Coronavirus im Norden: Inzidenz sinkt in Hamburg unter 100

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, die Gesundheitsämter melden neue Rekordwerte. Deutschland befindet sich nun mitten in der von den Experten angekündigten zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 25.149 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 14.336 Fälle bekannt, in Bremen 10.078, in Mecklenburg-Vorpommern 5951 und in Niedersachsen 71.508 Covid-19-Fälle. (Stand 1. Dezember, 13.40 Uhr)

Am 23. März wurde erstmals ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.

Anschließend einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. Am Montag, 2. November, traten neue Beschränkungen in Kraft.

Vorerst sollen alle Restaurants und Kneipen geschlossen bleiben, auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-, Fitnessstudios und Kinos sind betroffen. Offen sind dagegen noch Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.

Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 1. Dezember 13.47 Uhr: Handelsverband Nord rechnet trotz Corona 2020 mit Umsatzplus

Kiel/Hamburg/Schwerin – Der Handelsverband Nord rechnet in diesem Jahr trotz der massiven Einschränkungen durch die Corona-Pandemie insgesamt noch mit einem Umsatzplus im Einzelhandel.

Analog zu den Bundeszahlen geht er in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahr von einem Plus von 1,5 Prozent aus, wie der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Nord Dierk Böckenholt am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz sagte. Der Umsatz im Weihnachtsgeschäft werde in allen drei Ländern voraussichtlich um 1,2 Prozent über dem des Vorjahres liegen.

Grund für das Plus sei vor allem der bundesweite massive Anstieg des Onlinehandels um 18 Prozent auf 70 Milliarden Euro. Allein im Norden mache dieser Bereich rund 5,7 Milliarden Euro aus. Glänzende Geschäfte machten auch der Lebensmittel- und Möbelhandel, die Fahrradgeschäfte sowie Garten- und Baumärkte.

Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass andere Handelsbranchen wegen der Corona-Pandemie ums Überleben kämpften, sagte Böckenholt. "Wir haben eine große Gruppe von Verlierern." Böckenholt zählte dazu vor allem Geschäfte in touristischen und Innenstadt-Lagen sowie Verkäufer von Bekleidung, Schuhen, Spielwaren, Schmuck und Unterhaltungselektronik.

Update, 1. Dezember, 13.40 Uhr: Hamburger Notfallpraxen nur noch für Atemwegsinfekte

Logo und Schriftzug der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg sind am Eingang einer Notfallpraxis zu sehen.
Logo und Schriftzug der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg sind am Eingang einer Notfallpraxis zu sehen.  © Markus Scholz/dpa

Hamburg – Die beiden Hamburger Notfallpraxen in Altona und Farmsen sollen nach dem Willen der Kassenärztlichen Vereinigung nur noch Patienten mit dem Verdacht auf Corona oder eine andere Atemwegsinfektion behandeln.

Alle übrigen Notfallpatienten sollen sich an die Notaufnahmen im Universitätsklinikum Eppendorf, im Asklepios-Klinikum Harburg oder im Krankenhaus Reinbek wenden, wie der Vorstandstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, Werner Plassmann, am Dienstag sagte.

Mit Beginn der kalten Jahreszeit seien die Warteschlangen vor den beiden Notfallpraxen immer länger geworden und hätten mitunter bis auf den Bürgersteig gereicht. Es müsse verhindert werden, dass infizierte und nicht infizierte Patienten zusammenkämen.

Wer den Verdacht auf eine Corona-Erkrankung, aber keinen Hausarzt habe, könne sich auch über den Arztruf 116117 einen Termin geben lassen. Die Terminvereinbarung sei jetzt auch online über die Internetseite www.116117.de und über die App 116117.app möglich, erklärte Plassmann.

Die Terminservicestelle könne auch Wünsche der Patienten berücksichtigen. Bislang machten rund 70 Hamburger Hausärzte bei dem Angebot mit.

Update, 1. Dezember, 13.37 Uhr: Corona-Inzidenz sinkt in Hamburg unter 100

Passanten tragen an den Landungsbrücken Masken.
Passanten tragen an den Landungsbrücken Masken.  © Georg Wendt/dpa

Hamburg – Die Zahl der in Hamburg bestätigten Corona-Neuinfektionen ist weiter rückläufig. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen sank mit 95,7 am Dienstag erstmals seit Wochen wieder unter die 100er-Marke, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte.

Die Zahl der Neuinfektionen stieg demnach am Dienstag um 289. Seit Ausbruch der Pandemie wurden damit in Hamburg bereits 25.149 Infektionen nachgewiesen. 16.900 Betroffene können nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts inzwischen als genesen angesehen werden.

