Coronavirus im Norden: Weniger Fahrgäste nutzen Nahverkehr

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - doch auch im Norden steigen die Infektionszahlen nur noch langsam an. 

Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.
Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5219 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3178 Fälle bekannt, in Bremen 1348, in Mecklenburg-Vorpommern 804 und in Niedersachsen 11.893. (Stand 4. Juli, 16.20 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 4. Juli, 13.12 Uhr: Drei neue Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg – In Hamburg ist die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen seit Freitag um drei gestiegen. 

Damit ist das Virus Sars-Cov-2 seit Ausbruch der Pandemie bei 5219 Hamburgerinnen und Hamburgern festgestellt worden, wie die Gesundheitsbehörde am Samstag auf ihrer Homepage mitteilte. 4900 von ihnen werden nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen.

Die Zahl der Todesfälle in Hamburg liegt laut RKI bei 260. Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das lediglich Fälle berücksichtigt, bei denen die Corona-Infektion laut Obduktion auch todesursächlich war, geht unverändert von 231 Toten aus.

Mit 1,8 Neuinfizierten pro 100.000 Menschen in Hamburg in den vergangenen sieben Tagen liegt der Wert derzeit weit unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ab dem der Senat über erneute Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beraten müsste. Das wäre erst bei 900 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen nötig. In Hamburg sind in dieser Zeit 32 neue Fälle gezählt worden.

17 Corona-Infizierte aus der Stadt und dem Umland wurden am Mittwoch stationär in Hamburger Krankenhäusern behandelt, davon unverändert 7 auf der Intensivstation.

Update, 4. Juli, 10.56 Uhr: Zwei weitere Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein gemeldet

Kiel – In Schleswig-Holstein sind zuletzt innerhalb eines Tages zwei weitere Infektionen mit dem neuen Coronavirus gemeldet worden. 

Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte, stieg die Zahl der positiv Getesteten mit Stand Freitagabend auf 3178. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen liegt nach wie vor bei 152. 

Rund 3000 der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt sieben an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Update, 4. Juli, 8.26 Uhr: Weniger Fahrgäste im Nahverkehr

Zwei Straßenbahnen fahren in der Rostocker Innenstadt aneinander vorbei.
Zwei Straßenbahnen fahren in der Rostocker Innenstadt aneinander vorbei.  © Danny Gohlke/dpa

Schwerin – Der öffentliche Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet weiterhin deutlich weniger Fahrgäste als vor der Corona-Pandemie. 

In den Rostocker Straßenbahnen und Bussen habe es zum Ferienstart etwa 90.000 Fahrgäste an einem Werktag gegeben, teilte die Rostocker Straßenbahn AG auf Anfrage mit.

In der letzten Woche vor den Ferien waren es den Angaben zufolge noch etwa 96 000 Fahrgäste an einem Werktag. Anfang März seien es noch etwa 140.000 Menschen an einem Werktag gewesen. Unmittelbar nach dem Lockdown seien die Fahrgastzahlen um 70 Prozent abgestürzt. Seit etwa zwei Wochen gelte wieder der Normalfahrplan.

In Schwerin sieht die Tendenz ähnlich aus. Von Montag bis Freitag befördere der Schweriner Nahverkehr derzeit etwa 31.000 Fahrgäste täglich, vor der Corona-Pandemie waren es nach Angaben der Stadt noch fast doppelt so viele. Am Wochenende verzeichnete die Landeshauptstadt zuletzt ebenfalls deutliche Rückgänge in den Straßenbahnen und Bussen.

Nahbus nannte auf Anfrage keine konkreten Fahrgastzahlenzahlen, da zu Beginn der Pandemie der vordere Einstieg in den Bussen gesperrt gewesen sei. Dadurch sei man gezwungen gewesen, in der ersten Zeit auch Fahrgäste ohne Fahrschein zu befördern. Eine alternative Kaufmöglichkeit habe es zunächst nicht gegeben. Nahbus sprach für Mai von einem Rückgang des Fahrgastaufkommens von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, im Juni waren es 35 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.

