Coronavirus im Norden: 204 neue Infektionen in Hamburg, Inzidenz sinkt

Hamburg – Das Coronavirus hat das Land bald ein Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, die Gesundheitsämter melden neue Rekordwerte.

Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.
Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.  © Marcus Brandt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 44.460 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 33.230 Fälle bekannt, in Bremen 14.318, in Mecklenburg-Vorpommern 18.350 und in Niedersachsen 135.140 Covid-19-Fälle. (Stand 23. Januar, 20.12 Uhr)

Seit Mittwoch, 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit Ausnahmen über Weihnachten und Silvester inzwischen bis zum 31. Januar 2021 verlängert wurde. Nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs haben geöffnet, außerdem gibt es Kontaktbeschränkungen.

Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 23. Januar, 20.14 Uhr: 243 Corona-Neuinfektionen in MV - acht weitere Tote

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern sind am Samstag 243 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock mit.

Am Samstag vor einer Woche waren es demnach noch 254 Neuinfektionen. Acht weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion - insgesamt sind es nun 363 im Nordosten.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen liegt bei nun 18.350. Als genesen gelten 14.346 Betroffene. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) stieg seit dem Vortag leicht an auf 106,3 (+0,6).

Den höchsten Inzidenz-Wert verzeichnet demnach weiterhin der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Er liegt nun bei 196,9 und gilt als Corona-Hotspot. Den geringsten Wert hat die Stadt Rostock mit 37,3.

Die Zahl der in Kliniken behandelten Corona-Patienten sank im Vergleich zum Vortag auf 357 (Vortag: 383), die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen sank auf 57 (Vortag: 83).

Update, 23. Januar, 19 Uhr: Schleswig-Holsteins Fußballverband lässt Saisonfortsetzung offen

Kiel - Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) will vorerst keine Modelle für eine mögliche Fortsetzung des Spielbetriebs in den Amateurklassen erstellen. Das teilte das Präsidium des Verbandes im Anschluss an seine Sitzung am Samstag mit. Es sei nicht absehbar, wann der Spielbetrieb wegen der Corona-Beschränkungen wieder möglich ist, lautete die Begründung.

Der SHFV hält aber an einer Fortsetzung der im September vergangenen Jahres begonnenen Saison prinzipiell fest. Der Spielbetrieb war wegen der Pandemie Anfang November unterbrochen worden. Die reduzierten Staffelgrößen würden dem SHFV eine größere Flexibilität im Vergleich zu anderen Landesverbänden ermöglichen, heißt es. Sollte die restliche Zeit keinen kompletten Punktspielbetrieb bis zum Sommer 2021 ermöglichen, seien alternative Turniermodelle denkbar. Am Aufstieg in die Regionalliga soll festgehalten werden.

Die Mindestdauer der Trainingsphase vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs wurde nicht festgelegt. Diese soll der jeweiligen Verfügungslage angepasst sein, teilte der SHFV mit. Unterschiedliche Fristen in den jeweiligen Staffeln seien bei Zustimmung aller beteiligten Vereine möglich.

Update, 23. Januar, 17.20 Uhr: Mehr als 100 Infizierte: Corona-Ausbruch in Lübecker Sana-Kliniken

Lübeck - In den Lübecker Sana-Kliniken hat es einen großen Corona-Ausbruch gegeben. Bis zum Samstag seien 79 Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden, bestätigte eine Sprecherin am Samstag auf dpa-Anfrage.

Zudem werden 41 Patienten auf den beiden Covid-Stationen versorgt, zwei weitere intensivmedizinisch. Die allermeisten dieser Patienten seien aufgrund einer Covid-19-Erkrankung von außen stationär in dem Klinikum aufgenommen worden, hieß es.

Gemäß den Krisen-Plänen wurde der Krankenhausbetrieb reduziert, so dass die Notfallversorgung und die Versorgung der bereits stationär behandelten Patienten zu jeder Zeit aufrechterhalten werden konnte, wie das Klinikum mitteilte. Sämtliche verschiebbaren geplanten Eingriffe seien ausgesetzt worden, um die Behandlung sicherzustellen und die Anzahl der Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Die Klinik stehe in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt.

Sowohl Patienten als auch Mitarbeiter würden alle zwei bis drei Tage auf Corona getestet. In Kernbereichen würden Mitarbeiter sogar täglich bei Dienstantritt getestet.

