammerspielen mit. Sie betonten: "Es geht um den Erhalt des Kultursektors, und nicht darum, die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie anzuzweifeln."

Von Montag an gilt in Bayern und ganz Deutschland ein Teil-Lockdown. Das öffentliche Leben wird heruntergefahren, alle Bühnen geschlossen.

Update, 31. Oktober, 16.30 Uhr: Österreich ab Dienstag im Teil-Lockdown mit Ausgangsbeschränkung

Österreich schränkt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie große Teile des öffentlichen Lebens für vier Wochen ein. "Ab Dienstag, dem 3. November 0 Uhr bis Ende November wird es zu einem zweiten Lockdown in Österreich kommen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Samstag in Wien. 

Mehr dazu >> hier.

Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich.
Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich.  © Hans Punz/APA/dpa

Update, 31. Oktober, 16 Uhr: Estland mit Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

In Estland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Samstag mit 134 Fällen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand erreicht. 

Dies geht aus den Daten der Gesundheitsbehörde in Tallinn hervor. Der bisherige Rekordwert lag bei 125 Fällen. Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 4905 bestätigte Corona-Infektionen und 73 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Der Baltenstaat gehört nach Angaben der EU-Behörde ECDC trotz steigender Fallzahlen zu den aktuell am wenigsten betroffenen Ländern in Europa. 

Estland ist das einzige EU-Land, das auf der Corona-Risikoliste der Bundesregierung noch als "risikofrei" gilt.

Update, 31. Oktober, 15.30 Uhr: Türkischer Innenminister mit Coronavirus infiziert

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch seine Frau und seine Tochter hätten sich infiziert, teilte er am Samstag auf Twitter mit. Sie würden alle im Krankenhaus behandelt. 

"Glücklicherweise geht es uns jetzt etwas besser", ergänzte er. Soylu ist der höchste türkische Amtsträger, der sich bislang mit dem Virus angesteckt hat.

Die Türkei mit ihren etwa 83 Millionen Einwohnern hat seit Beginn der Pandemie nach offiziellen Zahlen rund 373.000 Infektionsfälle und 10.177 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet. Seit der Lockerung der Corona-Regeln von Juni an sind die Fallzahlen in den vergangenen Wochen wieder gestiegen.

Update, 31. Oktober, 15.12 Uhr: Erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in Litauen

Erstmals sind in Litauen mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gezählt worden. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius vom Samstag wurden in dem baltischen EU-Land 1001 Fälle binnen 24 Stunden registriert. Im gleichen Zeitraum starben acht Menschen in Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie.

Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnet damit nun insgesamt 14.824 bestätigte Infektionen und 165 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Entwicklung der Corona-Zahlen ist nach Angaben der EU-Behörde ECDC dabei aktuell schlechter als in Deutschland.

Angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen stellte die Regierung in Vilnius jüngst 21 der 60 Kommunen des Ostseestaats unter lokale Quarantäne. Seit Freitag sind in Litauen zudem Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten vorübergehend bis zum 13. November untersagt. Ausgenommen sind Sport- und Kulturveranstaltungen, für die Teilnahmebeschränkungen gelten.

Update, 31. Oktober, 14.52 Uhr: Dänemark führt Corona-Warnsystem ein

Dänemark führt ein Warnsystem mit fünf Risikostufen zur Coronavirus-Lage im Land ein. Mit dem System sollen die Dänen besser vorhersehen können, welche Corona-Maßnahmen je nach Situation auf sie zukommen können, wie das dänische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte.

Einmal pro Woche soll demnach von einer Expertengruppe bewertet werden, wie groß das Corona-Risiko im Land und in den fünf dänischen Regionen ist. Nach dänischen Angaben gibt es ähnliche Systeme bereits in anderen europäischen Ländern.

"Das Warnsystem zeigt, wie hoch das Risikoniveau ist und welche Maßnahmen erforderlich sein könnten, wenn die Infektionen zunehmen", erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Als Indikatoren für die Bewertung dienen demnach unter anderem die Anzahl und Zunahme der Neuinfektionen, die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern sowie auch die Entwicklungen im Ausland. Das Ziel sei letztlich, dass nur in den Bereichen Beschränkungen eingeführt würden, in denen sie dringend notwendig seien, so Heunicke.

Derzeit befindet sich Dänemark auf Risikostufe 3. Das bedeutet, dass die Infektionen in der Gesellschaft weit verbreitet sind und das Potenzial besteht, dass die Infektionszahlen schnell zunehmen. In dieser Corona-Lage gelten entsprechende Maßnahmen, darunter eine mittlerweile auch auf Supermärkte und Einkaufszentren ausgeweitete Maskenpflicht und Beschränkungen für Restaurants und Kneipen.

Dänemark hatte am Freitag 1191 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert - das war ein neuer Tageshöchststand gewesen. Allerdings wird beim nördlichsten deutschen Nachbarn heute wie in vielen anderen Ländern auch entscheidend mehr getestet als während der ersten Corona-Hochphase im Frühjahr. Auf die Bevölkerungszahl von rund 5,8 Millionen Einwohnern gerechnet befindet sich die Neuinfektionszahl derzeit auf einem etwas niedrigeren Niveau als in Deutschland.

Update, 31. Oktober, 14.41 Uhr: Wieder positive Corona-Tests bei Lazio Rom

Beim italienischen Fußball-Erstligisten Lazio Rom sind erneut mehrere Teammitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Serie-A-Club am Samstag mitteilte, sind die Ergebnisse bei Tests am Freitag entdeckt worden. Die betroffenen Personen befinden sich in häuslicher Isolation.

Am Samstag wurden beim restlichen Team, das sich auch isoliert hat, neue Tests durchgeführt, um zu prüfen, wer am Sonntag im Meisterschaftsspiel beim FC Turin antreten kann. Schon vor dem Champions-League-Duell beim FC Brügge (1:1) am vergangenen Mittwoch hatte es bei Lazio Corona-Fälle gegeben.

Update, 31. Oktober, 14.30 Uhr: Tennisspielerin Halep mit Coronavirus infiziert

Die rumänische Tennisspielerin Simona Halep ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Das teilte die Weltranglisten-Zweite am Samstag auf Twitter mit. "Ich bin zu Hause in Quarantäne und erhole mich gut von milden Symptomen. Ich fühle mich gut... Wir werden das gemeinsam durchstehen", schrieb die 29 Jahre alte Wimbledon-Siegerin von 2019.

Wegen Sicherheitsbedenken hatte Halep auf die US Open in New York verzichtet, bei den French Open in Paris schied sie im Achtelfinale gegen die spätere polnische Überraschungssiegerin Iga Swiatek aus. Danach beendete sie ihre Saison.

Die Tennisspielerin Simona Halep (29) ist positiv auf Corona getestet worden.
Die Tennisspielerin Simona Halep (29) ist positiv auf Corona getestet worden.  © Michel Euler/AP/dpa

Update, 31. Oktober, 14.14 Uhr: Athen beschließt nächtliches Ausgangsverbot für ganz Griechenland

Die griechische Regierung hat am Samstag ein landesweites nächtliches Ausgangsverbot angekündigt, um die Ausbreitung von Corona zu verringern. "Nach einer langen Phase der Stabilität nehmen die Fälle auch in unserem Land exponentiell zu", begründete Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis den Schritt in einer Videoansprache. "Unsere Wissenschaftler warnen davor, dass die neue Pandemie bald die Widerstandsfähigkeit des nationalen Gesundheitssystems erschüttern wird."

Das Ausgangsverbot zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr morgens soll am kommenden Dienstag in Kraft treten. Zudem wird von Dienstag an im ganzen Land Maskenpflicht gelten. In sogenannten roten Zonen, in denen die Corona-Zahlen hoch sind, müssen zudem Restaurants, Bars, kulturelle und andere Freizeiteinrichtungen schließen. Das betrifft auch die Region Attika samt der Hauptstadt Athen.

Universitäten sollen ebenfalls nicht öffnen. Der gesamte Hochschulbetrieb soll online abgehalten werden. Zudem will Athen die Zahl der Homeoffice-Plätze für Staatsbedienstete auf 50 Prozent ausweiten. Auch der Privatsektor soll die Heimarbeit entsprechend hochfahren. Die Maßnahmen sollen vorerst für einen Monat gelten.

Griechenland war bisher nicht so stark von Corona betroffen wie andere europäische Länder, doch in den vergangenen Wochen schnellten die Zahlen nach oben. Am Freitag wurde mit knapp 1700 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ein Negativrekord verzeichnet. Das Elf-Millionen-Einwohner-Land zählt seit Ausbruch der Pandemie etwa 37.200 Infektionsfälle und 620 Tote.

Update, 31. Oktober, 13.15 Uhr: Touristen müssen Hotels in Bayern spätestens am 2. November verlassen

Touristen müssen Hotels in Bayern spätestens am Vormittag des 2. November verlassen. Touristische Übernachtungen seien von dem Tag an nicht mehr gestattet, sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Samstag. "Übernachtungsgäste dürfen aus Kulanz auch noch im Laufe des Vormittags des 2. Novembers abreisen, obwohl die Verordnung eigentlich schon ab Mitternacht gilt."

Vom Montag an soll es bundesweit bis Ende November einen Teil-Lockdown geben. Hotels dürfen dann keine Touristen empfangen. Unter anderem damit sollen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen werden. Darauf hatten sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt.

Zuvor hatten bereits Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Regelungen mitgeteilt. In Schleswig-Holstein müssen Touristen grundsätzlich bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bis zum 5. November Zeit, wie die Landesregierung in Kiel unter Verweis auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse mitteilte.

Touristen aus Mecklenburg-Vorpommern müssen spätestens bis zum 5. November abreisen, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) angekündigt hat. Grundsätzlich dürften dort vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.

In Bayern haben am Freitag die einwöchigen Herbstferien begonnen.

Touristen müssen Hotels in Bayern spätestens am Vormittag des 2. November verlassen.
Touristen müssen Hotels in Bayern spätestens am Vormittag des 2. November verlassen.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 31. Oktober, 12.56 Uhr: Erstmals mehr als 20.000 Corona-Infektionen an einem Tag in Belgien

Erstmals sind in Belgien mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde Sciensano vom Samstag wurden am vergangenen Dienstag insgesamt 21.448 Corona-Fälle gezählt. Für die folgenden Tage liegen noch keine konsolidierten Zahlen vor.

Innerhalb der EU gehört Belgien mit seinen gut 11 Millionen Einwohnern derzeit zu den Ländern mit den meisten registrierten Infektionen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Im Vergleich zu Deutschland liegen die Werte um ein Vielfaches höher.

Aufgrund der dramatischen Lage sollen von kommender Woche an verschärfte Einschränkungen gelten. So müssen die meisten Geschäfte wieder schließen. Die Leute dürfen noch weniger Kontakte haben als bisher. Zuhause darf man nur noch einen einzigen Besucher pro Woche empfangen; bei Alleinstehenden sind es zwei. Nächtliche Ausgangssperren gelten ohnehin seit längeren. Auch Kneipen, Restaurants und Cafés sind bereits geschlossen.

Die Corona-Fallzahlen stiegen in den vergangenen Wochen dennoch weiter. Dadurch verschärfte sich auch die Lage in den Krankenhäusern zum Teil dramatisch. Mitunter wurden die Grenzen der Kapazität erreicht. Dutzende Patienten mussten in andere Krankenhäuser gebracht werden, auch nach Deutschland.

Update, 31. Oktober, 12.45 Uhr: Bremer Parlament soll künftig Corona-Verordnungen bestätigen

Neue Corona-Verordnungen sollen im Bundesland Bremen künftig im Parlament diskutiert und bestätigt werden. Das kündigte Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) am Samstag in einer Regierungserklärung zum bevorstehenden Teil-Lockdown an. 

In den kommenden vier Wochen werde der Senat der Bürgerschaft einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.

Demnach müssen zukünftige Corona-Rechtsverordnungen, die der Senat erlässt, immer in der darauffolgenden Sitzung der Bremischen Bürgerschaft vorgelegt und von dieser bestätigt werden. «Damit ist die parlamentarische Beteiligung zukünftig rechtsverbindlich garantiert», betonte Bovenschulte.

Bundesweit mehrt sich die Kritik daran, dass Corona-Maßnahmen überwiegend ohne Parlamentsbeteiligung verordnet wurden und werden. Parlamente wurden oft erst kurz vor Inkrafttreten neuer Regeln informiert.

Andreas Bovenschulte (SPD, 55), kündigte an, dass neue Corona-Verordnungen im Bundesland Bremen künftig im Parlament diskutiert und bestätigt werden sollen.
Andreas Bovenschulte (SPD, 55), kündigte an, dass neue Corona-Verordnungen im Bundesland Bremen künftig im Parlament diskutiert und bestätigt werden sollen.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 31. Oktober, 12.32 Uhr: Gesundheitsökonom zu Corona-Auflagen: "Können uns nicht einsperren"

Der Gesundheitsökonom Florian Kainzinger (38) hält die wieder verschärften Corona-Auflagen für den Sport in Deutschland für teilweise überzogen, auch wenn er die Entscheidungen der Politik wegen der rasant steigenden Infektionszahlen nachvollziehen kann. 

Das Gegensteuern sei richtig, sagt Kainzinger im Interview des Online-Portals der "Nürnberger Nachrichten" und "Nürnberger Zeitung". "Was ich mir aber wünschen würde, ist, dass man sich differenzierter damit auseinandersetzt, wo es Ansteckungsketten gibt - und wo nicht."

Das vollständige Verbot von Zuschauern in den kommenden Wochen geht Kainzinger, der Vereine und Theater berät und auch das Hygienekonzept für das Finalturnier der Basketball-Bundesliga erarbeitet hatte, zu weit. "Gerade im Outdoor-Bereich. 5000 Menschen im Berliner Olympiastadion sind weder auf den Rängen noch bei der Abreise ein Problem", meint Kainzinger.

"Wir können uns nicht zwei Jahre lang einsperren und nicht alle paar Monate einen Lockdown machen", findet der Gesundheitsökonom: "Wir fahren im November runter, damit wir alle schön Weihnachten feiern können und dann haben wir das Thema im Januar oder Februar wieder, wenn wir die klassische Erkältungssaison haben? Das Thema Impfung wird uns sicher nicht in den ersten Monaten 2021 retten, und deswegen bin ich der Meinung, dass man mehr Dinge kontrolliert lernen müsste."

Kainzinger sind nach eigenen Angaben keine Fälle bekannt, wonach es bei Sportveranstaltungen mit Zuschauern zu Infektionen gekommen ist. Das heiße freilich nicht, dass es gar keine gegeben habe. "Es wird auch kein zu 100 Prozent sicheres Konzept geben, aber wenn Sie in den Supermarkt gehen oder mit der U-Bahn zur Arbeit fahren, gibt es auch ein Risiko sich anzustecken." Seiner Ansicht nach werde zum Leben mit dem Virus "eine Herdenimmunität" notwendig sein "auf Basis von Impfungen und überstandenen Infektionen."

Update, 31. Oktober, 12.09 Uhr: Polen lässt wegen Corona Friedhöfe über Allerheiligen geschlossen

In Polen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter stark an. Am Samstag meldete das Gesundheitsministerium mit nahezu 22.000 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden abermals einen Höchststand. Am stärksten betroffen bleibt die Woidowschaft Masowien mit der Hauptstadt Warschau. 

Im gleichen Zeitraum starben 280 Menschen infolge der Pandemie. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Corona-Krise auf insgesamt 5631. Polen hat knapp 38 Millionen Einwohner.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hatte am Freitag die nie dagewesene Entscheidung getroffen, dass die Friedhöfe des Landes über Allerheiligen geschlossen bleiben. In der stark katholisch geprägten Nation ehren die Familien alljährlich zum 1. November normalerweise ihre Toten. Senioren wurden aufgerufen, ganz zu Hause zu bleiben.

Update, 31. Oktober, 12 Uhr: Drittliga-Spiel SC Verl gegen FSV Zwickau wegen zwei Corona-Fällen abgesagt

Die Partie in der 3. Fußball-Liga zwischen dem SC Verl und dem FSV Zwickau ist kurzfristig abgesagt worden. 

Das für Samstag um 14.00 Uhr vorgesehene Duell des 8. Spieltages kann aufgrund zweier positiver Testergebnisse in der Mannschaft der Gastgeber nicht ausgetragen werden, wie der Aufsteiger am Samstag bekannt gab. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Für den FSV Zwickau, der gleich nach der Spielabsage die Heimreise angetreten hat und nach der Ankunft in Zwickau noch trainieren wird, ist es bereits die zweite Absage in Serie. Am vergangenen Wochenende konnte bereits das Heimspiel gegen Aufsteiger Türkgücü München wegen positiver Testergebnisse nicht ausgetragen werden.

Update, 31. Oktober, 10.52 Uhr: Merkel zum Teil-Lockdown: Wollen schnell und unbürokratisch helfen

Bevor an diesem Montag Kulturbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen für einen Monat schließen müssen, hat Kanzlerin Angela Merkel der Wirtschaft erneut Unterstützung zugesichert. "Wir lassen Unternehmen und Betriebe, die durch die aktuelle Krise unverschuldet in Schwierigkeiten gekommen sind, nicht allein", sagte die CDU-Politikerin in ihrem am Samstag veröffentlichten Podcast. 

"Wir wollen schnell und unbürokratisch helfen." Am Mittwoch werde sie mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber und der Industrie beraten, wie die Auswirkungen der Krise weiter abgefedert werden könnten.

Merkel rechtfertigte die harten Eingriffe der kommenden Wochen, gegen die Kultur- und Gastrobranche heftig protestieren: "Diese zweite Welle der Pandemie macht es erforderlich, schnell und konsequent zu handeln", sagte sie. "Wir müssen den rapiden Anstieg der Infektionszahlen stoppen, bevor unser Gesundheitssystem überlastet ist." Aus Sicht der Wissenschaft sei klar, dass sich möglichst wenig Menschen begegnen sollten, die sich infizieren können.

Die Maßnahmen seien "hart" und die Betroffenen wiesen zu Recht auf die großen Belastungen hin, räumte Merkel ein. Vielfach treffe es nun wieder Unternehmen, Selbstständige oder Vereine, die schon seit Beginn der Pandemie Umsatzeinbußen hinnehmen müssten. Die Kanzlerin verwies auf die zusätzlichen Hilfen von bis zu zehn Milliarden Euro für die betroffenen Bereiche und versicherte: "Die Bundesregierung wird weiterhin alles Notwendige tun, um die Lasten der Pandemie für die Wirtschaft und damit auch für die Arbeitsplätze und unseren Wohlstand zu begrenzen und gleichzeitig unser aller Gesundheit zu schützen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 66) setzt am Ende einer Pressekonferenz, nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie, ihre Maske auf.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 66) setzt am Ende einer Pressekonferenz, nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie, ihre Maske auf.  © Fabrizio Bensch/Reuters Pool/dpa

Update, 31. Oktober, 10.45 Uhr: Hessens Ministerpräsident Bouffier in Quarantäne - Test negativ

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) wird die nächsten Tage in häuslicher Quarantäne verbringen, nachdem zwei Personen in der Staatskanzlei positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. 

"Ministerpräsident Bouffier selbst ist negativ getestet, und es geht ihm gut", erklärte Regierungssprecher Michael Bußer am Samstag. Bouffier werde die Amtsgeschäfte in der Quarantäne weiterführen. Eine der positiv getesteten Personen arbeite in Bouffiers direktem Umfeld.

Volker Bouffier (CDU, 68), Ministerpräsident des Landes Hessen, nimmt an der Begrüßung des Hessentagspaars im Hessischen Landtag teil.
Volker Bouffier (CDU, 68), Ministerpräsident des Landes Hessen, nimmt an der Begrüßung des Hessentagspaars im Hessischen Landtag teil.  © Arne Dedert/dpa

Update, 31. Oktober, 10.02 Uhr: Patientenschützer: Schnelltests auch bei Sterbe-Begleitung nutzen

Die neuen Corona-Schnelltests sollten aus Sicht von Patientenschützern auch genutzt werden, um Sterbenden und Angehörigen einen gemeinsamen Abschied zu ermöglichen. "Niemals darf es erneut dazu kommen, dass sie voneinander isoliert und allein gelassen werden", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. 

Bund und Länder seien gefordert, ausreichend Schnelltests für Menschen in der letzten Lebenszeit, Angehörige und Begleiter wie Seelsorger oder Hospizhelfer bereitzustellen. Der Trauermonat November müsse Mahnung dazu sein.

"Zehntausende Menschen leiden auch heute noch darunter, ihre Lieben in den letzten Tagen und Wochen nicht begleitet zu haben", sagte Brysch mit Blick auf teils strikte Corona-Beschränkungen im Frühjahr. Auch deswegen müssten die Schnelltests die 12.000 Pflegeheime und knapp 2000 Krankenhäuser erreichen. Dies gelte auch für Sterbende, die daheim betreut werden. 

Bund und Länder hatten bekräftigt, dass Schnelltests als Ergänzung zu PCR-Tests vorrangig in der Pflege und Kliniken eingesetzt werden sollen, auch um Besuche zu erleichtern.

Update, 31. Oktober, 10 Uhr: Großer Andrang bei Corona-Massentests in der Slowakei

In der Slowakei hat am Samstag die erste Runde der landesweiten Corona-Massentests begonnen. Vor den Abnahmestellen bildeten sich seit dem frühen Morgen teils lange Schlangen. In der Hauptstadt Bratislava musste nach Angaben der Stadtverwaltung mit Wartezeiten von ein bis drei Stunden gerechnet werden.

Dem Gesundheitsministerium zufolge konnten bis zum Vormittag im ganzen Land erst 91 Prozent aller Teststellen geöffnet werden. Es mangelte unter anderem an medizinischem Personal, obwohl eine Bonuszahlung von 500 Euro für den Einsatz winkt.

Der seit März regierende konservative Ministerpräsident Igor Matovic stellte den Massentest als Alternative zum Lockdown dar: "Wir haben die große Chance, Europa und der Welt zu zeigen, dass es auch anders geht, ohne Schließung der Wirtschaft und Millionen Arbeitsloser." Er appellierte an alle Bürger im Alter zwischen zehn und 65 Jahren, an der Aktion teilzunehmen.

Verwendet werden Antigen-Tests, die als weniger zuverlässig als PCR-Labortests gelten. Die Teilnahme ist an sich freiwillig. Doch nur wer ein negatives Ergebnis vorweisen kann, wird von den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Die liberale slowakische Präsidentin Zuzana Caputova warnte im Vorfeld, man dürfe die Bürger nicht in zwei Klassen einteilen - diejenigen mit einem "Passierschein für die Freiheit" und jene, die nicht mehr an die Reihe gekommen sind.

Die Abnahmestellen sind auch noch am Sonntag geöffnet. Die zweite Testrunde folgt am 7. und 8. November. Die Slowakei hat knapp 5,5 Millionen Einwohner. Vor einer Woche gab es einen Probelauf in vier Verwaltungsbezirken an der Grenze zu Polen, bei dem knapp 4 Prozent der Teilnehmer positiv getestet wurden.

Eine Person macht Corona-Test, während im Hintergrund noch viele weitere in einer Schlange warten.
Eine Person macht Corona-Test, während im Hintergrund noch viele weitere in einer Schlange warten.  © Pavol Zachar/TASR/dpa

Update, 31. Oktober, 9.48 Uhr: Johnson erwägt Verschärfung der Corona-Maßnahmen in England

Der britische Premierminister Boris Johnson erwägt im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen neuen strengen Teil-Lockdown in England. Die "Times" meldete, dass Johnson die neuen Corona-Maßnahmen am Montag in einer Pressekonferenz ankündigen werde. Demnach solle alles geschlossen werden - abgesehen von lebenswichtigen Geschäften und Bildungseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Universitäten. 

Die neuen Beschränkungen könnten ab Mittwoch bis 1. Dezember gelten. Die "Times" zitierte eine hochrangige Regierungsquelle, nach der die Maßnahmen diskutiert, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen sei. Eine Regierungssprecherin wollte die Verschärfung am Samstag auf Nachfrage nicht kommentieren.

Johnson hatte Mitte Oktober für England ein dreistufiges System eingeführt, in dem je nach Stufe unterschiedlich scharfe Maßnahmen gelten. In mehreren Regionen im Norden mussten Pubs und Bars teilweise schließen, außerdem sind Treffen zwischen verschiedenen Haushalten untersagt. Kritiker bezeichneten sein Vorgehen als unzureichend. Das wissenschaftliche Beratergremium Sage hatte der Regierung schon vor Wochen einen landesweiten Lockdown empfohlen.

Boris Johnson (56), Premierminister von Großbritannien, erwägt im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen neuen strengen Teil-Lockdown in England.
Boris Johnson (56), Premierminister von Großbritannien, erwägt im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen neuen strengen Teil-Lockdown in England.  © Matt Dunham/AP/dpa

Update, 31. Oktober, 9.38 Uhr: "Knallharte Verteilungskämpfe": Kipping sieht wegen Corona schwarz

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping rechnet damit, dass in Folge der Corona-Krise soziale Themen wieder deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken werden.

"Uns stehen knallharte Verteilungskämpfe bevor. Es geht um die Frage, wer die Folgen der Corona-Krise bezahlen muss", sagte Kipping der Deutschen Presse-Agentur. 

Mehr Informationen lest Ihr im TAG24-Artikel zu Kippings Sorgen bezüglich der Corona-Krise.

Katja Kipping (42) spricht in einem Interview mit Journalisten in ihrem Büro in der Parteizentrale der Linken.
Katja Kipping (42) spricht in einem Interview mit Journalisten in ihrem Büro in der Parteizentrale der Linken.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 31. Oktober, 9.35 Uhr: Baden-Württembergs Ministerin für Schnelltests an Schulen im Land

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) möchte in Schulen und Kitas im Land künftig auch Antigen-Schnelltests zur Eindämmung von Corona-Infektionen einsetzen. 

"Ich halte den Einsatz von Antigen-Schnelltests für sinnvoll, weil sie die Möglichkeit bieten, mehr Personen in kürzerer Zeit zu testen und Infektionen schneller zu erkennen", sagte die Ministerin der "Heilbronner Stimme" und dem "Mannheimer Morgen" am Samstag. Mit den Schnelltests soll ein Ergebnis dann innerhalb weniger Minuten vorliegen.

Bisher setzt die Landesregierung an Schulen und Kitas nach Angaben des Sozialministeriums einzig auf sogenannte PCR-Tests. Deren Ergebnisse liegen in der Regel erst nach ein bis zwei Tagen vor. Durch die Schnelltests könnten "betroffene Einrichtungen oder Gruppen schnell getestet, auch Infizierte ohne nennenswerte Symptome zügig identifiziert und isoliert und unsere Kinder, Jugendlichen und Beschäftigten so vor einer Ausbreitung des Virus geschützt werden", sagte Eisenmann den Zeitungen.

Die Bundesländer haben sich bei ihrem Treffen am vergangenen Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, dass Corona-Schnelltests künftig in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen eingesetzt werden sollen.