Deutliche Rückgänge verzeichneten auch die Neubrandenburger Verkehrsbetriebe. Normalerweise würden etwa 16.000 Fahrgäste die Stadtbusse an Wochentagen nutzen, hieß es. Zeitweise seien es in der Corona-Krise nur noch 23 Prozent davon gewesen, mittlerweile liege man im Durchschnitt wieder bei knapp 40 Prozent.

Bei der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) würden Fahrgastzahlen nicht direkt gezählt, die Zahl der verkauften Fahrscheine sei im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 92 Prozent zurückgegangen, im Mai seien es noch 63 Prozent weniger gewesen als ein Jahr zuvor, im Juni verzeichnete die Verkehrsgesellschaft einen Rückgang zwischen 40 und 45 Prozent zu Juni 2019.

Update, 3. Juli, 15.47 Uhr: Eine weitere Corona-Neuinfektion in MV nachgewiesen

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist am Freitag eine neue Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle stieg damit auf 804 (Stand 14.56 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Freitag mitteilte. 

Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

769 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. 118 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 davon auf Intensivstationen. 

Diese Zahlen veränderten sich gegenüber dem Vortag ebenfalls nicht.

Update, 3. Juli, 14.40 Uhr: Keine weiteren Corona-Infektionen nach Familienfeier in Kiel

Nach einer privaten Feier in Kiel gab es mehrere Coronainfektionen. (Symbolbild)
Nach einer privaten Feier in Kiel gab es mehrere Coronainfektionen. (Symbolbild)  © Kelsey Chance/Unsplash

Kiel - Nach der Infektion von sieben Menschen mit dem neuartigen Coronavirus bei einer Familienfeier in Kiel hat sich die Zahl der Infizierten bis Freitag nicht weiter erhöht. 

"Die Zahl der aktuell Infizierten liegt in Kiel weiter bei 13", sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Die anderen Fälle haben aber nichts mit der Feier zu tun. 

Auf der im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubten Feier im Freien am vergangenen Wochenende hatten sich mindestens sechs Erwachsene und ein Kind angesteckt. 

Nach Angaben der Stadt arbeiten drei Infizierte der Familienfeier in Einrichtungen der Altenhilfe. Diese sind nicht geschlossen worden. Ein sechs Jahre altes Kind besucht eine Kita im Stadtteil Mettenhof, die am Mittwoch geschlossen wurde. 

Dort seien am Freitag Corona-Tests bei Kindern sowie Eltern und Erziehern erfolgt, sagte der Sprecher. Ergebnisse würden voraussichtlich am Samstag vorliegen.

Die Kita war wegen der Ferien nach Angaben der Stadt nicht voll besetzt. Die etwa 50 betreuten Kinder, Eltern und Erzieher wurden in Quarantäne geschickt worden. Mit Stand Freitagnachmittag waren insgesamt 187 Kieler in der Quarantäne.

Update, 3. Juli, 11 Uhr: Fünf neue Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg - In Hamburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Donnerstag um fünf gestiegen. 

Damit ist das Virus seit Ausbruch der Pandemie bei 5216 Hamburgerinnen und Hamburgern festgestellt worden, wie die Gesundheitsbehörde am Freitag auf ihrer Homepage mitteilte. 4900 von ihnen werden nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen.

Die Zahl der Todesfälle in Hamburg liegt laut RKI bei 260. 

Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das lediglich Fälle berücksichtigt, bei denen die Corona-Infektion laut Obduktion auch todesursächlich war, geht unverändert von 231 Toten aus.

Update, 3. Juli, 9.30 Uhr: 13 neue Infektionen in Schleswig-Holstein

Kiel - In Schleswig-Holstein sind zuletzt innerhalb eines Tages 13 weitere offiziell erfasste Infektionen mit dem neuen Coronavirus gemeldet worden. 

Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte, stieg die Zahl der positiv Getesteten mit Stand Donnerstagabend auf 3176. 

Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen liegt nach wie vor bei 152. 

Update, 3. Juli, 7.42 Uhr: Rund 9200 Bußgeldbescheide in Hamburg

Hamburg - Wegen Verstößen gegen die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind von der Bußgeldstelle Hamburg bereits knapp 9240 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden. 

Mit Stand Ende Juli seien daraus 9153 Bußgeldbescheide ergangen, sagte Matthias Krumm, Sprecher des zuständigen Einwohnerzentralamts. 

Die in diesen Bescheiden verhängten Bußgelder belaufen sich demnach insgesamt auf 613 027 Euro. Der mit Abstand größte Teil sei wegen Verstößen gegen das geltende Abstandsgebot ergangen, die jeweils mit 150 Euro geahndet würden, sagte Krumm.

Die Bandbreite der Bußgelder reicht von eben diesen 150 Euro bis 5000 Euro. 

Update, 3. Juli, 6.32 Uhr: Insolvenzen von Kulturzentren wegen Corona befürchtet

Hannover - In Niedersachsen sind zahlreiche Kulturzentren wegen der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. 

Drei Monate hatten soziokulturelle Einrichtungen und Vereine pandemiebedingt geschlossen, die Wiedereröffnung mit weniger Besuchern unter strengen Hygieneauflagen ist für viele nicht wirtschaftlich. "Wir sind in großer Sorge um unsere Mitglieder", sagte Doris Klüver, Geschäftsführerin des Landesverbands Soziokultur. 

Die Verluste der über hundert Mitglieder allein während des Shutdowns belaufen sich Klüver zufolge insgesamt auf monatlich eine Million Euro.

Nach Angaben des Kulturministeriums in Hannover stehen über den ersten Nachtragsaushalt zehn Millionen Euro zur Absicherung der niedersächsischen Kultureinrichtungen zur Verfügung, sechs Millionen davon entfallen auf das Corona-Sonderprogramm für gemeinnützige Kultureinrichtungen und Kulturvereine. 

Weitere Landes- und Bundesprogramme seien in Vorbereitung. Das Land werde versuchen, dauerhafte Schließungen von Kultureinrichtungen zu vermeiden, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Update, 2. Juli, 17.29 Uhr: Auch Kinder von Schlachthof-Arbeitern positiv auf Corona getestet

Wildeshausen - Im Fall des geschlossenen Putenschlachthofes in Wildeshausen bei Oldenburg ist auch bei Kindern von Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Wie der Landkreis Oldenburg am Donnerstagabend mitteilte, wurden 43 Kinder von positiv getesteten Schlachthofarbeitern untersucht. 

Bei fünf von ihnen habe es positive Ergebnisse auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 gegeben. Eine Probe habe im Labor nicht ausgewertet werden können. Dieses Kind solle am Freitag erneut abgestrichen werden.

Ebenso solle nun schnell eine Lerngruppe von zehn Schülerinnen und Schülern getestet werden, weil ein positiv getestetes Kind möglicherweise Kontakte zu dieser Gruppe hatte. Die übrigen vier positiv getesteten Kinder hatten nach Angaben des Landkreises keine bekannten Kontakte zu anderen Kindern außerhalb ihres Hausstandes. Sie bleiben weiter in Quarantäne, ebenso die Kinder der Lerngruppe. Eltern und Schulen sollten noch am Donnerstagabend informiert werden.

Am vergangenen Freitag wurde der zur Wiesenhof-Gruppe gehörende Schlacht- und Zerlegebetrieb Geestland Putenspezialitäten komplett heruntergefahren, nachdem für die rund 1100 Mitarbeiter und deren direkte Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg Quarantäne angeordnet wurde. 

Bei 1183 Testergebnissen waren 46 positive Fälle einer Coronavirus-Infektion festgestellt worden.

Titelfoto: Danny Gohlke/dpa

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