Aufgrund umfangreicher Recherchemaßnahmen konnte nach Angaben des Klinikums mittlerweile ein symptomfreier Patient der chirurgischen Station, der bei der Aufnahme zunächst negativ getestet worden war, dessen Testergebnis dann jedoch positiv ausgefallen war, als mögliche Ursache für das Ausbruchsgeschehen identifiziert werden.

Update, 23. Januar, 14.11 Uhr: Demonstration für Patentfreigabe von Corona-Impfstoffen

Hannover: Teilnehmer der Demonstration der Interventionistischen Linken unter dem Motto "Gebt die Patente frei! Corona-Impfstoff für alle!" stehen vor dem Hauptbahnhof.
Hannover: Teilnehmer der Demonstration der Interventionistischen Linken unter dem Motto "Gebt die Patente frei! Corona-Impfstoff für alle!" stehen vor dem Hauptbahnhof.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Hannover - Unter dem Motto "Gebt die Patente frei - Corona-Impfstoff für alle!" haben sich am Samstag rund 80 Demonstranten in der Innenstadt von Hannover versammelt.

Vor dem Hauptbahnhof lag ein großes Banner mit den Kontinenten, darauf standen Eimer mit Schildern und der Information, wann der jeweilige Erdteil ausreichend mit Corona-Impfstoffen versorgt sein werde.

Anlass seien die Verhandlungen der Welthandelsorganisation (WTO), den Patentschutz auf Produkte und Technologien zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie temporär aufzuheben, wie es Indien und Südafrika beantragt hätten, teilten die Veranstalter mit.

Aufgerufen zu dem Protest in einigen deutschen Städten hatten die Interventionistischen Linken.

Update, 23. Januar, 12.26 Uhr: 204 neue Corona-Infektionen in Hamburg - Inzidenz sinkt auf 90,9

Hamburg - Die Zahl der in Hamburg bestätigten Corona-Neuinfektionen hat sich am Samstag um 204 erhöht.

Das sind 126 weniger als am Freitag und 174 weniger als am Freitag vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte (Stand: 11.50 Uhr). Die Inzidenz, also die Zahl neuer Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank von 100,1 auf 90,9. Vor einer Woche lag dieser Wert bei 118,5.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag meldeten die Hamburger Gesundheitsämter 14 weitere Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf 976.

Insgesamt haben sich laut Hamburger Gesundheitsbehörde seit Ausbruch der Pandemie in der Hansestadt 44.460 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Von ihnen gelten nach RKI-Schätzungen 36.300 als genesen.

In Hamburger Krankenhäusern wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde mit Stand Freitag 455 Corona-Patienten stationär behandelt, 28 weniger als am Vortag. 101 von ihnen lagen auf Intensivstationen und damit zwei weniger als am Donnerstag.

Update, 23. Januar, 12.11 Uhr: Nienburg überschreitet 200er-Marke - Pflegeheime betroffen

Hannover - Der Landkreis Nienburg hat den kritischen Sieben-Tages-Wert von 200 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner überschritten.

Die Inzidenz lag am Samstag bei 210,9. Die Zahl der Infektionen stieg um 46 auf 1827, hieß es im Lagebericht des Landes. 50 bis 60 Prozent des Infektionsgeschehens spielen sich nach Angaben eines Landkreissprechers derzeit in Pflegeheimen und bei Helios ab. Im Helios Klinikum Nienburg gab es einen Corona-Ausbruch bei Patienten und Beschäftigten.

Von den 28 Pflegeheimen im Landkreis seien am Donnerstagabend zehn von Corona-Ausbrüchen betroffen gewesen. Über mögliche Einschränkungen aufgrund der hohen Zahl an Neuinfektionen werde der Landkreis in den kommenden Tagen entscheiden, sagte der Sprecher. Zur Unterstützung der Pflegeheime und des Krankenhauses wurde Unterstützung der Bundeswehr sowie der Hilfsorganisationen angefordert.

Die nachgewiesenen Infektionen stiegen landesweit um 1207 auf 135.140. Der Sieben-Tages-Wert der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner betrug für Niedersachsen 91,8.

Update, 23. Januar, 7.19 Uhr: Mehrere Kliniken von Corona-Ausbrüchen betroffen

Hannover - Trotz hoher Hygienestandards sind derzeit mehrere Krankenhäuser in Niedersachsen von Corona-Ausbrüchen betroffen.

So wurden im Helios Klinikum Nienburg inzwischen über 40 Beschäftigte und Patienten positiv auf das Coronavirus getestet. Die Klinik sieht darin einen Spiegel der Entwicklung im Landkreis Nienburg und hat nach eigenen Angaben ihre Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft.

