Coronavirus: Norbert Röttgen spricht von schwerster Krise der EU-Geschichte

Deutschland/Welt - Die Lage rund um das Coronavirus in Deutschland hat sich in den zurückliegenden Wochen zunächst beruhigt. Das ist laut der Bundesregierung und dem RKI zwar erfreulich, jedoch noch kein Grund zur Entwarnung.

Zwei Schauspieler erinnern als französische Gendarmen die Besucher an die Maskenpflicht und die anderen Hygieneregeln im Freizeitpark Belantis. Seit dem 15. Mai dürfen in Sachsen auch die Freizeitparks wieder öffnen.
Zwei Schauspieler erinnern als französische Gendarmen die Besucher an die Maskenpflicht und die anderen Hygieneregeln im Freizeitpark Belantis. Seit dem 15. Mai dürfen in Sachsen auch die Freizeitparks wieder öffnen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Deutschland kann, mit einer Schutzmaske über Mund und Nase, größtenteils aufatmen und sich an die "Neue Normalität" gewöhnen.

Unter Auflagen (Abstand halten und Gesichtsmaske tragen) können alle Geschäfte wieder öffnen. Auch jeder Schüler und jedes Vorschulkind soll vor dem Sommer noch mindestens einmal in die Schule oder Kita gehen.

Restaurants, Cafés, Hotels und Ferienwohnungen dürfen ebenfalls unter teils erheblichen Einschränkungen wieder öffnen. Jedes Bundesland legt hierfür eigene Regeln fest. Selbst Freizeitparks und Freibäder dürfen unter strengen Voraussetzungen vielerorts wieder öffnen.

Mittlerweile gibt es 183.189 bestätigte Infektionen in Deutschland. Außerdem 8530 Todesfälle und 164.908 Genesene (Stand 31. Mai, 9.30 Uhr).

Die USA haben weiterhin weltweit die meisten Fälle - über 1,7 Millionen. 103.781 Menschen sind bereits gestorben (Stand 31. Mai, 9.30 Uhr).

Weltweit gibt es über 6 Millionen bestätigte Fälle und mehr als 369.000 Todesfälle (Stand 31. Mai, 9.30 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 31. Mai, 14.16 Uhr: Atalanta Bergamos Trainer Gasperini: Ich fürchtete den Tod

Der Trainer des italienischen Fußballclubs Atalanta Bergamo, Gian Piero Gasperini, hat in der Corona-Krise um sein Leben gebangt. Vor und nach dem Champions-League-Achtelfinale am 10. März gegen Valencia habe er sich sehr schlecht gefühlt. 

"Ich hatte kein Fieber, aber ich fühlte mich zerschlagen, als hätte ich 40 Grad", sagte Gasperini der Zeitung "Gazzetta dello Sport".

"Alle zwei Minuten fuhr ein Krankenwagen vorbei, in der Nähe gibt es ein Krankenhaus. Es schien wie im Krieg. Nachts dachte ich, was passiert mit mir? Ich kann jetzt nicht sterben, ich habe noch so viel zu tun." Später habe ein Test bestätigt, dass er sich mit Corona infiziert hatte.

Das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League von Atalanta gegen den FC Valencia am 19. Februar gilt als einer der Treiber für die verheerende Ausbreitung der Krankheit in Norditalien. Bei dem italienischen Club spielt auch der deutsche Profi Robin Gosens.

Gasperini erzählte, er habe vor zehn Tagen einen Test gemacht. "Ich habe Antikörper, aber das heißt nicht, dass ich immun bin." Der Fußballclub könnte der Stadt beim Neustart helfen. "Es braucht Zeit für Spaß und Freude auf den Plätzen", sagte der Trainer. Aber die Leute aus Bergamo seien wie "Glut unter der Asche". "Langsam aber sicher wird alles wieder so sein wie vorher."

Atalantas Cheftrainer Gian Piero Gasperini.
Atalantas Cheftrainer Gian Piero Gasperini.  © Luca Bruno/AP/dpa

Update, 31. Mai 14.01 Uhr: Schiefer Turm von Pisa wieder geöffnet - "Zeichen der Hoffnung"

Nach und nach öffnen in Italien wieder die wichtigen Wahrzeichen: In der Toskana durften Besucher nach fast drei Monaten Corona-Sperre wieder den Schiefen Turm von Pisa besichtigen. 

