Coronavirus im Norden: Senat beschließt weitere Lockerungen für Hamburg

Hamburg/Kiel/Schwerin – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - doch auch im Norden steigen die Infektionszahlen nur noch langsam an. 

Mit Mund-Nasen-Schutz sind Besucher auf dem Isemarkt in Hamburg unterwegs.
Mit Mund-Nasen-Schutz sind Besucher auf dem Isemarkt in Hamburg unterwegs.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5064 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3065 Fälle bekannt, in Bremen 1313, in Mecklenburg-Vorpommern 763 und in Niedersachsen 11.456. (Stand 26. Mai, 13.23 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 26. Mai, 14.29 Uhr: Grüne fordern eingeschränkten Regelbetrieb an Schulen

Schwerin - Die Grünen fordern einen eingeschränkten Regelbetrieb an den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns.

"Schülerinnen und Schüler brauchen regelmäßige soziale Kontakte und Eltern müssen bei der Betreuung entlastet werden. Deshalb wollen wir kontinuierlichen Präsenzunterricht, der durch einen kleineren Anteil Homeschooling ergänzt werden kann", erklärte Parteichefin Ulrike Berger am Dienstag. 

Ein Tag Unterricht pro Woche, wie derzeit von der Landesregierung vorgesehen, könne nicht das Ende der Überlegungen sein.

Ein Maßnahmenpaket der Landespartei sieht unter anderem vor, dass Kinder in Grundschulen vier Stunden am Tag unterrichtet werden, von der fünften Klasse an sollen es bis zu sechs Stunden sein. Die Pausen-, Anfangs- und Endzeiten sollen sich nach Klassen staffeln. 

Ebenfalls schlagen die Grünen eine höhere Taktung an Schulbussen vor. Lehrkräfte sollen zudem regelmäßig auf das neuartige Coronavirus getestet werden.

Update, 26. Mai, 14.02 Uhr: Lokal wegen Verstößen gegen Auflagen geschlossen

Lüneburg - Die Polizei hat eine Bar in der Innenstadt von Lüneburg vorläufig geschlossen, die massiv gegen Corona-Auflagen verstoßen haben soll.

Dem Wirt drohe nun ein fünfstelliges Bußgeld, berichtete die Lüneburger Landeszeitung. Die von Nachbarn alarmierte Polizei hätte am Samstag vor und in der Gaststätte rund 100 Gäste gezählt, hieß es weiter.

Mindestabstände seien nicht eingehalten worden, eine Gästeliste sei nicht geführt worden, sagte dazu ein Sprecher der Polizei am Dienstag. "Das war eine Gefahren abwehrende Maßnahme", erklärte er zur vorläufigen Schließung.

Weil statt Speisen das Trinken im Vordergrund stehe, hätte die Bar nach Einschätzung des Kreises laut Zeitungsbericht zudem gar nicht öffnen dürfen.

"Wir haben extra jeden zweiten Tisch gesperrt, um die Abstände wahren zu können", sagte der Geschäftsführer der Bar zu den Vorwürfen. 

Es habe aber in dem engen Lokal ein Kommen und Gehen auch von Gästen gegeben, die sich draußen aufhielten.

Update, 26. Mai, 14 Uhr: Corona-Krise kostet Hamburg Milliarden

Hamburg - Hamburg wird in diesem Jahr wegen der Corona-Krise rund 1,7 Milliarden Euro weniger Steuern einnehmen als geplant. 

Für den Zeitraum bis 2024 betrage das Minus 4,7 Milliarden Euro, teilte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) am Dienstag in Hamburg mit.

Update, 26. Mai, 13.32 Uhr: Hamburger Senat beschließt weitere Lockerungen

Hamburg - Der Hamburger Senat hat weitere Lockerungen von Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus beschlossen. 

So dürfen in den nächsten Tagen Freibäder, Fitnessstudios und Kinos unter Auflagen wieder öffnen. "Unsere Strategie bleibt bestehen, dass wir sehr vorsichtig sind", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag in Hamburg nach einer Senatssitzung. 