"50 bis 60 Prozent des Infektionsgeschehens spielen sich im Moment bei Helios und in den Pflegeheimen ab", sagte Landkreissprecher Cord Steinbrecher. Ende der Woche waren 10 der 28 Pflegeeinrichtungen im Landkreis betroffen.

In der Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) herrscht seit Donnerstag ein vorübergehender Aufnahmestopp. 21 der insgesamt rund 140 Mitarbeiter sowie 13 Patienten waren bis dahin positiv getestet worden.

Die gestiegenen Infektionszahlen im Landkreis seien unter anderem auf den Ausbruch in der Klinik zurückzuführen, sagte eine Behördensprecherin in Hameln.

Update, 22. Januar, 22.30 Uhr: Landtag beschließt Informationskampagne zur Corona-Impfung

Hannover - In Niedersachsen soll kurzfristig eine flächendeckende Informationskampagne zur Corona-Schutzimpfung beginnen. Das hat der Landtag in Hannover am Freitag mit sehr großer Mehrheit bei wenigen Enthaltungen beschlossen.

"Es gibt in der Bevölkerung einen ganz hohen Bedarf an Informationen, nicht zuletzt, damit die Menschen in unserem Land sich für eine Impfung entscheiden", sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD). Die Kampagne soll über einen längeren Zeitraum über Rundfunk, Zeitungen, Fernsehen und die sozialen Medien erfolgen und über die Impfstoffe, Sinn und Risiken einer Impfung sowie die Priorisierung der Impfgruppen, den Impfablauf und die Terminvorgabe informieren.

Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU hatten die Kampagne, die unabhängig von der gerade laufenden Briefaktion zur Information der über 80-Jährigen geplant ist, beantragt.

Wenn die Bevölkerung bestmöglich und auf allen verfügbaren Kanälen über die Pandemie, den Impfstoff und das weitere Vorgehen informiert sei, werde eine größtmögliche Akzeptanz erreicht und die Impfbereitschaft erhöht, hieß es zur Begründung.

Update, 22. Januar, 21.25 Uhr: 425 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein gemeldet

Kiel - In Schleswig-Holstein sind innerhalb von 24 Stunden 425 neue Corona-Fälle registriert worden. Eine Woche zuvor hatte es 422 Neuinfektionen gegeben.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg am Freitag leicht weiter - auf 92,1 (Donnerstag: 91,8). Das geht aus Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Freitagabend veröffentlichte (Datenstand: 22. Januar 2021, 20.09 Uhr). Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona gestorben sind, stieg um 16 auf 741.

447 Corona-Patienten sind den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern. 72 werden intensivmedizinisch betreut - 42 mit Beatmung.

Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 26.200 geschätzt. Bislang gibt es in dem Bundesland 33.230 nachgewiesene Corona-Infektionen.

Update, 22. Januar, 21.14 Uhr: Kabinett beschließt Verlängerung des Corona-Lockdowns für den Norden

Eine Passantin geht an einer geschlossenen Kneipe und einer Sushi-Bar vorbei. (Symbolbild)
Eine Passantin geht an einer geschlossenen Kneipe und einer Sushi-Bar vorbei. (Symbolbild)  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Kiel - Ab Montag müssen im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf in Schleswig-Holstein medizinische Masken getragen werden. Nötig sind OP-Masken oder beispielsweise die etwas teureren FFP2-Masken, Alltagsmasken aus Stoff reichen dann nicht mehr aus.

Am Freitag beschloss die Landesregierung eine neue Corona-Verordnung. Sie setzte damit die am Dienstag von Bund und Ländern vereinbarte Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns bis zum 14. Februar für Schleswig-Holstein um. Die neue Maskenpflicht gilt auch für Pflegeheime und religiöse Veranstaltungen.

Eine gute Nachricht gibt es dagegen für Eltern kleiner Kinder. Ab Montag gilt im Land eine Sonderregel bei den Kontakten. Kinder bis drei Jahren werden nicht mehr mitgezählt, sondern als Einheit mit einem Elternteil betrachtet. Generell dürfen sich die Angehörigen eines Haushalts aber nur mit einer weiteren Person treffen. Ausnahmen gibt es für die Betreuung von Kindern unter 14 Jahren und von Pflegebedürftigen.

Änderungen gibt es ab Montag auch im deutsch-dänischen Grenzverkehr. Per Erlass werden Pendler verpflichtet, analog zu den Regelungen in Dänemark künftig einen negativen Corona-Test vorzulegen, der höchstens sieben Tage alt sein darf.

Titelfoto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0