"Es ist ein wichtiger Tag, weil wir mit der Wiedereröffnung der Gegend beim Neustart helfen", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den Vorsitzenden des Verwaltungsamtes Primaziale Pisana, Pierfrancesco Pacini. Bei einem Flashmob gedachten zahlreiche Menschen an die Corona-Opfer und warben gleichzeitig für Besucher. 

Die Touristenströme seien "gleich Null", sagte Pacini. Wichtig sei aber ein "Zeichen des Vertrauens und der Hoffnung".

Am Montag öffnen in Rom wieder das Kolosseum und die Vatikanischen Museen. In Florenz folgen auch die Uffizien und die Galleria dell'Accademia mit Michelangelos David-Statue.

Update, 31. Mai, 13.18 Uhr: Söder liebäugelt mit Urlaub im Norden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich vorstellen, dieses Jahr in Deutschlands Norden Urlaub zu machen. 

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), und deren Amtskollege aus Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), hätten ihn schon eingeladen, sagte der CSU-Chef der "Welt am Sonntag". 

"Es wäre doch spannend, mit Daniel Günther durch das Watt zu wandern." Auf jeden Fall will Söder in Deutschland Urlaub machen, natürlich auch in Bayern. "Aber ich kann mir gut vorstellen, auch mal nach Norden an die Küste zu fahren", sagte er.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Armin Weigel/dpa

Update, 31. Mai, 12.54 Uhr: Kompletter Programmcode der Corona-Warn-App veröffentlicht

Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt. 

"Über Pfingsten haben wir alle restlichen, noch nicht veröffentlichten Quellcodes für die App auf der Entwickler-Plattform GitHub publiziert", erklärten Sprecher der Deutschen Telekom und der SAP AG. Damit seien alle Codes der vollständigen App für die Experten-Community einsehbar.

Update, 31. Mai, 12.35 Uhr: Vor Corona-Lockerungen: Russland überschreitet Marke von 400 000

In Russland ist die Zahl der Corona-Infizierten kurz vor geplanten größeren Lockerungen auf über 400 000 gestiegen. Die amtliche Statistik wies am Sonntag 9268 neue Fälle aus. Die Gesamtzahl stieg damit auf 405 843, darunter nach offiziellen Angaben 4693 Todesfälle. 

Ungeachtet massiv steigender Zahlen beginnt an diesem Montag in Russland eine größere Lockerungswelle. Erstmals seit mehr als zwei Monaten Ausgangssperre sind in Moskau - Europas größter Stadt - wieder Spaziergänge an einzelnen Tagen und Frühsport im Freien erlaubt. Verschärft wird allerdings der Maskenzwang.

Mund- und Nasenschutz sind dann nicht mehr nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln Pflicht, sondern auch auf der Straße. In der russischen Hauptstadt werden erstmals wieder Geschäfte und Einkaufszentren sowie Dienstleistungsbetriebe wie Reparaturwerkstätten und Reinigungen unter strengen Hygienevorschriften geöffnet. 

Dadurch können 300 000 Menschen wieder zur Arbeit. Friseure und Gaststätten bleiben geschlossen.

Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln sind weiter nur mit einem von der Stadt ausgegebenen elektronischen Passierschein erlaubt. Zudem ist das Tragen von Handschuhen vorgeschrieben. Auch in vielen anderen Teilen Russlands sind massive Lockerungen geplant.

Wladimir Putin (l), Präsident von Russland.
Wladimir Putin (l), Präsident von Russland.  © Alexei Druzhinin/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa

Kremlchef Wladimir Putin hatte trotz immer neuer Höchststände bei den Todes- und Infektionszahlen erklärt, dass sich die Lage stabilisiert habe. Vor allem der Druck seitens der Wirtschaft war groß, Produktion und Handel wieder zuzulassen.

Russland steckte schon vor der Pandemie in einer Wirtschaftskrise. Die Kritik an der russischen Politik im Kampf gegen Corona nimmt zu. In sozialen Netzwerken beklagen Bürger millionenfach ein Durcheinander an Regelungen und Chaos bei der Verhängung von Strafen wegen Verstößen gegen Vorschriften.

Update, 31. Mai, 12.26 Uhr: Neuanstieg von Corona-Infektionen: Netanjahu mahnt Israelis

Angesichts eines Neuanstiegs von Corona-Infektionen in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Bürger des Landes zu mehr Disziplin gemahnt. 

