Coronavirus im Norden: Dänemark schließt Grenze für Deutschland

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an. Experten warnen vor einer zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 11.042 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 6520 Fälle bekannt, in Bremen 3375, in Mecklenburg-Vorpommern 1726 und in Niedersachsen 27.239. (Stand 24. Oktober, 7.30 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 24. Oktober, 7.38 Uhr: Zahl der Verwaltungsgerichtsverfahren zu Corona-Maßnahmen steigt

Die Zahl der Verfahren zu Corona-Schutzmaßnahmen steigt im Vergleich zum Spätsommer wieder.
Die Zahl der Verfahren zu Corona-Schutzmaßnahmen steigt im Vergleich zum Spätsommer wieder.  © picture alliance / dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hamburg – Ob Maskenpflicht oder Quarantäne-Anordnung: Die Zahl der Verfahren vor dem Hamburger Verwaltungsgericht hat im Vergleich zum Spätsommer wieder deutlich zugenommen. 

Das sagte Gerichtssprecher Max Plog der Deutschen Presse-Agentur. Die kurzfristige Befassung mit den vielfältigen und komplexen Fragestellungen sei sehr arbeitsintensiv und wirke sich auf die Erledigung anderer Aufgaben aus.

"Zu beobachten ist, dass seit Beginn des Monats Oktober die Frequenz der Neueingänge auf Corona-Maßnahmen bezogener Anträge und damit der Anzahl an Gerichtsverfahren, insbesondere Eilverfahren, deutlich schneller steigt als in den Sommermonaten", sagte Plog. 

In diesem Monat mit Stand 23. Oktober seien bereits zwölf Eilanträge beim Verwaltungsgericht eingegangen. Im gesamten Monat Juli seien dagegen drei auf Corona-Maßnahmen bezogene Eilanträge eingegangen, im Monat August lediglich fünf.

Der rot-grüne Senat hatte angesichts steigender Corona-Zahlen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus noch einmal verschärft. Die Stadt Hamburg gilt seit Freitag offiziell als Corona-Risikogebiet.

Beim Verwaltungsgericht Hamburg sind den Angaben zufolge in der Corona-Krise bisher 120 Eilverfahren und 33 Hauptsacheverfahren zu Maßnahmen oder Verboten eingegangen. Diese seien ganz überwiegend auch bereits erledigt, sagte der Gerichtssprecher. 

In 20 Fällen sei ein Beschwerdeverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht durchgeführt worden. "Erstinstanzlich sind vor dem Oberverwaltungsgericht zudem acht Eilverfahren und vier Hauptsacheverfahren anhängig gemacht worden", sagte Plog.

Update, 24. Oktober, 7.35 Uhr: In Schleswig-Holstein tritt verschärfte Maskenpflicht in Kraft

Kiel – Wegen der schnell steigenden Corona-Zahlen gilt in Schleswig-Holstein seit Samstag eine ausgeweitete Maskenpflicht. Es gibt schärfere Regeln in Restaurants, im Handel und auf Märkten. 

In Neumünster wurde der verkaufsoffene Sonntag abgesagt. Nach dem Corona-Ausbruch in einem Hotel in Timmendorfer Strand mit 37 coronainfizierten Mitarbeitern erließ der Kreis Ostholstein am Freitag eine Maskenpflicht und andere Beschränkungen für das Ostseebad. Auf besonders frequentierten Straßen und Plätzen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die vier Kreise Ostholstein, Dithmarschen, Stormarn und Pinneberg sowie die Stadt Neumünster haben schärfere Corona-Maßnahmen ergreifen müssen, weil der entscheidende Wert von 35 Infektionen berechnet auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde. In Pinneberg tritt die neue Allgemeinverordnung am Samstag in Kraft. In den drei anderen Kreisen und in Neumünster gelten bereits die verschärften Maßnahmen.

Dänemark hat deutschen Urlaubern weitgehend die Einreise untersagt. Diese Regelung tritt in der Nacht zum Samstag um Mitternacht in Kraft. Schleswig-Holstein ist allerdings ausgenommen solange im nördlichsten Bundesland der Inzidenzwert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten 7 Tagen unter 30 liegt. 