Susanne Eisenmann (CDU, 55), Ministerin für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg und Spitzenkandidatin der CDU Baden-Württemberg zur Landtagswahl 2021, spricht sich für Schnelltests an Schulen im Land aus.
Susanne Eisenmann (CDU, 55), Ministerin für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg und Spitzenkandidatin der CDU Baden-Württemberg zur Landtagswahl 2021, spricht sich für Schnelltests an Schulen im Land aus.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 31. Oktober, 9 Uhr: Museumsdirektoren protestieren gegen Schließung wegen Corona

Direktoren namhafter Kunstmuseen in Deutschland haben in einem Brief gegen die Schließung ihrer Häuser aufgrund der neuen Corona-Bestimmungen protestiert. "Erkennbar hat die Politik sich darum bemüht, bei der Gestaltung des neuerlichen Lockdowns differenziert vorzugehen", teilten die 36 Direktorinnen und Direktoren der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Leider sei der Kulturbetrieb jedoch abermals in extremem Maß betroffen und mit ihm die Museen, die zum zweiten Mal in diesem Jahr für mehrere Wochen geschlossen werden sollten. "Bei allem Verständnis für die Herausforderungen, die Corona uns allen auferlegt, halten wir das für eine falsche Entscheidung."

Museen gehörten zu den sichersten öffentlichen Orten. Die seit März entwickelten Hygiene- und Abstandsregeln, die Begrenzung der Besucherzahl sowie der konsequente Verzicht auf Eröffnungen und größere Veranstaltungen hätten sich bewährt. Wenn die Museen nun erneut geschlossen würden, so erscheine dies eher als symbolische Geste. "Es ist uns unverständlich, warum es möglich ist, Baumärkte, Autohäuser und andere Geschäfte offen zu halten, Museen aber, die über dieselben oder großzügigere Flächen für einen Corona-gerechten Publikumsverkehr verfügen, geschlossen werden."

Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Stephan Berg, Direktor des Kunstmuseums Bonn, Frédéric Bußmann, Generaldirektor der Kunstsammlungen Chemnitz, Peter Gorschlüter, Direktor des Folkwang-Museums Essen, Ulrike Groos, Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart, Alexander Klar, Direktor der Kunsthalle Hamburg, Eva Kraus, Direktorin der Bundeskunsthalle in Bonn und Felix Krämer, Generaldirektor der Stiftung Museum Kunstpalast in Düsseldorf.

Update, 31. Oktober, 8.30 Uhr: Neuer Höchstwert: 19.059 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19.059 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstagmorgen hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 18.681 Fällen. Am Samstag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 14.714 Neuinfektionen gemeldet.

Noch Ende September hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewarnt, dass es zu Weihnachten 19 200 Neuinfektionen am Tag geben könnte. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, da mittlerweile wesentlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 518.753 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 31.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 103 auf insgesamt 10.452

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,06 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Freitag bei 1,21. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 31. Oktober, 8.08 Uhr: Scholz weiter gegen Verlängerung von Mehrwertsteuersenkung

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat seine Position bekräftigt, die befristete Mehrwertsteuersenkung auch wirklich zum Jahresende auslaufen zu lassen. 

"Gerade weil diese Steuersenkung sowie die vorübergehende Einführung der degressiven Abschreibung befristet worden sind, zeigen sie Wirkung. Die Konsumenten und die Unternehmen sollen nicht alle auf bessere Zeiten warten. Das ist das ganze Geheimnis des Erfolgs", sagte der Vizekanzler der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstag). "Frau Merkel und ich sind uns einig, dass die Mehrwertsteuersenkung zum Jahresende ausläuft."

Seit Juli gelten für ein halbes Jahr niedrigere Steuersätze: 16 statt 19 Prozent beziehungsweise 5 statt 7 Prozent. Damit will die Bundesregierung in der Corona-Krise den Konsum ankurbeln.

Olaf Scholz (SPD, 62), Bundeskanzlerkandidat, hat seine Position bekräftigt, die befristete Mehrwertsteuersenkung auch wirklich zum Jahresende auslaufen zu lassen.
Olaf Scholz (SPD, 62), Bundeskanzlerkandidat, hat seine Position bekräftigt, die befristete Mehrwertsteuersenkung auch wirklich zum Jahresende auslaufen zu lassen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 31. Oktober, 6.39 Uhr: Wieder US-Tagesrekord: Fast 100.000 Corona-Neuinfektionen

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages hat in den USA mit fast 100.000 kurz vor der Präsidentenwahl einen neuen Höchststand erreicht. Am Freitag wurden 99.321 Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervorgeht. Das sind fast 11.000 mehr als noch am Vortag.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 9,05 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 229.700 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die Zahl der neuen Corona-Fälle an einem Tag hatte in der vergangenen Woche in den USA erstmals seit Beginn der Pandemie die Marke von 80.000 überschritten. Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert.

Am nächsten Dienstag wird in den USA gewählt. In regulären Umfragen liegt der demokratische Herausforderer Joe Biden vielfach vorn - auch wegen der Unzufriedenheit mit Präsident Donald Trumps Umgang mit der Corona-Krise. Dieser behauptet, durch sein Krisenmanagement womöglich Millionen Tote verhindert zu haben. Biden wirft Trump dagegen Versagen vor und beschuldigt ihn, für den Tod Zehntausender US-Bürger verantwortlich zu sein.

Die Künstlerin Suzanne Brennan Firstenberg geht durch ihre Kunstinstallation aus weißen Fänchen, die im Gedenken an die an COVID-19 verstorbenen US-Amerikaner in der Nähe des Robert F. Kennedy Memorial Stadiums in den Boden gesteckt wurden.
Die Künstlerin Suzanne Brennan Firstenberg geht durch ihre Kunstinstallation aus weißen Fänchen, die im Gedenken an die an COVID-19 verstorbenen US-Amerikaner in der Nähe des Robert F. Kennedy Memorial Stadiums in den Boden gesteckt wurden.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Update, 31. Oktober, 6.30 Uhr: Windenergie-Wirtschaft blickt trotz Corona positiv in die Zukunft

Die Windenergie-Wirtschaft trotzt der Corona-Krise. Anders als in vielen anderen Branchen werde die Stimmung in der weltweiten Windindustrie zunehmend positiv bewertet, heißt es in einer Mitteilung der Hamburg Messe. 

Vor allem die Zukunft der Offshore-Windenergie werde mit Bestwerten für Europa und Asien sehr optimistisch gesehen. Nur in der Onshore-Windindustrie sei nach dem generell schlechten Herbst 2019 die Stimmung noch verhalten. Die Leitmesse WindEnergy Hamburg 2020 findet wegen der Corona-Pandemie vom 1. bis 4. Dezember in rein digitaler Form statt.

Der Befragung zufolge bewerten die Hersteller von Windkraftwerken und die Betreiber von Windparks den deutschen Offshore-Markt im laufenden Jahr mit einem Indexwert von 0,03 erstmals wieder positiv. Mit Sicht auf die nächsten zwei Jahre liege der Indexwert sogar bei plus 0,27. Im Onshore-Bereich haben sich die immer noch negativen Werte für das laufende Jahr von minus 0,72 auf minus 0,54 verbessert. In zwei Jahren erwartet die Branche mit 0,05 dann wieder einen positiven Wert. Trotz der sich bessernden Stimmung in Deutschland ist der hiesige Markt den Angaben zufolge im weltweiten Vergleich jedoch weiterhin das Schlusslicht.

Die Mehrheit der im WindEnergy trend:index (WEtix) Befragten gehe davon aus, dass die Corona-Pandemie keine oder sogar positive Auswirkungen auf die Windindustrie haben werde. Im Onshore-Bereich seien es mehr als 50 Prozent, im Offshore-Bereich sogar rund 60 Prozent. Lediglich 40 Prozent der Befragten befürchten demnach negative Konsequenzen.

Zusätzliche Potenziale würden durch die Digitalisierung oder die Nutzung von grünem Wasserstoff erwartet, heißt es in der seit 2018 halbjährlich veröffentlichten Erhebung. Die Hälfte der Befragten schätzt demnach die Wahrscheinlichkeit als hoch bis sehr hoch ein, dass die Produktion von grünem Wasserstoff in den nächsten drei Jahren eine wesentliche Rolle für die Windenergie spielen wird.

Ein Regenbogen spannt sich über die Landschaft mit zwei Windenergieanlagen im Windpark "Odervorland" im Landkreis Oder-Spree.
Ein Regenbogen spannt sich über die Landschaft mit zwei Windenergieanlagen im Windpark "Odervorland" im Landkreis Oder-Spree.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 31. Oktober, 6 Uhr: Bahn will Angebot auch im zweiten Teil-Lockdown aufrecht erhalten

Die Deutsche Bahn will auch während des erneut beschlossenen Teil-Lockdowns in der Corona-Krise ab kommender Woche den Fahrbetrieb nahezu ohne Einschränkungen aufrechterhalten. 

"Wir fahren weiter den vollen Fahrplan", sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber der Deutschen Presse-Agentur. "Der Zugbetrieb bei der DB läuft also planmäßig." Bis auf wenige Züge, darunter einzelne Sprinter- und Verstärkerzüge, soll im Fernverkehr alles fahren. Im Regionalverkehr wiederum hätten die Länder als Aufgabenträger "bislang ausnahmslos signalisiert, das Angebot (...) möglichst bei unverändert 100 Prozent aufrechtzuerhalten", sagte Huber weiter.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer betonte, wie schon beim Lockdown im Frühjahr halte die Bahn ihr Angebot aufrecht und sichere die Mobilität für Pendler oder Geschäftsleute. Hygiene-Konzepte und Maskenkontrollen sorgten dafür, dass die Menschen sicher unterwegs seien. "Die Deutsche Bahn fährt - auch in schwierigen Corona-Zeiten", sagte der CSU-Politiker.

Bund und Länder hatten am Mittwoch beschlossen, ab kommender Woche touristische Übernachtungsmöglichkeiten zu verbieten und Bars, Restaurants und Kneipen ebenso zu schließen wie Museen und andere Sehenswürdigkeiten. Hintergrund sind die rasant steigenden Infektionszahlen in der Corona-Krise. Während der pandemiebedingten Einschränkungen im Frühling hatte die Bahn rund drei Viertel ihrer Fahrten durchgeführt, seit dem Sommer fahren die Züge wieder zu 100 Prozent.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte die Deutsche Bahn wieder einen Rückgang bei den Fahrgastzahlen verzeichnet. "Seit Anfang Oktober registrieren wir eine zunehmende Verunsicherung unserer Kunden im Fernverkehr, während das Verkehrsaufkommen im Regionalverkehr stabil geblieben ist", hatte der Konzern bereits vergangene Woche mitgteilt. Das Fernbusunternehmen Flixbus, das unter der Marke Flixtrain auch im Fernverkehr auf der Schiene aktiv ist, hatte am Donnerstag angekündigt, sowohl den Bus- als auch den Zugverkehr in den kommenden Wochen einzustellen.

Berthold Huber (57), Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn (DB), spricht während einer Pressekonferenz zum neuen ICE-Werk Nürnberg im DB-Museum.
Berthold Huber (57), Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn (DB), spricht während einer Pressekonferenz zum neuen ICE-Werk Nürnberg im DB-Museum.  © Timm Schamberger/dpa

Update, 31. Oktober, 2 Uhr: Touristen müssen Mecklenburg-Vorpommern bis 5. November verlassen

Touristen müssen spätestens bis zum 5. November aus Mecklenburg-Vorpommern abreisen. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitagabend in Schwerin nach einer Kabinettssitzung an. Grundsätzlich dürften vom 2. November an für den restlichen Monat keine Gäste mehr für touristische Zwecke aufgenommen werden.

"Natürlich gilt für die Gäste, die schon da sind, dass sie eine Zeit haben, auch wieder zurückzureisen", sagte Schwesig. Dies gilt demnach für alle Buchungen, die bis einschließlich Freitag getätigt worden seien. Wer eine Unterkunft später buche, müsse bis zum kommenden Montag wieder abreisen.

Vom Montag an soll es bundesweit bis Ende November einen Teil-Lockdown geben. Hotels dürfen dann keine Touristen empfangen. Unter anderem damit sollen die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen werden. Darauf hatten sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt.

Das Nachbarbundesland Schleswig-Holstein hatte am Freitag eine ähnliche Regelung wie Mecklenburg-Vorpommern angekündigt. Grundsätzlich müssen Touristen dort bis zum 2. November abgereist sein, Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen bekommen wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen bis zum 5. November Zeit, wie die Landesregierung am Freitag in Kiel unter Verweis auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse mitteilte.

Die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns mit beliebten Reisezielen wie Rügen und Usedom war von der Corona-Krise schwer getroffen worden. Im Frühjahr konnten die Tourismusbetriebe zunächst gar keine Gäste empfangen, dann zuerst nur welche aus dem Bundesland selbst. Danach folgte eine stufenweise Lockerung, bis wieder alle Betten belegt werden durften. Auch in Mecklenburg-Vorpommern stiegen die Corona-Zahlen zuletzt deutlich an. Mittlerweile gelten mehrere Landkreise als Corona-Risikogebiete.

Update, 31. Oktober, 1.30 Uhr: Covid-19-Patienten sollen deutschlandweit verteilt werden

Bund und Länder wollen an Covid-19 erkrankte Intensivpatienten bei knappen Kapazitäten künftig zwischen den Bundesländern verteilen. "Entwickelt sich eine Lage, die eine Verlegung über die Nachbarländer beziehungsweise angrenzende Regionen hinaus erforderlich macht, findet ein sogenanntes Kleeblattprinzip Anwendung", heißt es im Konzept des Bundesinnenministeriums, das den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) vorliegt.

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), sagte den Funke Zeitungen: "Deutschland ist hierfür in fünf Regionen aufgeteilt, welche sich sowohl innerhalb der Regionen als auch zwischen den Regionen über die Auslastung der klinischen Kapazitäten informieren und im Bedarfsfall freie klinische Kapazitäten zur Verfügung stellen. Sollte sich in einem Bundesland oder einer Region eine starke Beanspruchung abzeichnen oder sogar eine Überlastung eintreten, wird über zentral eingerichtete Stellen in den Regionen der überregionale Patiententransport in aufnahmefähige Regionen organisiert."

Nach Informationen der Funke Zeitungen haben sich dazu im Norden laut Konzept Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen. Im Osten sind es Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Südwesten sollen sich Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland gegenseitig unterstützen. Die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern bilden eigene Regionen.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Durch klare Strukturen und Abläufe, medizinisch-fachliche Beratung und Bündelung von Transportressourcen wird gewährleistet, dass bei drohender bzw. eingetretener regionaler Überlastung von intensivmedizinischen Kapazitäten ein Ausgleich innerhalb Deutschlands auch unter komplexen Rahmenbedingungen bewältigt werden kann."

Update, 31. Oktober, 1 Uhr: Brinkhaus: Lockerungen zum Dezember kann niemand garantieren

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus will nicht garantieren, dass der Teil-Lockdown zum Dezember hin endet. "Es ist der Plan, dass wir zum Dezember lockern. Garantieren kann das niemand", sagte Brinkhaus den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). "Fakt ist aber: Ohne etwas zu tun, werden wir sicher keinen guten Dezember haben. Wir müssen kämpfen."

Mit Blick auf weitere Verschärfungen, bis hin zu Ausgangssperren sagte er: "Viel wird davon abhängen, ob alle mitziehen. Dann haben wir eine gute Chance, auf weitere Verschärfungen verzichten zu können. Wenn aber flächendeckend die Leute ihr Ding machen, dann kriegen wir ein Problem."

Zudem forderte Brinkhaus mit Blick auf die Corona-Krise eine neue Föderalismusdebatte: "Ein Landkreis ist kein Maßstab für die Lösung nationaler oder europäischer Katastrophen - ein Bundesland ist es auch nicht. Wir sollten uns die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern im Licht der Pandemiebewältigung genau anschauen. Wenn es im Interesse der Menschen ist, mehr Zuständigkeiten beim Bund zu verorten, sollten wir diese Aufgabe ohne Scheuklappen angehen. Das föderale System sei 1949 zurechtgeschnitten worden, 2020 leben wir in einer anderen Welt."

Ralph Brinkhaus (CDU, 52), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht in seinem Büro in einem Interview mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur.
Ralph Brinkhaus (CDU, 52), Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht in seinem Büro in einem Interview mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 30. Oktober, 22.30 Uhr: Nur noch ein EU-Land ist kein Corona-Risikogebiet

Wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung acht weitere europäische Länder wie Kroatien, Ungarn und Bulgarien ab Sonntag ganz als Risikogebiete eingestuft. Auch Österreich und Italien landen fast komplett auf die Risikoliste, außerdem Regionen in sechs weiteren EU-Ländern, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte.

Verbunden damit ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Touristen, die inzwischen wieder für einen Großteil Europas gilt: Von den 26 Ländern der EU außer Deutschland sind ab Sonntag 17 ganz und 8 teilweise betroffen. Nur ein kleines Land im Norden Europas ist dann noch "risikofrei": Das baltische Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern.

Die Corona-Pandemie hat fast die gesamte EU im Griff.
Die Corona-Pandemie hat fast die gesamte EU im Griff.  © Valentin Bianchi/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 22.16 Uhr: Kundgebung gegen Corona-Beschränkungen - Höcke und Gauland als Redner

In Cottbus haben am Freitagabend etwa 350 Menschen gegen die beschlossenen neuen Corona-Beschränkungen demonstriert. Gastredner waren unter anderem AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland, der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und der sächsische Pegida-Mitgründer Siegfried Däbritz.

Gauland sprach von einer "Corona-Diktatur", in der Grundrechte außer Kraft gesetzt würden. Die Beschränkungen in der Pandemie seien unverhältnismäßig. Das sei "autoritäre Amtsanmaßung". "Ja es gibt auch Verkehrstote, aber niemand ist auf die Idee gekommen, den Verkehr deshalb komplett zu verbieten", sagte der AfD-Politiker an die Kundgebungsteilnehmer gerichtet, darunter AfD- und Pegida-Anhänger.

"Dieses Land wird gegen die Wand gefahren", rief Höcke von der improvisierten Bühne. "Wir sind die Partei der Freiheitlichkeit". Die Freiheit sei bedroht, das Land gerate mit Corona zum Überwachungsstaat. Die Redner wurden immer wieder von "Widerstand" und "Merkel muss weg" - Rufen unterbrochen. Viele Teilnehmer schwenkten Deutschland-Fahnen.

Angemeldet hatte die Kundgebung vor der Stadthalle der neu gewählte Brandenburger AfD-Fraktionvorsitzende Hans-Christoph Bernd, der auch den Verein "Zukunft Heimat" leitet, der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Berndt selbst trat nicht als Redner auf. Immer wieder rief er die Demonstranten auf, auf die Abstandregeln zu achten.

An der Kundgebung nahm auch sein Vorgänger, der ehemalige AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz, teil. Kalbitz war nach seinem Rauswurf aus der Partei im August zurückgetreten. Der Parteivorstand hatte die Mitgliedschaft von Kalbitz im Mai aufgehoben, weil er Kontakte ins rechtsextremistische Milieu verschwiegen haben soll. Nach Polizeiangaben verlief die Kundgebung bis zum Ende störungsfrei.

Björn Höcke, der Vorsitzende der AfD Thüringen, spricht während einer Kundgebung der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung vor der Cottbuser Stadthalle.
Björn Höcke, der Vorsitzende der AfD Thüringen, spricht während einer Kundgebung der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung vor der Cottbuser Stadthalle.  © Annette Riedl/dpa

Update, 30. Oktober, 22.03 Uhr: Maskenverweigerer zeigt Hitlergruß am Bahnhof

Weil er keine Mund-Nasen-Maske trug, hat ein Mann im Kreis Olpe am Freitag einen Zug verlassen müssen. Darüber ärgerte er sich offenbar so sehr, dass er vor dem Bahnhof in Attendorn mehrfach den "Hitlergruß" zeigte und rechtsradikale Parolen rief, wie die Polizei mitteilte.

Da der 49-Jährige betrunken war, unter Drogeneinfluss stand und sich von den alarmierten Beamtem nicht beruhigen ließ, wurde er laut Polizei in Gewahrsam genommen.

Update, 30. Oktober, 21.50 Uhr: Forscher: Mehr als neun Millionen Corona-Infektionen in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als neun Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, dicht gefolgt von Indien mit mehr als acht Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo rund 5,5 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Experten gehen zugleich von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus.

Die USA hatten erst vor zwei Wochen die Schwelle von acht Millionen bestätigten Infektionen überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt im Schnitt auf gut 75.000 pro Tag an. Für Donnerstag etwa meldete Johns Hopkins sogar mehr als 88.000 Neuinfektionen.

Fast 230.000 Menschen sind gestorben - mehr als in jedem anderen Land. Allerdings sind die USA ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Auf 100.000 Einwohner kommen damit knapp 70 Tote, während es in Peru rund 108, in Brasilien und Spanien rund 76 sind. In Deutschland wurden gut zwölf Tote pro 100.000 Einwohner verzeichnet. Weltweit starben laut Johns-Hopkins-Universität knapp 1,2 Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

Update, 30. Oktober, 21.37 Uhr: Dringender Appell von Müller: Tragen Sie Einschränkungen mit

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat in einem dringenden Appell um Disziplin im Kampf gegen die Corona-Pandemie gebeten. "Tragen Sie die notwendigen schweren Einschränkungen mit", sagte Müller am Freitagabend im Sender RBB. Die neuen Einschränkungen seien den Regierungen in Bund und Ländern nicht leicht gefallen. Man habe lange diskutiert. "Aber wir mussten einsehen, es geht nicht anders. Wir müssen Kontakte einschränken oder so weit es geht vermeiden."

Müller betonte, er wisse, dass den Menschen und gerade den Veranstaltern in der Kultur sowie den Restaurants viel zugemutet werde. Die meisten Menschen hätten sich bisher schon an die Bestimmungen gehalten. Trotzdem sei das Gesundheitsrisiko größer geworden. "Oft werden gerade im privaten Rahmen Regeln nicht eingehalten."

Daher gelte: "Vermeiden Sie Feiern, Begegnungen in größeren Gruppen, vor allem in geschlossen Räumen." Die Gesundheit der Familie, der Freunde und der Mitmenschen verlange das. Müller sagte: "Es geht darum, so wenig wie möglich zu riskieren." Wichtig sei aber auch, dass Schulen und Kitas geöffnet bleiben könnten, weil Kinder sie bräuchten.

Zum Schluss sagte Müller mit Blick auf Weihnachten, die Maßnahmen würden vorerst nur im November gelten. "Ich kann Ihnen nichts versprechen. Aber noch haben wir die Chance auf weitestgehende schöne Feiertage im Kreise unsere Familien und Freunde." Dafür müsste die neue Coronawelle gerade jetzt engagiert bekämpft werden.

Update, 30. Oktober, 21.20 Uhr: Nach Brief an Olaf Scholz: Helge Schneider freut sich über Coronahilfe

Komiker Helge Schneider (65, "Katzeklo") freut sich darüber, dass sein Coronahilfen-Vorschlag prompt vom Bundesfinanzministerium aufgenommen wurde. "Ich freue mich über das Resultat meines einfachen Vorschlags. Ich denke, gute Ideen sind immer hilfreich", erklärte Schneider am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. "So kann es natürlich nicht immer funktionieren, deshalb freu ich mich besonders."

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Mittwoch angekündigt, dass für die Zeit des Teil-Lockdowns im November unter anderem Soloselbstständige ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen sollen. Entertainer Helge Schneider hatte am Donnerstag Scholz in einem auf Facebook veröffentlichten Brief aufgefordert, bei der Berechnung der angekündigten Corona-Hilfe nicht den Monat November des Vorjahres, sondern einen Durchschnittswert heranzuziehen. Er zum Beispiel habe im November 2019 nichts verdient.

Finanz-Staatssekretär Wolfgang Schmidt antwortete dem Musiker schließlich auf Twitter: "So machen wir es. Soloselbstständige können wählen: entweder Vorjahresmonatsumsatz (welch Wort) November 2019 oder Durchschnitt des Jahresumsatzes 2019. Davon dann 75 Prozent als Zuschuss. Für die fixen Kosten. Alles Gute!"

Olaf Scholz sprach den Vorschlag am Freitag in einem Interview von "Bild Live" erneut an. "Helge Schneider bekommt Geld, wenn die Angaben stimmen, die in diesem Brief stehen", versprach er.

Update, 30. Oktober, 21.07 Uhr: Mehr als 60 Corona-Fälle in Frankfurter Altenpflegeheim

In einer Frankfurter Altenpflegeeinrichtung sind 46 Bewohner und 22 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Acht der Senioren seien wegen Symptomen ins Krankenhaus gekommen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Ein infizierter Bewohner mit Vorerkrankungen sei mittlerweile gestorben. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Nach Angaben des Awo-Sprechers wurden die betroffenen Bewohner in der Einrichtung isoliert. Für die positiv getesteten Mitarbeiter sei Quarantäne angeordnet worden. Besuche in der Einrichtung seien derzeit nicht gestattet. Die Einrichtung werde engmaschig durch den internen Krisenstab sowie die zuständigen Behörden begleitet, teilte die Awo weiter mit.

Update, 30. Oktober, 20.58 Uhr: Streeck: Mehr Ruhe in Corona-Diskussion würde allen guttun

Der Virologe Hendrik Streeck ist vom rasanten Anstieg der Corona-Infektionszahlen überrascht. Er glaube aber nicht, dass das nachlässige Verhalten der Bevölkerung dafür verantwortlich ist, sagte der Wissenschaftler von der Universität Bonn der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe).

"Nach meiner Wahrnehmung verhält sich der Großteil der Menschen vorbildlich." Er vermutet vielmehr, dass wie bei anderen Coronaviren auch bei Sars-CoV-2 die Saisonalität eine große Rolle spiele, also dass sich das Infektionsgeschehen mit den Jahreszeiten verändert. Zudem habe man vermutlich die Bedeutung von privaten Treffen unterschätzt.

Streeck bekräftigte seine schon im Vorfeld geäußerte Kritik am jüngst beschlossenen Teil-Lockdown. "Ich halte den Shutdown für zu früh. Er bringt sicherlich die Infektionszahlen runter. Aber nach den vier Wochen werden sie wieder steigen, dann geht es von vorne los." Man gebe den Menschen damit keine Perspektive. "Das Virus geht ja nicht weg."

Statt eines solchen "Stotterbremsens" müsse man eine Langzeitstrategie entwickeln und sich vor allem auf den Schutz der Risikogruppen konzentrieren. Er nannte Schnelltest und FFP2-Masken für Altersheime und für Senioren daheim sowie die Organisation von Nachbarschaftshilfen etwa für den Einkauf als mögliche Maßnahmen.

Streeck gestand ein, in den zurückliegenden Monaten auch Fehleinschätzungen abgegeben zu haben. So sei er zu Beginn der Pandemie nicht vom Nutzen der Masken überzeugt gewesen. Zudem habe er anfangs das Virus für weniger gefährlich gehalten als das Grippevirus. "Da habe ich mich klar getäuscht." Grundsätzlich wünsche er sich, dass etwas Ruhe in die Diskussion reinkomme und das Thema nicht mehr so im Vordergrund stehe. "Das, glaube ich, würde allen guttun."

