Coronavirus im Norden: Erweiterter Notbetrieb gilt ab Montag in Hamburger Kitas

Hamburg – Das Coronavirus hat das Land bald ein Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, die Gesundheitsämter melden neue Rekordwerte.

Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.
Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.  © Marcus Brandt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 44.725 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 33.230 Fälle bekannt, in Bremen 14.318, in Mecklenburg-Vorpommern 18.463 und in Niedersachsen 135.140 Covid-19-Fälle. (Stand 24. Januar, 12 Uhr)

Seit Mittwoch, 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit Ausnahmen über Weihnachten und Silvester inzwischen bis zum 14. Februar 2021 verlängert wurde. Nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs haben geöffnet, außerdem gibt es Kontaktbeschränkungen.

Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 25. Januar, 9.53 Uhr: Hamburg zahlt Maskenzuschuss

Hamburg - In Hamburg erhalten Bedürftige einen Zuschuss für die Anschaffung medizinischer Masken.

Hintergrund ist laut Sozialbehörde die seit Freitag geltende Regel, wonach in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen selbstgenähte Stoffmasken als Corona-Schutz nicht mehr ausreichen. "Die zusätzlichen Kosten sollen Leistungsempfänger nicht zusätzlich belasten", sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Montag.

Leistungsempfänger ab 18 Jahren würden daher für die Monate Februar und März einen Zuschuss von jeweils zehn Euro erhalten, "damit sie sich selbstbestimmt die Masken beschaffen können".

Der Zuschuss werde im Februar als 20-Euro-Einmalzahlung geleistet werden.

Update, 25. Januar, 6.38 Uhr: Schwimmlehrer sorgen sich um Ausbildung der Kinder

Heikendorf - Macht Corona ganze Kinderjahrgänge zu Nichtschwimmern?

Schwimmlehrer im Norden sind in Sorge, dass die wegen geschlossener Bäder versäumte Schwimmausbildung auch nach Ende der Corona-Einschränkungen kaum aufgeholt werden kann. Es gehe allein in Schleswig-Holstein um rund 20.000 Kinder, teilte der Schwimmverband des Landes mit Sitz in Heikendorf mit.

"Die Konsequenzen aus dieser Erkenntnis sind katastrophal. Nahezu ein kompletter Jahrgang wird für sehr lange Zeit schwimmunfähig bleiben müssen", schrieb Verbandspräsident Steffen Weber an das Bildungs- und das Innenministerium in Kiel.

Der Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands, Alexander Gallitz, sprach von einem drohenden Chaos. Die Kinder des Jahres 2020 hätten ihre Schwimmausbildung abbrechen müssen.

Der Rückstau könne kaum aufgeholt werden. Dadurch werde das bestehende Problem noch verschärft.

Update, 25. Januar, 6.26 Uhr: Ab Montag gilt ein erweiterter Notbetrieb in Hamburger Kitas

Kinder spielen mit bunten Bauklötzen in einer Kita.
Kinder spielen mit bunten Bauklötzen in einer Kita.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Von Montag an schränkt Hamburg den Betrieb seiner Kitas weiter ein. Aus dem derzeit eingeschränkten Regelbetrieb wird eine erweiterte Notbetreuung.

Wann immer möglich, sollten die Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen, hatte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betont. Die Notbetreuung sei auf dringende Fälle begrenzt. Dazu zählen Berufstätigkeiten der Eltern in wichtigen Bereichen oder individuelle Notfälle. Einen Katalog von Berufen, die die Eltern für die Inanspruchnahme ausüben müssen, gibt es jedoch nicht.

Trotz der geltenden Kontaktbeschränkung auf eine Person außerhalb des eigenen Haushalts sei auch eine privat organisierte Kinderbetreuung in kleinen Gruppen weiterhin zulässig.

Bislang waren die Hamburger Kitas auch im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder geöffnet. An die Eltern wurde lediglich appelliert, wann immer möglich, ihre Kinder zu Hause zu betreuen.

Nach Angaben der Sozialbehörde wurde noch rund die Hälfte der Kinder in die Kitas gebracht.

Update, 24. Januar, 20.50 Uhr: Polizei löst Motocrosstreffen mit 100 Teilnehmern in Schwerin auf

Schwerin - Wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung des Landes hat die Polizei ein Motocrosstreffen in Schwerin aufgelöst.