Stand Freitag 8.10 Uhr betrug nach Angaben des Robert Koch-Instituts der Inzidenzwert in Schleswig-Holstein 25,6 und in ganz Deutschland im Durchschnitt 60,3. Innerhalb eines Monats hat sich der Inzidenzwert in Schleswig-Holstein fast vervierfacht.

Update, 24. Oktober, 7.30 Uhr: Einreise nach Dänemark nur noch mit triftigem Grund erlaubt

Autos fahren zum deutsch-dänischen Grenzübergang in Richtung Norden.
Autos fahren zum deutsch-dänischen Grenzübergang in Richtung Norden.  © Carsten Rehder/dpa

Kopenhagen – Die Einreise von Deutschland nach Dänemark ist seit Samstag, 0 Uhr, nur noch eingeschränkt möglich. 

Aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen hat das Nachbarland im Norden Deutschland zum Risikoland erklärt.

 Das bedeutet, dass nur noch Einreisen kann, wer einen triftigen Grund nachweisen kann. Das kann zum Beispiel ein Verwandtenbesuch, ein Vorstellungsgespräch oder eine Beerdigung sein.

Auch Berufspendler und Studenten dürfen weiter einreisen. Ausnahmen gelten außerdem für die Bewohner Schleswig-Holsteins und für Besitzer eines Ferienhauses. Den triftigen Grund muss man an der Grenze angeben.

Update, 24. Oktober, 7.27 Uhr: 236 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein gemeldet

Kiel – Innerhalb eines Tages wurden in Schleswig-Holstein 236 neue Corona-Fälle gemeldet. 

Insgesamt haben sich somit 6520 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand vom Freitagabend mitteilte. 

Am Vortag waren noch 136 Neuinfektionen gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb unverändert bei 164. 51 Covid-19-Patienten werden den Angaben zufolge momentan in Krankenhäusern behandelt. 

Das sind acht mehr als noch am Vortag. Rund 5100 Menschen in Schleswig-Holstein gelten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts als genesen.

Update, 23. Oktober, 18.33 Uhr: Strengere Corona-Regeln für ganz Dithmarschen

Heide - Wegen weiter schnell steigender Corona-Zahlen weitet der Kreis Dithmarschen von diesem Samstag an seine bisher nur für die Stadt Heide geltenden verschärften Maßnahmen auf das gesamte Kreisgebiet aus. 

Mit 16 Neuinfektionen am Freitag überschreite der Kreis den vierten Tag in Folge den sogenannten Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen, teilte der Kreis mit. Am Freitag betrug den Angaben zufolge der Inzidenzwert 47,30.

Unter anderem muss ab Samstag kreisweit in bestimmten öffentlichen Bereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. 

Zudem gilt eine Sperrstunde für Gastronomiebetriebe von 23 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag sowie eine Begrenzung der Teilnehmerzahlen für Veranstaltungen im öffentlichen und privaten Raum sowie für die Sportausübung innerhalb und außerhalb von Sportanlagen.

Update, 23. Oktober, 17.44 Uhr: Hamburger Gericht hält Beherbergungsverbot aufrecht

Hamburg - Das Hamburgische Verwaltungsgericht hat am Freitag eine Beschwerde gegen das Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Risikogebieten ohne Negativtest zurückgewiesen. 

Eine Hostelkette mit vier Standorten in Hamburg hatte sich mit einem Eilantrag gegen die sogenannte Touristenregelung gewandt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Das Verwaltungsgericht habe zwar gewisse Bedenken, ob die Beschränkung in der Corona-Eindämmungsverordnung ausreichend durch das Infektionsschutzgesetz gerechtfertigt und angemessen sei. 

Im Hinblick auf die gegenwärtig erhöhte Gefahrenlage und nach einer Abwägung der Folgen habe das Gericht die Beschwerde aber abgelehnt.

Update, 23. Oktober, 17.42 Uhr: Oberverwaltungsgericht kippt Beherbergungsverbot im Norden

Schleswig - Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. 

Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein. Es erklärte die Regelung in einem Eilverfahren auf Antrag von zwei Hotelbetrieben aus Rostock für außer Vollzug gesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist. 