Hendrik Streeck ist der Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn.
Hendrik Streeck ist der Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 30. Oktober, 20.45 Uhr: Trotz Infektionsrekorde: Madrid schließt neuen Total-Lockdown aus

Trotz neuer Infektionsrekorde will Spanien die Pandemie ohne einen neuen Lockdown mit einer extrem strengen Ausgehsperre eindämmen. Eine totaler Lockdown, wie er im Frühjahr im Corona-Hotspot monatelang herrschte, sei im neuen Notstandsdekret auch nicht vorgesehen, erklärte Gesundheitsminister Salvador Illa. 

"Und ich bin davon überzeugt, dass eine totale Ausgehsperre dank der aktuellen Maßnahmen auch nicht nötig sein wird", betonte der Minister am Freitag vor Journalisten in Madrid.

Mit 25.595 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurde unterdessen der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie verzeichnet. Die Gesamtzahl der Ansteckungen mit dem Virus Sars-CoV-2 nähert sich damit im 47-Millionen-Einwohner-Land der Marke von 1,2 Millionen. In Westeuropa weist nur Frankreich einen höheren Wert auf, in Deutschland gab es bisher rund eine halbe Million Fälle.

Die Zahl der Menschen, die in Spanien mit Covid-19 starben, stieg um 239 auf insgesamt 35 878. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit 234 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland betrug dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 104,9.

Wegen der rapide steigenden Zahlen hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag einen zweiwöchigen Notstand ausgerufen und im Rahmen dieser Maßnahme praktisch im ganzen Land eine nächtliche Ausgehsperre angeordnet. Nur die Kanaren sind davon ausgenommen. Ein Antrag der linken Regierung auf Verlängerung des Alarmzustands - der dritthöchsten Notstandsstufe - gleich bis zum 9. Mai 2021 wurde am Donnerstag vom Parlament angenommen.

Update, 30. Oktober, 20.37 Uhr: Steinmeier: "Kultur ist Lebenselixier für uns alle"

Kurz vor dem bundesweiten Teil-Lockdown hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Kultur als wichtiges Element des gesellschaftlichen Lebens bezeichnet.

"Vielleicht wird uns in der Corona-Krise noch einmal neu bewusst: Kultur ist eben kein Luxusgut für ein paar wenige, sie ist ein Lebenselixier für uns alle, für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft als Ganze", sagte Steinmeier anlässlich des Konzertes zum 75. Gründungsjubiläum des Hamburger NDR-Elbphilharmonie-Orchesters am Freitagabend in einer Video-Ansprache.

Die erneute Zwangspause sei bitter für die Kulturschaffenden, viele seien wegen der Pandemie in ihrer Existenz bedroht. "In diesem Herbst und Winter sind sie mehr denn je auf unsere Solidarität angewiesen", sagte der Bundespräsident und rief die Hörer und Zuschauer dazu auf, selbst aktiv zu werden. 

"Gerade dann, wenn wir wegen Corona nicht mehr ins Konzert, ins Theater, in die Ausstellung gehen können, gerade dann müssen wir selbst kreativ werden und uns überlegen, wie wir die Kulturschaffenden auf anderem Wege unterstützen können." Natürlich müsse auch die Politik helfen. "Aber wir müssen es auch. Möglichkeiten dazu gibt es reichlich! Lassen wir sie nicht im Stich, die Kultur!"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nennt Kultur "kein Luxusgut für ein paar wenige", vielmehr wäre sie "ein Lebenselixier für uns alle".
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nennt Kultur "kein Luxusgut für ein paar wenige", vielmehr wäre sie "ein Lebenselixier für uns alle".  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 30. Oktober, 20.28 Uhr: Bundesregierung: Länder sollten Maßnahmen nicht zu zögerlich umsetzen

Die Regierungschefs der Länder sollten bei ihren Verordnungen für den Teil-Lockdown im November aus Sicht der Bundesregierung nicht zu zögerlich sein. "Würden keine oder weniger einschneidende Maßnahmen getroffen, würde sich das Infektionsgeschehen rasant weiter verschärfen", heißt es in einem Schreiben an die Länderchefs, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Dies würde zu einer starken Belastung des Gesundheitssystems sowie zu einer Zunahme von schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen in der Bevölkerung führen, wie dies auch in anderen Staaten zu sehen war und ist." Um diese Gefahr abzuwehren seien die grundrechtsbeschränkenden Maßnahmen angesichts des hohen Schutzguts der öffentlichen Gesundheit gerechtfertigt. Unterschrieben ist der auf den Freitag datierte Brief von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU).

Aus Sicht der Bundesregierung ermöglichen die Vorgaben des Bund-Länder-Beschlusses vom Mittwoch "in jedem Fall eine Umsetzung durch Verordnungen der Länder in verfassungsrechtlich zulässiger Weise". "Sie beachten insbesondere die Anforderungen des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit."

Die erneuten massiven Corona-Beschränkungen sollen ab Montag greifen. In einigen Bundesländern wurden die Beschlüsse bereits ausgestaltet und in Landesverordnungen gegossen. Andere wollen erst im Laufe des Wochenendes bestimmen, wie die verschärften Regelungen konkret umgesetzt werden.

Update, 30. Oktober, 20.17 Uhr: Kretschmann beschwört Zusammenhalt bei Corona-Maßnahmen

In einer Fernsehansprache hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Zusammenhalt bei der Befolgung der neuen Corona-Maßnahmen beschworen. Die Corona-Lage habe sich extrem verschlechtert, sagte er am Freitagabend im Südwestrundfunk (SWR). Gesundheitsämter seien mancherorts nicht mehr in der Lage Kontakte nachzuverfolgen, die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen steige stark an.

"Mit einer nationalen Kraftanstrengung wollen wir die Zahl der Neuinfektionen wieder deutlich senken", begründete der Regierungschef die neuen Maßnahmen von Bund und Ländern. Niemand wünsche sich solch schmerzhafte Einschränkungen. "Ich am allerwenigsten", so Kretschmann. Es sei aber letztlich wie eine bittere Medizin: Man nehme sie nicht gern ein. Aer man müsse es tun, um wieder gesund zu werden.

Ihm sei bewusst, dass die Bevölkerung pandemie-müde sei, betonte der Grünen-Politiker. Das gelte auch für ihn. Doch das Virus kenne keine Pause. "Deshalb müssen wir uns weiter gemeinsam anstrengen, denn nur gemeinsam können wir der Pandemie die Stirn bieten." Er habe Vertrauen in das Gemeinwesen. "Zusammenhalt, Gemeinsinn und Solidarität. So können wir es wieder schaffen", gab sich Kretschmann überzeugt.

Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 30. Oktober, 20.11 Uhr: Verwaltungsgericht Karlsruhe bestätigt Sperrstunde und Alkoholverbot

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat Anträge von mehreren Gastwirten gegen eine Sperrstunde für Gaststätten ab 23 Uhr und ein Alkoholverkaufsverbot zurückgewiesen. 

Die Anträge richteten sich gegen eine vom Landratsamt Karlsruhe verhängte Sperrzeit für Gaststätten ab 23 Uhr und ein Alkoholverkaufsverbot an Freitagen, Samstagen und vor Feiertagen von 22 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages, wie ein Sprecher des Gerichts am Freitag mitteilte.

Zur Begründung hieß es, bereits die bloße Verkürzung der Öffnungszeiten von Gaststätten mindere die Zahl der Kontakte zwischen unbekannten Personen oder Personen aus verschiedenen Haushalten und damit das Ansteckungsrisiko. Daran ändere sich nichts dadurch, dass eine Ansteckungsgefahr nicht von der Uhrzeit abhänge, so das Gericht.

Die Einschränkung ist aus Sicht des Gerichts zudem befristet und wird bei hinreichend sinkenden Fallzahlen der Neuinfektionen automatisch unwirksam. Diese Überlegungen träfen auch auf das Alkoholverbot zu.

Update, 30. Oktober, 20.04 Uhr: Verwaltungsgericht hebt Maskengebot bei Querdenken-Demo auf

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Auflage des Maskengebots bei einer Querdenken-Demo am Samstag in Karlsruhe aufgehoben. Dem Antrag der Organisatorin der Demo gegen die Auflage der Stadt Karlsruhe habe das Gericht stattgegeben, teilte ein Sprecher des Gerichts am Freitagabend mit. Die Teilnehmer müssten sich somit nicht an die Auflage halten.

Die Vorgabe der Stadt greift aus Sicht des Gerichts zu stark in die Versammlungsfreiheit ein. Mit der konsequenten Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern gebe es ein ebenso geeignetes Mittel um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus wirksam zu reduzieren, hieß es zur Begründung.

Durch den "stationären Charakter" und die Teilnehmerzahl von 500 gehe das Gericht davon aus, dass die Abstände einzuhalten sind. Zudem bestehe für die Stadt Karlsruhe die Möglichkeit, kurzfristig weitere Auflagen zu erlassen, sollten sich die Teilnehmer nicht an das Abstandsgebot halten. Es bestünde grundsätzlich die Möglichkeit, gegen die Entscheidung beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim Beschwerde einzulegen.

Update, 30. Oktober, 19.50 Uhr: Veranstaltungsbranche fordert mehr Corona-Hilfen - Demo mit Lichtshow

Angesichts der weitreichenden Einschränkung des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die Veranstaltungsbranche in Hamburg mehr staatliche Hilfen gefordert.

An einer Demonstration mit Lichtshow an der Binnenalster beteiligten sich nach Angaben der Polizei am Freitag rund 600 Menschen. "Die Lichter gehen bald aus!" und "Rettet über 9000 Volksfeste!", hieß es auf Plakaten der Teilnehmer.

Die Existenz der Veranstalter sei bedroht. Das Motto der Kundgebung lautete: "Alster in Flammen - #AlarmstufeRot". Vom Ufer der Binnenalster erstrahlten 32 Lampen.

Die Veranstaltungsbranche macht mit der Demonstration "Alster in Flammen - #AlarmstufeRot" auf ihre gefährdete wirtschaftliche Lage durch Infektionsschutzmaßnahmen aufmerksam.
Die Veranstaltungsbranche macht mit der Demonstration "Alster in Flammen - #AlarmstufeRot" auf ihre gefährdete wirtschaftliche Lage durch Infektionsschutzmaßnahmen aufmerksam.  © Axel Heimken/dpa

Update, 30. Oktober, 19.38 Uhr: Einschulungsuntersuchungen für 2000 Kinder verschoben

Einschulungsuntersuchungen für rund 2000 Kinder sind im Landkreis Vorpommern-Greifswald wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Die für den November geplanten Untersuchungen seien zunächst abgesagt, teilte der Landkreis am Freitag mit.

"Wir wollen Kontakte soweit wie möglich einschränken, um keine zusätzliche Infektionsgefahr zu schaffen", sagte Landrat Michael Sack (CDU). Zudem seien die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes derzeit vor allem mit Aufgaben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beschäftigt. Voraussichtlich sollen die Untersuchungen den Angaben zufolge im März 2021 nachgeholt werden.

Bei der Einschulungsuntersuchung werden demnach unter anderem Hör- und Sehvermögen und der Impfstatus überprüft. Zudem gehe es dabei um die sprachliche und motorische Entwicklung der Kinder. Ziel sei es bei möglichen Problemen, Behandlungen oder Fördermaßnahmen vor dem Schulbeginn einzuleiten.

Update, 30. Oktober, 19.29 Uhr: WHO warnt vor Coronavirus-Langzeitfolgen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor Spätfolgen von Coronavirus-Infektionen gewarnt. "Für eine bedeutende Zahl von Menschen hat dieses Virus eine Reihe ernsthafter Langzeitfolgen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitagabend in Genf.

Berichte über anhaltende Komplikationen nach Covid-19 gebe es von Krankenhauspatienten ebenso wie von daheim behandelten, jungen sowie alten Menschen. Zahlen dazu, wie viele Patienten betroffen sind, gibt es laut WHO noch nicht.

"Besonders besorgniserregend ist die große Bandbreite an Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verändern, oft überschneiden und jedes System im Körper betreffen können", sagte Tedros. Betroffene berichteten etwa von monatelang andauernden Symptomen wie starker Erschöpfung, Atemproblemen, Herzrasen oder Gedächtnisschwierigkeiten, die eine Rückkehr in den Beruf oder Alltag teils unmöglich machten.

"Das unterstreicht, wie moralisch unzumutbar und undurchführbar die Strategie der sogenannten natürlichen Herdenimmunität ist", sagte Tedros. Der Ansatz, eine Durchseuchung der Bevölkerung bei unkontrollierter Übertragung zu erlangen, würde laut ihm nicht nur Millionen mehr Tote, sondern auch viele Langzeiterkrankte bedeuten. "Bis wir einen Impfstoff haben, müssen Regierungen und Menschen alles tun, um die Übertragung zu unterdrücken."

Tedros Adhanom Ghebreyesus ist der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Tedros Adhanom Ghebreyesus ist der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO).  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Update, 30. Oktober, 19.23 Uhr: Corona-Krise: Belgien schließt die meisten Geschäfte wieder

Im schwer vom Coronavirus getroffenen Belgien müssen die meisten Geschäfte wieder schließen. Ausnahmen gebe es etwa für Supermärkte, sagte Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach einer Krisensitzung in Brüssel.

Gemessen an der Einwohnerzahl zählt Belgien nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur derzeit die meisten Corona-Infektionen in der Europäischen Union.

Update, 30. Oktober, 19.18 Uhr: Aussichtsplattform auf dem One World Trade Center öffnet wieder

Nach fast achtmonatiger Schließung in der Coronavirus-Pandemie öffnet die Aussichtsplattform auf dem Wolkenkratzer One World Trade Center am Sonntag wieder für Besucher.

Zunächst solle die Plattform nur am Wochenende mit deutlich reduzierter Besucherkapazität sowie unter Einhaltung von Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln geöffnet werden, teilten die Betreiber mit. Zuvor war die Touristenattraktion seit Mitte März aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus ganz geschlossen gewesen.

Seit der Öffnung der Aussichtsplattform im höchsten Gebäude der Stadt im Mai 2015 haben nach Angaben der Betreiber schon mehr als 10,7 Besucher von dort aus das Panorama der Millionenmetropole besichtigt.

Acht Monate lang war die Aussichtsplattform auf dem One World Trade Center in New York wegen Corona geschlossen.
Acht Monate lang war die Aussichtsplattform auf dem One World Trade Center in New York wegen Corona geschlossen.  © Christina Horsten/dpa

Update, 30. Oktober, 19.10 Uhr: Saarland meldet 283 neue Corona-Fälle

Im Saarland ist die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages um 283 Fälle gestiegen. Damit seien seit Beginn der Pandemie 6877 Infektionen registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Saarbrücken mit.

Mit dem Erreger werden 192 Todesfälle in Verbindung gebracht, fünf mehr als am Vortag (Stand 18.00 Uhr). Dem Ministerium zufolge gelten mittlerweile 4626 Menschen als geheilt. 2059 Saarländer sind rechnerisch derzeit infiziert. In Krankenhäusern werden aktuell 162 Patienten behandelt, 33 davon intensivmedizinisch.

Update, 30. Oktober, 18.58 Uhr: Cristiano Ronaldo nach Corona-Infektion wieder gesund

Juve-Superstar Cristiano Ronaldo hat seine Infektion mit dem Coronavirus überstanden und darf die Quarantäne beenden. Der 35 Jahre alte Offensivspieler sei negativ auf das Virus getestet worden und gelte damit als genesen, teilte sein Verein Juventus Turin am Freitagabend mit.

Der Fußball-Profi darf damit die häusliche Isolation verlassen und könnte dem Serie-A-Club bereits am Sonntag im Ligaspiel bei Aufsteiger La Spezia wieder zur Verfügung stehen.

Insgesamt 19 Tage hatte der Portugiese nach seiner Infektion in Quarantäne verbringen müssen und unter anderem das prestigeträchtige Duell in der Champions League mit dem FC Barcelona verpasst, das Juve am vergangenen Mittwoch 0:2 verlor. Auch zwei Spiele in der Serie A sowie den Königsklassen-Auftakt auswärts bei Dynamo Kiew (2:0) hatten die Turiner ohne ihren Superstar bestreiten müssen. Bei Ronaldo war am 13. Oktober während eines Aufenthalts bei der Nationalmannschaft eine Corona-Infektion festgestellt worden.

Update, 30. Oktober, 18.42 Uhr: Keine Genehmigung: Werder Bremen verschiebt Mitgliederversammlung

Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat seine Mitgliederversammlung wegen der Corona-Pandemie in das Frühjahr 2021 verlegt. Das gab der Verein am Freitagabend bekannt. Werder hatte zuvor eine Sondergenehmigung für eine Präsenzveranstaltung beantragt. Die lehnte das Gesundheitsamt jedoch ab.

"Die Statuten unseres Vereins geben es her, dass alle Gremien bis zum neuen Termin ihre Arbeit fortsetzen können", sagte Präsident Hubertus Hess-Grunewald. Eine digitale Veranstaltung kam für die Bremer nicht infrage, "da es in dieser Situation mit anstehenden Wahlen nicht das richtige Format für den SV Werder ist". Bei der Mitgliederversammlung stehen unter anderem die Wahlen neuer Aufsichtsrats-Mitglieder an.

Update, 30. Oktober, 18.29 Uhr: Gericht weist Beschwerden gegen Sperrstunde in Stuttgart zurück

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat mehrere Beschwerden gegen die Sperrstunde in der Landeshauptstadt zurückgewiesen. Die Eilanträge von mindestens vier Gastronomen gegen die Sperrstunde für Gastronomiebetriebe ab 23 Uhr seien abgewiesen worden, sagte ein Sprecher der Gerichts am Freitag. Die Begründung: Die Maßnahme sei für das Ziel der Kontaktreduzierung in der Corona-Pandemie erforderlich.

Nach Angaben der Stadt Stuttgart haben mehrere Gastronomen gegen die Entscheidung Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim eingelegt. Ein Sprecher der Stadt Stuttgart teilte zu der Entscheidung mit, sämtliche Gaststätten müssten somit ab 23 Uhr schließen. Lediglich Speisen und alkoholfreie Getränke zur Abholung dürften ab diesem Zeitpunkt noch verkauft werden. "Diese Regelung gilt vorerst – unter Vorbehalt weiterer gerichtlicher Entscheidungen – bis zum Inkrafttreten der neuen Coronaverordnung des Landes", teilte der Sprecher mit.

Nach den voraussichtlich ab Montag geltenden neuen Corona-Maßnahmen müsste dann unter anderem auch die Gastronomie für mehrere Wochen komplett schließen, so der Sprecher der Stadt.

Wie in vielen anderen Städten Deutschlands gilt auch in Stuttgart zurzeit eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr.
Wie in vielen anderen Städten Deutschlands gilt auch in Stuttgart zurzeit eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr.  © Holm Helis, Sebastian Gollnow/dpa

Update, 30. Oktober, 18.22 Uhr: Bereits 6000 Vertragsstrafen für Maskenverweigerer im Nahverkehr

Rund 6000 Vertragsstrafen sind seit Ende August für Maskenverweigerer im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) verhängt worden. Mit einer Strafe von mindestens 40 Euro müssen diejenigen rechnen, die in den Bussen, Bahnen und Fähren des HVV die Mund-Nasen-Bedeckung nicht ordnungsgemäß tragen, wie Hochbahn-Sprecherin Constanze Dinse der Deutschen Presse-Agentur am Freitag sagte.

Mit Stand Ende Oktober liege die Tragequote im ÖPNV der Hansestadt bei etwa 95 Prozent. "Seit Einführung der Vertragsstrafe ist die Quote relativ gleichbleibend", berichtete Dinse. Da gegen eine Vertragsstrafe Einspruch erhoben werden kann und die Verfahren dazu meist noch laufen, ist die Angabe einer Summe für die eingenommenen Strafgelder den Angaben zufolge nur sehr schwierig.

In den Bussen, Bahnen und Fähren prüfen laut HVV täglich bis zu 750 Mitarbeiter die Einhaltung der Corona-Maßnahmen. Insgesamt seien so bisher etwa 850.000 Fahrgäste kontrolliert worden.

Update, 30. Oktober, 18.17 Uhr: Regierung ordnet Teil-Lockdown in Sachsen an

Die sächsische Regierung hat wie erwartet einen Teil-Lockdown beschlossen. Er soll vom kommenden Montag an bis Ende November dauern. Dabei wird das öffentliche Leben im Freistaat weitere Einschränkungen erfahren.

"Wir sehen, dass wir heute Zahlen haben von 1000 Infektionen innerhalb von 24 Stunden. Diese Situation werde sich auch in den kommenden Tagen nicht ändern. Deshalb müssen wir handeln", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag. Es geht darum, die zwischenmenschlichen Kontakte auf ein Mindestmaß zu senken. Man wolle, dass man ein Weihnachtsfest feiern könne.

Da die touristischen Einrichtungen am Montag schließen, werden auch keine Touristen mehr in Sachsen unterkommen können, erläuterte Kretschmer. Öffentliche Einrichtungen wie Theater, Konzertsäle, Museen und Sportstätten bleiben geschlossen, ebenso Hallenbäder, Saunen, Fitnessstudios, Diskotheken, Opernhäuser und Weihnachtsmärkte. Restaurants und Kneipen dürfen nur noch Speisen außer Haus anbieten. Im Handel darf sich nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will, dass Sachsens Einwohner ein halbwegs normales Weihnachtsfest feiern können, deshalb müsse man jetzt gegen Corona aktiv werden.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will, dass Sachsens Einwohner ein halbwegs normales Weihnachtsfest feiern können, deshalb müsse man jetzt gegen Corona aktiv werden.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. Oktober, 18.15 Uhr: Bedford-Strohm: In Pandemie verantwortungsvoll mit Freiheit umgehen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm hat angesichts der Corona-Pandemie zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Freiheit gemahnt. "Freiheit eines Christenmenschen in Pandemie-Zeiten heißt sorgsam mit Gesundheitsrisiken umzugehen und gleichzeitig dafür einzutreten, dass Menschen keinen sozialen Tod sterben", heißt es im Manuskript einer Predigt, die Bedford-Strohm am Freitag in Gotha hielt.

Bedford-Strohm kritisierte Verschwörungstheorien zur Pandemie und Demonstrationen gegen die Corona-Schutzvorkehrungen. "Wenn Menschen heute für Freiheiten demonstrieren, die andere in Gefahr bringen, dann können sie sich nicht auf das christliche Freiheitsverständnis berufen", heißt es in dem auf der EKD-Website veröffentlichten Text.

Freiheit heiße, sich nicht in abstrusen Verschwörungsfantasien zu verlieren oder rücksichtslos seine Eigeninteressen verfolgen, sondern dem Nächsten dienen und immer auch dessen Wohl im Blick haben. Anders sei dies bei Protesten von Menschen, die ihre Existenz verlören und verzweifelt seien. Dann gelte es hinzuhören und nach Wegen zu suchen, wie Menschen wieder Boden unter den Füßen bekommen könnten.

Heinrich Bedford-Strohm ist der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Heinrich Bedford-Strohm ist der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).  © Britta Pedersen/ZB/dpa

Update, 30. Oktober, 18.12 Uhr: Für mehr als 200 Kinder im Landkreis Rostock Quarantäne angeordnet

Wegen mehrerer Corona-Fälle ist für mehr als 200 Kinder im Landkreis Rostock Quarantäne angeordnet worden. Kindergarten, Hort und Schule in Mühl Rosin bei Güstrow sind wegen eines Covid-19-Falls eines Kindes geschlossen worden, teilte der Landkreis am Freitag mit.

65 Kita-Kinder und 21 Erzieherinnen und Erzieher wurden demnach bis zum 9. November unter Quarantäne gestellt. Wegen der gemeinsamen Nutzung der Räumlichkeiten müssen dort ebenfalls 73 Schüler bis zum 6. November in Quarantäne, für vier Lehrkräfte sei eine Kontaktreduzierung angeordnet worden.

In einer Kita in Bargeshagen wurde den Angaben zufolge ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet, was die Quarantäne von 76 Kindern und neun Erziehern bis zum 10. November nach sich zieht.

Update, 30. Oktober, 18.10 Uhr: Stadt genehmigt Corona-Demo in München unter Auflagen

Die Stadt München hat die für Sonntag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen unter strikten Auflagen zugelassen. Maximal 1000 Menschen anstatt der angemeldeten 5000 dürfen von 16.30 Uhr bis spätestens 21.00 Uhr an der Veranstaltung unter dem Motto "Querdenken 089" an Allerheiligen auf der Theresienwiese teilnehmen, wie das Kreisverwaltungsreferat am Freitagabend mitteilte.

Die Teilnehmer müssten mindestens 1,5 Meter Abstand halten und während der gesamten Versammlung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Ausgenommen seien Redner. Grund der Beschränkungen sei der Infektionsschutz.

Zudem lehnte die Behörde den angemeldeten Versammlungsleiter für die Theresienwiese ab. "Aufgrund seines bisherigen Verhaltens und verschiedener öffentlicher Redebeiträge besteht der Verdacht, dass er nicht die Gewähr für einen friedlichen Verlauf der Versammlung bieten wird, insbesondere weil er mehrfach die Geltung des Grundgesetzes in Abrede gestellt hat", erläuterte das Kreisverwaltungsreferat.

Demonstrationszüge durch die Innenstadt mit bis zu 1000 Menschen zur Theresienwiese verbot die Behörde. Sie ließ jedoch Kundgebungen mit 200 Menschen zu, meist an den ursprünglich geplanten Startpunkten am Gärtnerplatz, Harras, Karlsplatz und Wittelsbacher Platz. Für 100 Menschen wurde eine Kundgebung an der Stadelheimer erlaubt. Den Auflagen lägen eine Gefahrenprognose des Polizeipräsidiums München und eine infektionsschutzrechtliche Bewertung des städtischen Referats für Gesundheit und Umwelt zugrunde, hieß es weiter.

Am Sonntag darf in München wieder gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert werden.
Am Sonntag darf in München wieder gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert werden.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 30. Oktober, 18 Uhr: 2838 Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Baden-Württemberg am Freitag im Vergleich zum Vortag um 2838 Fälle gestiegen. Insgesamt haben sich damit mindestens 80 286 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt am Freitag (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 12 auf 2021. Als genesen gelten 54 856 Menschen - das sind 733 mehr als am Vortag. Landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen bei 107 und damit mehr als doppelt so hoch wie die Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land. Am Vortag lag der Wert bei 99.

Den höchsten Wert weist der Stadtkreis Pforzheim mit 155,6 auf. Insgesamt liegen 24 Stadt- und Landkreise über dem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Update, 30. Oktober, 17.54 Uhr: Neue Corona-Schutzverordnung in Sachsen: Kein Amateursport

In Sachsen wird es keine Ausnahmeregelung für den Amateursport geben. Die neue Corona-Schutzverordnung des Freistaates setzt die am Mittwoch von Bund und Ländern getroffenen Beschlüsse zum Sport wegen der Corona-Pandemie direkt um.Das gab die Landesregierung am Freitagabend bekannt.

Deshalb ruht ab Montag bis mindestens Ende November der Amateursport komplett, alle staatlichen und privaten Sportanlagen müssen geschlossen werden. Das betrifft auch Fitnessstudios. Individualsport kann weiter betrieben werden.