Zum Auftakt einer Kabinettssitzung in Jerusalem sagte Netanjahu am Sonntag: "Es gibt in den letzten Tagen einen Anstieg der Erkrankungen, begleitet von einer Aufweichung der Disziplin."

Als neue Infektionsherde in Israel zeichnen sich vor allem Schulen ab. Nach Angaben des Bildungsministeriums sind bereits 17 Kindergärten und Schulen wegen Corona-Neuerkrankungen wieder geschlossen worden. Die meisten neuen Fälle gab es an einem Jerusalemer Gymnasium, wo mehr als 100 Lehrer und Schüler erkrankt sind. Nach Medienberichten hatte dort ein einzelner "Superspreader" die anderen infiziert.

"Es besteht kein Zweifel, dass es einen Anstieg gibt im Vergleich zu dem, was wir in den letzten Wochen gesehen haben", sagte Netanjahu. "Die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden." Man müsse nun feststellen, ob es einen echten Trendwechsel gebe. 

"Wir werden in den nächsten Tagen unsere Schritte abwägen, und wenn notwendig werden wir die Politik dementsprechend ändern." Netanjahu appellierte an die Israelis, weiter Masken zu tragen, einen Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten und die Hygieneregeln einzuhalten.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu.
Der israelische Premier Benjamin Netanjahu.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

Update, 31. Mai, 12.17 Uhr: Papst: Müssen Chance aus Corona-Krise nutzen

Papst Franziskus hat in der Corona-Pandemie einen Neuanfang für ein gerechteres Leben gefordert. Narzissmus, Pessimismus und Selbstmitleid seien Gefahren, diese Chance zu verspielen. 

"Schlimmer als die gegenwärtige Krise wäre nur, wenn wir die Chance, die sie birgt, ungenutzt verstreichen ließen und uns in uns selbst verschlössen", sagte der Pontifex am Sonntag bei der Pfingstmesse im Petersdom in Rom.

In der Pandemie sei der "Rückzug auf die eigenen Bedürfnisse, die Gleichgültigkeit gegenüber den Bedürfnissen anderer, das Nichteingestehen der eigenen Fehler und Schwächen" besonders schlimm. Die Menschen müssten sich aus der "Lähmung des Egoismus" befreien.

Franziskus hat in der Corona-Krise immer wieder eine Besinnung auf mehr Gerechtigkeit gefordert. Auch warnte er davor, dass viele Menschen in der Krise in die Armut rutschen würden.

Papst Franziskus hat in der Corona-Pandemie einen Neuanfang für ein gerechteres Leben gefordert.
Papst Franziskus hat in der Corona-Pandemie einen Neuanfang für ein gerechteres Leben gefordert.  © Alessandra Tarantino/AP/dpa

Update, 31. Mai, 11.17 Uhr: Coronavirus nach 24 Stunden auf Karton nachgewiesen: Kann man sich beim Lesen einer Zeitung infizieren?

Eine Zeitung, die beim Bäcker ausliegt, geht durch viele Hände. Vor dem Auftreten des Coronavirus war das kein Problem. Aber jetzt? Kann ich mich beim Lesen über das Papier infizieren? Ein Faktencheck.

BEHAUPTUNG: Druckerzeugnisse wie Bücher, Zeitschriften und Zeitungen übertragen das Coronavirus.

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Eine Frau liest eine Zeitung am Frühstückstisch. Eine Zeitung, die beim Bäcker ausliegt, geht durch viele Hände. Vor dem Auftreten des Coronavirus war das kein Problem. Aber jetzt? Kann ich mich beim Lesen über das Papier infizieren?
Eine Frau liest eine Zeitung am Frühstückstisch. Eine Zeitung, die beim Bäcker ausliegt, geht durch viele Hände. Vor dem Auftreten des Coronavirus war das kein Problem. Aber jetzt? Kann ich mich beim Lesen über das Papier infizieren?  © Fabian Strauch/dpa

Update, 31. Mai, 11.05 Uhr: Röttgen spricht von der schwersten Krise der EU-Geschichte

Der Vorsitzende des Auswärtigen Bundestagsausschusses, Norbert Röttgen, sieht die Europäische Union in der Corona-Krise in der "schwersten Krise ihrer Geschichte". 

