Coronavirus im Norden: Weitere Lockerungen betreffen auch Freizeitparks

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - doch auch im Norden steigen die Infektionszahlen nur noch langsam an. 

Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.
Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5110 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3095 Fälle bekannt, in Bremen 1348, in Mecklenburg-Vorpommern 766 und in Niedersachsen 11.893. (Stand 5. Juni, 16 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 5. Juni, 20.07 Uhr: Weitere Kontaktpersonen von Priester in MV mit Coronavirus infiziert

Rostock - Ein mit dem Coronavirus infizierter katholischer Priester in Vorpommern hat weitere Menschen angesteckt. 

Bei sechs Tests von Kontaktpersonen ist bislang das Coronavirus nachgewiesen worden, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock am Freitagabend mitteilte. 

120 Abstriche seien bisher untersucht worden.

Update, 5. Juni, 17.05 Uhr: Tagestouristen dürfen weiterhin nicht auf Ostfriesische Inseln

Norderney - Während in der neuen Woche weitere Corona-Lockerungen in Niedersachsen in Kraft treten, wollen die Ostfriesischen Inseln am Zugangsverbot für Tagestouristen festhalten. 

Der Landkreis Wittmund veröffentlichte am Freitag eine Allgemeinverfügung, wonach auf Langeoog und Spiekeroog bis 22. Juni der Aufenthalt von Touristen für nur einen Tag ohne Übernachtung untersagt bleibt. Die Inseln seien sich da einig, sagte Bürgermeister Jürgen Akkermann (parteilos) auf Borkum.

"Das Problem beim Tagestourismus ist, dass Infektionsketten nicht nachvollziehbar sind", erklärte der Bürgermeister der Stadt Norderney, Frank Ulrichs (parteilos). Bei gutem Wetter kommen mitunter rund 10.000 Tagestouristen auf die Insel.

Update, 5. Juni, 16.53 Uhr: Weitere Corona-Lockerungen für Schleswig-Holstein beschlossen

Freizeitparks in Schleswig-Holstein dürfen wieder Besucher empfangen. (Archivbild)
Freizeitparks in Schleswig-Holstein dürfen wieder Besucher empfangen. (Archivbild)  © Angelika Warmuth/dpa

Kiel - In Schleswig-Holstein sind von Montag an wieder Besuche in Schwimmbädern, Saunen und Freizeitparks möglich. Auch Hallenbäder dürfen mit entsprechenden Konzepten und Auflagen wieder öffnen. 

Das beschloss die Landesregierung am Freitag in Kiel, die damit Beschlüsse der Koalitionsspitzen vom Dienstag umsetzte. Von Montag an sind auch Zusammenkünfte von bis zu zehn Personen sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum wieder zulässig - ohne die Beschränkung auf zwei Familien. 

Und touristische Anbieter dürfen Busreisen - etwa Ausflugsfahrten - wieder anbieten. Die Belegung ist auf 50 Prozent der Sitzplätze begrenzt. Mund-Nasen-Bedeckungen sind ebenfalls zu tragen.

Die Maskenpflicht im öffentlichen Raum, die vor allem den öffentlichen Nahverkehr sowie Einkäufe betrifft, bleibt bestehen. Die Nutzung von sanitären Gemeinschaftseinrichtungen und Sammelumkleiden, beispielsweise auf Campingplätzen oder in Sporteinrichtungen, ist mit entsprechenden Hygienekonzepten wieder möglich.

Zudem gibt es ab dem 15. Juni Erleichterungen für Bewohner sowie Besuchende von Einrichtungen der Pflege und der Eingliederungshilfe. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) erläuterte, dass die Einrichtungen ab 15. Juni verpflichtet seien, entsprechende Besuchskonzepte zu erstellen, die das Recht auf Besuche in der Praxis besser umsetzen.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) appellierte an die Bürger: "Jeder Mensch in Schleswig-Holstein kann dazu beitragen, dass wir den Weg zurück zur Normalität fortsetzten können. Halten Sie weiterhin Abstand wo es möglich ist, beachten Sie Hygieneregeln und schützen damit sich und andere." 

Und er betonte: "Wir befinden uns weiterhin in einer Pandemie." Günther dankte allen, die Rücksicht nehmen und damit helfen, "dass wir Schritt für Schritt in unser gewohntes Leben zurückkehren können". Ein wichtiger Gradmesser für erforderliche Maßnahmen bleib die Entwicklung der Infektionszahlen. "Abhängig davon sind auch zukünftig Lockerungen, aber auch Verschärfungen möglich", sagte der Regierungschef.

Der Hansa-Park wird am Montag noch nicht öffnen. Man werde aber voraussichtlich am Montagabend den Termin des Saisonstarts mitteilen können, teilten die Betreiber des Vergnügungsparks in Sierksdorf (Kreis Ostholstein) am Freitag mit. 

Das Campusbad in Flensburg plant die Öffnung seines Sportbades für die Öffentlichkeit für den 10. Juni. Das Freizeitbad soll am 12. Juni wiedereröffnen.