Ausgenommen vom Sportverbot ist der Schulsport. Er wird auf Individualsport reduziert, Mannschaftssport soll es in den kommenden vier Wochen nicht geben. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung werden die Hoffnungen vieler Sportinteressierte, von Verbänden und Vereinen auf eine sächsische Abweichung vom allgemeinen Sportverbot nicht in Erfüllung.Unter anderen hatten Landessportbund und Sächsischer Fußball-Verband ein Weiterführen des Trainings- und Wettkampfbetriebes im Amateursport gefordert.

Update, 30. Oktober, 17.51 Uhr: Chef des afrikanischen Fußball-Verbandes positiv auf Corona getestet

Der Präsident des afrikanischen Fußball-Verbandes CAF ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ahmad Ahmad habe nach seiner Ankunft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo vor zwei Tagen leichte Grippesymptome gezeigt und sich deswegen einer Untersuchung unterzogen, teilte der Verband am Freitag mit.

Ahmad habe sich sofort in eine 14-tägige Selbstisolation in einem Hotel begeben, hieß es weiter. Auf Twitter schrieb er, es gehe ihm gut. Ahmad war zuvor zum Finale des afrikanischen Confederation Cups in Marokko gereist. Der 60-Jährige ist auch Vize-Präsident des Weltverbandes Fifa. Fifa-Chef Gianni Infantino war vor einigen Tagen ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Update, 30. Oktober, 17.47 Uhr: Bundeskriminalamt unterstützt Berliner Gesundheitsämter

Die Gesundheitsämter in Berlin-Neukölln und Mitte bekommen Hilfe vom Bundeskriminalamt (BKA). Zehn BKA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien für die Zeit von Freitag bis zum 23. Dezember nach Berlin abgeordnet worden, teilte das BKA in Wiesbaden mit.

Sie sollen unter anderem die telefonische Befragung von Corona-Patienten zu möglichen Kontaktpersonen übernehmen. Zu ihren Aufgaben gehört außerdem, solche Personen auch zu benachrichtigen, in Risikogruppen einzuordnen und die Ergebnisse zu dokumentieren.

Bei den BKA-Mitarbeitern handelt es sich nach Angaben einer Sprecherin um Kolleginnen und Kollegen, die zu Kriminalbeamten ausgebildet werden. Mit der Unterstützung der beiden Berliner Gesundheitsämter setzt das BKA den Beschluss der Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von Mitte Oktober um. Danach sind Mitarbeiter der Bundesverwaltung aufgerufen, den öffentlichen Gesundheitsdienst bei der Kontaktnachverfolgung zu unterstützen.

Update, 30. Oktober, 17.44 Uhr: Niedersachsens Zoos müssen wieder schließen

In Niedersachsen müssen Zoos und Tierparks von Montag an bis Ende November schließen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten neuen Corona-Verordnung des Landes hervor. Die rund 30 Zoos, Tierparks und Wildgehege in dem Land stehen nun vor der Aufgabe, ohne Eintrittseinnahmen Tiere und Mitarbeiter sicher über den Winter zu bringen, hieß es in einer Stellungnahme der Zoodirektoren des Landes, die sich zum 1. Niedersächsischen Zootag in Nordhorn trafen. Gerade in der Corona-Pandemie hätten die Zoos eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung.

Schon im Frühjahr mussten die Zoos für 49 Tage schließen. "Keine Besuchereinnahmen, dafür aber kaum änderbare Kosten", sagte dazu der Chef des gastgebenden Tierparks Nordhorn. Die Schließung im Frühjahr habe dazu geführt, dass die Zoos keinen "Winterspeck" ansetzen konnten. Dringend benötigte Einnahmen seien dadurch weggefallen. Die Zoos setzen dazu auf die Zusammenarbeit mit der Landesregierung. Die Landespolitik habe bereits im Frühjahr Verantwortung übernommen und Hilfen für die Zoos zur Verfügung gestellt.

Der Sommer habe gezeigt, wie wichtig Zoos gerade für Kinder und deren Familien seien. "Insbesondere im urbanen Umfeld ist es häufig die einzige Möglichkeit vor allen Dingen in der dunklen Jahreszeit eine kurze Erholung vom zurzeit belastenden Alltag zu schaffen", betonten die Zoodirektoren. Die Zoos hätten gute Hygienekonzepte aufgestellt, die sich in den vergangenen Wochen bewährt hätten. Hieran wollen die Zoos auch nach der Schließung wieder anschließen.

Für den größten Zoo in Niedersachsen in Hannover bedeute eine Schließung im November einen Umsatzverlust von knapp einer Million Euro, sagte eine Sprecherin. "Insbesondere im Zoo laufen nahezu alle Kosten auch ohne Besucher weiter – die Versorgung der Tiere steht an erster Stelle." Wegen des Hygienekonzeptes sei die Zahl der Besucher gesenkt worden. Insgesamt besuchten den Zoo in Hannover in diesem Jahr bislang 18,4 Prozent weniger Besucher im Vergleich zum Vorjahr.

Die Erdmännchen im Zoo von Hannover werden im November nicht viele Besucher zu Gesicht bekommen.
Die Erdmännchen im Zoo von Hannover werden im November nicht viele Besucher zu Gesicht bekommen.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 30. Oktober, 17.41Uhr: 173 Corona-Neuinfektionen in MV - weiterer Landkreis Risikogebiet

In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) 173 weitere Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Damit stieg die Zahl der seit März registrierten Infektionen am Freitag auf mindestens 2791. Dies ist der bislang höchste an einem Tag gemeldete Wert. Am Donnerstag waren es noch 132 Fälle, am Mittwoch wurde der bisherige Höchstwert von 160 Fällen an einem Tag gemeldet.

Mit Vorpommern-Rügen hat laut Landesamt ein weiterer Landkreis die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersprungen. Das Lagus gab einen Wert von 52,5 an. Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim hatten die Marke von 50 bereits in dieser Woche überschritten. Der landesweite sogenannte Inzidenzwert liegt laut Lagus bei 43,4.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden seit Beginn der Corona-Pandemie 240 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern behandelt, am Freitag kamen vier weitere hinzu. 1657 aller im Nordosten Infizierten gelten inzwischen als genesen. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 starben, liegt bei 23, diese Zahl hat sich seit dem Vortag nicht erhöht.

Update, 30. Oktober, 17.38 Uhr: Corona-Sperren: Italiens Kulturszene protestiert gegen Stillstand

Den zweiten Tag in Folge haben in Italien Kulturschaffende gegen die Corona-Politik der Regierung und die Schließung von Theatern und Kinos protestiert. In Mailand, Turin, Genua, Rom und Neapel gingen am Freitag Tänzer, Sängerinnen, Schauspielerinnen, Theaterdirektoren und andere Beschäftigte der Kulturszene in großer Zahl auf die Straßen.

Aufgerufen zu den Demonstrationen in mehr als 15 Städten hatten mehrere Verbände und Gewerkschaften aus den Bereichen Show, Unterhaltung und Kommunikation. Bereits am Donnerstag hatte es Proteste von Kulturschaffenden etwa in Rom gegeben.Die Beteiligten argumentieren, dass zum Beispiel die Theater wegen strenger Corona-Schutzkonzepte sichere Orte seien. Außerdem fordern sie die Sicherheit, dass von der Regierung versprochene Hilfsgelder wirklich bei ihnen ankommen.

Am Freitag übersprang die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages erstmals die Marke von 30.000. Wie die Behörden in Rom mitteilten, wurden 31.084 neue Corona-Fälle registriert.

Eine Frau hält bei einer Demonstration gegen die Maßnahmen der italienischen Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ein Schild mit der Aufschrift "Opera is work" (zu deutsch: "Oper ist Arbeit") in den Händen.
Eine Frau hält bei einer Demonstration gegen die Maßnahmen der italienischen Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ein Schild mit der Aufschrift "Opera is work" (zu deutsch: "Oper ist Arbeit") in den Händen.  © Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 17.33 Uhr: Ältere Schüler müssen im Unterricht Masken tragen

Sachsens Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sollen nach den Ferien ab Montag wieder im Normalbetrieb öffnen. Allerdings gibt es im Vergleich zur bisherigen Praxis einige Anpassungen.

Gymnasiasten der Klassen 11 und 12 sowie Berufsschüler müssen auch im Unterricht eine Maske tragen, wenn die Abstände in den Klassenräumen nicht eingehalten werden können, teilte das Kultusministerium am Freitagabend mit.

Alle Schüler ab Klassenstufe 5 sind verpflichtet, außerhalb der Klassenzimmer eine Maske zu tragen, falls der erforderliche Abstand nicht möglich ist. Lehrerinnen und Lehrer erhalten auf Wunsch eine FFP2-Maske.

"Die Schulen und Kitas sind vergleichsweise sichere Orte und keine Hotspots der Pandemie. Wir sind es unseren Kindern schuldig, sie so lange wie möglich offen zu halten", erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Update, 30. Oktober, 17.31 Uhr: 253 Corona-Neuinfektionen in Sachsen-Anhalt

Die Zahl der täglich festgestellten Corona-Neuinfektionen in Sachsen-Anhalt steigt weiter. Von Donnerstag- bis Freitagvormittag kamen landesweit 253 Fälle hinzu, wie das Sozialministerium in Magdeburg mitteilte. Am Tag zuvor hatte das Plus bei 222 gelegen. Damit gab es in Sachsen-Anhalt binnen sieben Tagen 55,63 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 je 100.000 Einwohner. Am Donnerstag hatte der Wert noch bei 48,71 gelegen.

In Magdeburg, wo landesweit aktuell das stärkste Infektionsgeschehen herrscht, sind den Angaben zufolge 110,71 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen gemeldet worden. Am niedrigsten lag der Wert mit 13,73 in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau.

Landesweit sind damit bisher insgesamt 5082 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus erfasst worden. Aktuell gelten 1909 Menschen als infiziert. Derzeit sind laut Ministerium 25 Intensiv- und Beatmungsbetten mit Covid-19-Patienten belegt; 12 Erkrankte würden künstlich beatmet. Die Zahl der Gestorbenen, bei denen das Virus Sars-CoV-2 festgestellt wurde, stieg im Vergleich zum Vortag von 78 auf 79.

Update, 30. Oktober, 17.28 Uhr: Neue Höchstmarke: Mehr als 30.000 Corona-Neuinfektionen in Italien

In Italien hat die Anzahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages erstmals die Marke von 30.000 übersprungen. Wie die Behörden in Rom am Freitag mitteilten, wurden 31.084 neue Corona-Fälle registriert. Damit hat sich der Wert in etwa einer Woche verdoppelt. In dem Mittelmeerland mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem fast 200 Menschen mit oder an dem Virus.

Seit Beginn der Pandemie im Februar gab es in Italien nun 647.674 bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2. Die Zahl der Corona-Toten stieg auf über 38.300.

Die Regierung hatte Anfang der Woche verschärfte Schutzmaßnahmen wie die Schließung aller Lokale um 18 Uhr abends gestartet. Kinos und Theater sind seit Montag zu. Nach Medienberichten berät die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte bereits über weitere Verschärfungen der Vorschriften.

Zahlreiche Experten mahnten am Freitag, dass die Infektionskurve schnell abgeflacht werden müsse. Der zuständige Sonderkommissar der Regierung, Domenico Arcuri, sagte im Fernsehsender Sky TG24, noch gebe es ausreichend Intensivbetten für die Behandlung von Covid-19-Patienten im Land. Er nannte eine Zahl von rund 10.000 Plätzen. Allerdings dürften die Infektionen nicht mehr so schnell wie zuletzt klettern, sagte er.

Seit Montag gelten auch in Italien wieder verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen. Lokale müssen um 18 Uhr schließen und Kinos und Theater bleiben zu.
Seit Montag gelten auch in Italien wieder verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen. Lokale müssen um 18 Uhr schließen und Kinos und Theater bleiben zu.  © Andrew Medichini/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 17.23 Uhr: Mehr als 1700 Corona-Neuinfektionen in Hessen registriert

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Freitag 1708 neue Infektionen mit dem Coronavirus in Hessen binnen eines Tages registriert. Die Zahl der Infektionen stieg auf insgesamt 39.093 (Stand 00.00 Uhr) seit Beginn der Pandemie. 

Vier weitere Menschen seien binnen eines Tages im Zusammenhang mit Covid-19 in Hessen gestorben. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 641. Landesweit wurden damit in den vergangenen sieben Tagen 145,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nachgewiesen.

Nach dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen zuletzt in Hessen 178 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, das entspricht einer Belegung von zehn Prozent aller Intensivbetten. 98 Patienten wurden demnach beatmet (Stand Freitag, 12.15 Uhr).

Von Kommunen selbst gemeldete Zahlen können von den Zahlen des RKI abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI oder des hessischen Sozialministeriums.

Update, 30. Oktober, 17.17 Uhr: Corona: Zwei neue Todesfälle in Berlin - 1084 Neuinfektionen

n Berlin ist die Zahl der erfassten Corona-Neuinfektionen leicht gesunken - auf 1084. Zwei weitere Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Damit liege die Zahl der registrierten Toten seit dem Beginn der Pandemie bei 255, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitag mit. Das entspricht 0,8 Prozent aller bekannten positiven Corona-Fälle in der Hauptstadt. Bundesweit liegt dieser Wert mit mehr als 10.000 Toten bei 2,1 Prozent.

Die Zahl der erfassten Neuinfektionen lag am Freitag bei 1084, am Donnerstag waren es 1131, am Mittwoch 1161. Am meisten betroffen ist bei Ansteckungen weiterhin die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Unter den Berliner Bezirken ist Neukölln nach wie vor die Region mit den höchsten Fallzahlen.

Auf Tiefrot steht die Berliner Corona-Ampel bei der Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Mit 160,2 ist dieser Wert erneut von zuletzt 155,6 gestiegen - bundesweit liegt er bei 99 pro 100.000 Einwohner. Je mehr Ansteckungen es insgesamt gibt, desto höher wird das Infektionsrisiko im Alltag auch für besonders gefährdete Gruppen und medizinisches Personal.

Die Lage auf den Intensivstationen der Hauptstadt blieb nahezu unverändert. 155 Corona-Patienten werden dort behandelt, das entspricht einer Belegung von 12,2 Prozent aller verfügbaren Intensiv-Betten. Die meisten Toten gibt es in Berlin in der Gruppe der Senioren - im Schnitt waren sie bislang 81 Jahre alt. Seit Beginn der Pandemie wurden in Berlin 31.439 Corona-Fälle gemeldet. 20.302 Menschen gelten inzwischen als genesen (434 mehr als am Vortag).

Update, 30. Oktober, 17.09 Uhr: Geiger Daniel Hope nimmt Wohnzimmerkonzerte wieder auf

Stargeiger Daniel Hope (47) nimmt mit dem Teil-Lockdown Anfang November seine live gestreamten Wohnzimmerkonzerte wieder auf. Vom 2. November an werde er täglich um 19.00 Uhr in seinem Berliner Wohnzimmer mit Gästen "gegen die dunkle Jahreszeit" anspielen, teilte der deutsch-französische Sender Arte am Freitag mit. Mit seiner Musik wolle er Hoffnung auf bessere Tage machen.

In der Corona-Krise im Frühjahr hatte Hope mit seinen "Hope@Home"-Konzerten viele Menschen in aller Welt erreicht. Nun setzt er die Reihe unter dem Motto "Hope@Home - Next Generation" fort und wird vor allem junge und freischaffende Künstlerinnen und Künstler fördern, wie es hieß.

"Die Pandemie betrifft unsere ganze Welt. Verheerend sind auch die Auswirkungen auf unsere Kultur. Ich denke, es ist jetzt wichtig, dass etablierte Künstler ihren Einfluss nutzen, um die nächste Generation zu unterstützen - damit junge Künstler in Zukunft eine Chance haben", sagte Hope. Der in Südafrika geborene und in Berlin lebende britische Geiger zählt zu den bekanntesten Klassik-Künstlern in Deutschland.

Stargeiger Daniel Hope (47) spielt bald wieder in Live-Streams.
Stargeiger Daniel Hope (47) spielt bald wieder in Live-Streams.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. Oktober, 17.05 Uhr: Maskenpflicht ab 5. Klasse in Niedersachsens Corona-Hotspots

Das Land Niedersachsen hat von Montag an eine Maskenpflicht für alle Schüler in den weiterführenden Schulen in Corona-Hotspots angeordnet. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten neuen Verordnung des Landes hervor.

Inzwischen gelten 29 von 45 Landkreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen als Corona-Hotspot, weil sie über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen hatten.

Außerdem wurde neu geregelt, wann die Schulen vom Präsenzunterricht zurück in den Wechselbetrieb mit geteilten Klassen gehen müssen. Dies gilt künftig, wenn in einer der 45 Kommunen der Inzidenzwert von 100 überschritten wurde und dort außerdem von den Behörden eine Infektionsschutzmaßnahme wie Quarantäne etwa für eine Klasse verordnet wurde.

Update, 30. Oktober, 17.02 Uhr: Sportmediziner Bloch: Pandemie bleibt bis mindestens zum Frühsommer

Der Sportmediziner Wilhelm Bloch von der Sporthochschule Köln rechnet nicht mit der baldigen Rückkehr zur Normalität im Sport. "Wir sind und bleiben in der Pandemie. Mindestens bis in den Frühsommer", sagte er am Freitag bei "Sport im Osten" des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Zuversichtlich sei er aber, dass der Teil-Lockdown Ende November aufgehoben werden könnte.

Eine Rückkehr von Zuschauern in die Stadien und Hallen lehnt er ab. "Das bringt nichts. Wichtig ist, dass die Leute wieder in Aktivität kommen und Sport machen", sagte Bloch. Er empfiehlt, Training in kleinen Gruppen zuzulassen.

"Gerade im Kinder- und Jugendbereich sollten abgeschlossene Gruppen trainieren dürfen, mit fünf, sechs Kindern, immer dieselben Gruppen. Man müsste aber in den Hallen überprüfen, ob die Lüftungsaspekte gegeben sind. Dazu kein Duschen, Umziehen alles zu Hause. So könnte man wieder in den Sportbetrieb reinkommen", sagte der Sportmediziner.

Update, 30. Oktober, 17 Uhr: Hamburger Polizei sieht Teil-Lockdown mit Gelassenheit

Die Hamburger Polizei geht nicht davon aus, dass durch die Verschärfung der Corona-Regeln mehr Arbeit auf sie zukommt. "Für uns ist das kein großer Unterschied im Vergleich zu den letzten Wochen", sagte Polizeisprecherin Sandra Levgrün der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach wird die Arbeit für die Polizei von Montag an sogar ein stückweit leichter. Zeitaufwendige Kontrollen fielen dadurch weg, dass Restaurants, Bars und Clubs ohnehin geschlossen seien. Zum Beispiel müssten Beamten künftig nicht mehr kontrollieren, ob Kontaktlisten korrekt geführt seien.

Der überwiegende Teil der Hamburger habe die Corona-Regeln bisher befolgt, so die Sprecherin. Nur Wenige würden sich rebellisch verhalten. In den Fällen benötige es dann aber Fingerspitzengefühl, sagt Levgrün.

Auch auf der Hamburger Reeperbahn herrscht Maskenpflicht, und Polizisten kontrollieren diese auch streng.
Auch auf der Hamburger Reeperbahn herrscht Maskenpflicht, und Polizisten kontrollieren diese auch streng.  © Christian Charisius/dpa

Update, 30. Oktober, 16.55 Uhr: Hoher Anstieg bei Corona-Neuinfektionen in Sachsen - 16 Tote

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Sachsen bewegt sich weiterhin auf sehr hohem Niveau. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden im Vergleich zum Vortag 1132 Infektionsfälle mehr durch Labortests bestätigt.

Insgesamt haben sich in Sachsen bislang 17.194 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert, 9760 gelten als genesen. 316 Menschen starben an oder mit einer Covid-19-Erkrankung. Das sind 16 Todesopfer mehr als am Donnerstag.

Den größten Anstieg bei den Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnete die Stadt Dresden (192) vor dem Landkreis Bautzen (140) und dem Erzgebirgskreis (129). Der Wert der Neuinfektionen pro
100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg landesweit auf 103.

Die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise und auch von denen des Robert Koch-Instituts abweichen. Das liegt nach Angaben der Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten der Neuinfektionen.

Update, 30. Oktober, 16.51 Uhr: Wolfs Ermächtigungsgesetz-Vergleich beschäftigt Verfassungsschutz

Der Vergleich des Infektionsschutzgesetzes des Bundes mit dem Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten durch Hamburgs AfD-Fraktionschef Alexander Wolf wird ein Fall für den Verfassungsschutz. Er habe Wolfs Aussagen sehr genau registriert, sagte Hamburgs Verfassungsschutzchef Torsten Voß dem Hörfunksender NDR 90,3.

Sie könnten als eine Relativierung angesehen werden für "die Ermächtigungsgesetze, die Grundlage für die Abschaffung der Gewaltenteilung und Grundlage für die Machtergreifung Adolf Hitlers gewesen sind und in deren Folge es zu sechs Millionen Toten und mehr gekommen ist".

Wolf hatte den Vergleich am Mittwoch in der Bürgerschaft in der Debatte um die Corona-Folgen gezogen. Die AfD als Gesamtpartei wird vom Verfassungsschutz derzeit nicht beobachtet, allerdings würden seit März in Hamburg Mitglieder des offiziell aufgelösten sogenannten Flügels der AfD beobachtet. Im Bezirksverband Mitte und im Bezirksverband Wandsbek gebe es AfD-Mitglieder, die der Verfassungsschutz zum Flügel rechne, sagte Voß.

Wolf warf dem Verfassungsschutz am Freitag vor, eine politisch instrumentalisierte Behörde zu sein, und kündigte rechtliche Schritte gegen Voß an. Er habe in seiner Rede sachlich juristisch argumentiert und davor gewarnt, dass nicht zu viel Macht vom Parlament auf die Exekutive verlagert werden dürfe, sagte Wolf. "Der VS-Chef maßt sich an, die Rede eines gewählten Oppositionspolitikers zu kommentieren - das ist ein Skandal." Der Verfassungsschutz solle Brandmelder, nicht Brandstifter sein.

Hamburgs AfD-Fraktionschef Alexander Wolf hat das Infektionsschutzgesetzes des Bundes mit dem Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten verglichen.
Hamburgs AfD-Fraktionschef Alexander Wolf hat das Infektionsschutzgesetzes des Bundes mit dem Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten verglichen.  © Christian Charisius/dpa

Update, 30. Oktober, 16.48 Uhr: Berliner Innenverwaltung: Stimmung bei Corona-Protesten immer aufgeheizter

Nach Einschätzung der Berliner Innenverwaltung wird der Widerstand gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen aggressiver. "Wir beobachten eine immer aufgeheiztere Stimmung bei den Corona-Protesten, vor allem eine verstärkte verbal-aggressive Haltung der Corona-Leugner gegenüber Polizistinnen und Polizisten, Gegendemonstranten und Medienvertretern", sagte der Sprecher der Senatsverwaltung für Inneres, Martin Pallgen, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Spektrum der Corona-Leugner sei außerdem breiter geworden. "Männer mit Kindern auf der Schulter, die ohne Maske Polizisten anbrüllen oder ältere Frauen aus dem bürgerlichen Milieu, die Polizisten in die Hand beißen oder in den Bauch treten, sind ein neues Phänomen." Daraus allein lasse sich aber noch keine radikalisierte Bewegung ableiten.

"Wir sehen eine steigende Wut bei den Demo-Teilnehmern, die sich oft sehr diffus fern der Tatsachen bewegt. Zum Beispiel der permanente Vorwurf, man lebe in einer Diktatur", sagte Pallgen. "In Diktaturen wäre ein solcher öffentlicher Vorwurf gar nicht erst möglich." Das Grundrecht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit gelte in Deutschland auch in Zeiten der Pandemie. Das zeige schon die Tatsache, dass in diesem Jahr die Zahl der Versammlungen in Berlin weit über denen in "normalen" Jahren liegen werde.

"Wir müssen die Corona-Leugner-Demos und ihre Entwicklung sehr genau im Blick behalten", so der Sprecher der Innenverwaltung. "Statt permanent die wenigen Unbelehrbaren in den medialen Fokus zu nehmen, sollte man aber auch die überwiegende, verantwortungsvolle Mehrheit nicht unerwähnt lassen, die hinter den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie steht."

Grundsätzlich gelte: "Die Polizei schützt immer das Grundrecht der Versammlungsfreiheit. Sie schützt die Demonstration, nie das Thema der Demonstration", sagte Pallgen. "Sie wird aber immer auch konsequent gegen Straftaten, die im Rahmen von Versammlungen verübt werden, vorgehen - ungeachtet der Herkunft oder politischen Einstellung." Dafür hat sie den vollen Rückhalt der Innenverwaltung.

Laut der Berliner Innenverwaltung werden Corona-Leugner zunehmend aggressiver. Dieses Bild stammt von einer Demonstration am Berliner Alexanderplatz vom 25. Oktober.
Laut der Berliner Innenverwaltung werden Corona-Leugner zunehmend aggressiver. Dieses Bild stammt von einer Demonstration am Berliner Alexanderplatz vom 25. Oktober.  © Paul Zinken/dpa

Update, 30. Oktober, 16.45 Uhr: Tschechien verlängert Notstand bis 20. November

Das tschechische Parlament hat am Freitag den seit Anfang Oktober geltenden Coronavirus-Notstand bis zum 20. November verlängert. Dafür stimmten 86 Abgeordnete. Es gab 11 Gegenstimmen und keine Enthaltungen. Die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte sich für eine Verlängerung bis zum 3. Dezember starkgemacht, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Das Land mit seinen knapp 10,7 Millionen Einwohnern hat einen der steilsten Anstiege der Infektionsraten in Europa zu verzeichnen. Im Rahmen des Ausnahmezustands gelten weitgehende Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre. Restaurants und Schulen sowie die meisten Geschäfte sind geschlossen.

"Es ist offensichtlich, dass wir unseren Kampf noch längst nicht gewonnen haben", sagte Babis vor den Abgeordneten. Die Mobilität der Menschen sei nicht so stark zurückgegangen wie während des ersten Lockdowns im Frühjahr. Es gelte, einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern und verletzliche Gruppen wie Senioren zu schützen.

Die Behörden vermeldeten am Freitag 13.051 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden. Die Anzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung seit Beginn der Pandemie stieg auf 2862. Nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC starben binnen 14 Tagen statistisch gesehen 15,3 Menschen je 100.000 Einwohner - aktuell der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten.

Update, 30. Oktober, 16.43 Uhr: Museum muss nach elf Tagen wieder schließen

Gerade eröffnet, schon wieder zu: Elf Tage nach der Eröffnung muss das neue Jüdische Museum Frankfurt wegen der Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie wieder schließen.

Bis Donnerstagabend hatten rund 4500 Besucher die Gelegenheit genutzt, nach jahrelanger Schließung das renovierte, erweiterte und neu konzipierte Museum zu besuchen, wie die Stadt am Freitag berichtete.

"Nach der fulminanten Eröffnungswoche, dem überaus positiven internationalen Presseecho und dem großen Zuspruch, dessen wir uns erfreuen, fällt es uns mehr als schwer, den öffentlichen Zugang zu unserem neuen Museum einzuschränken", sagte Museumsdirektorin Mirjam Wenzel. Online bleibe das Jüdische Museum aber auch während des befristeten Teil-Lockdowns rund um die Uhr geöffnet.