Im Moment sei das Infektionsgeschehen sehr niedrig. "Wir wollen diese erfolgreiche Linie fortsetzen."

Auch die Kindertagesstätten in Hamburg werden weiter geöffnet. Ab Donnerstag nächster Woche (4. Juni) dürfen auch Kinder im Alter von viereinhalb Jahren und Geschwisterkinder in die Kita, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag. 

Weitere Lockerungen gibt es auch für Obdachlose. Tageseinrichtungen und Treffs dürfen auch wieder tagsüber öffnen, so dass ein Mittagessen ausgeteilt werden kann.

Update, 26. Mai, 13.31 Uhr: Drei weitere Corona-Neuinfektionen in Hamburg

Hamburg - Die Zahl der positiv auf das neue Sars-Cov-2-Virus getesteten Hamburgerinnen und Hamburger ist seit Montag um 3 gestiegen. 

Die Zahl der in Hamburg insgesamt gemeldeten Fälle liegt damit bei 5064, wie die Gesundheitsbehörde am Dienstag mitteilte. Die Behörde geht von rund 120 aktuell infizierten Hamburgern aus.

Die Zahlen aus den Krankenhäusern sind seit mehreren Wochen rückläufig. Derzeit befinden sich 36 Hamburger wegen der Lungenkrankheit in stationärer Behandlung, davon werden 14 Personen intensivmedizinisch betreut. Mitte April hatten noch mehr als 260 Hamburger mit Covid-19 im Krankenhaus gelegen.

241 Erkrankte sind in Hamburg nach Angaben des Robert Koch-Instituts gestorben.

Update, 26. Mai, 11.13 Uhr: Hamburger Gastgewerbe erleidet schwere Einbußen

Hamburg - Das Hamburger Gastgewerbe hat mit dem Beginn der Anti-Corona-Maßnahmen einen Großteil seiner Umsätze verloren. 

Im März gingen die Umsätze der Branche um knapp 49 Prozent zurück, teilte das Statistikamt Nord am Dienstag mit. Im Beherbergungsgewerbe (minus 60,6 Prozent) waren die Auswirkungen noch stärker als in der Gastronomie (minus 40,1 Prozent). 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass Gastronomie und Hotels in der ersten Hälfte des Monats noch mit geringen Einschränkungen arbeiten konnten und erst ab Mitte März geschlossen oder stark eingeschränkt waren. Die Zahl der Beschäftigten bei Hotels und Gaststätten ging im März um 5,3 Prozent zurück.

In den ersten drei Monaten reduzierten sich die Umsätze gegenüber dem ersten Quartal 2019 um 16,1 Prozent. Während sie im Bereich Gastronomie um 11,7 Prozent zurückgingen, war der Umsatzrückgang im Beherbergungsgewerbe mit minus 23,0 Prozent stärker ausgeprägt, so das Statistikamt Nord. 

Die ersten beiden Quartalsmonate Januar und Februar zeigten im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahresmonaten noch Entwicklungen im normalen Rahmen, heißt es in der Mitteilung des Amtes.

Update, 26. Mai, 9.12 Uhr: Drei Corona-Infektionen mehr in Schleswig-Holstein

Kiel - In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der offiziell bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nach Angaben der Landesregierung zuletzt innerhalb eines Tages um 3 auf 3065 erhöht.

Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut mit Stand Montagabend weiter mitteilte, stieg die Zahl der Gestorbenen um 2 auf 139. Rund 2800 Infizierte gelten inzwischen wieder als gesund. 

31 werden noch in Krankenhäusern behandelt.

Update, 26. Mai, 8.14 Uhr: Bars und Clubs sind Corona-Hotspots

Hamburg - Partygänger müssen vermutlich noch lange darauf warten, bis ihre Lieblingsdisco wieder öffnen darf. 