Die Pandemie verstärke die "noch nicht völlig überwundenen Folgen der Eurokrise wieder" und könnte zudem zu einer "neuen Quelle der Migration" werden, sagte Röttgen "Zeit Online". Er hoffe aber auf einen positiven Effekt: "Wenn wir uns rational und solidarisch verhalten und so die Krise meistern, wird sie uns zusammenschweißen."

Röttgen ist auch einer der Bewerber um den CDU-Parteivorsitz, über den auf einem Parteitag im Dezember entschieden wird. Er verteidigte die Position Deutschlands und Frankreichs sowie der EU-Kommission, besonders Corona-betroffene Staaten auch mit direkten Zuschüssen statt Krediten zu unterstützen. In seiner Partei gibt es Kritik daran. 

"Niemand kann ernsthaft bestreiten, dass das große Problem von Italien und Spanien zu viele Kredite sind", erklärte Röttgen. Würden beide sich nun "nach Jahren der Austerität von den anderen Europäern im Stich gelassen" fühlen, "wären wir dem Scheitern der EU ganz nah".

Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.
Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Röttgen distanzierte sich von seinem Mitbewerber um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, der Italien vorgeworfen hatte zu versuchen, "im Windschatten von Corona zu unbegrenzten Refinanzierungsmöglichkeiten für seinen Staatshaushalt zu kommen". "Das war eine unglückliche Äußerung", sagte Röttgen. 

"Unsere DNA ist Europa. Wenn wir uns nicht mehr so verstehen würden, dann wären wir nicht mehr die CDU, wie sie gegründet wurde."

Update, 31. Mai, 10.25 Uhr: Athen öffnet Hotels, Freilichtkinos und Volksschulen

Griechenland macht die nächsten Schritte zum Neustart sämtlicher Wirtschaftsbereiche und des sozialen Lebens: Am Montag dürfen Hotels, die vor der Krise im ganzen Jahr geöffnet hatten, wieder Gäste empfangen. Die Saisonhotels sollen erst am 15. Juni öffnen, berichtete das Staatsfernsehen (ERT) am Sonntag. 

Am gleichen Tag sollen - nach den Gymnasien vor zwei Wochen - auch alle Volksschulen wieder öffnen. Zudem werden am Montagabend die im Tourismusland beliebten Freilichtkinos öffnen. 

Tavernen, Bars und Badestrände sind bereits seit zwei Wochen wieder für Besucher zugänglich. Am nächsten Wochenende soll auch die Fußballmeisterschaft wieder starten.

Athen hatte bereits am Freitag angekündigt, dass Touristen und Reisende aus 29 Staaten ab dem 15. Juni ohne Quarantänepflicht nach Griechenland kommen dürfen - darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Großbritannien, das neben Deutschland das wichtigste Urlauberland für Griechenland ist, ist nicht auf der Liste der ersten Staaten, für die keine Quarantänepflicht mehr gilt. Auch Italien und Frankreich sind vorerst nicht dabei. Am 1. Juli will Athen erneut die Corona-Lage in anderen Staaten prüfen die Liste ergänzen, wie das Tourismusministerium mitteilte.

Menschen sitzen an Tischen im Außenbereich eines Restaurants am Monastiraki-Platz. Athen hat angekündigt, den Tourismus aus dem Ausland neu starten zu wollen.
Menschen sitzen an Tischen im Außenbereich eines Restaurants am Monastiraki-Platz. Athen hat angekündigt, den Tourismus aus dem Ausland neu starten zu wollen.  © Marios Lolos/XinHua/dpa

Update, 31. Mai, 10 Uhr: Tempelberg in Jerusalem wieder geöffnet - Mehrere Schulen geschlossen

Im Zuge der Corona-Lockerungen ist der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) in Jerusalems Altstadt am Sonntag wieder geöffnet worden. Hunderte von gläubigen Muslimen besuchten die heilige Stätte nach Medienberichten. 

Aus Sorge vor Unruhen seien Sicherheitskräfte einen Tag nach der Tötung eines unbewaffneten Palästinensers durch israelische Polizisten in erhöhter Alarmbereitschaft, berichtete das israelische Fernsehen.

Der tödliche Vorfall löste in Israel und den Palästinensergebieten Empörung aus.

Die Al-Aksa-Moschee in Jerusalems Altstadt, die drittheiligste Stätte des Islams, war Mitte März wegen der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen worden. Juden ist der Tempelberg ebenfalls heilig.