Das Jüdisches Museum in Frankfurt wurde nach fünfjähriger Umbauzeit am 21. Oktober wiedereröffnet, nun muss es schon wieder schließen.
Das Jüdisches Museum in Frankfurt wurde nach fünfjähriger Umbauzeit am 21. Oktober wiedereröffnet, nun muss es schon wieder schließen.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 30. Oktober, 16.41 Uhr: Touristen müssen Brandenburger Hotels bis Mittwoch verlassen

Touristen, die sich in Brandenburger Hotels aufhalten, müssen bis kommenden Mittwoch abreisen.

Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach der Sondersitzung des Kabinetts zu dem am Montag beginnenden Teil-Lockdown wegen der Corona-Pandemie mit. Es werde bis Ende November untersagt, Gäste zu touristischen Zwecken zu beherbergen.

Update, 30. Oktober, 16.39 Uhr: DFL-Direktor zu Bundesliga in Corona-Krise: An Spieltagen zittern wir

Trotz des umfangreichen Hygienekonzeptes fürchtet die Deutsche Fußball Liga weiter die Absage von Spielen während der Coronavirus-Pandemie. "An Spieltagen zittern wir", sagte DFL-Direktor Christian Pfennig am Freitag bei einem Video-Gespräch der Münchner Medientage.

Jedes Mal hoffen die Verantwortlichen, nach den verbindlichen Tests "dass alle Meldungen da sind". Das habe "bisher in der ersten Liga gut geklappt", erklärte Pfennig. Ausfälle gab es bisher nicht.

Der DFL-Manager verwies aber auch auf Spielverlegungen in der 2. Liga. Bereits am dritten Spieltag war in der 2. Bundesliga das Spiel zwischen Erzgebirge Aue und dem Hamburger SV wegen zwei positiven Corona-Tests bei den Sachsen zunächst abgesagt und am 21. Oktober nachgeholt worden.

Update, 30. Oktober, 16.38 Uhr: Heiko Herrlichs Sohn in Quarantäne: Mitschüler positiv auf Corona getestet

Der Augsburger Trainer Heiko Herrlich (48) hat mit einem Beispiel aus seiner eigenen Familie über die Schwierigkeiten junger Menschen während der Corona-Pandemie berichtet. "Es war jetzt so: Mein großer Sohn, der in Dortmund lebt, musste von der Schule nach Hause, weil ein Mitschüler Corona hat, und muss jetzt in Quarantäne", erzählte Herrlich am Freitag auf einer Pressekonferenz.

"Das sind Situationen, die einen natürlich auch im familiären Umfeld betreffen", sagte der frühere Dortmunder Stürmer. Herrlich sprach von einer Gesamtsituation, die schwierig sei. "Jugendliche in dem Alter wollen auch raus und leben und sich mit Freunden treffen, das Leben ein Stück weit genießen. Für die sind die Einschränkungen doppelt schwer", sagte Herrlich.

Des Sohn von Heiko Herrlich, dem Trainer des FC Augsburgs, ist mit Corona infiziert.
Des Sohn von Heiko Herrlich, dem Trainer des FC Augsburgs, ist mit Corona infiziert.  © Matthias Balk/dpa

Update, 30. Oktober, 16.29 Uhr: Bayern meldet mehr als 100.000 Corona-Fälle seit Ausbruch der Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat es in Bayern inzwischen insgesamt mehr als 100.000 gemeldete Infektionsfälle gegeben. Die Gesamtzahl der Ansteckungen überstieg zum Freitag erstmals diese Marke. Das Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen verzeichnete am Freitagnachmittag exakt 102.367 Infektionen (Meldestand 08.00 Uhr). Es gab darunter 2795 Todesfälle.

Von der Gesamtzahl der Fälle gelten 74.770 als genesen. Diese Zahl ist lediglich eine offizielle Schätzung anhand von Kriterien des Robert Koch-Instituts. Die bayerische Corona-Landkarte ist mittlerweile fast vollständig rot oder dunkelrot. Nach den jüngsten LGL-Angaben sind nur zwei Landkreise gegenwärtig nicht in den beiden höchsten Warnstufen: der oberpfälzische Landkreis Amberg-Sulzbach und der niederbayerische Landkreis Regen.

Die höchsten Sieben-Tages-Werte an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner haben im Freistaat unter den Landkreisen zum einen Rottal-Inn und zum anderen das Berchtesgadener Land. Der niederbayerische Landkreis Rottal-Inn liegt dem LGL zufolge sogar über der 300er-Marke (311,9). Bei den kreisfreien Städten am stärksten betroffen sind Schweinfurt und Rosenheim.

Update, 30. Oktober, 16.23 Uhr: Touristen in Niedersachsen müssen Urlaub nicht abbrechen

Touristen müssen ihren Urlaub in Niedersachsen anders als in Schleswig-Holstein nicht abbrechen, wenn sie vor Beginn des neuen Teil-Lockdowns anreisen.

Das geht aus der am Freitag veröffentlichten neuen Verordnung des Landes hervor. Aufenthalte mit Übernachtung, die bereits vor dem 2. November angetreten worden seien, müssten nicht abgebrochen werden, heißt es in der Regelung des Landes.

Update, 30. Oktober, 16.18 Uhr: Litauen: Regierung rät von Familienbesuchen zu Allerheiligen ab

In Litauen haben Staatspräsident Gitanas Nauseda und Gesundheitsminister Aurelijus Veryga die Bevölkerung dazu aufgerufen, von größeren Familientreffen am anstehenden Wochenende abzusehen. In dem katholisch geprägten Baltenstaat besuchen viele Menschen an den Feiertagen Allerheiligen (1. November) und Allerseelen (2. November) traditionell ihre Familiengräber und Angehörigen - auch wenn das mit Reisen quer durch das Land verbunden ist.

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen sollten die Litauer nach Möglichkeit in diesem Jahr auf die Besuche verzichten, appellierten Nauseda und Veryga am Freitag in Vilnius an ihre Landsleute.

Litauen mit knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 13.823 bestätigte Infektionen und 157 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Baltenstaat aktuell schlechter als in Deutschland.

Angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen stellte die Regierung in Vilnius zuletzt 21 der 60 Kommunen des Landes unter lokale Quarantäne. Veryga schloss am Freitag auch die Einführung einer landesweiten Quarantäne nicht aus. Seit Freitag sind zudem Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten vorübergehend bis zum 13. November untersagt. Ausgenommen sind Sport- und Kulturveranstaltungen, für die Teilnahmebeschränkungen gelten.

Litauens Präsident Gitanas Nauseda wegen Corona zur Vorsicht aufgerufen.
Litauens Präsident Gitanas Nauseda wegen Corona zur Vorsicht aufgerufen.  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 16.16 Uhr: Corona-Hotspot Bergamo steht besser da als im Frühjahr

Bergamo bleibt auch in der zweiten Corona-Welle etwas Besonderes: Im Frühjahr war das Gebiet um die norditalienische Stadt eine der am schlimmsten von dem Virus betroffenen Zonen. Die Bilder der Militärlastwagen mit Särgen gingen um die Welt. Aktuell scheinen die Menschen dort besser durch die zweite Corona-Welle zu kommen als in vielen anderen Teilen Italiens. Obwohl die Region Lombardei, zu der Bergamo gehört, erneut an der Spitze bei den Zahlen der Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 in Italien steht, ist die Lage in Bergamos Krankenhäusern eher entspannt.

"In der Provinz hat sich so etwas wie eine weit verbreitete Immunität entwickelt", sagte Fabio Pezzoli, für Gesundheit zuständiger Direktor im Hospital Papa Giovanni XXIII, der Zeitung "La Repubblica" vom Freitag. Dagegen sieht die Lage in der rund 50 Kilometer entfernten Metropole Mailand dramatischer aus. 

Am Donnerstag meldete die Provinz Bergamo 135 Neuinfektionen in 24 Stunden, verglichen mit mehr als 3200 in der Provinz Mailand. Bezogen auf die Bevölkerungsgröße bedeute das achtmal so viel Fälle dort wie in Bergamo, sagte Bergamos Bürgermeister Giorgio Gori im Fernsehen der Rai.

Experten versuchen derzeit, mögliche Gründe zu finden. Einige nannten ein vorsichtiges Verhalten der Menschen rund um Bergamo als Folge des Schocks vom Frühjahr. Franco Locatelli, Mitglied einer Beratungsgruppe der Regierung, sprach vor der Auslandspresse in Rom von "einer Art der sozialen Prägung". Andere Fachleute vermuten, dass große Teile der Bevölkerung durch Virus-Antikörper eines ersten Kontakts mit dem Erreger geschützt seien.

So hatte eine Studie mit fast 21.500 Menschen aus der Bergregion Val Seriana vor den Toren der Stadt ergeben, dass sich dort im Frühjahr rund 42 Prozent der Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Bei den allermeisten war die Infektion - ob mit oder ohne Symptome - zum Untersuchungszeitpunkt im Juli wieder abgeklungen, wie die Behörden berichtet hatten.

Update, 30. Oktober, 16.15 Uhr: Strengere Corona-Maßnahmen auf Island

Auf der Nordatlantik-Insel Island gelten ab Samstag wegen steigender Infektionszahlen strengere Corona-Maßnahmen. Die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen wird im gesamten Land von 20 auf 10 herabgesetzt.

Bis zu 30 Menschen dürfen eine Beerdigung besuchen; in Apotheken und Lebensmittelgeschäften sind nun maximal 50 Kunden erlaubt. Sportveranstaltungen und Bühnenauftritte werden allesamt untersagt, Schwimmbäder, Bars und Nachtclubs geschlossen. Restaurants mit Alkoholausschank müssen um 21.00 Uhr schließen. Das gaben Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir und ihre Regierung am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Die strikteren Maßnahmen sollen bis zum 17. November gelten. Bis dahin soll geprüft werden, inwieweit Lockerungen möglich sind oder eine Verlängerung notwendig wird. Das Infektionsgeschehen war auf der Insel mit ihren rund 360.000 Einwohnern im Sommer fast zum Erliegen gekommen, hat dann aber wieder an Fahrt aufgenommen.

Die Ansteckungsrate in den vergangenen beiden Wochen ist auf 100.000 Einwohner gerechnet höher als in Deutschland gewesen, aber niedriger als in derzeit besonders stark betroffenen Ländern wie Belgien, Tschechien und Frankreich. Erstmals seit Monaten hat es in Island in den vergangenen Tagen auch wieder einzelne Todesfälle in Verbindung mit einer Corona-Infektion gegeben, die Anzahl der Toten ist somit seit Mitte Oktober von 10 auf 13 gestiegen.

Auch in Island schlägt das Coronavirus zu, auf der Insel gab es bereits knapp 360.000 Infizierte.
Auch in Island schlägt das Coronavirus zu, auf der Insel gab es bereits knapp 360.000 Infizierte.  © Steffen Trumpf/dpa

Update, 30. Oktober, 16.12 Uhr: Corona verzögert Kandidatenaufstellung zur Bundestagswahl bei SPD

Der Teil-Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie verzögert die Vorbereitung der Bundestagswahl 2021 bei der SPD in Mecklenburg-Vorpommern. Die Sozialdemokraten haben sämtliche Präsenzveranstaltungen ab Montag bis zunächst Ende November gestoppt, wie Generalsekretär Julian Barlen am Freitag mitteilte.

Sechs Kandidaten-Aufstellungen für Bundestagswahlkreise müssten verschoben werden. Für die ebenfalls im Herbst 2021 stattfindende Landtagswahl sei das MV-Team hingegen bereits in allen 36 Wahlkreisen komplett.

Auch drei Kreisparteitage und zahlreiche Versammlungen in den Ortsvereinen und Arbeitsgemeinschaften könnten nicht wie geplant im November stattfinden, erklärte Barlen. Allerdings würden vielerorts inzwischen auch digitale Möglichkeiten genutzt. Beratungen in Vorständen, Ortsvereinen und Arbeitsgemeinschaften, politischer Austausch zu Themen und auch die Arbeit am nächsten Regierungsprogramm fänden in Telefon- und Online-Konferenzen statt. "Seit März gab es eine wirklich steile Lernkurve bezüglich der Nutzung digitaler Medien."

Update, 30. Oktober, 16.11 Uhr: Stoch warnt vor Feiern am Wochenende: "Lassen Sie das sein"

Baden-Württembergs SPD-Fraktionschef Andreas Stoch warnt vor ausgelassenen Partys am Wochenende kurz vor den anstehenden neuen Corona-Beschränkungen. Die Menschen müssten jetzt ihr Verhalten ändern.

"Wer meint, er müsse vor dem Lockdown am Montag eine Abschiedsparty feiern und nochmal auf die Piste gehen, hat leider überhaupt nichts verstanden. Lassen Sie das sein", forderte Stoch bei einer Sondersitzung des Landtags am Freitag in Stuttgart. Er rief dazu auf, sich an Abstands- und Hygieneregeln zu halten.

Angesichts der bundesweit ansteigenden Corona-Infektionszahlen hatten Bund und Länder am vergangenen Mittwoch Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Neben Restaurants und Kneipen müssen unter anderem auch Theater und Kinos, Fitnessstudios und Museen für einen Monat schließen. Die Auflagen sollen ab kommenden Montag bis Ende November gelten.

Andreas Stoch ist der Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag von Baden-Württemberg.
Andreas Stoch ist der Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag von Baden-Württemberg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 30. Oktober, 16.04 Uhr: Sportverband fordert Öffnung von kommunalen Sportanlagen für Schulen

Angesichts des Verbots von Amateur- und Breitensport im November sollen in Bayern die kommunalen Sportanlagen und Hallen zumindest für die Schulen offengehalten werden. Das fordert der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) in einer Mitteilung vom Freitag.

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind im Freistaat wie in ganz Deutschland Training und Wettkämpfe unterhalb des Profi-Niveaus von Montag bis Ende November nicht mehr möglich. Die Schulen bleiben aber offen und damit der Schulsport für die Kinder erlaubt.

Das begrüßt der BLSV. "Umso wichtiger ist es nun, dass auch die Kommunen in Bayern Sportanlagen und Sporthallen für den Schulsport geöffnet halten. Nachdem kein Vereinssport stattfinden darf, dienen diese dem so wichtigen Schulsport", hieß es in der Mitteilung.

Der Verband sorgt sich um den Nachwuchs in den Sportvereinen. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr sei die Mitgliederzahl in den Sportvereinen im Kinder- und Jugendbereich um fünf Prozent rückläufig gewesen. Der BLSV nannte dies eine "Besorgnis erregende Entwicklung".

Update, 30. Oktober, 16 Uhr: Erste Eilanträge gegen Schließungen bei Berliner Verwaltungsgericht

Am Berliner Verwaltungsgericht sind die ersten Eilanträge gegen die für kommende Woche angeordneten Schließungen von Restaurants, Kneipen und Bars eingegangen. "Stand jetzt gibt es vier Eilanträge rund um den Komplex des am Montag beginnenden Lockdowns", teilte das Gericht am Freitag auf Anfrage mit.

Weitere 19 Anträge seien angekündigt, bislang aber noch nicht eingegangen. Wann über die Eilanträge entschieden werde, sei zunächst nicht absehbar. Der Berliner Senat hatte am Vortag die Umsetzung der Corona-Beschlüsse aus der Bund-Länder-Konferenz vom Mittwoch beschlossen. Demnach müssen von kommender Woche an Gastronomen für mindestens vier Wochen schließen - Auslieferungen bleiben aber möglich. Geschäfte, Schulen und Kitas bleiben geöffnet.

Update, 30. Oktober, 15.57 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage in Deutschland

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland am heutigen Freitag.
Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland am heutigen Freitag.  © Grafik TAG24, 123rf.com/olegdudko

Update, 30. Oktober, 15.55 Uhr: Nur wenige Berliner Schulen in höchster Corona-Stufe

In Berlin bieten nach dem neuen Corona-Stufenplan der Bildungsverwaltung vorerst nur 2 von 874 Schulen keinen Regelunterricht mehr an. Die beiden Oberstufenzentren für Gesundheit wurden bei einer Überprüfung aller Schulen durch die Gesundheitsämter in die Stufe Rot eingeordnet - sie stellen deshalb auf kleinere Lerngruppen und eine Mischung aus Präsenzunterricht und Lernen zu Hause um.

Als unproblematisch, also Stufe Grün, gilt derzeit keine Schule. Wie die Bildungsverwaltung weiter mitteilte, wurden 702 Schulen in die Stufe Gelb eingeordnet, die nach Grün kommt. Dort sollen verstärkte Hygieneschutzmaßnahmen ergriffen werden. 170 Schulen stehen auf Orange, wo noch mehr Maßnahmen wie eine Maskenpflicht im Unterricht greifen sollen. Auch hier wird weiter Regelunterricht angeboten.

Der Plan mit vier Stufen war vor den Herbstferien als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen in Berlin beschlossen worden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht ihn skeptisch und forderte am Freitag mehr Transparenz.

"Es ist nicht konkret nachvollziehbar, auf welcher Grundlage die Einstufungen erfolgen. Das trägt zur Verunsicherung in den Schulen bei", erklärte die GEW-Landesvorsitzende Doreen Siebernik. Die Einstufungen seien von Bezirk zu Bezirk sehr unterschiedlich, "Eine Entsprechung zum bezirklichen Infektionsgeschehen ist nur bedingt zu erkennen." So seien in Neukölln mit der höchsten Zahl an Infizierten nur 4 Schulen in die Stufe Orange eingeordnet, in Reinickendorf hingegen alle 63 Schulen. Dort sei die Infektionszahl aber niedriger.

Update, 30. Oktober, 15.53 Uhr: DFL-Chef Seifert mahnt Proficlubs zum Sparen

DFL-Boss Christian Seifert erwartet durch die Corona-Krise erhebliche Einnahmeverluste für den Profi-Fußball und fordert die Vereine zum Sparen auf. "Es wäre schon sehr optimistisch, jetzt noch davon auszugehen, dass in der laufenden Saison in großem Stil Zuschauereinnahmen fließen", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga dem "Handelsblatt" (Freitag). "Jeder Club ist in diesen Tagen gut beraten, die Fixkosten zu drücken. Und dazu gehören auch die Personalkosten."

Wegen der enorm gestiegenen Corona-Fallzahlen in Deutschland haben Bund und Länder für November einen Zuschauer-Ausschluss in der Bundesliga und 2. Bundesliga angeordnet. Immerhin dürfen die Profis im Gegensatz zu den Amateuren, wo der komplette Spielbetrieb ausgesetzt wurde, weiter spielen. Für Seifert ist dies überlebenswichtig. "Oberstes Ziel ist es, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Davon hängt alles ab: Die TV-Erlöse und auch die Einnahmen aus dem Sponsoring", sagte der 51-Jährige.

An den ersten Spieltagen hatten die Profivereine ihre Stadionkapazität noch bis zu maximal 20 Prozent auslasten dürfen. Wegen der regional unterschiedlichen Pandemie-Lage konnten allerdings nicht alle Clubs vor Zuschauern spielen. Wo Fans tatsächlich zugelassen gewesen seien, habe alles gut geklappt, urteilte Seifert: "Unser Hygienekonzept hat sich bewährt."

Sollte es durch die Corona-Krise zu wirtschaftlichen Engpässen kommen, könnten sich künftig möglicherweise auch Geldgeber an der Liga beteiligen. "Es gibt ein großes Interesse von Investoren an der DFL und ihren Geschäftsfeldern. Schon zu Beginn der Krise wurden wir von Kapitalgebern angesprochen", sagte Seifert.

Christian Seifert ist der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL).
Christian Seifert ist der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL).  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 30. Oktober, 15.48 Uhr: Berliner Philharmoniker: Petrenko warnt vor "Knockdown" für Kultur

Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, hat die Aussetzung aller Kulturveranstaltungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis Ende November kritisiert. "Der erneute Stopp für unsere Konzerte ist aus meiner Sicht eine Maßnahme an der falschen Stelle", erklärte Petrenko am Freitag.

"Natürlich wollen wir alle dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet", sagte der Dirigent. "Wir müssen aber gemeinsam aufpassen, dass aus dem sogenannten Lockdown für die Kultur kein Knockdown wird, insbesondere auch für unsere freischaffenden Kolleginnen und Kollegen."

Es sei sehr bitter, die Philharmonie wieder schließen zu müssen, erklärte Intendantin Andrea Zietzschmann. Mit Hygiene- und Schutzkonzepten, neuen Programmen und Ideen hätten die Philharmoniker bisher alles dafür getan, dass das Publikum gut und sicher aufgehoben sei.

Von diesem Montag an schließt die Philharmonie wie alle Theater und Konzerthäuser in Deutschland im Rahmen des Teil-Lockdowns bis 30. November. Die Konzerte vom 30. Oktober bis 1. November finden statt, die Deutschland-Tour des Orchesters nach Frankfurt, Köln, Baden-Baden und Hamburg wird aber abgesagt.

Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko kritisiert den neuen Corona-Lockdown.
Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko kritisiert den neuen Corona-Lockdown.  © Sophia Kembowski/dpa

Update, 30. Oktober, 15.42 Uhr: Freie Wähler: AfD mitverantwortlich für hohe Corona-Infektionszahlen

Die AfD ist wegen ihrer strikten Ablehnung aller Corona-Schutzmaßnahmen nach Ansicht der Freien Wähler mitverantwortlich für die stark steigenden Infektionszahlen. "Sie tragen ein gerütteltes Maß an Mitverantwortung und auch an Mitschuld, an Mitschuld, an der Situation, die wir jetzt hier haben", sagte Fraktionschef Florian Streibl am Freitag im bayerischen Landtag an die Adresse der AfD-Fraktion.

Dass es in Bayern ab Montag einen Teil-Lockdown geben müsse, habe die AfD durch ihr Verhalten verursacht, sagte Streibl. Die AfD lehnt seit Monaten Auflagen wie etwa die Maskenpflicht kategorisch ab. "Sie sind doch die, die unser Land, unsere Heimat, die Bundesrepublik Deutschland ins Verderben stürzen wollen."

Streibl warf der AfD vor, ihren Anti-Corona-Kurs nur als Vorwand dafür zu nehmen, den eigenen parteipolitischen Profit zum Ziel zu haben. "Sie sollten sich schämen, das Wort Demokratie, Republik und Freiheit in den Mund zu nehmen", sagte Streibl. Die AfD sei letztlich nur ein "Totengräber dieser demokratischen Ideale".

Update, 30. Oktober, 15.38 Uhr: Falsche Polizisten führen "Corona-Kontrolle" durch

Als falsche Zivilbeamte haben ein Mann und eine Frau im oberpfälzischen Floß (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) eine "Corona-Kontrolle" durchgeführt. Nach Angaben der echten Polizei vom Freitag hielten die beiden eine Autofahrerin am Ortsausgang mit Blaulicht an. Die vorgeschobene Begründung: Sie habe einen Corona-Verstoß begangen.

Ein Polizeisprecher sagte, die beiden Betrüger hätten die Personalien der 30-Jährigen aufgenommen und ein Bußgeld in zweistelliger Höhe von ihr verlangt. Sich selbst hätten sie nicht ausweisen wollen. Die Frau habe aber kein Geld bei sich gehabt und anschließend die Polizei gerufen. Diese sucht nun nach Zeugen und möglichen weiteren Geschädigten. Die falschen Polizisten waren am Donnerstag in einem roten Wagen unterwegs.

Update, 30. Oktober, 15.33 Uhr: Hans: Lage in der Corona-Pandemie war noch nie so ernst

Die Lage in der Corona-Pandemie im Saarland ist nach Einschätzung des saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) ernster denn je. "Die Lage ist wirklich ernst, sie ist sogar sehr ernst im Saarland. Und sie ist, wie ich fest überzeugt bin, so ernst wie nie zuvor in dieser Pandemie", sagte Hans am Freitag nach einer Sondersitzung des Ministerrates.

Es sei daher "allerhöchste Zeit, entschieden zu handeln", um den exponentiellen Anstieg an Neuinfektionen zu stoppen und einen drohenden "dramatischen Notstand" noch abzuwehren. 

Tobias Hans (CDU) ist der Ministerpräsident des Saarlandes.
Tobias Hans (CDU) ist der Ministerpräsident des Saarlandes.  © Oliver Dietze/dpa

Update, 30. Oktober, 15.31 Uhr: AfD-Fraktionschef: Söder nimmt Land "in Geiselhaft"

AfD-Landtagsfraktionschef Ingo Hahn hat Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) vorgeworfen, beim Kampf gegen die Corona-Krise das ganze Land "in Geiselhaft" zu nehmen. "Sie sind der Täter, der uns diesen Lockdown hier eingebrockt hat", sagte Hahn am Freitag im Landtag in München.

"Corona ist keine Rechtfertigung für all das, was Sie uns antun." Hahn argumentierte damit, dass es "kaum belegte Intensivbetten" gebe. Auf die Tatsache, dass sich die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen und die Zahl der beatmeten Patienten in Deutschland zuletzt binnen gut einer Woche verdoppelte, ging der AfD-Politiker nicht ein. Und auch nicht auf die Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika.

Hahn nannte Söder einen "Märchenerzähler". Und er fragte ihn: "Was wollen Sie, Herr Söder, die Königs-Würde oder sogar die Kaiser-Würde zu Berlin?" Er müsse die Menschen "warnen", sagte der AfD-Politiker.

Hahn kritisierte insbesondere die angekündigte neuerliche Ausrufung des Katastrophenfalls - dies ist ein Instrument, um die landesweite Zusammenarbeit der Behörden besser koordinieren zu können. "Ihre Politik, das ist hier der Katastrophenfall", sagte Hahn dazu.

Der SPD-Politiker Volkmar Halbleib hielt Hahn daraufhin vor, beim ersten Lockdown im März, als die Infizierten-Zahlen niedriger waren, alle Maßnahmen mitgetragen zu haben - auch die Ausrufung des Katastrophenfalls. Tatsächlich hatte Hahn damals etwa gesagt: "Den Katastrophenfall auszurufen, war ein wichtiger und richtiger Schritt." Hahn entgegnete daraufhin nun, die Situation heute sei eine andere.

Ingo Hahn ist der Vorsitzender der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag.
Ingo Hahn ist der Vorsitzender der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 30. Oktober, 15.28 Uhr: Gericht: Schülerin nicht dauerhaft von Präsenzunterricht befreit

Auch wenn ein Elternteil zu einer Corona-Risikogruppe zählt, kann eine Schülerin oder ein Schüler nicht dauerhaft vom Präsenzunterricht befreit werden. Eine entsprechende Beschwerde einer Schülerin wies der 2. Senat des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg zurück, wie das Gericht am Freitag zu dem Beschluss vom Vortag bekanntgab (Az.: 2 ME 388/20).

Die Schülerin wollte erreichen, am Homeschooling teilzunehmen. Ihren zunächst beim Verwaltungsgericht Hannover gestellten Eilantrag habe sie damit begründet, dass ein Elternteil wegen einer Vorerkrankung ein höheres Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs habe.

Das Verwaltungsgericht hatte den Antrag abgelehnt, weil es das für Schulen geltende Hygienekonzept angesichts der zum Zeitpunkt seiner Entscheidung niedrigen Infektionszahlen als ausreichend angesehen hatte (Az.: 6 B 4530/20). Angesichts des deutlichen Anstiegs der Infektionszahlen passte das Kultusministerium seine Bestimmungen zwischenzeitlich an: Demnach können Schüler mit Risikopatienten in der Familie vom Präsenzunterricht befreit werden, wenn am Standort der Schule oder am Wohnort mindestens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erreicht werden.