Denn in Clubs, Bars und Discos finde das Coronavirus perfekte Bedingungen für eine schnelle Verbreitung, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). 

Es ist eng, man schwitzt, schreit einander mit geringem Abstand ins Ohr - "das ist genau dieses Szenario, bei denen es in anderen Ländern bereits zu massenhaften Ansteckungen gekommen ist. Das sind die Viren-Hotspots - gerade für das Coronavirus."

Dagegen seien Kindergärten und Schulen deutlich weniger risikobehaftet. Das sei "im Vergleich zu Bars und Diskotheken eine ganz andere Welt. Das muss man mal deutlich sagen. Bars und Discos sind ein Hochrisiko, wenn wir das mit Kindergärten vergleichen.

Update, 26. Mai, 6.23 Uhr: Hamburg berät über weitere Lockerungen

Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, spricht bei der Landespressekonferenz (LPk) im Hamburger Rathaus.
Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, spricht bei der Landespressekonferenz (LPk) im Hamburger Rathaus.  © Ulrich Perrey/dpa

Hamburg - Angesichts der nahezu gestoppten Ausbreitung des Coronavirus in Hamburg berät der Senat am Dienstag über weitere Schritte zur Aufhebung von Kontaktbeschränkungen. 

Er halte dabei aber an seiner Strategie fest, besondere Infektionsrisiken durch entsprechende Auflagen zu Hygiene und Mindestabständen zu verringern, erklärte ein Senatssprecher. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) will die Entscheidungen anschließend (12.30 Uhr) bekanntgeben.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hatte am vergangenen Dienstag eine neue Rechtsverordnung mit Lockerungsmaßnahmen angekündigt. Auf der Agenda stünden Freibäder, Fitnessstudios, Kinos und Einrichtungen der Stadtteilkultur. Theater und Opern strebten von sich aus noch keine Öffnung an, hatte die Senatorin gesagt.

In den vergangenen sieben Tagen haben sich Tests zufolge 27 Hamburger mit dem neuartigen Virus infiziert. 

Der Senat hat angekündigt, dass er erst bei einem Wert von 900 Neuinfektionen pro Woche die Kontaktbeschränkungen wieder verschärfen würde.

Update, 25. Mai, 21.34 Uhr: Weniger Protest gegen Corona-Beschränkungen

In der Rostocker Innenstadt stoppt die Polizei einen "Spaziergang" gegen die Corona-Beschränkungen.
In der Rostocker Innenstadt stoppt die Polizei einen "Spaziergang" gegen die Corona-Beschränkungen.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Rostock/Neubrandenburg – In Mecklenburg-Vorpommern haben am Montagabend rund 750 Teilnehmer und damit etwas weniger Menschen als zuletzt gegen anhaltende Beschränkungen in der Corona-Pandemie protestiert. 

Wie Polizeisprecher in Rostock und Neubrandenburg mitteilten, gab es in Neubrandenburg mit 270 Teilnehmern den größten, stillen "Protestspaziergang" gegen die umfassende Maskenpflicht und andere Auflagen. Weitere Protestversammlungen, wo Leute zum Teil auch durch Orte spazierten, gab es in Waren, Anklam, Stralsund, Schwerin, Demmin und Malchow.

In Rostock versammelten sich etwa 190 Kritiker der Corona-Einschränkungen in der Innenstadt unweit des Marktes. Als die Teilnehmer ebenfalls durch die Stadt ziehen wollten, stufte die Stadt die Veranstaltung als "Versammlung" ein und löste sie unter anderem wegen Verstößen gegen die Schutzabstände und Maskenpflicht auf. Die Polizei nahm die Personalien der Teilnehmer auf.

Gegen diese Art der "Montagsspaziergänge" protestierten in Rostock drei andere Gruppierungen bei angemeldeten Aktionen und mit rund 200 Teilnehmern. Im Nordosten wurden seit fünf Tagen keine neuen Infektionsfälle gemeldet.

Titelfoto: Ulrich Perrey/dpa

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