Wie ein Polizeisprecher am Sonntag erklärte, wurden mehr als 100 Teilnehmer aus mehreren Bundesländern und insgesamt 46 Fahrzeuge gezählt und kontrolliert. Darunter waren vor allem Motocrossmaschinen und einige Autos, die die Motorräder auf Hängern zu der Bahn gebracht hatten.

Eine derartige Ansammlung sei wegen der Corona-Einschränkungen derzeit nicht erlaubt, weshalb die Veranstaltung nach rund zwei Stunden ganz unterbunden wurde, wie der Sprecher weiter erklärte.

Insgesamt registrierte die Polizei 63 Verstöße gegen die Corona-Regelungen. Die Motocrossbahn befindet sich in einem Gewerbegebiet im Süden von Schwerin und ist frei zugänglich.

Update, 24. Januar, 20.46 Uhr: 113 Corona-Neuinfektionen in MV, sechs weitere Tote

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern sind am Sonntag 113 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock mit. Am Sonntag vor einer Woche waren es noch 121 Neuinfektionen. Sechs weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion - insgesamt sind es nun 369 im Nordosten.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen liegt bei nun 18.463. Als genesen gelten 14.524 Betroffene. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) stieg seit dem Vortag leicht auf 106,5.

Den höchsten Inzidenz-Wert verzeichnet demnach weiterhin der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Er liegt nun bei 201,2 und gilt als Corona-Hotspot. Den geringsten Wert hat die Stadt Rostock mit 33,9.

Die Zahl der in Kliniken behandelten Corona-Patienten stieg im Vergleich zum Vortag um 6 auf 363, auf Intensivstationen liegen 75 Patienten.

Update, 24. Januar, 16.42 Uhr: Niedersachsen begrenzt Ausnahmen für Corona-Quarantäne nach Einreise

Hannover - Niedersachsen hat angesichts des steigenden Risikos eingeschleppter Corona-Fälle mit den neuen Virus-Mutationen einige Ausnahmen von den üblichen Quarantäne-Regeln gestrichen.

Sämtliche Einreisende aus Gebieten mit besonders infektiösen Varianten des Erregers müssten sich ab sofort in eine zehntägige Quarantäne begeben, teilte die Staatskanzlei in Hannover mit.

Nur in drei Sonderfällen kann demnach noch von einer entsprechenden Selbstisolation über eine Dauer von gut eineinhalb Wochen abgesehen werden. Dazu gehören Durchreisen, wenn direkt nach der Einreise "Niedersachsen auf schnellstem Wege verlassen" wird.

Außerdem sind berufsbedingte Grenzübertritte etwa von Beschäftigten im Personen- und Güterverkehr ausgenommen, wenn diese höchstens drei Tage im Land bleiben - darunter Flugzeug-Besatzungen. Dieselbe 72-Stunden-Regel für einen erlaubten Quarantäne-Verzicht greift zudem für Personen, "deren Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens einer besonderen Dinglichkeit und Unabdingbarkeit unterliegen".

Unabhängig davon müssten sich all diese Personen ebenso auf das Coronavirus testen lassen, betonte das Land.

Etliche Punkte der neu gefassten niedersächsischen Verordnung fänden sich auch in den Regeln des Bundes wieder. In dessen übergreifenden Bestimmungen wird unterschieden, ob jemand aus einem "normalen" Corona-Risikogebiet, einem mit sehr hoher Inzidenz oder einem mit Nachweisen der hoch ansteckenden neuen Virusvarianten nach Deutschland kommen will.

Besuche von Verwandten in Niedersachsen oder von Niedersachsen bei Verwandten im Ausland fallen nicht unter die Quarantäne-Pflicht, wenn es um ein "normales" Risikogebiet geht - und sofern es bei der Ein- oder Rückreise einen negativen Corona-Test gibt.

Generell appellierte die Landesregierung noch einmal an die Bevölkerung, in der weiterhin angespannten Pandemielage auf alle nicht unbedingt notwendigen Reisen in Risikogebiete zu verzichten.

Nach dennoch vollzogenen Aufenthalten in solchen Regionen müsse man sich in jedem Fall vor der Wiedereinreise auch nach Niedersachsen elektronisch anmelden. Die Quarantäne-Verordnung gilt seit Samstag und bis zunächst 14. Februar.