Update, 5. Juni, 16.27 Uhr: Busreise zu touristischen Zwecken in Schleswig-Holstein erlaubt

Kiel - Schleswig-Holstein hat seine Corona-Auflagen weiter gelockert. Von Montag an dürfen touristische Anbieter wieder Busreisen, also etwa Ausflugsfahrten, anbieten. 

Dies gilt bei einer Belegung von maximal 50 Prozent der Sitzplätze, beschloss die Landesregierung am Freitag.

Update, 5. Juni, 16 Uhr: Drei neue Corona-Neuinfektionen im Nordosten

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag drei neue Infektionen mit dem Covid-19-Virus gemeldet worden. Damit stieg die Zahl insgesamt auf 766 (Stand 15.15 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock mitteilte. Die neuen Fälle wurden in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen sowie in Schwerin nachgewiesen.

Die Zahl der Menschen im Nordosten, die im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung starben, blieb konstant bei 20. Die meisten Infektionen wurden mit 138 aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald gemeldet, gefolgt von der Mecklenburgischen Seenplatte mit 124 Fällen.

730 der Infizierten gelten als genesen. 112 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 19 davon auf einer Intensivstation. 

Update, 5. Juni, 14.30 Uhr: Von Pein fordert Distanzierung von Corona-Verschwörungstheorien

Kiel - Der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein hat eine deutliche Distanzierung von Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gefordert. 

"Es spricht in vielen Fällen für ein demokratisches Bewusstsein, wenn Menschen ihre Befürchtungen auf die Straße tragen", sagte Pein am Freitag. "Jedoch muss dort eine Grenze gezogen werden, wo die Ablehnung demokratischer Institutionen, die Verbreitung von Verschwörungserzählungen und Gewaltaufrufe propagiert werden."

In einem Antrag für die Juni-Tagung des Landtags forderte der Sprecher der SPD-Fraktion gegen Rechtsextremismus eine Aufklärungskampagne und mehr politische Bildung. Der Landtag soll verurteilen, "dass die sogenannten 'Hygiene-Demos', bei denen Menschen ihre Sorgen zum Ausdruck bringen, teilweise missbraucht werden, um eine grundsätzliche Ablehnung demokratischer Institutionen, die Verbreitung von Verschwörungserzählungen, die Abqualifizierung medizinischer Fachkompetenz, rechtspopulistische Stimmungsmache und Aufrufe zu 'Widerstand' und Gewalt zu propagieren".

Verschwörungserzählungen seien gefährlich und müssten widerlegt werden, sagte Pein. "Die Landesregierung muss die zum Teil vorgetragene Demokratiefeindlichkeit im Blick haben und sich deutlicher als in den vergangenen Wochen davon abgrenzen." 

Auch in Schleswig-Holstein hatte es in den vergangenen Wochen Demonstrationen gegen Corona-Auflagen gegeben.

Update, 5. Juni, 14.10 Uhr: Vier neue Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg - Die Zahl der in Hamburg positiv auf das neuartige Corona-Virus Getesteten ist seit Donnerstag um vier auf 5110 gestiegen. Das teilte die Gesundheitsbehörde am Freitag auf ihrer Homepage mit. 

Laut Robert Koch-Institut (RKI) können rund 4800 der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten inzwischen als genesen betrachtet werden.

Unverändert 253 Erkrankte sind in Hamburg nach Angaben des RKI gestorben. Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf konnte laut Gesundheitsbehörde bislang bei 226 Personen eine Sars-CoV-2-Infektion als Todesursache feststellen.

Den Angaben zufolge wurden ebenfalls unverändert 37 Corona-Infizierte aus der Stadt und dem Umland stationär in Hamburger Krankenhäusern behandelt, davon 19 auf Intensivstationen.

Mit 1,9 Neuinfizierten pro 100.000 Menschen in Hamburg in den vergangenen sieben Tagen liegt der Wert derzeit weit unter dem Grenzwert von möglichen 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ab dem der Senat über erneute Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beraten müsste.

Update, 5. Juni, 13.14 Uhr: Aida setzt USA- und Kanada-Reisen für 2020 aus

Die Kreuzfahrtschiffe AIDAaura (l) und AIDAcara liegen am Fährterminal Steinwerder.
Die Kreuzfahrtschiffe AIDAaura (l) und AIDAcara liegen am Fährterminal Steinwerder.  © Markus Scholz/dpa

Rostock – Das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen Aida hat seine für dieses Jahr geplanten Reisen mit Zielen in den USA und Kanada ausgesetzt. 

"Als Folge der anhaltenden Auswirkungen des Coronavirus sind derzeit die Bedingungen für internationale Reisen mit Ziel USA und Kanada noch nicht gegeben. 

In Kanada sind Kreuzfahrtanläufe bis Ende Oktober 2020 nicht möglich, in den USA gilt bis auf weiteres ein Einreisestopp für Europäer", teilte das Unternehmen am Freitag in Rostock mit. Es seien Reisen mit den Schiffen "Aidadiva" und "Aidaluna" geplant gewesen.

