Coronavirus: Noch mehr Schulden? Bundestag debattiert über Nachtragshaushalt

Deutschland/Welt - Deutschland verharrt mindestens bis zum 18. April im Lockdown. Weiterhin sollen die Menschen in Deutschland die Zahl ihrer Kontakte möglichst gering halten. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie mehr als 3,06 Millionen nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,72 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein. Insgesamt 79.234 Menschen sind hierzulande mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 14. April, 22.25 Uhr).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 153,2 (Stand 14. April, 3.09 Uhr).

Weltweit gibt es 137,84 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen mehr als 2,96 Millionen Todesfälle (Stand 14. April, 22.25 Uhr).

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Update, 14. April, 22.20 Uhr: Bundestag debattiert über Nachtragshaushalt mit neuen Corona-Schulden

Der Bundestag debattiert am Donnerstag (9.10 Uhr) darüber, ob Finanzminister Olaf Scholz (62, SPD) wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr noch mehr Schulden aufnehmen darf als ursprünglich geplant.

Scholz hat einen Nachtragshaushalt vorgelegt, in dem vor allem mehr Geld für Unternehmenshilfen und Gesundheitspolitik vorgesehen sind. Zugleich muss er niedrigere Steuereinnahmen ausgleichen. Deshalb will der Vizekanzler 60,4 Milliarden Euro mehr an Krediten aufnehmen als der Bundestag bisher genehmigt hat. Insgesamt stünde für 2021 dann eine Rekordverschuldung von 240,2 Milliarden Euro zu Buche.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (62, SPD) müssen Deutschland gemeinsam durch die Corona-Krise führen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (62, SPD) müssen Deutschland gemeinsam durch die Corona-Krise führen.  © John Macdougall/AFP POOL/dpa

Update, 14. April, 21.08 Uhr: In England sollen flächendeckend "Long-Covid"-Zentren entstehen

In England sollen flächendeckend Zentren zur Behandlung von Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung (Long Covid) geschaffen werden.

Das kündigte der Chef des englischen Gesundheitsdiensts NHS, Simon Stevens, am Mittwoch an. Bis Ende des Monats solle es bereits 83 solcher Zentren in ganz England geben. Unter Long Covid oder Post Covid werden Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung verstanden, die auch Menschen mit zunächst nur leichten Symptomen betreffen können. Unter anderem gehören dazu Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Schmerzen in der Brust und Konzentrationsprobleme.

Update, 14. April, 20.40 Uhr: Italien will mit Verteilung von Johnson & Johnson-Vakzin warten

Italien hat die Lieferungen des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson vorerst eingelagert und will mit der Verteilung auf die Entscheidung der Arzneimittelbehörden EMA und Aifa warten.

Das bestätigte das Büro des Außerordentlichen Kommissars für den Corona-Notfall am Mittwochabend. "Ich glaube, dass sie sich in den kommenden zwei bis drei Tagen äußern werden, und wir werden die Vorschriften respektieren", erklärte Kommissar Francesco Figliuolo nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in Turin.

Update, 14. April, 19.55 Uhr: Neuer Rekord - Zahl der täglichen Corona-Fälle in Türkei über 60.000

In der Türkei hat die Anzahl der täglichen Corona-Neuinfektionen ein neues Hoch erreicht. Das türkische Gesundheitsministerium meldete am Mittwochabend 62.797 neue Fälle.

Damit stieg die Zahl erstmals seit Beginn der Pandemie über 60.000. Auch die Zahl der für den Tag gemeldeten Todesfälle erreichte mit 279 den höchsten offiziell gemeldeten Wert bisher.

In dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern ist vor allem die Metropole Istanbul stark betroffen. Dort wurden in der vergangenen Woche rund 800 Fälle pro 100 000 Einwohner gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitgeteilt hatte. Die Türkische Ärztevereinigung TTB warnte zudem vor einem Kollaps des Gesundheitssystems. Krankenhäuser seien mit COVID-19-Patienten überfüllt. Selbst die zusätzlich eingerichteten Stationen reichten nicht aus, um dem Bedarf gerecht zu werden.

Angler - mal mit und mal ohne Corona-Maske - auf der Galata-Brücke in Istanbul: Die Infektionszahlen in der Türkei steigen immer weiter an.
Angler - mal mit und mal ohne Corona-Maske - auf der Galata-Brücke in Istanbul: Die Infektionszahlen in der Türkei steigen immer weiter an.  © Emrah Gurel/AP/dpa

Update, 14. April, 19.10 Uhr: Kinderschutzbund besorgt: Kinder auf Corona-Demos instrumentalisiert

Der niedersächsische Kinderschutzbund beklagt, dass Mädchen und Jungen von ihren Eltern auf Demonstrationen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen instrumentalisiert werden.

"Das ist unverantwortlich und verstößt elementar gegen das Grundrecht auf Schutz vor Gewalt", sagte der Verbandsvorsitzende Johannes Schmidt am Mittwoch. Kinder dürften nie zu politischen Zwecken missbraucht werden. Wer das mache, zerstöre die Schutzfunktion der Eltern gegenüber ihren Kindern.

Update, 14. April, 18.45 Uhr: EMA macht Risiko-Analyse zu AstraZenca-Impfstoff

Im Zusammenhang mit seltenen Fällen von Hirnthrombosen nach einer AstraZeneca-Impfung plant die Europäische Arzneimittelbehörde EMA nun eine Analyse zu Risiken und Nutzen des Corona-Impfstoffs.