Die Schülerin wurde vom Präsenzunterricht befreit, und zwar für die Dauer von 14 Tagen nach Wegfall der Voraussetzungen. Mit ihrer Beschwerde wollte die Schülerin aber weiter eine unbefristete Befreiung erreichen. In Fällen einer befristeten Befreiung fehle die "für den Erlass einer gerichtlichen Anordnung im Eilrechtsschutz erforderliche Dringlichkeit für eine dauerhafte Befreiung", begründete der Senat. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Update, 30. Oktober, 15.25 Uhr: Appell: Suchthilfe trotz Corona-Beschränkungen aufrechterhalten

Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) und Suchthilfe-Verbände dringen darauf, Unterstützungsangebote trotz verschärfter Corona-Beschränkungen aufrechtzuerhalten. "Ambulante und stationäre Suchtbehandlungen müssen auch während der nächsten Wochen und Monate möglich bleiben", sagte Ludwig am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Ein plötzlicher Stopp von Therapien oder Rehas könne betroffene Menschen destabilisieren und schlimmstenfalls rückfällig werden lassen. "Das müssen wir unbedingt verhindern." Suchtkranke könnten nicht einfach von heute auf morgen für sich selbst sorgen.

Fachgesellschaften und Verbände der Suchthilfe betonten in einem "dringenden Appell", suchtkranke Menschen mit meist weiteren psychischen und anderen Erkrankungen seien in der aktuellen Situation besonderen Risiken ausgesetzt. "Sie sind auf ein funktionierendes Suchtkrankenversorgungsnetz angewiesen."

Daniela Ludwig (CSU) ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.
Daniela Ludwig (CSU) ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 30. Oktober, 15.22 Uhr: Lettland erneut mit Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Freitag mit 284 positiven Tests binnen 24 Stunden erneut einen Höchststand erreicht. Dies teilte die Gesundheitsbehörde in Riga mit. Der Rekordwert lag zuvor bei 259 Fällen.

Das baltische EU-Land mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern registrierte bislang 5679 bestätigte Corona-Infektionen und 69 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Dabei hatten die täglichen Infektionszahlen zuletzt klar zugenommen.

Die Bundesregierung hat am Freitag erstmals auch Regionen in Lettland auf ihre Risikoliste gesetzt. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell aber besser als in Deutschland. Wegen der steigenden Corona-Zahlen ist in Lettland seit Freitag die Teilnehmerzahl für private Feiern auf 10 und für öffentliche Veranstaltungen auf 300 Personen beschränkt.

Update, 30. Oktober, 15.19 Uhr: DIHK-Umfrage: Gastgewerbe schon vor neuem Lockdown unter Druck

Viele Restaurants und Kneipen in Deutschland standen schon vor dem neuen Lockdown im November stark unter Druck. Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags(DIHK) meldeten 42 Prozent der Gastronomie-Unternehmen eine schlechte Geschäftslage. In der Gesamtwirtschaft galt dies für 29 Prozent.

Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Sie war vor den Beschlüssen von Bund und Ländern am Mittwoch abgeschlossen.

Laut DIHK-Umfrage gaben 34 Prozent der befragten Restaurants und Kneipen an, unter Liquiditätsengpässen zu leiden. Bei 55 Prozent der Firmen ging das Eigenkapital zurück. Über alle Branchen sei das Thema Liquidität für 19 Prozent der Befragten ein Problem, Eigenkapital für 28 Prozent.

Leere Tische und Stühle vor einem Eiscafé in Freiburg. Schon vor dem neuen Corona-Lockdown leidet das Gastgewerbe.
Leere Tische und Stühle vor einem Eiscafé in Freiburg. Schon vor dem neuen Corona-Lockdown leidet das Gastgewerbe.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 30. Oktober, 15.18 Uhr: Niederlande: Erstmals mehr als 11 000 Neu-Infektionen

In den Niederlanden sind erstmals mehr als 11.000 Neu-Infektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM registrierte 11.141 Fälle, 865 mehr als am Vortag, wie das Institut in Bilthoven bei Utrecht am Freitag mitteilte. Die überraschend hohe Zunahme wurde zum Teil damit erklärt, dass wegen einer technischen Störung am Mittwoch Meldungen erst jetzt gezählt worden seien. Außerdem würden inzwischen mehr Menschen auf das Coronavirus getestet.

Die Regierung hatte verschärfte Maßnahmen angekündigt, sollte die Infektionsrate nicht deutlich sinken. Darüber soll Anfang nächster Woche entschieden werden. Mitte Oktober war der Teil-Lockdown verhängt worden. Im Vergleich: In Deutschland mit etwa fünfmal so viel Einwohnern waren zuletzt 18.681 neue Infektionen gemeldet worden. In den Niederlanden gab es bislang insgesamt mehr als 330.000 Fälle und rund 7350 Todesfälle.

Das RIVM ist trotz der Rekordwerte zuversichtlich. Die Verbreitung des Virus verlangsame sich. Besorgniserregend sei jedoch die Zunahme bei den Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen. Auch die Anzahl der Todesfälle steigt. In den vergangenen sieben Tagen waren täglich im Schnitt 54 Tote gemeldet worden, in der Vorwoche waren es 37.

Update, 30. Oktober, 15.17 Uhr: Steinmeier ruft zu Geduld und neuer Anstrengung in Pandemie auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Menschen in Deutschland angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen zu einer erneuten gemeinsamen Anstrengung wie im Frühjahr aufgerufen. Der Teil-Lockdown im November sei zwar eine Belastung und bedeute, nochmals Verzicht leisten zu müssen, sagte Steinmeier am Freitag nach einem Besuch im Gesundheitsamt Berlin-Reinickendorf. "Trotzdem rate ich uns allen dazu, nicht zu resignieren und vor allen Dingen nicht die Geduld zu verlieren."

Steinmeier betonte: "Corona ist mit neuer Wucht nach Europa zurückgekehrt. Was wir alle hatten verhindern wollen, ist Realität geworden." Bei den Infektionszahlen gebe es jeden Tag neue Höchstwerte. "Das kann man nicht so laufen lassen." Deshalb seien die neuen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt beschlossen worden. "Wir sind jetzt in einer Situation, in der Handeln notwendig ist. Und Handeln heißt, den Trend wieder zu brechen."

"Wir sollten gemeinsam der Meinung sein, dass diese gemeinsame Anstrengung noch einmal notwendig ist, um Schlimmeres zu verhüten", sagte Steinmeier. "Wir können doch eigentlich darauf bauen, dass wir im Frühjahr gemeinsam die Erfahrung gemacht haben, dass wir auch eine schwierige Situation durch gemeinsames Handeln überwinden können."

Eigentlich sei man heute besser dran als im Frühjahr, sagte der Bundespräsident. So sei das Wissen über das Virus inzwischen größer geworden. Die Behandlungsmöglichkeiten hätten sich durch mehr Erfahrung von Ärzten und Pflegepersonal verbessert. Und es sei eher die Frage, wann ein Impfstoff kommen werde und nicht mehr ob.

Steinmeier dankte den Mitarbeitern der Gesundheitsämter für die aufreibende Arbeit, die sie seit Monaten leisteten. "Das ist ein hoher Einsatz, den wir hier sehen." Er habe in seinem Gespräch mit Mitarbeitern "nicht die Spur von Resignation» erlebt, sondern den "Willen, die Dinge auch wieder zum Besseren zu wenden". In den Dank schloss Steinmeier ausdrücklich auch die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ein, "die hier großartige Unterstützung leisten".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schwört Deutschlands Bürger ein, wie im Frühjahr gemeinsam Corona zu bekämpfen.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schwört Deutschlands Bürger ein, wie im Frühjahr gemeinsam Corona zu bekämpfen.  © Tobias Schwarz/POOL/AFP/dpa

Update, 30. Oktober, 15.16 Uhr: Antragsfrist für Corona-Hilfen für Profisport verlängert

Profisportvereine erhalten mehr Zeit, Corona-Hilfen aus dem 200 Millionen Euro schweren Topf des Bundes zu beantragen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe die Frist für die Anträge bis zum 11. November verlängert, teilte ein Sprecher des auch für den Sport zuständigen Ministeriums am Freitag mit. Ursprünglich wäre der Meldeschluss der 31. Oktober gewesen.

Bevollmächtigte Vertreter müssen sich aber weiterhin bis zum Samstag beim Bundesverwaltungsamt registrieren, um in den folgenden Tagen den vollständigen Antrag einreichen zu können. Anfang Juli hatte der Bundestag ein Hilfspaket verabschiedet, um die Folgen der Corona-Krise für den Profisport abzumildern. Pro Club können bis zu 80.000 Euro erstattet werden, um ausbleibende Ticketeinnahmen vom 1. April bis zum 31. Dezember auszugleichen.

Ein Verein, der 100.000 Euro Ertrag gehabt hat, kann bis zu 80.000 Euro bekommen. "Ich möchte Insolvenzen der Sportvereine verhindern. Dadurch erhalten wir nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Vereine als wichtigen Teil unseres Zusammenlebens vor Ort", hatte Seehofer gesagt.

Update, 30. Oktober, 15.15 Uhr: Fegebank verteidigt Corona-Regeln - "Sind mitten in zweiter Welle"

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Katharina Fegebank (Grüne), hat den von Montag an auch in Hamburg geltenden Teil-Lockdown verteidigt. "Wir haben uns sehr eng an die Vorgaben des Ministerpräsidenten-Beschlusses gehalten, damit es uns auch wirklich gelingt, die Welle zu brechen und die Kontakte eines jedes Einzelnen auf ein Minimum zu reduzieren", sagte Fegebank am Freitag bei der Landespressekonferenz in Hamburg. "Wir sind mitten in der zweiten Welle."

Dabei sollten nicht die täglichen Fallzahlen beunruhigen, sondern die Dynamik des Geschehens und "dass wir auf dem besten Weg sind, dass unser Gesundheitssystem wieder in eine Überlastungssituation kommt und dass wir möglicherweise eine Überforderung unserer Intensivstationen haben". Das gelte es nun abzuwenden und deswegen brauche es die harten Maßnahmen, unterstrich Fegebank.

Dass die Einschränkungen bitter und für viele "eine echte Zumutung" seien, könne sie nachvollziehen. "Gemeinsamer Halloween-Umzug mit den Kindern oder das Laterne-Laufen mit anderen Erwachsenen oder anderen Kindern - das wird jetzt alles wegfallen müssen, weil wir in einer echt kritischen Lage sind." Hintergrund sei, dass mittlerweile nicht mehr nachvollzogen werden könne, wo einzelne Fälle auftreten, "weil sich das Virus teilweise lautlos und unbemerkt, also symptomlos, verbreitet".

Sie hoffe deshalb, dass sich in den nächsten Wochen alle an die neuen Corona-Regeln halten, sagte die Grünen-Politikerin. "Das ist jetzt wirklich eine Aufgabe, wo wir es alle in der Hand haben, ob wir den Wellenbrecher hinkriegen oder eben nicht."

Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) ist die zweite Bürgermeisterin von Hamburg.
Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) ist die zweite Bürgermeisterin von Hamburg.  © Georg Wendt/dpa

Update, 30. Oktober, 15.13 Uhr: Weitere Anliegen auch ohne Praxisbesuch möglich

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sollen ab diesem Montag weitere Sonderregeln gelten, damit Patienten für bestimmte Anliegen nicht extra in Praxen gehen müssen. Dies soll zunächst bis 31. Januar 2021 befristet sein, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Freitag beschloss.

So sollen etwa bei Logopäden Behandlungen auch per Video stattfinden können, wenn es therapeutisch möglich ist und Patienten einverstanden sind. Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege, Hilfs- und Heilmittel sollen nach Telefon-Rücksprache zu haben sein.

Auch Verordnungen von Krankentransporten und Krankenfahrten sollen telefonisch möglich sein. Erleichterungen sind auch bei Fristen von Verordnungen vorgesehen. Bereits möglich ist es wieder, sich bei leichten Erkältungsbeschwerden nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt krankschreiben zu lassen - zunächst für sieben Tage. Dies kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden.

Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, sagte, Gebot der Stunde sei, unnötige Kontakte zu vermeiden. Es gelte, das Infektionsrisiko zu verringern, ohne dass kranke Menschen auf wichtige Behandlungen verzichten müssten. Weder der Weg in eine Praxis noch der Aufenthalt dort solle zur Gefahr werden.

Update, 30. Oktober, 15.12 Uhr: DOSB-Chef Hörmann appelliert an Vereine: Geben wir nicht auf

Der Deutsche Olympische Sportbund und sein Präsident Alfons Hörmann hoffen auf eine schnelle Aufhebung des temporären Verbots im Freizeit- und Amateurbereich wegen der derzeitigen Corona-Krise. 

"Wir werden mit aller Kraft dafür arbeiten, dass die Einschränkungen baldmöglichst zurückgefahren werden. Wir werden Bund und Länder in die Pflicht nehmen, entsprechende Hilfsprogramme für den Sport zu öffnen und aufzusetzen", sagte Hörmann in einer am Freitag veröffentlichten Video-Botschaft des DOSB.

Der Lockdown treffe "alle hart", betonte der 60 Jahre alte Sport-Funktionär. "Sport-Deutschland hat über Monate bewiesen, dass mit klugen Hygienekonzepten verantwortungsbewusst Sport getrieben werden kann", fügte Hörmann an. Er richtete einen Appell an die rund 90.000 Sportvereine.

"Lassen Sie uns gemeinsam aktiv dranbleiben. Geben wir nicht auf, sondern bleiben wir genau dem treu, was uns alle verbindet: Die Liebe zum Sport, die Überzeugung zum gesellschaftlichen Engagement."

Update, 30. Oktober, 15.08 Uhr: Pakistan mit neuen Corona-Beschränkungen

Angesichts steigender Corona-Zahlen hat Pakistan Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärft. In größeren Städten würden Öffnungszeiten der Geschäfte eingeschränkt und als Corona-Hotspots identifizierte Gegenden abgeriegelt, teilte die Regierung mit. Zudem gelte in mindestens elf der bevölkerungsreichsten Städte in der Öffentlichkeit eine Maskenpflicht.

Nach Behördenangaben vom Freitag wurden tags zuvor binnen 24 Stunden mehr als 1000 Neuinfektionen mit dem Virus registriert. Dabei habe es sich um den höchsten Wert seit Juli gehandelt. In Pakistan sind bislang mehr als 332.000 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden. In dem Zusammenhang wurden insgesamt mehr als vier Millionen Menschen getestet. Mehr als 6700 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Das Land hat rund 220 Millionen Einwohner.

Update, 30. Oktober, 15.05 Uhr: Fast 1000 neue Corona-Infektionen in Rheinland-Pfalz

Die Zahl neuer Infektionen mit dem Coronavirus in Rheinland-Pfalz hat am Freitag den bisher höchsten Wert seit Beginn der Pandemie erreicht: Innerhalb von 24 Stunden kamen 994 bestätigte Infektionen hinzu. Insgesamt haben sich seit Ende Februar 20.087 Menschen angesteckt, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte.

Abzüglich der genesenen Fälle sind nun 7828 Menschen in Rheinland-Pfalz mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um vier auf 285.

Inzwischen sind alle 36 Kommunen im Land oberhalb der kritischen Schwelle von 50 Infizierten auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Am höchsten ist dieser Wert in der Stadt Ludwigshafen mit 164,3. Danach folgen der Kreis Birkenfeld mit 156,9, der Kreis Bernkastel-Wittlich mit 134,2 und der Eifel-Landkreis Bitburg-Prüm mit 132,2. Landesweit liegt der Wert nun im Durchschnitt bei 96,5.

Update, 30. Oktober, 15.01 Uhr: Spahn: Ab November digitale Einreiseanmeldungen in Deutschland

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sollen in Deutschland laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im November digitale Einreiseanmeldungen eingeführt werden. "Wir werden jetzt in Deutschland im November endlich beginnen mit der digitalen Einreiseanmeldung", sagte Spahn am Freitag nach einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister. 

Bisher habe es für Reisende aus Risikogebieten Papieraussteigekarten im Flugverkehr gegeben. Die EU-Gesundheitskommissarion Stella Kyriakides sagte dazu, dass es bisher in elf EU-Staaten solche digitalen Formate gebe. Diese sind auch unter dem englischen Namen Passenger Locator Form (PLF) bekannt und sollen helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen. 

Auf die Kritik, weshalb die Einführung in Deutschland so lange dauere, entgegnete Spahn, es brauche Zeit, alle 27 EU-Staaten auf eine Linie zu bekommen, und es sei auch eine technische Herausforderung. Es sei "herausfordernde" gewesen, alle 27 Mitgliedsstaaten zu einem gemeinsam Rahmen zu bringen, was Reisen, Testen beim Reisen, das Definieren von Risikogebieten und Quarantäneregelungen angehe.

Zur möglichen Coronaschutzimpfung sagte Spahn, dass die Akzeptanz der Bürger sehr wichtig sei. Nach Zulassen eines Impfstoffes sollten ihn alle 27 Mitgliedsstaaten von Anfang an bekommen. Wichtig sei, dass die alle klinischen Test bis zu sogenannten Phase 3 abgewartet würden. "Es macht keinen Sinn, einen Impfstoff zu haben, der von den Leuten nicht akzeptiert wird", sagte Spahn.

Jens Spahn (CDU) ist der Bundesgesundheitsminister.
Jens Spahn (CDU) ist der Bundesgesundheitsminister.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Update, 30. Oktober, 14.56 Uhr: Urlauber: Wer vor Freitag nach NRW gekommen ist, darf bleiben

Touristen, die vor Freitag in ein Hotel oder eine Pension in Nordrhein-Westfalen eingecheckt haben, dürfen ihren Urlaub dort solange wie geplant fortführen. Das sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Wer dagegen erst an diesem Freitag, Samstag oder Sonntag komme, müsse spätestens am Montag wieder abreisen. Die neue Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken, die nach dem 29. Oktober angetreten wurden, bis zum 30. November untersagt sind. Die Verordnung tritt aber erst am Montag (2. November) in Kraft.

Besitzer und Dauermieter von Ferienhäusern sowie Dauercamper sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Update, 30. Oktober, 14.53 Uhr: Irritation um Laschet ohne Maske - Staatskanzlei: Regeln eingehalten

Ein Foto von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ohne Mund-Nasen-Schutz in einem Flugzeug hat für Irritationen gesorgt. Es zeigt ihn in seinem Sitz nach hinten umgedreht zu seinem Regierungssprecher, augenscheinlich im Gespräch - eine Maske baumelt dabei locker an einem Ohr herunter. Die "Bild" veröffentlichte die Aufnahme des CDU-Vorsitzkandidaten. Ein Fluggast habe die Szene am Mittwochabend auf einem Flug von Köln nach Berlin festgehalten, schrieb das Blatt.

Ein Sprecher der NRW-Staatskanzlei erklärte dazu, Laschet habe während des genannten Fluges sowie an den Flughäfen "selbstverständlich" einen Mund-Nasen-Schutz getragen. "Dies wurde lediglich - entsprechend der allgemeinen AHA-Regeln und den Vorgaben der Fluggesellschaft - für einen kurzzeitigen Moment zum Verzehr von Speisen und Getränken unterbrochen." Unmittelbar danach sei der Mund-Nasen-Schutz wieder wie vorgesehen vollständig aufgesetzt worden.

Dass Laschet isst oder trinkt, ist auf dem Foto nicht zu sehen - allerdings ist auch weder zu sehen, ob etwas auf seinem Klappbrett steht, noch, ob er etwas in der Hand hält. Der Sprecher betonte: "Die Einhaltung der AHA-Regeln ist für Ministerpräsident Armin Laschet nicht nur selbstverständlich. Er sieht sie als unbedingt notwendig an."

Die Reaktionen in der NRW-Parteienlandschaft pendelten zwischen Häme und Verständnis für Laschet. "Maskenlos zielsicher rein ins nächste Fettnäpfchen", twitterte etwa die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD, Sarah Philipp. Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef in NRW, Arndt Klocke, nahm den CDU-Mann dagegen in Schutz. Jeder, der derzeit viel unterwegs sein müsse, wisse, dass man zum Trinken, Essen, Naseputzen und anderen Dingen auch mal den Mund-Nasen-Schutz absetzen müsse, twitterte Klocke. "Dabei heimlich abfotografiert zu werden, ist voll daneben."

Update, 30. Oktober, 14.50 Uhr: AfD kritisiert niedersächsischen Kurs in Corona-Krise heftig

Die AfD-Abgeordneten im niedersächsischen Landtag haben den Kurs der Landesregierung in der Corona-Krise scharf kritisiert. "Die Eingriffe gehen zu weit und sind nutzlos, die muss man hinterfragen", sagte die bisherige Fraktionsvorsitzende Dana Guth am Freitag in einer Sondersitzung des Parlaments in Hannover.

Der Abgeordnete Stefan Henze brachte vor, dass ein Regieren des Landes per Verordnung in der Corona-Krise Merkmale einer Diktatur habe. Christopher Emden sagte, nicht die Corona-Infektionswelle sondern die Landesregierung sei schuld an der aktuellen Notlage. "Sie fahren hier ein Land vor die Wand im Wissen, dass das alles nichts hilft."

Nach dem Bruch der AfD-Landtagsfraktion im September haben die Abgeordneten der Partei nur noch ein eingeschränktes Rederecht im Parlament. Statt einer umfassenden Erwiderung der bisherigen Fraktionschefin äußerten sich etliche Abgeordnete in kurzen Statements nach der Regierungserklärung von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Der Abgeordnete Emden erhielt einen Ordnungsruf, weil er das Rednerpult ohne ordentlich aufgesetzte Maske verließ. Seit einigen Tagen gilt im Landtag eine Maskenpflicht zum Schutz vor Corona-Infektionen. Lediglich am Rednerpult und am Sitzplatz darf die Maske abgelegt werden.

Update, 30. Oktober, 14.50 Uhr: Dreyer: Kinder dürfen nicht Verlierer der Krise werden

In einer Regierungserklärung vor dem Landtag hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die weitere Öffnung von Kitas und Schulen als ein vorrangiges Ziel der Corona-Beschlüsse genannt. "Unsere Kinder und Jugendlichen dürfen nicht zu Verlierern der Krise werden", sagte Dreyer am Freitag in Mainz und betonte: "Wir haben aus dem Frühjahr gelernt."

Mit der Einführung einer Maskenpflicht im Unterricht der weiterführenden Schulen werde das Land den Schulen noch einmal 500.000 Gesichtsmasken und 50.000 Liter Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen, teilte Dreyer mit. Für die Pflegeheime sei das Konzept zusätzlicher Testungen wichtig. Es dürfe nicht wieder zu einer Situation kommen, "dass alte oder kranke Menschen wochenlang allein und ohne Besuch in einem Zimmer leben oder dass Angehörige sich von Sterbenden nicht verabschieden können".

"Vor uns liegen leider harte Wochen", sagte Dreyer. Aber es gebe auch Grund zur Zuversicht. Dabei nannte sie mit Blick auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus das Mainzer Unternehmen Biontech, auf das die ganze Welt mit großer Hoffnung blicke.

Dreyer verteidigte die ohne Mitwirkung der Parlamente gefassten Beschlüsse zur weiteren Einschränkung des öffentlichen Lebens vom Mittwoch. Für den begrenzten Zeitraum von vier Wochen seien diese verhältnismäßig und verfassungsgemäß. Rheinland-Pfalz erfülle die Aufgaben, die das Bundesinfektionsschutzgesetz den Ländern übertrage. Den Bund rief sie auf, die zugesagten Hilfen für die von den Maßnahmen betroffenen Unternehmen schnell und unbürokratisch zur Verfügung zu stellen.

Malu Dreyer (SPD) ist die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.
Malu Dreyer (SPD) ist die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 30. Oktober, 14.49 Uhr: Bundesregierung verteidigt Castor-Transport in Corona-Zeiten

Die Bundesregierung hat den Castor-Transport, der am Wochenende den Hafen in Nordenham erreichen soll, erneut verteidigt. Deutschland sei völkerrechtlich zu dem Transport verpflichtet und die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen seien erfüllt, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums am Freitag in Berlin.

Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, Bund und Länder hätten sich geeinigt, dass der Transport stattfinden könne. Das Hygienekonzept der Bundespolizei sehe unter anderem vor, dass die Einsatzkräfte vor den Einsatz auf eine Corona-Infektion getestet würden.

Zudem würden weitere Tests vorgehalten, die Beamtinnen und Beamten hielten die Abstands- und Hygieneregeln ein und arbeiteten in Kohorten, sie würden nur ein Einzelzimmern untergebracht. 

Sechs Castor-Behälter aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield sind derzeit auf dem Weg ins hessische Zwischenlager Biblis - erst per Schiff, dann per Bahn.

Update, 30. Oktober, 14.47 Uhr: Greta Thunberg führt Klimaprotest wegen Corona wieder online fort

Klimaaktivistin Greta Thunberg demonstriert vorerst wieder im Internet statt unter freiem Himmel. Grund dafür sind die neuen Corona-Maßgaben für Stockholm und weitere Regionen in Schweden, die die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten veröffentlicht hat. 

Weil sich die Situation verschlechtere, gehe sie wieder zurück in den Online-Streik, schrieb Thunberg am Freitag auf Twitter. Dazu stellte sie ein Bild, das sie zu Hause in Stockholm mit ihrem berühmt gewordenen Protestschild mit der Aufschrift "Skolstrejk för klimatet" (Schulstreik fürs Klima) zeigte.

Seit dem Sommer 2018 demonstriert Thunberg immer freitags eigentlich vor dem Reichstag in Stockholm für einen stärkeren Kampf gegen die Klimakrise. Nach dem Beginn der Corona-Krise war sie im Frühjahr 2020 aber relativ zügig ins Internet ausgewichen, wo sie in den sozialen Netzwerken mehr Klimaschutz einfordert und Beiträge von Mitstreitern in aller Welt teilt. Ende August war sie zum Protest vor das schwedische Parlament zurückgekehrt - mit Maske und ausreichend Abstand zu den Mitdemonstranten. Damit ist nun erst einmal Schluss.

Update, 30. Oktober, 14.46 Uhr: Corona-Ausbruch bei Fleischverarbeiter Blömer: Betrieb ruht zwei Wochen

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Blömer Fleisch bei Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) mit 57 infizierten Mitarbeitern wird der Betrieb zwei Wochen lang ruhen.

Das Hygienekonzept habe seit Beginn der Pandemie im März problemlos gegriffen, sagte Geschäftsführer Christian Blömer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir können uns das nicht erklären."

Mehr Informationen lest Ihr im TAG24-Artikel zum Corona Ausbruch bei Blömer.

Update, 30. Oktober, 14.44 Uhr: NRW-Polizei wird vermehrt gegen Corona-Verstöße vorgehen

Die nordrhein-westfälische Polizei wird vermehrt gegen Corona-Verstöße vorgehen. "Wer sich nicht an die Regeln hält, wird auf eine Polizei treffen, die konsequent einschreitet und auf deren Einhaltung pocht", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf.