Wegen der Corona-Pandemie hatte Aida Cruises bereits alle Fahrten auf den 14 Schiffen ihrer Flotte bis 31. Juli abgesagt. Für Gäste aller abgesagten Reisen werde der bereits gezahlte Reisepreis als Guthaben plus einem zehnprozentigen Bonus zurückgelegt. 

Dieses Guthaben könne bei Buchungen bis Ende 2021 eingesetzt werden. Gästen, die dieses Angebot nicht in Anspruch nehmen möchten, werde der Reisepreis in Höhe der bereits geleisteten Zahlung erstattet.

Zudem hatte Aida Cruises bereits Mitte Mai Kurzarbeit für rund 800 Mitarbeiter am Standort Rostock angemeldet. Wie Sprecher Hansjörg Kunze am Freitag sagte, werde auch die Möglichkeit geprüft, ob die von der KfW angebotenen, verzinslichen Kreditprogramme für das Unternehmen in Frage kommen. 

"Zu der möglichen Kredithöhe und weiteren Einzelheiten machen wir keine Angaben." Die "Schweriner Volkszeitung" (Freitag) hatte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zitiert, dass Aida voraussichtlich Hilfen von 500 Millionen Euro benötigen werde.

Update, 5. Juni, 13.12 Uhr: Priester mit vielen Kontakten positiv auf Corona getestet

Rostock/Stralsund – Ein katholischer Priester aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist nach Angaben seiner Kirchengemeinde positiv auf das Covid-19-Virus getestet worden. Die Pfarrei St. Bernhard hat auf ihrer Internetseite bis zum 12. Juni alle Gottesdienste in Stralsund und Demmin abgesagt.

Der Mann hatte sehr viele Kontakte zu Menschen, etwa bei Gottesdiensten in Demmin, Stralsund und Grimmen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock am Freitag mitteilte. Die Gesundheitsämter der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald hätten Kontaktpersonen ermittelt und informiert, etwa über Listen, in die sich Gottesdienstbesucher eintragen. Für enge Kontaktpersonen des Mannes seien Quarantäne-Maßnahmen verhängt worden. Außerdem laufen dem Amt zufolge umfangreiche Umgebungsuntersuchungen.

Bisher ist laut Lagus eine weitere Infektion bei einer Kontaktperson aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen bekannt. Zahlreiche andere Menschen warten noch auf ihre Testergebnisse. Die Labor-Ergebnisse der etwa 130 Abstriche sollen laut Lagus am Freitagabend oder am Samstag vorliegen.

Wie der Landkreis Vorpommern-Rügen mitteilte, wurde der Priester am Donnerstag positiv getestet. Am Freitag seien 24 Menschen in Grimmen und 52 in Stralsund zu Tests auf das Virus aufgerufen. Bislang wurden demnach 12 Personen vorsorglich in häusliche Isolation geschickt. Zuvor hatte es den jüngsten Corona-Fall im Landkreis Vorpommern-Rügen am 30. April gegeben.

Update, 5. Juni, 13 Uhr: Wiesenhof-Mitarbeiterin positiv auf Covid-19 getestet

Geflügelfleisch wird in den Produktionshallen des Geflügelproduzenten Wiesenhof verarbeitet.
Geflügelfleisch wird in den Produktionshallen des Geflügelproduzenten Wiesenhof verarbeitet.  © picture alliance / Friso Gentsch/dpa

Vechta/Lohne – Eine Mitarbeiterin des Schlacht- und Zerlegebetriebs Oldenburger Geflügelspezialitäten in Lohne ("Wiesenhof") ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Nach Angaben des Landkreises Vechta vom Freitag befindet sich die Frau in Quarantäne. Sie zeige keine Symptome und sei in einer Privatwohnung untergebracht, nicht in einer Sammelunterkunft. 

Auch für Angehörige und enge Kontaktpersonen wurde eine Quarantäne angeordnet. Insgesamt lagen am Freitag 581 Testergebnisse aus dem Betrieb vor. Die noch ausstehenden Ergebnisse sollen am Samstag vorliegen.

Die Frau wurde zusammen mit ihren Arbeitskollegen im Zusammenhang mit den vom Land angeordneten Reihenuntersuchungen für Mitarbeiter der Fleischindustrie getestet. Die Testergebnisse der Arbeitskollegen seien allesamt negativ. 

Sicherheitshalber seien sie nach dem positiven Testergebnis aber nochmals auf das Virus untersucht worden, um auszuschließen, dass sie sich in der Zwischenzeit infiziert haben, erklärte der Landkreis.

Die Frau habe sich wahrscheinlich bei einem privaten Treffen in einem anderen Landkreis angesteckt, nicht auf der Arbeit. Der Fall zeige, wie wichtig die Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln auch im privaten Bereich sei, sagte der Landrat Vechtas, Herbert Winkel (CDU).

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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