Ungeachtet einer Welle neuer Infektionen mit dem Coronavirus an mehreren Schulen soll Israels Schulsystem vorerst geöffnet bleiben. Mehrere Schulen wurden jedoch geschlossen, darunter ein Jerusalemer Gymnasium, nachdem dort mehr als 100 Schüler und Lehrkräfte infiziert worden waren.

In Israel ist die Corona-Pandemie bisher relativ glimpflich verlaufen. Vor einem Monat hatte die schrittweise Öffnung von Schulen begonnen. Experten befürchten jedoch angesichts eines Anstiegs von Neuinfektionen eine zweite Erkrankungswelle. 

Zum Ramadan war der Tempelberg noch geschlossen.
Zum Ramadan war der Tempelberg noch geschlossen.  © Ilia Yefimovich/dpa

Update, 31. Mai, 9.39 Uhr: 160 Personen in Quarantäne nach Corona-Ausbruch in Göttingen

Nach einem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit mehreren Feiern in Göttingen befinden sich 160 Menschen in Quarantäne, darunter 57 Kinder und Jugendliche. Wie die Stadt mit Stand Samstagabend mitteilte, sind bislang 35 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. 

Eine Person sei schwer erkrankt und befinde sich in stationärer Behandlung. Alle Kontaktpersonen sollen auf das Virus getestet werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

Die Infektionen erfolgten bei mehreren größeren privaten Feiern. Nach Angaben der Stadt sind die Betroffenen zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien. Sie stammen aus Göttingen und Umgebung. Aus Datenschutzgründen macht die Stadt keine weiteren Angaben zu den Betroffenen. 

Die Menschen haben sich wahrscheinlich am vergangenen Wochenende angesteckt.

Nach einem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit mehreren Feiern in Göttingen befinden sich 160 Menschen in Quarantäne, darunter 57 Kinder und Jugendliche.
Nach einem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit mehreren Feiern in Göttingen befinden sich 160 Menschen in Quarantäne, darunter 57 Kinder und Jugendliche.  © Swen Pförtner/dpa

Update, 31. Mai, 8.40 Uhr: Experte: Corona-Krise deckt große Defizite bei Digitalisierung auf

Der Wirtschaftsexperte Frank Riemensperger hat vor milliardenschweren Hilfen für die Autoindustrie zulasten der Digitalisierung gewarnt. Die Corona-Krise hat laut dem Deutschland-Chef der Unternehmensberatung Accenture deutliche Defizite bei der Digitalisierung in Deutschland aufgezeigt. 

"Im Vergleich zu anderen Ländern sind wir in der digitalen Infrastruktur fünf bis zehn Jahre zurück", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Riemensperger sieht die Politik in der Verantwortung: "Das ist eine Frage der Industrie- und der Wirtschaftspolitik. Subventioniert man den Kauf von Autos oder subventioniert man die Digitalisierung von 10 000 Unternehmen in Deutschland."

Gerade die Autoindustrie liefere ein Beispiel für die Defizite: "Da kann man sehen, was es bedeutet, wenn man die Digitalisierung teilweise verschlafen hat." Die Branche habe es besonders getroffen, weil die Abhängigkeit vom direkten Kundenkontakt groß sei. 

"Autos werden hierzulande noch immer über Autohäuser verkauft." Riemensperger sprach sich nicht gegen Hilfen für die Autoindustrie aus: "Aber ich glaube, es wäre schlau, nicht das ganze Geld dorthin zu geben."

Der Wirtschaftsexperte Frank Riemensperger hat vor milliardenschweren Hilfen für die Autoindustrie zulasten der Digitalisierung gewarnt.
Der Wirtschaftsexperte Frank Riemensperger hat vor milliardenschweren Hilfen für die Autoindustrie zulasten der Digitalisierung gewarnt.  © Carmen Jaspersen/dpa

Die Krise habe gleichzeitig gezeigt: "Deutschland kann analog", so Riemensperger. "Das Gesundheitssystem hat funktioniert, Gesundheitsämter haben mit einem riesigen Aufwand Infektionsketten nachvollzogen, den Menschen nachtelefoniert. Wir sind sortiert im Analogen. Es wäre so einfach, das auf eine digitale Ebene zu heben. Nur anscheinend scheut sich dieses Land."

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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