Alle Polizisten seien angehalten, verstärkt und verschärft einzuschreiten. Dazu würden im Einzelfall auch die 18 Einsatz-Hundertschaften der Landespolizei hinzugezogen. Originär seien zwar die kommunalen Ordnungsämter zuständig, die Polizei werde sie aber unterstützen und Amtshilfe leisten. "Die Regeln sind keine Kann-Regeln, die müssen beachtet werden. Da gibt es nichts zu diskutieren", sagte Reul. "Auf Dauer Unbelehrbare werden den höheren Druck zu spüren bekommen."

Was Privatfeiern in Wohnungen angehe, werde die Polizei kommen, wenn sie gerufen werde: "Wir gehen nicht in private Wohnungen, es sei denn, dort passieren Sachverhalte, die ein Einschreiten erfordern", sagte Reul.

"Wir werden nicht auf die Pirsch gehen und gezielt in Wohnungen nach Corona-Verstößen suchen. Aber wenn wir wegen ruhestörendem Lärm gerufen werden, werden wir einschreiten", ergänzte Polizeiinspekteur Michael Schemke. Wenn die Polizei vor Ort eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat feststelle, sei sie dazu sogar gezwungen.

Herbert Reul (CDU) ist der Innenminister von Nordrhein-Westfalen.
Herbert Reul (CDU) ist der Innenminister von Nordrhein-Westfalen.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 30. Oktober, 14.41 Uhr: Grüne fordern landesweite Strategie für Gesundheitsämter

Die Grünen im sächsischen Landtag fordern eine landesweite Strategie zur Unterstützung der Gesundheitsämter in der Corona-Krise. "Der öffentliche Gesundheitsdienst ist entscheidend für die Bewältigung der Corona-Pandemie", sagte die Abgeordnete Kathleen Kuhfuß am Freitag. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen seien die Ämter momentan teilweise nicht mehr in der Lage, Infektionsketten nachzuverfolgen.

Die Fachkräfte arbeiteten seit Monaten am Limit und brauchten jetzt dringend Unterstützung durch Personal der Landesverwaltung und des Bundes. "Ich bin überzeugt, dass es dabei nicht nur um mehr Personal vor Ort geht, sondern auch eine fachliche Unterstützung durch ein neues Landesgesundheitsamt notwendig ist", betonte Kuhfuß.

Auch die Linke sieht Handlungsbedarf. "Die Überlastung der Gesundheitsämter ist kein Zufall und nicht die alleinige Folge der Pandemie. Sie wurde fahrlässig in Kauf genommen", sagte Parteichefin Susanne Schaper. Bei besserer Vorsorge wäre die Kontaktnachverfolgung besser und länger möglich.

"Ich halte es für einen Skandal, dass erst jetzt darüber diskutiert wird, mit welcher Priorität und welchen Softwarelösungen welche Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Vor allem aber kriegen wir jetzt alle die Rechnung für den jahrelangen Personalabbau der CDU-geführten Regierungen in diesem Bereich." Auch Schaper bekräftigte ihre Forderung nach einem Landesgesundheitsamt.

Update, 30. Oktober, 14.38 Uhr: Biontech: Bald erste Ergebnisse zur Wirksamkeit von Impfstoffkandidat

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech rechnet nach eigenen Angaben mit ersten aussagekräftigen Ergebnissen bei den laufenden Wirksamkeitstests seines Corona-Impfstoffkandidaten in den nächsten Tagen. "Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir den ersten sogenannten Readout haben, wo wir sehen, ob der Impfstoff in der Lage ist zu schützen", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin in einem Interview der Zeitungen der VRM (Mainz).

"Bis Mitte November werden wir nicht nur Aktivitäts-, sondern auch Verträglichkeitsdaten haben", sagte er in dem am Donnerstag geführten Gespräch. Sollten diese Daten positiv ausfallen, würden die Unterlagen bis Mitte November bei der US-Zulassungsbehörde FDA eingereicht. Zudem stehe Biontech bereits mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in einem sogenannten rollierenden Verfahren. "Das bedeutet, wir reichen, immer wenn wir neue Daten haben, bei der Behörde die Daten ein, so dass sie in Echtzeit überprüft werden können."

Diese Behörden könnten dann basierend auf diesen Ergebnissen über eine Notfallzulassung entscheiden. "Wenn die Genehmigung stattfindet, ist die nächste Frage: Können wir prinzipiell Impfstoff liefern?", erläuterte Sahin die weiteren Schritte. "Wir haben schon angefangen, Impfstoff zu produzieren. Der lagert bei uns, ist in den Qualitätskontrollen und noch nicht freigegeben." Diese Freigabe würde nur dann erfolgen, wenn eine Genehmigung vorliege. «Diese Schritte können prinzipiell noch dieses Jahr erfolgen."

Zur möglichen Wirksamkeitsdauer eines Impfschutzes sagte Sahin, der mögliche Impfstoff ahme die natürliche Infektion nach. "Wir gehen davon aus, dass eine Immunität bestehen wird, die aus meiner Sicht mindestens ein Jahr anhalten wird. Dann wäre eine jährliche Nachimmunisierung erforderlich. Ich gehe davon aus, dass wir wahrscheinlich sogar länger warten können."

Das Pharmaunternehmen Biontech hofft auf baldige Ergebnisse, ob ihr Corona-Impfstoff wirklich schützt.
Das Pharmaunternehmen Biontech hofft auf baldige Ergebnisse, ob ihr Corona-Impfstoff wirklich schützt.  © Andreas Arnold/dpa

Update, 30. Oktober, 14.35 Uhr: Dehoga-Verband fordert klare Aussagen über Abreiseregelungen

Der Dehoga-Verband Mecklenburg-Vorpommern hat bei der Schweriner Landesregierung dringenden Klärungsbedarf über den weiteren Umgang mit Touristen angemeldet. Nach den bisherigen Äußerungen müssten Gäste ihre Unterkünfte am Montag verlassen, sagte Dehoga-Präsident Lars Schwarz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Nun aber habe Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) mit einer Äußerung beim Sender NDR 1 Radio MV für Verwirrung gesorgt, dass Urlauber, die bereits im Land sind, am Montag nicht aus ihren Hotels oder Ferienwohnungen ausgewiesen werden.

Alle Betreiber von Hotels oder anderen Unterkünften bräuchten schnell eine klare Aussage der Landesregierung, was nun gilt und wie damit umgehen ist, sagte Schwarz. Am Nachmittag tritt das Kabinett zusammen, um über die neue Verordnung zu beraten.

Update, 30. Oktober, 14.32 Uhr: Ifo: Corona-Maßnahmen setzen Konjunkturerholung "abruptes Ende"

Das Ifo-Institut erwartet einen deutlichen Dämpfer für die wirtschaftliche Erholung durch die neuen Corona-Maßnahmen.

"Die Ausgaben für Dienstleistungen des 'sozialen Konsums' werden kräftig einbrechen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser am Freitag. "Damit setzen die beschlossenen Maßnahmen der kräftigen Erholung vom Sommer ein abruptes Ende."

Überschlagsrechnungen des Ifo zufolge dürften die Maßnahmen einen Ausfall bei der gesamtwirtschaftlichen Produktion von etwas mehr als 10 Milliarden Euro zur Folge haben. Dabei gehen sie davon aus, dass die Umsätze bereits im Oktober gesunken sind und sich im Dezember langsam erholen werden.

Update, 30. Oktober, 14.30 Uhr: Scholz für Steuererhöhungen für Topverdiener - aber nicht in Krise

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich für Steuererhöhungen für Topverdiener ausgesprochen - allerdings erst in der Zeit nach der Corona-Krise. 

"Ich glaube, dass diejenigen, die sehr, sehr viel Geld verdienen, einen größeren Beitrag zur Finanzierung unseres Gemeinwesens leisten müssten", sagte der Finanzminister bei "Bild live". Derzeit stehe diese Frage jedoch nicht an. Es gehe vielmehr um die Zeit ab 2022, wenn die Pandemie hoffentlich vorbei sei. "Und dann, glaube ich, kann man sagen: Man
braucht solide Finanzen – ein Gemeinwesen, das handlungsfähig ist, auch in der Krise. Und das geht nur mit einem fairen Steuersystem", sagte Scholz.

Peter Altmaier (CDU, l), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, und Olaf Scholz (SPD), Finanzminister, geben eine Pressekonferenz zu den neuen Corona-Hilfen für die Wirtschaft. Scholz spricht sich für eine Steuererhöhungen für Topverdiener aus, allerdings erst nach der Krise.
Peter Altmaier (CDU, l), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, und Olaf Scholz (SPD), Finanzminister, geben eine Pressekonferenz zu den neuen Corona-Hilfen für die Wirtschaft. Scholz spricht sich für eine Steuererhöhungen für Topverdiener aus, allerdings erst nach der Krise.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Update, 30. Oktober, 14.28 Uhr: Umweltministerin: Naturzerstörung ist die Krise hinter der Krise

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat in der Corona-Pandemie gefordert, Natur und Artenvielfalt besser zu schützen - und damit auch weiteren Pandemien vorzubeugen.

Die Naturzerstörung sei die Krise hinter der Krise, sagte die Ministerin am Freitag. Das Risiko für Entstehung neuer Pandemien sei größer als je zuvor. "Wir wissen allerdings was zu tun ist, um das Risiko zu senken." Die Ursachen für Pandemien seien dieselben, die zum Verlust der biologischen Vielfalt und zum Klimawandel beitrügen, nämlich Eingriffe in die Natur - insbesondere die Intensivierung der Landwirtschaft und der Handel mit Wildtieren.

"Wir sind nicht machtlos", betonte Schulze. Sie schlage deshalb unter anderem vor, die Beimischung von Palmöl in Benzin stoppen, für dessen Gewinnung auch Regenwald gerodet werde.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnet die Naturzerstörung als Krise hinter der Krise.
Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnet die Naturzerstörung als Krise hinter der Krise.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 30. Oktober, 14.25 Uhr: Europäer wollen WHO effektiver und schlagkräftiger machen

Die EU-Staaten wollen sich gemeinsam für eine Reform und Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einsetzen.

"Wir wollen die WHO transparenter, effektiver und schlagkräftiger machen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag nach einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister.

Dabei gehe es auch um die finanzielle Ausstattung der Organisation und die Bereitschaft aller WHO-Mitglieder, ihre Beiträge zu zahlen. Es gebe erstmals eine gemeinsame Position aller 27 EU-Mitglieder in Sachen WHO-Reform, die sie bei der am 9. November beginnen Weltgesundheitsversammlung einbringen wollten.

Update, 30. Oktober, 14.15 Uhr: Nach Rekord: Trump spielt Anstieg der Corona-Infektionen herunter

US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung der in den USA auf eine Rekordhöhe gestiegenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus heruntergespielt. 

"Mehr Tests entsprechen mehr Fällen", schrieb er am Freitag auf Twitter. Krankenhäuser seien inzwischen viel besser vorbereitet und die Behandlungsmethoden funktionierten, schrieb er weiter.

Die Zahl der Tests ist jedoch deutlich langsamer angestiegen als jene der täglich gemeldeten Neuinfektionen. Gesundheitsexperten sind deshalb wegen des jüngsten Anstiegs sehr besorgt. Am Donnerstag erreichten die USA mit 88.521 bestätigten Infektionen einen neuen Tagesrekord, wie Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) zeigten. Das waren fast 10.000 Infektionen mehr als noch am Vortag.

Trump schrieb in seinem Tweet weiter, die Zahl der Todesfälle sei "stark gesunken", ohne dabei einen Vergleichszeitraum zu nennen. Im April etwa waren in den USA teils mehr als 2000 Menschen pro Tag gestorben. Zuletzt hatte die Opferzahl bei rund 1000 Toten gelegen.

Update, 30. Oktober, 14.14 Uhr: Touristen müssen Schleswig-Holstein bis 2. November verlassen

Touristen müssen spätestens bis zum 2. November aus Schleswig-Holstein abreisen. Für Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen gelte eine Frist bis zum 5. November wegen der Kapazitäten im Fährverkehr sowie den Autozügen, teilte die Landesregierung am Freitag in Kiel mit und verwies auf die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse für einen Teil-Lockdown im November.

Update, 30. Oktober, 13.48 Uhr: Fluggesellschaften starten am BER mit verringertem Angebot

Ungewöhnlicher Start des Hauptstadtflughafens BER am Wochenende: Aufgrund der Corona-Krise wird nur ein Bruchteil der sonst üblichen Passagierzahlen erwartet. Die Fluggesellschaften passen ihr Angebot entsprechend an.

Der bislang größte Anbieter in Berlin etwa, das britische Luftfahrtunternehmen Easyjet, hat sich mit den Gewerkschaften darauf geeinigt, die in Berlin im vergangenen Jahr stationierte Flotte von 34 Flugzeugen auf 18 zu reduzieren.

Die Lufthansa hat keine eigenen Flugzeuge am BER stationiert. Für den Start am BER plant die größte deutsche Fluggesellschaft mit lediglich 30 Flügen täglich - etwa halb so viele wie vor der Krise.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings wiederum startet am 4. November erstmals vom BER, wie das Unternehmen mitteilte. 70 Flüge pro Woche will die Fluggesellschaft dann zunächst anbieten. Bei einem Großteil davon handelt es sich demnach um innerdeutsche Verbindungen.

Auch die Billigfluggesellschaft Ryanair wird ihre Kapazitäten am BER für den Winterflugplan reduzieren, auf 40 Prozent des Vorjahres, wie das irische Unternehmen auf Anfrage mitteilte.

Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER ist für den 31.10.2020 geplant.
Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER ist für den 31.10.2020 geplant.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. Oktober, 13.40 Uhr: Starbucks erleidet Gewinneinbruch

Die Corona-Krise hat die weltgrößte Café-Kette Starbucks im vergangenen Geschäftsquartal weiter stark belastet. 

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 30. Oktober, 13.25 Uhr: Corona-Neuinfektionen in Österreich klettern rasant weiter nach oben

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus schnellt auch in Österreich weiter rasant nach oben. Binnen 24 Stunden wurde der Rekordwert von 5627 neuen Fällen gezählt, wie die Ministerien für Gesundheit und Innen am Freitag in Wien berichteten.

Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vortag, als 4453 neu mit dem Virus angesteckte Menschen registriert wurden. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen genannt, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Die Regierung will am Samstag neue Schritte vorstellen. Viele Medien spekulieren über einen Teil-Lockdown in etwa analog zu den deutschen Maßnahmen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stellt am Samstag neue Regelungen für Österreich aufgrund der Corona-Pandemie vor.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stellt am Samstag neue Regelungen für Österreich aufgrund der Corona-Pandemie vor.  © Roland Schlager/APA/dpa

Update, 30. Oktober, 13.22 Uhr: Spahn will von Montag an wieder im Ministerium arbeiten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Anfang kommender Woche aus der Quarantäne wegen seiner Corona-Infektion zurückkehren. 

"Es geht mir - toi, toi, toi - ganz gut. Die Symptome sind zurückgegangen", sagte der CDU-Politiker am Freitag nach einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister, die er noch von zu Hause leitete. "Ich bin ab Montag dann auch wieder im Ministerium vor Ort."

Spahn (40) war als erster Bundesminister positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie am 21. Oktober mitgeteilt worden war. Laut Ministerium hatten sich bei ihm Erkältungssymptome entwickelt.

Update, 30. Oktober, 13.21 Uhr: Verbände: Deutsche Wirtschaft noch lange nicht über den Berg

Wirtschaftsverbände sehen weiter große Risiken für die Konjunktur in Deutschland.

Mit Blick auf das starke Wachstum im dritten Quartal und die Herbstprognose der Bundesregierung sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Joachim Lang, die deutsche Wirtschaft sei noch lange nicht über den Berg.

Die Konjunktur komme in diesem Jahr mit einem blauen Auge davon. Weitaus größere Gefahren für das Wachstum drohten im Außenhandel. Die Exportaussichten hätten sich nach einem starken Sommer im Oktober bereits wieder eingetrübt, sagte Lang am Freitag in Berlin.

Update, 30. Oktober, 13.18 Uhr: DGB: Frauen halten in Corona-Pandemie Gesellschaft am Laufen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die besondere Bedeutung von Frauen bei der Bewältigung der Corona-Krise hervorgehoben.

Bei zahlreichen systemrelevanten Berufen gebe es einen Frauenanteil von 70 Prozent, sagte Marc Ferder vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) am Freitag bei einer Sitzung der Enquetekommission des rheinland-pfälzischen Landtags zur Corona-Pandemie.

"Es sind die Frauen, die in der Corona-Pandemie die Gesellschaft am Laufen halten", betonte Ferder. Die Frauen in den Gesundheitsberufen, im Lebensmittel- und Drogerie-Einzelhandel, in Erziehungs- und Sozialberufen, in der Verwaltung und in der Reinigungsbranche stünden oft in vorderster Linie und seien stark belastet. Die Wertschätzung für diese Arbeit sollte sich regelmäßig zum Monatsende auf dem Gehaltszettel niederschlagen, forderte der Gewerkschafter. "Applaus von Balkonen und warme Dankesworte genügen nicht."

Laut des DGB halten Frauen in der Corona-Pandemie die Gesellschaft am Laufen.
Laut des DGB halten Frauen in der Corona-Pandemie die Gesellschaft am Laufen.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. Oktober. 12.27 Uhr: Skisprung-Weltcups in Titisee-Neustadt ohne Zuschauer

Die Skisprung-Weltcups der Damen und Herren in Titisee-Neustadt finden in diesem Winter ohne Zuschauer statt. 

"Die momentane Corona-Situation lässt leider keine andere Vorgehensweise zu", teilten die Veranstalter am Freitag mit. Die Männer sind vom 8. bis zum 10. Januar 2021 an der Hochfirstschanze gefordert.

Für Karl Geiger, Markus Eisenbichler und ihre Teamkollegen ist es der erste Weltcup nach der Vierschanzentournee. Der Weltcup der Frauen ist vom 29. bis zum 31. Januar in Titisee-Neustadt geplant. Eigentlich sollte er in Hinterzarten stattfinden, dort gab es jedoch Probleme beim Umbau der Schanze.

Update, 30. Oktober, 12.25 Uhr: Polen mit neuem Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Polen den vierten Tag in Folge einen Höchststand erreicht.

Das Gesundheitsministerium in Warschau vermeldete am Freitag 21.629 positive Tests innerhalb von 24 Stunden. Am stärksten betroffen war die Region um die Hauptstadt Warschau mit mehr als 3400 neuen Fällen. Im gleichen Zeitraum starben 202 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 20.156 Fällen erst am Mittwoch erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 5351 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Polen wird von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft.

Update, 30. Oktober, 12.25 Uhr: ECDC besorgt wegen möglicher Kapazitätsengpässe auf Intensivstationen

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC ist beunruhigt, dass es in zunächst weniger stark von der Corona-Krise betroffenen Staaten nun an Intensivbetten fehlen könnte. 

"Wir sind uns bewusst, dass viele Länder als Reaktion auf die Situation im Frühjahr ihre Krankenhauskapazitäten erhöht haben", teilte die in Stockholm ansässige Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Dennoch sei man besorgt, dass nun Länder oder Regionen, in denen der Bedarf an Intensivpflege während der ersten Corona-Hochphase geringer gewesen war, weniger gut vorbereitet sein könnten, mit der möglichen höheren Nachfrage der kommenden Wochen und Monate umzugehen.

Spezifische Daten zu den aktuellen Kapazitäten im Europäischen Wirtschaftsraum liegen der EU-Behörde zwar nicht vor. Dennoch warnt sie, dass die Nachfrage nach Krankenhaus- und Intensivpflege signifikant bis zu einem Punkt steigen könnte, an dem die Krankenhäuser ihre Belastungsgrenze erreichen.

Update, 30. Oktober, 12.22 Uhr: Gündogan zu seiner Corona-Erkrankung: "Konnte mich kaum bewegen"

Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan nimmt die Coronavirus-Pandemie nach dem Verlauf seiner eigenen Erkrankung noch ernster als zuvor.

Dies sagte der 30-Jährige in einem Interview von RTL und ntv. "Mir ging es wirklich die ersten drei, vier Tage richtig schlecht. Ich konnte mich kaum bewegen, hatte Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen und ein leichtes Druckgefühl im Brustbereich, was ich vorher noch nie so wirklich hatte", schilderte Gündogan. Der Mittelfeldspieler von Manchester City war im September positiv auf das Virus getestet worden.

Sein Denken sei "jetzt auch ein bisschen anders, denn vorher habe ich das Ganze auch nicht so hart wahrgenommen", sagte Gündogan. Bei den meisten infizierten Fußballprofis berichten die Vereine von milden Verläufen ohne Symptome. Bei Gündogan war dies anders, wie er auch nach seiner Rückkehr ins Training noch einmal bemerkt habe.

"Gefühlt war ich nach den ersten 20 Minuten im Training schon platt und nachdem ich aus der Dusche kam, hat sich die Erschöpfung extrem angefühlt und als ich dann nach Hause kam nach den Trainingseinheiten, war es nicht unüblich, dass ich dann erstmal ein bis zwei Stunden geschlafen habe", sagte der Nationalspieler. Der positive Corona-Test habe für Gündogan auch "eine psychische Belastung" bedeutet.

Update, 30. Oktober, 11.34 Uhr: Kirchenführer aus Montenegro an Corona-Erkrankung gestorben

Der serbisch-orthodoxe Metropolit von Montenegro, Amfilohije, ist am Freitag im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben.

Dies teilte die serbisch-orthodoxe Metropolie an ihrem Sitz in Cetinje mit. Der als Amfilohije Radovic geborene Kirchenführer starb demnach im Klinik-Zentrum der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica.

Der Metropolit zählte zum dogmatischen Flügel der serbisch-orthodoxen Kirche und war ein entschiedener Gegner der Unabhängigkeit Montenegros. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik hatte sich 2006 nach einem Referendum aus dem damaligen Staatenbund mit Serbien gelöst.

Der serbisch-orthodoxe Bischof Amfilohije, ist an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben.
Der serbisch-orthodoxe Bischof Amfilohije, ist an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben.  © Risto Bozovic/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 11.22 Uhr: US-Stadt Boston bietet Mitarbeitern bezahlte Pausen zum Corona-Test

Angesichts steigender Corona-Zahlen in den USA dürfen sich Mitarbeiter der US-Stadt Boston künftig während der Arbeitszeit auf das Virus testen lassen. 

"Wir bieten jedem berechtigten Angestellten der Stadt alle 14 Tage eine bezahlte Stunde an, um sich während der Arbeitszeit testen zu lassen", sagte Bürgermeister Marty Walsh am Donnerstag (Ortszeit) zu einer entsprechenden Test-Initiative der Ostküstenstadt im US-Bundesstaat Massachusetts.

Die Aktion solle möglichst viele der mehr als 600.000 Bürger ermutigen, sich auch ohne Krankheitssymptome regelmäßig testen zu lassen. "Wir wollen proaktiv sein", sagte Walsh. Man wisse, dass sich das Virus auch unter Menschen verbreite, die keine Symptome hätten. "Durch einen Test können Sie sich und ihre Familie schützen", so der Bürgermeister.

In der Stadt gebe es mehr als 30 Teststellen, darunter seien mehrere mobile Stationen. An diesen sei der Test für jeden umsonst, hieß es. Der Initiative schlossen sich Walsh zufolge bereits mehr als 20 weitere Arbeitgeber an, darunter auch der NBA-Rekordmeister Boston Celtics und das MLB-Baseballteam Boston Red Sox.

Update, 30. Oktober, 11.15 Uhr: Eurozone: Corona-Krise hinterlässt kaum Spuren bei Arbeitslosenquote

Die offiziellen Arbeitslosenzahlen in der Eurozone zeigen nach wie vor nur begrenzte Auswirkungen der Corona-Krise.

Im September habe die Arbeitslosenquote wie im Vormonat 8,3 Prozent betragen, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Die Quote liegt damit 0,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Der Anstieg ist, verglichen mit den konjunkturellen Bremswirkungen der Krise, aber vergleichsweise gering. In der Europäischen Union (EU) fällt die Entwicklung ähnlich aus.

Der Grund für diesen eher moderaten Anstieg liegt in der wirtschaftspolitischen Reaktion auf die Krise. Wie in Deutschland setzen auch viele andere Länder in Europa Instrumente der Kurzarbeit ein.

Da Eurostat die Arbeitslosigkeit daran misst, ob die Menschen arbeitslos sind und aktiv nach einem Job suchen, fallen viele Kurzarbeiter aus der Statistik heraus, obwohl sie wirtschaftlich von der Krise betroffen sind.

Update, 30. Oktober, 10.58 Uhr: Altmaier lehnt Recht auf Homeoffice und Steuererhöhungen ab

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat vor neuen Belastungen für Firmen gewarnt und sich gegen Steuererhöhungen ausgesprochen.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 30. Oktober, 10.52 Uhr: Vor Teil-Lockdown Forderungen nach Hilfen für Studenten

Vor dem am Montag beginnenden Teil-Lockdown mit Schließungen unter anderem in der Gastronomie werden neue Forderungen zur finanziellen Unterstützung von Studenten laut.

Die Grünen im Bundestag, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangten am Freitag die schnelle Wiederauflage eines im September ausgelaufenen Nothilfeprogramms. Grüne und DGB sprachen sich zudem für eine grundsätzliche Reform der Studienfinanzierung aus.

"Gerade Studierende aus ärmeren Elternhäusern sind auf Einkünfte aus Nebenjobs angewiesen, damit sie über die Runden kommen. Viele von ihnen arbeiten in der Gastronomie oder Eventbranche, die jetzt vom Lockdown betroffen sind", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack der Deutschen Presse-Agentur.

Die Regierung müsse die Überbrückungshilfe für in Not geratene Studierende umgehend wieder auflegen und verbessern, forderte die GEW. Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Kai Gehring, warf Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) ein "unverantwortliches Krisenmanagement" vor, weil sie die Nothilfe Ende September angesichts sinkender Nachfrage ausgesetzt hatte.

Die Grünen im Bundestag, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern eine verbesserte finanzielle Unterstützung der Studenten.
Die Grünen im Bundestag, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordern eine verbesserte finanzielle Unterstützung der Studenten.  © Silas Stein/dpa

Update, 30. Oktober, 10.44 Uhr: Spahn ruft zur Stärkung der WHO auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zu einer Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgerufen. 

"Jede internationale Organisation kann nur so gut sein, wie die Mitgliedstaaten sie sein lassen", sagte Spahn am Freitag vor Beginn einer Videokonferenz mit seinen EU-Amtskollegen, bei der es unter anderem um die WHO geht. "Unser gemeinsames Ziel ist klar: wir wollen als Europäische Union den Reformprozess der WHO maßgeblich gestalten", sagte Spahn in dem von der deutschen EU-Ratspräsidentschaft verbreiteten Video.

Der deutsche Gesundheitsminister erinnerte an die "kritische Phase" der Corona-Pandemie, unter deren Folgen die Menschen auf der ganzen Welt litten. "Umso wichtiger ist es, dass es eine Organisation gibt, die die Gesundheitsversorgung der Menschen weltweit unterstützt und steuert", sagte Spahn.

Die WHO sorge dafür, dass man sich beim Umgang mit der Pandemie abstimme, sich gegenseitig helfe und international gemeinsame Initiativen wie die zur Impfstoffbeschaffung und -forschung starte.