Dies teilte die Behörde am Mittwoch in Amsterdam nach einem Treffen der EU-Gesundheitsminister mit. Überprüft werden sollen die allgemeinen Daten zu Impfungen und zum Verlauf der Pandemie wie Infektionsraten, Aufnahmen in Krankenhäuser, Sterblichkeit und Krankheitshäufigkeit. Die Analyse soll dann Entscheidungshilfe für nationale Gesundheitsbehörden sein. Auf diese Weise könnten sie die Risiken des Präparats im Vergleich zu den Vorzügen für das Impfprogramm einschätzen, hieß es.

Update, 14. April, 17.51 Uhr: Brasilianische Virus-Variante P1 hat Mallorca erreicht

Auf Mallorca ist nun auch erstmals die brasilianische Coronavirus-Variante P1 festgestellt worden.

Das bestätigte der Chef der Mikrobiologie von Palmas Krankenhaus Son Espases, Antonio Oliver, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Die Mutation sei am Vortag bei einer routinemäßigen genaueren Untersuchung, der sogenannten Sequenzierung, eines positiven PCR-Tests vom 29. März entdeckt worden.

Ende März sei es bei einer Sportveranstaltung auf der Insel und privaten Kontakten zu einem Infektionsherd gekommen, sagte Oliver. 49 Personen seien damals auf Corona getestet worden, neun davon positiv. Die Infizierten hätten keine oder nur leichte Krankheitssymptome aufgewiesen und einige von ihnen seien schon wieder gesundgeschrieben. Nun sollten auch die anderen acht positiven Tests daraufhin untersucht werden, ob es sich ebenfalls um P1 handelte.

Auf Mallorca ist eine weitere Variante des Coronavirus angekommen.
Auf Mallorca ist eine weitere Variante des Coronavirus angekommen.  © Clara Margais/dpa

Update, 14. April, 17.30 Uhr: Belgien lockert Corona-Regeln: Ein- und Ausreise bald wieder erlaubt

Das rheinland-pfälzische Nachbarland Belgien will einige Corona-Einschränkungen lockern. So sollen nicht zwingend notwendige Ein- und Ausreisen von Montag an wieder erlaubt sein.

Das erklärte Ministerpräsident Alexander De Croo (45) am Mittwoch nach stundenlangen Regierungsberatungen in Brüssel. Eine Woche später dürfen demnach wieder Einzelhandel ohne Terminvergabe sowie Friseure öffnen, im Freien sind dann Treffen mit zehn statt vier Personen erlaubt. Restaurants und Kneipen dürfen ihre Außenbereiche am 8. Mai nach monatelanger Pause wieder öffnen. Die nächtliche Ausgangssperre soll dann einem Versammlungsverbot weichen.

Die Infektionszahlen in Belgien sind hoch - aber rückläufig. In den vergangenen zwei Wochen wurden täglich im Schnitt 471 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus registriert. Die Zahl der Corona-Toten stieg im gleichen Zeitraum um fast 50 Prozent auf täglich durchschnittlich knapp 40.

Trotz hoher Corona-Inzidenz: In Belgien darf der Einzelhandel ab nächster Woche wieder öffnen.
Trotz hoher Corona-Inzidenz: In Belgien darf der Einzelhandel ab nächster Woche wieder öffnen.  © Kurt Desplenter/BELGA/dpa

Update, 14. April, 17.06 Uhr: Tschechien will Dänemark AstraZeneca-Dosen abkaufen

Nach der Abkehr Dänemarks vom Corona-Impfstoff von AstraZeneca hat Tschechien Interesse an den übrig bleibenden Dosen bekundet.

"Wir sind bereit, AstraZeneca von Dänemark abzukaufen", schrieb Innenminister Jan Hamacek am Mittwoch bei Twitter. Unklar war indes, ob ein solcher Handel nach den EU-Beschaffungsregeln überhaupt möglich ist. Hamacek leitet kommissarisch auch das Außenministerium in Prag. Man versuche, in der ganzen Welt Impfstoff zu beschaffen, betonte der Sozialdemokrat. Zu diesem Zweck werde er am Montag nach Moskau reisen, um über eventuelle Lieferungen des russischen Impfstoffs Sputnik V zu verhandeln.

Update, 14. April, 16.44 Uhr: Schweiz lockert Corona-Regeln trotz steigender Infektionszahlen

Die Schweiz lockert ihre Corona-Regeln trotz steigender Infektionszahlen ab kommendem Montag. Unter anderem dürfen Restaurantterrassen, Kinos und Fitnesszentren ab 19. April wieder öffnen, wie die Regierung am Mittwoch in Bern bekannt gab.

Auf den Terrassen gilt Sitz- und Maskenpflicht. Die Masken dürfen nur zum Verzehr abgelegt werden. "Die Zahlen steigen zwar, aber nicht sehr stark", sagte Gesundheitsminister Alain Berset. Deshalb sei die Regierung bereit, "etwas mehr Risiken einzugehen." Auf die Lockerungen hatten die Wirtschaftsverbände seit Tagen gedrungen. Die Regierung gab den Forderungen nach, obwohl die 14-Tage-Inzidenz in der Schweiz derzeit bei fast 303 liegt.

Titelfoto: John Macdougall/AFP POOL/dpa

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