Dieser Beschluss sei allgemeinverbindlich, so dass sich jede Person darauf berufen könne und künftig auch von Gerichten und Behörden zu beachten sei. Er sei unanfechtbar. 

Die Schleswiger Richter folgten damit Gerichtsentscheidungen in anderen Bundesländern.

Angesichts der neuesten Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts nehme die Ausbreitung des Coronavirus gerade in privaten Haushalten und bei privaten Begegnungen zu. Ansteckungen in Hotels seien eher selten. 

Unter diesen Umständen erweise sich das allein für die Anreise von Beherbergungsgästen zu touristischen Zwecken geltende Verbot als eine nicht gerechtfertigte Benachteiligung gegenüber solchen Personen, die zu anderen als touristischen, aber ebenfalls privaten Zwecken anreisten.

Update, 23. Oktober, 17.08 Uhr: Hamburgs Innensenator schließt Corona-Kontrollen im Privaten nicht aus

Hamburg - Nach der Beschränkung privater Zusammenkünfte und Feiern auf zehn Personen in Hamburg schließt Innensenator Andy Grote (SPD) Kontrollen von Wohnungen nicht aus. 

"Die Polizei wird jetzt nicht flächendeckend bei den Hamburgern und Hamburgerinnen klopfen, um herauszufinden, ob man sich in der Wohnung mit mehr als zehn Personen aufhält", sagte Grote am Freitag nach einer Beratung des Senats über eine Verschärfung der Corona-Verordnung. 

Er fügte hinzu: "Aber dort, wo wir Hinweise haben oder wo ein Geschehen in einer Wohnung die Aufmerksamkeit der Polizei erregt, werden wir dem natürlich nachgehen". 

Der Senator kündigte an, dass Verstöße gegen die ab Montag geltende Regel auch als Ordnungswidrigkeit geahndet würden. Zur Höhe des Bußgelds äußerte er sich nicht.

Update, 23. Oktober, 15.55 Uhr: Ab sofort Maskenpflicht und Sperrstunde in Timmendorfer Strand

Eutin - Nach einem Corona-Ausbruch in einem Hotel in Timmendorfer Strand hat der Kreis Ostholstein eine Maskenpflicht und andere Beschränkungen für das Ostseebad erlassen.

Von diesem Freitag an muss nun in Timmendorfer Strand auf besonders frequentierten Straßen und Plätzen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. 

Das gilt unter anderem für die Promenade, die Großparkplätze und die Seebrücken. Gaststätten müssen um 23 Uhr schließen. Die Zahl der Gäste, die bei Feiern in der Öffentlichkeit und in Privathaushalten zusammenkommen dürfen, wird auf 25 beziehungsweise 15 beschränkt. 

Die Allgemeinverfügung gilt nach Angaben des Kreises zunächst bis zum 29. Oktober.

Update, 23. Oktober, 15.46 Uhr: Neue Maßnahmen in Hamburg gelten ab Montag

Hamburg - Der Hamburger Senat hat am Freitag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen. 

So dürfen sich ab Montag nur noch zehn Personen aus zwei Haushalten im öffentlichen oder privaten Raum treffen. Die Begrenzung auf zwei Haushalte gilt nicht für familiäre Beziehungen.

Darüber hinaus verkündete Hamburgs Erster Bürgermeister, Peter Tschentscher (SPD), dass der Hamburger Winterdom in diesem Jahr nicht stattfinden werde.

Es sei in den vergangenen Tagen ja schon durchgeklungen, "dass die Wahrscheinlichkeit, eine solche große Veranstaltung (...) durchzuführen, bei dieser starken Infektionsdynamik nicht vertretbar wäre", so Tschentscher.

Außerdem sollen Beschäftigte und Besucher von Senioreneinrichtungen und Pflegeheimen per Schnelltest getestet werden, um weiter Besuche für die Bewohner ermöglichen zu können. Man wolle eine soziale Isolation verhindern.

Die neuen Beschlüsse gelten erst einmal bis Ende November. Dann werde die Lage erneut beurteilt. Auch das Stattfinden von Weihnachtsmärkten werde an der Entwicklung in den nächsten Tagen bewertet.

Titelfoto: Carsten Rehder/dpa

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