In den Krankenhäusern und Kliniken der Stadt wurden den Angaben zufolge am Montag 320 Corona-Patienten behandelt, davon 88 auf Intensivstationen. Das waren acht beziehungsweise neun mehr als am Freitag.

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie an Covid-19 gestorbenen Menschen wurde von der Stadt unverändert mit 281 angegeben. Die Zahlen werden nur noch unregelmäßig aktualisiert. Das RKI meldete mit Stand Dienstag für die Hansestadt 373 Tote, einen mehr als am Montag.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde lässt alle toten Corona-Patienten obduzieren. Das Institut für Rechtsmedizin zählt auf dieser Grundlage dann sämtliche Fälle, in denen jemand an Covid-19 gestorben ist. Das RKI zählt alle Personen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind.

Update, 1. Dezember, 11.03 Uhr: Deutlich mehr Kurzarbeit im Norden angemeldet

Kiel - Der Teil-Lockdown hat sich auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein in einem deutlichen Anstieg der Kurzarbeit niedergeschlagen.

Wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag berichtete, zeigten im November 2700 Betriebe für 25.100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Kurzarbeit an. Im Oktober waren es 400 Betriebe für 3700 Mitarbeiter gewesen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie im März haben in Schleswig-Holstein 33.300 Betriebe für 380.400 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Tatsächlich kurz gearbeitet haben nach den aktuellsten Zahlen im August 51.700 Beschäftigte in 7800 Betrieben.

Update, 1. Dezember, 6.15 Uhr: Stadtreiniger müssen wegen Corona mehr Plastikmüll entsorgen

Hamburg - Es wird mehr daheim gegessen, gekocht und beim Lieferservice bestellt: Wegen der Corona-Pandemie hat die Hamburger Stadtreinigung in diesem Jahr bislang deutlich mehr Plastikmüll entsorgt als in den Vorjahren.

So sind bislang fast 35.500 Tonnen Abfälle aus den Wertstofftonnen und den Gelben Säcken zusammengekommen, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg sagte. Zum Vergleich: 2019 waren bis Ende Oktober fast 33.450 Tonnen entsorgt worden, 2018 waren es gut 32.140 Tonnen.

Die auffälligste Veränderung habe es im März und April - also in den Monaten des ersten Lockdown - gegeben. Im März wurden fast 3526 Tonnen Leichtverpackungen weggeworfen. Im Vorjahresmonat waren es dagegen fast 300 Tonnen weniger. Im April ist der Unterschied noch deutlicher. Im zweiten Lockdown-Monat landeten gar 4015 Tonnen Plastikmüll in den Tonnen und Gelben Säcken und damit fast 500 Tonnen mehr als noch im April 2019. Damals waren es 3553 Tonnen.

Zudem hätte sich in diesem Jahr das von Corona beeinflusste Reiseverhalten der Hamburger in den Sommerferien bemerkbar gemacht. Normalerweise sammeln die Stadtreiniger im Sommer immer ein bisschen weniger Müll ein. In diesem Jahr waren es im Juni und Juli 360 und 320 Tonnen mehr Leichtverpackungen. Eine Tonne entspricht 1000 Kilogramm.

In Hamburg werden die Kunststoffe unter anderem geschmolzen und zu körnigem Material verarbeitet. Daraus können dann beispielsweise neue Kunststoffprodukte wie Folien, Blumenkübel, Rohre oder Stoßstangen für Autos entstehen.

Update, 30. November, 21.04 Uhr: 81 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein - 2 weitere Todesfälle

Kiel - In Schleswig-Holstein sind nach Angaben der Landesregierung von Montagabend innerhalb eines Tages 81 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben sind, stieg um 2 - auf nun 255. Seit Beginn der Pandemie sind 14.336 Infektionen nachgewiesen worden, wie die Landesregierung mitteilte.

In den Krankenhäusern in Schleswig-Holstein wurden den Angaben zufolge 124 Covid-19-Patienten behandelt. 26 von ihnen befinden sich in Intensivtherapie, 15 müssen aktuell beatmet werden. Beide Zahlen stiegen seit Sonntag. Die Zahl der genesenen Menschen wird auf 11.200 geschätzt.

Der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche in Schleswig-Holstein lag am Montag nach Angaben der Landesregierung vom Abend bei 43,5. So niedrig war der Wert seit einiger Zeit nicht mehr.

Update, 30. November, 19.10 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen an Schulen sinkt im Wochenvergleich

Hamburg - Die Zahl der Corona-Infektionen an Hamburger Schulen ist von Freitag bis Sonntag um 56 gestiegen. Betroffenen seien 44 Schüler und 12 Beschäftigte an 46 Schulen, teilte die Schulbehörde am Montag mit. Im Wochenvergleich sei die Zahl neuer Ansteckungen um 36 Prozent gesunken.

Insgesamt gibt es den Angaben zufolge derzeit 335 Infektionen an 153 Schulen. In 274 Fällen sei das Virus bei Schülern nachgewiesen worden - damit seien 0,11 Prozent aller Hamburger Schüler betroffen.

Die 61 infizierten Schulbeschäftigten machten 0,18 Prozent aller Mitarbeiter an Schulen aus. 69 von insgesamt 9500 Klassen befinden sich danach in präventiver Quarantäne.

Das bedeute, dass 2102 Schüler oder 0,8 Prozent der Gesamtschülerschaft Hamburgs in häuslicher Isolation seien.

Update, 30. November, 18.13 Uhr: Neue Corona-Verordnung in Hamburg ab Dienstag

Hamburg - In Hamburg gelten von Dienstag (1. Dezember) an schärfere Kontaktbeschränkungen zur Begrenzung der Corona-Pandemie. So wird es unter anderem eine verschärfte Maskenpflicht und ein Böller-Verbot an Silvester geben.

Mehr dazu lest ihr >>> hier.

Update, 30. November, 14.16 Uhr: Abgeordnete verurteilen Sophie-Scholl-Vergleich auf Corona-Demo

Hannover - Die Abgeordneten mehrerer Landtagsfraktionen haben den Sophie-Scholl-Vergleich einer Rednerin auf einer Corona-Demo in Hannover als verharmlosend zurückgewiesen.

"Wenn die Geschwister Scholl oder auch Anne Frank für die Nazi-Rhetorik einiger Teilnehmer herhalten müssen, ist das beschämend und macht mich wütend", sagte SPD-Fraktionschefin Johanne Modder (60) am Montag im niedersächsischen Landtag.

CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer (55) ergänzte später, niemand in Deutschland erlebe aktuell auch nur im Ansatz, was Sophie Scholl und die anderen Widerstandskämpfer während der Nazi-Diktatur ertragen mussten, "von den Millionen anderen Opfern ganz zu schweigen". Im Gegenteil erinnerten Parolen wie "Gesundheit ist Privatsache" auf den Demonstrationen "an jene Gleichgültigkeit der Deutschen im Dritten Reich, die Sophie Scholl anprangerte", kritisierte Toepffer.

Auch der AfD-Politiker Peer Lilienthal (41) lehnte den Sophie-Scholl-Vergleich ab. "Das befremdet auch mich", sagte er. Lilienthal forderte Ministerpräsident Stephan Weil (61, SPD) auf, das Gespräch mit den Demonstranten zu suchen.

Vor gut einer Woche hatte sich eine junge Frau bei einer "Querdenken"-Demonstration in Hannover mit der Widerstandskämpferin Sophie Scholl verglichen und damit heftige Kritik ausgelöst.

"Ich fühle mich wie Sophie Scholl, da ich seit Monaten hier aktiv im Widerstand bin, Reden halte, auf Demos gehe, Flyer verteile und auch seit gestern Versammlungen anmelde", sagte sie wörtlich.

Update, 30. November, 14.14 Uhr: Opposition fordert längerfristige Corona-Strategie

Hannover - Die Opposition im niedersächsischen Landtag hat mehr Planungssicherheit im Umgang mit der Corona-Krise gefordert.

Mit Blick auf die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 20. Dezember sagte die Grünen-Fraktionschefin Julia Willie (34) Hamburg am Montag im Plenum: "In Ihrem Plan ist nichts, wirklich gar nichts zu erkennen von einer mittelfristigen, langfristigen, vorausschauenden Strategie." Eine solche brauche die Bevölkerung aber, "damit sie durchhält".

Die Einschränkungen überwiegend im privaten Bereich reichten zudem nicht aus, um die Infektionszahlen entscheidend zu senken, sagte Hamburg. Für die geplanten Lockerungen zu Weihnachten müssten die Zahlen noch deutlich stärker zurückgehen als bisher.

Die FDP warf der Landesregierung moralische Überheblichkeit und mangelnde Selbstkritik vor. "Nicht alles, was Sie tun, ist richtig", sagte FDP-Fraktionschef Stefan Birkner (47).

So könne die Regierung viele Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nicht sachlich

Titelfoto: Georg Wendt/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0