Update, 24. Januar, 13.54 Uhr: Landkreis Ludwigslust-Parchim beschließt stärkere Schutzmaßnahmen

Schwerin - Obwohl die Sieben-Tage-Inzidenz bei Corona-Infektionen in Landkreis Ludwigslust-Parchim unter 150 liegt, gelten dort von Montag an stärkere Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Demnach ist der Besuch von Kitas und Kinderpflegestellen sowie der Schulbesuch bis einschließlich 14. Februar grundsätzlich untersagt. In Ausnahmefällen finde eine Notfallbetreuung statt, teilte der Kreis am Wochenende mit. Der Landkreis wies im täglichen Lagebericht des Landesamts für Gesundheit und Soziales von Samstag eine Inzidenz von 142,1 auf.

Wie das Bildungsministerium mitteilte, können Kinder in den Jahrgangsstufen 1 bis 6, deren Eltern in Bereichen mit wichtiger Bedeutung für das Gemeinwesen tätig sind, die Notbetreuung in Anspruch nehmen. Eine Ausnahme bildeten Schüler der Abschlussklassen. Sie erhielten unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften die Möglichkeit des Präsenzunterrichts zur Vorbereitung ihrer Prüfungen.

Für den Landkreis Vorpommern-Greifswald gelten die schärferen Bedingungen von Mittwoch an, Montag und Dienstag seien sogenannte Übergangstage, hieß es.

Für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gelten diese Regelungen bereits und bleiben bestehen.

Update, 24. Januar, 12.33 Uhr: 265 neue Corona-Infektionen in Hamburg - Inzidenz steigt auf 97,2

Hamburg - Die Zahl der in Hamburg bestätigten Corona-Neuinfektionen hat sich am Sonntag um 265 erhöht. Das sind 61 mehr als am Samstag und 119 mehr als am Sonntag vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte (Stand: 11.50 Uhr).

Die Inzidenz, also die Zahl neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, stieg von 90,9 auf 97,2. Vor einer Woche lag dieser Wert bei 115,1.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag meldeten die Hamburger Gesundheitsämter elf weitere Todesfälle. Damit stieg die Gesamtzahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf 987. Insgesamt haben sich laut Hamburger Gesundheitsbehörde seit Ausbruch der Pandemie in der Hansestadt 44.725 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Von ihnen gelten nach RKI-Schätzungen 36.600 als genesen.

In Hamburger Krankenhäusern wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde mit Stand Freitag 455 Corona-Patienten stationär behandelt. 101 von ihnen lagen auf Intensivstationen.

Update, 24. Januar, 11.12 Uhr: Inzidenz im Kreis Pinneberg und Flensburg steigt über 200

Pinneberg/Flensburg - Trotz des Lockdowns wird die Corona-Lage im Kreis Pinneberg und Flensburg immer angespannter. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg am Samstag im Kreis Pinneberg auf 202,1 und in Flensburg auf 203,0.

Das geht aus Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Samstagabend veröffentlicht hat.

Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz über 200 können Kreise und Kommunen die Bewegungsfreiheit auf 15 Kilometer um den Wohnort einschränken. "Es gibt für diese Maßnahme aber keinen Automatismus", hatte Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am 11. Januar gesagt.

Man werde im Einzelfall schauen, ob es ein isoliertes Ausbruchsgeschehen gebe oder das Virus breit in der Bevölkerung zirkuliere.

Update, 24. Januar, 7.42 Uhr: 92 Prozent der Arbeitgeber ermöglichen Homeoffice

Hamburg/Kiel/Schwerin - Für das gute Drittel der Homeoffice-geeigneten Arbeitsplätze bieten 92 Prozent der norddeutschen Unternehmen diese Möglichkeit an.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Nordmetall und AGV Nord, an der 262 Betriebe mit mehr als 100.000 Beschäftigten in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen teilgenommen haben. "Die Zahlen bestätigen eindrucksvoll, welch großen Beitrag die Wirtschaft zur Eindämmung der Pandemie seit fast einem Jahr auf eigene Kosten leistet", sagte Hauptgeschäftsführer Nico Fickinger am Sonntag.

Er warnte zugleich vor einer weiteren Verschärfung der Auflagen. Schon jetzt konstatierten 44 Prozent der Betriebe eine starke oder sehr starke Beeinträchtigung ihres Geschäftsbetriebs durch die Corona-Schutzmaßnahmen.

"Noch stärkere Reglementierungen wären nicht nur unnötig, sondern auch gefährlich - und würden überdies ins Leere laufen", sagte Fickinger.

Denn mit 36 Prozent sei nur gut jeder dritte Arbeitsplatz in der norddeutschen Industrie für mobile Arbeit geeignet.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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