Update, 30. Oktober, 10.39 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ohne Maske im Flugzeug - Regierungssprecher äußert sich

Ein Foto von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ohne Mund-Nasen-Schutz in einem Flugzeug hat für Irritationen gesorgt.

Es zeigt ihn in seinem Sitz nach hinten umgedreht zu seinem Regierungssprecher, augenscheinlich im Gespräch - eine Maske baumelt dabei locker an einem Ohr herunter. 

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 30. Oktober, 10.32 Uhr: Österreich und Italien fast ganz als Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat Österreich bis auf zwei kleine Exklaven und fast ganz Italien wegen dramatisch steigender Infektionszahlen ab diesem Sonntag zu Corona-Risikogebieten erklärt.

Mit Kroatien, Slowenien, Ungarn, Bulgarien und Zypern werden zudem fünf EU-Länder komplett auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte.

Erstmals wurden auch Gebiete in Griechenland und Lettland als Risikogebiete eingestuft. Weitere Regionen kommen in Dänemark, Portugal, Schweden und Litauen hinzu. Auch die kleinen Staaten Monaco, San Marino und der Vatikan sind nun Risikogebiete.

In Österreich war bisher Kärnten als einziges Bundesland ausgenommen. Nun gibt es nur noch zwei Ausnahmeregelungen für das Kleinwalsertal und die Gemeinde Jungholz mit zusammen gut 5000 Einwohnern. Beide Exklaven sind auf der Straße nur von Deutschland aus erreichbar. In Italien ist nun Kalabrien im Süden des Landes die einzige Region, die aus deutscher Sicht kein Risikogebiet ist.

In Estland wird die Region Jogeva wieder von der Risikoliste gestrichen. Damit ist Estland ab Sonntag das einzige Land in der EU ohne Risikogebiet. Von den anderen 25 EU-Ländern außer Deutschland sind dann 17 ganz als Risikogebiete eingestuft und nur noch 8 teilweise.

Rom: Die Besucherin eines Cafés schlürft ihren Kaffee unter ihrem Gesichtsschutz, während ihre Begleitung ihr Handy desinfiziert. Österreich und Italien sind von der Bundesregierung fast komplett als Risikogebiet eingestuft wurden.
Rom: Die Besucherin eines Cafés schlürft ihren Kaffee unter ihrem Gesichtsschutz, während ihre Begleitung ihr Handy desinfiziert. Österreich und Italien sind von der Bundesregierung fast komplett als Risikogebiet eingestuft wurden.  © Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 10.23 Uhr: Altmaier rechnet für 2021 mit moderat positiven Entwicklung der Wirtschaft

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet trotz anhaltender Corona-Pandemie für das kommende Jahr mit einer moderaten, aber positiven Entwicklung der Wirtschaft. 

"Wir stehen an einem Scheideweg, das Pendel kann in die eine oder andere Richtung ausschlagen", sagte er am Freitag in Berlin. Allerdings habe die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie auch unter Pandemie-Bedingungen wachsen könne. Die Wirtschaftsleistung war nach dem schwierigen Frühjahr im dritten Quartal kräftig um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen.

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, nimmt seinen Mund-Nasen-Schutz bei einer Pressekonferenz ab, um die wirtschaftliche Herbstprognose der Bundesregierung vorzulegen.
Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie, nimmt seinen Mund-Nasen-Schutz bei einer Pressekonferenz ab, um die wirtschaftliche Herbstprognose der Bundesregierung vorzulegen.  © Michele Tantussi/Reuters-Pool/dpa

Update, 30. Oktober, 10.18 Uhr: AfD-Kampagne gegen Corona-Maßnahmen zielt auf Künstler und Eltern

Um neue Wählergruppen zu erreichen, will die AfD Alleinerziehende, Künstler, Veranstalter, Gastronomen, Alte und Pflegebedürftige ansprechen, die von den Corona-Einschränkungen besonders betroffen sind.

In einem internen Diskussionspapier ihrer Bundestagsfraktion heißt es: "Es besteht die Chance, über die eigene Anhängerschaft hinaus Gehör in jenen gesellschaftlichen Milieus zu finden, die der Partei bisher skeptisch gegenüberstanden."

In dem Papier wird zudem eine Umfrage erwähnt, die zeigt, dass AfD-Wähler deutlich weniger Angst vor einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 haben als Wähler anderer Parteien. Demnach äußerten lediglich 26 Prozent der AfD-Wähler diese Befürchtung. Zum Vergleich: unter den Wählern der Grünen und der SPD hatten jeweils 53 Prozent Angst vor einer Ansteckung.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Michael Hanko (AfD) hält sich während der Landtagssitzung ein Schild mit dem Aufdruck "Mund-Nase-Bedeckung" vors Gesicht.
Michael Hanko (AfD) hält sich während der Landtagssitzung ein Schild mit dem Aufdruck "Mund-Nase-Bedeckung" vors Gesicht.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. Oktober, 10.16 Uhr: RKI-Daten: 7-Tage-Inzidenz nun bundesweit mehr als 100

Die Zahl erfasster Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner lag in den vergangenen sieben Tagen erstmals bundesweit über 100.

Die 7-Tage-Inzidenz liege Stand 0 Uhr bei 104,9, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. Tags zuvor hatte sie bei bundesweit 99,0 gelegen, vor vier Wochen (2.10.) noch bei 15,3. Eine hohe 7-Tage-Inzidenz zeigt an, dass sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben.

Besonders viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erfassen den Daten vom Freitag zufolge derzeit Bremen (160,3), Berlin (146,1), Hessen (145,8) und Nordrhein-Westfalen (140,0). Werte über dem bundesweiten Mittel haben zudem auch Bayern (114,1) und das Saarland (116,5).

Update, 30. Oktober, 10.05 Uhr: Konjunktur in Deutschland erholt sich von Corona-Absturz im Frühjahr

Die deutsche Wirtschaft ist nach dem coronabedingten Absturz im Frühjahr auf Erholungskurs.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal kräftig um 8,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten mitteilte. Im Vergleich zum vierten Quartal 2019, dem Vierteljahr vor der globalen Corona-Krise, lag das BIP jedoch um 4,2 Prozent niedriger.

Die deutsche Wirtschaft erholt sich nach dem coronabedingten Absturz im Frühjar.
Die deutsche Wirtschaft erholt sich nach dem coronabedingten Absturz im Frühjar.  © Christian Charisius/dpa

Update, 30. Oktober, 9.17 Uhr: Krise reißt British-Airways-Mutter IAG tief ins Minus

Die British-Airways-Mutter IAG ist wegen der Corona-Krise auch im dritten Quartal wie erwartet tief in den roten Zahlen gelandet.

Unter dem Strich stand ein Verlust von fast 1,8 Milliarden Euro nach einem Gewinn von gut einer Milliarde Euro ein Jahr zuvor, wie der Mutterkonzern der Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level am Freitag in London mitteilte. Nach den ersten neun Monaten des Jahres summiert sich der Verlust des Konzerns auf nahezu 5,6 Milliarden Euro.

Update, 30. Oktober, 8.55 Uhr: Corona-Krise brockt Air France-KLM weiteren Milliardenverlust ein

Die Corona-Krise hat der Fluggesellschaft Air France-KLM im Sommer einen weiteren Milliardenverlust eingebrockt.

Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Minus von fast 1,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitag in Paris mitteilte. Nach einer vielversprechenden Erholung im Sommer hätten die wieder aufkommenden internationalen Reisebeschränkungen ab Mitte August und die Verstärkung der Pandemie die Ergebnisse des Konzerns stark beeinträchtigt, sagte Konzernchef Benjamin Smith.

In den ersten neun Monaten verbuchte Air France-KLM insgesamt einen Nettoverlust von 6,1 Milliarden Euro.

Flugzeuge der französischen Fluggesellschaft Air France stehen auf dem Rollfeld des Flughafens Paris-Charles-de-Gaulle.
Flugzeuge der französischen Fluggesellschaft Air France stehen auf dem Rollfeld des Flughafens Paris-Charles-de-Gaulle.  © Christophe Ena/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 8.54 Uhr: Israel beschließt weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen

Knapp zwei Wochen nach ersten Lockerungen von Israels zweitem Corona-Lockdown sind weitere Erleichterungen geplant.

Das sogenannte Corona-Kabinett beschloss in der Nacht zum Freitag die Öffnung der Grundschulen für die 1. bis 4. Klasse, allerdings unter Einschränkungen. Von Sonntag an dürfen auch Ferienwohnungen wieder geöffnet werden. In Gebetshäusern können sich bis zu zehn Menschen versammeln und draußen bis zu 20. Auch Friseur- und Kosmetiksalons dürfen dann wieder einzelne Kunden empfangen.

Straßengeschäfte sollen aber erst eine Woche später geöffnet werden. Sollten die durchschnittlichen Corona-Fallzahlen schon vorher auf rund 500 am Tag fallen, wird schon früher geöffnet.

Auch nach den ersten Lockerungen in Israel waren die Infektionszahlen weiter gesunken. Am Freitag verzeichnete das Gesundheitsministerium 630 neue Fälle. Vor einem Monat waren es noch mehr als 9000 am Tag gewesen.

Update, 30. Oktober, 8.45 Uhr: Kramp-Karrenbauer zu Merz' Kritik: Zu viele Verschwörungstheorien

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat der Kritik ihres Parteikollegen Friedrich Merz widersprochen, dass die Verschiebung des CDU-Parteitags ein Manöver gewesen sei, um ihn als Vorsitzenden zu verhindern. 

"Ich kenne niemanden, der das will", sagte sie am Freitag bei RTL/NTV. "Für meinen Geschmack gibt es zur Zeit überhaupt viel zu viele Verschwörungstheorien, die in Deutschland unterwegs sind."

Die Entscheidung, den Parteitag zu verschieben, sei keinem leicht gefallen. Nachdem Merz diese Äußerungen getätigt habe, "haben mich danach viele Reaktionen von Mitgliedern des Bundesvorstands erreicht - im Übrigen auch Anhänger von Friedrich Merz - die sich schon in ihrer Ehre auch gekränkt gefühlt haben, dass man ihnen so etwas unterstellt."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (l) und Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU), Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Bundesvorsitzende, unterhalten sich mit Mund-Nasenbedeckung in der Sitzung des Bundestags. Kramp-Karrenbauer widerspricht der Kritik ihres Parteikollegen Friedrich Merz.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (l) und Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU), Bundesministerin der Verteidigung und CDU-Bundesvorsitzende, unterhalten sich mit Mund-Nasenbedeckung in der Sitzung des Bundestags. Kramp-Karrenbauer widerspricht der Kritik ihres Parteikollegen Friedrich Merz.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 30. Oktober, 8.41 Uhr: Söder macht Hoffnung: "Natürlich gibt es ein Morgen"

Trotz der dramatisch steigenden Corona-Zahlen in weiten Teilen Bayerns macht Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Hoffnung: "Natürlich gibt es ein Morgen und natürlich werden wir Corona überstehen", sagte er dem Radiosender "Bayern 1" am Freitag.

"Wir werden irgendwann einen Impfstoff haben", das sei eine Frage der Zeit. Bis dahin müsse sich die Bevölkerung aber gedulden und zusammenhalten.

Update, 30. Oktober, 8.40 Uhr: Erholung im Einzelhandel sehr unterschiedlich

Die Erholung im Einzelhandel hat sich im September fortgesetzt. Allerdings profitieren weiterhin nicht alle Bereiche davon.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 6,5 Prozent. Der September 2020 hatte allerdings einen Verkaufstag mehr. Gegenüber dem Vormonat sanken die Erlöse dagegen real um 2,2 Prozent, wie die Wiesbadener Behörde am Freitag mitteilte.

Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September real um 2,8 höher.

Das größte Umsatzplus mit real 21,2 Prozent erzielte erneut der Internet- und Versandhandel. Auch Einrichtungsgegenstände, Haushaltsgeräte und Baubedarf waren gefragt. Hier gab es im September ein Umsatzplus von 11,1 Prozent. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sowie Waren- und Kaufhäuser.

Update, 30. Oktober, 8.15 Uhr: Unions-Haushaltsexperte: Geld für Überbrückungshilfe ist da

Der Haushaltsexperte der Unionsfraktion, Eckhardt Rehberg, hat betont, dass für die Überbrückungshilfe für Unternehmen während des Teil-Lockdowns im November keine neuen Schulden nötig sind.

Diese zehn Milliarden Euro Überbrückungshilfe seien kein zusätzliches Geld, sagte er am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Im zweiten Nachtragshaushalt seien für Überbrückungsprogramme für Unternehmen 25 Milliarden Euro vorgesehen worden. "Davon sind noch gute 20 Milliarden vorhanden", sagte Rehberg.

"Für mich sind Schulden nicht sexy", sagte er. "Schulden machen auch nicht glücklich, wie das bei Linken, Grünen und Teilen der SPD der Fall zu sein scheint."

Update, 30. Oktober, 8.11 Uhr: US-Tagesrekord: Mehr als 88.000 Corona-Neuinfektionen

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages hat in den USA kurz vor der Präsidentenwahl einen neuen Höchststand erreicht.

Am Donnerstag wurden 88.521 Fälle verzeichnet, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Freitag hervorgeht. Das sind fast 10.000 mehr als noch am Vortag.

Insgesamt wurden nach JHU-Angaben in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,95 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 228.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. Allein am Donnerstag wurden der JHU zufolge 971 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.

Kurz vor der Wahl steigen die Corona-Neuinfektionen in den USA stark an.
Kurz vor der Wahl steigen die Corona-Neuinfektionen in den USA stark an.  © John Locher/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 7.45 Uhr: Produzent Bay stellt Trailer zum Pandemie-Thriller "Songbird" vor

Geschmacklos oder unterhaltsam? Mitten in Corona-Zeiten präsentiert uns Produzent und Star-Regisseur Michael Bay (55) den Pandemie-Thriller "Songbird", in dem die Menschheit von Covid-23, einer Weiterentwicklung von Covid-19, heimgesucht wird.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 30. Oktober, 7.31 Uhr: Japan erstattet Eintrittskarten für verschobene Olympische Spiele

Nach der coronabedingten Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio aufs nächste Jahr beginnt Japan in Kürze mit dem Verfahren für die Rückerstattung von Eintrittskarten.

Bereits gekaufte Tickets bleiben zwar auch für das nächste Jahr gültig. Doch wer die Spiele dann nicht besuchen kann, kann zwischen dem 10. und 30. November die Rückerstattung der Eintrittskarten beantragen, wie Japans Olympia-Macher am Freitag bekanntgaben. Die Rückgabe der Tickets für die Paralympics kann zwischen dem 1. und 21. Dezember beantragt werden.

Update, 30. Oktober, 7.21 Uhr: Renommierter WHO-Arzt stellt Effektivität von Lockdowns in Frage

Welche Wirksamkeit haben eigentlich landesweite Lockdowns? Dr. David Nabarro (71), ein Sonderbeauftragter der WHO, hat nun mit einem ungeahnten Statement für Aufsehen gesorgt. 

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 30. Oktober, 6.55 Uhr: Neuer Rekord der Corona-Neuinfektionen: 18.681 Fälle in Deutschland

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 18.681 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen hervor.

Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 16.774 Fällen. Am Freitag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 11.242 Neuinfektionen gemeldet.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 499.694 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 30.10., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 77 auf insgesamt 10.349. Das RKI schätzt, dass rund 345.700 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 0,97 (Vortag: 1,03). 

Am Eingang vom Berliner Hauptbahnhof hängt ein Schild mit der Aufschrift "Bitte die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung beachten!".
Am Eingang vom Berliner Hauptbahnhof hängt ein Schild mit der Aufschrift "Bitte die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung beachten!".  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. Oktober, 6.47 Uhr: Grütters: Erneute Schließungen sind echte Katastrophe für die Kultur

Kulturstaatsministerin Monika Grütters befürchtet angesichts neuer Corona-Beschränkungen schwere Folgen für die Kulturszene. 

"Ich bin in großer Sorge um die Kultur", sagte die CDU-Politikerin in einer Stellungnahme. Die Kultur dürfe nicht zum Opfer der Krise werden. "Leider zwingt uns die Dynamik des Infektionsgeschehens zu harten Maßnahmen", sagte Grütters. "Doch bei allem Verständnis für die notwendigen neuen Regelungen: Für die Kultur sind die erneuten Schließungen eine echte Katastrophe."

Kultur sei weit mehr als Freizeit und Unterhaltung. "Sie ist kein Luxus, auf den man in schweren Zeiten kurzerhand verzichten kann." Kultur sei keine Delikatesse für Feinschmecker, sondern Brot für alle. "Und sie ist das notwendige Korrektiv in einer lebendigen Demokratie. Gerade das macht sie natürlich systemrelevant."

Update, 30. Oktober, 6.33 Uhr: Flixbus stellt Betrieb im November vorübergehend ein

Der Fernreise-Anbieter Flixbus stellt aufgrund der neuen Corona-Kontaktbeschränkungen seinen Betrieb vorübergehend ein.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Ein Flixbus steht im Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin. Der Fernreise-Anbieter stellt seinen Betrieb im November vorübergehend ein.
Ein Flixbus steht im Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin. Der Fernreise-Anbieter stellt seinen Betrieb im November vorübergehend ein.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 30. Oktober, 5.52 Uhr: Prognos-Szenario: Deutsche Wirtschaft erst 2023 auf Vorkrisenniveau

Die Verschärfung der Corona-Krise könnte die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung von Prognos-Forschern über Jahre zurückwerfen.

"Das aktuelle Pandemie-Geschehen gibt großen Anlass zur Sorge, dass die akuten, aber auch dauerhaften wirtschaftlichen Folgen deutlich gravierender ausfallen als in den vergangenen Monaten erwartet", heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Krisenszenario des Berliner Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens.

"In Summe fehlen uns dann drei bis vier Jahre Wachstum", stellte Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer fest. Je zügiger es gelinge, die steigenden Infektionszahlen einzudämmen, desto geringer werde der wirtschaftliche Schaden ausfallen.

Update, 30. Oktober, 5.30 Uhr: Lindner will digitale Wahlparteitage per Gesetz ermöglichen

Der FDP-Partei- und Fraktionschef Christian Lindner dringt angesichts der Corona-Krise auf eine rasche Änderung des
Parteienrechts, um digitale Wahlparteitage zu ermöglichen.

"Wir können die Vorbereitung der nächsten Bundestagswahl nicht auf Dauer unterbrechen", sagte Lindner der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). "Wenn die CDU jetzt den Willen hat, das Parteiengesetz zu modernisieren und digitale Entscheidungen zu ermöglichen, dann ist die FDP bereit, das in einem ganz schnellen Gesetzgebungsverfahren möglich zu machen."

Update, 30. Oktober, 5.10 Uhr: Frankreich verhängt wieder Ausgangsbeschränkungen

Im Kampf gegen die Corona-Epidemie gelten in Frankreich weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Die neuen Maßnahmen traten am Freitag (00.00 Uhr) in Kraft - sie sind zunächst bis zum 1. Dezember befristet.

Bürger dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können zwar auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen - müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen. Sport ist eine Stunde pro Tag in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt.

Staatschef Emmanuel Macron hatte die Beschränkungen am Mittwoch angekündigt. Der 42-Jährige will das Land mit seinen 67 Millionen Menschen aber nicht so weit lahmlegen wie noch während des Lockdowns im Frühjahr.

Die Wirtschaft soll so weit wie möglich weiterlaufen, die Menschen sollen arbeiten, aber möglichst von zu Hause aus. Anders als im Frühjahr bleiben die Schulen geöffnet. Bars, Restaurants und "nicht unentbehrliche Geschäfte" müssen jedoch schließen. Auch Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich - für die Rückkehr aus den Herbstferien gibt es am Wochenende aber Ausnahmen.

Paris: Eine Frau sitzt in der U-Bahn und hält einen Ballon von Pu der Bär. Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen in Frankreich am 30. Oktober weitreichende Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten.
Paris: Eine Frau sitzt in der U-Bahn und hält einen Ballon von Pu der Bär. Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, sollen in Frankreich am 30. Oktober weitreichende Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten.  © Lewis Joly/AP/dpa

Update, 30. Oktober, 4.27 Uhr: Verdi-Chef für 150-Euro-Zuschlag für Hartz-IV-Empfänger im November

Verdi-Chef Frank Werneke fordert einen Bonus für Hartz-IV-Bezieher für die Zeit des bestehenden Teil-Lockdowns in Deutschland.

Da die Bereitstellung von Lebensmitteln durch die Tafeln derzeit nicht funktioniere, kämen viele Bezieher von Grundsicherung nicht über die Runden, sagte Werneke der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Deshalb solle es einen Zuschlag von 150 Euro auf die Regelsätze zumindest für den Monat November geben. Werneke schloss sich damit entsprechenden Forderungen von Wohlfahrtsverbänden an. 

Update, 30. Oktober, 3.57 Uhr: WHO Europa-Chef warnt vor negativen Folgen kompletter Lockdowns

Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie vor vorschnellen kompletten Lockdowns gewarnt.

Zwar wisse man, dass strikte Beschränkungen wie Anfang des Jahres die Übertragung von Krankheitserregern einschränken und dem Gesundheitssystem den dringend benötigten Raum zur Erholung gebe, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen.

"Wir wissen aber auch, dass komplette Lockdowns die Nachfrage nach psychischer Gesundheitsfürsorge steigern und zu einem Anstieg der häuslichen Gewalt führen wird." Zudem würden weniger chronisch Kranke in Krankenhäuser gehen, was zu vorzeitigen Todesfällen führen würde.

"Angesichts dieser Realitäten erachten wir nationale Lockdowns als letzte Möglichkeit." Vielmehr könnten Maßnahmen ergriffen werden, die Leben retteten und gleichzeitig die Lebensgrundlagen erhielten. Modelle des Instituts IHME der Universität Washington deuteten darauf hin, dass allein das Tragen von Masken bis zum 1. Februar in den 53 WHO-Mitgliedstaaten in der Region bis zu 266.000 Leben retten könnte, sagte Kluge. 

Update, 30. Oktober, 2.22 Uhr: Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet mit 24.000 Firmenpleiten

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet im kommenden Jahr mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzverfahren in der deutschen Wirtschaft.

Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht spricht in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von bis zu 24.000 oder mehr Verfahren: "Ich rechne damit, dass die Insolvenzwelle im ersten Quartal 2021 ihren Höhepunkt erreichen und sich auch dann erst zeigen wird, wie sich der zweite Lockdown zusätzlich auswirkt", sagte Ulbricht.

Für dieses Jahr prognostiziert die Wirtschaftsauskunftei 17.000 bis 18.000 Insolvenzverfahren und damit weniger als noch im vergangenen Jahr. "Dass die Zahl der Insolvenzen in diesem Jahr geringer ausfallen wird als 2019, ist nur damit zu erklären, dass auch viele Trittbrettfahrer Hilfen in Anspruch genommen beziehungsweise von der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht profitiert haben", sagte Ulbricht.

Update, 30. Oktober, 1.50 Uhr: Veranstaltungswirtschaft für umfangreichere Hilfsmaßnahmen

Die Konzert- und Veranstaltungswirtschaft erwartet von der Politik umfangreichere Hilfen in der Corona-Krise als bisher geplant.

Nicht nur Vorjahresumsätze aus dem vergangenen November sollten erstattet werden, sondern zumindest auch Teile der Einnahmeverluste der vergangenen Monate, sagte Jens Michow, geschäftsführender Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Zudem sollten die aktuellen Fördergrenzen angehoben und ein Ausfallfonds geschaffen werden, um Schäden durch künftige Veranstaltungsverbote zu begleichen.

Der Sänger Campino spricht auf der Abschlusskundgebung der Großdemonstration des Aktionsbündnis #AlarmstufeRot zur Existenznot der Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise auf der Straße des 17. Juni.
Der Sänger Campino spricht auf der Abschlusskundgebung der Großdemonstration des Aktionsbündnis #AlarmstufeRot zur Existenznot der Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise auf der Straße des 17. Juni.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 30. Oktober, 1 Uhr: Heil will erleichterten Bezug von Hartz IV bis Ende 2021 verlängern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will den vereinfachten Zugang zu Hartz IV-Leistungen in der Corona-Krise bis Ende des kommenden Jahres fortführen.

Die leichtere Beantragung ist derzeit bis Ende 2020 befristet, doch das werde nicht ausreichen, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Die Regelung muss bis Ende des nächsten Jahres verlängert werden."

Der Minister erklärte, die Maßnahme richte sich besonders an viele Selbstständige, denen in der Pandemie der Verdienst
komplett weggebrochen sei, sowie an Arbeitnehmer, die schon vor der Pandemie nicht gut verdient hätten und jetzt durch Kurzarbeit starke Einkommensausfälle hätten und ergänzende Grundsicherung brauchten. "Wir wollen diese Menschen nicht ab 1. Januar mit einer Vermögensprüfung behelligen oder mit der Frage, ob ihr Wohnraum womöglich zu groß ist."

Update, 30. Oktober, 0.45 Uhr: SPD-Finanzexperte: Wer gut durch Corona-Krise kommt, soll mehr zahlen

Angesichts der Rekordverschuldung des Staates wegen Corona will der SPD-Finanzexperte Lothar Binding Gutverdiener nach der Krise stärker zur Kasse bitten. 

"Die Menschen, die gut durch die Krise gekommen sind, sollten dem Staat nach der Krise helfen, wieder auf die Beine zu kommen", sagte der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion der "Bild"-Zeitung (Freitag). "Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein."

Update, 30. Oktober, 0 Uhr: Von der Leyen zu Corona: Manche Maßnahmen womöglich zu früh gelockert

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sind nach Einschätzung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem Lockdown im Frühjahr manche Maßnahmen womöglich zu früh gelockert worden. 

"Wir haben Folgendes gelernt: Nachdem die erste Welle abgeebbt ist, haben wir natürlich im Sommer die Maßnahmen etwas gelockert, wohl auch zu schnell gelockert, und das geht aber nicht nur um die Reisen", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstagabend nach den Videoberatungen der EU-Staats- und Regierungschefs. Sie antwortete damit auf eine Journalistinnenfrage, ob es im Rückblick ein Fehler gewesen sei, die Wiederaufnahme des Tourismus im Sommer zuzulassen.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, und Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, nehmen an einer Pressekonferenz im Anschluss an einen EU-Videogipfel der Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten teil.
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, und Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, nehmen an einer Pressekonferenz im Anschluss an einen EU-Videogipfel der Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten teil.  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

Update, 29. Oktober, 23.30 Uhr: Von der Leyen zu Grenzschließungen: Haben alle unsere Lehren gezogen

U-Kommissionschefin Ursula von der Leyen rechnet in der zweiten Corona-Welle nicht mit Grenzschließungen an den europäischen Binnengrenzen wie im Frühjahr. 

"Ich denke, wir haben alle unsere Lehren aus dem Frühling gezogen", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag nach Videoberatungen der EU-Staats- und Regierungschefs. Zu Beginn der Krise hätten viele Länder nach innen geschaut. Aber es habe nur wenig Zeit gebraucht um zu verstehen, dass dies den Binnenmarkt beschädige. Zudem habe es die Ausbreitung des Coronavirus nicht gestoppt. Nun sei der Ansatz deutlich differenzierter, sagte von der Leyen.

Titelfoto: Armando Franca/AP/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: